BioBizz® organische Dünger und Erden: Wie sie wirken und wie Sie sie unter thailändischen Bedingungen einsetzen

Dieses Board richtet sich an Anbauer, die mit BioBizz®-Produkten arbeiten. Es ist auch für alle gedacht, die organische Düngung erst verstehen möchten, bevor sie sie ausprobieren. BioBizz ist eine Marke für organische Dünger. Sie wurde 1992 in Groningen in den Niederlanden gegründet und sitzt seit 2015 im Baskenland in Spanien. BioBizz stellt organische Flüssigdünger und abgepackte Pflanzerden her.

Organische Dünger wirken anders als die mineralischen Dünger, die in den meisten Düngerlinien für Kokos und Hydroponik verwendet werden. Dieser Beitrag erklärt drei Unterschiede, die Ihre tägliche Arbeit verändern. Erstens: wie schnell der Dünger wirkt. Zweitens: was Ihnen das Leitfähigkeitsmessgerät verraten kann. Drittens: wie wichtig der pH-Wert ist.

Was zum Sortiment gehört

Das Sortiment umfasst zwei Basisdünger, drei Zusätze und zwei Erden.

Produkt Art Wofür es gedacht ist
Bio-Grow Flüssiger Basisdünger Hauptdünger in der vegetativen Phase, also der Wachstumsphase von Blättern und Stängeln vor der Blüte. Laut Düngeschema wird er auch in der Blüte weitergegeben
Bio-Bloom Flüssiger Basisdünger Hauptdünger während der Blüte
Top-Max Zusatz Blühstimulator, wird während der gesamten Blüte eingesetzt
Root-Juice Zusatz Wurzelstimulator aus Huminsäure und Algen. Er wird von Anfang an gegeben, vor allem in den ersten Wochen
Fish-Mix Zusatz Wachstumsdünger aus Fischemulsion und Zuckerrübenextrakt, der auch das Bodenleben ernährt. Wird in der vegetativen Phase anstelle von Bio-Grow verwendet
All-Mix Abgepackte Erde Stark vorgedüngte Erde. Sie versorgt die Pflanzen etwa die ersten zwei Wochen ohne zusätzlichen Dünger
Light-Mix Abgepackte Erde Leicht vorgedüngte Erde für Sämlinge, Jungpflanzen und Stecklinge. Die Düngung steuern Sie selbst

Das Düngeschema des Herstellers nennt eigene Dosierungen für All-Mix und eigene für Light-Mix oder Coco-Mix. Diese Dosierungen setzen voraus, dass Sie eines dieser BioBizz-Substrate verwenden.

Laden Sie vor Ihrem ersten Durchgang das offizielle Düngeschema des Herstellers herunter. So stützen sich Ihre Dosierungen von Anfang an auf die Zahlen des Herstellers und nicht auf Erinnerungen oder Ratschläge aus zweiter Hand.

Anmerkung der Übersetzung: Wir konnten nicht klären, welche BioBizz-Flüssigdünger und -Erden derzeit nach Thailand eingeführt werden oder als Düngemittel registriert sind. Fragen Sie Ihren Lieferanten in Thailand, welche Produkte tatsächlich vorrätig und registriert sind. Düngemittel unterliegen in Thailand dem Düngemittelgesetz B.E. 2518 (1975). Es wurde durch das Düngemittelgesetz (Nr. 2) B.E. 2550 (2007) geändert. Wie Sie die Registrierung und das Etikett eines Produkts prüfen, zeigt das Thema Überprüfung, ob ein Düngemittel in Thailand legal ist.

Anmerkung der Übersetzung: Falls Sie keine der beiden Erden bekommen, fragen Sie unten nach. Andere Anbauer können berichten, welche lokale Erde oder Torfmischung sie mit diesen Flüssigdüngern verwenden. Testen Sie diese Kombination zunächst an wenigen Pflanzen. Ein kleiner Versuch zeigt Ihnen, wie Ihre Erde reagiert, bevor Sie eine ganze Ernte riskieren.

Organischer Dünger ernährt zuerst die Erde, dann die Pflanze

Die meisten Flaschendünger für Hydroponik und Kokos bestehen aus mineralischen Salzen. Diese liegen bereits gelöst in einer Form vor, die die Wurzel sofort aufnehmen kann. Bei organischem Dünger ist das anders: So, wie er aus der Flasche kommt, kann die Wurzel ihn nicht nutzen.

Erst müssen Bakterien und Pilze in der Erde den organischen Dünger abbauen. Dabei setzen sie Nährstoffe in einer Form frei, die die Wurzel aufnehmen kann. Diesen Vorgang nennt man Mineralisierung. Er dauert Tage, nicht Stunden.

Drei Faktoren bestimmen, wie schnell die Mineralisierung abläuft:

  • Temperatur der Erde.
  • Feuchtigkeit, also wie nass die Erde ist.
  • Wie viel Leben im Substrat steckt. Gemeint ist, wie viel Bodenbiologie (Mikroben und Pilze) darin aktiv ist.

Wegen dieser Verzögerung erholt sich ein organischer Anbau nur langsam von einem Nährstoffmangel. Eine höhere Dosis behebt das Problem selten schneller. Auch der zusätzliche Dünger muss darauf warten, dass dieselben Mikroben ihn abbauen.

Wenn Sie einen Mangel erkennen, korrigieren Sie ihn einmal mit der Dosis aus dem Schema. Notieren Sie Datum und Dosis. Warten Sie dann 5–7 Tage und beobachten Sie die neuen Blätter, bevor Sie nachdüngen. Am Neuaustrieb sehen Sie, ob die Korrektur gewirkt hat. Bereits geschädigte Blätter bleiben oft gezeichnet, darum sollten Sie sich nicht nach ihnen richten.

Anmerkung der Übersetzung: In weiten Teilen Thailands und Südostasiens herrschen 30–35 °C, und in der Regenzeit bleiben die Töpfe tagelang nass. Warme, feuchte Erde macht Mikroben in der Regel aktiver. Der Dünger kann also schneller freigesetzt werden, als Sie erwarten. Staunasse Erde verliert jedoch ihre Luft, und Wurzeln wie auch viele nützliche Mikroben brauchen Sauerstoff. Töpfe in praller Sonne können außerdem schnell austrocknen, und auch trockene Erde bremst die Mikroben.

Anmerkung der Übersetzung: Dieselbe Dosis kann also in den heißen, trockenen Monaten anders wirken als in der Regenzeit. Notieren Sie bei jedem Durchgang den Temperaturbereich im Raum oder im Freien. Halten Sie auch fest, wie viele Tage die Erde nach dem Gießen nass bleibt. Vergleichen Sie diese Notizen mit der Reaktion der Pflanzen. So lernen Sie, wie schnell der Dünger unter Ihren eigenen Bedingungen freigesetzt wird. Gießen Sie in der Regenzeit nur, wenn sich der Topf leicht anfühlt, und stellen Sie die Töpfe erhöht auf, damit das Wasser abläuft. So bleibt Luft in der Erde.

Warum das Leitfähigkeitsmessgerät im organischen Topf weniger aussagt

Der EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) zeigt, wie viel gelöstes Salz im Wasser ist. Bei mineralischem Dünger sind die gelösten Salze die Nahrung selbst. Der Messwert folgt also der Düngermenge.

Im organischen Topf ist ein großer Teil des Stickstoffs noch in organischer Substanz gebunden. Er ist noch nicht gelöst, deshalb erfasst ihn das Messgerät nicht. Ein niedriger EC-Wert bedeutet darum nicht immer, dass die Pflanze hungert.

Beurteilen Sie die Düngung zuerst an der Pflanze: an der Farbe der neuen Blätter und am Wachstumstempo. Den EC-Wert nutzen Sie als zweite Kontrolle. Wenn Sie das Drainwasser messen, also das Wasser, das unten aus dem Topf abläuft, vergleichen Sie Ihre Messwerte über mehrere Wochen untereinander. Vergleichen Sie sie nicht mit den Zielwerten aus einem Schema für mineralische Dünger. Steigt der Wert im Drainwasser immer weiter, sammeln sich möglicherweise Salze in der Erde an. Was dann zu tun ist, erklärt das Thema Fehlerbehebung bei lebendiger Erde.

Warum der pH-Wert in lebendiger Torferde weniger wichtig ist

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch Wasser oder Erde sind. Kokos- und Hydroponiksysteme können ihren pH-Wert kaum selbst halten. Deshalb bestimmt der pH-Wert der Lösung, die Sie gießen, direkt, was bei den Wurzeln ankommt.

Lebendige Erde auf Torfbasis verhält sich anders. Torf ist teilweise zersetztes Moos. Er ist der Hauptbestandteil vieler Pflanzerden, auch der Standardversionen von All-Mix und Light-Mix. BioBizz bietet beide auch torffrei an, prüfen Sie also den Sack. Lebendige Torferde puffert sich selbst, das heißt, sie widersetzt sich pH-Veränderungen. Gießwasser, dessen pH-Wert leicht vom Zielwert abweicht, wirkt sich darum kaum auf die Wurzelzone aus.

Sie müssen den pH-Wert also nicht bei jeder Düngergabe bis auf die letzte Nachkommastelle einstellen. Das gilt allerdings nur für lebendige Erde. Wenn Sie auf Kokos oder Hydroponik umsteigen, ist eine sorgfältige pH-Kontrolle wieder wichtig.

Anmerkung der Übersetzung: Leitungs-, Brunnen- und Regenwasser unterscheiden sich in Thailand und Südostasien von Ort zu Ort stark. Messen Sie vor Ihrem ersten Durchgang einmal den pH- und EC-Wert Ihrer eigenen Wasserquelle. Weicht Ihr Wasser deutlich vom Üblichen ab, erfahren Sie das so, bevor Sie dem Dünger die Schuld geben. Worauf Sie achten sollten, erklärt das Thema Gießwasser für lebendige Erde.

Was dieses Board von Ihnen braucht

In diesem Board gibt es noch keine Grundlagenartikel. Am dringendsten braucht es Anbauberichte und Fragen von Anbauern, die diese Produkte verwenden.

Posten Sie diese unter diesem Thema. Ein hilfreicher Bericht enthält:

  • die verwendete Erde (All-Mix, Light-Mix oder eine andere Mischung),
  • welche Produkte Sie in welcher Dosierung und in welchen Wochen eingesetzt haben,
  • ob Sie drinnen, im Gewächshaus oder im Freien angebaut haben, und den Temperaturbereich,
  • wie oft Sie gegossen haben und wie lange die Erde nass blieb,
  • was Sie an den Pflanzen beobachtet haben und an welchen Tagen.

Mit diesen Angaben können andere Anbauer Ihre Ergebnisse mit ihren eigenen Bedingungen vergleichen. Für einen kompletten Durchgang vom Samen bis zur Ernte können Sie zusätzlich ein Tagebuch im Bereich Grow-Tagebücher führen.

Verwandte Themen im Forum