Cannabis-Nährstoffe Element für Element: Was N, P, K, die Sekundärnährstoffe und die Mikronährstoffe bewirken, Zielwerte nach Phase, Düngeretiketten lesen und Blätter diagnostizieren

Dieser Leitfaden behandelt vier Dinge, die Sie direkt bei Ihrem Anbau nutzen können:

  • welche Aufgabe jeder Nährstoff in der Cannabispflanze hat
  • wie viel die Pflanze in jeder Phase von jedem Nährstoff aufnimmt
  • wie Sie aus den Zahlen auf einem Düngeretikett die Menge in Ihrem Tank berechnen
  • wie Sie ein Blattsymptom auf seine wahrscheinliche Ursache zurückführen

Die Zahlen stammen aus mehreren veröffentlichten Studien. Sie sind am Ende aufgeführt. Absätze mit der Kennzeichnung „Anmerkung der Übersetzung“ erklären, was in Thailand und Südostasien anders ist: hartes Wasser, Hitze von 30–35 °C und hohe Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit.

Wie die Zahlen in diesem Leitfaden angegeben sind

  • mg/L steht für Milligramm eines Elements, gelöst in einem Liter Nährlösung. In Wasser entspricht 1 mg/L genau 1 ppm (parts per million, Teile pro Million). Wie Sie damit rechnen, steht unter Nährlösung aus einzelnen Düngesalzen mischen.
  • EC (elektrische Leitfähigkeit, in mS/cm) zeigt, wie viel Düngesalz im Wasser gelöst ist. Daran sehen Sie, wie stark die Lösung ist. Welche Elemente sie enthält, verrät der EC-Wert nicht. Siehe Grundlagen zu pH und EC.
  • Elementsymbole: N Stickstoff, P Phosphor, K Kalium, Ca Calcium, Mg Magnesium, S Schwefel, Fe Eisen, Mn Mangan, Zn Zink, Cu Kupfer, B Bor, Mo Molybdän, Cl Chlor (die Pflanze nimmt es als Chlorid auf).
  • Vegi steht für die vegetative Phase, in der die Pflanze Blätter und Stängel bildet. Blüte steht für die Blütephase.

1. Die drei Hauptnährstoffe: Stickstoff, Phosphor und Kalium

Stickstoff (N)

Aus Stickstoff baut die Pflanze Proteine, Enzyme, Aminosäuren und Chlorophyll auf. Chlorophyll ist das grüne Pigment, das Licht einfängt. Am meisten Stickstoff braucht die Pflanze in der Vegi.

  • Zu wenig: Die unteren Blätter werden gleichmäßig gelb. Diese Gelbfärbung durch Chlorophyllverlust heißt Chlorose. Das Wachstum verlangsamt sich, die Stängel bleiben dünn.
  • Zu viel: Die Blätter werden auffällig dunkelgrün. Die Blattspitzen biegen sich wie eine Kralle nach unten. Die Vegi zieht sich in die Länge, und die Pflanze bildet weniger Blüten.
  • Formen, die die Pflanze aufnimmt: Ammonium (NH4+) und Nitrat (NO3−). Cannabis bevorzugt Nitrat.

Was Sie tun können: Manche Etiketten zeigen, wie sich der Stickstoff auf Nitrat und Ammonium verteilt. Achten Sie beim Vergleich von Produkten auf diese Aufteilung. Den Nitratanteil nimmt Cannabis leichter auf.

Phosphor (P)

Phosphor ist Bestandteil von ATP, dem Molekül, das in den Zellen Energie transportiert. Er steckt außerdem in DNA und RNA. Phosphor fördert das Wurzelwachstum, die Blüte und die Samenbildung.

  • Zu wenig: Die unteren Blätter färben sich lila oder rot, die Wurzeln bleiben schwach und die Blüten klein.
  • Zu viel: Er blockiert die Aufnahme von Zink und Eisen. Die Pflanze zeigt dann die Symptome dieser Mängel.
  • Cannabis braucht weniger Phosphor, als viele Grower denken. N. Bernstein und Kollegen leiten eine Forschungsgruppe, die Düngeversuche mit Cannabis in der Fachzeitschrift Frontiers in Plant Science veröffentlicht. In ihrem Blüteversuch von 2021 (Shiponi und Bernstein) reichten 30 mg/L P für etwa 80 % des Höchstertrags.

Was Sie tun können: Vergleichen Sie den P-Gehalt Ihres aktuellen Düngeplans mit Tabelle 1, bevor Sie einen Blütebooster zugeben. So sehen Sie, ob Sie für Phosphor bezahlen, den die Pflanze nicht nutzen kann, und dabei eine Blockade von Zink und Eisen riskieren.

Kalium (K)

Kalium steuert die Stomata. Das sind winzige Poren auf dem Blatt, die Wasserdampf abgeben und Kohlendioxid aufnehmen. Kalium transportiert Wasser und Nährstoffe durch die Pflanze, hält die Photosynthese auf vollem Tempo und unterstützt die Harzbildung.

  • Zu wenig: Die Blattränder werden braun und sehen verbrannt aus. Dieses abgestorbene Gewebe heißt Nekrose. Die Pflanze ist schwach, die Blüten sind locker.
  • Zu viel: Es blockiert Calcium und Magnesium.
  • Am meisten Kalium braucht die Pflanze in der späten Blüte, wenn die Buds reifen.

Anmerkung der Übersetzung: Bei 30–35 °C kommen verbrannte Blattränder oft von Hitze oder hohem EC und nicht von Kaliummangel (Tabelle 4 nennt beide Ursachen). Messen Sie die Temperatur auf Höhe des Kronendachs und den EC des Drainwassers aus dem Topf, bevor Sie Kalium zugeben. Ist Hitze die Ursache, treibt zusätzliches Kalium den EC weiter hoch und kann Calcium und Magnesium blockieren.

2. N:P:K-Verhältnisse nach Wachstumsphase

K. Powell und W. Bauerle haben 2026 in Frontiers in Plant Science eine Studie veröffentlicht. Sie ist auch frei auf PubMed Central (PMC) lesbar, dem Archiv für Forschungsartikel der US-amerikanischen National Library of Medicine. Die Studie hat gemessen, wie viel von jedem Nährstoff Cannabis tatsächlich aufnimmt. Die Methode heißt „transpirationsbasierte Massenbilanz“. Sie berechnet die Aufnahme aus dem Wasser, das die Pflanzen über die Blätter verdunsten (Transpiration), und den Nährstoffen, die dieses Wasser mitbringt. In der Vegi nahmen die Pflanzen 78–155 mg/L N, 13–49 mg/L P und 111–216 mg/L K auf. Am oberen Ende dieser Bereiche liegt das Verhältnis nahe bei N:P:K = 3:1:4. Die Studie selbst nennt kein Verhältnis; es ist unsere Berechnung aus ihren Zahlen.

Tabelle 1: Empfohlene N:P:K-Verhältnisse nach Wachstumsphase

Phase N P K N (mg/L) EC (mS/cm)
Sämling oder bewurzelter Steckling (Klon) 1 0,5 1 80–100 0,4–0,8
Frühe Vegi 3 1 3 120–140 0,8–1,2
Späte Vegi 3 1 3–4 140–160 1,2–1,8
Übergang (Blütewoche 1–2) 2 1,5 3 120–140 1,2–1,6
Frühe Blüte (Woche 3–4) 1,5 2 3 100–120 1,4–1,8
Mittlere Blüte (Woche 5–6) 1 2 3 80–100 1,6–2,0
Späte Blüte (Woche 7–8) 0,5 1,5 3 60–80 1,2–1,6
Reife / Spülung 0 0,5 1 0–40 0,2–0,6

Quellen: Bevan, Jones und Zheng (2021, Frontiers in Plant Science); Powell und Bauerle (2026, Frontiers in Plant Science); Allred, Fatzinger und Bugbee (2025, Journal of Cannabis Research).

Die „Wochen“ zählen ab dem Tag, an dem Sie das Licht auf den Blüterhythmus umstellen. Die EC-Spalte gilt für die gesamte Lösung, also einschließlich Calcium, Magnesium und Mikronährstoffen.

Tabelle und gemessene Aufnahme passen nicht ganz zusammen. Tabelle 1 nennt für die frühe Vegi 3:1:3, die Pflanzen in der Studie von Powell und Bauerle nahmen eher 3:1:4 auf. Die Tabelle ist ein Richtwert, zusammengestellt aus mehreren Quellen. Keine der drei Studien nennt genau diese Verhältnisse, und die Messdaten tendieren stärker zum Kalium. In der Blüte ergeben die P-Verhältnisse der Tabelle mehr P als die rund 59 mg/L, bei denen Bevan, Jones und Zheng (2021) den höchsten Blütenertrag fanden. Zeigen Pflanzen in der späten Vegi Kaliummangel (braune Blattränder, Tabelle 4), gehen Sie an das 3:1:4-Ende des Bereichs.

Stickstoff in der späten Blüte schrittweise senken

Tabelle 1 senkt den Stickstoff in Stufen:

  • späte Vegi: 140–160 mg/L
  • Blütewoche 1–2: 120–140 mg/L
  • Woche 3–4: 100–120 mg/L
  • Woche 5–6: 80–100 mg/L
  • Woche 7–8: 60–80 mg/L
  • letzte Reifephase: 0–40 mg/L

Ab Woche 3 sind das etwa 20 mg/L weniger alle zwei Wochen.

Diese Senkung ist gewollt. A. Saloner und N. Bernstein sind Co-Autoren aus derselben Forschungsgruppe. Sie fanden heraus, dass die Cannabinoid-Konzentration bei wenig Stickstoff am höchsten ist und mit steigendem Stickstoff sinkt. Mehr Stickstoff bringt mehr Pflanzenmasse (Abschnitt 7). Die Tabelle opfert also etwas Masse zugunsten der Wirkstoffstärke. Die letzte Zeile ist die „Spülung“: eine Schlussphase mit reinem Wasser oder einer sehr schwachen Lösung. Ob die Spülung die Qualität verbessert, ist umstritten; siehe Spülung vor der Ernte.

Anmerkung der Übersetzung: Tabelle 1 geht von etwa acht Wochen Blüte aus. Viele Kultivare (Sorten), die in den Tropen angebaut werden, blühen länger, besonders Sativa-lastige. Behalten Sie die Reihenfolge der Stufen bei, verteilen Sie sie aber über die tatsächliche Blütedauer Ihres Kultivars statt über die Kalenderwochen oben.

Was Sie tun können: Notieren Sie vor der Umstellung auf Blüte den Stickstoff-Zielwert für jede Woche der Blütezeit Ihres Kultivars. Dann wissen Sie im Voraus, wann welche Senkung fällig ist, und müssen spät im Durchgang nicht raten.

3. Ein Düngeretikett lesen: vom Oxid zum Element zu mg/L

Ein Düngeretikett zeigt drei Hauptzahlen in der Reihenfolge N–P–K. Auf den meisten Etiketten, auch auf thailändischen, steht P als Phosphorpentoxid (P₂O₅) und K als Kaliumoxid (K₂O), nicht als reines Element. Forschungsartikel und Tabelle 1 rechnen mit den reinen Elementen. Rechnen Sie die Etikettwerte um, bevor Sie vergleichen:

  • P = P₂O₅ × 0,436
  • K = K₂O × 0,830
  • N muss nicht umgerechnet werden.

Von Prozent zu mg/L: Prozent des Elements × Gramm Produkt pro Liter × 10 = mg/L dieses Elements.

Beispiel (ein erfundenes Produkt mit dem Etikett 4–6–8, dosiert mit 2 g/L):

Etikett-% Element-% mg/L bei 2 g/L
N 4 4 80
P 6 (P₂O₅) 2,6 52
K 8 (K₂O) 6,6 133

Auf dem Etikett wirkt das Produkt phosphorreich. Als Elemente gerechnet liegt das Verhältnis aber bei etwa 3:2:5. Die 52 mg/L P liegen bereits über dem oberen Wert der gemessenen Aufnahme in der Vegi (49 mg/L).

Flüssigdünger werden in mL dosiert, ihre Prozentangaben beziehen sich aber oft auf das Gewicht. Multiplizieren Sie die mL mit der Dichte des Produkts (Gramm pro mL), um auf Gramm zu kommen. Die Dichte steht oft auf dem Etikett oder im Sicherheitsdatenblatt. Fehlt sie, ist Ihr Ergebnis nur ein Schätzwert. Wenn Sie mehrere Produkte mischen, zählen Sie zusammen, was jedes liefert, plus das, was schon in Ihrem Wasser ist.

Gesamt- und verfügbare Nährstoffe. „Gesamt“ ist alles, was im Sack steckt. „Verfügbar“ oder „wasserlöslich“ ist der Teil, den die Wurzeln aufnehmen können. Thailändische Etiketten nennen meist ไนโตรเจนทั้งหมด (Gesamt-N), ฟอสเฟตที่เป็นประโยชน์ (verfügbares P₂O₅) und โพแทชที่ละลายน้ำ (wasserlösliches K₂O). In organischen Produkten ist ein großer Teil des Stickstoffs in organischem Material gebunden, bis Bodenmikroben es abbauen. Der Gesamt-N-Wert auf einem solchen Sack ist höher als das, was die Pflanze diese Woche nutzen kann; siehe wie unterschiedlich organische Dünger Stickstoff freisetzen.

Anmerkung der Übersetzung: Dünger fallen in Thailand unter das Düngemittelgesetz (Fertilizer Act) B.E. 2518 (1975). Es wurde nur einmal geändert, durch das Düngemittelgesetz (Nr. 2) B.E. 2550 (2007). Wie Sie prüfen, ob ein Produkt registriert ist, und wie Sie das thailändische Etikett lesen – dazu gibt es ein eigenes Thema.

Was Sie tun können: Berechnen Sie N, P und K in mg/L für Ihre aktuelle Mischung und schreiben Sie die Werte auf. Vergleichen Sie sie dann mit Tabelle 1. So sehen Sie, ob Sie zu viel Phosphor oder zu wenig Kalium geben.

4. Sekundärnährstoffe: Calcium, Magnesium und Schwefel

Calcium (Ca)

  • Aufgabe: baut Zellwände auf und überträgt Signale in der Pflanze.
  • Zu wenig: braune Flecken auf neuen Blättern, verformte Blattspitzen und kurze Wurzeln.
  • Zielwert: 100–200 mg/L Calcium in der Lösung.

Anmerkung der Übersetzung: Calcium wandert mit dem Wasser, das die Pflanze hochzieht und über die Blätter abgibt. In der Regenzeit ist die Luft feucht. Die Blätter geben dann weniger Wasser ab, und weniger Calcium erreicht die neuen Blätter. Calciummangel kann deshalb auftreten, obwohl genug davon in der Lösung ist. Verbessern Sie die Luftbewegung und senken Sie die Luftfeuchtigkeit, bevor Sie mehr Calcium geben; siehe Klimasteuerung im Growraum.

Magnesium (Mg)

  • Aufgabe: sitzt im Zentrum des Chlorophyllmoleküls und aktiviert Enzyme.
  • Zu wenig: Gelbfärbung zwischen den Blattadern, während die Adern grün bleiben. Magnesium ist mobil (Abschnitt 6). Die Gelbfärbung beginnt deshalb an älteren Blättern im unteren und mittleren Teil der Pflanze und breitet sich nach oben aus.
  • Quellen: Bittersalz (Magnesiumsulfat, MgSO₄), CalMag-Produkte und Dolomitkalk.

Anmerkung der Übersetzung: Bittersalz heißt in Thailand ดีเกลือ, Dolomit heißt ปูนโดโลไมท์. Beides bekommen Sie leicht im Agrarfachhandel. Prüfen Sie, ob auf dem ดีเกลือ-Etikett Magnesiumsulfat steht. Die übliche Heptahydrat-Form (MgSO₄·7H₂O) enthält etwa 9,9 % Mg und 13 % S. Bei 1 g/L liefert sie rund 99 mg/L Magnesium und 130 mg/L Schwefel. Dolomit löst sich langsam. Er eignet sich für Erdbeete und den Boden im Freiland, nicht für einen Nährstofftank in Hydroponik oder Kokos.

Schwefel (S)

  • Aufgabe: baut Proteine und Enzyme auf. Der Originalartikel bringt Schwefel außerdem mit „Terpenen (Thiolstrukturen)“ in Verbindung. Genauer gesagt bildet Schwefel die Thiole. Das sind schwefelhaltige Aromastoffe, die hinter manchen „skunkigen“ Gerüchen stecken. Terpene selbst enthalten keinen Schwefel.
  • Zu wenig: Die neuen oberen Blätter werden gleichmäßig gelb. Das sieht aus wie Stickstoffmangel, zeigt sich aber an den OBEREN Blättern.
  • Schwefelmangel ist selten, wenn Sie einen guten Mineraldünger verwenden.

Was Sie tun können: Messen Sie pH und EC Ihres Rohwassers, bevor Sie CalMag kaufen. Ein deutlich erhöhter EC in reinem Wasser bedeutet gelöste Mineralien, oft Calcium und Magnesium. Hartes Wasser wird unter Gießwasser: hartes Wasser und Chloramin erklärt. Für genaue Werte lassen Sie in einem Wasserlabor eine Ca/Mg-Analyse machen. So geben Sie kein Calcium und Magnesium zu, das Ihr Wasser schon liefert.

5. Mikronährstoffe: Fe, Mn, Zn, Cu, B, Mo, Cl

Tabelle 2: Mikronährstoffe – Aufgaben und Mangelsymptome

Element Hauptaufgabe Mangelsymptom pH, der die Aufnahme blockiert
Fe (Eisen) Chlorophyll, Atmung Gelbfärbung zwischen den Adern an NEUEN Blättern pH > 6,5
Mn (Mangan) Photosynthese, Enzyme Kleine gelbe Flecken zwischen den Adern pH > 6,5
Zn (Zink) Hormone, Enzyme Kleine, verformte, gelbe Blätter pH > 7,0 oder P-Überschuss
Cu (Kupfer) Enzyme, Lignin (Stützsubstanz in Stängeln) Welke, lila Blätter pH > 6,5
B (Bor) Zellwände, Zellteilung Abgestorbene Spitzen, hohle Stängel pH > 6,5 oder trockene Wurzelzone
Mo (Molybdän) Umwandlung von Nitrat in nutzbaren Stickstoff; Enzyme Blattränder rollen sich nach oben, Gelbfärbung pH < 5,5
Cl (Chlor) Wasserdruck in den Zellen Welke, kurze Wurzeln Mangel selten

Das Original nannte als Aufgabe von Molybdän „N-Fixierung“. Stickstoff aus der Luft binden aber Bakterien in den Wurzeln von Hülsenfrüchten wie Bohnen, nicht Cannabis. In Cannabis braucht das Enzym, das Nitrat umwandelt (Nitratreduktase), Molybdän.

Die pH-Grenzen in Tabelle 2 gelten für Erde. In Kokos und Hydroponik beginnen Aufnahmeprobleme schon bei niedrigerem pH, ab über 6,0 (Abschnitt 8).

Was Sie tun können: Wenn Sie ein Mikronährstoff-Symptom sehen, messen Sie den pH der Lösung und des Drainwassers, bevor Sie ein Mikronährstoffprodukt kaufen. Bei den meisten Mängeln in dieser Tabelle ist der falsche pH die Ursache, nicht ein fehlendes Element.

6. Mobile und immobile Nährstoffe: Wo das Symptom auftritt

Das ist die wichtigste Regel, um einen Nährstoffmangel zu diagnostizieren.

Tabelle 3: Mobile und immobile Nährstoffe

Typ Elemente Symptome erscheinen an Warum
Mobil N, P, K, Mg, Mo ALTEN (unteren) Blättern Die Pflanze verlagert diese Elemente von alten zu neuen Blättern
Immobil Ca, Fe, Mn, Cu, B, S, Zn NEUEN (oberen) Blättern Die Pflanze kann diese Elemente nicht mehr verlagern, sobald sie eingebaut sind

Eine Gelbfärbung, die von unten nach oben wandert, deutet auf einen mobilen Nährstoff hin, meist N, Mg oder K. Eine Gelbfärbung, die von oben nach unten wandert, deutet auf einen immobilen Nährstoff hin, meist Fe, Ca oder Mn.

Zink steht in Grower-Tabellen oft bei den mobilen Nährstoffen. Fachliteratur zur Pflanzenernährung beschreibt es als relativ immobil, und sein Mangel zeigt sich zuerst an jungen Blättern (kleine, verformte Blätter, Tabelle 2). Suchen Sie danach oben an der Pflanze.

Was Sie tun können: Wenn Blätter gelb werden, notieren Sie, welche Blätter es zuerst zeigten, und machen Sie alle zwei Tage ein Foto. Stellen Sie die Fotos in den Bereich Pflanzenkrankstation. Diese Aufzeichnung, wo die Symptome begannen, brauchen andere Grower, um einen mobilen von einem immobilen Mangel zu unterscheiden.

7. Wie viel die Pflanze tatsächlich aufnimmt

Die Studie von Powell und Bauerle (2026) hat die tatsächliche Aufnahme gemessen:

  • N: 78–155 mg/L, je nach Kultivar und Phase
  • P: 13–49 mg/L, viel weniger, als die meisten Düngepläne nahelegen
  • K: 111–216 mg/L, der Nährstoff, der in der größten Menge aufgenommen wird

Saloner und Bernstein fanden, dass etwa 160 mg/L N in der Vegi das beste Wachstum brachten (Studie von 2020). In der Blüte (Studie von 2021) sank der Ertrag, wenn N unter etwa 160 mg/L lag. Tabelle 1 setzt in der Blüte bewusst weniger Stickstoff an (Abschnitt 2). Der Wert von 160 mg/L bringt die meiste Pflanzenmasse, die Tabelle zielt dagegen auf die höchste Cannabinoid-Konzentration.

Viele Düngepläne der Hersteller setzen den Phosphor in der Blüte zu hoch an. Wer sich an den Forschungswerten orientiert, spart Geld und vermeidet Blockaden.

Anmerkung der Übersetzung: Die Aufnahme ergibt sich aus der Nährstoffkonzentration multipliziert mit dem Wasser, das die Pflanze verbraucht. Bei 30–35 °C trinken Pflanzen viel mehr Wasser. In der Hydroponik sinkt der Wasserstand im Tank schneller, als die Salze verbraucht werden, also steigt der EC. Das Thema warum Düngepläne aus gemäßigten Klimazonen bei 31 °C und 85 % Luftfeuchtigkeit versagen behandelt das ausführlich.

Was Sie tun können: Messen Sie in heißen Wochen den EC im Tank jeden Tag und schreiben Sie ihn auf. Steigt der EC über Ihren Zielwert, füllen Sie mit reinem Wasser auf statt mit weiterer Nährlösung. So bleibt die Pflanze bei der Stärke aus Tabelle 1, statt schleichend überdüngt zu werden.

8. Nährstoffblockade und Wechselwirkungen zwischen Elementen

Eine Nährstoffblockade entsteht, wenn zu viel von einem Element oder ein falscher pH die Pflanze daran hindert, ein anderes Element aufzunehmen. Das Element kann in der Lösung vorhanden sein, und trotzdem leidet die Pflanze Mangel daran.

  • P-Überschuss blockiert Zn und Fe
  • K-Überschuss blockiert Ca und Mg
  • Ca-Überschuss blockiert Mg und K
  • Zu hoher pH (über 6,5 in Erde, über 6,0 in Hydro) blockiert Fe, Mn, Zn, Cu und B
  • Zu niedriger pH (unter 5,5) blockiert Ca, Mg, P und Mo

Mischen Sie die Nährstoffe ZUERST ins Wasser, messen und korrigieren Sie danach den pH. Zielbereiche: Erde 6,0–6,5, Kokos und Hydro 5,5–6,0. Nährsalze verschieben den pH von selbst. Ein vor dem Mischen eingestellter pH hält deshalb nicht mehr, sobald der Dünger drin ist.

Anmerkung der Übersetzung: Viele Grower in Thailand verwenden Brunnenwasser oder hartes Leitungswasser. Hartes Wasser hat oft einen hohen Ausgangs-pH und enthält Carbonate, die den pH nach der Korrektur wieder hochdrücken. Messen Sie die fertige Lösung einige Stunden nach der Korrektur noch einmal. Ist der pH gestiegen, sind wahrscheinlich die Carbonate in Ihrem Wasser die Ursache.

Was Sie tun können: Halten Sie jedes Mal dieselbe Reihenfolge ein. Wasser → jeden Nährstoff einzeln, nach jedem umrühren → EC messen → pH korrigieren → pH einige Stunden später erneut messen. Mit einer festen Reihenfolge können Sie die Messwerte von Woche zu Woche vergleichen und Probleme früh erkennen.

9. Schnelldiagnose anhand von Blattsymptomen

Tabelle 4: Schnelldiagnose anhand von Blattsymptomen

Symptom Wo Mögliche Ursache Was tun
Gleichmäßige Gelbfärbung, beginnt unten Alte Blätter N-Mangel N erhöhen, pH prüfen
Gelbfärbung zwischen den Adern, Adern grün Mittlere bis alte Blätter Mg-Mangel Bittersalz 1 g/L
Braune, verbrannte Blattränder Alte Blätter K-Mangel oder Hitze / hoher EC K erhöhen, EC senken
Lila Stängel und Blattstiele Ganze Pflanze P-Mangel oder Kälte Temperatur und pH prüfen
Gelbe neue Blätter, grüne Adern Oben Fe-Mangel Bei pH > 6,5 den pH senken
Braune Flecken und verformte neue Blätter Oben Ca-Mangel CalMag, pH prüfen
Dunkelgrüne Blätter, krallenförmige Spitzen Ganze Pflanze N-ÜBERSCHUSS Spülen, N reduzieren
Verbrannte Blattspitzen Ganze Pflanze Nährstoffverbrennung (EC zu hoch) Spülen, EC senken

„Spülen“ bedeutet in dieser Tabelle, reines Wasser durch den Topf laufen zu lassen, um überschüssige Salze auszuwaschen.

Anmerkung der Übersetzung: Kälte ist als Ursache für lila Stängel nur im Hochland während der kühlen Jahreszeit wahrscheinlich. Anderswo prüfen Sie zuerst pH und Phosphor. Manche Kultivare sind außerdem genetisch bedingt lila. Eine lila Pflanze, die gut wächst, braucht keine Behandlung.

Was Sie tun können: Ändern Sie immer nur eine Sache und testen Sie sie zuerst an 2–3 Pflanzen. Notieren Sie das Datum, die Änderung und wie die Pflanzen eine Woche später aussehen. Ändern Sie zwei Dinge gleichzeitig, können Sie nicht erkennen, welches das Problem gelöst oder ein neues verursacht hat.

Wo Sie diese Woche anfangen

  1. Messen Sie pH und EC Ihres Rohwassers. So sehen Sie, was Ihr Wasser schon enthält, bevor Dünger dazukommt.
  2. Rechnen Sie Ihre Düngeretiketten in mg/L Element um (Abschnitt 3). So sehen Sie Ihre tatsächlichen N-, P- und K-Werte.
  3. Vergleichen Sie Ihre Werte mit Tabelle 1. So sehen Sie, wo Sie zu viel oder zu wenig geben, besonders Phosphor in der Blüte.
  4. Testen Sie jede Änderung einen ganzen Durchgang lang an wenigen Pflanzen. So kostet ein Fehler nicht die ganze Ernte.

Fragen und Ihre eigenen Düngewerte sind unter diesem Thema oder in Allgemeine Nährstoffe willkommen. Nennen Sie Ihre Wasserquelle, Ihr Substrat, Ihren Kultivar und die Raumtemperatur, damit andere vergleichen können.

Literatur

  1. Powell K, Bauerle WL (2026). “Predicting vegetative phase nutrient uptake in Cannabis sativa L. via transpiration-driven mass-balance.” Frontiers in Plant Science. PMC12872892.
  2. Bevan L, Jones M, Zheng Y (2021). “Optimisation of Nitrogen, Phosphorus, and Potassium for Soilless Production of Cannabis sativa in the Flowering Stage Using Response Surface Analysis.” Frontiers in Plant Science.
  3. Allred J, Fatzinger B, Bugbee B (2025). “Crop steering through osmotic stress…” Journal of Cannabis Research. (Crop Steering (Wachstumssteuerung) bedeutet, Bewässerung und EC gezielt zu steuern, um die Pflanze in Richtung Blattwachstum oder in Richtung Blüte zu lenken.)
  4. Saloner A, Bernstein N (2020). “Response of Medical Cannabis (Cannabis sativa L.) to Nitrogen Supply Under Long Photoperiod.” Frontiers in Plant Science.
  5. Cockson P et al. (2019). “Characterization of Nutrient Disorders of Cannabis sativa.” Applied Sciences (MDPI).
  6. Kalinowski J et al. (2020). “Augmenting Nutrient Acquisition Ranges of Greenhouse Grown CBD (Cannabidiol) Hemp (Cannabis sativa) Cultivars.” Horticulturae.
  7. Shiponi S, Bernstein N (2021). “The Highs and Lows of P Supply in Medical Cannabis: Effects on Cannabinoids, the Ionome, and Morpho-Physiology.” Frontiers in Plant Science.
  8. Saloner A, Bernstein N (2021). “Nitrogen supply affects cannabinoid and terpenoid profile in medical cannabis (Cannabis sativa L.).” Industrial Crops and Products.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient nur der Bildung und als Nachschlagewerk. Der Anbau von Cannabis muss den Gesetzen entsprechen, die an Ihrem Wohnort gelten.

In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Gesundheitsministeriums über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Die Bekanntmachung wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 erlassen und gilt seit dem 26. Juni 2025. Blüten dürfen nur gegen eine Verschreibung auf Formular PT 33 (ภ.ท.33) verkauft werden, für höchstens 30 Tage Bedarf. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.

Außerdem gelten zwei Ministerialverordnungen von B.E. 2569:

  • Die Verordnung über Cannabis- und Hanfextrakte (in Kraft seit 26. April 2026) erlaubt Lizenzen für Extrakte mit über 0,2 % THC nur thailändischen juristischen Personen, die nach dem Foreign Business Act B.E. 2542 (Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeit) nicht als „ausländisch“ gelten, sowie Behörden und dem Thailändischen Roten Kreuz.
  • Die Verordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) (in Kraft seit 30. April 2026) verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten.

Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet.

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