Wurzelfäule, Pythium und Fusarium bei Cannabis: Die Erreger, ihre Symptome und ihr Nachweis (Teil 1 von 2)

Wurzelfäule beginnt meist dort, wo Sie sie nicht sehen. Erreger im Substrat oder im Reservoir können einen großen Teil des Wurzelsystems einer Cannabispflanze zerstören. Oberirdisch zeigt die Pflanze dabei lange gar nichts. Dieser Artikel erklärt, welche Organismen Wurzel- und Wurzelhalsfäule verursachen und wie sich jeder davon verhält. Außerdem erfahren Sie, wie Sie feststellen, welcher Erreger bei Ihnen vorliegt. Teil 2 behandelt Vorbeugung, Notfallbehandlung und das zusätzliche Risiko unter heißen, feuchten Bedingungen in Südostasien.

1. Warum Wurzelkrankheiten spät bemerkt werden

Wurzeln wachsen in Töpfen, Substraten und Reservoirs. Prüfen können Sie sie nur, wenn Sie die Pflanze herausheben. Welke, Vergilbung und langsames Wachstum zeigen sich erst, wenn der Schaden unter der Oberfläche schon weit fortgeschritten ist.

Deshalb wird eine Wurzelkrankheit leicht mit etwas anderem verwechselt. Mancher Anbauer versucht wochenlang, einen Nährstoffmangel, ein pH-Problem oder „Überwässerung“ zu beheben. Die eigentliche Ursache ist aber womöglich schon zwei Wochen früher in die Wurzelzone gelangt.

Was Sie tun sollten: Wenn eine Pflanze auf die üblichen Korrekturen nicht anspricht, heben Sie sie heraus und sehen Sie sich die Wurzeln an. Tun Sie das, bevor Sie die Düngung erneut ändern. Nach wenigen Minuten wissen Sie, ob das Problem bei der Nährstoffversorgung oder bei den Wurzeln selbst liegt.

Nicht ein Erreger verursacht Wurzelfäule, sondern mehrere

Eine wichtige Quelle zu diesem Thema ist die Seite über Wurzel- und Wurzelhalsfäule bei Hanf im Pacific Northwest Plant Disease Management Handbook. Verfasst haben sie die Pflanzenpathologen N.K. Osterbauer und C.M. Ocamb. Das Handbuch stammt von den Extension Services der Oregon State University, der Washington State University und der University of Idaho im Nordwesten der USA. Das sind öffentliche landwirtschaftliche Beratungsdienste. Die Überarbeitung vom März 2026 nennt folgende bodenbürtige Organismen als Ursachen von Wurzel- und Wurzelhalsfäule bei Hanf [1]. Mit „Wurzelhals“ ist die Stängelbasis gemeint, also die Stelle, an der der Stängel ins Substrat übergeht.

  • Pythium dissotocum und Pythium myriotylum
  • Rhizoctonia solani
  • Fusarium oxysporum, Fusarium solani und andere Fusarium-Arten

Alle diese Erreger überleben als widerstandsfähige, langlebige Sporen in alten Pflanzenresten im Boden. Alle können viele verschiedene Kulturen befallen, nicht nur Cannabis [1]. Aus dieser Liste ergeben sich zwei praktische Punkte.

Erstens: Ihr Klonraum und Ihr Blüteraum können unterschiedliche Probleme haben. Fusarium solani verursacht schwerere Symptome als Fusarium oxysporum. Dafür befällt F. oxysporum besonders vegetative Stecklinge (Klone) [1]. Der Erreger, der Ihre Klone trifft, ist also nicht unbedingt derselbe, der Pflanzen in der Blüte abtötet.

Zweitens: Einige Namen haben sich geändert. Mehrere Arten, die lange Pythium hießen, gehören heute zu einer anderen Gattung (einer Gruppe verwandter Arten) namens Globisporangium. Eine Studie von 2025 untersuchte Cannabis im Freiland in British Columbia (Kanada). Die Wurzel- und Wurzelhalsfäule dort war eine Mischung aus Fusarium- und Globisporangium-Arten [2]. Es sind dieselben Organismen unter neueren Namen. Nennt ein Produktetikett nur Pythium, verwendet es den älteren Namen. Das heißt nicht, dass das Produkt Globisporangium nicht erfasst.

Was Sie tun sollten: Betrachten Sie Pythium und Globisporangium beim Lesen von Fachartikeln und Etiketten als dieselbe Gruppe. Rechnen Sie mit mehr als einem Erreger in derselben Kultur. Stellen Sie fest, welche Erreger Sie haben, bevor Sie behandeln (Abschnitt 6).

Anmerkung der Übersetzung: F. oxysporum befällt gezielt Stecklinge. Wer Klone von einem anderen Betrieb kauft, holt sich deshalb sehr leicht Wurzelkrankheiten in den eigenen Anbau. Gekaufte Klone können außerdem Schädlinge, das Hopfen-Latent-Viroid (HLVd) oder schlicht die falsche Sorte mitbringen. Halten Sie neue Klone in einem separaten Bereich, getrennt von Ihren eigenen Pflanzen. Prüfen Sie Wurzeln und Stängelbasis, bevor die Klone in den Hauptraum kommen. So entdecken Sie eine Infektion, solange sie nur wenige Pflanzen betrifft.

2. Pythium und Globisporangium: das Hauptrisiko in Hydroponik-Systemen

Was sie sind

Pythium und Globisporangium sind Oomyceten, auch Wasserschimmel genannt. Sie sehen aus wie Pilze, sind aber enger mit Braunalgen verwandt. Dieser Unterschied ist in der Praxis wichtig: Viele Fungizide wirken nicht gegen Oomyceten. Ein Mittel, das gegen Botrytis (Grauschimmel) oder Echten Mehltau geholfen hat, kann gegen sie wirkungslos sein.

Oomyceten verbreiten sich über Zoosporen. Das sind Sporen, die durch Wasser zu den Wurzeln schwimmen können. Deshalb haben Systeme mit viel freiem oder bewegtem Wasser das höchste Risiko.

Warum warmes Reservoirwasser zu Pythium führt

Bei Deep-Water-Culture (DWC) hängen die Wurzeln direkt in einem Tank mit belüfteter Nährlösung. In diesem System beeinflusst die Reservoirtemperatur Pythium stärker als jede andere Einstellung. Warmes Wasser verursacht drei Probleme gleichzeitig:

  1. Warmes Wasser enthält weniger gelösten Sauerstoff. Gemeint ist Sauerstoffgas, das im Wasser gelöst ist; gemessen wird es in mg/L. Wurzeln brauchen diesen Sauerstoff zum Atmen.
  2. Wurzeln mit Sauerstoffmangel stehen unter Stress und wehren sich nicht mehr gegen Erreger.
  3. Zoosporen sind in warmem Wasser am aktivsten.

Alle drei Effekte begünstigen eine Infektion. Wenn Sie die Wassertemperatur im Griff haben, entstehen die meisten Pythium-Probleme gar nicht erst. Teil 2 erklärt die Zielwerte im Detail: ein Reservoir bei 18–22 °C und gelöster Sauerstoff über 6 mg/L. Dafür brauchen Sie einen Wasserkühler (Chiller), Luftpumpen mit Sprudelsteinen und eine tägliche Temperaturkontrolle.

Anmerkung der Übersetzung: Raumtemperaturen von 30–35 °C sind in Thailand normal. Ohne Kühler bleibt ein Reservoir in solchen Räumen warm und sauerstoffarm, also genau so, wie diese Organismen es brauchen. Das Forenthema Hydroponik bei 31 °C Reservoirtemperatur vergleicht die Möglichkeiten. Messen Sie eine Woche lang die Temperatur in Ihrem Reservoir zur heißesten Zeit am Nachmittag. Dann wissen Sie, wie weit sie über 22 °C steigt.

Bedingungen, die das Risiko erhöhen

Bedingung Risiko Grund
Warmes Reservoirwasser Hoch Zoosporen sind am aktivsten, und warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff
Wenig gelöster Sauerstoff Hoch Wurzeln mit Sauerstoffmangel wehren sich nicht mehr gegen Erreger
Stehendes Wasser, schlechte Drainage Hoch Zoosporen schwimmen durch das Wasser zu den Wurzeln
Rezirkulierende Hydroponik (DWC; NFT, bei dem ein dünner Film Nährlösung in einer Rinne über die Wurzeln fließt) Hoch Eine infizierte Pflanze steckt das ganze System an
Erde oder Kokos, die ständig nass gehalten werden Mittel bis hoch Ständige Nässe erstickt die Wurzeln
Steriles Substrat ohne lebende Mikroben Mittel Nichts konkurriert mit dem Erreger um Platz auf der Wurzeloberfläche

Symptome

An den Wurzeln: Gesunde Cannabiswurzeln sind weiß bis cremefarben und fest, mit sichtbaren feinen Wurzelhaaren. Befallene Wurzeln werden braun, hellbraun oder schleimig. Sie werden weich und matschig, zerfallen beim Anfassen und verlieren ihre Wurzelhaare. Wurzelzone oder Reservoir riechen faulig, wie abgestandenes Teichwasser.

Oberirdisch (diese Anzeichen erscheinen erst, wenn die Wurzeln schon stark geschädigt sind):

  • Welke, obwohl das Substrat noch nass ist. Das ist das deutlichste Zeichen. Egal wie viel Wasser im Topf ist: Geschädigte Wurzeln können es nicht aufnehmen.
  • Vergilbung der unteren Blätter, die sich nach oben ausbreitet.
  • Gehemmtes Wachstum.
  • Mangelsymptome, die sich durch Düngen nicht bessern. Die Nährstoffe sind im Topf, aber die geschädigten Wurzeln können sie nicht aufnehmen.

Was Sie tun sollten: Wenn eine Pflanze in einem nassen Topf welkt, gießen Sie nicht erneut. Prüfen Sie zuerst die Wurzeln und riechen Sie am Reservoir oder am Wurzelballen.

So läuft der Infektionszyklus ab

  1. Dauersporen im Substrat oder Wasser keimen und setzen schwimmende Zoosporen frei.
  2. Wurzelexsudate locken die Zoosporen zu den aktiv wachsenden Wurzelspitzen. Das sind Stoffe, die Wurzeln ins Wasser oder Substrat abgeben.
  3. Die Zoosporen setzen sich auf der Wurzeloberfläche fest und bilden eine Schutzhülle (sie enzystieren). Dann dringen sie über die Wurzelspitze oder über Wunden ein.
  4. Hyphen, die fadenförmigen Stränge des Wasserschimmels, breiten sich im äußeren Wurzelgewebe (Rinde) aus und töten dessen Zellen ab.
  5. Im abgestorbenen Gewebe bilden sich neue Dauersporen, bereit für die nächste Welle.

Bei Wärme, Nässe und Sauerstoffmangel läuft dieser Zyklus schnell ab. Jede Runde nährt zudem die nächste, denn jedes abgestorbene Wurzelstück wird zu einer neuen Sporenquelle.

Was Sie tun sollten: Entfernen Sie abgestorbene Wurzeln und Pflanzen umgehend. Reinigen Sie das System zwischen zwei Kulturen. Teil 2 beschreibt die Hygieneschritte.

3. Fusarium: Pilze, die die Wasserleitbahnen des Stängels verstopfen

Was es ist

Fusarium-Arten sind echte Pilze. Sie gehören zu den zerstörerischsten bodenbürtigen Krankheitserregern der gesamten Landwirtschaft. Pythium zerstört vor allem Wurzelspitzen. Fusarium greift dagegen das Xylem an, die Leitbahnen in Wurzeln und Stängeln, die Wasser nach oben zu den Blättern transportieren.

Fusarium bringt ein zweites Risiko mit, das Wurzelerreger normalerweise nicht haben. Gwinn, Leung, Stephens und Punja veröffentlichten 2023 eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Frontiers in Microbiology. Darin zählt Fusarium neben Aspergillus, Penicillium und Mucor zu den bedenklichen toxinbildenden Schimmelpilzen in Cannabis- und Hanfblüten [3]. Damit hängt Fusarium mit Mykotoxinen zusammen. Mykotoxine sind Giftstoffe, die manche Schimmelpilze bilden. Ein Fusarium-Problem betrifft daher gleichzeitig die Pflanzengesundheit und die Produktsicherheit.

Zwei Formen der Krankheit

Fusarium-Welke. Der Pilz dringt über die Wurzeln ein und wächst im Xylem nach oben. Dadurch blockiert er den Wasserfluss. Die Pflanze welkt, oft zuerst auf einer Seite. Schneiden Sie den Stängel nahe der Basis durch, ist der Ring aus wasserleitendem Gewebe braun verfärbt. Das Handbuch beschreibt außerdem braun verfärbtes inneres Stängelgewebe, gelbliche Blätter und braune, verfaulte Blütenknospen [1].

Fusarium-Wurzelhalsfäule. Der Pilz befällt die Stängelbasis an der Substratoberfläche. Dieses Gewebe wird braun und fault [1], und die Pflanze bricht zusammen. Häufig folgt die Krankheit auf Stängelverletzungen, Schäden beim Umtopfen oder eine Stängelbasis, die lange nass bleibt.

Anzeichen Fusarium-Welke Fusarium-Wurzelhalsfäule
Erstes sichtbares Anzeichen Untere Blätter vergilben und welken, oft auf einer Seite Braunes, weiches Gewebe an der Stängelbasis
Verlauf Von unten nach oben, ungleichmäßig zwischen den Seiten Die Pflanze bricht von der Basis her zusammen
Im Stängel Brauner Ring im Querschnitt Braune, verfaulte Basis
Geschwindigkeit Allmählich Kann schnell gehen

Warum Fusarium so schwer zu beseitigen ist

Fusarium überlebt als widerstandsfähige Dauersporen in Pflanzenresten im Boden [1]. Diese Sporen halten sich jahrelang ohne Wirtspflanze und widerstehen Trocknung und den meisten Behandlungen. Hat sich Fusarium in einem Substrat festgesetzt, hilft verlässlich nur eines: das Substrat nicht mehr verwenden, statt es zu behandeln.

Was Sie tun sollten: Wenn Fusarium in einer Charge Erde oder Kokos nachgewiesen ist, entsorgen Sie dieses Substrat. Verwenden Sie es nicht für die nächste Kultur.

Ein Fall aus Thailand: Fusarium-Blütenfäule in einem Gewächshaus in Chiang Mai

In Thailand verursacht Fusarium nicht nur Wurzelkrankheiten. Die Forschenden Samarakoon, Chiu, Chobyen, Iamwan, Bundit, Jeeatid und Mukjang (2025) untersuchten Blütenfäule in einem Gewächshaus in Chiang Mai. Dort wurden Sorten von Industriehanf geprüft. Als Ursache der Fäule ermittelten sie Fusarium pernambucanum. Diese Art gehört zum F. incarnatum-equiseti-Komplex, einer Gruppe eng verwandter Fusarium-Arten [4].

Die Ursache bestätigten sie mit den Kochschen Postulaten an vier Hanfsorten. Das heißt: Sie isolierten den Pilz und infizierten damit gesunde Pflanzen. Diese entwickelten dieselbe Krankheit, und aus ihnen ließ sich wieder derselbe Pilz gewinnen. Nach der gezielten Infektion (Inokulation) wurde das Gewebe innerhalb von 5 Tagen weich und starb ab [4].

Das Team testete außerdem Fungizide in vitro, also an Pilzen in Laborschalen statt an Pflanzen. Carbendazim und Prochloraz stoppten das Wachstum der Pilzfäden vollständig (100 % Hemmung). Schwefel war mit 11 % das schwächste getestete Mittel [4].

Die wichtigste Lehre steckt im Ergebnis für Schwefel. Viele Programme gegen Echten Mehltau beruhen auf Schwefel. Gegen diesen Pilz bewirkte Schwefel in diesem Test aber fast nichts. Ein Spritzprogramm, das auf Mehltau ausgelegt ist, deckt Ihr Fusarium-Risiko also nicht ab.

Carbendazim und Prochloraz sind konventionelle chemische Fungizide. Für jedes gelten eigene Zulassungsregeln und Rückstandshöchstwerte. Das Laborergebnis ist keine Empfehlung, sie auf eine Kultur zu sprühen, die Menschen konsumieren.

Anmerkung der Übersetzung: Verwenden Sie in Thailand nur Pflanzenschutzmittel, die beim Department of Agriculture (กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und nur so, wie es das Etikett vorgibt. Wir konnten nicht bestätigen, dass Carbendazim oder Prochloraz beim Department of Agriculture für irgendeine Anwendung an Cannabis oder Hanf registriert ist. Prüfen Sie das Etikett und fragen Sie beim Department of Agriculture nach, bevor Sie eines der beiden Mittel einsetzen. Bevor Sie sich für irgendein Spritzmittel entscheiden, lesen Sie Was Sie unter dem thailändischen GACP-Standard legal sprühen dürfen und Pestizidrückstände auf Cannabis.

Was Sie tun sollten: Wenn Blüten in einem feuchten Gewächshaus faulen, gehen Sie nicht automatisch von Botrytis aus. Verlassen Sie sich auch nicht darauf, dass Schwefel hilft. Schicken Sie eine Probe an ein Labor und lassen Sie den Erreger bestimmen (Abschnitt 6).

4. Phytophthora und Rhizoctonia

Phytophthora-Arten sind wie Pythium Oomyceten. Sie verursachen Wurzel- und Wurzelhalsfäule in schlecht drainiertem Boden. Die Vorbeugung funktioniert fast genauso wie bei Pythium. Phytophthora steht jedoch nicht auf der Liste der Wurzelfäule-Erreger bei Hanf im Handbuch [1]. Behalten Sie diese Gruppe bei nassem Freilandboden im Auge. Als erwiesene Hauptkrankheit von Cannabis gilt sie aber nicht.

Rhizoctonia solani steht auf dieser Liste [1], fehlt aber oft in Artikeln für Anbauer. Der Pilz verursacht Wurzelfäule und außerdem die Umfallkrankheit bei jungen Pflanzen (Abschnitt 5). Anders als die Oomyceten ist er ein echter Pilz. Auch deshalb wird ein einzelnes Mittel kaum Ihr gesamtes Risiko für Wurzelkrankheiten abdecken.

Was Sie tun sollten: Prüfen Sie vor dem Kauf eines vorbeugenden Mittels, welche Organismen laut Etikett erfasst sind: Oomyceten, echte Pilze oder beide.

5. Umfallkrankheit bei Sämlingen und jungen Klonen

Als „Umfallkrankheit“ (Damping-off) bezeichnet man Folgendes: Junge Pflanzen faulen an der Stängelbasis, an oder knapp unter der Substratoberfläche. Dann kippen sie um und sterben ab. Rhizoctonia solani aus der Liste des Handbuchs ist eine häufige Ursache. Das Handbuch selbst behandelt die Umfallkrankheit allerdings nicht. Die North Carolina State University Extension, der Beratungsdienst dieser Universität, nennt außerdem Pythium-Arten als Ursache der Umfallkrankheit bei Hanf.

Die Empfehlungen des Handbuchs zur Vorbeugung von Wurzelfäule gelten direkt für Anzuchtschalen [1]. Die letzten beiden Punkte unten ergeben sich aus den Risiken durch nasses Substrat in Abschnitt 2.

  • Beginnen Sie mit sauberen Schalen und Töpfen und sterilem, frischem Substrat.
  • Reinigen und desinfizieren Sie Ihr Werkzeug.
  • Verwenden Sie niemals Substrat von Pflanzen wieder, die abgestorben oder erkrankt waren.
  • Halten Sie den Anteil von Kompost und anderer organischer Substanz in der Pflanzmischung so gering wie möglich.
  • Halten Sie das Substrat nicht durchnässt und lassen Sie Schalen nie im Wasser stehen.
  • Entfernen Sie einen umgefallenen Sämling, sobald Sie ihn sehen. So wird er nicht zur Sporenquelle.

Anmerkung der Übersetzung: In der Regenzeit trocknen Anzuchtschalen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit langsamer ab und bleiben länger nass. Heben Sie die Schale vor dem Gießen an und gießen Sie nur, wenn sie sich leicht anfühlt. So bleibt die Stängelbasis nicht tagelang nass. Grundlagen zu Sämlingen finden Sie unter Samenkeimung bei Cannabis.

Was Sie tun sollten: Säen Sie die nächste Charge in neuen oder desinfizierten Schalen mit frischem Substrat aus. Entfernen Sie jeden umgefallenen Sämling noch am selben Tag, zusammen mit dem Substrat um ihn herum.

6. Wurzelkrankheiten nachweisen

Die Wurzeln ansehen

  1. Ziehen Sie die Pflanze aus dem Topf oder heben Sie den Netztopf aus dem DWC-System.
  2. Vergleichen Sie die Wurzeln mit gesunden: weiß, fest, mit sichtbaren Wurzelhaaren.
  3. Achten Sie auf Bräunung, Schleim, matschige Konsistenz, fauligen Geruch und fehlende Wurzelhaare.

Den Stängel aufschneiden

Wenn Sie Fusarium-Welke vermuten, schneiden Sie den Hauptstängel nahe der Basis mit einer sauberen Klinge durch. Betrachten Sie dann die Schnittfläche. Gesundes Xylem sieht hell und gleichmäßig aus. Befallenes Xylem zeigt braune oder dunkle Streifen. Das deutet auf Fusarium hin, beweist es aber nicht. Auch andere Erreger verfärben das wasserleitende Gewebe.

Proben an ein Labor schicken

Eine sichere Antwort bekommen Sie, wenn Sie Wurzel- und Stängelproben an ein Labor für Pflanzenpathologie schicken. Das Labor züchtet den Erreger aus Ihrer Probe an (Kultivierung). Anschließend bestimmt es ihn mit DNA-Tests (molekulare Identifizierung). Das ist wichtig, denn ein Oomycet braucht eine andere Behandlung als Fusarium oder Rhizoctonia. Eine falsche Vermutung kann Sie einen ganzen Anbauzyklus kosten.

Anmerkung der Übersetzung: Fragen Sie bei einer pflanzenpathologischen Abteilung des Department of Agriculture (กรมวิชาการเกษตร) oder bei einem pflanzenpathologischen Universitätsinstitut nach, ob dort Cannabis- oder Hanfproben angenommen werden. Klären Sie mit Ihrer Lizenzbehörde, ob Sie für den Versand von Cannabis-Pflanzenmaterial eine Genehmigung brauchen. Rufen Sie vorher beim Labor an und fragen Sie, wie die Proben verpackt und angeliefert werden sollen. Für eine erste Einschätzung aus der Community posten Sie klare Fotos der Wurzeln und des aufgeschnittenen Stängels in der Pflanzen-Krankenstation.

Was Sie diese Woche tun können

  • Heben Sie eine schwächelnde Pflanze heraus und vergleichen Sie ihre Wurzeln mit der Beschreibung gesunder Wurzeln in Abschnitt 2. So wissen Sie, ob Sie weiter bei den Wurzeln oder bei der Düngung suchen sollten.
  • Wenn Sie hydroponisch anbauen, notieren Sie 7 Tage lang die Reservoirtemperatur zur heißesten Tageszeit. Daran sehen Sie, ob Sie einen Kühler brauchen.
  • Halten Sie zugekaufte Klone getrennt und prüfen Sie Wurzeln und Stängelbasis, bevor sie in Ihren Anbauraum kommen. So bleibt eine Infektion auf wenige Pflanzen begrenzt.

Hatten Sie schon mit Wurzelfäule zu tun? Dann beschreiben Sie Ihren Fall unter diesem Thema. Nennen Sie Ihr System (Hydro, Erde oder Kokos) und wie die Wurzeln aussahen. Schreiben Sie auch, was Sie unternommen haben und was danach geschah. Fragen sind ebenfalls willkommen.

Literatur

  1. Osterbauer, N.K., & Ocamb, C.M. Hemp (Cannabis sativa)-Root and Crown Rot. In: Pacific Northwest Plant Disease Management Handbook. Oregon State University, Washington State University und University of Idaho Extension (überarbeitet im März 2026). https://pnwhandbooks.org/plantdisease/host-disease/hemp-cannabis-sativa-root-crown-rot
  2. A root and crown rot pathogen complex of Fusarium and Globisporangium species affecting outdoor-grown cannabis (Cannabis sativa L.) plants in British Columbia (2025). Canadian Journal of Plant Pathology. doi:10.1080/07060661.2025.2557486
  3. Gwinn, K.D., Leung, M.C.K., Stephens, A.B., & Punja, Z.K. (2023). Fungal and mycotoxin contaminants in cannabis and hemp flowers: implications for consumer health and directions for further research. Frontiers in Microbiology, 14, 1278189.
  4. Samarakoon, M.C., Chiu, C.-I., Chobyen, J., Iamwan, S., Bundit, A., Jeeatid, N., & Mukjang, N. (2025). Fusarium pernambucanum causing bud rot in industrial hemp (Cannabis sativa) in Thailand: pathogenicity and sensitivity to fungicide in vitro. Physiological and Molecular Plant Pathology.

Dieser Artikel gehört zur Reihe der Asiannabis Community über Schädlings- und Krankheitsmanagement. Er dient der Bildung an Orten, an denen der Cannabisanbau gesetzlich erlaubt ist. Welche Lizenz in Thailand welche Tätigkeit abdeckt, lesen Sie unter Lizenzen und Compliance in Thailand.

Weiter in Teil 2: Wurzelfäule, Pythium und Fusarium bei Cannabis: Vorbeugung, Behandlung und tropische Bedingungen (Teil 2 von 2)

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