Hydroponische Cannabis-Systeme im Vergleich: Deep-Water-Culture, NFT, Ebbe und Flut, Tröpfchenbewässerung, Aeroponik und Kratky-Methode (Teil 1 von 2)

Hydroponik bedeutet, Pflanzen ohne Erde anzubauen. Die Wurzeln wachsen dabei entweder direkt in einer wasserbasierten Nährlösung oder in einem inerten Substrat wie Blähton. Ein inertes Substrat gibt der Pflanze Halt, liefert aber keine Nährstoffe. Im Vergleich zu Erde kann hydroponisch angebautes Cannabis schneller wachsen und mehr Ertrag bringen. Außerdem lässt es sich genauer düngen.

Dieser Teil vergleicht sieben Systeme: Deep-Water-Culture (DWC), zirkulierendes Deep-Water-Culture-System (RDWC), Nährstofffilmtechnik (NFT), Ebbe und Flut, Tröpfchenbewässerung, Aeroponik und die Kratky-Methode. Zu jedem System finden Sie Richtwerte, eine Ausrüstungsliste und die wichtigsten Risiken. Der Artikel richtet sich an Heimgärtner mit einem einzigen Eimer ebenso wie an Farmen, die einen großen Raum mit Umlaufsystem planen. Teil 2 behandelt Düngung, Reservoirpflege, Wurzelfäule, Wasserkühlung und nützliche Mikroorganismen.

Anmerkung der Übersetzung: Die Zahlen im Original stammen aus Anbauräumen in kühleren Klimazonen. In Thailand erreicht die Raumluft oft 30–35 °C. Stromausfälle kommen vor, und in der Regenzeit ist die Luft sehr feucht. Jeder der folgenden Abschnitte erklärt, was das für das jeweilige System bedeutet. Die Preise sind wie im Original in US-Dollar angegeben. Für importierte Ausrüstung gelten in Thailand andere Preise. Holen Sie deshalb vor der Budgetplanung Angebote vor Ort ein.

1. Deep-Water-Culture (DWC)

Bei Deep-Water-Culture hängen die Wurzeln direkt in einem Eimer mit Nährlösung. Eine Luftpumpe drückt Luft durch einen Sprudelstein. Dieser poröse Block zerteilt die Luft in feine Bläschen. Die Bläschen halten genug Sauerstoff im Wasser, damit die Wurzeln atmen können. Man spricht von gelöstem Sauerstoff (DO, dissolved oxygen). Er wird in ppm (Milligramm pro Liter) gemessen.

Ausrüstung pro Pflanze:

  • Eimer: mindestens 19 Liter (5 US-Gallonen)
  • Luftpumpe: mindestens 4 W pro Eimer
  • Sprudelstein: Zylinder oder Scheibe mit 10 cm (4 Zoll)
  • Netztopf (ein Kunststoffkorb mit offenen Seiten, der im Deckel sitzt und die Pflanze hält): 15 oder 20 cm (6 oder 8 Zoll)
  • Blähton (im Handel als Hydroton oder LECA) zum Füllen des Netztopfs
  • Ein Deckel, der kein Licht durchlässt

Steriles Wasser oder lebendiges Wasser

Sie können die Wurzeln auf zwei Arten schützen. Bei der sterilen Methode halten Sie das Wasser mit einem Desinfektionsmittel frei von Mikroorganismen. Bei der „Bennies“-Methode (kurz für „beneficial microbes“, also nützliche Mikroorganismen) geben Sie hilfreiche Mikroorganismen ins Wasser. Diese besiedeln die Wurzeln und lassen Krankheitserregern keinen Platz. Sie müssen sich für eine der beiden Methoden entscheiden. Warum sich beide nicht kombinieren lassen, erklärt Teil 2.

Parameter Sterile Methode Bennies-Methode
Zielwert Wassertemperatur 18–20 °C 20–23 °C
Höchste sichere Wassertemperatur 22 °C 24 °C
Zielwert gelöster Sauerstoff über 8 ppm über 6 ppm
Desinfektionsmittel Wasserstoffperoxid (H2O2) in 3-%-Konzentration, 3 mL pro US-Gallone (etwa 0,8 mL pro Liter), oder UC Roots Keines
Produkt mit nützlichen Mikroorganismen Keines Hydroguard, Great White
Reservoirwechsel Alle 7 Tage Alle 10–14 Tage
pH-Bereich 5,5–6,2 5,5–6,5

UC Roots, Hydroguard und Great White sind Produktnamen aus dem Original. Das Original ordnet UC Roots zusammen mit Wasserstoffperoxid und Chlor den Desinfektionsmitteln zu. Der Hersteller Cultured Solutions beschreibt es als Produkt für die Wurzelzone, das Kalkablagerungen und Biofilm entfernt. Seine Rezeptur veröffentlicht er nicht. Hydroguard und Great White sind Produkte mit Mikroorganismen und werden in Teil 2 beschrieben.

Stärken: einfach und günstig, schnelles vegetatives Wachstum, große Wurzelmasse.

Schwächen: DWC reagiert empfindlich auf die Wassertemperatur. Alles hängt an einer einzigen Luftpumpe. Fällt sie aus, verlieren die Wurzeln ihre Sauerstoffversorgung. Wasser müssen Sie von Hand nachfüllen. In einer kleinen Wassermenge kann sich der pH-Wert schnell verändern.

Anmerkung der Übersetzung: Ein Eimer in einem Raum mit 30–35 °C erwärmt sich bis in die Nähe der Raumtemperatur. Das liegt weit über den Grenzwerten von 22–24 °C in der Tabelle. Ohne klimatisierten Raum oder Wasserkühler ist das Risiko für Wurzelfäule bei DWC in Thailand hoch. Das Forenthema zu Hydroponik bei 31 °C Reservoirtemperatur vergleicht Ihre Möglichkeiten. Schließen Sie die Luftpumpe an eine USV an (unterbrechungsfreie Stromversorgung, englisch UPS: ein Akkugerät, das bei Stromausfall die Versorgung aufrechterhält). Alternativ halten Sie eine akkubetriebene Luftpumpe bereit.

Was Sie tun können: Messen Sie vor dem Kauf von DWC-Teilen eine Woche lang die Lufttemperatur in Ihrem Anbauraum zur heißesten Tageszeit. Die Werte zeigen, ob Sie eine Kühlung einplanen müssen, damit DWC in Ihrem Raum funktioniert.

2. Zirkulierendes Deep-Water-Culture-System (RDWC)

Bei RDWC sind mehrere DWC-Eimer über Rohre zu einem Kreislauf verbunden. Eine Rücklaufpumpe befördert die Lösung aus einem zentralen Kontrollreservoir durch jeden Eimer und wieder zurück. pH-Wert und EC (elektrische Leitfähigkeit, ein Maß dafür, wie viel Dünger im Wasser gelöst ist) prüfen und korrigieren Sie in einem einzigen Tank statt in jedem Eimer.

Merkmal DWC (einzelner Eimer) RDWC (zirkulierend)
pH- und EC-Steuerung Jeder Eimer einzeln, arbeitsintensiv Eine Korrektur am zentralen Reservoir
Gleichmäßigkeit der Nährstoffe Unterschiedlich zwischen den Eimern An jeder Pflanze gleich
Stabilität Kleines Volumen, schnelle Schwankungen Großes Gesamtvolumen, stabil
Sinnvolle Größe 1–4 Pflanzen 4–50 oder mehr Pflanzen
Wasserwechsel Jeden Eimer ablassen Zentrales Reservoir ablassen
Gerätekosten (US-Preise) Niedrig, 30–50 $ pro Eimer Mittel, 200–800 $ pro System
Ausfallrisiko Auf einen Eimer begrenzt Ein Pumpenausfall trifft alle Pflanzen
Wartung Hoch, jeden Eimer prüfen Gering, zentrales Reservoir überwachen

Anmerkung der Übersetzung: Das große gemeinsame Volumen hilft bei thailändischer Hitze, denn mehr Wasser erwärmt sich langsamer. Gemeinsames Wasser verbreitet aber auch Krankheiten. Bekommt eine Pflanze Wurzelfäule, können die Erreger über den Kreislauf zu allen Pflanzen gelangen. Ziehen Sie jede neue Pflanze zuerst in einem eigenen Behälter heran und prüfen Sie ihre Wurzeln, bevor Sie sie anschließen. Das ist besonders wichtig bei Stecklingen, die Sie von anderen Farmen kaufen. Solche Stecklinge können Schädlinge, Krankheiten oder das Hop Latent Viroid (HLVd) einschleppen oder sich als falsche Sorte herausstellen.

Was Sie tun können: Schließen Sie Rücklaufpumpe und Luftpumpen an eine Notstromversorgung an. Schalten Sie einmal im Monat testweise den Netzstrom ab. Der Test zeigt, ob die Notstromversorgung den ganzen Kreislauf betreiben kann, bevor Sie sie bei einem echten Stromausfall brauchen.

3. Nährstofffilmtechnik (NFT)

Bei NFT fließt ein dünner Film aus Nährlösung über den Boden einer geneigten Rinne. Die Wurzeln breiten sich auf dem Rinnenboden aus. Die oberen Wurzeln bleiben in der Luft über dem Film und bekommen dort Sauerstoff.

Parameter Empfohlener Bereich
Rinnenbreite 150–300 mm
Rinnentiefe 75–100 mm
Dicke des Nährstofffilms 1–3 mm
Durchflussmenge 1–2 L pro Minute und Rinne
Rinnengefälle 1:30 bis 1:50 (2–3 %): Die Rinne fällt auf 30–50 cm Länge um 1 cm ab
Maximale Rinnenlänge 6–10 m
Pflanzabstand 20–30 cm in der Wachstumsphase, 30–45 cm in der Blüte
Rücklaufreservoir (der Tank, in den die Rinnen ablaufen) 20–40 L pro Rinne

Größtes Risiko: Fällt die Pumpe aus, sterben die Pflanzen innerhalb von 30–60 Minuten. NFT hält keinen Wasservorrat um die Wurzeln bereit. Jedes NFT-System braucht eine Ersatzpumpe oder eine akkubetriebene Umschaltung.

Wurzelmanagement: In der Blüte können Cannabiswurzeln die Rinne verstopfen. Verwenden Sie für Cannabis Rinnen mit 300 mm Breite. Schneiden Sie Wurzelmasse zurück, die den Durchfluss blockiert, und prüfen Sie die Rinnen jede Woche.

Anmerkung der Übersetzung: Ein Stromausfall von mehr als 30–60 Minuten kann eine ganze NFT-Ernte vernichten. Betrachten Sie die Ersatzpumpe samt Akku oder USV als festen Bestandteil des Systems. Ein Film von 1–3 mm enthält sehr wenig Wasser und erwärmt sich daher schnell. Halten Sie die Rinnen von direkter Sonne und heißer Luft fern.

Was Sie tun können: Heben Sie während der Blüte jede Woche die Pflanzen an und prüfen Sie jede Rinne auf verstopfende Wurzeln. Wenn Sie diese entfernen, erreicht die Lösung auch die letzten Pflanzen jeder Rinne.

4. Ebbe und Flut (Fluten und Ablaufen)

Ein Ebbe-Flut-System überflutet eine Wanne zu festen Zeiten mit Nährlösung und lässt sie dann ins Reservoir zurücklaufen. Jede Flutung versorgt die Wurzeln mit Nährstoffen. Beim Ablaufen zieht die Lösung frische Luft in die Wurzelzone.

Wie oft fluten, je nach Substrat

Jedes Substrat speichert unterschiedlich viel Wasser. Deshalb braucht jedes einen eigenen Flutplan.

Substrat Flutungen pro Tag (Licht an) Flutdauer Hinweise
Blähton (Hydroton, LECA) 4–8 15 min Läuft schnell ab, braucht häufige Flutungen
Steinwollwürfel 1–8 5–10 min Speichert Wasser gut; in der Blüte seltener fluten
Kokossubstrat und Perlit, 70/30 3–5 10–15 min Gutes Verhältnis von Wasser und Luft
Nur Perlit 5–8 10 min Läuft sehr schnell ab

Wannengröße und Reservoirvolumen

Sea of Green (SOG) bedeutet, viele kleine Pflanzen dicht nebeneinander zu ziehen und sie früh in die Blüte zu schicken.

Wannengröße Reservoir (ca.) Pflanzen (SOG) Pflanzen (normal)
0,6 × 1,2 m (2 × 4 ft) 114 L (30 US-Gal.) 16–32 4–8
0,9 × 0,9 m (3 × 3 ft) 125 L (33 US-Gal.) 9–18 4–6
1,2 × 1,2 m (4 × 4 ft) 227 L (60 US-Gal.) 16–36 6–12
1,2 × 2,4 m (4 × 8 ft) mehr als 227 L (60 US-Gal.) 32–64 8–16

Anmerkung der Übersetzung: Die Flutpumpe läuft über eine Zeitschaltuhr. Bei einem Stromausfall fallen Flutungen aus. Blähton und Perlit laufen am schnellsten ab, daher trocknen Wurzeln in diesen Substraten zuerst aus. In der Regenzeit gibt die offene, nasse Wanne zusätzlich Feuchtigkeit an die ohnehin feuchte Luft ab. Decken Sie das Reservoir ab und entfeuchten Sie stärker, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt.

Was Sie tun können: Beginnen Sie am unteren Ende des Flutbereichs für Ihr Substrat. Drücken Sie vor jeder Flutung einen Finger ins Substrat und fühlen Sie, ob es noch feucht ist. Passen Sie dann den Plan an. So finden Sie die richtige Flutfrequenz für Ihr Substrat und Ihren Raum.

5. Tropfsysteme

Bei der Tröpfchenbewässerung gelangt die Nährlösung über Tropfer direkt an die Wurzeln jeder Pflanze. Ein Tropfer ist ein kleines Anschlussstück, das eine festgelegte Durchflussmenge abgibt. Tropfsysteme lassen sich auf zwei Arten betreiben: mit Rückgewinnung (zirkulierend) oder als Drain-to-Waste (DTW).

Zirkulierend oder Drain-to-Waste: Was sich für Sie ändert

In einem zirkulierenden System wird die Lösung, die aus den Töpfen abläuft, aufgefangen und zu den Pflanzen zurückgepumpt. Bei Drain-to-Waste (auch Run-to-Waste-Bewässerung genannt) wird jede Gabe frisch angemischt und das Ablaufwasser verworfen. Alle anderen Systeme in diesem Artikel verwenden ihre Lösung bis zum nächsten Reservoirwechsel weiter. Beim Tropfsystem haben Sie die Wahl.

Die Wahl beeinflusst Kosten, Krankheitsrisiko und Arbeitsaufwand. Ein zirkulierendes System verbraucht weniger Dünger und Wasser, weil die Lösung wiederverwendet wird. Gleichzeitig ist das Krankheitsrisiko höher, denn Erreger einer kranken Pflanze gelangen zu allen anderen. Außerdem müssen Sie häufiger messen, weil EC und pH zwischen den Wechseln abdriften und das Rücklaufwasser gefiltert werden muss. Drain-to-Waste verbraucht mehr Dünger, dafür bekommt jede Pflanze Lösung mit genau dem EC- und pH-Wert, den Sie angemischt haben.

Merkmal Rückgewinnung (zirkulierend) Drain-to-Waste
Wassereffizienz 90–95 % (Ablaufwasser wird wiederverwendet) 80–90 % (10–20 % Ablaufwasser werden verworfen)
Düngerkosten Niedriger, Lösung wird wiederverwendet Höher, frische Lösung bei jeder Gabe
Krankheitsrisiko Höher, Erreger zirkulieren Niedriger, nichts zirkuliert
Genauigkeit von EC und pH Driftet zwischen den Wechseln Präzise, frische Lösung bei jeder Gabe
Zielwert Ablaufwasser Entfällt (wird aufgefangen) 10–20 % der ausgebrachten Menge
Am besten geeignet für Heimgärtner, kleine Systeme Gewerblichen und Präzisionsanbau
Komplexität Mittel, braucht Filterung Einfach, ablaufen lassen und verwerfen

Tropfergröße nach Wachstumsphase

GPH steht für US-Gallonen pro Stunde.

Wachstumsphase Tropferleistung Gaben pro Tag Menge pro Gabe
Stecklinge und Sämlinge 0,5 GPH (etwa 1,9 L/h) 2–4 50–100 mL
Vegetative Phase 1,0 GPH (etwa 3,8 L/h) 3–6 100–300 mL
Blüte 2,0 GPH (etwa 7,6 L/h) 4–8 200–500 mL
Große Pflanzen (Töpfe ab 19 L / 5 Gal.) 2,0–4,0 GPH (etwa 7,6–15 L/h) 4–10 300–1.000 mL

Anmerkung der Übersetzung: Im Tropfsystem wachsen die Wurzeln in einem Substrat, das zwischen den Gaben Luft enthält. Die Wurzeln stehen also nicht dauerhaft in der Lösung. Ihre Sauerstoffversorgung hängt deshalb weniger von einem kühlen Reservoir ab als bei DWC. Das in Abschnitt 1 verlinkte Thema zur Reservoirtemperatur von 31 °C vergleicht diese Option mit dem Kauf eines Kühlers. Planen Sie bei Drain-to-Waste, wohin die 10–20 % Ablaufwasser fließen. Lassen Sie es in der Regenzeit nicht in Wannen im Raum stehen, wo es die Luftfeuchtigkeit erhöht. Leiten Sie düngerreiches Ablaufwasser nicht in Gräben oder Gewässer.

Was Sie tun können: Fangen Sie eine Woche lang nach jeder Gabe das Ablaufwasser auf, messen Sie es und vergleichen Sie es mit der ausgebrachten Menge. Passen Sie die Gaben an, bis das Ablaufwasser 10–20 % beträgt. So stellen Sie sicher, dass jede Pflanze genug Lösung bekommt und Sie keinen Dünger verschwenden.

6. Aeroponik

Bei der Aeroponik hängen die Wurzeln in der Luft und werden mit Nebel oder Sprühstößen versorgt. Kein anderes System liefert den Wurzeln so viel Sauerstoff, doch Aeroponik erfordert präzise Technik. Es gibt zwei Arten: Hochdruck-Aeroponik (HPA) und Niederdruck-Aeroponik (LPA).

Ein Mikrometer (Mikron) ist ein Tausendstel Millimeter. PSI-Werte (Pfund pro Quadratzoll) sind in der Tabelle in bar umgerechnet.

Merkmal HPA (Hochdruck) LPA (Niederdruck)
Druck 80–120 PSI (etwa 5,5–8,3 bar) 2–15 PSI (etwa 0,14–1 bar)
Tröpfchengröße 5–50 Mikrometer 50–200 Mikrometer oder mehr
Sprühzyklus 5 Sekunden an, 3–5 Minuten aus 30–60 Sekunden an, 5–15 Minuten aus
Benetzung der Wurzeln Wurzeln vollständig von Nebel umgeben Teilweise besprüht
Gerätekosten (US-Preise) 500–2.000 $ oder mehr 50–200 $
Pumpentyp Membranpumpe mit Druckspeicher (ein Tank, der Lösung unter Druck speichert) Normale Wasserpumpe
Komplexität Hoch Niedrig bis mittel
Wachstumsgeschwindigkeit Schnellste aller Methoden Ähnlich wie DWC

Sauerstoff an den Wurzeln

System Verfügbarer Sauerstoff Art der Messung
Aeroponik (HPA) 21 % O2 (normale Luft) Wurzeln an der offenen Luft
DWC 8–12 ppm gelöster Sauerstoff Im Wasser gelöst
Erde oder Kokos unter 5 ppm (Äquivalent) Begrenzt, wenn das Substrat durchnässt ist

Diese Tabelle zeigt nur eine Rangfolge, denn sie vermischt zwei Einheiten. Der Wert von 21 % ist der Sauerstoffanteil der Luft, ppm bedeutet dagegen Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser. Wurzeln im Nebel bekommen den meisten Sauerstoff, Wurzeln im Wasser weniger und Wurzeln in durchnässtem Substrat am wenigsten.

Anmerkung der Übersetzung: Aeroponische Wurzeln haben kein Wasser um sich herum. Ein Stromausfall stoppt den Nebel, und die Wurzeln beginnen auszutrocknen. Hängen Sie Pumpe und Zeitschaltuhr wie bei NFT an eine Notstromversorgung. Das Original nennt das Bewurzeln von Stecklingen als Hauptanwendung beider Arten. Schneiden Sie Stecklinge von Ihren eigenen gesunden Mutterpflanzen, denn gekaufte Stecklinge können Schädlinge, HLVd oder die falsche Sorte mitbringen.

Was Sie tun können: Wenn Sie Aeroponik ausprobieren möchten, beginnen Sie mit einem Niederdruckgerät zum Bewurzeln von Stecklingen. In den USA kostet es 50–200 $, und die Übersichtstabelle bewertet den Schwierigkeitsgrad mit 3 von 10. So lernen Sie mit geringen Kosten, wie Sprühzyklen funktionieren, bevor Sie Geld in Hochdruck-Aeroponik investieren.

7. Die Kratky-Methode

Kratky ist ein passives System: Nichts wird gepumpt oder umgewälzt. Die Pflanzen sitzen in Netztöpfen über einem Tank mit stehender Nährlösung. Während die Pflanze trinkt, sinkt der Flüssigkeitsstand, und unter dem Netztopf entsteht ein Luftspalt. Die oberen Wurzeln nehmen aus diesem Spalt Sauerstoff auf.

Warum Kratky nicht zu Cannabis passt:

  • Es gibt keine Belüftung, daher bleibt der gelöste Sauerstoff niedrig
  • Stehendes Wasser begünstigt Wurzelfäule
  • EC und pH lassen sich über mehrere Wochen nicht stabil halten
  • Cannabiswurzeln brauchen in der Blüte viel Sauerstoff
  • Die Methode eignet sich nur für Salat, Kräuter und Blattgemüse

Wenn Sie es trotzdem versuchen möchten: Verwenden Sie einen großen Tank mit mindestens 19 L (5 US-Gallonen) pro Pflanze. Halten Sie das Wasser unter 20 °C, geben Sie Hydroguard hinzu und rechnen Sie mit einem deutlich geringeren Ertrag.

Anmerkung der Übersetzung: Um stehendes Wasser in einem thailändischen Raum mit 30–35 °C unter 20 °C zu halten, brauchen Sie eine Klimaanlage oder einen Kühler. Damit entfallen die Hauptvorteile von Kratky: niedrige Kosten und keine Technik. Nutzen Sie Kratky in Thailand nur für Salat und Kräuter.

Was Sie tun können: Wenn Sie Hydroponik günstig lernen möchten, üben Sie die Kratky-Methode zuerst mit Salat oder Kräutern. So lernen Sie, EC und pH zu messen, ohne eine Cannabisernte aufs Spiel zu setzen.

8. Zu erwartende Erträge

Ertrag pro Watt bedeutet Gramm Blüten pro Watt Lampenleistung. Die folgenden Zahlen sind grobe Richtwerte, die Anbauer angeben, so wie sie im Original stehen. Sie stammen nicht aus kontrollierten Versuchen.

Ertrag pro Watt (g/W)

System Anfänger Erfahren Experte
Erde 0,5 0,75 1,0
Kokossubstrat 0,75 1,0 1,5
DWC / RDWC 1,0 1,5 2,0

Ertrag pro Quadratmeter (g/m²)

System Durchschnittlicher Bereich Spitzenwerte
Erde 200–400 g/m² 500 g/m²
Kokossubstrat 400–600 g/m² 800 g/m²
DWC / RDWC 500–800+ g/m² 1.000+ g/m²

Die Erträge hängen von Genetik, Lichtintensität am Kronendach (PPFD), dem Können der Anbauenden und der Klimasteuerung ab. Es handelt sich um grobe, von Anbauern berichtete Bereiche unter 600–1.000 W Natriumdampf-Hochdrucklampen (HPS) oder einer entsprechenden LED-Leistung.

Anmerkung der Übersetzung: Diese Erträge setzen voraus, dass die Wurzelzone im Zieltemperaturbereich bleibt. In Thailand heißt das meist, dass Sie für die Kühlung von Wasser oder Raum bezahlen. Vergleichen Sie diese Stromkosten mit den zusätzlichen Gramm, bevor Sie von Erde oder Kokos auf DWC umsteigen.

Was Sie tun können: Notieren Sie bei jedem Durchgang Gramm pro Quadratmeter, Gramm pro Watt und die Stromrechnung, zum Beispiel in einem Grow-Tagebuch. Nach zwei oder drei Durchgängen sehen Sie, ob sich Hydroponik in Ihrem Raum lohnt.

9. Alle Systeme im Überblick

System Schwierigkeit (1–10) Startkosten (US-Preise) Ertragspotenzial Am besten geeignet für
DWC 3 50–100 $ Hoch Anfänger, 1–4 Pflanzen
RDWC 5 200–800 $ Sehr hoch Fortgeschrittene, 4–20 Pflanzen
NFT 7 150–500 $ Mittel bis hoch Erfahrene Anbauer, schnelle vegetative Phasen
Ebbe und Flut 4 100–300 $ Mittel bis hoch Sea of Green und Anlagen mit vielen Pflanzen
Tropfsystem (Drain-to-Waste) 4 100–400 $ Hoch Gewerbliche und präzise arbeitende Anbauer
Aeroponik (HPA) 9 500–2.000 $ Am höchsten Experten, Forschung und Entwicklung, Stecklingsvermehrung
Aeroponik (LPA) 3 50–200 $ Mittel bis hoch Selbstbauer, Stecklingsvermehrung
Kratky 1 10–30 $ Niedrig Für Cannabis nicht empfohlen

Anmerkung der Übersetzung: Wenn Sie das Wasser nicht unter 24 °C halten können, zeigt die Temperaturtabelle in Teil 2 das höchste Wurzelfäulerisiko dort, wo die Wurzeln im Wasser hängen (DWC, RDWC, Kratky). Bei NFT und Aeroponik gehen Pflanzen außerdem bei einem Stromausfall schnell verloren. In Tropf- und Ebbe-Flut-Systemen hält das Substrat etwas Wasser um die Wurzeln. Deshalb überstehen die Pflanzen dort einen kurzen Stromausfall besser.

Was Sie tun können: Wählen Sie ein System und betreiben Sie es mit einer oder wenigen Pflanzen einen ganzen Zyklus lang, bevor Sie einen ganzen Raum umstellen. So sehen Sie, wie das System mit Ihrer Hitze, Ihrer Luftfeuchtigkeit und Ihrer Stromversorgung zurechtkommt.

Rechtlicher Hinweis für Thailand

Dieser Artikel behandelt nur die Anbautechnik. In Thailand ist Cannabisblüte eine kontrollierte Heilpflanze (สมุนไพรควบคุม) gemäß der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Heilpflanzen (Cannabis) B.E. 2568, die seit dem 26. Juni 2025 in Kraft ist. Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept (ภ.ท. 33) verkauft werden, das höchstens 30 Tage abdeckt. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Den vollständigen rechtlichen Hinweis einschließlich der Vorschriften von 2026 finden Sie am Ende von Teil 2.

Quellen

  1. Resh, H.M. (2022). Hydroponic Food Production (8th ed.). CRC Press.
  2. Langenfeld, N.J., Pinto, D.F., Faust, J.E., Heins, R., & Bugbee, B. (2022). “Principles of Nutrient and Water Management for Indoor Agriculture.” Sustainability, 14(16), 10204.
  3. Active Aqua / Hydrofarm (2025). Equipment Specifications & Sizing Guides.
  4. General Hydroponics / Advanced Nutrients / CANNA — Official Feed Charts (2025–2026).

Wenn Sie eine Frage zur Wahl eines Systems für thailändische Bedingungen haben, stellen Sie sie hier als Antwort in diesem Thema. Geben Sie dabei Ihre Raumtemperatur und Ihren Aufbau an.

Weiter in Teil 2: Ein hydroponisches Cannabis-System in thailändischer Hitze betreiben: Düngung, Reservoirpflege, Wurzelfäule, Kühler und nützliche Mikroorganismen (Teil 2 von 2)

Mycorrhizae, Trichoderma, Bacillus and Pseudomonas: What Beneficial Root Microbes Do and How to Start Using Them in Thai Conditions
Autoflowering Cannabis: Feeding, Climate, Harvest Timing, Planning Harvests and Growing Outdoors in Thailand (Part 2 of 2)
Running a Hydroponic Cannabis System in Thai Heat: Feeding, Reservoir Care, Root Rot, Chillers and Beneficial Microbes (Part 2 of 2)
Mixing Your Own Nutrient Solution From Raw Salts: Meters, ppm Scales and the Arithmetic (Part 1 of 2)
Nutrient Problems on Cannabis Leaves: Check pH, Runoff EC and Roots Before You Feed (Part 1 of 2)
Grotek Nutrients in Soil: How to Read the Feeding Chart, Dose Each Product and Adjust It for Thai Conditions
Nutrient Burn on Cannabis: How to Recognize It, Tell It From Look-Alike Problems and Fix It
Root Zone and Rhizosphere in Cannabis Growing: What Roots Need, How to Read Them and How to Keep Them Cool in Tropical Heat
Cannabis Growing Media: Perlite, Rockwool, Clay Pebbles, Hydroponics and Choosing for Thailand (Part 2 of 2)
Hydroponics With a 31 °C Nutrient Tank: The Options Compared, the Root-Cooling Yield Claims and What to Measure (Part 2 of 2)
Gro-Silic by Grotek: How to Use a Silicon Supplement on Cannabis and Mix It Without Upsetting pH
Monster Bloom by Grotek: What a 0-50-30 Phosphorus and Potassium Booster Does and How to Use It in Thai Conditions
Grotek Monster Bloom (0-50-30): What the Label Says and How to Add It to Your Flowering Feed
Cannabis Basic Needs: Light, Water, Nutrients and Air — Target Numbers and How to Reach Them in a Thai Climate
Indoor Growing in a Hot, Humid Climate: Light, Air and Roots, and Where to Start
Nine Nutrient Brands in Their Own Words: Grotek, House & Garden, CANNA, BioBizz, Athena, FloraFlex, Metrop, Advanced Nutrients and Guanokalong, and What to Check Before You Buy
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FloraFlex®: Drip Irrigation Hardware and Powdered Nutrients, and Two Checks to Run Before You Buy
Substrates for Cannabis: How Soil, Peat, Coco Coir and Inert Media Hold Water, Air and Nutrients
Asiannabis Library: Growing and Genetics
Welcome to Indoor Growing
Organic vs Mineral Nutrients, Living Soil and No-Till: How Each Feeds the Plant, and How to Run Living Soil in Thai Heat
Mother Plants and Cloning: Choosing, Feeding and Pruning a Mother Plant (Part 1 of 2)
Tissue Culture and Micropropagation for Cannabis: Clearing Hop Latent Viroid, a Home Lab, Storage and Tropical Conditions (Part 2 of 2)
Root Rot, Pythium and Fusarium in Cannabis: Prevention, Treatment and Tropical Conditions (Part 2 of 2)
Root Rot, Pythium and Fusarium in Cannabis: The Organisms, Their Symptoms and How to Confirm Them (Part 1 of 2)