Ihr erster Cannabis-Anbau: Ausrüstung, Samen, Keimung, Substrate, Düngung, Licht und Gießen (Teil 1 von 2)

Dieser Leitfaden begleitet Sie durch Ihren ersten Indoor-Anbau. Er reicht von der Keimung eines Samens bis zum Nachreifen (Curing) der Ernte. Er arbeitet mit Ausrüstung und Düngern, die leicht zu kaufen sind. Sie brauchen keine Anbauerfahrung. Bei jedem Schritt steht, warum Sie ihn machen. So können Sie ihn anpassen, wenn Ihr Aufbau anders ist.

Die meisten ersten Anbauversuche scheitern, weil zu viel gemacht wird. Viele kaufen zu viel Ausrüstung, düngen zu stark oder gießen zu oft. Die Pflanze folgt festen biologischen Regeln, und ihr Verhalten lässt sich vorhersagen. Wenn Sie ein paar Grundbedingungen stabil halten, erledigt die Pflanze den größten Teil der Arbeit selbst.

Anmerkung der Übersetzung: Die Zielwerte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit in diesem Leitfaden sind beim Indoor-Anbau in kühleren Klimazonen üblich. In Thailand und weiten Teilen Südostasiens haben Räume oft 30–35 °C. In der Regenzeit steigt die Luftfeuchtigkeit, und es gibt Stromausfälle. Wo ein Zielwert hier schwer zu erreichen ist, finden Sie eine Anmerkung der Übersetzung. Dort steht, was Sie stattdessen tun können.

Teil 1 behandelt Ausrüstung, Samenwahl, Keimung, Substrate, Düngung, Licht und Gießen. Teil 2 behandelt die vegetative Phase und die Blütephase, die Ernte, Trocknung und Curing sowie häufige Probleme. Außerdem geht es dort um die thailändischen Regeln und um den Anbau aus Klonen.

1. Bevor Sie beginnen: was Sie wirklich brauchen

1.1 Das Minimum für ein bis vier Pflanzen

Anfänger machen meist einen von zwei Fehlern. Manche kaufen zu wenig und stoßen dann auf Probleme, die sie hätten vermeiden können. Andere kaufen zu viel und bezahlen Funktionen, die sie noch nicht verstehen. Die Tabelle unten zeigt das echte Minimum für ein bis vier Pflanzen. „Kronendach“ bedeutet in der Tabelle die oberste Schicht aus Blättern und Blüten.

Ausrüstung Spezifikation Warum Sie sie brauchen
Growzelt 60×60 cm bis 120×120 cm Stoffrahmen mit reflektierenden Innenwänden. Das Zelt hält das Licht drinnen, und Sie können die Luft darin steuern
Pflanzenlampe 200–400 W LED oder 400–600 W HPS (Natriumdampf-Hochdrucklampe) LED ist vorzuziehen, weil sie weniger Wärme abgibt
Rohrventilator + Kohlefilter Passend zum Zeltvolumen Saugt verbrauchte, warme Luft durch den Filter nach draußen. Sie brauchen ihn für Frischluft und gegen Geruch
Umluftventilatoren 2 Stück, Klemm- oder Standventilatoren, schwenkend Einer auf Höhe des Kronendachs, einer auf Bodenhöhe
Zeitschaltuhr Zwei Steckdosen, 15-Minuten-Schritte Schaltet die Lampe und weitere Geräte
pH-/EC-Messgerät Kombiniert oder getrennt pH-Genauigkeit von mindestens ±0,1
Töpfe 7–15 L Stofftöpfe Überschüssiges Wasser und Luft entweichen durch den Stoff, deshalb kommt es seltener zu Überwässerung
Substrat Kokossubstrat oder eine gute Blumenerde Siehe Abschnitt 4
Dünger 3-teiliger Basisdünger + Cal-Mag (ein Zusatz aus Calcium und Magnesium) Siehe Abschnitt 5
Thermometer/Hygrometer Auf Höhe des Kronendachs angebracht Wählen Sie ein Gerät, das die Tiefst- und Höchstwerte des Tages speichert

Anmerkung der Übersetzung: In einem Raum mit 30–35 °C ist die Lampe Ihre größte Wärmequelle. Der Rohrventilator ist Ihr wichtigstes Mittel, um diese Wärme abzuführen. Eine LED mit ähnlicher Leistung erzeugt weniger Wärme als eine HPS-Lampe und ist hier deshalb die sicherere Wahl. Der Ventilator kann aber nur Luft ansaugen, die so kühl ist wie der Raum. Darum stellen viele Heimgärtner in Thailand das Zelt in einen klimatisierten Raum. Eine mechanische Zeitschaltuhr bleibt bei einem Stromausfall stehen. Danach ist der Lichtplan um die Dauer des Ausfalls verschoben. Wählen Sie eine digitale Zeitschaltuhr mit Batteriepufferung, oder stellen Sie die Uhr nach jedem Ausfall neu.

1.2 Bei knappem Budget: was Sie zuerst kaufen

Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel nennt die Mindestausrüstung, aber keine Reihenfolge für den Kauf. Wenn Sie nach und nach kaufen müssen, folgt diese Reihenfolge den Gründen, die in diesem Leitfaden erklärt werden.

  1. Thermometer/Hygrometer. Es kostet am wenigsten. Es zeigt Ihnen, ob Ihr Raum die Bereiche in diesem Leitfaden überhaupt erreichen kann. Lassen Sie es eine Woche im leeren Raum laufen und notieren Sie die Werte für Tag und Nacht.
  2. Lampe. Zu wenig Licht kann kein anderes Gerät ausgleichen.
  3. Zelt, Rohrventilator und Kohlefilter. Zusammen halten sie das Licht im Zelt, führen Wärme und Feuchtigkeit ab und bekämpfen den Geruch. Bei thailändischer Hitze ist das Abführen warmer Luft genauso wichtig wie das Licht.
  4. pH-Messgerät. In Abschnitt 5.3 steht, warum ein falscher pH-Wert mehr Probleme macht als die Wahl der Düngermarke.
  5. Zeitschaltuhr. Sie hält den Lichtplan exakt ein. Photoperioden-Pflanzen brauchen einen exakten Plan, damit sie pünktlich blühen.
  6. Töpfe, Substrat und Dünger. Hier können Sie am Anfang günstiger einkaufen. Eine vorgedüngte Blumenerde versorgt die Pflanze 2–4 Wochen lang (Abschnitt 4.1). Die Düngerserie und ein EC-Messgerät können Sie also etwas später kaufen. Das funktioniert nur mit Erde. Kokos braucht ab dem ersten Gießen Dünger und Cal-Mag (Abschnitt 4.2). Als Umluftventilatoren reichen normale Klemmventilatoren für den Haushalt.

1.3 Was Sie noch nicht brauchen

Kaufen Sie für Ihren ersten Anbau Folgendes nicht:

  • Geräte für die CO₂-Anreicherung, die Kohlendioxid in den Raum leiten
  • automatische Dosiersysteme
  • Klonmaschinen
  • Feuchtigkeitsregler, die Geräte selbstständig ein- und ausschalten
  • Lichtspektrometer
  • alles, was zur „Ertragsmaximierung“ verkauft wird, statt die Grundbedingungen stabil zu halten.

Jedes zusätzliche Gerät kann ausfallen. Lernen Sie zuerst mit einem einfachen Aufbau. So wissen Sie, wie normales Wachstum aussieht, bevor Sie weitere Geräte hinzufügen.

Anmerkung der Übersetzung: Aufschieben können Sie nur den automatischen Regler. Feuchtigkeit abführen müssen Sie unter Umständen trotzdem. In den feuchten Monaten in Thailand brauchen Sie in der Blüte und bei der Trocknung vielleicht einen einfachen Luftentfeuchter oder einen klimatisierten Raum, damit die Luftfeuchtigkeit im Zielbereich bleibt (Teil 2, Abschnitte 9 und 10). Prüfen Sie die Hygrometerwerte aus Ihrer Testwoche, bevor Sie sich entscheiden.

2. Samenwahl

2.1 Photoperiode oder Autoflower

Cannabispflanzen teilen sich in zwei Hauptgruppen. Der Unterschied liegt darin, was die Blüte auslöst.

Photoperioden-Pflanzen blühen, wenn Sie den Lichtplan ändern. Solange sie Blätter und Stängel bilden (die vegetative Phase), bekommen sie 18 Stunden Licht am Tag. Danach stellen Sie auf 12 Stunden Licht um, damit sich Blüten bilden. So können Sie Größe und Zeitplan der Pflanze steuern, haben aber mehr Arbeitsschritte.

Autoflower-Pflanzen blühen je nach Alter, unabhängig vom Lichtplan. Vom Samen bis zur Ernte brauchen sie meist 60–75 Tage. Sie sind kleiner, schneller und leichter zu handhaben. Jede Pflanze bringt etwas weniger Ertrag. Für einen ersten Anbau sind sie trotzdem eine sehr gute Wahl.

Beginnen Sie Ihren ersten Indoor-Anbau in einem Zelt mit 60×60 oder 80×80 cm am besten mit einer Autoflower-Sorte von einem seriösen Züchter. Planen Sie eine Pflanze pro Zelt, damit sie genug Platz hat.

Anmerkung der Übersetzung: Es gibt nur wenige veröffentlichte Studien dazu, wie verschiedene Sorten mit Räumen über 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zurechtkommen. Dieses Thema fasst die Hitzestudien zusammen. Es erklärt auch, warum jede Sortenliste für Thailand noch vorläufig ist. Fragen Sie im Bereich Sortenberichte (Strain Reviews), welche Sorten Mitglieder in einem Raum wie Ihrem angebaut haben und wie warm ihr Raum war.

2.2 Kauf bei einem seriösen Züchter

Manche Samen sind genetisch instabil oder werden unter falschem Namen verkauft. Die Pflanzen daraus unterscheiden sich voneinander. Sie können dann nicht erkennen, ob ein Problem an Ihrem Anbau oder am Samen liegt. Kaufen Sie bei etablierten Züchtern, die:

  • ihre Zuchtarbeit offen erklären
  • zu denen es veröffentlichte Anbauberichte anderer Grower gibt
  • jeder Samenpartie eine rückverfolgbare Chargennummer geben.

Züchter, deren Samen in Südostasien oft verkauft werden, sind zum Beispiel Dutch Passion, 420 Fast Buds, Dinafem und RQS. Das sind Beispiele, keine Empfehlungen. Prüfen Sie jeden Züchter anhand der drei Punkte oben.

Anmerkung der Übersetzung: So prüfen Sie einen thailändischen Saatgutanbieter behandelt kopierte Sortennamen und alten Bestand. Cannabis-Samen in Thailand kaufen erklärt, was die Regeln erlauben. Bewahren Sie die Samenpackung mit der Chargennummer und Ihre Quittung auf. Wenn die Pflanzen nicht so werden wie erwartet, können Sie damit prüfen, ob die Samenpartie die Ursache war.

3. Keimung

Die Keimung ist der Moment, in dem ein Samen aufbricht und seine erste Wurzel austreibt, die Pfahlwurzel.

3.1 Die Küchenpapier-Methode

  1. Befeuchten Sie zwei Blätter Küchenpapier mit Wasser mit pH 6,0–6,5. Sie sollen feucht sein, aber nicht tropfen.
  2. Legen Sie die Samen auf ein Blatt und klappen Sie das zweite Blatt darüber.
  3. Verschließen Sie alles in einem Zip-Beutel oder zwischen zwei Tellern, damit die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt.
  4. Lagern Sie sie im Dunkeln bei 22–26 °C.
  5. Kontrollieren Sie alle 12 Stunden. Die meisten guten Samen brechen innerhalb von 24–72 Stunden auf und zeigen eine Pfahlwurzel.

Setzen Sie den Samen ins Substrat, sobald die weiße Pfahlwurzel 0,5–1 cm lang ist. Warten Sie nicht, bis sie länger als 1,5 cm ist. Längere Pfahlwurzeln brechen leicht und verheddern sich beim Umtopfen im Substrat.

3.2 Direkt ins Substrat

Viele Grower bevorzugen diese einfachere Methode. Befeuchten Sie das Substrat zuerst und machen Sie ein 1 cm tiefes Loch. Legen Sie den Samen mit der Spitze nach unten hinein und bedecken Sie ihn locker. Halten Sie ihn bei 22–26 °C und mindestens 70 % Luftfeuchtigkeit, bis der Keimling erscheint.

Die Keimrate schwankt etwas stärker als mit Küchenpapier. Dafür berühren Sie die empfindliche Pfahlwurzel nie und können sie nicht beschädigen.

3.3 Was Samen abtötet

  • Überwässerung. Samen brauchen Sauerstoff genauso wie Wasser. Ein durchnässtes Substrat enthält keine Luft, deshalb keimt der Samen nicht.
  • Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen. Unter 18 °C verlangsamt sich die Keimung stark. Über 32 °C wird der Embryo im Samen geschädigt.
  • Alte Samen. Mit jedem Lagerjahr keimen weniger Samen, besonders bei warmer und feuchter Lagerung. Lagern Sie Samen im Kühlschrank, nicht im Gefrierfach. Verwenden Sie einen verschlossenen Behälter mit einem Kieselgel-Beutel, der die Feuchtigkeit aufnimmt.

Anmerkung der Übersetzung: Ein normaler thailändischer Raum mit 30–35 °C liegt genau an der Schadensgrenze von 32 °C. Lassen Sie die Samen in einem klimatisierten Raum keimen, in einer geschlossenen Schublade, damit sie dunkel liegen. Meiden Sie warme Stellen wie die Oberseite des Kühlschranks oder die Nähe einer Lampe. Legen Sie das Thermometer direkt neben die Samen, damit Sie deren tatsächliche Temperatur kennen.

4. Substrate

4.1 Erde und Blumenerde

Blumenerde verzeiht Fehler leichter als andere Substrate und eignet sich daher für Anfänger. Vorgedüngte Erde enthält genug Nährstoffe für die ersten 2–4 Wochen. Sie müssen also nicht düngen, solange die Keimlinge am empfindlichsten sind.

Wählen Sie eine Erde, die:

  • gut drainiert und 20–30 % Perlit enthält (leichtes, weißes, aufgeblähtes Vulkangestein, das die Erde locker hält)
  • leicht sauer ist, pH 6,0–6,8
  • locker und luftig bleibt, statt sich zu verdichten.

Meiden Sie Erde für Gemüsegärten, die bereits viel Stickstoff enthält. Sie verursacht bei Cannabis-Keimlingen oft eine Stickstoffvergiftung.

pH-Bereich für Erde: 6,0–7,0, am besten 6,2–6,8.

4.2 Kokossubstrat

Kokossubstrat besteht aus Fasern der Kokosnussschale. Die Hersteller waschen und puffern es, das heißt, sie behandeln es vor, damit es für Pflanzen bereit ist. Es enthält fast keine Pflanzennahrung. Die Pflanze ist daher ganz auf das angewiesen, was Sie ihr geben. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit als Erde, gibt Ihnen aber viel mehr Kontrolle.

Vorteile:

  • Schnelleres Wachstum als in Erde, wenn Sie richtig gießen, weil Sie Kokos öfter gießen können.
  • Viel geringeres Risiko von Überwässerung, wenn Sie es mit 30 % Perlit mischen.
  • Sie können es für den nächsten Anbau wiederverwenden.

pH-Bereich für Kokos: 5,8–6,2, am besten 5,8–6,0.

Der entscheidende Unterschied zu Erde: Kokosfasern binden Calcium und Magnesium aus der Nährlösung an ihrer Oberfläche (Kationenaustausch). Dadurch bleibt für die Wurzeln weniger von diesen beiden Elementen übrig. Jede Düngerserie, die Sie mit Kokos verwenden, braucht deshalb ab Woche 1 einen Cal-Mag-Zusatz.

Anmerkung der Übersetzung: Die Qualität von Kokos schwankt von Charge zu Charge. Fragen Sie den offiziellen Vertriebspartner in Thailand, ob ein Produkt gewaschen und gepuffert ist, oder fragen Sie andere Mitglieder im Bereich Substrate. Bei 30–35 °C trocknet Kokos in einem kleinen Topf schnell aus. Heben Sie Ihre Töpfe jeden Morgen und Abend an (Abschnitt 7), bis Sie wissen, wie schnell sie trocknen.

4.3 Topfgröße

Die Topfgröße bestimmt, wie schnell das Substrat zwischen zwei Wassergaben trocknet. Ist der Topf zu groß für die Wurzeln, bleibt das Substrat lange nass, und eine Überwässerung wird wahrscheinlicher. Ist der Topf zu klein, trocknet er schnell und muss sehr oft gegossen werden. Außerdem kann den Wurzeln der Platz ausgehen (wurzelgebunden).

Eine praktische Reihenfolge für Photoperioden-Pflanzen:

  1. Keimen Sie in 1-L-Plastikbechern mit Abflusslöchern im Boden oder in Steinwollwürfeln (Blöcke aus gesponnenen Gesteinsfasern).
  2. Topfen Sie um in 3–5-L-Töpfe für die vegetative Phase.
  3. Topfen Sie für die Blüte erneut um, in 11–15-L-Töpfe.

Setzen Sie Autoflower-Pflanzen direkt in ihren endgültigen Topf mit 7–11 L. Ihr Lebenszyklus ist kurz, deshalb haben sie keine Zeit, sich vom Stress des Umtopfens zu erholen.

Wählen Sie Ihr Substrat, bevor Sie Dünger kaufen. Nehmen Sie Erde, wenn Sie weniger Entscheidungen beim Düngen treffen möchten. Nehmen Sie Kokos nur, wenn Sie Ihre Töpfe zweimal am Tag kontrollieren können.

5. Grundlagen der Düngung

5.1 Was die Pflanze braucht

Cannabis braucht drei Hauptnährstoffe in großen Mengen:

  • Stickstoff (N): der wichtigste Antrieb für das Wachstum von Blättern und Stängeln. Geben Sie in der vegetativen Phase reichlich und in der Blüte weniger.
  • Phosphor (P): nötig für das Wurzelwachstum, den Energietransport in der Pflanze und den Beginn der Blüte.
  • Kalium (K): steuert die Blattporen (Stomata), hilft der Pflanze, Krankheiten abzuwehren, und wird für die Bildung von Terpenen gebraucht, den Aromastoffen.

Calcium (Ca), Magnesium (Mg) und Schwefel (S) braucht die Pflanze in mittleren Mengen. In Hydrokultur und Kokos geben Grower sie oft getrennt dazu, weil der Basisdünger vielleicht nicht genug davon liefert.

Spurenelemente braucht die Pflanze in winzigen Mengen: Eisen, Mangan, Zink, Bor, Kupfer und Molybdän. Handelsübliche Dünger enthalten sie meist bereits.

Bernstein et al. (2019) untersuchten, wie Zugaben von N, P, K und Huminsäure das chemische Profil von medizinischem Cannabis verändern (siehe Literatur).

5.2 Düngepläne für Anfänger

Die meisten Düngerhersteller veröffentlichen Düngepläne, darunter Grotek, Advanced Nutrients, BioBizz und Canna. Ein Düngeplan zeigt, welches Produkt Sie in welcher Woche und in welcher Dosis verwenden. Die Pläne sind auf typische Bedingungen ausgelegt und ein vernünftiger Ausgangspunkt.

Drei Regeln haben Vorrang vor jedem Düngeplan:

  1. Beginnen Sie bei jeder neuen Düngerserie in den ersten zwei Wochen mit 50 % der empfohlenen Dosis.
  2. Erhöhen Sie die Dosis nur, wenn die Pflanze keine Anzeichen von Überdüngung zeigt. Diese Anzeichen sind verbrannte Blattspitzen, sehr dunkelgrüne Blätter und Blattspitzen, die sich wie eine Kralle nach unten krümmen.
  3. Prüfen Sie den EC-Wert Ihrer Nährlösung. Der EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) zeigt, wie viel Dünger im Wasser gelöst ist. Die meisten Düngepläne der Hersteller zielen in der vegetativen Phase auf 1,2–2,4 mS/cm und in der Blüte auf 1,4–2,8 mS/cm.

Anmerkung der Übersetzung: Düngepläne werden meist für kühlere Klimazonen geschrieben. Bei 31 °C und hoher Luftfeuchtigkeit können Pflanzen anders reagieren, wie dieses Praxisbeispiel zeigt. Beginnen Sie am unteren Ende des EC-Bereichs und erhöhen Sie schrittweise. Achten Sie dabei auf die Anzeichen aus Regel 2. Kaufen Sie Dünger mit thailändischem Etikett beim offiziellen Vertriebspartner in Thailand. Dieses Thema erklärt, wie Sie prüfen, ob ein Dünger registriert ist.

5.3 Der pH-Wert ist wichtiger als die Düngermarke

Hat die Nährlösung den falschen pH-Wert, können die Wurzeln manche Elemente nicht aufnehmen, selbst wenn genug davon im Wasser ist. Das nennt man Nährstoffblockade. Viele scheinbare Mangelerscheinungen sind in Wirklichkeit Blockaden: Der Nährstoff ist im Wasser, aber die Wurzeln können ihn nicht nutzen.

Wichtige Bereiche, die Sie sich merken sollten:

  • Über pH 7,0 werden in Erde Eisen, Mangan, Zink und Bor blockiert.
  • Unter pH 5,5 können die Wurzeln in jedem Substrat Calcium und Magnesium schlechter aufnehmen.
  • Phosphor wird in Erde bei pH 6,0–7,0 am leichtesten aufgenommen, in Kokos und Hydrokultur bei 5,8–6,2.

Stellen Sie vor jeder Wassergabe den pH-Wert der Nährlösung ein. Testen Sie auch Ihr Leitungswasser, bevor Sie annehmen, dass es geeignet ist. Leitungswasser kann deutlich über pH 7 liegen.

Anmerkung der Übersetzung: Messen Sie Ihr eigenes Wasser, statt sich auf die Angaben der Nachbarn zu verlassen. Stadtwasser, Brunnenwasser und gesammeltes Regenwasser können sich stark unterscheiden. Notieren Sie pH- und EC-Wert Ihres reinen Wassers. Das ist Ihr Ausgangswert. Er zeigt Ihnen, welcher Teil des gemessenen EC-Werts vom Dünger stammt.

6. Licht

6.1 Lichtpläne

Vegetative Phase: Standard sind 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6). Manche Grower nutzen 20/4 oder 24/0, und die Pflanzen kommen damit zurecht. 18/6 bringt Wachstumstempo und Stromkosten ins Gleichgewicht. Außerdem kann sich die Pflanze in der Dunkelphase von der Lichtaufnahme erholen.

Blüte (Photoperioden-Pflanzen): Stellen Sie auf 12/12 um, wenn die Pflanzen 40–60 % der gewünschten Endhöhe erreicht haben. In den ersten zwei Wochen unter 12/12 strecken sich die Pflanzen und verdoppeln meist ihre Höhe. Stellen Sie früh genug um, damit sie nicht über das Zelt hinauswachsen.

Autoflower-Pflanzen: Behalten Sie 18/6 oder 20/4 während des gesamten Lebenszyklus bei.

Anmerkung der Übersetzung: In heißen Klimazonen lassen viele Grower die Lichtphase nachts laufen, wenn der Raum kühler ist. Die Klimaanlage muss dann weniger arbeiten, und das Zelt bleibt näher an der Zieltemperatur. Stellen Sie die Zeitschaltuhr einmal ein und ändern Sie den Plan danach nicht mehr.

6.2 Abstand zwischen Lampe und Pflanzen

Die Hersteller empfehlen unterschiedliche Abstände. Ein praktischer Ausgangspunkt:

  • LED-Panels, 250–400 W: 45–60 cm vom Kronendach bis zur Lampe für Keimlinge und die frühe vegetative Phase. 30–45 cm für die mittlere bis späte vegetative Phase. 25–40 cm in der Blüte, je nachdem, wie viel Licht die Sorte verträgt.
  • HPS, 400–600 W: mindestens 45–60 cm, um Hitzestress zu vermeiden.

Schnelltest: Halten Sie Ihre Hand 10 Sekunden lang auf Höhe des Kronendachs unter die Lampe. Fühlt sie sich unangenehm warm an, hängen Sie die Lampe höher. Ein Lichtmessgerät oder eine PPFD-App fürs Smartphone liefert genauere Daten. PPFD ist die Menge an nutzbarem Licht, die pro Sekunde auf die Blätter trifft.

Potter und Duncombe (2012) untersuchten, wie Lampenleistung und Lichtintensität Ertrag und Wirkstoffgehalt von Indoor-Cannabis beeinflussen (siehe Literatur).

Anmerkung der Übersetzung: Wenn der Raum schon über 30 °C warm ist, fühlt sich alles warm an. Der Handtest ist dann weniger zuverlässig. Hängen Sie das Thermometer auf Höhe des Kronendachs direkt unter die Lampe. Zeigt es deutlich mehr an als im Rest des Zelts, hängen Sie die Lampe höher.

7. Gießen

7.1 Wann Sie gießen

Der häufigste Anfängerfehler ist Gießen nach festem Zeitplan statt nach Bedarf der Pflanze. Das richtige Signal bekommen Sie, wenn Sie den Topf anheben. Ein trockener Topf mit Kokos oder Erde ist viel leichter als ein frisch gegossener Topf. Nach zwei oder drei Wassergaben kennen Sie das Gefühl, und danach geht es ganz von selbst.

Ein zweites Signal: Die oberen 2–3 cm des Substrats sind trocken. Prüfen Sie außerdem, ob die Blätter Anzeichen von Hitzestress zeigen. Hitzestress kann wie Durst aussehen.

7.2 Wie viel Sie gießen

Gießen Sie, bis 10–20 % des Wassers unten aus dem Topf ablaufen (das Drainagewasser). So sammeln sich keine Düngersalze an, und die ganze Wurzelzone wird feucht. Bei weniger als 10 % Drainagewasser können trockene Stellen im Substrat bleiben. Wurzeln an diesen Stellen erreichen keine Nährstoffe.

  • Kokos: öfter gießen, mit weniger Wasser pro Gabe. In der späten Blüte kann das ein- bis zweimal am Tag sein.
  • Erde: seltener gießen, mit mehr Wasser pro Gabe. Alle 2–4 Tage, je nach Topfgröße und Raumbedingungen.

Anmerkung der Übersetzung: Mit einer Küchen- oder Kofferwaage wird aus dem Gefühl eine Zahl. Wiegen Sie jeden Topf direkt nach dem Gießen und noch einmal, wenn er trocken genug zum Gießen ist. Schreiben Sie beide Gewichte auf den Topf. Bei thailändischer Hitze erreichen die Töpfe das Trockengewicht schneller, und mit den Zahlen müssen Sie nicht raten.

Bevor Sie mit Teil 2 beginnen

  • Lassen Sie das Thermometer/Hygrometer eine Woche im leeren Raum laufen und notieren Sie die Werte. So sehen Sie, welche Zielwerte aus diesem Leitfaden Ihr Raum erreichen kann.
  • Messen Sie pH- und EC-Wert Ihres Leitungswassers. Das ist Ihr Ausgangswert für jede Nährlösung.
  • Wählen Sie Erde oder Kokos und dann Töpfe in der passenden Größe (Abschnitt 4).
  • Wiegen Sie Ihre Töpfe ab dem ersten Gießen nass und trocken. So erkennen Sie, wann Sie gießen müssen.

Wenn Ihnen in diesem Teil etwas unklar ist, fragen Sie unter diesem Thema. Geben Sie bitte die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit Ihres Raums an.

Literatur

  • Potter, D. J., & Duncombe, P. (2012). The effect of electrical lighting power and irradiance on indoor-grown cannabis potency and yield. Journal of Forensic Sciences, 57(3), 618–622.
  • Bernstein, N., Gorelick, J., Zerahia, R., & Koch, S. (2019). Impact of N, P, K, and humic acid supplementation on the chemical profile of medical cannabis. Frontiers in Plant Science, 10, 736.

Weiter in Teil 2: Ihr erster Cannabis-Anbau: Vegetative Phase, Blüte, Ernte, Trocknung, häufige Probleme und die thailändischen Regeln (Teil 2 von 2)