Hanf gedeiht nur dann gut, wenn Feld, Stickstoffversorgung, Aussaattermin und THC-Prüfplan zum jeweiligen Kulturtyp passen. Dieser Teil behandelt Boden und Nährstoffe, Fruchtfolge, Schädlinge und Krankheiten, Ernte und Trocknung von CBD-Hanf, Hanf in Thailand und die Probenahme für THC-Tests in verschiedenen Ländern.
Hanf wird für drei Zwecke angebaut. Faserhanf liefert den Stängel, Körnerhanf die Samen. CBD-Hanf wird wegen der Cannabinoide in den weiblichen Blüten angebaut. Jeder Typ braucht andere Pflanzabstände, Sorten und Erntezeitpunkte, wie in Teil 1 erklärt. Industriehanf ist Cannabis sativa L. mit einem THC-Gehalt unter dem gesetzlichen Grenzwert. THC ist das berauschende Cannabinoid.
Rechtlicher Hinweis für Thailand: In Thailand gilt als Hanf, was weniger als 1,0 % THC in Blättern und Blütenständen enthält. Hanfextrakte dürfen höchstens 0,2 % THC enthalten. Hanfblüten gelten unabhängig vom THC-Gehalt als kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568, die seit dem 26. Juni 2025 in Kraft ist. Sie dürfen nur auf eine Verschreibung nach Formular PT 33 (ภ.ท.33) abgegeben werden, und zwar höchstens für einen Bedarf von 30 Tagen. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. → Cannabis als kontrolliertes Kraut in Thailand.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1371
3. Feld, Boden und Nährstoffe
3.1 Boden und Drainage
Hanf kommt mit durchschnittlich fruchtbaren Böden aus. Über den Ertrag entscheiden drei Dinge.
- pH-Wert: Für alle drei Kulturtypen sollten Sie etwa 6,0–7,5 anstreben. Diese Empfehlung stammt von der University of Wisconsin Extension und wird vom Rodale Institute zitiert, einer US-Forschungseinrichtung für ökologischen Landbau. Liegt der pH unter etwa 6, prüfen Sie auf Aluminium- und Mangantoxizität. Bei hohem pH können die Blätter Eisen- und Zinkmangel zeigen, obwohl der Boden genug davon enthält. Der Grund: Der pH-Wert blockiert die Aufnahme.
- Drainage: Sie ist der wichtigste Punkt. Das HRDI (Highland Research and Development Institute, ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut für das Hochland in Thailand) nennt Wurzel- und Stängelfäule durch nasse oder staunasse Böden als Hauptproblem im thailändischen Hanfanbau. Am riskantesten sind die ersten 30 Tage nach der Aussaat. Wählen Sie gut durchlässigen Lehmboden oder sandigen Lehmboden, und ziehen Sie in der Regenzeit Entwässerungsfurchen. → Wurzelfäule bei Cannabis.
- Unkraut: Sobald sich ein dichter Faserhanfbestand geschlossen hat, unterdrückt er das Unkraut durch Beschattung. Ein weit gepflanzter CBD-Bestand schafft das nie. Er muss deshalb in den ersten Wochen von Hand oder maschinell gejätet oder gemulcht werden.
Was Sie tun sollten: Messen Sie vor der Aussaat den pH-Wert des Bodens, und gehen Sie nach dem ersten Starkregen über das Feld. Steht das Wasser irgendwo länger als einen Tag, müssen Sie diese Stelle entwässern oder meiden. Dort faulen die Sämlinge am ehesten.
3.2 Klima
Hanfsamen keimen erst, wenn der Boden wärmer als 8 °C ist. Im Tiefland Südostasiens ist das nie ein Problem. Frost tötet die Sämlinge. Das spielt in gemäßigten Ländern und auf den höchsten Bergen Thailands eine Rolle. Lange Phasen hoher Luftfeuchtigkeit während der Blüte erhöhen bei CBD-Hanf das Risiko von Grauschimmel (Botrytis).
3.3 Stickstoff und andere Nährstoffe nach Kulturtyp
Die Tabelle zeigt einen einheitlichen Satz von Richtwerten. Passen Sie diese an das Ergebnis Ihrer eigenen Bodenanalyse an.
| Kulturtyp | Ziel-pH | Gesamtstickstoff (N) | Quelle |
|---|---|---|---|
| Faserhanf | 6,0–7,5 | bis etwa 150 kg N/ha (beste Menge ohne Zwischenfrucht in Versuchen in Kutztown, Pennsylvania, USA) | Rodale Institute |
| Körnerhanf | 6,0–7,5 | etwa 100 kg N/ha (dieselben Versuche) | Rodale Institute |
| CBD-Hanf | 6,0–7,5 | Keine anerkannte optimale Menge. Allgemeine Empfehlung für Hanf: 50–100 lb/ac (etwa 56–112 kg N/ha), aufgeteilt auf mehrere Gaben, davon 20–25 % bei der Pflanzung | University of Delaware Extension (USA) |
- Stickstoff während der Blüte (CBD-Hanf): Die Forschung ist sich hier nicht einig. Eine Studie unter kontrollierten Anbaubedingungen fand die höchsten Cannabinoidgehalte bei wenig Stickstoff. Ein Feldversuch in einem hoch gelegenen, trockenen Wüstengebiet kam zu einem anderen Ergebnis. Dort hingen die Cannabinoidgehalte von Sorte und Erntetermin ab, nicht von der Stickstoffmenge. Ein praxistauglicher Ansatz ist, den Großteil des Stickstoffs während des vegetativen Wachstums zu geben und späte, hohe Gaben zu vermeiden.
- Leguminosen als Zwischenfrucht: Eine Zwischenfrucht wird nicht zum Verkauf angebaut, sondern um den Boden zu ernähren und zu schützen. Leguminosen binden dabei Stickstoff aus der Luft. In den Versuchen in Kutztown lieferten Zottelwicke und Wintererbse vor dem Hanf genug Stickstoff. Zusätzlicher Dünger war nicht nötig.
- Phosphor, Kalium und Schwefel: Düngen Sie nach Bodenanalyse. Stark ausgewaschene tropische Böden brauchen eventuell zusätzlich einen sulfathaltigen Dünger.
Anmerkung der Übersetzung: Zottelwicke und Wintererbse sind Kulturen gemäßigter Breiten. Wie sie sich in der thailändischen Hitze schlagen, wurde in diesen Versuchen nicht untersucht. Eine an Ihre Region angepasste Leguminose kann dieselbe Rolle übernehmen. Vor Hanf wurde das in Thailand aber noch nicht getestet. Probieren Sie es deshalb zuerst auf einer kleinen Parzelle, und vergleichen Sie diese mit einer gedüngten Parzelle. So erfahren Sie, ob die Zwischenfrucht wirklich einen Teil Ihres Düngers ersetzt.
Was Sie tun sollten: Lassen Sie vor der Saison eine Bodenanalyse machen. Legen Sie dann Ihre Stickstoffmenge anhand der Tabelle für Ihren Kulturtyp fest. Bei CBD-Hanf bringen Sie den Großteil des Stickstoffs vor der Blüte aus.
4. Fruchtfolge und Bodengesundheit
Hanf funktioniert am besten als ein Glied in einer Fruchtfolge.
- Weniger Unkraut: Unter einem dichten, geschlossenen Faserhanfbestand bleibt für die Folgekultur weniger Unkraut übrig.
- Unterbrechung von Krankheiten, mit Einschränkungen: Hanf ist kein Wirt für Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae), eine Krankheit der Kohlgewächse. Er ist aber anfällig für Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Dieser Pilz befällt auch Sonnenblumen, Sojabohnen und Raps. Stehen diese Kulturen bereits in Ihrer Fruchtfolge, unterbricht Hanf den Infektionszyklus nicht.
- Schwermetalle: Hanf nimmt Schwermetalle vor allem dann auf, wenn er auf belasteten Flächen wächst. Die Forschung zur Bodensanierung mit Pflanzen (Phytoremediation) arbeitete mit stark belasteten Böden (Linger et al., 2002; Rheay et al., 2021). Erntegut von solchen Flächen eignet sich weder für Lebensmittel noch für die Extraktion.
- Samenschalen: Werden die Schalen wieder in den Boden eingearbeitet, bringt das kaum Stickstoff. Bei 3 % Protein enthalten sie etwa 0,48 % N, also rund 5 kg Stickstoff pro Tonne Schalen.
Fruchtfolgen in gemäßigten Breiten wie Getreide → Hanf → Getreide oder Ölsaaten sind in Europa gut dokumentiert (Struik et al., 2000).
In Thailand nimmt photoperiodischer Hanf in der Regenzeit den Platz der Trockenfeldkulturen (Ackerkulturen außerhalb der Nassreisfelder) ein (Abschnitt 7). Er konkurriert deshalb mit anderen Trockenfeldkulturen der Regenzeit um Fläche. Meiden Sie schlecht entwässerte Reisfelder. Ein Anbau in der Trockenzeit ist nur mit autoflowering Sorten (selbstblühenden Sorten, die unabhängig von der Tageslänge blühen) und Bewässerung möglich.
Was Sie tun sollten: Schreiben Sie auf, welche Kulturen in den letzten drei Jahren auf Ihrem Feld standen. Sind Sonnenblumen, Sojabohnen oder Raps dabei, verlassen Sie sich nicht darauf, dass Hanf den Infektionszyklus der Weißstängeligkeit unterbricht. Wurde die Fläche früher industriell oder für Bergbau genutzt, lassen Sie sie auf Schwermetalle testen, bevor Sie für Lebensmittel oder Extraktion anbauen.
5. Schädlinge und Krankheiten
Hanfwickler (Grapholita delineana) und Hanferdfloh (Psylliodes attenuatus) sind vor allem aus Europa und Zentralasien bekannt.
Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) ist der wichtigste Schädling bei CBD-Hanf, der bei heißem, trockenem Klima im geschützten Anbau (Gewächshaus, Folientunnel) wächst. Raubmilben (Phytoseiulus persimilis, Neoseiulus californicus) fressen Spinnmilben. Sie wirken am besten, wenn Sie sie ausbringen, bevor sich der Schädling vermehrt hat, nicht erst danach. → Spinnmilben und biologische Bekämpfung.
Grauschimmel (Botrytis cinerea) richtet in dichten CBD-Blüten den größten Schaden an. Beugen Sie vor, indem Sie mit größeren Abständen pflanzen und die unteren Blätter entfernen, damit Luft zirkulieren kann. Ab Blühbeginn sollten Sie nicht mehr von oben gießen. → Botrytis vorbeugen.
Wurzel- und Stängelfäule ist auf dem Feld in Thailand das Hauptproblem. Das HRDI hat Saatgut mit Streptomyces (einem Bodenbakterium) oder mit Trichoderma harzianum (einem nützlichen Pilz) umhüllt. Im Vergleich zu unbehandeltem Saatgut sanken die Sämlingsverluste nach 15 Tagen dadurch um bis zu 77 % bzw. 49 %. Säen Sie nicht kurz vor einer Starkregenperiode. → Trichoderma und andere Wurzelmikroorganismen.
Anmerkung der Übersetzung: Verwenden Sie in Thailand nur Pflanzenschutzmittel und biologische Präparate, die beim thailändischen Department of Agriculture (DOA, กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und halten Sie sich an das Etikett. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob ein Produkt mit Trichoderma, Streptomyces oder Raubmilben dort registriert ist. Die Registrierung dient Ihnen als Nachweis bei einem GACP-Audit und schützt Sie vor gefälschten oder verunreinigten Produkten.
Was Sie tun sollten: Kontrollieren Sie bei CBD-Hanf ab der vegetativen Phase einmal pro Woche die Blattunterseiten auf Milben. So kommen die Raubmilben rechtzeitig zum Einsatz. Auf dem Feld säen Sie nach einer Starkregenperiode, nicht kurz davor.
6. Ernte und Trocknung von CBD-Hanf
6.1 Den Erntezeitraum bestimmen
CBD und THC steigen gemeinsam an, während die Blüten reifen (Teil 1, Abschnitt 2.2). Den Erntezeitraum bestimmt deshalb der Labortest, nicht das Aussehen der Blüten.
Wo ein Grenzwert von 0,3 % gilt, empfiehlt die NC State (North Carolina State University, USA) Folgendes: Die amtliche Prüfprobe sollte spätestens etwa zwei Wochen nach der Blüteninitiation (dem ersten Anzeichen von Blüten) genommen werden. Nach den Regeln des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) muss die Ernte dann innerhalb von 30 Tagen nach der Probenahme erfolgen.
Ein Test durch ein zugelassenes Labor belegt, dass die Kultur den Grenzwert einhält. Er erlaubt aber nicht den Verkauf von Blüten, wo Blüten ein kontrolliertes Produkt sind. In Thailand bleiben Hanfblüten ein kontrolliertes Kraut (siehe Kasten oben). Fragen Sie Ihre Genehmigungsbehörde, welche Labore sie für THC-Ergebnisse anerkennt. → So lesen Sie ein Analysezertifikat.
6.2 Trocknung
Die Blüten müssen schnell auf unter etwa 12 % Feuchtigkeit getrocknet werden. Das verhindert Botrytis und Qualitätsverluste. Bei der feuchten Witterung in Südostasien ist die Trocknung an der freien Luft unzuverlässig. Sie brauchen deshalb Räume mit Zwangsbelüftung oder eigene Trockner. Langsame Trocknung führt zu heuartigem Geruch und Geschmack und zu mehr Verlusten durch Schimmel. In Thailand unterliegen Handhabung, Lagerung und Verkauf von Hanfblüten den Regeln für kontrollierte Kräuter. → Trocknung bei 85–95 % Außenluftfeuchtigkeit.
Was Sie tun sollten: Messen Sie vor der Einlagerung die Feuchtigkeit einer Probe aus jeder Trocknungscharge, und legen Sie das Ergebnis zum Chargenprotokoll. So sehen Sie, ob Ihre Trocknungsanlage die 12 % auch in der Regenzeit erreicht und nicht nur in der Trockenzeit.
7. Hanf in Thailand: Regeln und Praxis
Genehmigungen. Private Hanfgenehmigungen gibt es seit der Ministerialverordnung über Genehmigungen für Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr, Vertrieb oder Besitz von Betäubungsmitteln der Kategorie 5 speziell für Hanf, B.E. 2563 (2020). Sie trat am 29. Januar 2021 in Kraft. Die Genehmigungen deckten Zwecke wie Studium, Forschung, Züchtung und die Erzeugung von zertifiziertem Saatgut ab. Saatgut wurde durch Registrierung beim Department of Agriculture zertifiziert. Die Ergebnisse der THC-Tests gingen an die thailändische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (Thai FDA).
Sorten. Die zertifizierten Sorten Thailands sind einheimische Linien, die das HRDI gemeinsam mit der Royal Project Foundation gezüchtet hat: RPF1, RPF2, RPF3 und RPF4. Sie wurden für die Fasergewinnung gezüchtet und 2011 (B.E. 2554) beim Department of Agriculture registriert. Ihr THC-Gehalt liegt Berichten zufolge bei etwa 0,2 %. RPF1 eignet sich für Hochlagen über 1.000 m, RPF3 für 500–1.000 m.
Anbaugebiete. Presseberichte nennen Mae Sai (Provinz Chiang Rai), Phop Phra (Provinz Tak) und Song Khwae (Provinz Nan) als Hanfregionen. Hmong-Gemeinschaften, vor allem in Phop Phra, bauen Hanf seit Langem für Textilien an.
Anbaukalender für photoperiodische RPF-Linien in Nordthailand (HRDI):
| Aussaat | Was passiert |
|---|---|
| März–Mai (nur wo Wasser verfügbar ist) | Lange vegetative Phase; die Pflanzen können etwa 5 m hoch werden, daher sind weite Abstände nötig |
| Juni–Juli (empfohlen; das allgemeine Zeitfenster des HRDI ist Mai–Juli) | Etwa 3 Monate vegetatives Wachstum, Blüte Ende September bis Oktober, etwa 1 × 1 m Abstand für die Samengewinnung |
| August–Februar (kurze Tage) | Kurze vegetative Phase und frühe Blüte; dichte Pflanzung (75 × 50 cm oder enger) ist nötig, und die Pflanzen bilden wenig Biomasse |
Deshalb ist die Trockenzeit ungünstig für photoperiodischen Faserhanf. Die kurzen Tage lösen eine frühe Blüte aus, und der Stängelertrag bleibt niedrig. Für einen Anbau in der Trockenzeit brauchen Sie autoflowering Sorten und Bewässerung. Säen Sie nicht kurz vor Starkregen.
Was Sie tun sollten: Wählen Sie Ihre RPF-Linie nach der Höhenlage Ihres Feldes (RPF1 über 1.000 m, RPF3 bei 500–1.000 m), und säen Sie im Juni oder Juli. Dann haben die Pflanzen etwa drei Monate Zeit zum Wachsen, bevor sie blühen.
8. THC-Grenzwerte, Probenahme und Aufzeichnungen
8.1 THC-Grenzwerte nach Ländern
| Land oder Region | THC-Grenzwert der Pflanze (Trockengewicht) | Hinweise |
|---|---|---|
| Europäische Union | 0,3 % (seit 2023; vorher 0,2 %) | Nur zertifizierte Sorten |
| Vereinigte Staaten | 0,3 % Gesamt-THC (Bundesebene) | Die Pläne der Bundesstaaten und der indigenen Stämme (Tribes) unterscheiden sich |
| Kanada | 0,3 % | — |
| Thailand | 1,0 % in Blättern und Blütenständen; Extrakte höchstens 0,2 % | Blüten sind ein kontrolliertes Kraut; der Gesetzentwurf könnte die Grenzwerte ändern |
| Schweiz | 1,0 % | — |
| Vereinigtes Königreich | 0,2 % | — |
Was Sie tun sollten: Wenn Sie exportieren wollen, lassen Sie nach dem Grenzwert des Ziellandes testen, nicht nur nach den thailändischen 1,0 %. Eine Ernte, die in Thailand legal ist, kann auf einem Markt mit 0,3 % oder 0,2 % durchfallen. → Was als Hanf aus Thailand ausgeführt werden darf.
8.2 So werden amtliche Proben genommen
- Europäische Union (Delegierte Verordnung (EU) 2022/126, Anhang I): Nach Verfahren A prüfen die Kontrolleure mindestens 30 % der angemeldeten Hanfflächen. Die Proben werden vom 20. Tag nach Blühbeginn bis zum 10. Tag nach Blühende genommen. Pro Feld werden 50 Pflanzen beprobt. Von jeder Pflanze wird ein 30 cm langer Abschnitt mit mindestens einem weiblichen Blütenstand entnommen. Verfahren B gilt dort, wo es ein System der Vorabgenehmigung gibt. Dabei werden mindestens 20 % der Flächen geprüft. Die Proben werden in den 10 Tagen nach Blühende genommen und bestehen aus dem oberen Drittel von 200 Pflanzen pro Feld.
- Vereinigte Staaten (7 CFR 990.24 und Probenahme-Richtlinien des USDA): Ein zugelassener Probenehmer nimmt die Proben höchstens 30 Tage vor der erwarteten Ernte. Er schneidet dazu die obersten 5–8 Zoll (etwa 13–20 cm) des Blütenstands ab. Ein Bundesstaat oder Stamm kann stattdessen ein leistungsbasiertes Verfahren verwenden. Dieses muss mit 95 % Sicherheit gewährleisten, dass die Pflanzen im Test nicht über 0,3 % liegen. Wie viele Pflanzen pro Partie beprobt werden, hängt vom jeweils geltenden Plan ab.
- Thailand: Halten Sie sich an die Probenahme-Anweisungen Ihrer Genehmigungsbehörde.
Mischen Sie nicht ein ganzes Feld zu einer einzigen Probe. Führen Sie eine lückenlose Nachweiskette (Chain of Custody). Das ist ein unterschriebenes Protokoll darüber, wer jede Probe wann genommen hat und wer sie bis zum Labor in der Hand hatte. Bei einem Grenzwert von 0,3 % sollten Sie sich ein internes Ziel von etwa 0,2 % setzen, also einen Puffer von etwa 33 %. So bringt die normale Schwankung der Testergebnisse Ihre Ernte nicht über den Grenzwert.
8.3 Aufzeichnungen
Bewahren Sie diese Unterlagen mindestens so lange auf, wie Ihre Genehmigung es verlangt:
- Feldpläne mit Sorte und Partienummer für jeden Schlag;
- Saatgutrechnungen und Saatgutzertifikate;
- Protokolle über Dünger und andere Betriebsmittel;
- Probenahmeprotokolle mit den Analysezertifikaten des Labors (CoA);
- Erträge je Schlag.
Kontrolleure können das gekaufte Saatgut mit der bepflanzten Fläche vergleichen. Stimmen die Unterlagen überein, beweist das, dass kein Saatgut anderswohin gelangt ist.
Was Sie tun sollten: Legen Sie vor der Aussaat für jede Saison ein Notizbuch oder eine Tabelle mit diesen fünf Rubriken an. Wenn Sie die Tabelle laufend ausfüllen, ist das viel einfacher, als alles vor einer Kontrolle zu rekonstruieren. → GACP-Aufzeichnungen für Cannabis.
Zusammenfassung
- Wählen Sie den Kulturtyp (Faser, Körner oder CBD) passend zu den Verarbeitern und Abnehmern, die Ihnen zur Verfügung stehen.
- Wählen Sie zertifizierte Sorten, die zu Ihrem Breitengrad und Ihrer Höhenlage passen.
- Halten Sie den pH-Wert bei 6,0–7,5 und den Stickstoff innerhalb der Bereiche aus Abschnitt 3.3.
- Testen Sie CBD-Hanf früh, denn der THC-Gehalt steigt, während die Blüten reifen.
- Säen Sie in Nordthailand photoperiodische RPF-Sorten zu Beginn der Regenzeit auf gut entwässerten Feldern.
- Bauen Sie in der Trockenzeit nur autoflowering Sorten an, und das nur mit Bewässerung.
- Thailändische Hanfblüten bleiben ein kontrolliertes Kraut. Die gesetzlichen Grenzwerte können sich ändern, sobald der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes verabschiedet ist.
Haben Sie RPF-Linien angebaut oder eine CBD-Kultur in Thailand testen lassen? Teilen Sie Ihre Aussaattermine, Erträge oder Testergebnisse unter diesem Thema, damit andere Anbauer vergleichen können.
Literatur
- Linger, P., Müssig, J., Fischer, H., & Kobert, J. (2002). Industrial hemp (Cannabis sativa L.) growing on heavy metal contaminated soil: fibre quality and phytoremediation potential. Industrial Crops and Products, 16(1), 33–42. https://doi.org/10.1016/S0926-6690(02)00005-5
- Struik, P. C., Amaducci, S., Bullard, M. J., Stutterheim, N. C., Venturi, G., & Cromack, H. T. H. (2000). Agronomy of fibre hemp (Cannabis sativa L.) in Europe. Industrial Crops and Products, 11(2–3), 107–118.
- Rheay, H. T., Omondi, E. C., & Brewer, C. E. (2021). Potential of hemp (Cannabis sativa L.) for paired phytoremediation and bioenergy production. GCB Bioenergy, 13(4), 525–536.
- Suchoff, D., Linder, E., & Henriquez Inoa, S. (2022). Avoiding a hot crop: minimizing the risk of non-compliant THC tests through proper harvest timing. NC State Extension AG-937. https://content.ces.ncsu.edu/avoiding-a-hot-crop-minimizing-the-risk-of-non-compliant-thc-tests-through-proper-harvest-timing
- Rodale Institute. Growing industrial hemp as an organic cash crop. https://rodaleinstitute.org/science/articles/growing-industrial-hemp-as-an-organic-cash-crop/
- University of Delaware Extension (2020). Recommended nutrient rates, miscellaneous crops. https://udel.edu/content/dam/udelImages/canr/pdfs/extension/environmental-stewardship/nutrient-recommendations/UD_Extension_Recommended_2020_Misc_Crops_All.pdf
- Floral hemp (Cannabis sativa L.) responses to nitrogen fertilization under field conditions in the high desert. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10198490/
- Delegierte Verordnung (EU) 2022/126 der Kommission, Anhang I. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_del/2022/126
- 7 CFR § 990.24, Responsibility of a USDA licensee prior to harvest. https://www.law.cornell.edu/cfr/text/7/990.24
- HRDI (2022). ปลูกกัญชงผลิตเมล็ดเพื่อการบริโภค [Hanfanbau zur Erzeugung von Samen für Lebensmittel]. https://www.hrdi.or.th/articles/Detail/1494
- HRDI. ปลูกกัญชงอย่างไร…ให้รอด? [Wie baut man Hanf an, damit er überlebt?]. https://www.hrdi.or.th/articles/Detail/1479
- Thai Publica (2021). Verkauf von Hanfsaatgut durch das HRDI (RPF-Sorten). https://thaipublica.org/2021/04/hrdi-sales-of-2-types-of-hemp-seeds/
- Nishimura & Asahi (2021). Legalization of Hemp-Related Business in Thailand. https://www.nishimura.com/en/knowledge/publications/20210525-62786