Licht für Cannabis: Intensität am Kronendach messen, Tageslichtsumme, Lichtfarbe und Dunkelheit in der Nacht

Dieser Artikel fasst die Forschung dazu zusammen, wie Lichtfarbe, Lichtstärke und Lichtzeiten das Wachstum von Cannabis beeinflussen. Es geht um den Gehalt an Cannabinoiden und Terpenen sowie um den Ertrag. Er richtet sich an Anbauer in Thailand und Südostasien, von lizenzierten Indoor-Farmen bis zum Growzelt zu Hause. Jeder Abschnitt endet mit einer Sache, die Sie messen oder ändern können.

Die Anmerkungen der Übersetzung ergänzen den thailändischen Kontext. Es geht um Hitze, Stromausfälle, Licht von benachbarten Gebäuden und darum, welche Geräte hier erhältlich sind.

1. Welches Licht Pflanzen nutzen können

Licht erreicht die Pflanze in Form von Photonen, also winzigen Paketen aus Lichtenergie. Die Lichtfarbe wird in Nanometern (nm) gemessen. Seit 1972 gilt der Bereich von 400–700 nm als das Licht, das die Photosynthese antreibt. Man nennt ihn PAR (photosynthetisch aktive Strahlung). Diese Festlegung geht auf die Arbeit des Pflanzenwissenschaftlers K. J. McCree zurück. Sie umfasst die Farben, die Chlorophyll a und b am stärksten aufnehmen.

Zwischen 2020 und 2022 schlugen Zhen und Bugbee, Pflanzenwissenschaftler an der Utah State University (USA), einen breiteren Bereich vor. Sie nennen ihn ePAR (erweitertes PAR) und geben in ihren Arbeiten 400–750 nm an. Die 380–760 nm aus dem Originalartikel stimmen damit nicht überein. Ihr wichtigstes Ergebnis betrifft dunkelrotes Licht (Far-Red) bei 701–750 nm. Dieses Licht galt lange als nutzlos für die Photosynthese. Zusammen mit Licht von 400–700 nm hilft es aber durchaus. Die gemeinsame Wirkung ist dabei größer als die Summe beider Lichtarten einzeln.

Wie gut jede Farbe die Photosynthese antreibt (die McCree-Kurve)

McCree hat gemessen, wie viel Photosynthese ein Photon bei jeder Wellenlänge antreibt. Als Grafik dargestellt ergibt das die McCree-Kurve:

  • Rot, um 630 nm: höchste Effizienz.
  • Blau, um 440 nm: zweiter Höhepunkt.
  • Grün, 500–600 nm: etwa 20 % unter Rot, treibt die Photosynthese aber trotzdem an.
  • Ultraviolett unter 400 nm und Dunkelrot über 700 nm: fielen aus der alten Definition heraus und werden mit ePAR neu bewertet.

Ein normales PAR-Messgerät erfasst nur 400–700 nm. Gibt Ihre Lampe viel Dunkelrot ab, zeigt das Gerät weniger Licht an, als die Pflanzen tatsächlich nutzen. Ein auf ePAR kalibrierter Sensor misst genauer.

Was Sie tun können: Sehen Sie sich das Spektrumdiagramm im Datenblatt Ihrer Lampe an. Ein deutlicher Peak im Dunkelrot bedeutet, dass Ihre PAR-Werte zu niedrig ausfallen. Erhöhen Sie die Leistung dann nicht nur, um einen bestimmten Messwert zu erreichen.

Anmerkung der Übersetzung: ePAR-Sensoren und zusätzliche Leuchten für Dunkelrot oder UV-A sind in Thailand womöglich schwer zu bekommen. Fragen Sie beim offiziellen Vertriebspartner der Marke nach, bevor Sie fest damit planen. Ohne ePAR-Sensor erledigt ein normaler Quantensensor für 400–700 nm trotzdem alle Aufgaben aus Abschnitt 2 und 3. Bei Lampen mit viel Dunkelrot zeigt er allerdings zu niedrige Werte an.

2. Lichtintensität am Kronendach messen

PPFD (photosynthetische Photonenflussdichte) ist die Zahl der Photonen von 400–700 nm, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter treffen. Sie wird in µmol/m²/s angegeben. Das Kronendach ist die oberste Schicht aus Blättern und Blüten. Laut Originalartikel ist schlechtes Messen die größte Einzelursache für Fehler bei der Indoor-Beleuchtung.

Was prüfen Wie vorgehen
Position des Sensors Auf Höhe des Kronendachs, waagerecht gehalten
Messraster Mindestens 9 Punkte pro Lampe: 4 Ecken, 4 Kantenmitten, 1 Mitte
Einheit µmol/m²/s (PPFD), nicht Lux (Helligkeit, wie das menschliche Auge sie wahrnimmt)
Messgerät Quantensensor, der Photonen zählt (der Originalartikel nennt Apogee und LI-COR)

Wie gleichmäßig das Licht verteilt ist

Gleichmäßigkeitsverhältnis = niedrigster PPFD ÷ durchschnittlicher PPFD (beide Werte aus Ihrem Messraster)

Beispiel: Durchschnitt 800, niedrigster Wert 640, Verhältnis 0,80.

Bewertung Verhältnis
Ausgezeichnet 0,85–0,90
Gut 0,75–0,85
Akzeptabel 0,65–0,75
Schlecht unter 0,65

Kommerzielle Räume sollten 0,75–0,90 anstreben. Ein niedriges Verhältnis heißt, dass manche Pflanzen viel weniger Licht bekommen. Da der Ertrag dem Licht folgt (Abschnitt 3), bringen diese Pflanzen weniger.

Fünf häufige Messfehler

  1. Nur in der Mitte messen. Die Mitte ist immer die hellste Stelle. Deshalb liegt der Wert dort 15–30 % über dem Durchschnitt.
  2. In der falschen Höhe messen. Messen Sie auf Höhe des Kronendachs, nicht an der Lampe.
  3. Ein Luxmeter verwenden. Das Auge ist für Grün am empfindlichsten. Lux zeigt daher nicht das Licht, das eine Pflanze nutzen kann.
  4. Reflexionen nicht beachten. Weiße Wände und Mylar (Reflexionsfolie) erhöhen den PPFD an den Rändern deutlich. Messen Sie mit Wänden, die so aufgebaut sind wie während des Anbaus.
  5. Die Alterung der LEDs nicht beachten. LEDs verlieren über 25.000–30.000 Stunden 5–15 % ihrer Leistung. Bei 12–18 Stunden pro Tag sind das grob 4–7 Jahre. Messen Sie jedes Jahr neu.

Was Sie tun können: Markieren Sie unter jeder Lampe 9 Punkte und messen Sie auf Höhe des Kronendachs. Notieren Sie die Werte und berechnen Sie Durchschnitt und Gleichmäßigkeitsverhältnis. Wiederholen Sie das jährlich und jedes Mal, wenn Sie eine Lampe versetzen. So sehen Sie den echten Durchschnitt und die schwachen Ecken und können Lampen oder Pflanzen gezielt umstellen.

Anmerkung der Übersetzung: Wegen eines Quantensensors fragen Sie beim offiziellen Vertriebspartner der Marke in Thailand nach. Sie können auch im Bereich „Ausrüstung und Zubehör“ nach den Erfahrungen anderer Mitglieder fragen.

Lichtbleiche

Anmerkung der Übersetzung: Leser haben nach Lichtbleiche gefragt. Der Originalartikel behandelt sie nicht, deshalb folgt hier eine kurze Erklärung. Die Triebspitzen, die der Lampe am nächsten sind, werden blassgelb oder weiß, während die unteren Blätter grün bleiben. Diese Spitzen bekommen weit mehr Licht, als die Pflanze nutzen kann. Oft staut sich dort außerdem die Wärme der Lampe.

Der wichtigste Hinweis ist die Stelle: Die Schäden sitzen an den Teilen, die der Lampe am nächsten sind. Zeigen sich blasse Blätter auch weiter unten, prüfen Sie zuerst die Düngung (Blattsymptome deuten).

Was Sie tun können: Messen Sie den PPFD an den höchsten Spitzen und auch über das ganze Kronendach. Liegen die Spitzen deutlich über dem Zielwert aus Abschnitt 3 für die jeweilige Phase, hängen Sie die Lampe höher oder dimmen Sie sie. Sie können hohe Spitzen auch durch Pflanzentraining herunterbiegen und so das Kronendach ausgleichen. So bleiben alle Spitzen im richtigen Bereich, statt dass einige verbrennen.

3. Tageslichtsumme für jede Wachstumsphase

DLI (Tageslichtsumme, Daily Light Integral) ist die Gesamtzahl der Photonen, die ein Quadratmeter an einem Tag erhält. Sie wird in mol/m²/Tag angegeben. Der PPFD zeigt das Licht in einem Moment, die DLI summiert den ganzen Tag. Derselbe PPFD ergibt bei unterschiedlich vielen Lichtstunden eine andere DLI.

DLI (mol/m²/Tag) = PPFD (µmol/m²/s) × Lichtstunden × 3.600 ÷ 1.000.000

Beispiel: 800 µmol/m²/s × 12 h × 3.600 ÷ 1.000.000 = 34,56 mol/m²/Tag

Die letzte Zeile der Tabelle setzt Raumluft voraus, die mit Kohlendioxid (CO₂) angereichert ist.

Phase DLI (mol/m²/Tag) PPFD (µmol/m²/s) Lichtstunden
Sämling / Klon 6–19 100–300 18 h
Frühe vegetative Phase 13–26 200–400 18 h
Späte vegetative Phase 26–39 400–600 18 h
Frühe Blüte (Woche 1–3) 26–35 600–800 12 h
Volle Blüte (Woche 4–8+) 35–43 800–1.000 12 h
Blüte mit CO₂-Zugabe 43–65 1.000–1.500 12 h

In der Blüte peilen die meisten kommerziellen Anbauer 38–43 mol/m²/Tag an.

Rodriguez-Morrison, Llewellyn und Zheng haben das 2021 getestet (Frontiers in Plant Science 12:646020). Sie zogen Cannabis bei 12 Stunden Licht pro Tag und 120 bis 1.800 µmol/m²/s. Der Blütenertrag stieg geradlinig von 116 auf 519 g/m². Das ist einer der klarsten Zusammenhänge zwischen Lichtmenge und Ertrag, die je bei Cannabis gemessen wurden.

Anmerkung der Übersetzung: Bei 30–35 °C Außentemperatur funktioniert die Zeile mit 1.000–1.500 nur in einem geschlossenen, klimatisierten Raum. Wer heiße Luft nach draußen abführt, bläst auch das zugesetzte CO₂ hinaus. Starke Lampen bringen außerdem Wärme, die die Klimaanlage abführen muss (Klimaanlage für einen thailändischen Blüteraum dimensionieren). Arbeitet Ihr Raum mit Außenluft, planen Sie mit der Zeile „Volle Blüte“ ohne CO₂. In Gewächshäusern senkt die Bewölkung in der Regenzeit das Tageslicht. Wenn Sie die DLI protokollieren, sehen Sie, an welchen Tagen das natürliche Licht nicht ausreicht.

Was Sie tun können: Berechnen Sie Ihre aktuelle DLI und vergleichen Sie sie mit der Zeile für Ihre Phase. So wissen Sie, ob Sie das Licht erhöhen, senken oder die Lichtstunden ändern sollten, bevor Sie etwas anderes anpassen.

4. Blaues Licht (400–500 nm)

Blaues Licht formt die Pflanze über zwei Lichtsensoren im Blatt, Cryptochrom und Phototropin. Der Originalartikel nennt prozentuale Zuwächse durch blaues Licht bei Stängelgewicht, Blattzahl, Stängeldicke, Wurzellänge und Chlorophyll. Er nennt keine Studie, und die Zahlen ließen sich keiner veröffentlichten Arbeit zuordnen. Deshalb sind sie hier weggelassen. Allgemein wird blaues Licht mit kürzeren, buschigeren Pflanzen in Verbindung gebracht. Das macht ein ebenes Kronendach leichter.

Morello und Kollegen (2022, Plants 11:2982) verglichen Cannabis unter mehreren LED-Farben und einer Natriumdampf-Hochdrucklampe. Ihre Ergebnisse für blaue LEDs (430 nm):

Gemessen Blaue LEDs (430 nm)
THC-Konzentration 10,17 % (höchster Wert aller Varianten)
THC gesamt pro Pflanze 1,44 g (niedrigster Wert, weil die Pflanzen weniger wuchsen)
Linalool (ein Terpen) 0,847 mg/g
Alpha-Pinen (ein Terpen) 5,73 mg/g

Blau erhöhte also den THC-Anteil in Prozent, senkte aber die THC-Menge pro Pflanze.

Ein Team der Utah State University unter Leitung von Westmoreland (2021, PLOS ONE) testete in der Blüte Blauanteile von 4–20 %. Der Blauanteil ist der Prozentsatz der Photonen einer Lampe im Bereich von 400–500 nm. Der Ertrag sank geradlinig, je höher der Blauanteil war. Pro 1 % mehr Blau gab es etwa 0,77 % weniger Blüten, über den ganzen Bereich etwa 12 %. Auf die Konzentration von THC oder CBD hatte der Blauanteil keinen Einfluss. Die Lampen mit dem geringsten Blauanteil lagen bei 4 % (Natriumdampflampe) bis etwa 10 % (LEDs).

Was Sie tun können: Suchen Sie im Datenblatt Ihrer Lampe den Blauanteil in Prozent. Wählen Sie für die Blüte eine Lampe oder Einstellung mit 4–10 % Blau. So verlieren Sie kein Erntegewicht durch ein blaulastiges Spektrum.

5. Rotes Licht und der Nachtlängen-Sensor der Pflanze

Rotes Licht (600–700 nm) treibt die Photosynthese am effizientesten an, pro Photon etwa 25 % stärker als Blau.

Eine Studie der Universität Wageningen von 2024 (Holweg und Kollegen, Frontiers in Plant Science 15:1393803) verglich zwei Varianten. Die eine war Weißlicht mit Rot-Peaks bei 640 und 660 nm, die andere Weißlicht nur mit 660 nm. Das Licht mit zwei Peaks brachte mehr Blütengewicht. Das lag vor allem an mehr Trockenmasse insgesamt und einem lockereren Wuchs. Die Cannabinoid-Konzentrationen änderten sich mit dem Spektrum nicht. Die Studie verwendete nur einen Kultivar (Sorte).

Phytochrom: der Nachtlängen-Sensor

Phytochrom ist ein Pflanzenpigment, das wie ein Schalter zwischen rotem und dunkelrotem Licht funktioniert. Es hat zwei Formen:

  • Pr (ausgeschaltet): nimmt Rot (660 nm) auf und wird zu Pfr.
  • Pfr (eingeschaltet): nimmt Dunkelrot (730 nm) auf und wird wieder zu Pr.
  • Im Dunkeln: Pfr wandelt sich langsam von selbst zu Pr zurück (Dunkelreversion).

Cannabis beginnt zu blühen, wenn der Anteil von Pfr am gesamten Phytochrom (Pfr:Ptotal) unter einen kritischen Wert fällt. Das geschieht während einer ununterbrochenen Dunkelphase von 9–10 Stunden oder mehr.

Was Sie tun können: Prüfen Sie im Datenblatt, ob es Peaks nahe 640 nm und 660 nm gibt. Stellen Sie Ihre Zeitschaltuhr für die Blüte auf mindestens 9–10 ununterbrochene Stunden Dunkelheit ein. Bei 12/12 sind das 12 Stunden völlige Dunkelheit.

6. Dunkelrotes Licht (etwa 700–780 nm)

Der Originalartikel verwendet für Dunkelrot allgemein 700–780 nm. Die ePAR-Studien aus Abschnitt 1 umfassten nur 701–750 nm.

Rot und Dunkelrot zusammen (der Emerson-Effekt)

Blätter haben zwei Lichtsammel-Einheiten, die in einer Kette zusammenarbeiten. Photosystem I nutzt Dunkelrot, Photosystem II nutzt Rot. Kommen beide Farben gleichzeitig an, arbeiten beide Einheiten. Die Photosynthese läuft dann schneller als mit beiden Farben getrennt. Das ist der Emerson-Effekt (Emerson Enhancement).

Ein Versuch von 2025: zwei Stunden Dunkelrot beim Ausschalten des Lichts

Peterswald und Kollegen (2025, Scientific Reports 15:17435) testeten den Zeitpunkt von Dunkelrot an drei Kultivaren: Cannatonic, Hindu Kush und Northern Lights. Die Tabelle zeigt Northern Lights. Bei den anderen beiden änderte sich der gesamte Cannabinoid-Ertrag nicht signifikant.

Code der Variante Was die Pflanzen bekamen Ergebnis
12L (Kontrolle) 12 h normales Licht Cannabinoide: 0,25 g pro Pflanze
10L_2D 10 h normales Licht, danach 2 h Dunkelrot zu Beginn der Dunkelphase Cannabinoide: 0,43 g pro Pflanze (etwa +70 %)
10L_2 10 h normales Licht, Dunkelrot in den letzten 2 h zugeschaltet Leichte Steigerung
12L_2_2D 12 h normales Licht, 2 h Dunkelrot am Ende + 2 h weitere im Dunkeln (insgesamt 4 h) Blüte verzögert, weniger Blütengewicht

10L_2D steigerte den Cannabinoid-Ertrag um etwa 70 % und THCA um 25 %. Dabei verbrauchte die Variante 5,5 % weniger Strom als die 12-Stunden-Kontrolle. THCA ist die Säureform von THC in der rohen Pflanze; Hitze wandelt sie in THC um. Zu viel Dunkelrot (12L_2_2D) verzögerte die Blüte und senkte den Blütenertrag stark.

Die Zusammenfassung im Original nennt das eine „End-of-Day“-Behandlung (am Tagesende). Diese Fassung verwendet den genauen Zeitpunkt aus der Studie, also die ersten 2 Stunden der Dunkelphase.

Dunkelrot lässt Stängel strecken (Schattenvermeidung)

Dunkelrotes Licht signalisiert der Pflanze, dass Nachbarn sie beschatten. Sie verlagert daraufhin Auxin, ein Wachstumshormon, und die Stängel wachsen in die Länge. Unkontrolliert führt das zu hohen, schwachen Pflanzen. Gezielt eingesetzt, lässt sich damit der Abstand zwischen den Nodien vergrößern (den Stellen, an denen Seitentriebe und Blätter aus dem Stängel wachsen).

Anmerkung der Übersetzung: Der mögliche Gewinn liegt bei etwa 70 % mehr Cannabinoiden pro Pflanze bei etwas weniger Stromverbrauch. Das stammt aus einem einzigen Versuch und gilt für einen von drei getesteten Kultivaren. In Thailand brauchen Sie dafür Dunkelrot-LED-Leisten mit eigener Zeitschaltuhr (zur Verfügbarkeit siehe Abschnitt 1). Prüfen Sie diese Zeitschaltuhr nach jedem Stromausfall. Läuft das Dunkelrot bis in die Nacht hinein, landen Sie beim Ergebnis von 12L_2_2D, also bei verzögerter Blüte.

Was Sie tun können: Beginnen Sie mit einem Zelt oder einem Tisch mit nur einem Kultivar. Lassen Sie die Hälfte der Pflanzen als Kontrolle mit 12 Stunden laufen und die andere Hälfte mit 10L_2D, anfangs mit wenig Dunkelrot. Wiegen Sie die getrockneten Blüten beider Gruppen. Lassen Sie von jeder Gruppe eine Probe im Labor testen und vergleichen Sie die Analysezertifikate. So sehen Sie, ob Ihr Kultivar darauf anspricht, bevor Sie die ganze Farm umrüsten.

7. Ultraviolettes Licht: was die Studien tatsächlich zeigen

Die Wirkung von UV auf Cannabis wird oft übertrieben. UV-A ist das langwelligere, mildere Ultraviolett, UV-B das kurzwelligere, aggressivere.

UV-B

  • Lydon (1987): THC stieg von 2,5 % auf 3,1 %, relativ gesehen um etwa 24 %. Das ist eine kleine Änderung, die oft als dramatisch zitiert wird.
  • Rodriguez-Morrison, Llewellyn und Zheng (2021, Frontiers in Plant Science 12:725078): eine eigene Arbeit, getrennt von der Lichtintensitäts-Studie aus Abschnitt 3. Bei einem von zwei Kultivaren sanken die Konzentrationen von THC und CBD, je mehr UV-B die Pflanzen bekamen. Bei keinem der beiden stieg die Gesamtmenge an THC oder CBD. Der Gesamtgehalt an Terpenen sank bei beiden, und UV-B schädigte die Blätter. Das widerspricht der verbreiteten Meinung.

UV-A

  • Zheng und Kollegen (2025, Scientific Reports 15:44735): Bei einer Hanfsorte mit hohem CBD-Gehalt steigerte UV-A in der Blüte den CBG-Gehalt (Cannabigerol) um 52,7 % und den CBD-Gehalt um 12,1 %. Am besten schnitt Rotlicht in der vegetativen Phase plus UV-A in der Blüte ab. Der CBD-Ertrag pro Pflanze stieg dabei um 44,1 % und der CBG-Ertrag um 91,8 %. Beim CBD-Ertrag unterschied sich diese Kombination nicht signifikant von Rot allein oder UV-A allein.

Der UV-Plan, den das Original empfiehlt

Einstellung Empfehlung
Verhältnis UV-A zu UV-B 99:1
Intensität etwa 1,8 W/m²
Dauer 3–4 Stunden pro Tag
Phase Blüte, Woche 4–8
Angegebener Zweck Mehr Terpene

Der Originalartikel nennt für diesen Plan keine Quelle. Betrachten Sie ihn daher als Ausgangspunkt für einen Versuch, nicht als geprüfte Einstellung. Die oben genannten Studien zeigen nicht, dass UV die Terpene erhöht. In der UV-B-Studie sanken die Terpene sogar.

Insgesamt scheint UV-A für Cannabis nützlicher zu sein. UV-B setzt die Pflanze unter Stress und liefert widersprüchliche Ergebnisse.

Anmerkung der Übersetzung: UV schädigt Augen und Haut. Schalten Sie UV-Lampen aus, bevor Sie im Raum arbeiten, oder tragen Sie eine Brille mit UV-Schutz. Der mögliche Gewinn ist mehr CBD oder CBG. Betrachten Sie UV als Versuch, nicht als Standardeinstellung.

Was Sie tun können: Testen Sie UV-A an einer kleinen Charge in Blütewoche 4–8. Stellen Sie daneben eine Kontrollcharge ohne UV und vergleichen Sie die Laborergebnisse. So sehen Sie, ob sich der Strom für UV-A bei Ihrem Kultivar lohnt.

8. Grünes Licht ist nicht verschwendet

Viele glauben, Pflanzen sehen grün aus, weil sie alles grüne Licht reflektieren, und grüne LEDs verschwenden daher Strom. Die Forschung sagt etwas anderes:

  • Ganze Blätter nehmen mehr als 70 % der grünen Photonen auf (McCree 1972).
  • Die oft zitierten 5–10 % Aufnahme stammen von Chlorophyll, das in eine Lösung extrahiert wurde, nicht von ganzen Blättern.
  • Bei hohem PPFD wirken zusätzliche grüne Photonen besser als zusätzliche rote oder blaue (Terashima und Kollegen, 2009).
  • Grünes Licht dringt tiefer ins Kronendach ein. Es treibt die Photosynthese in unteren und inneren Blättern an, die Rot und Blau nicht erreichen.

Vollspektrum-Lampen mit Grünanteil (sie wirken weiß) sorgen für ein gesünderes, ertragreicheres Kronendach als schmalbandige Rot-Blau-Lampen (sie wirken lila).

Was Sie tun können: Werten Sie beim Lampenvergleich eine Lampe nicht ab, nur weil sie Grün enthält. Vergleichen Sie Spektrum und Effizienz (Abschnitt 10). So kaufen Sie keine schmalbandige Lampe, bei der das untere Kronendach zu wenig Licht bekommt.

9. Dunkelheit in der Nacht und Lichtpläne

Cannabis ist eine fakultative Kurztagspflanze: Lange Nächte lösen die Blüte aus und halten sie in Gang. Die Pflanze braucht 9–10 Stunden ununterbrochene Dunkelheit, um mit der Blüte zu beginnen und weiterzublühen. Das ist ihre Reaktion auf die Photoperiode.

Wie viel Streulicht zu viel ist

Lichtquelle PAR-Intensität Sicher?
Mondlicht etwa 0,002 µmol/m²/s Sicher
Strenger Grenzwert unter 0,01 µmol/m²/s Sicher
Nachweislich blüteverzögernd 0,1 µmol/m²/s (etwa 5–7 Lux) Schädlich
Empfindliche Kultivare über 0,01 µmol/m²/s (etwa 0,5 Lux) Schädlich

Lichtlecks in der Nacht können Folgendes verursachen:

  • Späte Blüte: eine Verzögerung um 1–3 Wochen.
  • Zwitter: Durch Stress bilden weibliche Pflanzen männliche Blüten.
  • Geringerer Ertrag: Die Blüten entwickeln sich nicht vollständig.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand stehen Gewächshäuser und Netzhäuser oft in der Nähe von Straßenlaternen, Sicherheitsbeleuchtung oder Fenstern der Nachbarn. Schon 5–7 Lux reichen, um die Blüte zu verzögern. Verdunkelungsplanen, wie sie für die Lichtdeprivation verwendet werden, lösen das Problem (Lichtdeprivation im Gewächshaus).

Stromausfälle verursachen ein zweites Problem. Eine mechanische Zeitschaltuhr bleibt während des Ausfalls stehen und geht danach nach. Eine digitale Zeitschaltuhr kann sich zurücksetzen und die Lampen nachts einschalten. Prüfen Sie nach jedem Ausfall die Uhrzeit der Zeitschaltuhr. Stellen Sie sicher, dass im Anbauraum während der Dunkelphase keine Notbeleuchtung angeht.

Was Sie tun können: Stellen Sie sich einmal pro Woche 10–15 Minuten nach dem Ausschalten des Lichts in den Anbauraum. Achten Sie auf Lichtschein an Türen, Lüftungsöffnungen und Abdeckungen sowie auf Kontrollleuchten von Geräten. Kleben Sie jede Lichtquelle ab oder decken Sie sie ab. So schützen Sie sich vor 1–3 Wochen Verzögerung und vor Zwittern.

Die Gas Lantern Routine für die vegetative Phase

Die „Gas Lantern Routine“ ist ein Lichtplan für die vegetative Phase:

12 h Licht / 5,5 h dunkel / 1 h Licht / 5,5 h dunkel
  • Die einstündige Lichtpause teilt die Nacht in zwei kurze Nächte. Deshalb beginnt die Pflanze nicht zu blühen.
  • Mit 13 statt 18 Stunden Licht verbraucht sie etwa 28 % weniger Strom als 18/6.
  • Sie funktioniert nicht bei jedem Kultivar zuverlässig.

Ein Beispiel: Eine 600-W-Lampe verbraucht bei 18/6 täglich 10,8 kWh und mit dieser Routine 7,8 kWh. Multiplizieren Sie die Differenz von 3 kWh mit Ihrem Strompreis, um die Ersparnis zu sehen.

Was Sie tun können: Testen Sie die Routine 2–3 Wochen lang an einigen Pflanzen jedes Kultivars. Achten Sie dabei auf Anzeichen von Blüten, bevor Sie den ganzen Vegi-Raum umstellen. So sehen Sie, welche Kultivare damit vegetativ bleiben.

10. Effizienz von Lampen: wie man eine LED beurteilt

Die Effizienz wird in µmol/J gemessen, also in Photonen, die eine Lampe pro Joule Strom erzeugt. Ein höherer Wert bedeutet mehr Licht bei gleicher Stromrechnung. PPF ist die gesamte Lichtleistung einer Lampe in µmol/s.

Der Originalartikel nennt eine Leuchte als Beispiel für die derzeit höchste Effizienz. Sie steht hier als Vergleichswert, nicht als Empfehlung:

Lampe Effizienz (µmol/J) PPF (µmol/s) Leistung Hinweis
Fluence VYPR 4i · BROAD R8 · Klarglas 3,3 2.730 etwa 834 W Datenblatt 04/2025
Fluence VYPR 4i · BROAD R8 · breiter Abstrahlwinkel 3,2 2.660 etwa 834 W Datenblatt 04/2025

Effizienzstufen im Jahr 2026

Stufe Effizienz (µmol/J)
Minimal akzeptabel 2,5
Gut für den kommerziellen Anbau 2,8
Premium 3,0+
Derzeit bestes Angebot 3,3–3,6

Liegt eine Lampe unter 2,5 µmol/J, macht sich ein Ersatz allein durch die Stromersparnis wahrscheinlich innerhalb von 12–18 Monaten bezahlt.

Anmerkung der Übersetzung: Die Amortisationszeit hängt von Ihrem Strompreis und Ihren Lichtstunden ab. Pro 1.000 µmol/s Licht zieht eine Lampe mit 2,5 µmol/J 400 W und eine mit 3,0 µmol/J etwa 333 W. Bei 12 Stunden pro Tag summiert sich diese Differenz von 67 W auf etwa 290 kWh im Jahr. Multiplizieren Sie das mit Ihrem Preis pro kWh.

Was Sie tun können: Fragen Sie den offiziellen Vertriebspartner in Thailand nach dem Datenblatt mit PPF und Wattzahl. Teilen Sie dann PPF durch Watt, um die echten µmol/J zu erhalten. So vergleichen Sie Lampen auf derselben Grundlage und können Ihre Amortisationszeit berechnen.

11. Zusammenfassung der Einstellungen

Einstellung Empfehlung
Lampe Vollspektrum-LED, mindestens 2,8 µmol/J
PPFD in der vegetativen Phase 400–600 µmol/m²/s (18 h)
PPFD in der Blüte 800–1.000 µmol/m²/s (12 h); 1.000–1.500 mit CO₂
DLI in der Blüte 38–43 mol/m²/Tag
Blauanteil 4–10 %
Dunkelrot 2 h zu Beginn der Dunkelphase testen (10L_2D), zunächst niedrig dosiert
UV-A 1,8 W/m², Verhältnis UV-A:UV-B 99:1, 3–4 h pro Tag in Blütewoche 4–8
Dunkelheit Unter 0,01 µmol/m²/s
CO₂ 1.000–1.500 ppm, wenn der PPFD über 800 liegt
Gleichmäßigkeit Gleichmäßigkeitsverhältnis über 0,75, gemessen an 9+ Punkten

Beginnen Sie mit den beiden günstigsten Prüfungen: Messen Sie den PPFD an 9 Punkten pro Lampe, und suchen Sie nachts nach Lichtlecks. Posten Sie Ihre PPFD-Messwerte oder Ihre Fragen unter diesem Thema. So können andere Mitglieder sie mit ihren eigenen Räumen vergleichen.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der Bildung und Forschung. Er wirbt weder für Anbau ohne Lizenz noch für den Freizeitkonsum.

In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Sie ist seit dem 26. Juni 2025 in Kraft. Blüten dürfen nur gegen eine Verschreibung auf Formular PT 33 (ภ.ท.33) verkauft werden, für höchstens 30 Tage. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.

Danach folgten zwei Ministerialverordnungen von B.E. 2569 (was sich im April 2026 geändert hat):

  • Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte trat am 26. April 2026 in Kraft.
  • Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) trat am 30. April 2026 in Kraft. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten.

Besitzen Sie die Lizenzen, die Ihre Tätigkeit erfordert, und halten Sie sich an die geltenden Vorschriften (welche Lizenz was abdeckt).

Quellen

  1. Zhen S, Bugbee B (2020). Frontiers in Plant Science 11:581156
  2. Rodriguez-Morrison V, Llewellyn D, Zheng Y (2021). Frontiers in Plant Science 12:646020
  3. Westmoreland FM, Kusuma P, Bugbee B (2021). PLOS ONE 16(3):e0248988
  4. Danziger N, Bernstein N (2021). Industrial Crops and Products 164:113351
  5. Peterswald TJ et al. (2025). Scientific Reports 15:17435
  6. Chandra S et al. (2008). Physiology and Molecular Biology of Plants
  7. Zheng Q et al. (2025). Scientific Reports 15:44735
  8. McCree KJ (1972). Agricultural Meteorology 9:191-216
  9. Terashima I et al. (2009). Plant and Cell Physiology 50(4):684-697
  10. Lydon J, Teramura AH, Coffman CB (1987). Photochemistry and Photobiology 46:201-206
  11. Rodriguez-Morrison V, Llewellyn D, Zheng Y (2021). Frontiers in Plant Science 12:725078
  12. Morello V et al. (2022). Plants 11:2982
  13. Holweg MMSF et al. (2024). Frontiers in Plant Science 15:1393803
Cannabis Basic Needs: Light, Water, Nutrients and Air — Target Numbers and How to Reach Them in a Thai Climate
Indoor Growing in a Hot, Humid Climate: Light, Air and Roots, and Where to Start
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Indoor Grow Lights in 2026: LED vs HPS vs CMH — Light per Watt, Heat, Lifespan and Five-Year Cost (Part 1 of 2)
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