Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die Thailand besuchen und die Cannabis-Regeln kennen möchten, bevor sie Cannabis kaufen oder konsumieren. Er behandelt drei Themen:
- die aktuelle Rechtslage
- was ein lizenzierter Shop darf und was nicht
- die Fehler, die einen Urlaub am häufigsten zu einem rechtlichen Problem machen
Der Leitfaden wird aktualisiert, sobald sich die Regeln ändern.
Die Regeln seit dem 26. Juni 2025
Am 26. Juni 2025 haben sich die Cannabis-Regeln in Thailand geändert. An diesem Tag trat die Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des thailändischen Gesundheitsministeriums in Kraft. Grundlage ist das Gesetz zum Schutz der traditionellen Thai-Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999).
Nach dieser Bekanntmachung ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut. Sie darf also nur mit Lizenz und nur unter festen Bedingungen verkauft werden. Für Sie als Käufer ergeben sich daraus drei Regeln:
- Nur auf Rezept. Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept verkauft werden. Auf Thai heißt das Formular ภ.ท. 33. Ausgestellt wird es von einer zugelassenen Fachkraft für ihre eigenen Patienten. Das kann ein Arzt, ein Zahnarzt, ein Apotheker oder ein Praktiker der traditionellen bzw. angewandten traditionellen Thai-Medizin sein. Auch Praktiker der chinesischen Medizin und Volksheiler dürfen das Rezept ausstellen.
- Höchstens 30 Tage. Ein Rezept deckt den Bedarf für höchstens 30 Tage ab.
- Keine Werbung, kein Online-Verkauf. Für Cannabisblüten darf nicht geworben werden, und auch der Online-Verkauf ist verboten. Die Einzelheiten finden Sie unter Werbe- und Verkaufsregeln für Cannabis in Thailand.
Manche Shops werben für Blüten, nehmen Online-Bestellungen an oder verkaufen ohne Rezept. Ein solcher Shop verstößt gegen die Grundregeln. Wenn er diese schon missachtet, sollten Sie ihm auch bei seinen Aussagen zur Rechtslage nicht vertrauen.
Was Sie tun sollten: Stellen Sie vor dem Bezahlen zwei Fragen: „Kann ich Ihre Lizenz sehen?“ und „Wer stellt mein Rezept aus?“ Kann das Personal nicht beide Fragen klar beantworten, kaufen Sie dort nicht. Gemeint ist eine Lizenz zum gewerblichen Verkauf eines kontrollierten Krauts nach § 46 des Gesetzes von 1999.
Anmerkung der Übersetzung: Das rechtliche Hauptrisiko trägt der Verkäufer. Nach § 78 des Gesetzes von 1999 drohen für den Verkauf eines kontrollierten Krauts ohne Lizenz bis zu einem Jahr Haft, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides.
Anmerkung der Übersetzung: 2026 wurden die Regeln noch einmal verschärft. Am 30. April 2026 trat die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 in Kraft. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten. Ein eigenes Cannabis-Kontrollgesetz ist bisher nur ein Entwurf. Das Kabinett hat ihn am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet, geltendes Recht ist er aber noch nicht. Einen breiteren Überblick finden Sie unter Cannabisrecht in Thailand: Update 2026.
Zwei Fehler, die Reisende am teuersten zu stehen kommen
Cannabis aus Thailand mitnehmen
Alles, was Sie in Thailand legal kaufen, muss in Thailand bleiben. Sie dürfen es nicht außer Landes bringen. Mehrere Nachbarländer bestrafen schon den Besitz sehr hart. Die Gesetze dieser Länder können Sie in Cannabisgesetze in Asien und wichtigen globalen Märkten 2026 (Teil 1) vergleichen.
Das größte Risiko besteht deshalb nicht beim Kauf, sondern bei der Ausreise am Flughafen oder an der Grenze. Dann wird ein vergessener Rest im Gepäck zu einem ernsten Problem.
Was Sie tun sollten: Durchsuchen Sie am Tag vor der Abreise jedes Gepäckstück, alle Jacken- und Hosentaschen und jeden Kulturbeutel. Achten Sie auf Blüten, Pre-Rolls, Esswaren mit Cannabis (Edibles) und Vape-Kartuschen, und lassen Sie alles, was Sie finden, in Thailand. Steigen Sie in einem anderen Land um, informieren Sie sich auch über dessen Regeln, denn Sie passieren dort den Flughafen.
Anmerkung der Übersetzung: Das gilt nicht nur für Flüge, sondern auch für Landgrenzen, etwa beim Übertritt nach Laos, Kambodscha, Malaysia und Myanmar.
Einer englischsprachigen Produktkarte vertrauen
Viele Shops legen Besuchern eine Produktkarte auf Englisch vor. Das zeigt nur, dass der Shop ausländische Kunden möchte. Es zeigt nicht, dass der Shop eine Lizenz hat oder die Rezeptpflicht einhält.
Die gesetzlichen Pflichten liegen beim Verkäufer. Gehen Sie trotzdem nicht davon aus, dass ein Kauf bei einem Verkäufer ohne Lizenz für Sie kein Risiko birgt. Sind Sie sich über Ihre eigene Lage unsicher, fragen Sie einen thailändischen Anwalt.
Was Sie tun sollten: Fragen Sie nach Lizenz und Rezept, bevor Sie sich die Produktkarte ansehen. Gehen Sie vor dem Betreten des Shops die Checkliste im Beitrag So bewerten Sie einen Cannabis-Shop in Thailand durch.
Warum alte Shop-Listen und Bewertungen veraltet sind
Viele Cannabis-Shops mussten 2025 ihre Lizenz verlängern, die meisten haben das nicht getan. The Nation, ein englischsprachiges Nachrichtenmedium aus Thailand, berichtete am 5. Januar 2026 folgende Zahlen des Gesundheitsministeriums:
| Kennzahl | Anzahl |
|---|---|
| Erfasste Cannabis-Betriebe, Stand 28. Dezember 2025 | 18.433 |
| Shop-Lizenzen, die im Lauf des Jahres 2025 abgelaufen sind | 8.636 |
| Shops, die eine Verlängerung beantragt haben | 1.339 (etwa 15,5 %) |
| Shops, die nicht verlängert haben | 7.297 |
| Geschätzte verbleibende Shops (18.433 − 7.297) | 11.136 |
Die Gesamtzahl von 18.433 enthielt noch die 7.297 Shops, die nicht verlängert haben. Ohne sie bleiben etwa 11.136 übrig. Ein Shop aus einer alten Bewertung oder auf einer alten Karte kann also geschlossen sein. Er kann auch noch geöffnet sein, aber nicht mehr legal arbeiten.
Was Sie tun sollten: Prüfen Sie das Datum jeder Bewertung und jeder Shop-Liste. Verlassen Sie sich nur auf solche, die nach den Änderungen von 2025 entstanden sind, und lassen Sie sich trotzdem die Lizenz zeigen. Aktuelle Erfahrungsberichte anderer Besucher finden Sie unter Bewertungen von Cannabis-Shops in Thailand. Dort können Sie auch Ihren eigenen Bericht ergänzen.
Drei Dinge, die Sie vor dem Konsum klären sollten
1. Planen Sie ohne eigenes Fahren
Fahren unter Einfluss von Cannabis ist eine Straftat. Ihre Fahrtüchtigkeit bleibt länger eingeschränkt, als Sie die Wirkung spüren. Wenn Sie sich wieder normal fühlen, heißt das also nicht, dass Sie sicher fahren können.
Was Sie tun sollten: Fahren Sie an jedem Tag, an dem Sie Cannabis konsumieren, weder Auto noch Motorrad oder Roller. Buchen Sie stattdessen ein Taxi oder einen Fahrdienst per App.
Anmerkung der Übersetzung: Viele Besucher in Thailand mieten einen Roller. Haben Sie unter Cannabiseinfluss einen Unfall, zahlt unter Umständen auch Ihre Versicherung nicht. Warum, erklärt der nächste Punkt.
2. Prüfen Sie Ihre Reiseversicherungsbedingungen
Viele Reiseversicherungen schließen Schäden aus, die mit Drogenkonsum zusammenhängen. Manche schließen Cannabis selbst dort aus, wo es vor Ort legal ist. Lehnt die Versicherung die Leistung ab, tragen Sie die Kosten für Krankenhaus oder Unfall selbst.
Was Sie tun sollten: Durchsuchen Sie Ihre Versicherungsbedingungen nach Begriffen wie „Drogen“, „Cannabis“, „Betäubungsmittel“ und „Rausch“ bzw. „Intoxikation“. Ist der Wortlaut unklar, fragen Sie vor der Reise schriftlich beim Versicherer nach und bewahren Sie die Antwort auf. Dann wissen Sie, ob ein Unfall oder eine Erkrankung nach dem Konsum von Cannabis abgedeckt ist.
3. Denken Sie an Drogentests zu Hause
Cannabis lässt sich noch Tage bis Wochen nach dem Konsum nachweisen. Drogentests am Arbeitsplatz können eine legale medizinische Verwendung im Ausland in der Regel nicht von anderem Konsum unterscheiden.
Was Sie tun sollten: Wenn an Ihrem Arbeitsplatz Drogentests üblich sind, prüfen Sie die Regelungen Ihres Arbeitgebers, bevor Sie in Thailand Cannabis konsumieren. So können Sie Ihre Entscheidung im Wissen um das Risiko treffen.
Wo Sie die aktuellen Regeln prüfen können
Jede der folgenden Quellen beantwortet eine andere Art von Frage:
- Das Gesundheitsministerium und das Department of Thai Traditional and Alternative Medicine (Abteilung für traditionelle Thai-Medizin und alternative Medizin). Sie veröffentlichen die Bekanntmachungen, die Cannabis regeln. Hier lesen Sie die Regel selbst.
- Die Botschaft Ihres eigenen Landes in Thailand. Hier erhalten Sie Hinweise speziell für Staatsangehörige Ihres Landes.
- Eine zugelassene Fachkraft in Thailand. Hier stellen Sie medizinische Fragen.
- Ein thailändischer Anwalt. Hier stellen Sie rechtliche Fragen zu Ihrer persönlichen Situation.
Verlassen Sie sich nicht auf die Darstellung der Rechtslage durch einen Shop oder einen Reiseblog. Ein Shop hat ein Interesse daran, etwas zu verkaufen. Ein Blog wurde womöglich geschrieben, bevor sich die Regeln geändert haben.
Was Sie tun sollten: Prüfen Sie bei allem, was Sie lesen, das Datum. Alles, was vor dem 26. Juni 2025 geschrieben wurde, ist veraltet. Auch Texte von vor dem 30. April 2026 können veraltet sein.
Stellen Sie Ihre Frage
Stellen Sie Ihre Frage direkt unter diesem Beitrag. Nennen Sie Ihre Reisedaten und was Sie vorhaben, damit andere Mitglieder genau auf Ihren Fall eingehen können. Weitere Hintergründe zur Rechtslage finden Sie im Forumsbereich „Sicherheit und Regulierung“.
Quellen
- Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Gesundheitsministeriums (in Kraft seit 26. Juni 2025).
- The Nation, 5. Januar 2026, Bericht über Zahlen des Gesundheitsministeriums zu Cannabis-Betrieben, Stand 28. Dezember 2025. https://www.nationthailand.com/news/policy/40060795
- Gesetz zum Schutz der traditionellen Thai-Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999), § 78 (von der Übersetzung ergänzt).
- Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 (in Kraft seit 30. April 2026; von der Übersetzung ergänzt).