Dieser Leitfaden vergleicht die drei wichtigsten Arten von Pflanzenlampen für den Innenanbau: LED, Natriumdampf-Hochdrucklampen (HPS) und Keramik-Metallhalogenidlampen (CMH). Er richtet sich an Anbauer in Thailand und Südostasien, von lizenzierten Farmen bis zu kleinen Indoor-Räumen. Teil 1 behandelt fünf Punkte: wie Sie das Datenblatt einer Lampe lesen, wie viel Licht jeder Typ pro Einheit Strom liefert, wie viel Wärme er erzeugt, wie lange er hält und was er über fünf Jahre kostet.
Teil 2 behandelt die Farbzusammensetzung des Lichts, auch Spektrum genannt. Dort geht es auch darum, was Studien zu THC, CBD und Aroma herausgefunden haben und wie Sie UV- und Fernrotlicht sicher ergänzen. Außerdem finden Sie dort eine Checkliste für die Wahl einer Leuchte. Die Zahlen stammen aus Datenblättern von Chips und Leuchten, aus einer nordamerikanischen Liste geprüfter Produkte und aus veröffentlichten Studien. Alle Quellen stehen am Ende. Die Kosten sind in US-Dollar mit einem US-Strompreis gerechnet. Die Anmerkungen der Übersetzung zeigen Ihnen, wie Sie die Rechnung für einen Raum in Thailand wiederholen.
In Thailand brauchen Forschung, Export, Verkauf und Verarbeitung von Cannabisblüten eine Lizenz. Lesen Sie Lizenzen und Compliance in Thailand, bevor Sie einen Raum einrichten.
1. So lesen Sie das Datenblatt einer Pflanzenlampe
Dieser Abschnitt wurde bei der Übersetzung ergänzt. Er soll Ihnen helfen, die Zahlen im übrigen Artikel einzuordnen.
Pflanzen nutzen für die Photosynthese Licht zwischen 400 und 700 Nanometern (nm). Dieser Bereich heißt PAR (photosynthetisch aktive Strahlung). Die Angaben zu Pflanzenlampen zählen die Lichtteilchen (Photonen) in diesem Bereich in Mikromol (µmol). Ein Mikromol ist eine feste, sehr große Anzahl von Photonen.
Eine Wattangabe allein sagt Ihnen nur, wie viel Strom eine Lampe verbraucht. Sie sagt nichts darüber, wie viel Licht die Lampe abgibt. Um Lampen zu vergleichen, brauchen Sie vier Werte aus dem Datenblatt:
| Kennwert | Einheit | Was er Ihnen sagt | Wozu Sie ihn brauchen |
|---|---|---|---|
| Eingangsleistung (tatsächliche Watt) | W | Der Strom, den die Leuchte aus der Steckdose zieht | Dafür bezahlen Sie, und dieser Strom heizt den Raum auf |
| PPF (photosynthetischer Photonenfluss) | µmol/s | Alle PAR-Photonen, die die Leuchte pro Sekunde abgibt | Wie viel nutzbares Licht Sie kaufen |
| PPE (photosynthetische Photoneneffizienz) | µmol/J | PPF geteilt durch die Eingangsleistung in Watt | Wie viel Licht Sie pro Einheit Strom bekommen |
| PPFD (photosynthetische Photonenflussdichte) | µmol/m²/s | Photonen, die pro Sekunde auf einem Quadratmeter Kronendach ankommen | Ob die Pflanzen tatsächlich genug Licht erhalten |
Manche Produktnamen tragen eine höhere Zahl als die tatsächliche Leistungsaufnahme. Verwenden Sie die gemessene Eingangsleistung aus dem Datenblatt, nie die Zahl im Produktnamen.
Die PPFD hängt von der Hängehöhe, der Raumgröße und davon ab, wie viel Licht die Wände zurückwerfen. Sie ist direkt unter der Mitte der Leuchte am höchsten und nimmt zu den Rändern hin ab. Eine PPFD-Karte ist ein Raster von Messwerten unter der Leuchte, gemessen in einer angegebenen Höhe über einer angegebenen Fläche. Vergleichen Sie solche Karten nur, wenn Höhe und Fläche zu Ihrem eigenen Raum passen.
Rechenbeispiel. Das Kostenbeispiel in Abschnitt 5 zielt auf 800–1.000 µmol/m²/s auf einer Fläche von 1,2 × 1,2 m (1,44 m²). Dafür müssen pro Sekunde 1.150–1.440 µmol Photonen auf diese Fläche treffen. Ein Teil des Lichts fällt immer auf die Wände oder neben die Fläche. Deshalb muss der PPF der Leuchte höher sein als dieser Wert.
Sie können ein Datenblatt mit einer einzigen Multiplikation prüfen: Eingangsleistung in Watt × PPE = PPF. Eine LED mit 730 W und 2,6 µmol/J liefert etwa 1.900 µmol/s. Zwei CMH-Lampen mit je 315 W (zusammen 630 W) und 1,75–2,0 µmol/J liefern etwa 1.100–1.260 µmol/s.
Was Sie tun sollten: Verlangen Sie vor dem Kauf ein Datenblatt mit gemessener Eingangsleistung, PPF, PPE und einer PPFD-Karte für Ihre Hängehöhe. Multiplizieren Sie die Watt mit der PPE und prüfen Sie, ob das Ergebnis zum angegebenen PPF passt. Wenn die Zahlen nicht übereinstimmen, lassen Sie sich das vom Verkäufer erklären, bevor Sie bezahlen.
2. Licht pro Watt (Effizienz) nach Technik
Die PPE gibt an, wie gut eine Lampe Strom in Photonen umwandelt, die Pflanzen nutzen können. Eine höhere PPE bringt Ihnen mit demselben Strom mehr nutzbares Licht. Das wirkt sich auf Ihren Ertrag, Ihre Stromrechnung und die Wärme im Raum aus.
2.1 LED in 2025–2026
LED-Chips sind schnell besser geworden. Die besten weißen Chips liegen auf Chip-Ebene inzwischen über 3,0 µmol/J. Einfarbige tiefrote Chips (660 nm) werden eingesetzt, um zusätzliches Rotlicht zu liefern. Sie liegen über 4,0 µmol/J.
Herstellerangaben zu LED-Chips
| Chipmodell | Hersteller | Typ | PPE (µmol/J) | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| LM301H EVO | Samsung | Weiß, Vollspektrum | 3,14 | Neueste Generation; höchster Wert für weiße Chips in dieser Tabelle |
| LM301H | Samsung | Weiß, Vollspektrum | 3,10 | Seit 2021 weit verbreitet |
| LM301B | Samsung | Weiß, Vollspektrum | nicht veröffentlicht | Vorgängergeneration, noch häufig im Einsatz; Samsung gibt den Wert in lm/W an, nicht in µmol/J |
| OSCONIQ P 3737 Gen 2 | ams-OSRAM | Tiefrot, 660 nm | etwa 4 | Der Hersteller nennt für diese Generation keinen genauen µmol/J-Wert; prüfen Sie das Datenblatt |
| OSLON Square Hyper Red Gen 5 | ams-OSRAM | Tiefrot, 660 nm | etwa 4,2 | Wird genutzt, um weißen Leuchten Rot hinzuzufügen; hängt vom Betriebsstrom ab |
| Ledestar 3535 660nm | Ledestar | Tiefrot, 660 nm | 4,8 | Günstigerer Rot-Chip; Angabe des Herstellers, siehe Anmerkung |
| Bridgelux 3030 | Bridgelux | Weiß, Vollspektrum | ~2,8–3,0 | Günstigere weiße Variante |
Anmerkung der Übersetzung: Der Ledestar-Wert ist die eigene Angabe des Herstellers zur „höchsten PPE“ bei 350 mA, kein typischer Wert. Dasselbe Datenblatt nennt eine typische Strahlungseffizienz von 76,9 %. Das entspricht etwa 4,2 µmol/J. Selbst ein perfekter 660-nm-Chip, der seinen gesamten Strom in Licht umwandelt, käme nur auf etwa 5,5 µmol/J. Betrachten Sie die 4,8 als unbewiesen, bis Sie einen unabhängigen Prüfbericht sehen.
Eine fertige Leuchte liefert immer weniger Licht pro Watt als ihre Chips. Ein Teil der Energie geht im Treiber verloren, also in dem Gerät, das den Netzstrom für die LEDs umwandelt. Weitere Verluste entstehen in den Linsen und als Wärme. Vergleichen Sie Leuchten anhand von PPE und PPF im Datenblatt des Herstellers. Eine bessere Quelle ist die Horticultural Qualified Products List des DesignLights Consortium (DLC). Das DLC ist eine Organisation, die die geprüften Werte der Leuchten veröffentlicht, die in ihre Liste aufgenommen werden. Verlassen Sie sich nicht auf Zahlen, die in Shop-Angebote kopiert wurden.
Neue Produkte und Standards (2025–2026)
- Fluence „Red Sandwich“: Fluence hat diese Beleuchtungsanordnung im November 2025 vorgestellt. Sie kombiniert rotbetontes Licht von oben mit rotbetontem Licht unterhalb des Kronendachs. Fluence gibt dafür 3,4 µmol/J an. Das ist die Herstellerangabe für eine Anordnung, kein geprüfter Wert für eine einzelne Leuchte. Bestätigen unabhängige Tests den Wert, bekämen große Farmen mit demselben Strom mehr Licht.
- Mammoth Lighting Nova Sun Series (2026): eine neuere Reihe von LED-Leisten, erhältlich in Versionen mit 4 bis 10 Leisten. Prüfen Sie die PPE im Datenblatt des Herstellers oder in der DLC-Liste, bevor Sie sie mit anderen Leuchten vergleichen.
- DLC Hort V4.0: Seit dem 18. April 2025 muss eine LED-Leuchte mindestens 2,5 µmol/J erreichen, um gelistet zu werden. Unter V3.0 waren es 2,3 µmol/J. Viele Förderzuschüsse hängen von dieser Listung ab. Das drängt die Hersteller zu höherer Effizienz.
Anmerkung der Übersetzung: Die an die DLC-Liste gekoppelten Zuschüsse zahlen Energieversorger in Nordamerika. Ein Anbauer in Thailand kann sie nicht beantragen. Für Sie ist die Liste vor allem eine unabhängige Übersicht der geprüften Werte für jedes Leuchtenmodell.
2.2 Natriumdampf-Hochdrucklampen (HPS)
HPS-Lampen waren viele Jahre lang die Standardbeleuchtung im Anbau. Doppelseitig gesockelte HPS-Lampen (DE, „double-ended“) haben an jedem Ende einen Anschluss und sind die effizienteste HPS-Bauform. Die Effizienz von HPS kommt seit Langem nicht mehr über etwa 2,0 µmol/J hinaus. Das sind 30–45 % weniger Licht pro Watt als bei modernen LEDs.
2.3 Keramik-Metalldampflampe (CMH, auch als LEC verkauft)
Keramik-Metalldampflampen werden auch unter der Bezeichnung „lichtemittierende Keramik“ (LEC) verkauft. Sie liefern eine breite Farbzusammensetzung, die dem Sonnenlicht nahekommt. Beim Farbwiedergabeindex (CRI) erreichen sie hohe Werte. Dieser Index gibt auf einer Skala von 0–100 an, wie naturgetreu Farben unter einer Lampe aussehen.
Was über CMH behauptet wird:
- UV-B ohne zusätzliche Leisten: CMH-Lampen geben nennenswert UV-B ab, eine separate UV-Leiste ist nicht nötig. Das kann die Dichte der Trichome (der winzigen Harzdrüsen auf den Blüten) erhöhen und das Aroma verbessern.
- Mehr Aromastoffe: Das breite Spektrum einschließlich UV wird mit einer höheren Bildung von Aromastoffen in Verbindung gebracht.
- Trichomdichte: Anbauer berichten übereinstimmend von mehr Trichomen unter CMH als unter HPS. Das sind Erfahrungsberichte, keine kontrollierten Versuche.
- CRI um 90: Farben sehen fast so aus wie im Sonnenlicht. So können Sie Blattfarbe, Mangelerscheinungen und Schädlinge mit bloßem Auge beurteilen.
- Mehltau: UV-B hilft möglicherweise, die Keimung von Sporen des Echten Mehltaus zu verhindern.
Teil 2 zeigt, was kontrollierte Studien zu UV ergeben haben, auch wo UV den THC-Gehalt nicht erhöht hat.
Anmerkung der Übersetzung: In der thailändischen Regenzeit sind hohe Luftfeuchtigkeit und schwacher Luftstrom die Hauptursachen für Echten Mehltau. Verlassen Sie sich nicht auf das UV-B von CMH, um Mehltau zu bekämpfen. Bringen Sie zuerst Luftfeuchtigkeit und Luftstrom unter Kontrolle.
2.4 Zusammenfassung
| Kennwert | LED (beste Leuchten) | HPS (doppelseitig gesockelt) | CMH/LEC |
|---|---|---|---|
| PPE (µmol/J) | 2,6–3,1 | 1,95–2,0 | 1,75–2,0 |
| PPF-Bereich (µmol/s) | 930–2.117 | 2.000–2.108 | 500–1.100 |
| CRI | 70–80 | 20–25 | etwa 90 |
| UV | Braucht eine zusätzliche UV-Leiste | Sehr wenig | Natürliches UV-B |
| Farbzusammensetzung | Einstellbar | Schmal, überwiegend gelb-orange | Breit, nahe am Sonnenlicht |
| Erfüllt DLC Hort V4.0 | Die meisten Premium-Leuchten | Nein | Nein |
Die LED-Werte hier gelten für komplette Leuchten. Deshalb liegen sie unter den Chip-Werten aus Abschnitt 2.1.
Was Sie tun sollten: Erstellen Sie zuerst eine Auswahlliste nach der PPE auf Leuchtenebene. Prüfen Sie dann für jede Leuchte, ob ihr PPF zu dem Licht passt, das Ihre Fläche braucht (Abschnitt 1). So sehen Sie, welche Lampen Ihren Zielwert erreichen, ohne Strom zu verschwenden.
3. Wärmeabgabe
Woher die Wärme kommt
Jedes Watt, das eine Pflanzenlampe aufnimmt, wird am Ende zu Licht oder Wärme. Auch das Licht, das auf Blätter und Wände fällt, wird im Raum zu Wärme. Deshalb bringt jedes Watt 3,412 BTU Wärme pro Stunde in den Raum. BTU (British Thermal Unit) ist eine Wärmeeinheit. Klimaanlagen werden in Thailand nach ihrer BTU-Leistung verkauft.
Der eigentliche Unterschied zwischen den Lampentypen liegt darin, welcher Anteil der aufgenommenen Leistung zu PAR-Licht wird. Eine Lampe mit höherer PPE braucht für dasselbe Licht weniger Watt. Weniger Watt bedeuten weniger Wärme, die abgeführt werden muss.
| Technik | Typische Leistung | Gesamtwärme (BTU/h) | Anteil, der zu PAR-Licht wird | Anteil, der direkt als Wärme abgegeben wird |
|---|---|---|---|---|
| LED | ~600 W | ~2.047 | 50–60 % | 40–50 % |
| HPS | ~1.000 W | ~3.412 | 30–40 % | 60–70 % |
| CMH | ~630–800 W | ~2.150–2.730 | 40–45 % | 55–60 % |
Anmerkung der Übersetzung: Diese Tabelle geht von einer typischen 600-W-LED aus. Das Kostenbeispiel in Abschnitt 5 verwendet eine 730-W-LED, die etwa 2.490 BTU/h abgibt (730 × 3,412). Rechnen Sie immer mit der Eingangsleistung Ihrer eigenen Leuchte.
Wohin die Wärme geht
- LED: Die Wärme entsteht am Treiber und an der Kühlplatte aus Metall (Kühlkörper) oben auf der Leuchte. Sie steigt nach oben und verteilt sich zur Seite, statt nach unten auf die Pflanzen zu gehen. Deshalb können LEDs näher am Kronendach hängen.
- HPS: Der Leuchtkörper gibt Wärme in alle Richtungen ab. Dazu gehört viel Infrarot, eine unsichtbare Wärmestrahlung, die die Blätter direkt erwärmt. HPS-Lampen müssen höher hängen, und der Raum braucht eine stärkere HLK-Anlage (HVAC) für Klimatisierung und Belüftung.
- CMH: Ähnlich wie HPS, aber bei geringerer Gesamtleistung. Die geschlossene Leuchte leitet einen Teil der Wärme nach oben ab. Das Infrarot in Richtung Pflanzen ist trotzdem erheblich.
Anmerkung der Übersetzung: In weiten Teilen Thailands hat die Außenluft einen Großteil des Jahres 30–35 °C. Ihre Klimaanlage muss die Wärme von Lampen, Wänden, Dach, Ventilatoren und Entfeuchter abführen. Eine 1.000-W-HPS allein bringt 3.412 BTU/h. Das ist mehr als ein Viertel der Nennleistung eines 12.000-BTU-Geräts. Die vollständige Rechnung finden Sie unter Dimensionierung von Klimaanlage und Entfeuchter für einen thailändischen Blüteraum.
Was Sie tun sollten: Addieren Sie die Eingangsleistung aller Geräte, die im Raum laufen, und multiplizieren Sie die Summe mit 3,412. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der BTU-Leistung Ihrer Klimaanlage, bevor Sie Lampen kaufen. So wissen Sie, ob Ihre Kühlung die Lampen auch in den heißesten Monaten schafft.
4. Lebensdauer und Lichtverlust
| Kennwert | LED | HPS | CMH |
|---|---|---|---|
| Nennlebensdauer | 50.000–100.000 Stunden | ~24.000 Stunden | 15.000–25.000 Stunden |
| Lichtverlust | ~1,4 % pro Jahr | 7–8 % nach 10.000 Stunden | 10–15 % nach 10.000 Stunden |
| Leuchtmittelwechsel | Keiner (Dioden fest verbaut) | Alle 1–2 Jahre | Alle 1–1,5 Jahre |
| Wartungskosten | Sehr gering (Treiber müssen selten ersetzt werden) | 50–100 US$ pro Leuchtmittel + Arbeitszeit | 80–120 US$ pro Leuchtmittel + Arbeitszeit |
| Typische Garantie | 3–5 Jahre | 1–2 Jahre | 1 Jahr |
LED-Leuchten behalten nach fünf Jahren im Normalbetrieb über 90 % ihrer anfänglichen Lichtleistung. Dabei laufen sie 12 Stunden am Tag mit einer Photoperiode von 12/12 in der Blüte. HPS- und CMH-Leuchtmittel verlieren stetig an Leistung. Sie müssen sie regelmäßig ersetzen, damit am Kronendach genug PPFD ankommt.
Bei 12 Stunden am Tag läuft eine Lampe 4.380 Stunden im Jahr. 10.000 Stunden sind also etwa 2,3 Jahre, und die HPS-Nennlebensdauer von 24.000 Stunden entspricht etwa 5,5 Jahren. Leuchtmittel werden lange vor dem Ausfall gewechselt, weil sie jeden Monat weniger Licht liefern. Die Kostentabellen in Abschnitt 5 gehen von einem jährlichen Wechsel aus, also vom unteren Ende der oben genannten Spannen.
Anmerkung der Übersetzung zu den Bedingungen in Thailand:
- Stromausfälle: HPS- und CMH-Lampen lassen sich im heißen Zustand meist nicht wieder zünden. Nach einem kurzen Ausfall bleiben sie dunkel, bis sie abgekühlt sind. Das dauert in der Regel einige Minuten bis etwa 15 Minuten. LEDs gehen sofort wieder an. Verwenden Sie eine Zeitschaltuhr, die ihr Programm nach einem Stromausfall behält. So bekommen die Pflanzen trotzdem die richtige Zahl an Lichtstunden.
- Spannungsspitzen: Gewitter und Schaltvorgänge im Netz können LED-Treiber und elektronische Vorschaltgeräte beschädigen. Ein Überspannungsschutz kostet wenig im Vergleich zum Preis eines Treibers.
- Luftfeuchtigkeit: Feuchte Luft in der Regenzeit verkürzt die Lebensdauer der Elektronik. Prüfen Sie die IP-Schutzart von Leuchte und Treiber. Dieser Code zeigt, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser abgedichtet ist.
- Garantie: Eine Garantie über fünf Jahre hilft nur, wenn jemand in Thailand die Garantieansprüche auch tatsächlich erfüllt. Fragen Sie den offiziellen Vertriebspartner in Thailand, wer Garantiefälle bearbeitet und ob Ersatztreiber vor Ort auf Lager sind.
Was Sie tun sollten: Notieren Sie die Betriebsstunden jeder Lampe. Messen Sie alle paar Monate die PPFD mit einem PAR-Messgerät an denselben markierten Punkten. So erkennen Sie, wann ein Leuchtmittel so viel Licht verloren hat, dass es ersetzt werden muss, und müssen nicht raten.
5. Kosten über fünf Jahre für einen Raum von 1,2 × 1,2 m
Annahmen im Original
- Raum: 4 × 4 ft (1,2 × 1,2 m)
- Lichtstunden: 12/12 (Blüte) = 4.380 Stunden im Jahr
- Strom: 0,12 US$ pro kWh
- Ziel-PPFD am Kronendach: 800–1.000 µmol/m²/s
Gerätekosten
Das Vorschaltgerät oder der Treiber ist das Gerät, das die Lampe bzw. die LEDs startet und mit Strom versorgt.
| Posten | LED (SE7000) | HPS (Gavita DE 1000) | CMH (2 × 315 W) |
|---|---|---|---|
| Leuchte(n) | 650 $ | 350 $ | 265–360 $ |
| Vorschaltgerät/Treiber | Inbegriffen | Inbegriffen | Inbegriffen |
| Zeitschaltuhr und Aufhängung | 25 $ | 25 $ | 25 $ |
| Gesamt | 675 $ | 375 $ | 290–385 $ |
Strom pro Jahr
kWh pro Jahr = Watt × 4.380 Stunden ÷ 1.000.
| Technik | Leistung | kWh pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| LED | 730 W | 3.197 | 384 $ |
| HPS | 1.000 W | 4.380 | 526 $ |
| CMH (2 × 315 W) | 630 W | 2.760 | 331 $ |
Leuchtmittelwechsel über fünf Jahre
| Technik | Intervall | Kosten pro Leuchtmittel | Summe über fünf Jahre |
|---|---|---|---|
| LED | Keiner | 0 $ | 0 $ |
| HPS | Jedes Jahr | 50–100 $ | 200–400 $ |
| CMH | Jedes Jahr | 80–120 $ | 320–480 $ |
Gesamtkosten über fünf Jahre
| Posten | LED | HPS | CMH |
|---|---|---|---|
| Geräte | 675 $ | 375 $ | 290–385 $ |
| Strom (5 Jahre) | 1.920 $ | 2.630 $ | 1.655 $ |
| Leuchtmittel | 0 $ | 200–400 $ | 320–480 $ |
| Einsparung bei der Kühlung* | −370 $ | 0 $ | −120 $ |
| Sonstige Wartung | 0 $ | 80 $ | 80 $ |
| Summe über fünf Jahre | ~2.225 $ | ~3.285–3.485 $ | ~2.225–2.480 $ |
*Die Einsparung bei der Kühlung ist aus der geringeren Kühllast im Vergleich zu HPS geschätzt.
Laut Original macht sich der höhere Preis der LED gegenüber HPS nach etwa 12–18 Monaten bezahlt. Danach wachsen die Einsparungen weiter, weil der Strom weniger kostet und keine Leuchtmittel gekauft werden müssen. Nach den Zahlen der Tabelle selbst spart die LED gegenüber HPS etwa 270–310 $ pro Jahr. Das sind 142 $ beim Strom, 74 $ bei der Kühlung, 40–80 $ bei den Leuchtmitteln und 16 $ bei der Wartung. Die zusätzlichen 300 $ sind damit nach etwa 12–13 Monaten wieder eingespielt.
Anmerkung der Übersetzung: Prüfen Sie drei Punkte, bevor Sie den Summen vertrauen.
- Das CMH-Paar liefert weniger Licht. Mit 630 W liefern zwei CMH-Lampen etwa 1.100–1.260 µmol/s (Abschnitt 1). Auf der Fläche von 1,44 m² müssen 1.150–1.440 µmol/s ankommen – das Licht, das an die Wände verloren geht, ist dabei noch nicht eingerechnet. Die LED- und HPS-Aufbauten liefern etwa 1.900 µmol/s oder mehr. CMH ist also auch deshalb günstiger, weil es weniger Licht liefert.
- Die CMH-Leuchtmittelkosten gelten vielleicht nur für eine Lampe. Der Aufbau hat zwei Lampen, und das Original sagt nicht, ob sich die 80–120 $ auf eine Lampe oder auf das Paar beziehen. Gilt der Preis pro Lampe und ersetzen Sie jedes Jahr beide, liegen die Leuchtmittelkosten über fünf Jahre bei 640–960 $ statt 320–480 $. CMH wäre über fünf Jahre dann teurer als LED.
- Das Jahr zählt nur Blütestunden. Das Beispiel geht davon aus, dass das ganze Jahr mit 12/12 beleuchtet wird. Laufen dieselben Lampen auch in der Wachstumsphase mit längeren Tagen, steigen Stunden, Strom und Wärme.
CMH und LED landen also über fünf Jahre bei etwa derselben Summe, aber die LED liefert für dasselbe Geld deutlich mehr Licht.
Anmerkung der Übersetzung: Um die Kosten in Baht nachzurechnen, verwenden Sie den Gesamtpreis pro Einheit (kWh) auf Ihrer eigenen Stromrechnung. Auch die Preise für Leuchten und Leuchtmittel weichen in Thailand von den US-Preisen ab. Fragen Sie den offiziellen Vertriebspartner in Thailand nach aktuellen Preisen. Sie können auch andere Anbauer unter Ausrüstung und Zubehör fragen, was sie bezahlt haben. Ihre Einsparung bei der Kühlung hängt von Ihrer Klimaanlage und von der Außentemperatur ab. Berechnen Sie sie mit der Methode aus Abschnitt 3.
Was Sie tun sollten: Erstellen Sie Ihre eigene Tabelle über fünf Jahre. Verwenden Sie die Eingangsleistung Ihrer Leuchte, Ihre Lichtstunden pro Tag und den kWh-Preis auf Ihrer Rechnung (Watt × Stunden ÷ 1.000 = kWh). So sehen Sie, wann sich die Anschaffung für Ihren Raum wirklich bezahlt macht, und nicht für einen Raum in den USA.
Quellen für diesen Teil
- DLC Horticultural Qualified Products List (V4.0, 2025).
- Samsung LED Horticulture Solutions Datasheet (2025).
- ams-OSRAM OSCONIQ P 3737 Gen 2 Datasheet (2024).
- Im Original genannte Hersteller: Spider Farmer, HLG, Gavita (Signify), Lumatek, Fluence (Signify), Growers Choice, Sun System, Phlizon, Mammoth Lighting.
Die wissenschaftlichen Arbeiten sind in Teil 2 aufgeführt.
Haben Sie eine Frage oder eigene Messwerte? Posten Sie sie unter diesem Thema. Nennen Sie dabei Ihr Leuchtenmodell, die Eingangsleistung, die Raumgröße, die Hängehöhe und Ihre PPFD-Messwerte. Echte Zahlen aus Räumen in Thailand helfen anderen Anbauern mehr als Katalogwerte.
Weiter in Teil 2: Indoor-Pflanzenlampen 2026: LED vs. HPS vs. CMH — Spektrum, Forschungsergebnisse, UV und Fernrot und die richtige Wahl (Teil 2 von 2)