Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen bei medizinischem Cannabis: psychische Erkrankungen, Herzkrankheiten, Lebererkrankungen und ältere Patienten (Teil 1 von 2)

Übersetzt und bearbeitet nach: Martin Woodbridge, A Primer to Medicinal Cannabis (Bedrocan, 2018). Ergänzende Quellen finden Sie am Ende unter „Literatur“.

Die meisten Texte zur Sicherheit von medizinischem Cannabis fragen, was es behandeln könnte. Dieser Artikel stellt eine andere Frage: Wer sollte es nicht verwenden, und wer braucht besondere Vorsicht? Diese Liste ist kurz und gut beschrieben. Trotzdem schlagen Patientinnen und Patienten sie meist zuletzt nach. Teil 1 erklärt zuerst die wichtigsten Begriffe. Danach geht es um psychische Erkrankungen, Herzkrankheiten, Lebererkrankungen und ältere Patienten.


Bitte zuerst lesen. Nichts in diesem Artikel ist eine medizinische Beratung, und nichts davon ist ein Werkzeug zur Selbsteinschätzung. In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568, die seit dem 26. Juni 2025 gilt. Sie darf nur gegen ein Rezept auf dem Formular PT 33 (ภ.ท.33) verkauft werden, und ein Rezept deckt höchstens 30 Tage ab. Das Rezept muss von einer dazu berechtigten Fachperson stammen. Das kann eine Ärztin oder ein Arzt sein, eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt, eine Apothekerin oder ein Apotheker, eine Fachperson für traditionelle Thai-Medizin, eine Fachperson für angewandte traditionelle Thai-Medizin, eine Fachperson für chinesische Medizin oder ein zugelassener Volksheiler.

Alles auf dieser Seite sollten Sie mit dieser Fachperson besprechen. Nichts davon ist ein Grund, eine Behandlung auf eigene Faust zu beginnen, abzubrechen oder zu ändern. Wenn Sie ein verschriebenes Medikament plötzlich absetzen, kann das gefährlicher sein als das Risiko, das Sie vermeiden wollen. Wenn etwas hier auf Sie zutrifft, schreiben Sie es auf und nehmen Sie die Notiz zu Ihrem nächsten Termin mit.

Kontraindikation und Vorsichtsmaßnahme: zwei verschiedene Begriffe

Eine Kontraindikation (Gegenanzeige) bedeutet, dass ein Medikament überhaupt nicht verwendet werden sollte. Der zu erwartende Schaden ist größer als jeder zu erwartende Nutzen.

Eine Vorsichtsmaßnahme (auch relative Kontraindikation genannt) bedeutet, dass das Medikament trotzdem geeignet sein kann, aber nur mit Anpassungen. Dazu können eine niedrigere Anfangsdosis, häufigere Kontrolltermine, eine andere Mischung von Cannabinoiden oder eine andere Art der Einnahme gehören.

Bei medizinischem Cannabis sind nur sehr wenige Situationen absolute Kontraindikationen. Die meisten erfordern Vorsichtsmaßnahmen. In der Praxis bedeuten die meisten Punkte auf dieser Liste: „Informieren Sie die verschreibende Fachperson und legen Sie gemeinsam einen Plan fest“ – nicht „niemals“.

Wie belastbar die Evidenz ist

Die Empfehlungen zu medizinischem Cannabis sind weniger gefestigt als bei älteren Medikamentengruppen, weil es weniger klinische Studien gibt. Vieles im Folgenden stammt nicht aus randomisierten Studien. In einer randomisierten Studie entscheidet der Zufall, welche Patienten das Medikament bekommen und welche eine Vergleichsbehandlung. Stattdessen beruhen viele Empfehlungen auf drei schwächeren Arten von Evidenz:

  • Pharmakologie: was darüber bekannt ist, wie der Wirkstoff im Körper wirkt;
  • Beobachtungsstudien: Forschende begleiten Patienten, entscheiden aber nicht, wer welche Behandlung bekommt;
  • Konsens unter Verschreibenden: worin sich erfahrene verschreibende Fachpersonen im Großen und Ganzen einig sind.

Was Sie daraus mitnehmen: Seien Sie vorsichtig bei Online-Behauptungen, Cannabis sei bei einer bestimmten Erkrankung „nachweislich sicher“ oder „nachweislich gefährlich“. Fragen Sie die verschreibende Fachperson, was die aktuellen Empfehlungen für Ihren Fall sagen.

Woher diese Liste stammt

Die Hauptquelle ist das Handbuch A Primer to Medicinal Cannabis von Martin Woodbridge aus dem Jahr 2018. Woodbridge ist Pharmakologe, Politikanalyst und klinischer Ausbilder. Im Jahr 2007 verfasste er für das neuseeländische Gesundheitsministerium die dortigen Leitlinien zu medizinischem Cannabis. Herausgeber des Buches ist Bedrocan, ein niederländisches Unternehmen, das medizinisches Cannabis herstellt. In diesem Artikel heißt das Buch kurz „der Primer“. Es enthält Interviews mit zwei niederländischen Fachleuten. Der eine ist Schmerzmediziner, also ein Arzt, der sich auf die Behandlung langanhaltender Schmerzen spezialisiert hat. Der andere ist abgebender Apotheker, also der Apotheker, der dem Patienten das Medikament aushändigt.

Zwei Punkte, die für jede der folgenden Gruppen gelten

Erstens: Das meiste Risiko geht von THC aus. THC ist das Cannabinoid, das den Rausch verursacht. Die meisten Risiken für den geistigen Zustand, die psychische Gesundheit und das Herz gehen auf THC zurück. Deshalb empfehlen die Leitlinien für Patienten mit höherem Risiko eher CBD-dominante Produkte. Diese enthalten überwiegend CBD und wenig oder gar kein THC.

CBD hat eigene Risiken. Es bremst eine Gruppe von Leberenzymen, die CYP-Enzyme (Cytochrom P450) genannt werden. Diese Enzyme bauen viele gängige Medikamente ab. Wenn CBD sie bremst, können sich andere Medikamente im Blut anreichern. Auf diese Weise verursacht CBD die meisten Wechselwirkungen zwischen Cannabis und anderen Medikamenten.

CBD wird außerdem mit erhöhten Leberenzymwerten im Bluttest in Verbindung gebracht. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Leber belastet ist. Es zeigt sich vor allem bei Menschen, die zusätzlich Valproat (ein Medikament gegen Krampfanfälle) einnehmen. Auch nach einem Wechsel zu einem CBD-dominanten Produkt sind also Kontrolltermine nötig.

Zweitens: Die meisten Nebenwirkungen hängen von Dosis und Verabreichungsweg ab. Der Verabreichungsweg beschreibt, wie das Medikament in den Körper gelangt: eingeatmet, geschluckt, unter die Zunge gelegt oder auf die Haut aufgetragen. Jeder Weg verhält sich anders, und höhere Dosen bringen mehr Nebenwirkungen mit sich. Deshalb lautet die Verschreibungsregel niedrig anfangen, langsam steigern: Beginnen Sie mit einer kleinen Dosis und erhöhen Sie sie langsam.

Was Sie tun können: Fragen Sie die verschreibende Fachperson, welches Produkt, welches Verhältnis von THC zu CBD und welchen Verabreichungsweg sie für Sie gewählt hat – und warum. Wenn Sie die Gründe kennen, merken Sie früher, wenn etwas nicht wie geplant verläuft.

Psychose oder schwere psychische Erkrankung in der Vorgeschichte

Das ist die eindeutigste Warnung in der veröffentlichten Literatur, und hier sind sich die Quellen am wenigsten uneinig.

Eine Psychose bedeutet, den Bezug zur Realität zu verlieren, zum Beispiel Stimmen zu hören oder fest an Dinge zu glauben, die nicht wahr sind. THC kann psychotische Symptome auslösen. Der Primer sagt deutlich: Menschen, bei denen selbst oder in deren Familie eine Psychose, eine andere schwere psychische Erkrankung oder eine Depression aufgetreten ist, sollten kein medizinisches Cannabis verwenden.

Der im Primer interviewte niederländische Apotheker zählt Schizophrenie zu den bekannten Kontraindikationen. Er nennt drei Hauptrisiken aus der Praxis. Das erste ist die Intoxikation, also ein zu starker Rausch. Das zweite ist das Auslösen psychotischer Symptome bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Das dritte ist die Verschlechterung einer bestehenden Depression.

Die Familiengeschichte zählt. Patienten tun sie oft als unwichtig ab, doch sie zählt aus gutem Grund. Eine durch THC ausgelöste Psychose tritt vor allem bei Menschen mit einer ererbten Anfälligkeit dafür auf. Eine Psychose bei einem nahen Verwandten ist ein grober, aber ernst zu nehmender Hinweis darauf, dass Sie diese Anfälligkeit teilen könnten.

Bei Depression und bipolarer Störung ist die Lage umstrittener. Eine bipolare Störung bedeutet Stimmungsschwankungen zwischen gedrückten Phasen und ungewöhnlich gehobenen, überaktiven Phasen. Der Primer ordnet Depression der Seite „nicht verwenden“ zu. Andere Quellen sehen darin einen Grund zur Vorsicht, der Überwachung erfordert, aber kein Ausschlussgrund ist. In einem Punkt sind sich alle Quellen einig: Die verschreibende Fachperson muss Ihre psychische Vorgeschichte vor dem ersten Rezept kennen – nicht erst nach einer schlechten Reaktion.

Was Sie bei der verschreibenden Fachperson ansprechen sollten:

  • jede eigene Vorgeschichte von Psychose, Schizophrenie, bipolarer Störung, schwerer Depression oder einem Klinikaufenthalt wegen einer psychischen Erkrankung;
  • dieselben Erkrankungen in Ihrer Familie;
  • jede frühere schlechte Reaktion auf Cannabis, auch wenn sie Jahre zurückliegt und auch beim Freizeitkonsum.

Anmerkung der Übersetzung: Eine schlechte Reaktion vor Jahren zu erwähnen, kann peinlich sein, besonders wenn sie beim Freizeitkonsum passiert ist. Sagen Sie es der verschreibenden Fachperson trotzdem. Es ist eine medizinische Information, die sie braucht, um ein sicheres Produkt auszuwählen. Es ist kein Geständnis.

Erkrankungen von Herz und Blutgefäßen

Cannabinoide haben echte Wirkungen auf Herz und Blutgefäße, und diese Wirkungen ziehen gleichzeitig in zwei Richtungen:

  • kurz nach einer Dosis erhöht Cannabis meist die Herzfrequenz;
  • außerdem erweitert es die Blutgefäße im Körper, sodass sie dem Blutfluss weniger Widerstand bieten und der Blutdruck sinkt.

Stellen Sie sich ein Herz vor, dessen Arterien bereits verengt sind. Es hat wenig „Koronarreserve“, also wenig Fähigkeit, dem Herzmuskel mehr Blut zuzuführen, wenn das Herz stärker arbeitet. Ein schnellerer Herzschlag braucht mehr Sauerstoff. Gleichzeitig drückt ein niedrigerer Blutdruck weniger Blut durch die verengten Arterien. Dann bekommt der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff. Ärzte nennen das myokardiale Ischämie, und auf diesem Weg kann Cannabis sie auslösen.

Der Primer sagt, dass Menschen mit einer Herzerkrankung in der Vorgeschichte oder mit Herzmedikamenten medizinisches Cannabis meiden sollten. Wenn sie es doch verwenden, dann nur unter enger ärztlicher Aufsicht. Der niederländische Apotheker zählt Arrhythmie (einen unregelmäßigen Herzschlag) und andere Herzerkrankungen zu den bekannten Kontraindikationen.

Der niederländische Schmerzmediziner geht bei einem Verabreichungsweg noch weiter: beim Rauchen. Gerauchtes Cannabis ist mit einem höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden. Teilweise liegt das an der zusätzlichen Belastung des Herzens. Teilweise liegt es am Kohlenmonoxid im Rauch. Kohlenmonoxid bindet sich an Hämoglobin, den Bestandteil des Blutes, der Sauerstoff transportiert, und bildet Carboxyhämoglobin. Blut mit viel Carboxyhämoglobin transportiert weniger Sauerstoff. Sein Fazit ist eindeutig: Rauchen wird niemals empfohlen.

Damit wird das Risiko des Medikaments vom Risiko der Einnahmeart getrennt. Ein Vaporisator erhitzt Cannabis, ohne es zu verbrennen, sodass keine Verbrennungsprodukte entstehen. Die Wirkungen von THC auf Herzfrequenz und Blutdruck bleiben beim Verdampfen jedoch bestehen.

Was Sie bei der verschreibenden Fachperson ansprechen sollten: jede diagnostizierte Herzerkrankung, unregelmäßigen Herzschlag, einen früheren Herzinfarkt oder Schlaganfall, Angina pectoris (Brustschmerzen, wenn der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff bekommt), nicht eingestellten Bluthochdruck und jedes Herzmedikament, das Sie einnehmen.

Anmerkung der Übersetzung: Wenn Sie derzeit Cannabis rauchen, sagen Sie das der verschreibenden Fachperson ehrlich und fragen Sie, welcher andere Verabreichungsweg zu Ihnen passen würde. Für alle Menschen mit Herzerkrankung gehört der Verabreichungsweg zu den wichtigsten Gesprächsthemen.

Lebererkrankungen

In der Leber baut der Körper Cannabinoide ab und scheidet sie aus. THC wird hauptsächlich durch das Enzym CYP2C9 abgebaut, unterstützt von CYP3A4. CBD wird durch CYP2C19 und CYP3A4 abgebaut. Eine geschädigte Leber baut sie langsamer ab. Eine Standarddosis führt dann zu höheren Blutspiegeln, die länger anhalten als beabsichtigt.

Die Empfehlung lautet hier nicht „nicht verwenden“. Sie lautet „überwachen und die Dosis entsprechend anpassen“. Ein Mensch mit Lebererkrankung braucht ärztliche Überwachung, damit die Dosis im Rahmen dessen bleibt, was seine Leber verkraftet.

Es gibt einen zweiten Grund, die Leber zu kontrollieren. Auffällige Leberwerte wurden als Nebenwirkung berichtet, vor allem bei CBD. In Studien mit dem CBD-Arzneimittel Epidiolex traten erhöhte Leberenzyme überwiegend bei Patienten auf, die zusätzlich Valproat einnahmen. Deshalb prüfen verschreibende Fachpersonen die Leberwerte vor Behandlungsbeginn und später erneut. Der erste Wert dient als Ausgangswert. Wie oben erklärt, gilt diese Kontrolle auch für CBD-dominante Produkte.

Was Sie bei der verschreibenden Fachperson ansprechen sollten: Hepatitis (Leberentzündung), Zirrhose (Vernarbung der Leber), Fettleber, auffällige Leberwerte im Blut und alle anderen Medikamente, die über die Leber abgebaut werden, besonders Valproat.

Anmerkung der Übersetzung: Wenn Ihre Leberwerte in letzter Zeit nicht bestimmt wurden, fragen Sie, ob das vor Behandlungsbeginn nötig ist. fragen Sie, ob Sie vor Behandlungsbeginn einen brauchen. Das Ergebnis dient als Ausgangspunkt, mit dem spätere Tests verglichen werden können. Nehmen Sie auch thailändische Kräuterarzneien und Nahrungsergänzungsmittel in Ihre Medikamentenliste auf. Die verschreibende Fachperson kann nichts beurteilen, wovon sie nichts weiß.

Ältere Patienten

Ältere Patienten reagieren stärker auf die Wirkungen von THC auf Psyche und Nervensystem. Sie sind auch anfälliger für orthostatische Hypotonie, und das ist die größere Gefahr, weil sie zu Stürzen führt. Der Primer betont das für ältere Menschen, die ohnehin leicht stürzen, und für Menschen mit Demenz. Er fügt hinzu: Wenn Cannabis als geeignet eingeschätzt wird, sollten ältere Patienten mit niedrigen Dosen beginnen.

Orthostatische Hypotonie: wie Sie sie erkennen und warum THC das Sturzrisiko erhöht

Orthostatische Hypotonie ist ein Blutdruckabfall beim Aufstehen. Wenige Augenblicke nachdem Sie aus dem Bett oder vom Stuhl aufgestanden sind, wird Ihnen schwindelig oder benommen. Ihre Sicht kann grau oder verschwommen werden, und Sie müssen sich vielleicht irgendwo festhalten, um nicht umzufallen.

THC erweitert die Blutgefäße und senkt den Blutdruck, wie im Abschnitt zum Herzen erklärt. Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf diese Wirkung. Wenn THC sie zusätzlich schläfrig macht oder ihre Reaktionen verlangsamt, kann aus einem Schwindelmoment leicht ein Sturz werden.

Für einen Achtzigjährigen ist ein Sturz keine kleine Nebenwirkung. Oft ist er der Beginn eines gesundheitlichen Abbaus, der sich nicht mehr umkehren lässt.

Anmerkung der Übersetzung zu den Bedingungen in Thailand: Hitze von 30–35 °C und zu wenig Trinken können den Blutdruckabfall beim Aufstehen verstärken. Starkes Schwitzen bei heißem Wetter kann zu Flüssigkeitsmangel führen, und der senkt den Blutdruck. Die Nacht ist eine riskante Zeit. Ältere Patienten stehen vielleicht im Dunkeln auf, um auf die Toilette zu gehen, manchmal während eines Stromausfalls. Diese Schritte verringern die Gefahr, dass ein Schwindelmoment in einem Sturz endet:

  • setzen Sie sich vor dem Aufstehen einen Moment auf die Bettkante;
  • legen Sie eine Taschenlampe oder ein batteriebetriebenes Nachtlicht neben das Bett;
  • trinken Sie über den Tag verteilt genug Wasser, außer eine Ärztin oder ein Arzt hat Ihnen gesagt, die Trinkmenge zu begrenzen;
  • sagen Sie Ihren Angehörigen, auf welche Anzeichen sie in den ersten Wochen achten sollen, etwa Schwindel beim Aufstehen oder ungewöhnliche Schläfrigkeit.

Andere Medikamente, die die Schläfrigkeit verstärken

Zwei weitere Faktoren machen die Behandlung dieser Gruppe schwieriger, als die Pharmakologie allein vermuten lässt.

Der erste ist Polypharmazie, also die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente. Ältere Menschen sind davon häufiger betroffen. Viele dieser Medikamente machen schläfrig, und Cannabis verstärkt das noch.

Der zweite ist eine Wechselwirkung, die der niederländische Schmerzmediziner selbst beobachtet hat. Die Sedierung kann deutlich stärker werden, wenn Cannabinoide mit anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln kombiniert werden. Das sind Medikamente, die das Gehirn verlangsamen, zum Beispiel Opioid-Schmerzmittel. Am stärksten war die Wirkung bei älteren Patienten. Berichtet wurden sowohl starke Schläfrigkeit als auch Halluzinationen.

Was Sie bei der verschreibenden Fachperson ansprechen sollten: Ihr Alter, Stürze oder Schwindel beim Aufstehen, Gedächtnisprobleme oder Demenz und eine vollständige Liste Ihrer Medikamente, einschließlich Schlaftabletten und Opioid-Schmerzmitteln.

Vor Ihrem Termin: eine Checkliste für diesen Teil

Schreiben Sie diese Punkte auf, bevor Sie zur verschreibenden Fachperson gehen. Mit diesen Informationen kann sie Produkt, Dosis und Verabreichungsweg mit dem vollständigen Bild vor Augen auswählen.

  • Psychische Gesundheit: jede eigene oder familiäre Vorgeschichte von Psychose, Schizophrenie, bipolarer Störung, schwerer Depression oder einem Klinikaufenthalt wegen einer psychischen Erkrankung sowie jede frühere schlechte Reaktion auf Cannabis.
  • Herz: jede Herzdiagnose, unregelmäßiger Herzschlag, Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris, nicht eingestellter Blutdruck und alle Herzmedikamente. Sagen Sie außerdem, ob Sie derzeit Cannabis rauchen.
  • Leber: Hepatitis, Zirrhose, Fettleber, auffällige Leberwerte, Valproat und andere Medikamente, die über die Leber abgebaut werden.
  • Alter und Stürze: frühere Stürze, Schwindel beim Aufstehen, Demenz, Schlaftabletten und Opioid-Schmerzmittel.

Teil 2 behandelt Substanzgebrauchsstörungen, Kinder und Jugendliche, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, das Autofahren sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Er endet mit einer Übersichtstabelle aller Gruppen.

Wenn eine verschreibende Fachperson Ihre Behandlung wegen eines Punktes auf dieser Liste angepasst hat, beschreiben Sie bitte in einer Antwort unten, was sich geändert hat und warum. Beispiele sind eine niedrigere Anfangsdosis, ein Wechsel zu einem CBD-dominanten Produkt oder ein anderer Verabreichungsweg. Ihr Bericht kann anderen Lesenden helfen. Bitte nennen Sie keine Dosierungen. Schildern Sie die Begründung.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Er ersetzt nicht die Beurteilung durch eine Fachperson, die nach PT 33 zur Verschreibung berechtigt ist.

Literatur

  • Woodbridge, Martin. A Primer to Medicinal Cannabis. Bedrocan, 2018. Enthält Interviews mit einem niederländischen Schmerzmediziner und einem niederländischen abgebenden Apotheker.
  • Klinische Studien zu pharmazeutischem CBD (Epidiolex): Erhöhte Leberenzyme traten überwiegend bei Patienten auf, die zusätzlich Valproat einnahmen. Der Originalartikel nennt keine einzelne Studie.

Weiter in Teil 2: Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen bei medizinischem Cannabis: Substanzkonsum, Kinder, Wechselwirkungen, Autofahren und Schwangerschaft (Teil 2 von 2)

Cannabis in Traditional Medicine: Old Claims Against Modern Evidence, Thailand's Prescribers and Safety (Part 2 of 2)
CBD and Cannabinoid Wellness: Extract Types, Lab Certificates, Doses, Drug Interactions and the Rules (Part 2 of 2)
Medical Cannabis: What the Term Means, What the Evidence Supports, and How Thailand's PT 33 Prescription Works
Cannabis and Chronic Insomnia: Withdrawal, Cannabinol and Cannabidiol, Cognitive Behavioural Therapy and Planning an Exit (Part 2 of 2)
Contraindications and Cautions for Medical Cannabis: Substance Use, Children, Drug Interactions, Driving and Pregnancy (Part 2 of 2)
Cannabis, Depression and Bipolar Disorder: The Bipolar Evidence, Your Medication and Talking to a Doctor in Thailand (Part 2 of 2)
Travelling to Thailand for Medical Cannabis: Lawful Consultations, the PT 33 Prescription and What Cannot Leave the Country
Cannabis as a Substitute for Alcohol and Opioids: A Fair Harm-Reduction Question With Almost No Trial Evidence
Cannabis Drug Interactions: The List to Take to Your Doctor
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