Im ökologischen Anbau / GACP hat man sicher schon diese Begriffe gehört: Mycorrhizae, Trichoderma, Bacillus, Pseudomonas, antagonistische Pilze…
Das klingt „wissenschaftlich", ist aber in Wirklichkeit sehr praxisnah – alles nützliche Mikroorganismen, die dabei helfen, den Garten gesund zu halten, Krankheiten zu reduzieren und den Einsatz von Chemikalien zu verringern.
Hier eine kurze Zusammenfassung zum gemeinsamen Studieren und Diskutieren.
Mycorrhizae – Symbiontische Wurzelpilze
Mycorrhizae = Pilze, die in Symbiose mit Pflanzenwurzeln leben.
- Pilzhyphen heften sich an die Wurzeln und breiten sich dann wie ein „ergänzendes Wurzelnetzwerk" im Boden aus
- Die Pflanze versorgt die Pilze mit Zucker (Kohlenstoff); im Gegenzug helfen die Pilze der Pflanze:
- Mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen (besonders P und Spurenelemente)
- Trockenheit, Hitze und Transplantationsschock besser überstehen
- Risiko von Wurzelfäule / Nährstoffmangel reduzieren
Einfach ausgedrückt:
Mycorrhizae = ein „erweitertes Wurzelsystem + Backup-Immunsystem" für Pflanzen.
Produktbeispiele: MYKOS, Great White und verschiedene „Mycorrhizae Inoculant"-Produkte.
Trichoderma – Der gute Pilz, der die schlechten erledigt
Trichoderma ist eine Gattung nützlicher Pilze, die im Boden, im Bereich der Wurzelzone leben.
- Konkurriert mit pathogenen Pilzen um Platz und Nahrung
- Sondert Enzyme ab, die sich an die Hyphen krankheitserregender Pilze wie Fusarium, Pythium… heften und den Konkurrenten buchstäblich „auffressen"
- Stimuliert gleichzeitig die Pflanze zu:
- Bildung neuer Wurzeln
- Abbau organischer Substanz → leichtere Nährstoffaufnahme
→ Im ökologischen Anbau ist Trichoderma eine der „unverzichtbaren Waffen", wenn man den Chemieeinsatz minimieren möchte.
Bacillus – Äußerst nützliche Bodenbakterien
Bacillus ist eine Familie stäbchenförmiger Bakterien mit vielen für Pflanzen sehr nützlichen Arten:
- Bacillus subtilis, B. amyloliquefaciens… → produzieren natürliche Antibiotika, die pathogene Pilze auf Blättern und Wurzeln unterdrücken
- Bacillus thuringiensis (Bt) → produziert gezielte Toxine, die Raupen (blattfressende Larven, Gespinstmotten…) abtöten
Vorteile:
- Schützt Pflanzen vor bestimmten Pilzen und Schadinsekten
- Unterstützt den Abbau organischer Substanz, Nährstofffixierung
- Sicher für IPM / Bio / GACP, hinterlässt keine toxischen Rückstände
Pseudomonas – Wachstumsfördernde Bakterien (PGPR)
Pseudomonas ist eine Gruppe von Bakterien, die um die Wurzeln herum leben. Viele Stämme werden klassifiziert als:
PGPR – Plant Growth-Promoting Rhizobacteria
(Rhizosphären-Bakterien, die das Pflanzenwachstum fördern)
Einige Stämme:
- Scheiden Pflanzenhormone (Auxin, Gibberellin…) aus → verstärkte Wurzelentwicklung
- Scheiden natürliche Antibiotika aus → unterdrücken pathogene Pilze und Bakterien
- Helfen Pflanzen, Phosphor und Spurenelemente effizienter aufzunehmen
Ergebnis:
Pflanzen „fressen gut, wachsen schnell", werden seltener krank – besonders in der Wurzelzone.
Was sind „Antagonistische Pilze"?
Antagonistische Pilze ist ein Sammelbegriff für nützliche Pilze, die auf die Bekämpfung pathogener Pilze spezialisiert sind.
- Beispiel: Trichoderma ist der bekannteste antagonistische Pilz
- Mechanismen:
- Wettlauf um Platz und Nahrungsquellen gegen schädliche Pilze
- Anheftung an pathogene Pilze und Ausscheidung von Enzymen, die deren Hyphen durchlöchern und auflösen
- Einige Arten aktivieren auch das Immunsystem der Pflanze
Rolle im Garten:
- Schutz der Wurzeln vor bodenbürtigen Pilzkrankheiten
- Reduzierung des Risikos eines „Garten-Kollapses" bei nicht idealer Feuchtigkeit / Wurzelzone
- Eine entscheidende Grundlage für Living Soil, Bio- und GACP-Anbau
Kurze Zusammenfassung
- Mycorrhizae → symbiontische Wurzelpilze, helfen bei der Aufnahme von Nährstoffen + Wasser, stärken die Pflanzengesundheit
- Trichoderma → gute Pilze, die krankheitserregende Pilze im Boden „ausknocken"
- Bacillus & Pseudomonas → nützliche Bakterien in der Rhizosphäre, die sowohl schützen als auch das Wachstum fördern
- Antagonistische Pilze → Sammelbegriff für nützliche Pilze, die gegen Pathogene kämpfen (Trichoderma ist Beispiel Nr. 1)
Bei Interesse können zukünftige Artikel behandeln:
- Anwendung von Mycorrhizae / Trichoderma / Bacillus in Erde, Kokos und Hydro
- Marken / Produkte, die im GACP-Anbau in EU/USA/Asien häufig verwendet werden
- Wie man Mikroben mit Mineraldüngern kombiniert, ohne sie zu „töten"
Wer Myco / Trichoderma / Bacillus verwendet, teilt gerne eure Erfahrungen, Wurzelfotos und Vorher-Nachher-Vergleiche, damit wir alle gemeinsam lernen können.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und entspricht dem Controlled Herbs Act 2025 sowie der Ministerialverordnung B.E. 2569 von Thailand. Der Cannabisanbau erfordert eine ordnungsgemäße Lizenzierung. Keine Förderung des Freizeitkonsums.
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