Blutmehl, Federmehl, Fischmehl und Guano: Wie sich ihre Stickstofffreisetzung tatsächlich unterscheidet

Übersetzt und bearbeitet nach dem Buch True Living Organics von The Rev (Green Candy Press; Erstausgabe 2012, spätere Ausgaben 2016 und 2024). Die Labordaten stammen aus einer Studie von Hartz und Johnstone aus dem Jahr 2006, aufgeführt unter Literatur.

Die meisten Rezepte für lebendige Erde besagen, dass vier trockene Stickstoffquellen sehr unterschiedlich schnell freisetzen. In lebendiger Erde ernähren Bodenorganismen die Pflanze aus trockenen organischen Zusätzen statt aus Flüssigdünger aus der Flasche. Diese Rezepte nennen Blutmehl schnell und riskant, Federmehl dagegen langsam und lang anhaltend. Eine kontrollierte Laborstudie ergab, dass der Unterschied viel kleiner ist.

Am wichtigsten ist dieser Unterschied, wenn Sie eine Sativa mit zehn Wochen Blütezeit in einem kleinen Topf anbauen. Dieser Artikel erklärt, was die einzelnen Materialien sind und was das Buch behauptet. Er zeigt außerdem, was die Studie gemessen hat und was Sie an Ihrem Düngeplan ändern sollten.


1. Warum sich trockener organischer Stickstoff anders verhält als Flüssigdünger aus der Flasche

Ein vollständiger Flüssigdünger aus der Flasche enthält Stickstoff als Nitrat und Ammonium. Das sind die beiden mineralischen Formen von Stickstoff, die Wurzeln aufnehmen können. Die Pflanze kann sie also sofort nutzen. Die Dosis legen Sie bei jedem Gießen selbst fest.

Trockene organische Zusätze speichern ihren Stickstoff in Eiweiß und anderen organischen Verbindungen. In dieser Form können Wurzeln den Stickstoff nicht aufnehmen. Bodenmikroben müssen ihn zuerst umwandeln (siehe Abschnitt 2).

Mit trockenen Zusätzen dosieren Sie den Stickstoff nicht bei jedem Gießen. Sie legen einen Stickstoffvorrat im Boden an, und das Bodenleben bestimmt, wie schnell er frei wird. Geben Sie zu wenig, geht der Pflanze etwa in der sechsten Blütewoche der Stickstoff aus. Geben Sie zu viel, verbrennen Sie Wurzeln oder hemmen die Mikroben, auf denen die ganze Methode beruht.

Was Sie tun sollten: Notieren Sie vor dem Mischen, wie viele Wochen Ihr Kultivar (Sorte) blüht. Mit dieser Zahl beurteilen Sie, ob eine einzige Startmischung für den ganzen Durchgang reicht oder wann Sie nachlegen müssen (Abschnitt 7).

2. Mineralisierung: Wie Mikroben ein Mehl in Pflanzennahrung umwandeln

Diese Umwandlung heißt Mineralisierung. Bodenmikroben bauen das Eiweiß im Mehl ab. Dabei setzen sie dessen Stickstoff zuerst als Ammonium frei und wandeln ihn dann in Nitrat um. Danach können die Wurzeln den Stickstoff aufnehmen.

Die Geschwindigkeit hängt von vier Faktoren ab: Temperatur, Feuchtigkeit, Größe und Aktivität der Mikrobenpopulation sowie dem Material selbst. Das Material spielt eine Rolle, weil Mikroben manche Eiweiße viel leichter abbauen als andere. Deshalb haben Blutmehl, Federmehl und Guano einen unterschiedlichen Ruf (Abschnitt 3).

Was Sie tun sollten: Notieren Sie das Datum, an dem Sie jeden Zusatz in die Erde mischen, entweder auf dem Topf oder in Ihrem Grow-Tagebuch. Die Freisetzungszeit zählt ab diesem Datum, nicht ab dem Pflanztag.

3. Was die einzelnen Materialien sind

Die folgenden Beschreibungen sind eine Zusammenfassung aus True Living Organics. Das Buch über biologischen Cannabisanbau stammt von einem Anbauer, der unter dem Pseudonym The Rev schreibt. Die Beschreibungen sind sinngemäß wiedergegeben, nicht wörtlich zitiert.

Blutmehl. Das ist getrocknetes, pulverisiertes Tierblut. Es ist sehr stickstoffreich und liefert außerdem Eisen und eine breite Palette an Spurenelementen. Sein Eiweiß löst sich leicht, sodass Mikroben es schnell abbauen können.

Federmehl. Geflügelfedern werden hydrolysiert, also unter Hitze und Druck gekocht, und anschließend gemahlen. Federmehl liefert Stickstoff und etwas Calcium. Sein Stickstoff steckt in Keratin. Das ist dasselbe zähe Eiweiß, aus dem auch Hufe, Hörner, Haare und Nägel bestehen.

Mikroben bauen Keratin viel langsamer ab als Bluteiweiß. Daher stammt der Ruf von Federmehl als Langzeitdünger. Erst die Hydrolyse macht Keratin für Mikroben zugänglich. Das Buch nennt Hufmehl, Hornmehl und Haare als Ersatz. Laut Buch sollen die Tiere gesund und nicht gegen Flöhe behandelt sein, und die Haare sollen nicht gefärbt sein. Lesen Sie Abschnitt 9, bevor Sie sich auf diese Ersatzstoffe verlassen.

Fischmehl. Das sind getrocknete, gemahlene ganze Fische. Fischmehl enthält mehr Phosphor als die anderen drei Materialien. Auf einem Düngeretikett geben die NPK-Zahlen den Gehalt an Stickstoff, Phosphor und Kalium in dieser Reihenfolge an. The Rev nennt 11-5-1 für das Fischmehl, das er verwendet.

Er weist darauf hin, dass sich der Phosphor im Fischmehl gut an Calcium bindet und deshalb nicht zu schnell frei wird. In einer lebendigen Wurzelzone hält er das für einen Vorteil. Fischmehl ist teuer, daher mischt er es nicht in den ganzen Topf. Stattdessen setzt er es auf drei Arten ein:

  • Bei der Kernfütterung: Dabei füllen Sie einige Löcher in der Erde mit trockenem Dünger.
  • Als Kopfdüngung zu Beginn der Blüte. Bei der Kopfdüngung streuen Sie trockenen Dünger auf die Erdoberfläche und gießen ihn ein.
  • In Tees (in Wasser angesetztem Dünger), anstelle von flüssigem Fischdünger (Fischemulsion).

Guano. Das sind gealterte Vogel- oder Fledermausexkremente. Die Nährstoffanalyse schwankt stark von Produkt zu Produkt. Abschnitt 4 erklärt, warum das wichtig ist.

Was Sie tun sollten: Schreiben Sie die NPK-Werte vom Etikett auf jeden Sack, den Sie besitzen. Diese Werte brauchen Sie in den Abschnitten 4 und 7, um für jede Phase das richtige Material zu wählen.

4. Guano: die zwei Typen, ihre Analyse und der sichere Umgang

Guano wird in zwei Klassen verkauft, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen:

Klasse Beispiel-NPK Wann er eingesetzt wird
Stickstoffbetont 9-3-1; 10-8-2 bei einem ausgewogeneren Typ Wachstumsphase und frühe Blüte
Phosphorbetont 0-5-0 oder 2-10-1 Mittlere Blüte

Die beiden Klassen sind nicht gegeneinander austauschbar. Phosphorbetonten Guano zu kaufen, wenn Sie stickstoffbetonten brauchen, ist ein viel größerer Fehler, als ein mittelmäßiges Produkt der richtigen Klasse zu kaufen. Der Originalartikel gibt nicht an, welche dieser Beispiele von Fledermäusen und welche von Seevögeln stammen. Die Analyse hängt außerdem nicht nur vom Tier ab, sondern auch davon, wie frisch oder gealtert die Ablagerung ist. Wählen Sie deshalb nach der Analyse auf dem Etikett.

Handelsüblicher Guano wird normalerweise gealtert oder aufbereitet verkauft. Sie können ihn direkt ausbringen, auch als Guano-Tee. Die eigentliche Gefahr von Verbrennungen und Krankheiten geht von frischen, rohen Exkrementen aus. Geben Sie diese deshalb nicht direkt in einen Topf.

Vogel- und Fledermausexkremente können außerdem Histoplasma enthalten. Dieser Pilz verursacht die Infektion Histoplasmose. Man steckt sich an, indem man Staub einatmet. Das US-amerikanische Bundesinstitut für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (National Institute for Occupational Safety and Health, NIOSH) hat dazu den Leitfaden Histoplasmosis: Protecting Workers at Risk veröffentlicht. Er empfiehlt, die Staubbildung gering zu halten, wenn Sie mit Exkrementen hantieren, zum Beispiel indem Sie sie vorher anfeuchten. Außerdem empfiehlt er ein von NIOSH zugelassenes Atemschutzgerät (eine passgenaue, zertifizierte Staubmaske), Handschuhe und Augenschutz. Die aktuellen Online-Hinweise von NIOSH nennen eine filtrierende Halbmaske wie eine N95 als Mindestschutz für Tätigkeiten mit mittlerem Risiko. Für Tätigkeiten mit hohem Risiko empfehlen sie ein Atemschutzgerät mit Gebläse oder eine Vollmaske mit Filtern der 100er-Serie.

Anmerkung der Übersetzung: Öffnen Sie Guano-Säcke und mischen Sie Guano im Freien oder an einem gut belüfteten Ort, nicht in einem geschlossenen Growzelt. Wenn ein Verkäufer nicht sagen kann, ob der Guano gealtert oder aufbereitet ist, behandeln Sie ihn wie rohen Guano.

Was Sie tun sollten: Prüfen Sie vor dem Kauf anhand der Analyse auf dem Etikett, zu welcher Klasse der Guano gehört. Feuchten Sie den Guano nach dem Öffnen des Sacks zuerst an. Tragen Sie dabei Atemschutz, Handschuhe und Augenschutz.

5. Was das Buch behauptet

True Living Organics zieht eine scharfe Grenze zwischen diesen Materialien. Sinngemäß heißt es dort: Guano und Blutmehl setzen Stickstoff sehr schnell und sehr stark frei. Federmehl setzt dagegen viel weniger Stickstoff frei, bleibt aber deutlich länger im Boden wirksam.

Aus dieser Sicht leitet das Buch seine Praxisregeln ab:

  • Gehen Sie mit Blutmehl und Guano sehr vorsichtig um, weil sie Pflanzen schnell verbrennen.
  • Setzen Sie Federmehl als Stickstoffreserve für lang blühende Sativas in kleinen Töpfen ein.
  • Mischen Sie Federmehl in die Erde, um Stickstoffmangel in der späten Blüte vorzubeugen.

The Rev spricht außerdem einen Punkt an, den viele Anbauer übersehen. In einer sehr aktiven Mischung aus lebendiger Erde ist Blutmehl schneller aufgebraucht, als die üblichen Empfehlungen vermuten lassen. Der Grund: Die Mikrobenpopulation ist größer und aktiver als in gewöhnlicher Erde.

Was Sie tun sollten: Wenn sich Ihr Plan darauf verlässt, dass Federmehl die Pflanze in der späten Blüte versorgt, markieren Sie diesen Schritt. Abschnitt 7 erklärt, warum Sie ihn ändern sollten.

6. Was die Laborstudie gemessen hat

Es handelt sich um die Studie von Hartz und Johnstone (2006), erschienen in der Fachzeitschrift HortTechnology (Details unter Literatur). Durchgeführt wurde sie an der University of California, Davis, einer staatlichen Agraruniversität in den USA.

So lief die Studie ab:

  • Die Forschenden mischten Seevogelguano, hydrolysiertes Fischpulver, Federmehl und Blutmehl in Erde von einem biologisch bewirtschafteten Feld.
  • Sie inkubierten die Mischungen im Labor bei 10, 15, 20 und 25 °C.
  • Sie maßen den mineralischen Stickstoff (Ammonium und Nitrat) nach 1, 2, 4 und 8 Wochen.
Material Gesamt-N Nach 8 Wochen mineralisierter N (Mittelwert über 10–25 °C)
Blutmehl 15,8 % 66 %
Fischpulver 13,7 % 62 %
Seevogelguano 11,7 % 61 %
Federmehl 14,2 % 60 %

Das Hauptergebnis: Innerhalb von zwei Wochen waren 47–60 % des organischen Stickstoffs freigesetzt, und zwar bei allen vier Materialien und allen vier Temperaturen. Etwa die Hälfte des Stickstoffs wurde also in den ersten zwei Wochen frei.

Das korrigiert das übliche Bild in drei Punkten:

Der Abstand zwischen „schnellen“ und „langsamen“ Materialien ist gering. Nach acht Wochen lag Federmehl im Mittel bei 60 %, Blutmehl bei 66 %. Der Unterschied ist real, aber weit kleiner, als die Gegenüberstellung „schnell und stark“ gegen „langsam und anhaltend“ vermuten lässt.

Alle vier Materialien setzen schnell frei. Keines verhält sich wie ein umhüllter Langzeitdünger. Wenn Sie eine Mischung in der Erwartung anlegen, dass sie über zwölf Wochen freisetzt, wird der Stickstoff am Ende knapp.

Die Reihenfolge stimmt, aber die Abstände sind übertrieben. Blutmehl setzte am meisten Stickstoff frei, Federmehl am wenigsten. Das Buch ordnet Guano zusammen mit Blutmehl als schnell und stark ein. In der Studie lag Guano jedoch in der Mitte.

Grenzen der Studie. Untersucht wurde Feldboden im Labor, keine stark angereicherte, biologisch sehr aktive Topfmischung. Über 25 °C wurde nichts getestet. Das Buch beobachtet, dass Blutmehl in einem Topf mit lebendiger Erde schneller verschwindet. Das weist in dieselbe Richtung wie die Daten.

Bei der Recherche für den Originalartikel wurde keine vergleichbare kontrollierte Studie mit einer Cannabis-Topfmischung gefunden. Wie genau die Freisetzung in Ihrem Topf verläuft, ist also nicht belegt. Belegt sind zwei Dinge: Diese Materialien setzen schnell frei. Und die Unterschiede zwischen ihnen sind kleiner, als Anbauer meist glauben.

Was Sie tun sollten: Gehen Sie bei der Planung davon aus, dass bei jedem dieser vier Materialien etwa die Hälfte des Stickstoffs innerhalb von zwei Wochen nach dem Einmischen frei wird.

7. Was Sie an Ihrem Düngeplan ändern sollten

Verlassen Sie sich in der späten Blüte nicht auf Federmehl als Stickstoffquelle. Das ist die wichtigste Änderung. Planen Sie bei einer Sativa mit zehn oder zwölf Wochen Blütezeit eine Kopfdüngung spät im Durchgang ein. Gehen Sie nicht davon aus, dass Federmehl aus Woche null in Woche zehn noch Nährstoffe liefert. Eine einzige Startmischung reicht nicht für den ganzen Zyklus. Genau deshalb gibt es die Kernfütterung und die Kopfdüngung in der mittleren Blüte.

Geben Sie ab etwa der vierten Blütewoche keinen Stickstoff mehr zu. Diese Regel aus dem Buch gilt unabhängig davon, wie schnell die Materialien freisetzen. Düngen Sie ab dann stattdessen mit phosphorbetontem Guano als Kopfdüngung.

Erklären Sie die Verbrennungen durch Blutmehl nicht allein mit seiner Stärke. Mit 15,8 % N ist Blutmehl das konzentrierteste der vier Materialien, doch Federmehl folgt mit 14,2 % dicht dahinter. Die Konzentration allein erklärt die Verbrennungen also nicht überzeugend, und die Studie nennt keine Ursache. Bei jedem Material auf der Liste steuern Sie das Risiko über die ausgebrachte Menge.

Setzen Sie Fischmehl wegen seines Phosphors ein, nicht wegen seines Stickstoffs. Mit 13,7 % N liegt es im Bereich der anderen. Sein Phosphor macht es nützlich für den Übergang in die Blüte.

Wählen Sie Guano zuerst nach der Klasse. Abschnitt 4 erklärt die beiden Klassen und den sicheren Umgang mit Guano.

Was Sie tun sollten: Tragen Sie für Ihren nächsten Durchgang schon vor dem Pflanzen einen Termin für die Kopfdüngung in der mittleren Blüte in Ihren Kalender ein. So beugen Sie einem Stickstoffmangel in der späten Blüte vor.

8. Warme Räume und das thailändische Klima

In dieser Studie veränderte die Temperatur die Mineralisierung nur mäßig. Im Mittel aller vier Materialien lag die Freisetzung nach acht Wochen bei 10 °C bei 56 % und bei 25 °C bei 66 %. Über 25 °C wurde nichts getestet.

In einem Raum mit 28–30 °C wäre eine etwas schnellere Stickstofffreisetzung zu erwarten. Das ist eine Hochrechnung, kein Messergebnis. Zwischen 10 °C und 25 °C war der Unterschied gering. Rechnen Sie also nicht mit einer drastischen Beschleunigung.

Drei Anpassungen:

  1. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Mischung länger freisetzt, als Empfehlungen aus gemäßigtem Klima angeben. Rechnen Sie eher damit, dass sie etwas früher erschöpft ist.
  2. Machen Sie die Kopfdüngung zum Routineschritt, nicht zur Notmaßnahme. In einem warmen Raum gehört die Kopfdüngung in der mittleren Blüte fest zum Plan.
  3. Beobachten Sie die Pflanze, nicht den Kalender. Beim Stickstoff-Vergilben (Nitrogen Fade) werden ältere, untere Blätter gelb, weil die Pflanze ihnen Stickstoff entzieht (Blattsymptome richtig lesen). Vergilben in der späten Blüte ist normal und erwünscht. Vergilben in Woche fünf bedeutet dagegen, dass der Pflanze der Stickstoff ausgegangen ist.

Anmerkung der Übersetzung: Viele Heimanbauer in Thailand haben keine Klimaanlage, daher liegen die Räume oft bei 30–35 °C. Das sind 5–10 °C mehr als die höchste Temperatur, die die Studie getestet hat, und für diesen Bereich gibt es keine Daten. Kontrollieren Sie die Pflanzen ab der dritten Blütewoche wöchentlich und halten Sie Material für die Kopfdüngung bereit. So können Sie innerhalb weniger Tage reagieren und müssen nicht erst auf einen Einkauf warten.

Anmerkung der Übersetzung: Dasselbe gilt, wenn bei einem Stromausfall die Klimaanlage ausfällt. Der Raum heizt sich dann über den getesteten Bereich hinaus auf. Die Studie war eine kontrollierte Inkubation im Labor. Ein Topf, der in der Regenzeit tagelang durchnässt bleibt, ist eine andere Situation, die die Studie nicht abdeckt. Notieren Sie längere Stromausfälle und Phasen mit Staunässe in Ihrem Tagebuch. Schreiben Sie sie neben das Datum, an dem Sie das erste Vergilben bemerken.

Anmerkung der Übersetzung: Lagern Sie trockene Mehle und Guano in der Regenzeit in luftdichten Behältern und nicht direkt auf dem Boden. Mehl, das Feuchtigkeit zieht, kann verklumpen, zu riechen beginnen und Fliegen sowie Nagetiere anlocken.

Was Sie tun sollten: Notieren Sie die tägliche Höchsttemperatur in Ihrem Raum zusammen mit Ihrem Gießprotokoll. So können Sie vergleichen, in welcher Woche das Stickstoff-Vergilben auftrat und wie heiß der Raum war.

9. Bezugsquellen für diese Materialien in Südostasien

Anmerkung der Übersetzung: Die Tabelle zeigt, wie leicht Anbauer in Thailand und Südostasien diese Materialien typischerweise bekommen. Die Einstufungen sind eine allgemeine Orientierung, keine Erhebungsdaten, und das Angebot schwankt von Ort zu Ort.

Material Verfügbarkeit in der Region Worauf Sie achten sollten
Fischmehl Gut Die Region hat eine große Fischmehlindustrie. Prüfen Sie, ob es aus ganzen Fischen besteht und nicht mit Füllstoffen gestreckt ist.
Guano Mittel Erhältlich in stickstoffbetonten und phosphorbetonten Qualitäten. Prüfen Sie die Analyse auf dem Etikett und ob der Guano gealtert oder aufbereitet ist, nicht frisch.
Federmehl Mittel In der ganzen Region wird viel Geflügel verarbeitet. Hydrolysiertes Federmehl gibt es in der Futtermittel-Lieferkette, auch wo es nicht als Gartenprodukt verkauft wird.
Blutmehl Schlecht bis mittel Von den vier Materialien oft am schwersten in gleichbleibender Qualität zu bekommen, häufig importiert.

Wenn Sie das genaue Material nicht bekommen, ersetzen Sie es nach seiner Funktion, nicht nach seinem Namen. Vorsicht bei den Keratin-Ersatzstoffen, die das Buch für Federmehl nennt. Das Federmehl in der Studie war hydrolysiert. Genau diese Aufbereitung ist der Grund, warum es fast so schnell freisetzte wie Blutmehl. Rohes Keratin aus Hufen, Hörnern und Haaren verhält sich anders. Unbehandelt zersetzt es sich viel langsamer und setzt Stickstoff daher nicht so schnell frei wie in der Tabelle oben.

Verlangen Sie immer eine garantierte Analyse, also den Nährstoffgehalt, den der Verkäufer auf dem Etikett garantiert. Bei trockenen organischen Zusätzen sagen die NPK-Werte auf dem Etikett mehr aus als bei einem Flüssigprodukt. Diese Materialien bestehen im Wesentlichen aus einer einzigen Zutat. Ihr Gesamtnährstoffgehalt ist deshalb stabil, auch wenn ihre Freisetzungsrate schwankt.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand sind Düngemittel im Düngemittelgesetz B.E. 2518 (1975) geregelt, geändert durch das Düngemittelgesetz (Nr. 2) B.E. 2550 (2007). Wie Sie ein Etikett prüfen, lesen Sie unter Überprüfung, ob ein Düngemittel in Thailand legal ist. Erfahrungen mit Lieferanten können Sie bei anderen Anbauern im Bereich Allgemeine Nährstoffe erfragen. Alternativ fragen Sie beim offiziellen Vertriebspartner in Thailand nach.

Was Sie tun sollten: Fragen Sie den Verkäufer vor dem Kauf nach der garantierten Analyse. Fragen Sie bei Federmehl außerdem, ob es hydrolysiert ist.

Teilen Sie Ihre Ergebnisse

Die veröffentlichten Daten deuten darauf hin, dass eine Mischung aus lebendiger Erde früher keinen Stickstoff mehr liefert, als die meisten Anbauer einplanen. Das ist eines der wenigen Dinge, die Sie günstig selbst testen können, entweder mit einer Bodenanalyse oder durch Beobachten der Pflanze. Haben Sie in einem warmen Raum festgehalten, wann Ihre Mischung erschöpft war? Dann posten Sie die Details unter diesem Thema. Nennen Sie Topfgröße, Mischungsrezept, Raumtemperatur und die Woche, in der Sie das erste Stickstoff-Vergilben bemerkt haben. So können andere Anbauer in der Region ihre Kopfdüngung anhand echter Daten planen.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel bietet technische Informationen zum Gartenbau für Leserinnen und Leser, die an ihrem Wohnort legal handeln. Die Cannabis-Regeln unterscheiden sich von Land zu Land.

In Thailand ist Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut gemäß der Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Ministeriums für öffentliche Gesundheit. Die Bekanntmachung beruht auf dem Gesetz zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin B.E. 2542 (Thai Traditional Medicine Protection Act) und gilt seit dem 26. Juni 2025. Blüten dürfen nur mit einem PT-33-Rezept (ภ.ท. 33) verkauft werden, das höchstens 30 Tage abdeckt. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.

Zwei Ministerialverordnungen von B.E. 2569 haben im April 2026 die Lizenzvergabe verschärft. Die eine betrifft Cannabis- und Hanfextrakte und gilt seit dem 26. April 2026. Die andere, die Verordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2), verschärft die Lizenzkriterien für Blüten und gilt seit dem 30. April 2026. Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet. Prüfen Sie vor dem Anbau, was an Ihrem Ort gilt. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Literatur

  • The Rev. True Living Organics. Green Candy Press; Erstausgabe 2012, spätere Ausgaben 2016 und 2024.
  • Hartz, T.K. and Johnstone, P.R. (2006). “Nitrogen Availability from High-nitrogen-containing Organic Fertilizers.” HortTechnology 16(1): 39–42. doi:10.21273/HORTTECH.16.1.0039.
  • NIOSH. Histoplasmosis: Protecting Workers at Risk.

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