Anbauraumplanung für Indoor-Cannabis: Raumgröße, Wärmelast, Dämmung und Luftstrom (Teil 1 von 2)

Die meisten Indoor-Räume mit ständigen Problemen haben dieselbe Ursache. Der Raum kann Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kohlendioxid (CO₂) und Luftstrom nicht über den ganzen Anbauzyklus stabil halten. Die Sorte oder die Düngerlinie ist nur selten schuld. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie einen stabilen Raum planen: von der Wahl des Raums bis zur Größe der Ventilatoren.

Teil 1 behandelt den Raum, die Wärmelast, die Dämmung, die Abdichtung und den Luftstrom. Teil 2 behandelt Klimaanlage, Entfeuchter, CO₂, die Wärme der Lampen, Sensoren, Raumaufteilung, Hygiene, elektrische Sicherheit und Aufzeichnungen.

Anmerkung der Übersetzung: Absätze, die so beginnen wie dieser, ergänzen, was sich in Thailand und Südostasien ändert. Dazu gehören Außenluft mit 30–35 °C, hohe Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit und Stromausfälle. Diese Absätze korrigieren außerdem Fehler im Originalartikel.

1. Den Raum auswählen und bemessen

1.1 Deckenhöhe und Grundfläche

Wählen Sie einen Raum, der zu Ihrer geplanten Anbaumenge passt. Wenn Sie einen zu kleinen Raum umbauen, kämpfen Sie gegen seine Grenzen, solange Sie ihn nutzen. Pflanzen brauchen außerdem genug Luftvolumen um sich herum. Bei ausreichendem Volumen können die Ventilatoren die Luft oft genug austauschen, um Luftfeuchtigkeit und Krankheiten niedrig zu halten.

Für einen Hobbyraum oder einen kleinen gewerblichen Raum sollten Sie eine Deckenhöhe von mindestens 2,5–3 m anstreben. So bleibt Platz für hohe Lampen, Lüftungsrohre und eine Luftschicht über den Pflanzen. Unter 2,2 m hängen die Lampen zu nah an den Pflanzen. Warme Luft sammelt sich außerdem unter der Decke, und zugeführtes CO₂ kann sich nicht gleichmäßig verteilen.

Planen Sie die Anbaufläche nach der Zahl der Lampen, nicht nach dem Boden. Eine 600-W-HPS-Lampe (Natriumdampf-Hochdrucklampe) oder eine LED-Leuchte mit gleicher Leistung deckt bei der empfohlenen Hängehöhe etwa 1,0–1,2 m² Kronendach ab. Das Kronendach ist die oberste Schicht aus Blättern und Blüten, die das Licht auffängt.

Multiplizieren Sie die Zahl der Lampen mit 1,0–1,2 m². Rechnen Sie dann 20–30 % rundherum dazu, für Luftbewegung, Geräte und Zugang zum Trainieren der Pflanzen. Ein Beispiel: Vier Lampen ergeben 4,0–4,8 m² Kronendach, planen Sie also etwa 4,8–6,2 m² Grundfläche. Machen Sie diese Rechnung, bevor Sie etwas kaufen. Sie zeigt Ihnen, wie viele Lampen der Raum wirklich verträgt.

1.2 Raumform und Ecken ohne Luftbewegung

Quadratische und rechteckige Räume sind am einfachsten, weil Sie den Luftweg gleichmäßig anlegen können. L-förmige, unregelmäßige oder unterteilte Räume haben Ecken, in denen sich die Luft kaum bewegt. Dort staut sich Feuchtigkeit. In diesen Ecken beginnt Botrytis (Blütenfäule, ein grauer Schimmel), auch wenn die Werte in der Raummitte in Ordnung sind.

Zeichnen Sie den Raum vor dem Bau auf Papier. Markieren Sie den Luftweg von der Zuluftöffnung (wo Luft hereinkommt) bis zur Abluft (wo Luft abgesaugt wird). Kreisen Sie jede Ecke oder Nische außerhalb dieses Wegs ein. Wählen Sie für jede eine Lösung: abtrennen, einen Schwenkventilator hineinrichten oder sie statt für Pflanzen als Lager oder für den Nährstofftank nutzen.

1.3 Berechnen, wie viel Wärme der Raum erzeugt

Berechnen Sie die gesamte Wärme des Raums, bevor Sie eine Kühlung auswählen. Klimaanlagen werden nach BTU/h verkauft (British Thermal Units pro Stunde). Ein Watt Strom wird zu etwa 3,41 BTU/h Wärme. Die Wärme stammt aus:

  • Lampen. Fast der gesamte Strom, den eine Lampe aufnimmt, landet als Wärme im Raum. Vier 600-W-HPS-Lampen ergeben 4 × 600 × 3,41 = 8.184 BTU/h, also etwa 2,4 kW.
  • Entfeuchter. Ein 70-pint-Gerät (eine US-Angabe, etwa 33 Liter Wasser pro Tag) gibt beim Entfeuchten etwa 700 W Wärme ab.
  • Pumpen und andere Geräte. Rechnen Sie 10–15 % dazu.
  • Wärme aus dem Gebäude. In heißem Klima kann Sonne auf ungedämmten Wänden 1–3 kW hinzufügen. Die Menge hängt von Wandfläche und Dämmung ab.

Zählen Sie alles zusammen und rechnen Sie dann 20 % Sicherheitsreserve dazu. Wählen Sie eine Kühlung, die diese Gesamtmenge abführen kann. Eine zu kleine Kühlung ist die häufigste Ursache für Hitzestress und Ertragsverluste im Indoor-Anbau. Sie treibt außerdem das Dampfdruckdefizit (VPD) zu hoch. Das VPD ist eine Zahl, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammenfasst. Sie zeigt, wie stark die Luft Wasser aus den Blättern zieht.

Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel sagt, LEDs geben pro Watt nur 1,5–2,0 BTU/h Wärme ab. Diese Zahl ist falsch. LED-Licht wird von Pflanzen, Wänden und Boden aufgenommen und landet damit ebenfalls als Wärme im Raum. Rechnen Sie jedes Watt mit 3,41 BTU/h, bei LED genauso wie bei HPS. Ein LED-Raum bleibt nur deshalb kühler, weil er für dasselbe Licht weniger Watt braucht.

Rechenbeispiel (Berechnung der Übersetzung mit den Zahlen oben):

Posten Watt
Vier 600-W-Lampen 2.400
Ein 70-pint-Entfeuchter 700
Pumpen und Ventilatoren, +15 % 465
Gebäudewärme (Mitte des Bereichs von 1–3 kW) 2.000
Zwischensumme 5.565
Sicherheitsreserve, +20 % 1.113
Benötigte Kühlung 6.678 W, etwa 22.800 BTU/h

Dieser Raum braucht etwa 22.800 BTU/h Kühlleistung, mehr als ein einzelnes 18.000-BTU-Gerät liefert. Mehr zur Bemessung unter thailändischen Bedingungen finden Sie in Dimensionierung von Entfeuchter und Klimaanlage für einen thailändischen Blüteraum. Bewahren Sie Ihre Liste mit Geräten und Watt auf, denn Teil 2 nutzt sie wieder für die Stromkreise.

2. Dämmung, Dampfsperre und Abdichtung

2.1 Warum Dämmung wichtig ist

Dämmung hält Wärme draußen. Sie verhindert außerdem Kondenswasser. Das ist Wasser, das entsteht, wenn warme, feuchte Luft auf eine kältere Fläche trifft. Auf Flächen, die nass bleiben, wachsen Echter Mehltau und Aspergillus-Schimmel.

Das Original empfiehlt für einen eigenen Anbauraum eine Wanddämmung von mindestens R-13. R-13 ist eine US-Angabe dafür, wie gut ein Material Wärme bremst. In metrischen Einheiten sind das etwa RSI 2,3 (m²·K/W).

In tropischen Ländern wie Thailand, Vietnam und den Philippinen liegt die Außenluft oft über 33 °C, und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Dort senken R-19 (etwa RSI 3,3) oder Sprühschaum an Außenwänden die Kühlkosten und das Kondensationsrisiko deutlich.

Manche Produktdatenblätter geben statt R die Wärmeleitfähigkeit an (einen „k“-Wert in W/m·K). Teilen Sie dann die Dicke in Metern durch k, um RSI zu erhalten. Vergleichen Sie Produkte nach RSI, damit Sie sehen, welches den Zielwert erreicht.

2.2 Wohin die Dampfsperre gehört

Eine Dampfsperre ist eine Folie, die verhindert, dass feuchte Luft in die Dämmung eindringt. Nasse Dämmung bremst Wärme schlechter und wird zu einer versteckten Schimmelquelle. Das Original setzt die Sperre auf die warme Seite der Dämmung, also zum Anbauraum hin.

Verwenden Sie 6-mil-Polyethylenfolie (etwa 0,15 mm dick) oder alukaschierte Schaumplatten. Lassen Sie die Stöße mindestens 15 cm überlappen. Kleben Sie sie mit Aluklebeband, das für Klimaanlagenkanäle zugelassen ist. Malerkrepp und Abdeckband versagen bei hoher Luftfeuchtigkeit innerhalb von Wochen.

Anmerkung der Übersetzung: Die Regel, dass die warme Seite zum Raum zeigt, stammt aus kalten Klimazonen, wo die Außenwand kälter ist als der Raum. In Thailand ist die Außenluft meist heißer und feuchter als ein klimatisierter Raum. Bauphysikalische Empfehlungen für heiß-feuchtes Klima warnen: Eine Dampfsperre an der Innenseite einer klimatisierten Wand kann von außen eindringende Feuchtigkeit einschließen und die Wand vorzeitig schädigen. In diesem Klima kommt die Sperre an die Außenseite, oder die Wand wird ohne eigene Sperre gebaut. Fragen Sie eine Firma, die Kühlräume baut, wo sie bei Ihrem Wandtyp die Sperre anbringt. In jedem Fall gilt: Wasser muss aus der Dämmung herausgehalten werden.

2.3 Der Boden

In einem gekühlten Raum kann nackter Beton kälter bleiben als die Luft. Dann kondensiert Wasser unter den Töpfen und auf dem Boden. Das Original nennt drei Möglichkeiten:

  • Gummi-Drainagematten (5–10 mm EVA-Schaum oder Recyclinggummi): günstig, trennen die Töpfe vom kalten Beton, leicht zu reinigen.
  • Epoxid-Bodenbeschichtung: dichtet den Beton gegen Feuchtigkeit ab und ist leicht zu reinigen.
  • Erhöhte Tische: heben die Wurzeln ganz über den kalten Boden.

Anmerkung der Übersetzung: Messen Sie, bevor Sie Geld ausgeben. Legen Sie einen Temperaturfühler für ein paar Stunden auf den Boden und vergleichen Sie ihn mit der Luft direkt darüber. Ist der Boden deutlich kälter, nutzen Sie eine der Möglichkeiten oben. Wenn nicht, stammt das Wasser eher von ablaufendem Gießwasser, also reparieren Sie zuerst die Entwässerung.

2.4 Den Raum abdichten und der 24-Stunden-Abweichungstest

In einem dichten Raum gelangt Luft nur über Zuluft, Abluft und Klimaanlage hinein und hinaus. Spalten an der Tür, Kabel- und Rohrdurchführungen und lose Rohrverbindungen lassen heiße, feuchte Luft, Schädlinge und Schimmelsporen herein. Sie lassen außerdem Geruch hinaus. Schließen Sie sie mit Türdichtungen, Dichtmasse um jede Öffnung und Aluklebeband an den Rohrverbindungen.

Das Original nennt keine Methode, um die Dichtheit zu prüfen. Eine praktische Prüfung: Zeichnen Sie im leeren Raum 24 Stunden lang auf, also einen vollen Hell-Dunkel-Zyklus. So sehen Sie, wie weit Temperatur und Luftfeuchtigkeit von Ihren Einstellungen abweichen, wenn niemand den Raum anfasst.

  1. Betreiben Sie den Raum wie an einem normalen Anbautag: Lampen nach Zeitschaltuhr, Klimaanlage, Ventilatoren und Entfeuchter laufen.
  2. Stellen Sie einen Temperatur- und Feuchte-Datenlogger mit Speicher in Höhe des Kronendachs in die Raummitte. Stellen Sie einen zweiten unter die Decke oder in eine Ecke, die Sie in Abschnitt 1.2 eingekreist haben.
  3. Lesen Sie nach 24 Stunden an jedem Logger Minimum und Maximum ab, dazu jeweils die Uhrzeit.
  4. Achten Sie auf drei Muster. Ein Temperaturanstieg am Mittag bedeutet, dass die Kühlung zu klein ist oder die Sonne eine Wand aufheizt. Ein Temperaturabfall in der Nacht, zum Beispiel gegen 3 Uhr, treibt die Luftfeuchtigkeit nach oben. Ein großer Unterschied zwischen den beiden Loggern bedeutet schlechte Durchmischung oder eine Ecke mit stehender Luft.
  5. Beheben Sie eine Sache und wiederholen Sie dann den Test. Wiederholen Sie ihn noch einmal zu Beginn der heißen Jahreszeit und der Regenzeit.

Wenn Sie CO₂ zuführen wollen, zeichnen Sie auch CO₂ auf. Fällt der Wert schnell, nachdem Sie die Zufuhr gestoppt haben, entweicht Luft. Wiederholen Sie den Test nach jeder Reparatur und vergleichen Sie, wie schnell der Wert fällt. Undichtigkeiten lassen sich im leeren Raum viel günstiger beheben als mit Pflanzen darin.

3. Luftstrom

3.1 Drei Aufgaben für bewegte Luft

Bewegte Luft erfüllt drei getrennte Aufgaben, und jede braucht eigene Geräte.

Luft durch die Pflanzen. Schwenkventilatoren in Höhe des Kronendachs bringen die Stängel zum Schwanken. Die Pflanze reagiert mit kräftigeren, etwas dickeren Stängeln (Thigmomorphogenese, die Wachstumsreaktion einer Pflanze auf Bewegung). Wichtiger noch: Die Ventilatoren entfernen die dünne Schicht stehender, feuchter Luft an jedem Blatt (die Grenzschicht). In dieser Schicht geben die Blätter Wasser ab, und dieses Wasser erhöht Luftfeuchtigkeit und VPD. Ziel ist, dass sich die Blätter sichtbar bewegen, aber nicht heftig flattern.

Durchmischung von oben nach unten. Warme Luft steigt auf und sammelt sich unter der Decke (Wärmeschichtung). Ventilatoren, die seitlich an der Decke entlang blasen (HAF-Ventilatoren, Horizontal-Airflow-Ventilatoren), oder schräg gestellte Schwenkventilatoren verhindern das. Ohne Durchmischung ist es unter der Decke oft 3–5 °C wärmer als am Kronendach. Ein Sensor nahe der Decke zeigt dann ein Klima an, in dem die Pflanzen gar nicht stehen.

Luftaustausch mit draußen. Ein Abluftventilator an einem Rohr zieht die Raumluft durch einen Kohlefilter und leitet sie nach draußen. So kommt frisches CO₂ herein, wenn Sie kein CO₂ zuführen. Er bestimmt außerdem den Luftdruck im Raum (Abschnitt 3.4).

3.2 Den Abluftventilator bemessen

Ein üblicher Zielwert für Cannabis-Räume sind 60 Luftwechsel pro Stunde (ACH) am Abluftventilator. Ein Luftwechsel ersetzt das gesamte Raumvolumen einmal, 60 ACH ersetzen es also jede Minute. Der Ventilator muss nicht ständig mit voller Drehzahl laufen. Mit einem Drehzahlregler können Sie den Luftstrom in der Dunkelphase senken und trotzdem genug austauschen.

In metrischen Einheiten: benötigter Luftstrom (m³/h) = Raumvolumen (m³) × ACH. Ein Raum mit 3 m × 4 m × 2,7 m hat 32,4 m³. Bei 60 ACH braucht er 32,4 × 60 = 1.944 m³/h.

Das Original verwendet US-Einheiten: CFM (Kubikfuß pro Minute) = Volumen in Kubikfuß × ACH ÷ 60. Derselbe Raum hat 1.145 ft³, braucht also 1.145 CFM. Ein CFM entspricht etwa 1,7 m³/h (0,0283 m³ × 60 Minuten).

Wählen Sie einen Ventilator mit dem 1,3- bis 1,5-Fachen des Mindestwerts. Die Reserve deckt den Widerstand des Kohlefilters (statischer Druck) und Spielraum für spätere Erweiterung. Für den Beispielraum heißt das: ein Ventilator mit etwa 2.530–2.920 m³/h Nennleistung.

Anmerkung der Übersetzung: Viele in Südostasien verkaufte Ventilatoren sind in m³/h angegeben, andere in CFM. Rechnen Sie in eine Einheit um, bevor Sie Modelle vergleichen.

3.3 Der Luftstrom auf der Verpackung ist nicht der Luftstrom, den Sie bekommen

Die Nennwerte von Ventilatoren werden ohne angeschlossene Teile gemessen. Ein Kohlefilter, Bögen und ein paar Meter Flexrohr verringern die Luftmenge, die der Ventilator tatsächlich bewegt, oft erheblich. Betrachten Sie das 1,3- bis 1,5-Fache als Minimum. Mit Filter und langem Rohr wählen Sie einen größeren Ventilator und halten das Rohr so kurz und gerade wie möglich. Regeln Sie den Ventilator mit dem Drehzahlregler herunter, wenn Sie nicht die volle Leistung brauchen.

3.4 Luftdruck, Nachströmluft und Kohlefilter

Unterdruck. Die meisten lizenzierten und halbgewerblichen Räume laufen mit leichtem Unterdruck. Das heißt: Die Abluft entfernt mehr Luft, als über die geplante Zuluft hereinkommt. Die Ersatzluft wird dann über die Zuluft angesaugt und nicht durch Spalten. Das:

  • verhindert, dass Geruch durch Türspalten und Kabel- oder Rohrdurchführungen entweicht;
  • sorgt dafür, dass alle einströmende Luft durch den Zuluftfilter oder die Klimaanlage geht;
  • macht es leichter, Vorschriften einzuhalten, wo Geruchskontrolle verlangt wird.

Anmerkung der Übersetzung: Fragen Sie Ihre örtliche Behörde, ob an Ihrem Standort Geruchskontrolle vorgeschrieben ist. Auch ohne Vorschrift führt Geruch, der die Nachbarn erreicht, zu Beschwerden. Planen Sie die Geruchskontrolle von Anfang an ein.

Überdruck. Der Raum erhält mehr gefilterte Luft, als er abgibt, sodass keine Außenluft eindringen kann. Pharmazeutische Reinräume arbeiten so, um Verunreinigungen fernzuhalten. Ein Cannabis-Raum müsste dafür an jeder Öffnung vollständig abgedichtet sein, was umgebaute Räume selten schaffen. Jeder verbleibende Spalt drückt dann Geruch nach außen.

Nachströmluft (Make-up-Luft) ist die Luft, die hereinkommt, um zu ersetzen, was die Abluft entfernt. Bei einer passiven Zuluft (nur eine Öffnung) muss der Abluftventilator diese Luft hereinziehen und zugleich die alte Luft hinausdrücken. Auch deshalb sollte er überdimensioniert sein. Wenn Sie einen Zuluftventilator einbauen, stellen Sie ihn auf weniger Luft als die Abluft ein, damit der Raum im Unterdruck bleibt.

Setzen Sie die Zuluft unten und die Abluft oben an, so weit voneinander entfernt wie möglich, denn warme Luft steigt auf. Liegen sie nah beieinander, saugt die Abluft gerade ausgeblasene Luft wieder an, und die Raumluft wird nie richtig ausgetauscht. Versehen Sie die Zuluft mit einem Gitter und halten Sie sie sauber, denn auch Schädlinge und Sporen kommen auf diesem Weg herein.

Prüfen Sie den Druck bei laufender Abluft. In einem Zelt sollten sich die Wände leicht nach innen wölben. In einem Raum sollte ein Streifen Papiertaschentuch, den Sie an den Spalt unter der geschlossenen Tür halten, nach innen gezogen werden. Ist das der Fall, entweicht kein Geruch durch die Spalten.

Kohlefilter. Ein Kohlefilter ist ein Rohr mit Aktivkohle. Geruchsmoleküle bleiben an der Kohle hängen, wenn Luft hindurchströmt. Im oben beschriebenen Aufbau zieht der Abluftventilator die Raumluft durch den Filter, bevor er sie nach draußen leitet. Wählen Sie einen Filter, der mindestens für den Luftstrom ausgelegt ist, den Ihr Ventilator tatsächlich bewegt. Tauschen Sie die Kohle aus, wenn bei normal laufendem Ventilator Geruch durchkommt. Kohle hält in sehr feuchter Luft weniger Geruch zurück, weil Wasser Platz in ihren Poren einnimmt. Rechnen Sie in einem feuchten Raum mit einer kürzeren Filterlebensdauer.

3.5 Umluftventilatoren sind eine eigene Aufgabe

Die Abluft befördert Luft aus dem Raum. Umluftventilatoren bewegen Luft durch die Pflanzen. Betreiben Sie einen Ventilator in Höhe des Kronendachs und einen unterhalb des Kronendachs, beide von der Zuluftseite in Richtung Abluft blasend.

Stehende Luft in einem dichten Kronendach bei hoher Luftfeuchtigkeit ist der Anfang von Blütenfäule. Ein Ventilator unter dem Kronendach ist eine der günstigsten Maßnahmen gegen Schimmel, die Sie einbauen können.

3.6 Was Belüftung in heiß-feuchtem Klima nicht leisten kann

Anmerkung der Übersetzung: Die folgenden Punkte übertragen die obigen Regeln zum Luftstrom auf Thailand und Südostasien.

  • Belüftung kann den Raum nicht unter die Temperatur der einströmenden Luft kühlen. In der heißen Jahreszeit kann die Außenluft in weiten Teilen Südostasiens 35 °C oder mehr erreichen. Sobald die Zuluft nahe an Ihrer Obergrenze liegt, kühlt mehr Belüftung nicht mehr. Dann brauchen Sie eine Klimaanlage oder eine geringere Wärmelast.
  • Belüftung kann den Raum nicht trockener machen als die einströmende Luft. In der Regenzeit liegt die Außenluft oft bei 80–90 % relativer Luftfeuchtigkeit (RH). Belüftung entfernt das Wasser, das die Pflanzen abgeben, bringt aber feuchte Luft als Ersatz herein. 45 % RH erreichen Sie durch Belüften nicht. Planen Sie die Entfeuchtung deshalb als eigenes System.
  • Belüftung bleibt trotzdem nötig. Luftaustausch und Luftbewegung sind für die CO₂-Versorgung und die Schimmelkontrolle unverzichtbar. Bemessen Sie die Abluft für den Luftaustausch und die Umluftventilatoren für die Schimmelkontrolle. Lösen Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit getrennt davon.

Zeichnen Sie die Luft an Ihrer Zuluft eine Woche in der heißen Jahreszeit und eine Woche in der Regenzeit auf. Eine hohe Zulufttemperatur sagt Ihnen, dass Sie eine Klimaanlage einplanen müssen. Eine hohe Zuluftfeuchte sagt Ihnen, dass Sie einen Entfeuchter einplanen müssen (Teil 2).

3.7 Geschlossener oder belüfteter Raum

Ein belüfteter Raum tauscht über Zuluft und Abluft Luft mit draußen aus. Ein geschlossener Raum nimmt keine Frischluft auf. Seine Klimaanlage und seine Entfeuchter übernehmen die gesamte Wärme und Feuchtigkeit, und meist wird CO₂ zugeführt. Die Tabelle vergleicht beide anhand der Punkte in diesem Leitfaden.

Belüfteter Raum Geschlossener Raum
Temperatur Kann nicht unter die Zulufttemperatur fallen Die Kühlung muss die gesamte Wärme abführen: Lampen, Entfeuchter, Geräte, Gebäude
Luftfeuchtigkeit Kann nicht unter die Zuluftfeuchte fallen Unabhängig von der Außenluft; die Entfeuchter müssen das gesamte von den Pflanzen abgegebene Wasser entfernen
CO₂ Wird aus der Außenluft ersetzt, etwa 427 ppm Kann auf 1.000–1.500 ppm angehoben werden; braucht einen CO₂-Monitor mit Alarm und automatischer Abschaltung
Schädlinge und Sporen Die Zuluft ist ein Eintrittsweg; mit Gitter sichern Keine Zuluft, daher weniger Eintrittswege
Notfallsystem Ausfallsichere Belüftung per Zeitschaltuhr, falls die Kühlung ausfällt Eine zweite Klimaanlage; ohne sie scheitert die CO₂-Anreicherung am ersten heißen Tag
Kosten Niedriger Deutlich höher

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand ist die Außenluft einen Großteil des Jahres heiß und feucht. Ein belüfteter Raum braucht deshalb meist trotzdem eine Klimaanlage und einen Entfeuchter. Die eigentliche Entscheidung ist, ob Sie den Raum zusätzlich schließen und CO₂ zuführen. Beginnen Sie mit einem belüfteten Raum. Ziehen Sie das Schließen erst in Betracht, wenn Ihre Aufzeichnungen zeigen, dass der Raum Temperatur und Luftfeuchtigkeit allein mit Kühlung und Entfeuchtern hält, und Sie eine zweite Klimaanlage als Reserve haben.

Wenn Sie Ihre Planung vor dem Kauf prüfen lassen möchten, posten Sie Raumgröße, Lampenleistung, Ventilatormodell und die Werte Ihres 24-Stunden-Loggers als Antwort unter diesem Thema.

Weiter in Teil 2: Anbauraumplanung für Indoor-Cannabis: Klimaanlage, Sensoren, Raumaufteilung, elektrische Sicherheit und Aufzeichnungen (Teil 2 von 2)