Outdoor-Anbau von Cannabis im tropischen Südostasien: Genetik, Pflanzkalender, Boden und Drainage in der Regenzeit, Schädlinge und Trocknung bei feuchter Luft

Die meisten Ratschläge zum Outdoor-Anbau stammen aus den USA und Europa. Dort sind die Sommer mild und die Luft ist trockener. Außerdem ändert sich die Tageslänge zwischen den Jahreszeiten stark. Grower in Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha und Myanmar haben dagegen mit Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, einer langen Regenzeit und Insekten zu tun, und zwar das ganze Jahr. Dieser Leitfaden geht jeden Schritt eines Outdoor-Durchgangs unter diesen Bedingungen durch: von der Wahl der Genetik bis zur Trocknung der Ernte bei feuchter Luft.

Inhalt dieses Leitfadens:

  1. Wie sich das tropische Klima von dem Klima unterscheidet, von dem die meisten Leitfäden ausgehen
  2. Genetik für die Tropen auswählen
  3. Die Saison nach der Tageslänge planen
  4. Dunkelheit im Freien steuern (Lichtentzug)
  5. Boden, Drainage und Düngung im Freien
  6. Schädlingen und Krankheiten in den Tropen vorbeugen
  7. Begleitpflanzen und Biodiversität
  8. Die Ernte bei feuchter Luft trocknen und lagern

1. Wie sich das tropische Klima von dem Klima unterscheidet, von dem die meisten Leitfäden ausgehen

Südostasien liegt in den feuchten Tropen. Die Tabelle vergleicht die Region mit dem gemäßigten Klima der USA und Europas. Sie zeigt außerdem, was jeder Unterschied für Ihre Kultur bedeutet.

Tabelle 1: Tropisches Südostasien im Vergleich zu gemäßigten Klimazonen

Faktor Tropisches Südostasien Gemäßigt (USA/Europa) Was das für Ihre Pflanzen bedeutet
Durchschnittstemperatur 27–35 °C 15–28 °C Hitzestress; Aromastoffe verdunsten
Relative Luftfeuchtigkeit 70–90 % 40–70 % Schimmel, darunter Botrytis
Regen Regenzeit von 5–6 Monaten Geringer Knospenfäule und Pilzkrankheiten an den Blättern
Tageslänge Etwa 11–13 Stunden, das ganze Jahr 9–16 Stunden, starke jahreszeitliche Schwankung Die Tageslänge ändert sich im Jahresverlauf kaum. Deshalb bekommen die Pflanzen kein klares Signal, wann sie blühen sollen
Ultraviolettes Licht (UV) Sehr hoch Mäßig Mehr Trichome, aber auch Stress
Insekten Viele Arten, ganzjährig Saisonal Der Schädlingsdruck lässt nie nach

Einige dieser Begriffe brauchen eine kurze Erklärung. Die relative Luftfeuchtigkeit (RH) gibt an, wie viel Wasserdampf die Luft enthält. Gemessen wird das an der Höchstmenge, die die Luft bei dieser Temperatur aufnehmen könnte. Botrytis ist Grauschimmel, ein Pilz, der Knospen von innen verfaulen lässt. Trichome sind die winzigen Harzdrüsen auf Knospen und Blättern. Die Aromastoffe, die bei Hitze verloren gehen, heißen Terpene.

Hitzestress bremst das Wachstum und lässt Aroma verfliegen. Feuchtigkeit und Regen halten die Knospen nass, und Schimmel braucht genau diese nassen Knospen. Die Tageslänge bleibt das ganze Jahr bei etwa 12 Stunden. Das verursacht ein eigenes Problem: Pflanzen, die auf die Tageslänge reagieren, können früher blühen als geplant (Abschnitt 3).

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand führen Unwetter in der Regenzeit oft zu Stromausfällen. Dann stehen Ventilatoren, Pumpen, Zusatzbeleuchtung und die Geräte im Trockenraum still. Notieren Sie vor der Planung eines Durchgangs drei Fakten zu Ihrem eigenen Standort aus dem Vorjahr: den heißesten Monat, die nassesten Monate und wie oft der Strom ausgefallen ist. Diese Fakten brauchen Sie in jedem der folgenden Abschnitte.

2. Genetik für die Tropen auswählen

2.1 Landrassen und tropische Sativas

Eine Landrasse ist eine lokale Sorte, die lange in einer Region gewachsen ist und sich an sie angepasst hat. Sie stammt aus keinem modernen Zuchtprogramm. Zu den südostasiatischen Landrassen gehören Thai Stick sowie Linien aus Laos, Kambodscha und Vietnam. Sie haben sich über Hunderte von Jahren in diesem Klima entwickelt. Sie sind von Natur aus pilzresistent und hitzetolerant. Ihre Knospen sind lang, luftig und locker, deshalb kann der Wind sie nach Regen trocknen.

  • Thai-Sativa: Saatgutverkäufer geben meist etwa 14–18 Wochen Blütezeit an. Die Wirkung wird meist als stark anregend beschrieben, nicht als beruhigend.
  • Haze- oder NLD-Kreuzungen: Die Verkäufer geben meist etwa 12–16 Wochen an. NLD steht für „narrow-leaflet drug“ (schmalblättriger Drogentyp). So heißt botanisch das Drogen-Cannabis vom Sativa-Typ.
  • Linien aus Kambodscha und Vietnam: Die Verkäufer geben meist etwa 10–14 Wochen an und beschreiben sie als hitzetolerant.

Anmerkung der Übersetzung: Je länger eine Pflanze blüht, desto mehr Wochen sind ihre Knospen Regen und Feuchtigkeit ausgesetzt. Eine Thai-Sativa mit angegebenen 14–18 Wochen braucht mehr Zeit, als Saison 1 in Tabelle 2 bietet (Abschnitt 3). Diese Saison dauert vom Sämling bis zur Ernte nur vier bis fünf Monate. Rechnen Sie mit der Blütezeit des Züchters von Ihrem gewünschten Erntemonat aus zurück. Fallen die letzten Blütewochen in Ihre nassesten Monate, wählen Sie eine Linie, die schneller blüht.

2.2 Autoflowers: die schnelle Option

Autoflower-Pflanzen beginnen ab einem bestimmten Alter zu blühen, unabhängig von der Tageslänge. Dieses Merkmal stammt aus der Ruderalis-Genetik.

  • Die Tageslänge steuert sie nicht. Sie können sie also zu jeder Jahreszeit anbauen.
  • Saatgutverkäufer geben meist einen vollständigen Zyklus von etwa 65–85 Tagen an. Damit wären 4–5 Ernten pro Jahr möglich.
  • Sie bringen weniger Ertrag als photoperiodische Pflanzen, die blühen, sobald die Nächte lang genug sind. Dafür ist jeder Zyklus deutlich kürzer.
  • Wählen Sie hitzetolerante Genetik. Der Originalartikel nannte als Beispiele Autoflowers von 420 Fast Buds, Mephisto und RQS (Royal Queen Seeds).

Anmerkung der Übersetzung: Diese Züchter stehen hier nur, weil der Originalartikel sie nennt. Das ist keine Empfehlung. Eine Angabe zur Hitzetoleranz auf der Samenpackung ist kein Beweis. Lesen Sie zuerst, was Hitzestudien tatsächlich zeigen. Bauen Sie dann einige Pflanzen jedes Kandidaten nebeneinander am selben Standort an, bevor Sie eine ganze Saison darauf setzen. So sehen Sie, welche Linie in Ihrer Hitze weiterwächst und feste Knospen bildet.

2.3 Luftige Sativas, die Schimmel vertragen

Offene, luftige Knospen widerstehen Botrytis weit besser als die dichten Knospen vieler moderner Hybriden. Luft strömt durch sie hindurch, deshalb trocknen sie nach Regen oder Tau schneller. Der Originalartikel nennt drei Beispiele:

  • Durban Poison, eine Landrassen-Sativa aus Südafrika
  • Dr. Grinspoon, eine Heirloom-Sativa
  • Lamb’s Bread, eine Heirloom-Linie aus Jamaika

Das sind Landrassen und Heirloom-Linien. Heirloom-Linien sind alte Sorten, die Grower über viele Generationen erhalten haben. Keine der drei wurde gezielt auf Schimmelresistenz gezüchtet. Einige Züchter vermarkten neue Hybriden als pilzresistent für das Klima Südostasiens.

Anmerkung der Übersetzung: Eine neue „pilzresistente“ Hybride lohnt sich nur, wenn sie Ihre Regenzeit ohne Schimmel übersteht. Machen Sie deshalb zuerst einen kleinen Versuch in Thailand. Bauen Sie in Ihrem Regenzeit-Zeitfenster einige Pflanzen der neuen Linie neben einer Linie an, die Sie schon kennen. Zählen Sie bei der Ernte die verschimmelten Knospen jeder Linie. So wissen Sie, ob die Angabe auf Ihrem Betrieb stimmt, bevor Sie ein ganzes Feld bepflanzen.

Anmerkung der Übersetzung: Lesen Sie vor dem Samenkauf, was beim Kauf von Cannabis-Samen in Thailand 2026 legal ist und wie Sie einen thailändischen Saatgutanbieter prüfen. Prüfen Sie außerdem, welche Lizenz Ihr Anbau braucht. Vielleicht möchten Sie statt mit Samen mit Klonen eines anderen Betriebs beginnen. Dann riskieren Sie, Schädlinge, eine falsche Sorte oder das Hop Latent Viroid (HLVd) einzuschleppen. HLVd ist ein winziger Krankheitserreger, der Pflanzen im Wuchs hemmen und den Ertrag senken kann. Fragen Sie den Betrieb nach seinen Testergebnissen. Halten Sie neue Klone in einem eigenen Bereich, bis Sie sie auf Schädlinge kontrolliert haben.

3. Die Saison nach der Tageslänge planen

Photoperiodische Pflanzen beginnen zu blühen, wenn die Nächte lang genug sind. In gemäßigten Ländern halten die kurzen Sommernächte sie bis zum Herbst im Blattwachstum. In Bangkok, auf etwa 13,7° nördlicher Breite, dauert der längste Tag etwa 12,9 Stunden (Juni) und der kürzeste etwa 11,3 Stunden (Dezember). Der Unterschied beträgt nur etwa 1,6 Stunden. Im weiter nördlich gelegenen Chiang Mai sind es etwa 2,3 Stunden. Einen großen Teil des Jahres sind die Nächte lang genug, um die Blüte auszulösen. Deshalb können photoperiodische Pflanzen früher zu blühen beginnen, als Sie erwarten.

Tabelle 2: Vorgeschlagener Pflanzkalender für Thailand

Saison Anzucht der Sämlinge Auspflanzen Ernte Hinweise
Saison 1 (trocken) Okt.–Nov. Nov.–Dez. Feb.–März Beste Saison: weniger Regen, kühler
Saison 2 (heiß) Jan.–Feb. Feb.–März Mai–Juni Heiß; die Pflanzen brauchen Schatten am Nachmittag
Regenzeit (hohes Risiko) Apr.–Mai Mai–Juni Aug.–Sept. Hohes Pilzrisiko; feuchtigkeitstolerante Sorten verwenden
Autoflowers (ganzjährig) Jederzeit 2 Wochen nach der Keimung Etwa 65–85 Tage (vollständiger Zyklus) Bis zu 4–5 Ernten pro Jahr

Saison 1 ist am besten, weil die Knospen in den trockenen, kühleren Monaten reifen. Dann sind Regen und Luftfeuchtigkeit am niedrigsten. In Saison 2 ist der Nachmittag die heißeste Tageszeit. Schatten zu dieser Zeit verringert deshalb den Hitzestress. In der Regenzeit können Knospen tagelang nass bleiben, bauen Sie daher nur feuchtigkeitstolerante Genetik an (Abschnitt 2). Die tropische Sonne ist stark. Bevor Sie Jungpflanzen ins Freie bringen, sollten Sie sie abhärten: Gewöhnen Sie sie Schritt für Schritt an die volle Sonne.

Anmerkung der Übersetzung: Der ursprüngliche Kalender behandelt Thailand als eine einzige Zone. Tatsächlich reicht das Land viel weiter nach Süden als 13° N, bis etwa 5,6° N. Dort ändert sich die Tageslänge im Jahresverlauf noch weniger. Südthailand bekommt seinen stärksten Regen außerdem in anderen Monaten als Zentral- und Nordthailand. An der Ostküste des Südens, ab Chumphon südwärts, bringt der Nordostmonsun meist von etwa Ende Oktober bis in den Januar starken Regen. Auch Vietnam, Laos, Kambodscha und Myanmar haben jeweils eigene Regenmonate. Markieren Sie die nassesten Monate an Ihrem Standort in einem Kalender. Achten Sie dann darauf, dass die letzten Blütewochen in Ihrem Plan nicht in diese Monate fallen.

4. Dunkelheit im Freien steuern (Lichtentzug)

Lichtentzug (Light Deprivation, kurz „Light Dep“) bedeutet: Sie decken die Pflanzen mit lichtdichtem Material ab und steuern so, wie viele Stunden Dunkelheit sie bekommen. In Äquatornähe bleibt die Tageslänge das ganze Jahr bei etwa 12 Stunden. Die Pflanzen können deshalb recht früh zu blühen beginnen. Im Freien nutzen Grower in dieser Region die Lichtsteuerung vor allem für drei Zwecke:

  • Um die Blüte genau dann auszulösen, wenn Sie es wollen, sobald die Pflanzen groß genug sind.
  • Um den Pflanzen 12 Stunden ununterbrochene Dunkelheit zu geben, damit Licht von Straßenlaternen oder Nachbarn sie nicht unterbricht.
  • Um die Pflanzen mit Zusatzlicht länger im Blattwachstum zu halten, wenn Sie größere Pflanzen brauchen. Zusatzlicht am Abend verkürzt die Nacht, sodass die Pflanzen kein Signal zum Blühen bekommen.

Sie brauchen eine Verdunkelungsplane oder ein Gewächshaus mit automatischen Verdunkelungsvorhängen. Schließen Sie die Abdeckung um 18:00 Uhr und öffnen Sie sie um 06:00 Uhr. Unter der Abdeckung wird es sehr heiß. Sie müssen deshalb für Belüftung sorgen, damit die Wärme abzieht.

Anmerkung der Übersetzung: Bei 30–35 °C staut sich die Wärme abends unter einer geschlossenen Abdeckung schnell. Legen Sie in der ersten Woche ein Minimum-Maximum-Thermometer unter die Abdeckung. So sehen Sie, ob Ihre Belüftung die Pflanzen kühl genug hält, bevor sich Knospen bilden. Stellen Sie sich in der ersten Nacht einige Minuten unter die geschlossene Abdeckung und suchen Sie nach Spalten, durch die Licht fällt. Jedes Lichtleck unterbricht die 12-stündige Dunkelphase. Wenn Sie automatische Vorhänge oder Zusatzlicht nutzen, prüfen Sie diese nach jedem Stromausfall. Ein Vorhang, der offen hängen bleibt, oder eine Lampe, die nicht mehr angeht, verändert die Tageslänge der Pflanzen.

5. Boden, Drainage und Düngung im Freien

5.1 Den Boden vorbereiten

  • Tropischer roter Boden (Laterit) ist oft sauer, mit einem pH-Wert von 4,5–5,5. Um ihn auf pH 6,0–6,5 anzuheben, geben Sie Dolomitkalk zu. Das ist gemahlener Kalkstein, der Calcium und Magnesium enthält. Ist der pH-Wert zu niedrig, können die Wurzeln mehrere Nährstoffe nicht aufnehmen, obwohl sie im Boden vorhanden sind.
  • Pflanzmischung: 40 % Erde, 30 % kompostierter Mist oder Kompost, 20 % Perlit oder verkohlte Reisspelzen und 10 % Wurmkompost (Wurmhumus).
  • Graben Sie ein breites Pflanzloch von 60 × 60 × 60 cm. Oder verwenden Sie einen oberirdisch aufgestellten Stofftopf mit 50–100 Litern.
  • Drainage hat oberste Priorität. In staunassem Boden füllt Wasser die Lufträume, die die Wurzeln brauchen. Die Wurzeln sterben dann schnell ab.

Anmerkung der Übersetzung: Wie viel Dolomit Sie brauchen, hängt von Ihrem Boden und seinem Ausgangs-pH ab. Messen Sie den pH-Wert des Bodens vor dem Kalken und einige Wochen danach noch einmal. So müssen Sie nicht raten und sehen, ob der Kalk den pH-Wert tatsächlich angehoben hat. In Thailand können Landwirte Bodenproben vom Land Development Department (กรมพัฒนาที่ดิน, Amt für Landentwicklung) untersuchen lassen. Das geht über die regionalen Dienststellen des Amtes oder über dessen Online-Dienst (e-Service). Fragen Sie bei der nächstgelegenen Dienststelle nach den Gebühren und danach, wie Sie eine Probe einschicken.

5.2 Beete und Drainage für die Regenzeit

Anmerkung der Übersetzung: Leserinnen und Leser haben sich diesen Unterabschnitt gewünscht. Er baut den Hinweis des Originals aus, dass Drainage an erster Stelle steht, und stützt sich auf übliche Praxis im Feldbau.

  • Den Standort nach Regen wählen. Gehen Sie während oder direkt nach einem starken Unwetter über das Gelände. Notieren Sie, wo sich Wasser sammelt oder wo es abfließt. Pflanzen Sie nicht in Senken oder dort, wo Regenwasser abläuft.
  • Die Wurzelzone anheben. Pflanzen Sie auf einen erhöhten Hügel oder in ein Hochbeet. Oder nehmen Sie, wie im Original vorgeschlagen, einen oberirdisch aufgestellten Stofftopf. Regenwasser läuft dann nach unten und von den Wurzeln weg, statt um sie herum stehen zu bleiben.
  • Auf den „Eimer-Effekt“ in Tonboden achten. Angenommen, Sie graben ein 60 cm tiefes Loch in schweren Tonboden und füllen es mit lockerer Mischung. Dann kann sich Wasser aus dem umliegenden Boden darin sammeln wie in einem Eimer. Füllen Sie das leere Loch vor dem Pflanzen mit Wasser. Steht das Wasser viele Stunden später noch darin, pflanzen Sie stattdessen auf einen Hügel oder in einen Topf.
  • Dem Wasser einen Weg geben. Ziehen Sie eine flache Rinne entlang oder rund um Ihre Beete. Führen Sie sie zu tiefer liegendem Gelände oder zu einem vorhandenen Graben.
  • Töpfe nicht auf nassen Boden stellen. Stellen Sie Stofftöpfe auf Ziegel oder eine Palette, damit der Topfboden nicht in einer Pfütze steht.
  • Nach dem ersten starken Regen kontrollieren. Achten Sie auf stehendes Wasser, ausgeschwemmte Erde und schiefe Pflanzen. Bessern Sie die Rinnen vor dem nächsten Unwetter aus.

Alle diese Schritte halten die Wurzelzone über Monate mit viel Regen belüftet. Luft in der Wurzelzone senkt außerdem das Risiko von Wurzelfäule (Abschnitt 6).

5.3 Düngung im Freien

  • Vegetative Phase (Blattwachstum): Verwenden Sie stickstoffreiche organische Dünger. Beispiele sind Ölkuchen (der Rückstand, wenn Öl aus Samen gepresst wird), Fischemulsion (ein flüssiger Fischdünger) und Blutmehl.
  • Blütephase: Verwenden Sie Knochenmehl und Fledermaus-Guano für Phosphor sowie Holzasche für Kalium.
  • Ergänzungen: Verwenden Sie Bittersalz (Epsom-Salz, Magnesiumsulfat) für Magnesium. Fehlen Ihrem Boden Calcium und Magnesium, geben Sie CalMag zu, ein Calcium-Magnesium-Ergänzungsmittel.
  • Methode: Geben Sie alle 3–4 Wochen eine Kopfdüngung (Top-Dressing), statt ständig Flüssigdünger zu verwenden. Bei der Kopfdüngung streuen Sie trockenen Dünger auf die Bodenoberfläche und gießen ihn ein.

Trockene organische Dünger geben ihre Nährstoffe über mehrere Wochen ab, während Bodenorganismen sie zersetzen. Eine einzige Kopfdüngung versorgt die Pflanze also weiter. Sie müssen nicht bei jedem Gießen Flüssigdünger anmischen.

Anmerkung der Übersetzung: Holzasche ist alkalisch und hebt deshalb ebenfalls den pH-Wert des Bodens. Berücksichtigen Sie das, wenn Sie das Kalken planen. Wenn Sie handelsüblichen Dünger kaufen, prüfen Sie, ob er in Thailand registriert ist. Notieren Sie Datum und Menge jeder Kopfdüngung und sehen Sie sich eine Woche später die Blätter an. So können Sie jede Düngung der Reaktion der Pflanze zuordnen. Mit Ihren Aufzeichnungen können Sie dann Mangelsymptome richtig deuten.

6. Schädlingen und Krankheiten in den Tropen vorbeugen

Hier gibt es keinen kalten Winter, der den Kreislauf der Schädlinge unterbricht. Die Vorbeugung muss deshalb das ganze Jahr laufen. Die Tabelle zeigt häufige Probleme und die organischen Bekämpfungsmittel, die das Original nennt. Dahinter steht der integrierte Pflanzenschutz, der Vorbeugung, Überwachung und gezielte Bekämpfung verbindet.

Tabelle 3: Häufige Schädlinge und Krankheiten im tropischen Südostasien

Art Problem Organische Bekämpfung
Schädling Stängelbohrer und Motten (Raupen) Bt (Bacillus thuringiensis), Lichtfallen
Schädling Spinnmilben Niemöl, Beauveria bassiana
Schädling Thripse Spinosad, räuberische Marienkäfer
Schädling Schnecken Eisenphosphat-Köder, Bierfallen
Pilz Botrytis (Grauschimmel) Auslichtungsschnitt für bessere Luftzirkulation, Bacillus subtilis
Pilz Echter Mehltau Kaliumbicarbonat, verdünnte Milch
Pilz Fusarium und Wurzelfäule Gute Drainage, Trichoderma
Bakterien Bakterielle Blattfleckenkrankheit Kupferspritzung, befallene Pflanzen isolieren, befallene Blätter entfernen

Was die Bekämpfungsmittel sind:

  • Bt ist ein Bakterium. Sein Giftstoff tötet Raupen, die behandelte Blätter fressen. Siehe ein Bt-Programm für blühende Pflanzen. Lichtfallen locken nachtaktive Motten an, am besten bevor sie Eier ablegen.
  • Beauveria bassiana ist ein Pilz, der Insekten befällt und tötet. Niemöl ist ein Pflanzenöl, das gegen Milben eingesetzt wird.
  • Spinosad ist ein Insektizid, das aus einem Bodenbakterium gewonnen wird. Räuberische Marienkäfer fressen Thripse.
  • Eisenphosphat-Köder töten Schnecken. Bierfallen locken Schnecken in einen Behälter.
  • Der Auslichtungsschnitt öffnet die Pflanze, sodass die Knospen schneller trocknen. Bacillus subtilis ist ein nützliches Bakterium, das gegen Pilzkrankheiten eingesetzt wird.
  • Kaliumbicarbonat ist ein Salz, ähnlich wie Natron.
  • Trichoderma ist ein nützlicher Pilz, der die Wurzeln schützt.
  • Kupferspritzmittel wirken gegen Bakterien und Pilze.

Anmerkung der Übersetzung: Verwenden Sie in Thailand nur Pflanzenschutzmittel, die beim Department of Agriculture (กรมวิชาการเกษตร, thailändische Landwirtschaftsbehörde) registriert sind. Wenden Sie sie genau so an, wie es auf dem Etikett steht. Das gilt für Produkte mit Bt, Beauveria, Spinosad, Kupfer, Kaliumbicarbonat, Niem, Bacillus subtilis und Trichoderma. Siehe was Sie unter dem thailändischen GACP-Standard legal sprühen dürfen. Verdünnte Milch und Bierfallen sind Hausmittel, keine registrierten Produkte. Ist Ihr Betrieb zertifiziert, fragen Sie Ihre Zertifizierungsstelle, bevor Sie sie einsetzen. Registrierte Produkte und lebende Raubinsekten finden Sie über den offiziellen Vertriebspartner in Thailand. Sie können auch die Community im Bereich Pflanzenklinik fragen.

Gehen Sie einmal pro Woche mit einer Lupe durch Ihre Pflanzen. Prüfen Sie die Blattunterseiten und das Innere der Knospen und schreiben Sie auf, was Sie finden. So entdecken Sie Milben, Thripse und Schimmel, solange es noch wenige sind und sie sich leicht bekämpfen lassen.

7. Begleitpflanzen und Biodiversität

Mischkultur bedeutet, andere Pflanzen zwischen oder rund um Ihre Kultur anzubauen. Das kann Schädlinge abwehren, Nützlinge anlocken und den Boden verbessern:

  • Zitronengras: Seine citronellaartigen Aromastoffe vertreiben Mücken und andere Insekten.
  • Basilikum: vertreibt Thripse und Milben und lockt Bienen an.
  • Tagetes (Studentenblume): vertreibt Nematoden. Das sind mikroskopisch kleine Bodenwürmer, die Wurzeln angreifen. Außerdem lockt sie Blattläuse von der Kultur weg.
  • Bohnen oder Klee: Bakterien in ihren Wurzeln binden Stickstoff aus der Luft. Sie dienen außerdem als Bodendecker (Cover Crop), also als Pflanzen, die offenen Boden bedecken und schützen.
  • Knoblauch: wirkt natürlich gegen Pilze und vertreibt außerdem viele Schädlinge.
  • Sonnenblume: lockt Marienkäfer und Bienen an. Sie dient außerdem als Fangpflanze für Blattläuse, das heißt, sie lockt diese von Ihrer Hauptkultur weg.

Anmerkung der Übersetzung: Alle sechs Pflanzen wachsen problemlos in Thailand und den Nachbarländern. Für einige dieser Wirkungen sind die Ergebnisse aus Feldversuchen uneinheitlich. Das oben verlinkte Thema zur Mischkultur zeigt, was belegt ist und was Mythos ist. Beginnen Sie mit einem Streifen aus zwei oder drei dieser Pflanzen neben einem Teil Ihrer Kultur. Zählen Sie jede Woche die Schädlinge an Pflanzen nahe dem Streifen und an Pflanzen weiter weg. So sehen Sie, ob der Streifen an Ihrem Standort hilft, bevor Sie ihm mehr Platz geben. Kontrollieren Sie Fangpflanzen häufig. Entfernen Sie stark befallene Teile, damit die Schädlinge nicht auf Ihr Cannabis überwandern.

8. Die Ernte bei feuchter Luft trocknen und lagern

Außenluft mit 70–90 % RH ist ein großes Problem für die Trocknung und das Curing (Nachreifen). In feuchter Luft trocknen Knospen langsam, und bei langsamer Trocknung hat Schimmel Zeit zu wachsen.

  • Sie brauchen einen Trockenraum mit Klimaanlage und Entfeuchter. Die Außenluft ist zu feucht, um Knospen sicher zu trocknen.
  • Nass trimmen. Nasstrimmen bedeutet, die Blätter direkt nach der Ernte abzuschneiden, also vor der Trocknung. Mit weniger Blattmasse muss weniger Wasser entzogen werden, deshalb trocknen die Knospen schneller.
  • Trocknungstemperatur: 15–18 °C. Kühlen Sie den Raum mit der Klimaanlage.
  • Luftfeuchtigkeit im Trockenraum: 55–60 % RH.
  • Curing: Verwenden Sie Boveda-Packs mit 58 %, nicht mit 62 %. Boveda ist eine Marke für Zwei-Wege-Feuchtigkeitspacks. Diese geben Feuchtigkeit ab oder nehmen sie auf und halten so ein Glas auf einer festen RH. In den Tropen lässt die niedrigere Stufe mehr Spielraum gegen Schimmel.
  • Langfristige Lagerung: Vakuumieren Sie die Knospen und bewahren Sie sie im Kühlschrank auf.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand ist die Stromversorgung der Schwachpunkt. Fallen Klimaanlage und Entfeuchter für mehrere Stunden aus, wird der Trockenraum bald so feucht wie die Außenluft. Nasse Knospen bei hoher Luftfeuchtigkeit sind durch Botrytis gefährdet. Außerdem können sich Mykotoxine bilden, also Giftstoffe, die manche Schimmelpilze erzeugen. Stellen Sie ein Hygrometer mit Datenaufzeichnung in den Raum und prüfen Sie es morgens und abends. Legen Sie im Voraus fest, was Sie bei einem langen Stromausfall tun, zum Beispiel wer den Raum kontrolliert und wohin die Knospen kommen.

Betriebskosten und Gerätegröße sind sehr unterschiedlich. Siehe fünf thailändische Trocknungs-Setups mit ihren Kosten und wie Sie Entfeuchter und Klimaanlage für einen thailändischen Raum dimensionieren. Lassen Sie den leeren Raum vor der Ernte 2–3 Tage laufen und protokollieren Sie Temperatur und RH. So sehen Sie, ob Ihre Geräte 15–18 °C und 55–60 % RH halten können, bevor Ihre Ernte davon abhängt. Wenn Sie einen Vakuumbeutel aus dem Kühlschrank nehmen, lassen Sie ihn vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen. Sonst kondensiert Feuchtigkeit aus der warmen Luft auf den kalten Knospen.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Leitfaden dient nur der Bildung und als Nachschlagewerk. Der Anbau von Cannabis muss dem Recht entsprechen, das an Ihrem Wohnort gilt.

In Thailand:

  • Die Cannabisblüte (ช่อดอกกัญชา) ist ein kontrolliertes Kraut gemäß der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Die Bekanntmachung wurde auf Grundlage des Thai Traditional Medicine Protection Act B.E. 2542 (1999) erlassen, des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin. Sie ist seit dem 26. Juni 2025 in Kraft. Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept (ภ.ท.33) verkauft werden, für höchstens 30 Tage. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.
  • Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 ist am 30. April 2026 in Kraft getreten. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten.
  • Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 ist am 26. April 2026 in Kraft getreten. Lizenzen für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC erhalten nur drei Gruppen: thailändische juristische Personen, die nach dem Foreign Business Act B.E. 2542 (Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeit) nicht als „ausländisch“ gelten, staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz.
  • Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet.

In diesem Forum sind keine Beiträge über den direkten Kauf oder Verkauf erlaubt. Ebenso wenig sind Beiträge über Freizeitkonsum oder Inhalte für Länder erlaubt, in denen Cannabis verboten ist.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Bauen Sie in Thailand oder einem Nachbarland im Freien an? Schreiben Sie unten Ihren Standort, Ihre Pflanz- und Erntemonate, die Linie, die Sie angebaut haben, und was die Regenzeit mit ihr gemacht hat. Fragen zu allen Abschnitten sind in diesem Thema willkommen.

Quellen

  1. Cloud Nine Thailand (2024). “Best Outdoor Cannabis Strains in Thailand.”
  2. 420 Fast Buds (2025). “Features of Growing Cannabis in Thailand.”
  3. Mandala Seeds (2025). “Prempavee Thai Landrace Seeds.”
  4. CannaGenie. “Southeast Asia Genetics — Landrace Families.” cannagenie.org.
  5. JointCommerce. “Thailand Landrace Strain: A Comprehensive Guide.”
  6. Kush House Thailand (2024). “Finding the Best Indica Strains in Thailand.”
  7. Chiarakul P, Pinich S, Sreshthaputra A (2024). “Monitoring Environmental Factors Associated with Indoor Growth Chambers and Greenhouses for Cannabis Cultivation.” Journal of Architectural/Planning Research and Studies (JARS) 21(2): 387–404. doi:10.56261/jars.v21.264823