In Asien haben Menschen Cannabis Tausende von Jahren lang für Stoffe, Nahrung und Medizin angebaut. Erst im zwanzigsten Jahrhundert begannen Gesetze, die Pflanze als Betäubungsmittel einzustufen. Dieser Wandel ist schriftlich besser belegt als das meiste, was Sie online dazu finden.
Dies ist Teil 1. Er behandelt die Herkunft der Pflanze und ihre Geschichte in China, in der zentralasiatischen Steppe und in Indien. Teil 2 behandelt Thailand, Japan, Korea, die internationalen Drogenabkommen und die Änderungen seit 2018.
1. Wie Sie diese Geschichte lesen sollten
Viele „Fakten“ zur Geschichte von Cannabis werden von anderen Autoren abgeschrieben und nicht überprüft. Eine Jahreszahl erscheint in einem Zeitschriftenartikel. Ein Buch zitiert den Artikel, und eine Website fasst das Buch zusammen. Zehn Jahre später wiederholen Leute eine Behauptung, die niemand prüfen kann, als wäre sie eine Tatsache.
Dieser Artikel geht umgekehrt vor. Jede Aussage erhält eine dieser Kennzeichnungen:
- Belegt oder bestätigt: Es gibt einen datierten Text, ein Gesetz oder einen Bericht, oder mehrere unabhängige Quellen stimmen überein. Diese Aussagen werden ohne Einschränkung formuliert.
- Berichtet: Die Aussage stützt sich auf eine einzige Erwähnung in einem Lexikon oder einer Zusammenfassung und wurde hier nicht überprüft.
- Umstritten: Fachleute sind sich uneinig.
- Legende oder Volksüberlieferung: Die Aussage lässt sich auf nichts zurückführen, was jemand überprüfen kann.
Das meiste hier verwendete Material ist tertiär. Eine Tertiärquelle ist ein Lexikon oder eine Zusammenfassung, die andere Werke wiedergibt, statt über neue Forschung zu berichten. Solche Quellen zeigen die Grundzüge der Geschichte gut, sind aber schwach bei genauen Jahreszahlen und Mengenangaben.
Eine bessere Quelle konnte nicht herangezogen werden: ein ernährungsgeschichtlicher Artikel über Cannabis in der thailändischen Küche. Eine Studie von 2021, die das vollständige Erbgut vieler Cannabispflanzen ausgelesen hat, wurde für diese Fassung anhand der veröffentlichten Arbeit überprüft. Die frühere Fassung dieses Themas nannte die meisten ihrer Quellen nicht. Jede Aussage, die auf einer ungenannten Quelle beruht, ist deshalb als „berichtet“ gekennzeichnet.
Was Sie tun können: Bevor Sie eine Jahreszahl aus der Geschichte von Cannabis weitergeben, schlagen Sie ihre Kennzeichnung in der Zeitleiste in Teil 2 nach. Wenn Sie eine Behauptung posten, nennen Sie Ihre Quelle und sagen Sie dazu, ob Sie sie selbst gelesen haben.
2. Woher die Pflanze stammt
Die ältere Sicht: Zentralasien
Den größten Teil des zwanzigsten Jahrhunderts verorteten Autoren den Ursprung von Cannabis in Zentralasien. Gemeint war der Gürtel vom Kaukasus über Afghanistan bis nach Westchina. Nachschlagewerke bezeichnen die Pflanze noch heute als in Zentral- oder Südasien heimisch. Das zeigt, wie lange sich diese Vorstellung gehalten hat.
Was eine DNA-Studie von 2021 zeigt
Seit 2021 berichten viele Medien, diese Sicht sei falsch gewesen. Der Beleg ist eine Studie zur Neusequenzierung ganzer Genome: Die Forschenden haben das vollständige Erbgut vieler Cannabispflanzen ausgelesen und miteinander verglichen. Die Studie stammt von Guangpeng Ren und Kollegen und erschien 2021 in Science Advances.
Die Studie fand vier Pflanzengruppen. Eine ist eine ältere Ursprungsgruppe, „basales Cannabis“ genannt. Die anderen sind ein Hanftyp, der für Fasern und Samen angebaut wird, ein Drogentyp, der wegen seiner Blüten mit hohem Gehalt an THC (Tetrahydrocannabinol, der wichtigste berauschende Stoff in Cannabis) angebaut wird, sowie verwilderte Pflanzen des Drogentyps. Die Studie folgert, dass Cannabis zuerst in Ostasien im frühen Neolithikum (der Jungsteinzeit) domestiziert wurde. Die Abspaltung der frühen Kulturpflanzen von der Ursprungsgruppe datiert sie auf etwa 12.000 Jahre vor heute. Domestizierung bedeutet, dass Menschen eine Wildpflanze erstmals anbauen und gezielt auslesen.
Eine Forschungsarbeit wie diese hat mehr Gewicht als jedes Lexikon. Trotzdem ist die Zahl von 12.000 Jahren eine Schätzung mit großer Schwankungsbreite: Die Arbeit nennt einen Bereich von etwa 6.500 bis 15.700 Jahren.
Was die ostasiatische Archäologie unabhängig von der DNA-Studie zeigt
Ausgrabungen in Ostasien belegen eine sehr frühe Nutzung, und sie hängen nicht von der DNA-Studie ab.
- China: Hanffasern haben Abdrücke auf Keramik der Yangshao-Kultur hinterlassen, einer frühen Bauernkultur Nordchinas. Die Keramik stammt aus dem fünften Jahrtausend v. u. Z. (5000 bis 4001 Jahre vor unserer Zeitrechnung, gleichbedeutend mit „v. Chr.“). Das ist bestätigt.
- Japan, Oki-Inseln: Achänen, die kleinen, harten, samenähnlichen Früchte von Cannabis, aus der Zeit um 8000 v. u. Z. Nur eine einzige Tertiärquelle erwähnt sie, deshalb gilt dies als berichtet.
- Japan, Torihama: Hanfgegenstände aus dem Muschelhaufen von Torihama, einem vorgeschichtlichen Haufen weggeworfener Muschelschalen bei einer frühen Siedlung der Jōmon-Zeit. Die Jōmon-Zeit ist Japans vorgeschichtliche Epoche der Jäger und Sammler.
- Korea: Hanfgewebe, datiert bereits auf 3000 v. u. Z. Mehr als eine Quelle nennt dieses Datum.
Die ältesten handfesten Belege liegen also in Ostasien. Der Ursprung in Zentralasien ist heute eine Hypothese, die die Forschung überarbeitet.
Anmerkung der Übersetzung: Keiner dieser frühen Funde stammt aus Südostasien. Diese Liste sagt also weder für noch gegen eine frühe Nutzung von Cannabis in Thailand, Laos, Vietnam oder Kambodscha etwas aus. Was über die regionalen Sorten bekannt ist, finden Sie im Thema über südostasiatische Landrassen.
Was Sie tun können: Wenn Sie die Zahl von 12.000 Jahren zitieren, nennen Sie die Quelle (Ren und Kollegen, Science Advances, 2021) und sagen Sie dazu, dass es eine Schätzung ist. Brauchen Sie eine gesicherte Tatsache, verwenden Sie die Yangshao-Keramik oder das koreanische Gewebe, denn beide sind durch mehr als eine Quelle gestützt.
3. China: Die längste ununterbrochene Überlieferung
Zuerst kamen Fasern und Samen
In China war Cannabis vor allem eine Faser- und Samenpflanze. Sie lieferte Stoff, Seile, Schuhe und eine frühe Form von Papier. Cannabissamen sind ohne Unterbrechung im chinesischen Arzneibuch geblieben, dem amtlichen Verzeichnis der Arzneimittel. Mit anderen Worten: Die ganze Zeit über hatten die Samen einen offiziellen Status, nicht die Blüten.
Das Wort und die frühen Texte
Das chinesische Wort für die Pflanze ist ma (麻). Oft wird es mit dem Wort für „groß“ zu dama verbunden. Ma kommt häufig in früher Prosa und Dichtung vor, auch im Shi jing (Buch der Lieder), einer frühen Sammlung chinesischer Gedichte. In einem frühen Lied weben junge Frauen ma zu Kleidung. Das Lied handelt von Stoff, nicht vom Rausch.
Tao Hongjing (456–536) war ein daoistischer Arzneigelehrter. Sein Buch Mingyi bielu (Ergänzende Aufzeichnungen berühmter Ärzte) führt Hanfsamen zusammen mit Ginseng als Arznei auf. Das wird hier nur als historische Praxis festgehalten, nicht als medizinischer Rat.
Das berühmteste falsche Datum
Fast jede populäre Darstellung behauptet, Kaiser Shen Nung habe Cannabis im Jahr 2737 v. u. Z. in seinem Arzneibuch verzeichnet. Die Überlieferung stützt dieses Datum nicht:
- Shennong ist eine Gestalt aus dem Mythos. Er ist ein Kulturheros, also eine legendäre Figur, der man zuschreibt, den Menschen wichtige Fertigkeiten beigebracht zu haben. In der chinesischen Volksreligion ist er außerdem ein Gott, und manche Listen zählen ihn zu den Drei Erhabenen, den mythischen ersten Herrschern Chinas.
- Für ihn ist keine Regierungszeit überliefert. Selbst die Xia-Dynastie, die ihm angeblich folgte, ist nicht nachgewiesen.
- Die Forschung beschreibt das nach ihm benannte Buch, das Shennong Bencaojing, als mündliche Überlieferungen, die etwa zwischen 200 und 250 n. u. Z. (nach unserer Zeitrechnung, gleichbedeutend mit „n. Chr.“) aufgeschrieben wurden.
- Das Buch führt 365 Arzneien auf, und Cannabis ist eine davon. Eine andere Quelle datiert die darin enthaltene Beschreibung der bewusstseinsverändernden Wirkung auf etwa das dritte Jahrhundert n. u. Z.
Die tatsächliche Überlieferung ist also ein Arzneitext aus den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, den die Legende einer mythischen Gestalt zuschreibt. Das Datum 2737 v. u. Z. stammt aus einer legendären Regierungszeit, nicht aus einer Handschrift.
Was Sie tun können: Wenn jemand das Datum 2737 v. u. Z. postet, antworten Sie mit der Entstehungszeit 200–250 n. u. Z. Erklären Sie in einem Satz, dass Shennong eine mythische Gestalt ist.
4. Die Steppe und der Nahe Osten: Wenn die Archäologie einen alten Text bestätigt
Herodot und die Skythen
Herodot war ein griechischer Geschichtsschreiber des fünften Jahrhunderts v. u. Z. Er schrieb über die Skythen, nomadische Völker der eurasischen Steppe, des riesigen Graslands, das sich von Osteuropa bis nach Zentralasien erstreckt. Nach seinem Bericht warfen sie in einem kleinen, geschlossenen Zelt Cannabissamen auf heiße Steine und genossen den Dampf. Das gehörte zu einem Reinigungsritual nach einer Bestattung.
Lange Zeit war diese eine Textstelle der einzige Beleg. Zudem schrieb Herodot aus zweiter Hand über ein fremdes Volk.
Pasyryk und Jirzankal
Später hat die Archäologie seinen Bericht gestützt. Die Gräber von Pasyryk im Altai-Gebirge wurden gefroren aufgefunden und im zwanzigsten Jahrhundert ausgegraben. Sie enthielten kleine Zeltgestelle, Kohlebecken (metallene Feuerschalen) mit Steinen darin und Cannabissamen. Das entspricht genau dem, was Herodot beschrieben hat.
2019 berichteten Forschende über chemische Rückstände in hölzernen Kohlebecken aus Gräbern des Friedhofs von Jirzankal. Die Fundstätte liegt im Pamir-Gebirge im Westen Chinas und ist etwa 2.500 Jahre alt. Die Rückstände zeigten, dass dort Cannabis mit relativ hohem THC-Gehalt verbrannt worden war. Das deutet darauf hin, dass die Menschen diese Pflanzen wegen ihrer Wirkung auswählten.
Tel Arad: ein älterer Fund
Jirzankal ist nicht mehr der älteste physische Beleg. 2020 berichteten Forschende über Cannabisrückstände auf einem Kalksteinaltar im Heiligtum von Tel Arad in Israel. Der Altar ist etwa 2.700 Jahre alt.
Die Lehre daraus bleibt dieselbe. Eine Aussage, die auf einem einzigen antiken Text beruhte, wurde später durch eine andere Art von Beleg bestätigt, nämlich chemische Rückstände. So sieht eine belastbare historische Aussage aus.
Eine Tatsache zur Sprache: Das englische Wort „canvas“ (Segeltuch, Leinwand) geht über das Altfranzösische auf das lateinische Wort cannabis zurück. Der Stoff ist also nach der Pflanze benannt.
Was Sie tun können: Wenn Sie einen alten Text über Cannabis lesen, prüfen Sie, ob eine Ausgrabung oder eine Laboranalyse ihn stützt. Gibt es noch keine, bezeichnen Sie die Aussage beim Weitergeben als „eine einzige Quelle“.
5. Indien: Drei Zubereitungen und eine koloniale Untersuchung
Die Veden und das Wort bhanga
Die Veden sind die ältesten heiligen Texte des Hinduismus. Der Atharvaveda ist der vierte und jüngste von ihnen. Er umfasst etwa 730 Hymnen in zwanzig Büchern und wird auf etwa 1200–1000 v. u. Z. oder später datiert. Er handelt vor allem von Heilsprüchen und pflanzlichen Heilmitteln.
Quellen zu Cannabis in Indien geben an, dass der Atharvaveda bhanga als eine von fünf heiligen Pflanzen nennt, die Angst lindern. Sie zitieren diese Zeile in Übersetzung: „Darbha, Hanf, Gerste, gewaltige Kraft: Mögen diese uns vom Leid erlösen.“ Dieselben Quellen fügen hinzu, dass die Fachwelt darüber streitet, ob bhanga hier Cannabis bedeutet.
Eine ähnliche Debatte gibt es um soma, einen Ritualtrank im älteren Rigveda, dessen pflanzliche Herkunft unbekannt ist. Wer behauptet, die Veden beschrieben eindeutig Cannabis, behauptet mehr, als die sprachlichen Belege hergeben.
Bhang, Ganja und Charas sind verschiedene Produkte
In englischsprachigen Texten werden diese Wörter oft so verwendet, als bedeuteten sie dasselbe. Das ist nicht der Fall. Im indischen Recht und in der Praxis sind es verschiedene Produkte aus verschiedenen Teilen der Pflanze. Mit dem „Gesetz von 1985“ in der Tabelle ist Indiens Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act von 1985 gemeint.
| Zubereitung | Wo | Pflanzenteil | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bhang | Indien; Hauptzentrum Varanasi | Blätter und Samen | Von der rechtlichen Definition von Cannabis im Gesetz von 1985 ausgenommen |
| Ganja | Indien | Blüten- und Fruchtstände | Nach dem Gesetz von 1985 verboten |
| Charas | Himalaya-Region des Subkontinents | Harz, von Hand von der lebenden Pflanze abgerieben | Nicht dasselbe wie Haschisch, das aus getrocknetem Pflanzenmaterial hergestellt wird |
| Haschisch | Arabischsprachiger Raum, Zentral- und Südasien | Harz, aus getrocknetem Pflanzenmaterial gesiebt | Wort erstmals um 1123 n. u. Z. belegt |
| Kief | Allgemein | Pulver aus Trichomen (winzigen Harzdrüsen), von Blättern und Blüten abgesiebt | Wird zu Haschisch gepresst |
| Ma und dama | China | Stängelfasern und Samen | Für Fasern und Nahrung genutzt, nicht für Harz |
| Asa und taima | Japan | Stängelfasern | Rituelle Verwendung und Textilien |
| Sambe | Korea | Gewebte Stängelfasern | Ein elfenbeinfarbener Stoff |
Zu den überlieferten Formen von Bhang gehören:
- Bhang goli: gemahlenes Pflanzenmaterial, mit Wasser vermischt;
- Bhang thandai: eine Paste, mit Milch vermischt, abgeseiht und mit Kusha-Gras, Zucker, Früchten und Gewürzen verfeinert;
- Bhang lassi: zubereitet mit Dickmilch und Molke.
Nach den Quellen wurde Bhang im alten Indien bereits um 1000 v. u. Z. in Speisen und Getränken verwendet. 1563 beschrieb Garcia de Orta, ein portugiesischer Arzt, der in Goa an der Westküste Indiens tätig war, es unter dem Namen „bangue“ in seinem in Goa gedruckten Buch Colóquios dos simples e drogas da India.
Religion und Feste
Bhang wird an Maha Shivaratri und Holi verteilt, zwei hinduistischen Festen. Es ist mit den Anhängern des Gottes Shiva verbunden. Zubereitet wird es an den Ghats von Varanasi, den steinernen Stufen, die zum Ganges hinabführen. Die Sikh-Nihangs, ein Kriegerorden der Sikhs, trinken es beim Fest Hola Mohalla.
Charas steht im Mittelpunkt einiger shivaitischer Sekten, also religiöser Gruppen, die Shiva verehren. Naga Sadhus, Aghoris und tantrische Bhairava-Praktizierende, allesamt asketische Anhänger Shivas, rauchen es in Tonpfeifen, die Chillum heißen. Diese religiösen Praktiken haben eine ununterbrochene Geschichte und sind keine moderne Erfindung.
Die Steuer von 1798 und die Kommission von 1894–1895
Die Politik der Regierung kam vor jeder Untersuchung. 1798 wurde eine Steuer auf Bhang, Ganja und Charas eingeführt. Die Behörden begründeten sie damals mit der Sorge um die Gesundheit und den Verstand der Bevölkerung.
Die britische Regierung Indiens setzte 1893 auf Verlangen des Unterhauses (House of Commons) in London die Indian Hemp Drugs Commission ein. Sie legte ihren Bericht 1894 vor. Bis heute ist sie die umfangreichste Untersuchung zu Cannabis aus der Kolonialzeit weltweit. Sie kam zu dem Schluss, dass maßvoller Konsum die Regel und starker Konsum relativ selten war. Außerdem stellte sie fest, dass maßvoller Konsum praktisch keine schädlichen Folgen hatte.
Dies war eine Regierungsuntersuchung des neunzehnten Jahrhunderts zu sozialen Auswirkungen. Sie wird hier als Geschichte wiedergegeben, nicht als moderner Befund zur Gesundheit.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand gelten für Blüten und Extrakte unterschiedliche Regeln. Nach der Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569, in Kraft seit dem 26. April 2026, können für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC nur drei Arten von Inhabern eine Lizenz erhalten. Das sind thailändische juristische Personen, die nach dem Foreign Business Act B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten, staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz. Dieser Artikel klärt nicht, ob von Hand geriebenes Charas oder gesiebtes Haschisch nach dieser Verordnung als „Extrakt“ gilt. Bevor Sie ein Harzprodukt herstellen oder verkaufen, fragen Sie schriftlich bei der Behörde nach, die Ihre Lizenz ausgestellt hat, und bewahren Sie die Antwort auf. Diese Antwort ist Ihr Nachweis, wenn ein Kontrolleur nachfragt.
Was Sie tun können: Verwenden Sie in Ihren Beiträgen Bhang, Ganja und Charas als getrennte Begriffe mit ihrer tatsächlichen Bedeutung. Sowohl im indischen als auch im thailändischen Recht kann der verwendete Pflanzenteil den rechtlichen Status eines Produkts verändern.
1839: Wie indisches Wissen in die westliche Medizin gelangte
Cannabis kam im neunzehnten Jahrhundert über Indien in die westliche Medizin. William Brooke O’Shaughnessy (1809–1889) war ein irischer Arzt am Medical College von Kalkutta (heute Kolkata). Er hielt fest, wie einheimische Heilkundige die Pflanze zubereiteten und anwendeten.
Danach testete er die Zubereitungen an Tieren, um ihre Giftigkeit einzuschätzen. Anschließend probierte er sie an Patienten aus, für deren Leiden es damals keine gute Behandlung gab. Dazu gehörten Rheuma, Tetanus, Tollwut und Krampfanfälle bei Säuglingen.
Er veröffentlichte seine Ergebnisse 1839 in Kalkutta und brachte sie Anfang der 1840er-Jahre nach Großbritannien. Er arbeitete in einer festen Reihenfolge: vorhandenes Wissen, dann Giftigkeit, dann Patienten, dann Veröffentlichung. Für seine Zeit war das ungewöhnlich systematisch. Das Wissen stammte aus der indischen Praxis, sein Beitrag waren die Prüfung und der schriftliche Bericht.
In Paris nutzte der Psychiater Jacques-Joseph Moreau de Tours Haschisch, um den menschlichen Geist zu erforschen. 1845 veröffentlichte er Du Hachisch et de l’Aliénation Mentale (Über Haschisch und Geisteskrankheit). Die französischen Schriftsteller Théophile Gautier und Charles Baudelaire nahmen an seinen Haschisch-Sitzungen im Hôtel de Lauzun teil, einem Stadtpalais in Paris. Ihre Berichte wurden zu frühen Klassikern der Drogenliteratur. Liest man sie genau, beschreiben sie überwältigend hohe Dosen, die geschluckt wurden, und keine angenehmen Erlebnisse.
Für den Rest des Jahrhunderts waren Cannabistinkturen und -extrakte in Europa und Nordamerika gewöhnliche Apothekenprodukte. Ärzte verschrieben sie gegen eine wachsende Liste von Beschwerden. Kontrollierte Studien gab es nicht. Es gab auch keine Möglichkeit, die Stärke zu standardisieren, sodass eine Flasche viel stärker sein konnte als die nächste.
Weil die Dosierung unberechenbar war, stiegen viele Ärzte auf Mittel um, deren Dosis sie wiederholbar festlegen konnten. 1942 wurde Cannabis aus der United States Pharmacopeia gestrichen, dem amtlichen Arzneimittelverzeichnis der USA. Das Verbot (Prohibition) war also nicht der einzige Grund für den Niedergang von Cannabis in der westlichen Medizin.
Anmerkung der Übersetzung: Die Reihenfolge, an die sich O’Shaughnessy hielt, eignet sich auch für jedes neue Produkt und jede neue Methode in einem Anbaubetrieb. Lesen Sie, was bereits bekannt ist, und probieren Sie es dann an wenigen Pflanzen aus. Schreiben Sie auf, was passiert, und setzen Sie es erst dann im ganzen Raum ein. Geht etwas schief, merken Sie es an einer Handvoll Pflanzen statt an einer ganzen Ernte.
Was Sie tun können: Wenn Sie das nächste Mal ein neues Betriebsmittel ausprobieren, testen Sie es zuerst an drei bis fünf Pflanzen neben einer unbehandelten Vergleichsgruppe. Notieren Sie Datum und Dosis, und posten Sie das Ergebnis in einem Grow-Tagebuch.
6. Was Sie aus Teil 1 mitnehmen sollten
- Die ältesten handfesten Belege für die Nutzung von Cannabis stammen aus Ostasien, und sie betreffen überwiegend Fasern und Samen.
- Das Datum von 12.000 Jahren für die Domestizierung in Ostasien stammt aus einer DNA-Studie von 2021 (Ren und Kollegen, Science Advances). Es ist eine Schätzung mit großer Schwankungsbreite.
- Das Shen-Nung-Datum 2737 v. u. Z. ist eine Legende. Der Text wurde um 200–250 n. u. Z. zusammengestellt.
- Herodots Bericht über die Skythen wurde später durch Funde in Pasyryk und Rückstände in Jirzankal bestätigt. Ein Altar in Tel Arad in Israel ist inzwischen noch älter.
- Bhang, Ganja und Charas sind getrennte Produkte aus verschiedenen Teilen der Pflanze.
- Die westliche Medizin übernahm Cannabis aus der indischen Praxis und gab es später wieder auf. Die unberechenbare Stärke war ein Grund dafür, nicht nur das Verbot.
Nichts davon ist eine Aussage darüber, was Cannabis im Körper bewirkt. Die historische medizinische Verwendung wird hier ausschließlich als Geschichte beschrieben.
Wenn Sie einen Fehler finden, posten Sie eine Korrektur unter diesem Thema und fügen Sie nach Möglichkeit eine Quelle bei.
Quellen zu Teil 1
- Ren G, Zhang X, Li Y, et al. Large-scale whole-genome resequencing unravels the domestication history of Cannabis sativa. Science Advances, 2021; 7(29): eabg2286.
- Ren M, Tang Z, Wu X, Spengler R, Jiang H, Yang Y, Boivin N. The origins of cannabis smoking: chemical residue evidence from the first millennium BCE in the Pamirs. Science Advances, 2019; 5(6): eaaw1391.
- Arie E, Rosen B, Namdar D. Cannabis and frankincense at the Judahite shrine of Arad. Tel Aviv, 2020; 47(1): 5–28.
- Herodot, Bericht über die Skythen, fünftes Jahrhundert v. u. Z.
- Shi jing (Buch der Lieder); Tao Hongjing, Mingyi bielu; Shennong Bencaojing.
- Atharvaveda.
- Garcia de Orta, 1563, Beschreibung von „bangue“.
- Report of the Indian Hemp Drugs Commission, 1893–94 (veröffentlicht 1894).
- W. B. O’Shaughnessy, On the Preparations of the Indian Hemp, or Gunjah (Cannabis Indica), Calcutta: Bishop’s College Press, 1839.
- J.-J. Moreau de Tours, Du Hachisch et de l’Aliénation Mentale, 1845.
Dieser Artikel gehört zur Bildungsreihe der Asiannabis Community über die Geschichte und Kultur von Cannabis. Er dient der Bildung in Rechtsordnungen, in denen Cannabis gesetzlich erlaubt ist.
Weiter in Teil 2: Cannabis in Asien: Thailand, Japan, Korea, die Verbotsabkommen und die teilweise Umkehr (Teil 2 von 2)