Dies ist die zweite Hälfte eines Einsteigerleitfadens für den ersten Cannabis-Anbau in Innenräumen. Sie behandelt die vegetative Phase und die Blüte. Danach folgen Ernte, Trocknung und Nachreifung (Curing) sowie die häufigsten Probleme und wie Sie diese erkennen. Außerdem geht es um die thailändischen Regeln, um die Sicherheit Ihres Anbaus und um den Umstieg von Samen auf Klone. Am Ende fasst ein kurzer Abschnitt das Wichtigste zusammen. Teil 1 behandelte Ausrüstung, Samenwahl, Keimung, Substrate, Düngung, Licht und Gießen.
Anmerkung der Übersetzung: Einige Zielwerte in diesem Teil stammen aus dem Indoor-Anbau in kühleren Klimazonen. Beispiele sind 23–25 °C in der Blüte und 15–21 °C bei der Trocknung. In Thailand haben Räume oft 30–35 °C. In der Regenzeit ist die Luftfeuchtigkeit hoch, und es gibt Stromausfälle. Die Anmerkungen der Übersetzung sagen Ihnen, was Sie zuerst tun sollten, wenn Sie einen Zielwert nicht erreichen.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1324
8. Vegetative Phase
In der vegetativen Phase baut die Pflanze ihr Gerüst aus Stängeln, Ästen und Blättern auf. Wie Sie die Pflanze jetzt trainieren, bestimmt die Form des Kronendachs (der obersten Schicht aus Blättern und Blüten). Es bestimmt auch, an wie vielen Stellen sich Blüten bilden können. Sie können die Pflanze toppen. Dabei schneiden Sie die Haupttriebspitze ab, sodass stattdessen zwei Triebe wachsen. Sie können Low-Stress-Training (LST) anwenden, also Äste biegen und festbinden. Oder Sie lassen die Pflanze natürlich wachsen.
Setzen Sie beim ersten Anbau nur Low-Stress-Training ein. Binden Sie den Haupttrieb nach unten, sodass sich die Pflanze zur Seite neigt. Die Seitenäste wachsen dann nach oben und füllen mehr vom Kronendach aus. Anders als nach dem Toppen braucht die Pflanze bei LST keine Erholungszeit. Außerdem können Sie LST wieder rückgängig machen.
Geben Sie Photoperioden-Pflanzen 3–6 Wochen vegetatives Wachstum, bevor Sie auf 12/12 umstellen. Autoflowers brauchen keine geplante vegetative Phase. Trainieren Sie sie früh, innerhalb von 3 Wochen ab Samen. Danach lassen Sie sie nach ihrem eigenen Zeitplan blühen.
Verwenden Sie weiche, ummantelte Bindedrähte. Lockern Sie sie alle paar Tage, wenn der Stängel dicker wird. So schneiden die Drähte nicht in den Stängel ein.
9. Blüte
9.1 Frühe Blüte (Wochen 1–4)
In den ersten zwei Wochen nach der Umstellung auf 12/12 strecken sich die Pflanzen schnell nach oben. Trainieren Sie weiter, damit kein einzelner Ast die anderen beschattet. Halten Sie sich an Ihren Düngeplan. Wechseln Sie zu einem Dünger mit weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kalium.
9.2 Mittlere Blüte (Wochen 4–7)
Die Blüten wachsen jetzt schnell, und das VPD wird wichtiger. Das VPD (Dampfdruckdefizit) beschreibt, wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammen steuern, wie schnell Blätter Wasser verlieren. Von der mittleren Blüte bis zur Ernte schafft eine Luftfeuchtigkeit über 65 % ideale Bedingungen für Botrytis (Blütenfäule). Botrytis ist ein grauer Schimmel, der die Blüten verfaulen lässt. Halten Sie die relative Luftfeuchtigkeit (RH) bei 45–55 % und die Temperatur gleichmäßig bei etwa 23–25 °C.
Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen täglich auf Schädlinge. Spinnmilben und Thripse vermehren sich in den warmen, trockenen Bedingungen der späten Blüte schneller.
Anmerkung der Übersetzung: In einem thailändischen Raum mit 30–35 °C brauchen Sie eine Klimaanlage und meist auch einen Entfeuchter, um 45–55 % RH und 23–25 °C zu erreichen. Wenn Sie nicht beides schaffen, bringen Sie zuerst die Luftfeuchtigkeit unter 65 %, denn oberhalb dieses Werts steigt das Risiko für Blütenfäule. Dieses Thema erklärt, warum ein Blüteraum trotz einer Klimaanlage noch bei etwa 69 % liegen kann. Planen Sie Ihren ersten Anbau nach Möglichkeit so, dass die Blüte in die kühleren, trockeneren Monate fällt.
Anmerkung der Übersetzung: Kontrollieren Sie die Blattunterseiten täglich mit einer Lupe. Wenn Sie ein Pflanzenschutzmittel brauchen, verwenden Sie nur Mittel, die bei der thailändischen Landwirtschaftsbehörde (Department of Agriculture) registriert sind. Wenden Sie sie genau so an, wie es auf dem Etikett steht. Dieses Thema erklärt, was Sie unter dem thailändischen GACP-Standard (Good Agricultural and Collection Practice, gute Praxis für Anbau und Sammlung) sprühen dürfen.
9.3 Letzte Wochen und Spülung
In den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte geben viele Anbauer nur noch reines Wasser mit korrekt eingestelltem pH-Wert. Das nennt man Spülung (Flushing). Damit sollen übrig gebliebene Düngesalze aus dem Substrat gewaschen werden. Die Forschung bestätigt den Nutzen bisher nicht.
In einem Versuch aus dem Jahr 2025 wurden zwei Sorten mit hohem CBD-Gehalt getestet (Alden & Faust, 2025). Längeres Spülen senkte das Gewicht der getrockneten Blüten und den CBD-Ertrag pro Quadratmeter. Die Spülung senkte auch den Gehalt an Stickstoff, Phosphor und Kalium in der Blüte. Den Geschmack hat die Studie aber nicht untersucht. Bisher hat keine begutachtete Studie (Peer Review) gezeigt, dass Spülen den Geschmack verbessert oder die Blüte sauberer verbrennen lässt. Nach heutigem Stand gibt es also keinen Grund, für Ihren ersten Anbau eine lange Spülung einzuplanen.
Wann ernten: Die Trichome geben das zuverlässigste Zeichen. Trichome sind die winzigen Harzdrüsen auf den Blüten, und in ihnen steckt der Großteil der Cannabinoide. Betrachten Sie ihre Köpfe mit einer Juwelierlupe (30–60×) oder einem digitalen Mikroskop.
- 10–20 % bernsteinfarbene Köpfe: Der THC-Gehalt ist auf dem Höhepunkt. Ein kleiner Teil des THC hat begonnen, sich in CBN umzuwandeln.
- 20–40 % bernsteinfarbene Köpfe: Das ist eine spätere Ernte, bei der sich schon mehr THC in CBN umgewandelt hat. Anbauer wählen diesen Zeitpunkt, wenn der vorgesehene Verwendungszweck ein stärker sedierendes Profil verlangt.
10. Ernte, Trocknung und Nachreifung (Curing)
10.1 Ernte
Schneiden Sie die Äste in handliche Stücke von 30–45 cm Länge. Entfernen Sie die großen Fächerblätter sofort. Die kleinen Zuckerblätter rund um die Blüten können Sie dranlassen oder entfernen. Wenn Sie sie dranlassen, halten sie mehr Feuchtigkeit um die Blüte, und die Trocknung dauert länger. Wenn Sie sie entfernen, geht die Trocknung schneller.
Anmerkung der Übersetzung: In der feuchten thailändischen Luft ist die Trocknung öfter zu langsam als zu schnell. Wenn Ihr Trocknungsraum weder Klimaanlage noch Entfeuchter hat, ist es meist sicherer, die Zuckerblätter schon bei der Ernte zu entfernen.
10.2 Trocknung
Die Zielbedingungen sind 15–21 °C, 55–62 % RH und Dunkelheit. Kein Ventilator sollte direkt auf die Blüten blasen. Unter diesen Bedingungen dauert die Trocknung insgesamt 10–14 Tage. Schnelleres Trocknen durch Hitze oder niedrige Luftfeuchtigkeit zerstört Terpene (die Aromastoffe). Das Ergebnis ist ein kratzigeres, weniger aromatisches Produkt. In vernünftigem Rahmen ist langsameres Trocknen besser.
Anmerkung der Übersetzung: Die Außenluft in Thailand hat oft 85–95 % Luftfeuchtigkeit und über 30 °C. In solcher Luft trocknen Blüten zu langsam, und es kann sich Schimmel bilden. Manche Schimmelpilze hinterlassen Giftstoffe auf der Blüte. Dieses Thema erklärt das Risiko in der Regenzeit. Im Thema Fünf thailändische Trocknungs-Setups werden diese Setups mit ihren Kosten verglichen. Lassen Sie vor dem Erntetag drei Tage lang ein Hygrometer in Ihrem Trocknungsraum messen. Wenn die Luftfeuchtigkeit dort nicht unter 62 % bleibt, beheben Sie zuerst dieses Problem.
10.3 Nachreifung (Curing)
Füllen Sie die getrockneten Blüten bei 55–62 % RH in Gläser. Öffnen Sie die Gläser für 15–30 Minuten, um frische Luft hineinzulassen („Burping“):
- zweimal täglich in den ersten 2 Wochen
- einmal täglich in den Wochen 3–4
- danach einmal pro Woche, mindestens 1–3 Monate lang.
Während der Nachreifung entwickeln sich Terpene und Cannabinoide weiter. Geschmack und Milde werden dadurch deutlich besser.
Anmerkung der Übersetzung: Öffnen Sie die Gläser in einem klimatisierten Raum. Wenn Sie ein Glas in einem Raum mit 85 % Luftfeuchtigkeit öffnen, gelangt feuchte Luft hinein. Das ist genau das Gegenteil von dem, was Sie wollen. Legen Sie ein kleines Hygrometer in eines der Gläser. So prüfen Sie, ob die Blüten bei 55–62 % bleiben.
11. Häufige Probleme beim ersten Anbau
11.1 Gelbe Blätter
Einsteigern fallen gelbe Blätter häufiger auf als jedes andere Symptom. Zugleich hat kein anderes Symptom so viele mögliche Ursachen. Bestimmen Sie zuerst das Muster (Blätter richtig lesen).
- Untere Blätter werden in der Blüte gelb und fallen ab: Das ist normale Alterung (Seneszenz). Die Pflanze verlagert Stickstoff aus alten Blättern in die wachsenden Blüten. Sie müssen nicht eingreifen, solange die Vergilbung nicht schnell an der Pflanze nach oben wandert.
- Neuer Austrieb an der Spitze wird gelb: Meist kann die Pflanze wegen eines falschen pH-Werts kein Eisen oder Zink aufnehmen (Lockout). Es kann auch ein Mangel an einem Element sein, das die Pflanze nicht aus alten in neue Blätter verlagern kann. Prüfen und korrigieren Sie zuerst den pH-Wert, bevor Sie ein Spurenelement-Präparat zugeben.
- Gelb zwischen grünen Blattadern: Das ist Magnesiummangel. Er tritt am häufigsten bei weichem Wasser auf oder in Kokos ohne ausreichend Cal-Mag. Eine Blattspritzung mit 1 g/L Bittersalz (Epsom-Salz, Magnesiumsulfat) behebt ihn schnell.
- Die ganze Pflanze ist gleichmäßig blassgelb: Das ist entweder Stickstoffmangel oder allgemeine Unterversorgung. Stickstoffmangel tritt am häufigsten in der frühen bis mittleren vegetativen Phase auf. Erhöhen Sie den EC-Wert der Nährlösung.
Anmerkung der Übersetzung: Kaufen Sie Magnesiumsulfat, das als Dünger verkauft wird, und kein parfümiertes Badesalz.
11.2 Braune Blattspitzen
Braune, trockene und brüchige Blattspitzen nennt man Nährstoffverbrennung. Sie bedeuten, dass der EC-Wert der Nährlösung zu hoch ist. Er passt nicht zu den Wurzeln, die die Pflanze jetzt hat, und nicht zu der Wassermenge, die sie über ihre Blätter abgibt. Senken Sie den EC-Wert für zwei Gießgänge um 20–30 % und beobachten Sie, ob sich die Pflanze erholt. Spülen Sie nicht stark. Starkes Spülen bringt die Pflanze von einem Düngerüberschuss direkt in einen Mangel, und das Problem hält länger an.
Treten braune Spitzen nur auf der Seite auf, die einer heißen Lampe am nächsten ist, kann stattdessen Hitzestress die Ursache sein.
11.3 Hängende Blätter
- Blätter nach oben gewölbt, Stängel schlaff: Das ist Hitzestress. Die Pflanze hat ihre Spaltöffnungen geschlossen, um Wasser zu sparen. Senken Sie die Temperatur oder hängen Sie die Lampe höher.
- Pflanze hängt, obwohl der Topf noch schwer ist: Das ist Überwässerung. Das Substrat hält zu viel Wasser, und den Wurzeln fehlt Luft. Deshalb können sie kein Wasser aufnehmen, obwohl das Substrat nass ist. Lassen Sie das Substrat zwischen den Gießgängen stärker abtrocknen.
- Pflanze hängt, und der Topf ist leicht: Das ist Wassermangel. Geben Sie pro Gießgang mehr Wasser oder gießen Sie öfter.
11.4 Langsames Wachstum
In den ersten 3 Wochen ab Samen ist langsames Wachstum meist ein Wurzelproblem und kein Nährstoffproblem. Wurzeln wachsen langsam, wenn das Substrat kalt oder schlecht belüftet ist. Geben Sie nicht mehr Dünger. Die Wurzeln sind noch nicht groß genug, um ihn aufzunehmen. Achten Sie auf die Temperatur der Wurzelzone (Ziel: 20–24 °C) und vermeiden Sie Überwässerung.
Anmerkung der Übersetzung: In einem thailändischen Raum ist die Wurzelzone eher zu warm als zu kalt. Stecken Sie ein Einstichthermometer etwa 5 cm tief ins Substrat und lesen Sie es am Nachmittag ab. Liegt der Wert deutlich über 24 °C, kühlen Sie den Raum. Mehr Dünger löst das Problem nicht.
12. Recht und verantwortungsvoller Anbau
12.1 Kennen Sie die Regeln an Ihrem Wohnort
Die Cannabisgesetze unterscheiden sich von Land zu Land stark, und in ganz Südostasien ändern sie sich gerade. Vietnam und Kambodscha halten an einem strikten Verbot (Prohibition) fest. Das philippinische Recht sieht konkrete Strafen für den Anbau vor. Wer anbaut, ohne die Regeln an seinem Wohnort zu kennen, geht ein ernstes rechtliches Risiko ein. Dieser Leitfaden liefert nur Informationen zum Anbau. Prüfen Sie die Rechtslage an Ihrem Wohnort, bevor Sie beginnen.
Laut dem Originalartikel erlaubte Thailand nach der Entkriminalisierung von Cannabis im Jahr 2022 den Eigenanbau unter bestimmten Bedingungen. Dort heißt es außerdem, dass 2025–2026 neue Beschränkungen für den kommerziellen Handel mit Blüten folgten. Dieser Leitfaden nennt nicht die aktuellen Bedingungen für den Anbau von Cannabis zu Hause für den Eigenbedarf in Thailand. Prüfen Sie diese Bedingungen in den Gesetzestexten im Original, bevor Sie beginnen.
Anmerkung der Übersetzung: Die Redaktion des Forums hat diese thailändischen Regeln anhand der Gesetzestexte im Original geprüft:
- Cannabisblüte ist ein kontrolliertes Kraut gemäß der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Diese wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999) erlassen und ist seit dem 26. Juni 2025 in Kraft.
- Blüten dürfen nur mit einem PT-33-Rezept verkauft werden, und zwar für höchstens 30 Tage. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Bieten Sie Blüten weder in diesem Forum noch in sozialen Medien an.
- Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 ist am 30. April 2026 in Kraft getreten. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten.
- Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 ist am 26. April 2026 in Kraft getreten. Für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC können nur drei Arten von Antragstellern eine Lizenz erhalten. Das sind thailändische juristische Personen, die nach dem Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeit (Foreign Business Act) B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten, außerdem staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz.
- Nach Abschnitt 46 des Gesetzes von 1999 braucht man eine Lizenz, um ein kontrolliertes Kraut zu erforschen, zu exportieren, zu verkaufen oder zu verarbeiten. Wer dies ohne Lizenz tut, wird nach Abschnitt 78 mit bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe, einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beidem bestraft.
- Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet.
Lesen Sie vor dem Start die Gesetzestexte im Original. Stellen Sie Rechtsfragen im Bereich „Lizenzen und Compliance“. Geben Sie bei jeder Regel, die Sie zitieren, Datum und Quelle an.
12.2 Sicherheit und Diskretion
Selbst wo der Anbau legal ist, wird ein unauffälliger Anbau seltener bestohlen. Bei einem Anbau zu Hause, den andere sehen können, ist Diebstahl ein ernstes Problem. Die wichtigste einzelne Sicherheitsmaßnahme ist die Geruchskontrolle mit Kohlefilter und Rohrventilator. Achten Sie außerdem auf diese Risiken: Licht aus dem Zelt, das durch die Fenster nach außen dringt, laute Geräte und Beiträge in sozialen Medien, die Ihren Standort verraten.
Anmerkung der Übersetzung: In thailändischen Reihenhäusern und Eigentumswohnungen (Condos) wohnen die Nachbarn dicht beieinander. Geruch und Lüftergeräusche erreichen sie deshalb schnell. Gehen Sie nachts, während die Lampen an sind, nach draußen und prüfen Sie, ob Licht durch Ihr Fenster dringt. Wenn Sie den Anbau außerhalb des Zelts riechen, prüfen Sie den Kohlefilter.
13. Klone oder Samen für Ihren nächsten Anbau
Nach einem ersten Anbau aus Samen überlegen viele Anbauer, ob sie später Klone verwenden sollen. Klone sind Stecklinge, die von einer Lieblingspflanze genommen werden.
Samen sind ein verlässlicher Start. Sie werden weltweit verkauft und brauchen keine Mutterpflanze. Jeder Samen ist ein einzigartiges Individuum. So können Sie verschiedene Pflanzen ausprobieren, aber die Pflanzen fallen unterschiedlich aus (Phänotyp-Variation).
Klone sind genetisch identische Kopien der Mutterpflanze. Sie lohnen sich, sobald Sie eine Pflanze gefunden haben, die gute Ergebnisse bringt. Dafür brauchen Sie eine gesunde Mutterpflanze, die das ganze Jahr über in der vegetativen Phase bleibt. Das verursacht laufende Kosten und Arbeit.
Bleiben Sie beim ersten oder zweiten Anbau bei Samen. Klone lohnen sich erst, wenn Sie Ihre ideale Pflanze einen vollen Zyklus lang angebaut haben und wissen, dass sich das Kopieren lohnt. Eine Mutterpflanze unter 18/6-Licht in einem kleinen Bereich für die vegetative Phase liefert Ihnen Stecklinge, solange Sie sie behalten. Der Wert der Genetik, die Sie erhalten, muss diesen Platz, das Licht und den Pflegeaufwand rechtfertigen.
So bewurzeln Sie Klone:
- Bewurzelungsmedium: in Wasser mit pH 5,5 eingeweichte Steinwollwürfel, Rapid-Rooter-Plugs (fertige Bewurzelungsstopfen) oder Torfquelltabletten (gepresste Torfscheiben, die in Wasser aufquellen).
- Bedingungen: 70–80 % RH unter einer durchsichtigen Anzuchthaube bei 22–25 °C.
- Zeitrahmen: Die meisten Sorten bewurzeln sich in 7–14 Tagen. Sobald Wurzeln aus dem Würfel oder Stopfen herausschauen, topfen Sie um.
Anmerkung der Übersetzung: Wer Klone von einer anderen Farm kauft, holt sich am schnellsten Probleme in den Anbauraum. Die Hauptrisiken sind Milben, Thripse, Pflanzenkrankheiten und das Hopfen-Latent-Viroid (HLVd). HLVd ist ein winziger Krankheitserreger, der das Wachstum von Cannabis hemmen kann. Er verbreitet sich über Stecklinge und Werkzeuge. Außerdem bekommen Sie womöglich eine andere Sorte als die, für die Sie bezahlt haben. Halten Sie neue Klone anfangs von Ihren anderen Pflanzen getrennt. Kontrollieren Sie ihre Blattunterseiten alle zwei Tage mit einer Lupe. Fragen Sie den Verkäufer, welche Sorte die Mutterpflanze ist und wie sie getestet wurde. Gewebekultur ist eine weitere Quelle für saubere Pflanzen. Um Klone in Thailand bei 22–25 °C zu halten, brauchen Sie einen klimatisierten Raum.
Zusammenfassung: Was über den ersten Anbau entscheidet
Ob ein erster Anbau gelingt oder scheitert, hängt vor allem von vier Grundlagen ab:
- Stabile Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
- Der richtige pH-Wert bei jedem Gießen.
- Genug Licht, aber nicht zu viel.
- Zurückhaltung beim Düngen.
Wenn Sie diese vier Punkte beim ersten Anbau richtig machen, stimmen am Ende auch Ertrag und Qualität. Sobald Sie wissen, wie gesundes Wachstum aussieht, können Sie bei späteren Durchgängen Genetik, Training und Düngung verbessern.
Führen Sie ein einfaches Grow-Tagebuch. Notieren Sie jeden Tag Temperatur, Luftfeuchtigkeit, pH-Wert und EC-Wert der Nährlösung sowie das Topfgewicht. Wenn ein Problem auftaucht, zeigt Ihnen das Tagebuch, welche der vier Grundlagen sich verändert hat. Ihr Tagebuch können Sie im Bereich „Grow-Tagebücher“ posten. Wenn Sie eine Frage zu diesem Teil haben, stellen Sie sie direkt unter diesem Thema.
Literatur
- Alden, M. J., & Faust, J. E. (2025). Exploring the legacy practice of flushing in controlled-environment production of high-CBD cannabis (Cannabis sativa). HortScience, 60(10), 1818–1825. https://doi.org/10.21273/HORTSCI18752-25