Cannabis, Depression und bipolare Störung: Warum eine höhere Dosis ins Gegenteil umschlagen kann und was die Depressionsstudien am Menschen zeigen (Teil 1 von 2)

Eine bekannte Rattenstudie aus dem Jahr 2007 testete ein im Labor hergestelltes Cannabinoid. In niedrigen Dosen hatte es eine ähnliche Wirkung wie ein Antidepressivum. In höheren Dosen verschwand diese Wirkung, und die Gehirnzellen, die Serotonin bilden, feuerten seltener. Die Studie sagt niemandem, wie viel er nehmen soll. Sie zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung eine Kurve ist und dass zu viel genau das Gegenteil dessen bewirken kann, was man wollte.

Anmerkung der Übersetzung: Dieses Forum richtet sich vor allem an Menschen, die Cannabis anbauen. Freunde, Familie oder Kunden fragen Sie vielleicht, ob eine Sorte „gegen Depressionen hilft“. Dieser Artikel liefert Ihnen die Studienlage. So können Sie ehrlich antworten und die Person an eine Ärztin oder einen Arzt verweisen.

Bitte zuerst lesen. Dieser Artikel empfiehlt Cannabis weder bei Depressionen noch bei bipolarer Störung. Nutzen Sie nichts aus diesem Text, um psychiatrische Medikamente zu verändern. Ein Antidepressivum oder einen Stimmungsstabilisierer plötzlich abzusetzen ist gefährlich.

In Thailand ist Cannabisblüte eine kontrollierte Heilpflanze. Nur eine dazu berechtigte Fachperson darf sie verschreiben, und zwar auf einem PT-33-Rezept. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie selbst oder ein naher Familienangehöriger schon einmal eine Psychose (Verlust des Bezugs zur Realität), eine bipolare Störung oder eine schwere Depression hatten. Lesen Sie dazu Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen.

Wenn es Ihnen gerade seelisch schlecht geht, sprechen Sie mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Person Ihres Vertrauens. Handeln Sie nicht aufgrund von etwas, das Sie in einem Forum gelesen haben. In Thailand erreichen Sie die Hotline des Department of Mental Health (Abteilung für psychische Gesundheit) unter 1323 (rund um die Uhr). Anderswo in Südostasien wählen Sie Ihre örtliche Notrufnummer.

Teil 1 behandelt die Rattenstudie und erklärt, warum eine höhere Dosis ins Gegenteil umschlagen kann. Danach geht es darum, was Studien am Menschen über Depressionen zeigen. Teil 2 behandelt die bipolare Störung und was Sie tun können, wenn Sie etwas davon betrifft.

1. Die Rattenstudie von 2007 im Zentrum der Debatte

Die Studie stammt von einem Forschungsteam der McGill University in Montreal, Kanada. Geleitet wurde sie von F. R. Bambico. Seniorautorin war G. Gobbi, die Wissenschaftlerin, die die Arbeit betreute. Die Studie erschien 2007 im Journal of Neuroscience.

Die Ratten erhielten WIN55,212-2, ein synthetisches Cannabinoid. Das ist eine im Labor hergestellte Verbindung, die an denselben Rezeptoren im Gehirn wirkt wie Tetrahydrocannabinol (THC), der wichtigste berauschende Wirkstoff in Cannabis. In der Pflanze kommt sie nicht vor. Im Schwimmtest betrug die niedrige Dosis 0,2 mg pro Kilogramm Körpergewicht, die hohe Dosis 2 mg pro Kilogramm. Eine Rattendosis pro Kilogramm lässt sich nicht in eine Dosis für Menschen umrechnen. Diese Zahlen würden Ihnen also ohnehin nicht sagen, wie viel Sie nehmen sollten.

Die Forschenden maßen zwei Dinge:

  • Den Forced-Swim-Test (erzwungener Schwimmtest). Eine Ratte wird in einen Wasserbehälter gesetzt, aus dem sie nicht herausklettern kann. Die Forschenden messen, wie lange sie weiterzuschwimmen versucht, bevor sie aufgibt und sich treiben lässt. Bekannte Antidepressiva bewirken, dass Ratten länger durchhalten. Deshalb ist dieser Test in der Antidepressiva-Forschung ein Standard.
  • Wie oft Serotoninzellen feuerten. Serotonin ist ein Botenstoff im Gehirn, und viele Antidepressiva wirken darauf. Das Team zeichnete die Aktivität von Nervenzellen im dorsalen Raphekern (Nucleus raphe dorsalis) auf. Das ist eine kleine Zellgruppe im Hirnstamm und eine Hauptquelle von Serotonin.

Was bei niedrigen Dosen geschah

  • Die Ratten schwammen länger weiter. Das gilt als antidepressivaähnliche Wirkung.
  • Ihre serotoninbildenden Zellen feuerten häufiger.
  • Beide Effekte hingen von CB1-Rezeptoren ab. Das sind die wichtigsten Cannabinoid-Rezeptoren auf Gehirnzellen. Dort wirken THC und die körpereigenen Cannabinoide. Siehe Das Endocannabinoid-System.
  • Der Serotonin-Effekt lief über den ventromedialen präfrontalen Kortex, eine Region im vorderen Teil des Gehirns. Als die Forschenden die Nervenverbindungen vom medialen präfrontalen Kortex durchtrennten, verschwand der Effekt. Als sie die Substanz direkt in diese Region spritzten, erzielten sie denselben Effekt.

Was bei hohen Dosen geschah

  • Der Schwimmtest zeigte keine antidepressivaähnliche Wirkung mehr.
  • Die Serotoninzellen feuerten seltener statt häufiger. Dieser Rückgang lief über einen anderen Weg, der nicht mehr von CB1-Rezeptoren abhing.
  • Die Pressemitteilung der McGill University (2007) ging noch weiter. Sie zitierte Dr. Gobbi mit der Aussage, das Serotonin im Gehirn der Ratten sei unter das Niveau der Kontrollgruppe gefallen. Die Kontrollgruppe waren die Ratten, die die Substanz nicht erhielten.
  • Beachten Sie einen Unterschied. Die Fachpublikation maß, wie oft Serotoninzellen feuerten. Sie maß nicht, wie viel Serotonin im Gehirn vorhanden war.

Beide Ergebnisse stammen aus demselben Experiment. Wer nur das Ergebnis bei niedriger Dosis zitiert und das bei hoher Dosis weglässt, gibt die Studie verzerrt wieder.

Was Sie tun können: Vielleicht führt jemand „die McGill-Studie“ als Beweis an, dass Cannabis Depressionen behandelt. Fragen Sie, was bei den höheren Dosen geschah. Wenn die Person das nicht weiß, zitiert sie nur die Hälfte des Ergebnisses.

2. Biphasische Wirkung (umgekehrtes U): Warum eine höhere Dosis ins Gegenteil umschlagen kann

Viele Menschen gehen davon aus, dass Medikamente linear wirken. Ein wenig hilft, mehr hilft mehr, und zu viel ist nur verschwendetes Geld. Ein großer Teil der Pharmakologie funktioniert aber nicht so.

„Biphasisch“ bedeutet, dass die Wirkung mit steigender Dosis die Richtung ändert. Im Diagramm sieht die Kurve aus wie ein auf dem Kopf stehendes U. Der Nutzen steigt bis zu einem Höhepunkt und fällt dann wieder. Ab einer bestimmten Dosis kann er unter den Ausgangswert sinken. Das Ergebnis ist dann schlechter, als hätte man gar nichts genommen.

Wer Pflanzen anbaut, kennt diese Form vom Düngen. Mit zu wenig Dünger hungert die Pflanze. Die richtige Menge bringt das beste Wachstum. Viel zu viel verursacht Nährstoffverbrennung, und eine stark überdüngte Pflanze kann am Ende schlechter dastehen als eine ungedüngte.

Bei einer solchen Kurve gelten drei Dinge gleichzeitig:

  • Die Substanz hat einen echten Nutzen.
  • Mehr davon bringt weniger Nutzen.
  • Sehr viel mehr davon bringt ein schlechteres Ergebnis als gar nichts.

Es gibt einen großen Unterschied zum Dünger. Eine überdüngte Pflanze zeigt verbrannte Blattspitzen. Ihre Stimmung gibt Ihnen kein so klares Warnsignal. Deshalb können Sie an Ihrem Befinden nicht erkennen, auf welcher Seite des Höhepunkts Sie gerade sind. Das ist der wichtigste Punkt in diesem Artikel.

Deshalb ist „Es wirkt nicht, also nehme ich mehr“ hier nicht nur nutzlos, sondern riskant. Eine höhere Dosis kann Sie über den Höhepunkt hinausbringen und Ihren Zustand verschlechtern. Dieselbe Logik steckt hinter dem üblichen ärztlichen Rat, niedrig anzufangen und langsam zu steigern.

Was Sie tun können: Wenn Sie Cannabis auf Rezept nehmen und sich Ihre Stimmung nicht bessert oder schlechter wird, erhöhen Sie die Dosis nicht selbst. Notieren Sie zwei Wochen lang jeden Tag, was Sie genommen haben, wie viel, um welche Uhrzeit und wie Ihre Stimmung war. Nehmen Sie diese Notizen zu der Ärztin oder dem Arzt mit, die oder der Ihnen das Cannabis verschreibt. Mit diesen echten Daten lässt sich beurteilen, ob die Dosis oder das Cannabis selbst das Problem ist.

3. Vier Gründe, warum sich das Ergebnis bei Ratten nicht auf Menschen übertragen lässt

Das McGill-Ergebnis ist echt und wichtig. Es stammt aber von Ratten. Aus vier Gründen ist dieser Unterschied entscheidend.

Es war kein THC

WIN55,212-2 ist ein Vollagonist. Das heißt, es kann den Cannabinoid-Rezeptor vollständig einschalten. THC ist ein Partialagonist. Es schaltet den Rezeptor nur teilweise ein, selbst in hoher Dosis. Stellen Sie sich einen Wasserhahn vor, der ganz aufgeht, und daneben einen, der nur halb aufgeht. Die beiden Substanzen wirken unterschiedlich. Sie können also nicht annehmen, dass THC derselben Kurve folgt.

Der Forced-Swim-Test ist keine Depression

Der Test spricht auf bekannte Antidepressiva an. Er misst also etwas, worauf Antidepressiva wirken. Ein Modell für Depression als Krankheit beim Menschen ist er nicht.

Die Dosis war genau kontrolliert

Den Ratten wurden abgemessene Mengen gespritzt. Die McGill-Pressemitteilung benannte das praktische Problem: Bei natürlichem Cannabis ist die Dosis schwer zu kontrollieren, besonders beim Rauchen. Wenn zu viel die Wirkung aufhebt, ist Rauchen die ungünstigste Art, eine solche Substanz aufzunehmen. Wie jeder Verabreichungsweg die Dosis verändert, die im Körper ankommt, lesen Sie in Verabreichungswege für medizinisches Cannabis.

Anmerkung der Übersetzung: Die in Thailand abgegebenen Blüten sind ein pflanzliches Produkt, keine abgemessene Tablette. Wie viel THC Sie mit jedem Zug aufnehmen, hängt von der Charge ab. Es hängt auch davon ab, wie viel und wie tief Sie inhalieren. Wenn Ihnen Blüten verschrieben werden, fragen Sie nach dem Gehalt an THC und Cannabidiol (CBD). Dieser steht im Analysezertifikat der Charge, also im Prüfbericht des Labors. Blüten mit hohem THC-Gehalt ohne abgemessene Menge zu rauchen ist das Gegenteil der kleinen, genau dosierten Mengen aus der Rattenstudie.

Die Forschenden folgerten nicht „Nehmen Sie Cannabis“

Laut der Pressemitteilung der McGill University arbeitete das Team an einer neuen Klasse von Medikamenten. Diese Medikamente sollten die Wirkung der Endocannabinoide verstärken. Das sind cannabinoidähnliche Stoffe, die das Gehirn selbst bildet. In derselben Mitteilung warnte Dr. Gobbi: Menschen mit Depressionen, die viel Cannabis konsumieren, haben ein hohes Risiko für eine Psychose. Psychose bedeutet, den Bezug zur Realität zu verlieren, zum Beispiel Stimmen zu hören oder an falschen Überzeugungen festzuhalten.

Diese Warnung kommt von der Seniorautorin genau der Studie, die am häufigsten als Beleg für Cannabis gegen Depressionen zitiert wird.

Was Sie tun können: Bevor Sie einer Behauptung vertrauen, die sich auf eine Studie stützt, stellen Sie vier Fragen. Welche Substanz wurde getestet? Was genau wurde gemessen? Wie wurde die Dosis kontrolliert? Was haben die Forschenden selbst gefolgert? Wenn die Antworten nicht zur Behauptung passen, geben Sie die Behauptung nicht weiter.

4. Was Studien am Menschen über Depressionen zeigen

Hier zählen zwei Arten von Studien. In einer randomisierten kontrollierten Studie entscheidet der Zufall, wer die Behandlung erhält und wer eine Scheinbehandlung (Placebo). Jeden Unterschied zwischen den Gruppen kann man dann auf die Behandlung zurückführen. In einer Beobachtungsstudie beobachten die Forschenden nur, was Menschen ohnehin tun. So lässt sich zeigen, dass zwei Dinge zusammen auftreten, aber nicht, dass das eine das andere verursacht.

Alle folgenden Daten zu Depressionen beim Menschen stammen aus Beobachtungsstudien.

Die Übersichtsarbeit von 2025: 22 Studien, die junge Menschen über Jahre begleiteten

Churchill und Kollegen veröffentlichten 2025 in der Fachzeitschrift Psychological Medicine eine aktualisierte systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse. Eine systematische Übersichtsarbeit sammelt nach einer festen Methode alle geeigneten Studien zu einer Frage. Eine Metaanalyse fasst deren Ergebnisse dann zu einer gemeinsamen Schätzung zusammen. Diese Arbeit kombinierte 22 Längsschnittstudien, also Studien, die dieselben Menschen über mehrere Jahre begleiten. Die meisten Teilnehmenden waren zu Beginn der Studien unter 18 Jahre alt.

So lesen Sie die Zahlen:

  • Odds Ratio (OR, Chancenverhältnis): vergleicht die Chance auf eine Depression bei Menschen, die Cannabis konsumieren, mit der Chance bei Menschen, die keines konsumieren. 1 bedeutet keinen Unterschied. 1,29 bedeutet eine 1,29-fache Chance, also eine um etwa 29 % höhere Chance (im statistischen Sinn, nicht als etwas Positives).
  • 95-%-Konfidenzintervall (95-%-KI): der Bereich, in dem der wahre Wert am wahrscheinlichsten liegt. Liegt der gesamte Bereich über 1, ist es unwahrscheinlich, dass der Zusammenhang nur auf Zufall beruht.

Die Ergebnisse:

  • Cannabiskonsum war mit einem höheren Risiko für Depressionen verbunden: OR 1,29 (95-%-KI 1,13–1,46).
  • Bei Menschen mit starkem Konsum war die Chance (Odds) auf eine Depression höher als bei anderen Konsumierenden. Das ergab eine explorative Metaregression. Damit prüft man, ob ein Faktor, hier starker Konsum, erklärt, warum sich die Ergebnisse der Studien unterscheiden. „Explorativ“ heißt, dass nach Mustern gesucht wurde. Es war kein Test einer vorab geplanten Frage.
  • Dieses Ergebnis war nur bei p < 0,10 signifikant. Das ist ein weniger strenger Maßstab als der übliche Wert 0,05. Es deutet darauf hin, dass mehr Cannabis mit mehr Schaden einhergeht, beweist es aber nicht.
  • Das 95-%-Vorhersageintervall war breit (0,75–2,20). In diesem Bereich läge wahrscheinlich das Ergebnis einer neuen, ähnlichen Studie. Weil der Bereich bis unter 1 reicht, zeigen manche Personengruppen möglicherweise kein zusätzliches Risiko.
  • Das Risiko für Verzerrungen (Bias) war über die Studien hinweg mittel. Alle Studien stützten sich auf eigene Angaben der Teilnehmenden zu ihrem Cannabiskonsum.
  • Die Autorinnen und Autoren schreiben, dass die Ergebnisse einen ursächlichen Zusammenhang nicht endgültig belegen können. Außerdem seien Störfaktoren nicht vollständig berücksichtigt worden.

Ein Störfaktor (Confounder) ist ein dritter Faktor, der beide Dinge beeinflusst. Eine schwierige Familiensituation könnte einen Teenager zum Beispiel sowohl zu Cannabis als auch in eine Depression treiben. Cannabis und Depression träten dann gemeinsam auf, auch wenn keines das andere verursacht. Dieses Beispiel dient nur der Veranschaulichung und stammt nicht aus den Studien.

Die Übersichtsarbeit von 2019: von der Jugend ins junge Erwachsenenalter

Gobbi und Kollegen veröffentlichten 2019 in JAMA Psychiatry eine frühere Metaanalyse. Sie konzentrierte sich auf Jugendliche und fasste 11 Studien mit insgesamt 23.317 Personen zusammen. Sie weist in dieselbe Richtung. Cannabiskonsum in der Jugend war mit folgenden Befunden im jungen Erwachsenenalter verbunden:

Befund im jungen Erwachsenenalter Odds Ratio (95-%-KI)
Depression 1,37 (1,16–1,62)
Suizidgedanken 1,50 (1,11–2,03)
Suizidversuche 3,46 (1,53–7,84)
Angst Statistisch nicht signifikant

Der Bereich für Suizidversuche ist sehr breit. Wie stark dieser Zusammenhang genau ist, bleibt deshalb unsicher. Auch diese Daten stammen aus Beobachtungsstudien.

Was die Daten am Menschen insgesamt ergeben

Die Daten sprechen Cannabis weder frei, noch belasten sie es eindeutig. Der Zusammenhang ist mäßig und weist in den meisten Studien in dieselbe Richtung. Möglicherweise wird er bei stärkerem Konsum größer. Seine Ursache ist weiterhin unbekannt.

Zwei Erklärungen passen zu den Daten. Bei der Selbstmedikation konsumieren Menschen, die bereits depressiv sind, mehr Cannabis. Nach der Erklärung Kausalität verschlechtert Cannabiskonsum die Stimmung mit der Zeit. Beide Erklärungen passen, und wahrscheinlich spielen beide eine Rolle.

Eindeutig ist dagegen: Die Daten stützen Cannabis nicht als Behandlung von Depressionen. Es gibt keine vergleichbare Reihe randomisierter kontrollierter Studien, die einen Nutzen zeigt.

Anmerkung der Übersetzung: Beide Übersichtsarbeiten begleiteten vor allem Teenager und junge Erwachsene. Wenn Sie zu Hause anbauen oder auf einer Farm arbeiten, schließen Sie Blüten, Schnittreste (Trim) und Produkte so weg, dass Jugendliche im Haushalt nicht herankommen. Die oben beschriebenen Zusammenhänge wurden genau in dieser jüngsten Gruppe gefunden.

Was Sie tun können: Wenn ein Beitrag eine Odds Ratio zitiert, prüfen Sie drei Dinge. Liegt sie über 1? Bleibt der gesamte 95-%-Bereich über 1? War die Studie eine Beobachtungsstudie oder randomisiert? Daran erkennen Sie, ob Sie einen möglichen Zusammenhang oder einen Beweis für eine Ursache vor sich haben.

Zusammenfassung von Teil 1

  • Bei Ratten half ein synthetisches Cannabinoid in niedrigen Dosen und bewirkte in hohen Dosen das Gegenteil.
  • An Ihrem Befinden können Sie nicht erkennen, auf welcher Seite dieser Kurve Sie sich befinden.
  • Das Ergebnis bei Ratten lässt sich nicht auf THC, auf das Rauchen oder auf Depressionen beim Menschen übertragen.
  • Beim Menschen geht Cannabiskonsum mit etwas mehr Depressionen einher. Die Ursache ist ungeklärt.
  • Es gibt keine Reihe kontrollierter Studien, die zeigt, dass Cannabis Depressionen behandelt.

Wenn Sie eine Frage dazu haben, wie man diese Studien liest, stellen Sie sie direkt unter diesem Beitrag.


Literatur

  1. Bambico FR, Katz N, Debonnel G, Gobbi G. Cannabinoids elicit antidepressant-like behavior and activate serotonergic neurons through the medial prefrontal cortex. J Neurosci. 2007;27(43):11700–11711. doi:10.1523/JNEUROSCI.1636-07.2007
  2. McGill University. Study: Cannabis a double-edged sword. Pressemitteilung, 23. Oktober 2007. https://www.mcgill.ca/newsroom/node/15177
  3. Churchill V, Sutton Chubb C, Popova L, Spears CA, Pigott T. The association between cannabis and depression: an updated systematic review and meta-analysis. Psychol Med. 2025;55:e44. doi:10.1017/S0033291724003143
  4. Gobbi G, Atkin T, Zytynski T, et al. Association of cannabis use in adolescence and risk of depression, anxiety, and suicidality in young adulthood: a systematic review and meta-analysis. JAMA Psychiatry. 2019;76(4):426–434. doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.4500

Allgemeine Informationen zur Aufklärung, keine medizinische Beratung. Nichts in diesem Text empfiehlt Cannabis bei einer psychischen Erkrankung.

Weiter in Teil 2: Cannabis, Depression und bipolare Störung: Die Studienlage zur bipolaren Störung, Ihre Medikamente und das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt in Thailand (Teil 2 von 2)