Feminisierte Samen mit Silber herstellen: Sicherheit, Wirkungsweise, Ansetzen der Lösung und Sprühplan (Teil 1 von 2)

Eine weibliche Cannabispflanze kann männliche Blüten bilden, wenn man sie mit einer Silberlösung besprüht. Ihr Pollen enthält kein Y-Chromosom. Deshalb wächst aus jedem Samen, der damit entsteht, eine weibliche Pflanze. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie das machen, ohne sich selbst, Ihren Growraum oder Ihre Ernte zu kontaminieren.

Alle handelsüblichen feminisierten Samen beruhen auf dieser einen Tatsache der Pflanzenbiologie. Teil 1 behandelt die Sicherheit, die Frage, warum Silber wirkt, und die Messergebnisse der Forschung. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Silberthiosulfat ansetzen und sprühen und wie die Methode mit kolloidalem Silber im Vergleich abschneidet. Teil 2 behandelt die Auswahl der beiden Pflanzen, den Umgang mit Pollen, die Bestäubung, die Samenernte und die Grenzen feminisierter Linien.

1. Sicherheit zuerst: Lesen Sie das, bevor Sie etwas ansetzen

1.1 Zwei Pflanzen – und warum eine vernichtet wird

Für die Methode brauchen Sie zwei Pflanzen. Die Spenderin ist das Weibchen, das Sie besprühen. Sie bildet dann männliche Blüten und erzeugt Pollen. Die Samenmutter ist das Weibchen, das Sie bestäuben und das die Samen trägt.

Die Spenderin ist eine Opferpflanze. Alle Quellen zu dieser Technik sagen, dass besprühtes Pflanzenmaterial nicht zum Verzehr geeignet ist. Silbersalze gelangen ins Pflanzengewebe, und Spülen mit klarem Wasser entfernt sie nicht. Sie ziehen die Spenderin nur für ihren Pollen heran und vernichten sie danach.

Besprühen Sie niemals die Samenmutter. Ist Sprühnebel zu ihr hinübergeweht, behandeln Sie auch sie als kontaminiert.

1.2 Schutzausrüstung

  • Nitrilhandschuhe. Silbernitrat verfärbt und verätzt die Haut.
  • Dicht schließender Augenschutz. Verwenden Sie eine Schutzbrille, die rund um die Augen abschließt. Eine normale Brille reicht nicht.
  • Eine gut sitzende Partikelmaske. Beim Sprühen entsteht feiner Nebel in Kopfhöhe. Ohne Maske atmen Sie ihn ein.
  • Ein eigener Sprüher. Markieren Sie ihn und verwenden Sie ihn nie wieder für Dünger oder Wasser. So gelangt kein Silber an andere Pflanzen.

1.3 Vorbereitung vor dem ersten Sprühen

  • Isolieren Sie die Spenderin in einem eigenen Zelt mit eigenem Abluftventilator, und zwar vor dem ersten Sprühen, nicht danach. Der Sprühnebel und später ihr Pollen dürfen keine anderen Pflanzen erreichen.
  • Beschriften Sie alles: Vorratsflaschen (Inhalt, Konzentration und Datum), Sprühflasche, Pflanze, Pollenglas, bestäubte Zweige und Samentütchen. Monate später sind die Etiketten Ihre einzige Aufzeichnung darüber, was Sie hergestellt haben.
  • Entsorgen Sie Reste als Chemieabfall. Übrige Lösung und behandelte Pflanzenabfälle kommen niemals auf den Kompost oder in den Abfluss. Halten Sie sie von Kindern, Haustieren und Lebensmitteln fern.

Anmerkung der Übersetzung: In einem thailändischen Growraum sind 30–35 °C normal. Bei dieser Hitze beschlägt die Schutzbrille, und in den Handschuhen sammelt sich Schweiß. Viele legen die Ausrüstung dann mittendrin ab. Kühlen Sie den Raum herunter, bevor Sie anfangen, und halten Sie jeden Sprühdurchgang kurz, damit die Ausrüstung anbleiben kann. Wie Sie silberhaltige Abfälle abgeben, erfahren Sie beim Laborbedarfshändler, der Ihnen die Chemikalien verkauft hat, oder bei Ihrer örtlichen Verwaltung. Sie möchten lieber gar nicht mit Silbersalzen hantieren? Das Forumsthema zur Rodelisierung beschreibt eine Methode ganz ohne Chemikalien.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut. Grundlage ist die Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis), B.E. 2568, die seit dem 26. Juni 2025 in Kraft ist. Blüten einer mit Silber besprühten Spenderin sind Abfall und niemals ein Produkt. Sie werden zusammen mit dem Rest der behandelten Pflanze entsorgt.

Was Sie jetzt tun sollten: Kaufen Sie Handschuhe, Schutzbrille, Maske und einen neuen Sprüher, und bauen Sie das separate Zelt auf. Erledigen Sie das alles, bevor Sie Silbersalz kaufen.

2. Warum Silber ein Weibchen zur Pollenspenderin macht

2.1 Wie das Geschlecht bei Cannabis festgelegt wird

Cannabis ist zweihäusig. Das heißt, männliche und weibliche Blüten wachsen normalerweise an getrennten Pflanzen. Ein Paar Geschlechtschromosomen legt das Geschlecht jeder Pflanze fest: XX für ein Weibchen, XY für ein Männchen. Die Chromosomen wirken über Pflanzenhormone, und Chemikalien von außen können diese Hormone blockieren. Deshalb kann ein Sprühmittel verändern, welche Blüten eine genetisch weibliche Pflanze bildet.

2.2 Ethylen und Gibberellin: die zwei Hormone für das Blütengeschlecht

Ethylen ist ein Gas, das die Pflanze selbst bildet. Es lenkt die Blüten in Richtung weiblich. Die heutige Erklärung stammt aus Studien an anderen Pflanzenfamilien, die lange vor den ersten Versuchen mit Cannabis durchgeführt wurden. Ethylen signalisiert der jungen Blüte, die Entwicklung ihrer Staubblätter zu stoppen. Staubblätter sind die männlichen Organe, die Pollen bilden. Wird dieses Signal blockiert, schaltet eine XX-Pflanze ihr männliches Programm ein und bildet Staubblätter.

Gibberellin ist eine zweite Gruppe von Pflanzenhormonen. Für die Landwirtschaft wird es als Gibberellinsäure (GA3) verkauft, ein Pflanzenwachstumsregulator. Mohan Ram und Jaiswal berichteten 1972 in der Fachzeitschrift Planta, dass Gibberelline wie GA3 an weiblichen Cannabispflanzen männliche Blüten auslösten. Diese Anleitung nennt keine Dosis und keinen Zeitplan für GA3. Die Studien, auf die sie sich stützt, haben nämlich nur Silber getestet.

Für die Züchtung heißt das in der Praxis: Silber blockiert Ethylen, und zu Silber gibt es die meisten veröffentlichten Daten bei Cannabis. Der Rest dieser Anleitung arbeitet deshalb mit Silber.

2.3 Wie Silber Ethylen blockiert

Arabidopsis ist ein kleines Unkraut aus der Familie der Kreuzblütler (Senfgewächse) und die Standardpflanze der Laborforschung. Eine Studie an dieser Pflanze erschien im Journal of Biological Chemistry. Sie zeigte, dass Silber am Ethylenrezeptor angreift. Das ist das Protein in der Zelle, das das Ethylensignal aufnimmt.

Dieser Rezeptor bindet normalerweise Kupfer an einer Metall-Bindungsstelle. Silber nimmt den Platz des Kupfers ein. Der Rezeptor fängt Ethylen dann zwar weiter ein, gibt das Signal aber nicht mehr weiter.

Die beiden Forscher Mohan Ram und Sett nutzten das als Erste bei Cannabis. In einem Artikel von 1982 in der Fachzeitschrift Theoretical and Applied Genetics berichteten sie über fruchtbare männliche Blüten an weiblichen Pflanzen. Das gelang ihnen mit Silbernitrat und ebenso mit Silberthiosulfat, einer Verbindung aus Silber und Thiosulfat.

2.4 Warum der Pollen nur X-Chromosomen trägt

Das Sprühen verändert, welche Organe die Pflanze bildet, aber nicht ihre Chromosomen. Für die Pollenbildung trennt die Pflanze jedes Chromosomenpaar durch Meiose. Das ist die Zellteilung, aus der Pollen und Eizellen entstehen. Eine XX-Pflanze kann nur X-Chromosomen weitergeben. Daher trägt jedes lebensfähige Pollenkorn ein X.

Kreuzung Pollen trägt Nachkommen
Normales Männchen × Weibchen X oder Y etwa 50 % weiblich, 50 % männlich
Mit Silber umgewandeltes Weibchen × Weibchen nur X XX: alle weiblich

In die Kreuzung gelangt kein Y-Chromosom. Deshalb kann aus keinem der Samen ein Männchen wachsen. Handelsübliche Chargen sind trotzdem nicht zu genau 100 % weiblich, sondern nur nahezu. Ein paar intersexuelle Pflanzen bzw. Zwitter mit männlichen und weiblichen Blüten sind normal. Ihr Anteil steigt, wenn die Pflanzen unter Stress stehen.

Was Sie tun sollten: Wenn Sie eine feminisierte Charge anbauen, notieren Sie jede intersexuelle Pflanze und ihre Wachstumsbedingungen, etwa Hitze oder Lichtlecks. So erkennen Sie, ob es an den Bedingungen oder an der Genetik lag.

3. Was die veröffentlichte Forschung gemessen hat

Zwei Studien in Plants, einer begutachteten Fachzeitschrift für Pflanzenwissenschaften, besprühten Cannabisblätter mit Silberthiosulfat. Die Dosen sind in Millimolar (mM) angegeben. Diese Einheit zeigt, wie viel Silber in einem Liter gelöst ist. Die Chemie müssen Sie nicht nachvollziehen, denn Abschnitt 4 rechnet die Werte in Gramm und Milliliter um.

Studie Konzentration Anwendung Ergebnis
Plants, 2024: Blattspritzung zu Blühbeginn oder 4 Wochen nach Blühbeginn 0,3, 1,5 und 3,0 mM getestet Einmal gesprüht oder dreimal im Abstand von 7 Tagen; 20 ml pro Pflanze Männliche Blüten wurden etwa 6 Wochen nach der Behandlung ausgewertet. Über 65 % des Pollens nahmen einen Farbstoff auf, der lebende Körner sichtbar macht. Eine Sorte reagierte bei 0,3 mM, die anderen brauchten 1,5 mM oder mehr
Plants, 2026: Studie zur Blütenanatomie 3,5 mM, bis zum Abtropfen gesprüht, etwa 50 ml pro Pflanze Drei Sprühungen im Abstand von 4 Tagen, eine davon vor der Lichtumstellung Die Wachstumspunkte, aus denen Staubblätter entstehen, waren nach 7 Tagen sichtbar. Bis Tag 31 wurde Pollen freigesetzt, davon waren 54 % lebensfähig

Welche Dosis wirkt, hängt von der Sorte ab. Die Studie von 2024 hat genau das gemessen. Die beiden Plants-Studien verwendeten 0,3 bis 3,5 mM Silber, und manche Hobbyrezepte liegen sogar unter 0,3 mM. Eine einzige richtige Dosis gibt es also nicht.

Was Sie tun sollten: Wenn Sie eine Sorte zum ersten Mal umwandeln, beginnen Sie am unteren Ende. Notieren Sie die Konzentration und wie die Pflanze reagiert hat. Diese Aufzeichnung liefert Ihnen die Dosis für den nächsten Durchgang.

4. Silberthiosulfat: Ansetzen der Lösung

Silberthiosulfat gibt es nicht als Pulver zum Auflösen zu kaufen. Es ist ein Komplex-Ion, Ag(S₂O₃)₂³⁻. Es entsteht, wenn Sie eine Silbernitratlösung mit einer Natriumthiosulfatlösung mischen. Sie stellen daher zwei getrennte Stammlösungen her (konzentrierte Lösungen, die zum Mischen aufbewahrt werden) und vereinen sie dann.

4.1 Die zwei Stammlösungen

Die Tabelle unten nennt zwei Rezepte. Das erste ist für 20-mM-Stammlösungen aus den molaren Massen der beiden Salze berechnet. Das zweite stammt aus einem Gewebekultur-Protokoll (einer schriftlichen Labormethode) von Sigma-Aldrich, einem Hersteller von Laborchemikalien.

Rezept Silbernitrat Natriumthiosulfat (wasserfrei) Nach dem Mischen 1 Teil zu 4 Teilen
20 mM (berechnet) 3,40 g pro Liter 3,16 g pro Liter etwa 4 mM Silber
0,1 molar, entspricht 100 mM (Gewebekultur-Protokoll von Sigma-Aldrich) 1,7 g pro 100 ml 1,58 g pro 100 ml 0,02-molares Konzentrat (20 mM)

Natriumthiosulfat wird in zwei Formen verkauft. Wasserfrei heißt trocken, ohne Wasser in den Kristallen. Pentahydrat-Kristalle enthalten Wasser. Für dieselbe Menge Thiosulfat müssen Sie davon also mehr abwiegen. Verlangt ein Rezept 5 g wasserfreies Salz, nehmen Sie 7,8 g Pentahydrat.

Verwenden Sie ausschließlich destilliertes Wasser. Leitungswasser enthält Chlorid. Chlorid reagiert sofort mit Silber und bildet eine weiße Trübung. Diese Trübung ist Silber, das aus der Lösung ausgefallen ist. Für das Sprühmittel ist es verloren.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand verkaufen Händler für Laborchemikalien Silbernitrat und Natriumthiosulfat. Verlangen Sie Reagenzqualität (reagent grade), also den Reinheitsgrad für Labore. Prüfen Sie, ob das Thiosulfat wasserfrei oder als Pentahydrat vorliegt, und lassen Sie sich das Sicherheitsdatenblatt geben. Abgefülltes Trinkwasser und Umkehrosmose-Wasser sind kein destilliertes Wasser und können noch Chlorid enthalten. Kaufen Sie daher Wasser, das als destilliert oder deionisiert gekennzeichnet ist. Eine Küchenwaage wiegt 1,58 g nicht genau. Verwenden Sie eine Waage, die auf 0,01 g genau anzeigt.

4.2 Die Reihenfolge beim Mischen ist entscheidend

Gießen Sie das Silbernitrat langsam in das Natriumthiosulfat, niemals umgekehrt. In umgekehrter Reihenfolge enthält die Mischung zwischendurch zu viel Silber. Dann bilden sich unlösliche Silberverbindungen, die sich absetzen.

  1. Stellen Sie beide Stammlösungen in derselben Konzentration her, jede in einer eigenen beschrifteten Flasche.
  2. Füllen Sie 80 ml Natriumthiosulfat-Stammlösung in ein sauberes Glasgefäß ab.
  3. Gießen Sie langsam 20 ml Silbernitrat-Stammlösung dazu. Das ergibt das molare Verhältnis 1:4 aus dem Sigma-Aldrich-Protokoll: ein Silberteilchen auf je vier Thiosulfatteilchen.
  4. Prüfen Sie das Ergebnis. Die Lösung sollte klar bleiben. Wird sie trüb oder grau, hat sich das Silber abgesetzt. Entsorgen Sie diese Charge dann als Chemieabfall.

4.3 Sprühfertige Konzentration

Das Konzentrat ist zum Sprühen zu stark. Verdünnen Sie es daher mit destilliertem Wasser.

Ausgangslösung Verdünnung Silber im Sprühmittel
Konzentrat 0,02 molar (Sigma-Aldrich-Rezept) 1 Teil auf etwa 5 Teile Wasser etwa 3,5 mM, wie in der Studie von 2026
Konzentrat 0,02 molar 1 Teil auf etwa 12 Teile Wasser etwa 1,5 mM, die Mitte des Bereichs aus der Studie von 2024
Hobbyrezept: 1 g Silbernitrat pro Liter und 5 g Thiosulfat pro Liter, dann 100 ml + 100 ml + 600 ml Wasser Bereits verdünnt etwa 0,7 mM

Beginnen Sie niedrig bei einer Sorte, die Sie noch nie umgewandelt haben. Zu viel Silber verbrennt die Blätter. Die Pflanze kann dann so stark geschädigt sein, dass sie die Pollenbildung nie abschließt. Zu wenig Silber bedeutet nur, dass Sie ein weiteres Mal sprühen müssen.

Was Sie tun sollten: Wählen Sie für eine neue Sorte eine der niedrigeren Konzentrationen aus dieser Tabelle. Schreiben Sie Datum und Konzentration auf das Etikett der Pflanze.

4.4 Lagerung und Haltbarkeit

Wie lange die Lösungen halten, darüber sind sich die Quellen nicht einig. Forschungsprotokolle empfehlen, die Stammlösungen dunkel zu lagern. Laut diesen Protokollen hält die fertige Mischung im Kühlschrank bis zu einem Monat. Am besten setzt man sie aber erst kurz vor Gebrauch an. Hobbyanleitungen nennen oft eine viel längere Haltbarkeit im Kühlschrank.

Warum die Lösungen an Wirkung verlieren, darüber sind sich alle einig. Licht zersetzt Silbersalze, und das Silberthiosulfat reagiert langsam mit Sauerstoff. Dadurch sinkt die Menge an wirksamem Silber, das Etikett auf der Flasche bleibt aber gleich.

Setzen Sie das Sprühmittel am Tag des Sprühens an. Hat eine Umwandlung nichts bewirkt, ist alte Lösung unbekannten Alters der wahrscheinlichste Grund.

Anmerkung der Übersetzung: In thailändischen Räumen ist es viel wärmer, als diese Protokolle für die kühle Lagerung voraussetzen. Außerdem kann ein Stromausfall den Kühlschrank stundenlang lahmlegen. Lagern Sie Stammlösungen im Kühlschrank in Braunglas oder in Flaschen, die mit Alufolie umwickelt sind. Schreiben Sie das Mischdatum auf das Etikett. War der Kühlschrank ohne Strom oder kennen Sie das Alter einer Flasche nicht, setzen Sie eine frische Charge an. Die Chemikalien kosten weit weniger als ein fehlgeschlagener Umwandlungsdurchgang.

5. Sprühplan und Benetzung

Das Silber muss in der Pflanze sein, solange sich ihre Blütenanlagen noch als männlich oder weiblich ausbilden. Deshalb sprühen Sie das erste Mal kurz vor der Lichtumstellung und danach noch einmal. Mit der Lichtumstellung wechseln Sie auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Dieser Wechsel leitet die Blüte ein. Das Thema zur vegetativen Phase und dem richtigen Zeitpunkt für die Umstellung auf Blüte erklärt diesen Schritt.

Tag (Tag 0 = Lichtumstellung) Was Sie tun bzw. was passiert
Tag −7 bis −1 Erste Sprühung, bevor Sie an Tag 0 auf 12 h Licht / 12 h Dunkelheit umstellen. Manche Anleitungen behalten die langen Tage noch eine Woche bei.
Tag +4 und Tag +8 Zweite und dritte Sprühung im Abstand von 4 Tagen, wie in der Studie von 2026. Am häufigsten wird von drei Sprühungen berichtet. In der Studie von 2024 funktionierten auch Abstände von 7 Tagen.
Tag +10 bis +14 An den Nodien erscheinen die ersten männlichen Blütenstrukturen.
Tag +21 bis +31 Die Antheren (Pollensäcke) öffnen sich und geben Pollen frei.

Viele Hobbygrower sprühen alle drei bis fünf Tage, bis männliche Blüten erscheinen. Das ist eine Faustregel, kein gemessenes Ergebnis.

Benetzung. Sprühen Sie, bis die Flüssigkeit abzutropfen beginnt („bis zum Ablaufen“). Benetzen Sie die oberen Triebe und die Nodien, also die Stellen, an denen die Blätter am Stängel ansetzen. Dort bilden sich die Blüten. Die Studie von 2024 verwendete 20 ml pro Pflanze, die Studie von 2026 etwa 50 ml. Sprühen Sie bei ausgeschaltetem Licht und lassen Sie es danach ein bis zwei Stunden aus. Gießen Sie die Lösung nicht stattdessen an die Wurzeln. Die veröffentlichten Protokolle arbeiten nur mit Blattspritzungen.

Anmerkung der Übersetzung: Im Freien sind die Tage in Thailand das ganze Jahr über etwa 12 Stunden lang. Einen klaren „Tag 0“ können Sie draußen also nicht festlegen. Das Thema warum Photoperioden-Pflanzen im Süden Thailands früh blühen erklärt das. Wandeln Sie Spenderinnen drinnen um, in einem Zelt mit Zeitschaltuhr für das Licht. Drinnen kann außerdem kein Regen das Sprühmittel abwaschen.

Was Sie tun sollten: Schreiben Sie vor der ersten Sprühung den ganzen Kalender auf und kleben Sie ihn an die Zelttür. Tragen Sie die Sprühtermine, das Datum der Lichtumstellung und den erwarteten Zeitraum für den Pollen ein.

6. Die Methode mit kolloidalem Silber

Kolloidales Silber ist eine Flüssigkeit, in der winzige Silberteilchen im Wasser schweben. Die Konzentration wird in ppm angegeben (parts per million, Teile pro Million; 1 ppm entspricht 1 mg pro Liter).

6.1 Arbeitskonzentration und Sprühzeitraum

In einer Studie von 2021 in Frontiers in Plant Science besprühten Flajšman und Kollegen die Pflanzen mit 30 ppm kolloidalem Silber, und zwar täglich, bis männliche Blüten erschienen. Die Methode funktionierte. Eine einzelne Sprühung brachte fast keine männlichen Blüten hervor. Grower beginnen meist in der späten vegetativen Phase oder zur Lichtumstellung. Stärkere Lösungen hat die Studie nicht getestet. Wie viele Tage es bis zu den ersten männlichen Blüten dauert, ist unterschiedlich.

Kein begutachteter Versuch an Cannabis stützt diese Angaben. Sie stammen aus Zuchtanleitungen und Berichten von Growern. Diese Quellen widersprechen sich auch darin, welche Konzentrationen wirken.

6.2 Die beiden Methoden im Vergleich

Punkt Silberthiosulfat Kolloidales Silber
Belege Begutachtete Studien an Cannabis, 1982 bis 2026 Eine begutachtete Studie (2021), sonst nur Berichte von Growern
Anzahl der Sprühungen Eine bis drei Täglich, bis männliche Blüten erscheinen
Zuverlässigkeit Gleichbleibend; die Dosis hängt von der Sorte ab Schwankend; Versuche mit niedriger Konzentration scheitern oft

Silberthiosulfat ist zuverlässiger und besser dokumentiert. Mit kolloidalem Silber ist der Einstieg leichter, es wirkt aber nicht besser. Konzentriertes Silbernitrat ist im Umgang die gefährlichere Chemikalie. Scheitert ein Versuch mit kolloidalem Silber, liegt das meist daran, dass Sie nicht wissen, wie viel Silber das Produkt wirklich enthält.

Anmerkung der Übersetzung: Produkte, die als kolloidales Silber verkauft werden, sind unterschiedlich stark. Den tatsächlichen Silbergehalt können Sie zu Hause nicht prüfen. Tragen Sie bei jeder der beiden Methoden die gesamte Schutzausrüstung aus Abschnitt 1.

Was Sie tun sollten: Wenn Sie ein zuverlässiges Ergebnis brauchen, nehmen Sie Silberthiosulfat. Wenn Sie kolloidales Silber verwenden, wählen Sie ein Produkt mit einer angegebenen Konzentration von mindestens 30 ppm. Sprühen Sie täglich, bis männliche Blüten erscheinen, und notieren Sie jede Sprühung.

Literatur (Teil 1)

  • Mohan Ram HY, Sett R (1982). Induction of fertile male flowers in genetically female Cannabis sativa plants by silver nitrate and silver thiosulphate anionic complex. Theoretical and Applied Genetics 62(4): 369–375. Client Challenge
  • Flajšman M, Slapnik M, Murovec J (2021). Production of feminized seeds of high CBD Cannabis sativa L. by manipulation of sex expression and its application to breeding. Frontiers in Plant Science 12: 718092.
  • Mohan Ram HY, Jaiswal VS (1972). Induction of male flowers on female plants of Cannabis sativa by gibberellins and its inhibition by abscisic acid. Planta 105(3): 263–266.
  • McDaniel BK, Binder BM (2012). ETHYLENE RECEPTOR 1 (ETR1) is sufficient and has the predominant role in mediating inhibition of ethylene responses by silver in Arabidopsis thaliana. Journal of Biological Chemistry 287(31): 26094–26103. Redirecting
  • Kim J, Kim D-G, Kim WJ, Lee Y-J, Lee SH, Ryu J, Kim JH, Kim SH (2024). Characterization of male flower induction by silver thiosulfate foliar spray in female cannabis at the middle reproductive stage for breeding. Plants 13(17): 2429. https://doi.org/10.3390/plants13172429
  • Judkevich MD, Marassi MA, Gonzalez AM (2026). Anatomical and ontogenetic basis of silver thiosulfate-induced masculinization in genetically female Cannabis sativa. Plants 15(14): 2153. https://doi.org/10.3390/plants15142153
  • Sigma-Aldrich (Merck). Silver Thiosulfate: plant tissue culture protocol (0.1 molar stocks). https://www.sigmaaldrich.com/technical-documents/protocol/cell-culture-and-cell-culture-analysis/plant-tissue-culture/silver-thiosulfate

Haben Sie eine Frage zum Ansetzen oder Sprühen? Stellen Sie sie unten in diesem Thema. Geben Sie dabei die verwendete Konzentration und das Alter Ihrer Lösung an.

Dieser Artikel gehört zur Bildungsreihe der Asiannabis Community über Cannabisgenetik und -züchtung. Er dient der Bildung in Rechtsräumen, in denen der Anbau von Cannabis gesetzlich erlaubt ist.

Weiter in Teil 2: Feminisierte Samen mit Silber herstellen: Auswahl der Eltern, Umgang mit Pollen und Samenernte (Teil 2 von 2)