Advanced Nutrients: Was die pH-Perfect-Pufferung leistet, wo sie an Grenzen stößt und zwei Gewohnheiten, die Sie beibehalten sollten

In diesem Bereich geht es um Fragen zur Produktreihe von Advanced Nutrients. Advanced Nutrients ist eine Düngermarke mit Produkten für Cannabis. Dieser Beitrag erklärt zuerst, welche Themen in diesen Bereich gehören. Danach geht es darum, was die pH-Technologie der Marke für Sie leisten kann und was nicht. Am Ende stehen zwei Gewohnheiten, mit denen sich die meisten Probleme vermeiden lassen, die hier gepostet werden.

Was dieser Bereich abdeckt

Der Bereich deckt vier Teile des Advanced-Nutrients-Programms ab:

  • Die pH-Perfect-Basisdünger. Das sind die Hauptdünger, die Sie bei jedem Gießen geben.
  • Big Bud und die anderen Blütezusätze. Das sind zusätzliche Produkte für die Blütephase. Was diese Art von Produkt bewirkt, lesen Sie unter Blütebooster.
  • Die mikrobiellen Produkte. Sie enthalten lebende nützliche Mikroorganismen für den Wurzelbereich.
  • Die Puffertechnologie. Dieser Beitrag erklärt, was sie an Ihrer Routine ändert und was gleich bleibt.

Wofür pH Perfect gedacht ist

Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Wurzeln nehmen Nährstoffe nur in einem bestimmten pH-Bereich gut auf. Advanced Nutrients nennt für pH Perfect einen einzigen Zielbereich: pH 5,5 bis 6,3. Auf der Seite zu pH Perfect gibt es keinen eigenen Bereich für Erde, Kokos oder Hydrokultur.

Die pH-Perfect-Basisdünger enthalten Puffer. Ein Puffer ist ein Inhaltsstoff, der Änderungen des pH-Werts entgegenwirkt. Hier soll er die angemischte Nährlösung in den Bereich ziehen, in dem die Wurzeln Nährstoffe aufnehmen. Funktioniert das, brauchen Sie unter Umständen weniger pH-Plus oder pH-Minus.

Weiches Wasser enthält wenig gelöste Mineralien. Deshalb steckt darin auch wenig Hydrogencarbonat, das gegen den Puffer arbeiten könnte. Regenwasser und Wasser aus einer Umkehrosmose-Anlage sind beide weich. Eine Umkehrosmose-Anlage ist ein Filter, der die meisten Mineralien entfernt. Trotzdem rät Advanced Nutrients, den pH-Wert ab und zu zu prüfen, wenn Sie Osmosewasser oder sehr weiches Wasser verwenden.

Wann der Puffer weniger zuverlässig ist

In zwei Situationen arbeitet der Puffer deutlich weniger zuverlässig.

  1. Hartes Wasser mit viel Hydrogencarbonat. Hydrogencarbonat ist ein gelöstes Mineral, das Wasser basisch macht. Es treibt den pH-Wert nach oben und arbeitet gegen den Puffer. Ist viel davon im Wasser, kann es den Puffer überfordern.
  2. Mehrere Zusätze im selben Tank. Jedes weitere Produkt verändert die Chemie der Lösung. Je mehr Produkte Sie zugeben, desto schwerer lässt sich der End-pH vorhersagen. Messen Sie ihn deshalb.

Anmerkung der Übersetzung: Anbauer in Thailand und Südostasien nutzen sehr unterschiedliche Wasserquellen, etwa Leitungswasser, Tiefbrunnen, Regenwassertanks oder Flüsse. Der Hydrogencarbonatgehalt kann von Quelle zu Quelle stark schwanken, sogar innerhalb eines Bezirks. Bei Ihrem örtlichen Wasserversorger können Sie einen Bericht zur Wasserqualität anfragen. Die Alkalinität können Sie auch selbst messen, und zwar mit einem Test auf Karbonathärte. Solche Tests gibt es im Aquarienbedarf als „KH“-Tests. Testen Sie Ihr Wasser einmal, bevor Sie mit pH Perfect beginnen. Testen Sie erneut, wenn Sie die Quelle wechseln, zum Beispiel in der Trockenzeit von Regenwasser auf Brunnenwasser. So wissen Sie, ob der Puffer mit Ihrem Wasser zurechtkommt.

Der Tank ist nicht die Wurzelzone

Laut Advanced Nutrients soll pH Perfect die Wurzelzone in ihrem Zielbereich halten. Ihr Messwert im Tank zeigt aber nur den Zustand der angemischten Lösung im Tank. Über die Wurzelzone, also das Substrat rund um die Wurzeln, sagt er nichts aus. Sobald die Lösung in einen Topf mit Torfsubstrat oder in einen Sack mit Kokossubstrat gelangt, beginnen Substrat und Wurzeln, den pH-Wert der Lösung zu verändern.

Als Drainwasser bezeichnet man das Wasser, das nach dem Gießen unten aus dem Topf läuft. Sein pH-Wert kann am Ende weit von Ihrem Tankwert entfernt liegen.

So prüfen Sie das: Gießen Sie, bis etwas Drainwasser abläuft. Fangen Sie es auf und messen Sie pH und EC. Der EC-Wert ist die elektrische Leitfähigkeit und zeigt, wie stark die Düngerlösung konzentriert ist. Vergleichen Sie beide Werte mit dem Tank. Entfernt sich das Drainwasser über mehrere Gießvorgänge immer weiter vom Tankwert, driftet die Wurzelzone ab, auch wenn der Tank in Ordnung aussieht.

Anmerkung der Übersetzung: Bei 30–35 °C erwärmt sich ein Nährlösungstank schnell. Warmes Wasser beschleunigt außerdem die Aktivität von Mikroorganismen. Bewahren Sie angemischte Lösung länger als einen Tag auf, messen Sie den pH-Wert vor jeder Verwendung erneut, nicht nur beim Anmischen. Wenn Sie die mikrobiellen Produkte verwenden, prüfen Sie die Lagertemperatur auf dem Etikett. Ein Lagerraum kann in der heißen Jahreszeit in Thailand wärmer werden, als das Etikett erlaubt.

Zwei Gewohnheiten, die die meisten Probleme verhindern

1. Trotzdem messen. Ob ein Puffer arbeitet, sehen Sie nicht. Ohne Messung sieht ein funktionierender Puffer genauso aus wie einer, den Ihr Wasser überfordert hat. Messen Sie mit einem kalibrierten pH-Messstift an zwei Stellen: im Tank direkt nach dem Anmischen und im Drainwasser. Tragen Sie beide Werte in ein Protokoll ein. Das Protokoll zeigt Ihnen, ob Ihr Wasser und Ihr Substrat zum Puffer passen.

2. Die Zusätze als optional betrachten. Sie brauchen nicht jedes Produkt der Reihe. Beginnen Sie nur mit den Basisdüngern. Nehmen Sie dann jeweils ein Produkt dazu und warten Sie mindestens eine Woche, bevor Sie das nächste hinzufügen. Dosieren Sie nach dem Düngeschema, das Advanced Nutrients veröffentlicht. Notieren Sie Datum, Produkt, Dosis und die Reaktion der Pflanze. Verändert sich die Pflanze, wissen Sie dann, welches Produkt das ausgelöst hat.

Wo Sie anfangen

Beginnen Sie mit dem Anwendungsleitfaden dieses Bereichs, der unten verlinkt ist. Zwei weitere Themen in diesem Bereich befassen sich mit der neueren 8th-Gen-Linie: was „8th Generation“ wirklich ist und warum Düngeschemata für gemäßigte Klimazonen bei 31 °C und 85 % relativer Luftfeuchte versagen.

Weiterführendes an anderer Stelle im Forum: das oben verlinkte Thema zu pH und EC im Bereich „Dünger“.

Anmerkung der Übersetzung: Sehen Sie vor dem Kauf nach, wie Sie prüfen, ob ein Dünger legal auf dem thailändischen Markt ist. Das thailändische Düngemittelrecht ist das Düngemittelgesetz B.E. 2518 (1975). Geändert wurde es durch das Düngemittelgesetz (Nr. 2) B.E. 2550 (2007). Wo Sie die Produkte kaufen können, erfahren Sie bei einem autorisierten Vertriebspartner in Thailand. Sie können auch andere Anbauer im Bereich „Ausrüstung und Zubehör“ fragen.

Wenn Sie eine Frage zu dieser Produktreihe haben, stellen Sie sie direkt unter diesem Thema. Nennen Sie dabei Ihre Wasserquelle, pH und EC von Tank und Drainwasser, Ihr Substrat und die Produkte, die Sie verwenden. Mit diesen Zahlen können andere Mitglieder erkennen, ob das Problem an Ihrem Wasser, an Ihrem Substrat oder an einem der Zusätze liegt.