Echter Mehltau an Cannabis: Wie er infiziert, wie Sie ihn erkennen und wie Sie ihm vorbeugen (Teil 1 von 2)

Echter Mehltau ist ein Pilz. Er zeigt sich als weiße, pudrige Flecken auf Cannabisblättern. Er kann über Nacht auftauchen und innerhalb weniger Tage eine ganze Pflanze überziehen. Dieser Teil erklärt, welcher Pilz dahintersteckt und wie er ein Blatt infiziert. Sie erfahren außerdem, wie Sie ihn unter der Lupe von Trichomen unterscheiden und wie Sie Ihren Anbau so einrichten, dass sich der Pilz dort nur schwer festsetzen kann.

Teil 2 erklärt, was Sie sprühen können, wenn Sie Mehltau entdecken, und was zu tun ist, wenn er in der späten Blüte die Blüten erreicht. Er behandelt auch, wie Mehltau Laboranalysen beeinflusst und was sich bei Thailands Hitze und Luftfeuchtigkeit ändert.


1. Welcher Pilz Echten Mehltau verursacht

Echter Mehltau an Cannabis stammt aus einer Pilzgruppe, der Ordnung Erysiphales. Ältere Artikel und Etiketten verwenden für die Art auf Cannabis noch einen veralteten Namen: Golovinomyces cichoracearum. Frühe Berichte über Cannabis nutzten diesen Namen in einem weiten Sinn („sensu lato“). Diese Bestimmung ist inzwischen überholt.

Der heutige Name lautet Golovinomyces ambrosiae. Forschende haben gezeigt, dass es sich um dieselbe Art handelt wie G. spadiceus [1]. Ältere Cannabisstudien, die G. cichoracearum nennen, beschreiben also dieselbe Krankheit unter dem alten Namen.

Was Sie tun können: Wenn Sie Fachliteratur suchen oder ein Produktetikett lesen, achten Sie auf alle drei Namen: G. ambrosiae, G. spadiceus und G. cichoracearum.

Eine zweite Art, die vom Hopfen kommt

Podosphaera macularis verursacht Echten Mehltau an Hopfen, der Kletterpflanze, mit der Bier aromatisiert wird. Sie kann auch Hanf befallen. Forschende haben das zuerst gezeigt, indem sie ihre Sporen gezielt auf Hanfpflanzen aufbrachten. Natürliche Infektionen auf Hanffeldern wurden dann 2020 in Oregon bestätigt, einem Bundesstaat im Nordwesten der USA [2].

Dieser Bericht stammt aus dem Pacific Northwest Plant Disease Management Handbook. Das ist ein Leitfaden zu Pflanzenkrankheiten von der Oregon State University Extension, dem landwirtschaftlichen Beratungsdienst einer staatlichen US-Universität.

Hopfen ist also eine echte Infektionsquelle, nicht nur eine theoretische. Das Risiko besteht, wenn Ihr Anbau in der Nähe von Hopfen liegt. Es besteht auch, wenn Sie Werkzeuge oder Kleidung mit jemandem teilen, der mit Hopfen arbeitet.

Anmerkung der Übersetzung: Sporen des Echten Mehltaus wandern mit Kleidung und Werkzeugen (siehe Abschnitt 2). Wenn Sie oder Ihre Mitarbeitenden andere Betriebe besuchen, die Hopfen, Hanf oder Cannabis anbauen, wechseln Sie die Kleidung und reinigen Sie Ihr Werkzeug, bevor Sie Ihren eigenen Anbau betreten. Halten Sie einen Satz Arbeitskleidung und Werkzeug bereit, der Ihr Gelände nie verlässt. So bleiben Sporen von anderen Betrieben draußen.

Er ernährt sich nur von lebenden Pflanzen

Echter Mehltau ist ein „obligat biotropher“ Pilz. Einfach gesagt: Er kann sich nur von lebenden Zellen ernähren und stirbt ohne lebende Wirtspflanze ab. Botrytis (Grauschimmel, auch Blütenfäule genannt) funktioniert genau umgekehrt: Sie ernährt sich von abgestorbenem Gewebe.

Dieser Unterschied bestimmt, wie Sie die beiden Krankheiten bekämpfen. Botrytis wächst auf toten Blättern am Boden, Echter Mehltau nicht. Er breitet sich stattdessen schnell auf der Oberfläche lebender Blätter aus. Er kann eine Pflanze in wenigen Tagen überziehen.

Was Sie tun können: Wenn Sie tote Blätter vom Boden entfernen, nehmen Sie Botrytis die Nahrung, dem Echten Mehltau aber nicht. Kontrollieren Sie gegen Echten Mehltau die grünen Blätter an der Pflanze, und zwar zuerst die unteren und inneren.


2. Wie Echter Mehltau ein Blatt infiziert

Sechs Schritte von einer Spore zu Tausenden

  1. Eine Spore landet auf dem Blatt. Diese Sporen heißen Konidien. Anders als Botrytis-Sporen brauchen sie keine Wassertropfen oder einen nassen Film auf dem Blatt, um zu keimen. Mäßige Luftfeuchtigkeit auf einem trockenen Blatt genügt.
  2. Die Spore keimt und dringt ein. Sie bildet einen kurzen Schlauch entlang der Blattoberfläche (einen Keimschlauch). Dieser formt dann ein kleines Haftpolster (ein Appressorium), das die äußere Zellschicht des Blattes durchbohrt.
  3. Der Pilz bildet Saugorgane in der Zelle. Diese heißen Haustorien. Sie entziehen der lebenden Zelle Nährstoffe, ohne sie sofort zu töten. Das Blatt ernährt den Pilz deshalb Tag für Tag weiter.
  4. Er breitet sich über die Oberfläche aus. Feine Fäden (Hyphen) wachsen als weißes Netz über das Blatt. Dabei schieben sie neue Haustorien in weitere Zellen. Dieses Oberflächenwachstum ist das „Pulver“, das Sie sehen: weißliche, pudrige Flecken auf der Blattoberseite [2].
  5. Er bildet neue Sporen. Das Pilzgeflecht (das Myzel) stellt kurze Stiele auf. Jeder Stiel trägt eine Kette neuer Sporen.
  6. Die Sporen verbreiten sich. Schon der kleinste Luftzug setzt sie frei. Sie wandern auch mit Kleidung und Werkzeugen und über die Belüftungsanlage.

Die Schritte 1 bis 5 laufen alle auf der Blattoberfläche ab. Deshalb können Sie eine Infektion mit der Lupe früh erkennen. Aus demselben Grund kommt ein Spritzmittel, das auf der Blattoberfläche wirkt, direkt an den Pilz heran (siehe Teil 2).

Anmerkung der Übersetzung: Schritt 6 bedeutet, dass Menschen Sporen von Raum zu Raum tragen. Gehen Sie jeden Tag zuerst in die gesunden Räume und zuletzt in die Räume mit Mehltau. Waschen Sie sich zwischen den Räumen die Hände und wechseln Sie die Handschuhe. So verbreiten Sie die Krankheit nicht selbst.

Bedingungen, die Echten Mehltau begünstigen

Bedingung Auswirkung auf das Mehltaurisiko
Mäßige Luftfeuchtigkeit, Blattoberfläche trocken (keine Wassertropfen) Beste Bedingungen für das Keimen der Sporen
Schwache Luftbewegung Sporen setzen sich ab und sammeln sich an
Dichtes Kronendach Zwischen den Pflanzen bilden sich Zonen mit stehender Luft
Geringe Lichtintensität Die Abwehrkräfte der Pflanze sind schwächer
Zu viel Stickstoff Weiches, üppiges Wachstum lässt sich leichter infizieren
Gestresste Pflanzen (Trockenheit, Hitze, Wurzelprobleme) Die Pflanze reagiert schlecht auf den Angriff

Eine einzige Luftfeuchte-Einstellung kann nicht beide Krankheiten stoppen

Echter Mehltau gedeiht bei der mäßigen Luftfeuchtigkeit, die viele Grower für sicher halten. Sehr nasse Blattoberflächen stören seine Infektion sogar. Bei Botrytis ist es umgekehrt: Sie braucht hohe Luftfeuchtigkeit und Wasser auf dem Pflanzengewebe.

Sie können die Luftfeuchtigkeit im Raum daher nicht so einstellen, dass sie gleichzeitig vor beiden Krankheiten schützt. Richten Sie sie gegen die Krankheit aus, die in Ihrem Anbau wahrscheinlicher ist. Welche das ist, hängt von Ihrer Genetik, Ihrem Klima und dem Blühstadium ab. Schützen Sie Ihre Pflanzen dann mit Luftbewegung, Hygiene und Arbeit am Kronendach vor der anderen Krankheit.

Anmerkung der Übersetzung: Damit Sie diese Entscheidung auf echte Daten stützen können, führen Sie bei jedem Durchgang ein kurzes Protokoll. Notieren Sie, welche Krankheit auftrat, in welcher Woche, und wie hoch Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum zu diesem Zeitpunkt waren. Nach zwei oder drei Durchgängen sehen Sie, welche Krankheit Sie mehr kostet. Richten Sie die Luftfeuchtigkeit gegen diese aus. Die Grundlagen des Raumklimas finden Sie in Klimasteuerung im Anbauraum.


3. Wie Echter Mehltau aussieht

Frühes Stadium

  • Auf der Blattoberseite erscheinen kleine, runde, weiße oder grauweiße Flecken. Sie beginnen meist an den unteren und inneren Blättern, wo sich die Luft am wenigsten bewegt.
  • Die Flecken sehen pudrig aus und lassen sich mit dem Finger abwischen oder verschmieren. Bei Trichomen geht das nicht.
  • Anfangs sieht das Blatt unter dem Fleck normal aus.

Mittlerer Befall

  • Die weißen Flecken werden größer und wachsen über das Blatt zusammen.
  • Die unteren Blätter werden unter dem Belag gelb.
  • Der Mehltau greift auf Stängel, Blattstiele (Petiolen) und Kelche über. Kelche (Calyxe) sind die kleinen Hüllen, aus denen eine Cannabisblüte besteht.

Starker Befall

  • Ganze Blätter sind überzogen. Sie rollen sich ein, werden braun und sterben ab.
  • Der Mehltau wächst auf den Blüten. Das ist das schädlichste Stadium.
  • Befallene Blüten entwickeln einen muffigen, abgestandenen Geruch, der auch nach der Trocknung bleibt.

Was Sie tun können: Kontrollieren Sie zuerst die unteren und inneren Blätter, denn dort erscheinen die ersten Flecken.

Trichome oder Echter Mehltau: So prüfen Sie es mit der Lupe

Trichome sind die winzigen Harzdrüsen, die Cannabisblüten und Zuckerblätter bedecken. Zuckerblätter sind die kleinen, harzbedeckten Blätter, die aus den Blüten herauswachsen. Der Name bezieht sich auf das frostig glitzernde Harz, nicht auf die Farbe des Blattes. Trichome lassen die Blüte wie bereift aussehen, deshalb verwechseln Einsteiger sie manchmal mit Mehltau. Auch der umgekehrte Fehler kommt vor.

Eine Lupe ist ein kleines Handvergrößerungsglas. Unter der Lupe sieht ein Trichom aus wie ein winziger Pilz: ein Stiel mit einem runden Köpfchen obendrauf. Echter Mehltau sieht anders aus. Er ist ein flaches, spinnwebartiges Fadennetz, das auf der Blattoberfläche liegt und keine Köpfchen hat.

Prüfen Sie einen verdächtigen weißen Fleck in dieser Reihenfolge:

  1. Wo sitzt er? Mehltau beginnt auf der Blattoberseite, und zwar zuerst an den unteren Blättern. Trichome sitzen auf Blüten und Zuckerblättern.
  2. Lässt er sich abwischen? Reiben Sie vorsichtig mit der Fingerspitze. Mehltau ist trocken und staubig und geht ab. Trichome sind klebrig und bleiben haften.
  3. Was zeigt die Lupe? Pilzförmige Gebilde bedeuten Trichome. Ein flaches Netz bedeutet Mehltau.
  4. Glitzert er? Trichome funkeln im Licht. Mehltau ist stumpf und mattweiß.
  5. Wie riecht er? Mehltau riecht muffig und abgestanden. Trichome riechen nach Terpenen, den Aromastoffen der Pflanze.
Merkmal Echter Mehltau Trichome
Beschaffenheit Staubig, trocken, lässt sich abwischen Klebrig, harzig
Unter der Lupe Flaches, spinnwebartiges Netz auf der Oberfläche Pilzförmige Stiele mit runden Köpfchen
Ort Blattoberseite, zuerst untere Blätter Blüten und Zuckerblätter
Glanz Stumpf, mattweiß Funkelt im Licht
Geruch Muffig, abgestanden Kräftiges, angenehmes Terpenaroma

Anmerkung der Übersetzung: Waschen Sie sich nach einem Wischtest die Hände, bevor Sie eine andere Pflanze berühren, denn Sporen haften an den Fingern. Wenn Sie sich weiterhin unsicher sind, stellen Sie ein scharfes Nahfoto in die Pflanzenkrankstation. Andere Grower können Ihnen dann helfen zu bestätigen, worum es sich handelt, bevor Sie irgendetwas sprühen.


4. Vorbeugung: Machen Sie es dem Mehltau in Ihrem Anbau schwer

4.1 Luftbewegung

Sporen brauchen stehende Luft, um sich abzusetzen und festzusetzen. Eine ständige, sanfte Luftbewegung über die Blattoberflächen ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Echten Mehltau.

  • Bewegen Sie die Luft quer über und durch das Kronendach, nicht nur darüber hinweg.
  • Die Blätter sollten ständig leicht flattern. Sie sollten nicht hin und her peitschen.
  • Achten Sie besonders auf das untere Kronendach und das Innere jeder Pflanze.

Anmerkung der Übersetzung: Bei einem Stromausfall bleiben die Ventilatoren stehen und die Luft steht still. Genau diese Bedingungen brauchen Sporen, um sich abzusetzen. Wenn es an Ihrem Standort häufig Stromausfälle gibt, hängen Sie zumindest die Umluftventilatoren an eine Batteriepufferung (eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, USV) oder an einen Generator. Kontrollieren Sie nach jedem längeren Stromausfall in den folgenden Tagen die unteren und inneren Blätter mit der Lupe.

4.2 Kronendach-Management

Jeder der folgenden Schritte beseitigt Zonen mit stehender Luft, in denen sich Sporen absetzen.

  • Entfernen Sie innere Fächerblätter (die großen Blätter), die den Luftstrom zwischen den Ästen blockieren. Das ist Teil der Entlaubung.
  • Stellen Sie die Pflanzen nicht zu dicht. Die Luft muss um das gesamte Kronendach zirkulieren können.
  • „Lollipoppen“ Sie die Pflanzen. Entfernen Sie die schwachen unteren Äste und Blätter, die in stehender Luft sitzen. Der untere Stamm wird kahl, und das Wachstum bleibt oben – wie bei einem Lutscher.
  • Erziehen Sie die Pflanzen zu einem flachen, offenen Kronendach, nicht zu einem dichten mit mehreren Etagen. Trainingsmethoden finden Sie in LST, HST & Supercropping.

4.3 Ultraviolettes Licht

Echter Mehltau ist empfindlich gegenüber ultraviolettem (UV-)Licht. LED-Leuchten mit UV-A- und UV-B-Anteil können helfen, den Mehltaudruck zu senken. An Cannabis ist das aber noch nicht gut untersucht.

Manche Grower setzen zusätzlich keimtötende UV-C-Lampen ein. Diese Lampen strahlen kurzwelliges UV-Licht ab, das Mikroben abtötet. Grower schalten sie während der Dunkelphase für kurze Zeit ein, um Sporen auf frei liegenden Oberflächen abzutöten.

Vorsicht: UV-C schädigt Augen und Haut. Betreiben Sie es nie, solange sich Menschen oder Tiere im Raum befinden.

Pflanzen im Freiland bekommen UV-Licht über das Sonnenlicht. Das könnte ein Grund sein, warum Freilandkulturen oft unter geringerem Mehltaudruck stehen als Indoor-Kulturen unter Lampen ohne UV-Anteil.

Anmerkung der Übersetzung: Lesen Sie im Datenblatt Ihrer LED-Leuchten nach, ob sie UV-A und UV-B enthalten. Wenn Sie UV-C ergänzen, steuern Sie es über eine Zeitschaltuhr und halten Sie den Raum während des Betriebs verschlossen, damit niemand versehentlich hineingeht. UV-C tötet Sporen nur auf Flächen, die es direkt bestrahlt. Beschattete Blätter und innere Äste bleiben ungeschützt, daher ersetzt UV-C die Luftbewegung nicht.

4.4 Silizium

Für Silizium gibt es direkte Belege an Hanf. In einem 2022 von Dixon und Kollegen veröffentlichten Versuch [3] wurde Silizium über die Wurzeln von Hanfpflanzen gegeben. Die Pflanzen wuchsen in einem torfbasierten Substrat ohne Feldboden.

Die Forschenden fanden einen linearen Zusammenhang zwischen Silizium und Mehltau. Je mehr Silizium sich im Blattgewebe anreicherte, desto kleiner war der Anteil jedes Blattes, den der Mehltau bedeckte. Die Wirkung hing auch von der Position des Blattes an der Pflanze ab. Im oberen Kronendach senkte eine Menge von 300 kg pro Hektar die Krankheit deutlich. Das mittlere Kronendach brauchte für eine ähnliche Wirkung 600 kg pro Hektar [3].

Zwei Punkte sollten Sie beachten, bevor Sie diese Ergebnisse nutzen:

  • Es war eine Wurzelgabe. Silizium wirkt, indem es sich im Pflanzengewebe anreichert, nicht indem es das Blatt überzieht. Silizium auf die Blätter zu sprühen ist eine andere Behandlung, und diese Studie hat sie nicht getestet.
  • Die Indoor-Dosis stammt nicht aus diesem Versuch. Viele Indoor-Grower geben 50–100 ppm (Teile pro Million) Silizium in die Nährlösung. Das ist gängige Praxis, keine Dosis aus der Studie. Die oben genannten Feldmengen pro Hektar lassen sich nicht direkt auf einen Fertigationstank umrechnen, also den Tank, der Dünger ins Gießwasser mischt.

Zu den für diesen Zweck verkauften Produkten gehören Rhino Skin (Advanced Nutrients), Silica Blast (Botanicare) und Power Si. Silizium beugt Krankheiten vor. Eine kranke Pflanze rettet es nicht. Geben Sie es während des vegetativen Wachstums bis in die frühe Blüte.

Anmerkung der Übersetzung: Ob diese Produkte in Thailand erhältlich sind, erfragen Sie beim offiziellen Vertriebspartner in Thailand. Lassen Sie sich dort auch die thailändische Düngemittelregistrierung jedes Produkts zeigen. Wie Sie die thailändische Registrierung eines Düngers prüfen, erklärt Prüfen, ob ein Dünger in Thailand legal ist. Fangen Sie klein an. Geben Sie in einem Durchgang nur einem Teil Ihrer Pflanzen Silizium in der Dosis laut Etikett. Zählen Sie dann die befleckten Blätter an behandelten und unbehandelten Pflanzen auf gleicher Höhe im Kronendach. So wissen Sie, ob Silizium in Ihrem eigenen Raum hilft, bevor Sie es für den ganzen Betrieb kaufen.

4.5 Biologische Mittel, die einer Infektion vorbeugen

Das Handbuch aus Oregon [2] führt Produkte auf, die im Pazifischen Nordwesten der USA gegen Echten Mehltau an Hanf registriert sind. Es sind Actinovate AG, Double Nickel LC, Fungisei, LifeGard WG und Serenade Opti. Das Handbuch selbst ergänzt, dass ihre Wirkung in dieser Region unbekannt ist. Eine Registrierung bedeutet, dass ein Produkt verkauft werden darf. Sie beweist nicht, dass es in Ihrem Raum wirkt.

Diese Produkte wirken auf unterschiedliche Weise:

  • Bacillus subtilis und Bacillus amyloliquefaciens sind nützliche Bakterien. Sie besiedeln die Blattoberfläche und besetzen den Platz, den der Pilz braucht. Diese Mikroben werden in Mykorrhiza, Trichoderma, Bacillus… erklärt.
  • Trichoderma ist ein nützlicher Pilz, der in der Wurzelzone lebt. Er versetzt die Abwehr der ganzen Pflanze in Bereitschaft („induzierte systemische Resistenz“), sodass die Pflanze schneller reagiert, wenn der Pilz angreift.

Alle diese Mittel wirken vorbeugend. Wenden Sie sie vor einer Infektion an. Keines davon heilt bereits etablierte Kolonien.

Anmerkung der Übersetzung: Die oben genannten Registrierungen gelten in den USA. In Thailand dürfen Sie nur Pflanzenschutzmittel verwenden, die bei der Landwirtschaftsbehörde (Department of Agriculture, กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und nur gemäß Etikett. Lassen Sie sich vor dem Kauf vom offiziellen Vertriebspartner in Thailand die thailändische Registrierung zeigen. Die thailändischen Regeln erklärt Was Sie unter dem thailändischen GACP-Standard legal auf Cannabis sprühen dürfen. Wenn Sie ein registriertes Produkt finden, wenden Sie es zunächst in einer Charge während des vegetativen Wachstums an, bevor Mehltau auftritt. Dokumentieren Sie die Ergebnisse, damit Sie sehen, ob sich der Einsatz im ganzen Betrieb lohnt.

4.6 Resistente Genetik und das PM1-Gen

Resistenz gegen Echten Mehltau ist nicht nur eine Frage von „mehr“ oder „weniger“. Forschende haben in Cannabis sativa ein Resistenzgen namens PM1 gefunden und kartiert [1]. Es liegt an einer einzigen Stelle auf den Chromosomen (einem Locus). In der Studie verlieh es vollständige Resistenz gegen ein Isolat von Golovinomyces ambrosiae aus dem US-Bundesstaat Washington. Die Autoren weisen darauf hin, dass es gegen Isolate aus anderen Regionen möglicherweise nicht wirkt. Das Gen ist dominant. Eine Pflanze braucht also nur eine Kopie von einem Elternteil, um resistent zu sein.

Das ist wichtig, wenn Sie Saatgut oder Klone kaufen. Züchter können ein einzelnes dominantes Gen leicht in ihre Linien einkreuzen und gezielt darauf selektieren. Stellen Sie Ihrem Genetiklieferanten deshalb eine präzise Frage statt einer allgemeinen. Fragen Sie nicht „Ist diese Linie mehltauresistent?“. Fragen Sie: „Wurde diese Linie auf Resistenz gegen Golovinomyces ambrosiae getestet, und selektieren Sie auf PM1?“ Eine ausweichende Antwort klingt ganz anders als eine echte.

Wenn der Mehltau Durchgang für Durchgang zurückkommt, ist resistente Genetik langfristig immer noch die günstigste Lösung.

Anmerkung der Übersetzung: Verlangen Sie einen schriftlichen Nachweis über die PM1-Testung. Ein Händler, der Saatgut weiterverkauft, kennt die Antwort vielleicht nicht. Bitten Sie ihn dann, die Frage an den Züchter weiterzuleiten. Wie Sie einen Anbieter prüfen, erklärt So prüfen Sie einen thailändischen Saatgutanbieter.

Sie können Kultivare (Sorten) auch selbst testen. Ziehen Sie eine kleine Charge mehrerer Kultivare im selben Raum unter denselben Bedingungen. Notieren Sie, welche zuerst Flecken zeigen und wie schnell sich die Flecken ausbreiten. Behalten Sie dann eine Mutterpflanze des saubersten Kultivars (siehe Phenohunting (Phänotypselektion)). So sehen Sie, wie sich eine Pflanze unter Ihren Bedingungen schlägt. Es beweist aber nicht, dass die Pflanze PM1 trägt.

Klone von einem anderen Betrieb zu kaufen, bringt eigene Risiken mit sich. Klone können Sporen des Echten Mehltaus, Schädlinge oder das Hopfen-Latent-Viroid tragen (siehe Hopfen-Latent-Viroid), und es kann sich um den falschen Kultivar handeln. Kontrollieren Sie die Blätter jedes Klons mit der Lupe. Halten Sie neue Klone von Ihrem Hauptraum fern, bis Sie sicher sind, dass sie sauber sind.


Quellen

  1. Mihalyov, P.D., & Garfinkel, A.R. (2021). Discovery and genetic mapping of PM1, a powdery mildew resistance gene in Cannabis sativa L. Frontiers in Agronomy, 3, 720215.
  2. Pacific Northwest Plant Disease Management Handbook. Hemp (Cannabis sativa) — Powdery Mildew. Oregon State University Extension.
  3. Dixon, E., Leonberger, K., Amsden, B., Szarka, D., Munir, M., Payee, W., Datnoff, L., Tubana, B., & Gauthier, N. (2022). Suppression of hemp powdery mildew using root-applied silicon. Plant Health Progress, 23(3), 260–264.
  4. Gwinn, K.D., Leung, M.C.K., Stephens, A.B., & Punja, Z.K. (2023). Fungal and mycotoxin contaminants in cannabis and hemp flowers: implications for consumer health and directions for further research. Frontiers in Microbiology, 14, 1278189.

Dieser Artikel gehört zur Reihe der Asiannabis Community über Schädlings- und Krankheitsmanagement. Die Inhalte dienen der Bildung an Orten, an denen der Anbau von Cannabis gesetzlich erlaubt ist.

Weiter in Teil 2: Echter Mehltau an Cannabis: Behandlung, Entscheidungen in der späten Blüte, Laboranalysen und das tropische Klima (Teil 2 von 2)

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