Der Lebenszyklus von Cannabis vom Samen bis zur Ernte: Keimung, Sämlinge, vegetatives Wachstum und Photoperiode vs. Autoflower (Teil 1 von 2)

Cannabis (Cannabis sativa L.) ist eine einjährige Pflanze. Sie wächst also innerhalb einer Anbausaison vom Samen bis zur reifen Blüte. Jede Phase braucht anderes Licht, andere Düngung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie wissen, in welcher Phase Ihre Pflanze ist, können Sie jede Umstellung zur richtigen Zeit vornehmen. Gutes Timing schützt Ihren Ertrag und die Qualität der Cannabinoide.

Dieser Leitfaden teilt den Lebenszyklus in vier Hauptphasen ein: Keimung, vegetatives Wachstum, Blüte und Ernte. In der Übersichtstabelle stehen die Sämlinge als eigener fünfter Schritt. Junge Sämlinge brauchen nämlich eine schonendere Pflege als ältere Pflanzen. Teil 1 behandelt Keimung, Sämlinge und vegetatives Wachstum. Außerdem vergleicht er Photoperiode-Pflanzen mit Autoflowers, damit Sie vor dem Start das passende Saatgut wählen können. Teil 2 behandelt Blüte, Ernte, Trocknung und Fermentierung (Curing).

Der Lebenszyklus auf einen Blick

Wie lange der ganze Zyklus dauert, hängt von der Genetik, den Anbaubedingungen und Ihrem Erntezeitpunkt ab. Autoflowers sind Pflanzen, die ab einem bestimmten Alter zu blühen beginnen, unabhängig von der Tageslänge. Sie sind nach 8–12 Wochen fertig. Photoperiode-Pflanzen beginnen erst zu blühen, wenn die Nächte lang genug werden. Sie brauchen 14–32 Wochen.

Lichtzyklen werden als Stunden Licht / Stunden Dunkelheit angegeben. 18/6 bedeutet zum Beispiel 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit.

Phase Dauer Lichtzyklus Was Sie sehen Worauf es am meisten ankommt
Keimung 2–10 Tage 24/0 oder Dunkelheit Die erste Wurzel erscheint, die Keimblätter öffnen sich Feucht, warm bei 22–28 °C, kein Dünger
Sämling 1–3 Wochen 18/6 Erste echte Blätter mit 1–3 Fingern (Teilblättern) Sanftes Licht, wenig Wasser
Vegetativ 3–16 Wochen 18/6 Blätter mit 5–7 Fingern, kräftige Verzweigung Viel Stickstoff, Training, starkes Licht
Blüte 7–12 Wochen 12/12 Weiße Pistille (haarähnliche Blütenteile), Knospen bilden sich Mehr Phosphor und Kalium, weniger Stickstoff, Luftfeuchtigkeit im Griff behalten
Ernte 1–2 Wochen — Trichome (winzige Harzdrüsen) werden milchig oder bernsteinfarben Spülen (Flush), schneiden, trocknen, fermentieren

Notieren Sie das Startdatum jeder Phase auf dem Pflanzenetikett oder in einem Grow-Tagebuch. Nach einem Durchgang wissen Sie, wie lange Ihre eigene Genetik in Ihrem Setup wirklich braucht. Den nächsten Durchgang planen Sie dann nach diesen Daten statt nach der Angabe auf der Samenpackung.

Keimung

Die Keimung beginnt, wenn der Samen Wasser aufnimmt. Diesen Schritt nennt man Quellung (Imbibition). Das Wasser bringt den Embryo dazu, das Pflanzenhormon Gibberellin zu bilden. Gibberellin aktiviert Enzyme, die die im Samen gespeicherte Nahrung abbauen. Bei Cannabissamen besteht diese Nahrung vor allem aus Öl und Eiweiß, nicht aus Stärke. Mit dieser Energie schiebt der Embryo seine erste Wurzel heraus, die Keimwurzel oder Pfahlwurzel (Radicula).

In dieser Phase entscheidet sich, ob Sie überhaupt eine Pflanze bekommen. Keimt ein Samen nicht, verlieren Sie diese Pflanze und das Geld für den Samen. Mehr zu dieser Phase finden Sie im Leitfaden zur Samenkeimung.

Bedingungen, die funktionieren

  • Temperatur: 22–28 °C, am besten etwa 25 °C. Unter 18 °C keimen Samen langsam oder sterben ab. Über 32 °C kann der Embryo Schaden nehmen.
  • Luftfeuchtigkeit: 70–90 % RH (relative Luftfeuchtigkeit, also wie viel Feuchtigkeit die Luft enthält).
  • Licht: Solange der Samen Wasser aufnimmt, braucht er kein Licht. Sobald sich die Keimblätter (Kotyledonen) über der Oberfläche öffnen, geben Sie sanftes Licht mit 200–300 PPFD.
  • pH (wie sauer oder basisch das Wasser ist): 6,0–6,5 in Erde, 5,5–6,0 in Hydrokultur.

PPFD (photosynthetische Photonenflussdichte) gibt an, wie viel nutzbares Licht pro Sekunde auf die Blätter trifft, in µmol/m²/s. Gemessen wird sie mit einem PAR-Messgerät. Wenn Sie keines haben, richten Sie sich zunächst nach der Tabelle mit den Aufhängehöhen des Leuchtenherstellers. Das Thema zu Lichtspektrum und DLI erklärt die Einheiten.

Anmerkung der Übersetzung: In der heißen Jahreszeit in Thailand hat ein Raum ohne Klimaanlage oft 30–35 °C. Das liegt nah an der Grenze von 32 °C, und eine geschlossene Box in Fensternähe wird noch heißer. Auch die Schwankungen können groß sein. Schaltet sich die Klimaanlage nachts ab oder fällt der Strom aus, kann sich die Temperatur in einem kleinen Raum um mehr als 10 °C ändern. Legen Sie in den ersten zwei Tagen ein Thermometer neben die Samen. Zeigt es mehr als 28 °C an oder schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht stark, bringen Sie die Samen an die Stelle im Haus mit der gleichmäßigsten Temperatur. Diese Stelle sollte keine direkte Sonne abbekommen und nicht im Luftstrom der Klimaanlage liegen.

Keimmethoden im Vergleich

Methode So gehen Sie vor Erfolgsquote Stärken und Schwächen
Küchenpapier Samen zwischen 2 feuchte Küchenpapiere legen, auf einem abgedeckten Teller oder in einem Zip-Beutel verschließen, 24–72 Stunden dunkel und warm halten 90–95 % Fortschritt leicht zu kontrollieren; die Wurzel kann beim Umsetzen abbrechen
In Wasser einweichen Samen 24–48 Stunden in warmem Wasser einweichen, bis die Wurzel 2–3 mm lang ist, dann einpflanzen 85–90 % Schnell; weicht der Samen zu lange ein, fehlt ihm Sauerstoff und er stirbt
Direkt in Erde Samen 1–2 cm tief in feuchte Erde setzen und warm halten 80–85 % Die Wurzel wird nicht gestört; die Feuchtigkeit ist schwerer zu steuern
Jiffy-Quelltablette oder Steinwolle Samen in eine Jiffy-Torfquelltablette oder einen Steinwolle-Würfel setzen, der in Wasser mit pH 5,5–6,0 eingeweicht wurde 90–95 % Bei professionellen Growern verbreitet; Sie müssen den pH-Wert kontrollieren

Nehmen Sie beim ersten Durchgang die Küchenpapier- oder die Jiffy-Methode. Bei beiden sehen Sie, wie weit jeder Samen ist, und erkennen Ausfälle früh.

Keimung Tag für Tag

  • Tag 1–2: Der Samen nimmt Wasser auf, die Schale wird weich.
  • Tag 2–4: Die Wurzel erscheint und wird 1–3 cm lang.
  • Tag 4–7: Der Stängel schiebt sich über die Oberfläche und die Keimblätter öffnen sich. Ab jetzt betreibt die Pflanze Photosynthese, sie stellt also mithilfe von Licht ihre eigene Nahrung her.
  • Tag 7–10: Ist ein Samen nach 10 Tagen nicht gekeimt, ist er nicht keimfähig. Ersetzen Sie ihn.

Schreiben Sie das Startdatum auf die Schale oder den Beutel jedes Samens. So wissen Sie genau, wann Tag 10 erreicht ist, und verlieren keine Zeit mit dem Warten auf einen toten Samen.

Anmerkung der Übersetzung: Fallen trotz guter Bedingungen viele Samen aus einer Packung aus, kann es am Alter oder an der Lagerung der Samen liegen. Lesen Sie vor dem nächsten Kauf die Themen zur Prüfung thailändischer Saatgutanbieter und zur Lagerung von Samen und Pollen.

Sämlinge

Die Sämlingsphase dauert unter 18/6-Licht 1–3 Wochen. Die Pflanze bildet ihre ersten echten Blätter mit je 1–3 Fingern. Die Wurzeln sind noch klein und leicht zu verletzen. Gehen Sie deshalb in dieser Phase bei drei Dingen behutsam vor: Licht, Wasser und Dünger.

  • Licht: 200–300 PPFD, die Lampe etwa 30–45 cm über den Pflanzen. Ist das Licht zu weit weg oder zu schwach, wächst der Sämling lang und dünn, und der Stängel bleibt schwach.
  • Wasser: Gießen Sie erst, wenn die oberen 3 cm der Erde trocken sind. Zu viel Wasser führt zu Umfallkrankheit und Wurzelfäule. Die Umfallkrankheit (Damping-off) lässt den jungen Stängel auf Höhe der Erde faulen, bis der Sämling umkippt.
  • Dünger: Geben Sie in den ersten 2 Wochen nur klares Wasser mit korrektem pH-Wert. Zu früh gegebener Dünger verbrennt die jungen Wurzeln (siehe Nährstoffverbrennung).

Anmerkung der Übersetzung: In der Regenzeit trocknet die Erde in offen stehenden Töpfen oder Töpfen im Freien viel langsamer. Mit einem festen Gießplan ertränken Sie dann leicht die Wurzeln. Stecken Sie vor jedem Gießen einen Finger 3 cm tief in die Erde. Gießen Sie nur, wenn sie sich in dieser Tiefe trocken anfühlt.

Vegetatives Wachstum

In der vegetativen Phase wächst die Pflanze am schnellsten. Sie bildet Wurzeln, Stängel, Äste und Blätter. Unter idealen Bedingungen kann eine Pflanze 2–5 cm pro Tag wachsen. Bei Photoperiode-Pflanzen dauert diese Phase 3–16 Wochen, und Sie entscheiden, wann sie endet. Autoflowers bleiben 2–4 Wochen in dieser Phase und gehen dann von selbst in die Blüte über.

Licht

In Innenräumen bekommen Pflanzen in der vegetativen Phase meist mindestens 18 Stunden Licht pro Tag. Der häufigste Zyklus ist 18/6.

  • PPFD: 400–600 µmol/m²/s. Beginnen Sie bei Sämlingen mit 200–300 und erhöhen Sie die Lichtstärke, sobald die Blätter voll entwickelt sind.
  • DLI: Die DLI (Tageslichtsumme, englisch daily light integral) ist die gesamte Lichtmenge, die die Pflanze an einem Tag erhält. In einer kanadischen Studie bekamen Pflanzen in der vegetativen Phase 18 Stunden lang etwa 425 PPFD. Das ergibt eine DLI von etwa 27,5 mol/m²/Tag (Rodriguez-Morrison et al., 2021).

Anmerkung der Übersetzung: Eine mechanische Zeitschaltuhr bleibt bei einem Stromausfall stehen. Kommt der Strom zurück, geht die Uhr nach, und Ihre Lampen schalten zu den falschen Zeiten ein und aus. Gleichen Sie die Zeitschaltuhr nach jedem Ausfall mit der tatsächlichen Uhrzeit ab, oder verwenden Sie eine digitale Zeitschaltuhr mit Batteriepufferung. Im Freien sind die Tage in Thailand das ganze Jahr über fast 12 Stunden lang. Deshalb können Photoperiode-Pflanzen im Freien zu blühen beginnen, bevor sie richtig gewachsen sind (siehe frühe Blüte in Südthailand).

Nährstoffe

In der vegetativen Phase braucht die Pflanze vor allem Stickstoff. Ein gutes NPK-Verhältnis (Stickstoff–Phosphor–Kalium) liegt bei etwa 3-1-2. Die EC (elektrische Leitfähigkeit) zeigt, wie viel gelöster Dünger im Wasser ist. Je höher die EC, desto stärker die Mischung.

Nährstoff Wirkung Mangelsymptome Empfohlene EC
Stickstoff (N) Baut Chlorophyll, Aminosäuren und Proteine auf Untere Blätter werden gelb, die Vergilbung wandert nach oben 1,0–1,6 mS/cm
Phosphor (P) Baut ATP (den Energieträger der Zelle) und DNA auf; Wurzelwachstum Violette oder rote Blätter, schwache Wurzeln —
Kalium (K) Steuert Wasserhaushalt, Enzyme und Zuckertransport Braune Blattränder —
Calcium (Ca) Baut Zellwände auf; nötig für die Zellteilung Braune Flecken und eingerollte Spitzen an neuen Blättern —
Magnesium (Mg) Sitzt im Zentrum des Chlorophyllmoleküls Ältere Blätter vergilben zwischen den Adern, die Adern bleiben grün —

Werden die unteren Blätter gelb, messen Sie zuerst pH und EC Ihrer Nährlösung, bevor Sie mehr Stickstoff geben. Ein falscher pH-Wert kann die Aufnahme blockieren, auch wenn genug Stickstoff im Topf ist. Die übrigen Anzeichen deuten Sie mit dem Leitfaden zur Blattdiagnose.

Die Pflanze formen (Training)

Beim Training wird die Pflanze geschnitten oder gebogen, damit mehr Äste gleichmäßig Licht bekommen. Es gibt zwei Gruppen von Methoden. Beim High-Stress-Training (HST) wird die Pflanze geschnitten und braucht danach einige Tage zur Erholung. Beim Low-Stress-Training (LST) wird die Pflanze nur gebogen und festgebunden. Siehe die Leitfäden zu Kappen (Topping), FIM und Mainlining und zu LST und HST.

High-Stress-Training

  • Topping (Kappen): Warten Sie, bis die Pflanze 5–6 Nodien hat (die Stellen am Stängel, an denen Blätter und Äste wachsen). Schneiden Sie die Haupttriebspitze über Nodium 4–5 ab. Daraus wachsen 2 neue Haupttriebe. Rechnen Sie mit 5–7 Tagen Erholung.
  • FIM: Schneiden Sie nicht die ganze Triebspitze ab, sondern nur 75–80 % davon. Daraus wachsen 3–4 neue Triebspitzen.
  • Mainlining: Kappen Sie die Pflanze zweimal, um 4–8 gleichmäßige Äste aufzubauen.

:warning: Wenden Sie HST niemals bei Autoflowers an. Ihre vegetative Phase ist zu kurz für eine Erholung. Verwenden Sie nur LST.

Low-Stress-Training

  • Einfaches LST: Biegen Sie Stängel und Äste und binden Sie sie fest. Ziel ist ein flaches, gleichmäßiges Kronendach (die oberste Schicht aus Blättern und Knospen).
  • ScrOG (Screen of Green): Spannen Sie ein flaches Netz über die Pflanzen und führen Sie die Äste durch die Maschen. So breitet sich das Kronendach gleichmäßig aus. Siehe SOG vs. ScrOG.
  • Entlaubung: Entfernen Sie große Fächerblätter, die die Knospenansätze beschatten. Nehmen Sie auf einmal höchstens 20–30 % der Blätter ab. Warten Sie bis zum nächsten Mal mindestens 1 Woche.

Wählen Sie beim ersten Durchgang nur eine Methode. Notieren Sie das Datum und wie viele Tage die Pflanze zur Erholung brauchte. Beim nächsten Durchgang können Sie Ihr Training dann nach diesen Erholungstagen planen.

Wann Sie auf Blüte umstellen

Photoperiode-Pflanzen: Sie beginnen zu blühen, wenn Sie das Licht von 18/6 auf 12/12 umstellen. Stellen Sie um, wenn die Pflanze 50–60 % der gewünschten Endhöhe erreicht hat. In den ersten 2–3 Wochen der Blüte wird sie sich nämlich noch um 50–100 % strecken. Ein Beispiel: Ist in Ihrem Raum Platz für Pflanzen von höchstens 120 cm, stellen Sie bei etwa 60–72 cm um.

Autoflowers: Sie stellen 3–5 Wochen nach der Keimung von selbst um. Das erkennen Sie an den Vorblüten, also kleinen weißen Pistillen an den Nodien.

Messen Sie vor einem Durchgang mit Photoperiode-Pflanzen die nutzbare Höhe vom Topfrand bis zum sicheren Abstand unter der Lampe. Halbieren Sie diesen Wert. Ungefähr bei dieser Pflanzenhöhe sollten Sie auf 12/12 umstellen.

Photoperiode oder Autoflower: die Zeitpläne im Vergleich

Merkmal Photoperiode Autoflower
Keimung 2–10 Tage 2–10 Tage
Sämling 1–3 Wochen (18/6) 1–2 Wochen (20/4 oder 18/6)
Vegetativ 3–16 Wochen (18/6); Sie entscheiden 2–4 Wochen; Umstellung nach Alter
Blüte 7–12 Wochen (12/12) 5–8 Wochen (20/4 oder 18/6)
Gesamtdauer 14–32 Wochen (3,5–8 Monate) 8–12 Wochen (2–3 Monate)
Was die Blüte auslöst Sie stellen das Licht auf 12/12 um Das Alter der Pflanze (Gen aus Cannabis ruderalis)
Durchschnittliche Höhe 60–200+ cm 40–100 cm
Ertrag pro Pflanze 100–500+ g drinnen; 500–2.000+ g im Freien 30–150 g drinnen; 50–200 g im Freien
Stecklinge (Klone) möglich? Ja; ein Steckling bleibt unter 18/6 vegetativ Nicht praktikabel; ein Steckling hat dasselbe Alter wie die Mutterpflanze und blüht nach ihrem Zeitplan
Training HST und LST: Topping, FIM, Mainlining Nur LST; keine Zeit, sich von HST zu erholen
Schwierigkeit Mittel; Sie müssen den Lichtzyklus steuern Einfach für Einsteiger; weniger Entscheidungen
Geeignet für Professionelle Indoor-Grower, klassischen Anbau im Freien, Züchtung Einsteiger, mehrere Ernten pro Jahr

Anmerkung der Übersetzung: Autoflowers reagieren nicht auf die Tageslänge. Die fast 12 Stunden langen Tage in Thailand lösen bei ihnen deshalb keine verfrühte Blüte aus. Für den Anbau im Freien sind sie dadurch einfacher. Dafür ist der Ertrag pro Pflanze geringer. Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie in derselben Saison von jedem Typ eine kleine Testcharge. Vergleichen Sie danach die Daten und das Trockengewicht.

Anmerkung der Übersetzung: Klone lohnen sich nur bei Photoperiode-Pflanzen. Wer Klone von einer anderen Farm kauft, schleppt häufig Milben, Thripse, das Hopfen-Latent-Viroid (HLVd) oder eine falsche Sorte ein. HLVd ist ein winziger Krankheitserreger, der das Wachstum hemmt und die Harzbildung verringert. Sicherer ist es, aus Samen zu starten und eigene Mutterpflanzen zu halten. Wenn Sie doch Klone hereinholen müssen, halten Sie sie von Ihrem Hauptraum fern. Prüfen Sie die Blattunterseiten mit einer Lupe, bevor die Klone in die Nähe Ihrer anderen Pflanzen kommen.

Fehler in den frühen Phasen und wie Sie sie beheben

Phase Fehler Was passiert Lösung
Keimung Samen länger als 48 Stunden einweichen Der Samen stirbt an Sauerstoffmangel Höchstens 24–36 Stunden einweichen, dann auf feuchtes Küchenpapier legen
Keimung Tiefer als 3 cm pflanzen Dem Sämling geht die gespeicherte Energie aus, bevor er die Oberfläche erreicht 1–2 cm tief in lockere Erde pflanzen
Keimung Temperatur schwankt an einem Tag um mehr als 10 °C Der Embryo gerät unter Stress und kann sterben Samen an einem Ort mit gleichmäßiger Temperatur aufbewahren
Keimung Wurzel mit bloßen Händen anfassen Die Wurzel bricht und Bakterien dringen ein Samen mit einer sauberen Pinzette umsetzen oder das Papier anheben
Sämling Licht zu weit weg oder zu schwach Lange, dünne, schwache Stängel 200–300 PPFD, Lampe 30–45 cm darüber
Sämling Überwässerung, auch direkt nach dem Umtopfen Umfallkrankheit, Wurzelfäule Nur gießen, wenn die oberen 3 cm der Erde trocken sind
Sämling Zu früh düngen Der Dünger verbrennt die jungen Wurzeln In den ersten 2 Wochen klares Wasser mit korrektem pH-Wert
Vegetativ Stickstoffmangel Untere Blätter werden gelb, das Wachstum wird langsamer NPK etwa 3-1-2, EC 1,0–1,6
Vegetativ pH-Wert nicht einstellen Nährstoffblockade: Die Nährstoffe sind vorhanden, aber die Wurzeln können sie nicht aufnehmen pH 6,0–6,5 in Erde, 5,5–6,0 in Hydrokultur
Vegetativ Autoflowers kappen Verkümmertes Wachstum, geringerer Ertrag Nur LST, kein HST

Drucken Sie diese Tabelle aus und legen Sie sie in den ersten drei Wochen neben Ihre Pflanzen. Taucht ein Problem auf, sehen Sie zuerst in der Zeile für die aktuelle Phase nach.

Thailändische Vorschriften, die für diesen Leitfaden gelten

Dieser Leitfaden dient nur der Bildung und der technischen Information. Er ist keine Rechtsberatung. Wenn Sie außerhalb Thailands anbauen, prüfen Sie die Gesetze an Ihrem Wohnort.

  • Cannabisblüte (ช่อดอกกัญชา) ist ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Die Bekanntmachung wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen Thai-Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 erlassen und gilt seit dem 26. Juni 2025.
  • Blüten dürfen nur auf Verschreibung (Formular PT 33, ภ.ท.33) verkauft werden, und zwar höchstens für einen Bedarf von 30 Tagen. Werbung für Blüten und ihr Verkauf im Internet sind verboten.
  • Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 gilt seit dem 30. April 2026. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten.
  • Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 gilt seit dem 26. April 2026. Lizenzen für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC erhalten nur Behörden, das Thailändische Rote Kreuz und thailändische juristische Personen, die nach dem Gesetz über die Geschäftstätigkeit von Ausländern (Foreign Business Act) B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten.
  • Wer ohne Lizenz zu einem kontrollierten Kraut forscht oder es exportiert, verkauft oder verarbeitet, muss mit bis zu 1 Jahr Haft und/oder einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht rechnen (§ 78). Eine Lizenz kann pro Anordnung für bis zu 90 Tage ausgesetzt (§ 52) oder widerrufen werden (§ 54). Nach einem Widerruf bekommen Sie zwei Jahre lang keine neue Lizenz nach diesem Gesetz.
  • Cannabisprodukte müssen die THC-Grenzwerte des geltenden Rechts einhalten. Das Thema kontrolliertes Kraut oder Betäubungsmittel der Kategorie 5 erklärt diese Grenzwerte und wie Proben getestet werden.
  • Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein geltendes Recht. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet.

Prüfen Sie vor dem Pflanzen unter Lizenzen und Compliance in Thailand, welche Lizenz Ihr Vorhaben abdeckt. Die Gesetzestexte im Original finden Sie unter Thailändisches Cannabisrecht und Compliance.

Literatur

  1. Chandra, S., Lata, H., & ElSohly, M.A. (Eds.) (2017). Cannabis sativa L. – Botany and Biotechnology. Springer. doi:10.1007/978-3-319-54564-6
  2. Rodriguez-Morrison, V., Llewellyn, D., & Zheng, Y. (2021). Cannabis yield, potency, and leaf photosynthesis respond differently to increasing light levels in an indoor environment. Frontiers in Plant Science, 12, 646020.
  3. Bernstein, N., Gorelick, J., Zerahia, R., & Koch, S. (2019). Impact of N, P, K, and Humic Acid Supplementation on the Chemical Profile of Medical Cannabis (Cannabis sativa L). Frontiers in Plant Science, 10, 736.
  4. Jin, D., Jin, S., & Chen, J. (2019). Cannabis Indoor Growing Conditions, Management Practices, and Post-Harvest Treatment: A Review. American Journal of Plant Sciences, 10(6), 925–946.
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  8. Danziger, N. & Bernstein, N. (2021). Light matters: Effect of light spectra on cannabinoid profile and plant development of medical cannabis (Cannabis sativa L.). Industrial Crops and Products, 164, 113351.
  9. Stack, G.M., Toth, J.A., Carlson, C.H., et al. (2021). Season-long characterization of high-cannabinoid hemp (Cannabis sativa L.). GCB Bioenergy, 13(4), 546–561. doi:10.1111/gcbb.12793
  10. Eichhorn Bilodeau, S., Wu, B.-S., Rufyikiri, A.-S., MacPherson, S., & Lefsrud, M. (2019). An Update on Plant Photobiology and Implications for Cannabis Production. Frontiers in Plant Science, 10, 296.

Posten Sie Ihre Keimergebnisse, Ihre Phasendaten oder Ihre Fragen direkt unter diesem Thema. Schreiben Sie bitte dazu, ob Sie drinnen oder im Freien anbauen und in welcher Provinz Sie sind. Hitze und Regen können die Antwort nämlich verändern.

Weiter in Teil 2: Der Lebenszyklus von Cannabis vom Samen bis zur Ernte: Blüte, Ernte, Trocknung und Fermentierung (Teil 2 von 2)