So sieht Echter Mehltau aus
Echter Mehltau ist eine Pilzkrankheit. Er sieht aus wie weißer Staub auf der Blattoberfläche. Sie können den Belag mit dem Finger abwischen. Nach wenigen Tagen ist er aber wieder da.
Auch andere Ursachen können weiße Flecken auf einem Cannabisblatt hinterlassen. Zuerst müssen Sie also herausfinden, was Sie vor sich haben. Wie das geht, zeigt der Abschnitt „Unterscheidung von anderen weißen Flecken“ weiter unten.
Diese Krankheit bekämpfen Sie im ganzen Raum. Es reicht nicht, eine einzelne Pflanze zu behandeln. Ist eine Pflanze befallen, sind die Bedingungen im Raum günstig für den Pilz. Dann ist jede Pflanze in diesem Raum gefährdet.
Warum er in einem scheinbar trockenen Raum auftritt
Die meisten Pilzkrankheiten an Blättern brauchen einen Wasserfilm auf dem Blatt, um sich anzusiedeln. Echter Mehltau braucht ihn nicht. Deshalb tritt er auch in Räumen auf, die sonst trocken sind. Das erklärt auch, warum er Grower überrascht, die ihre Bewässerung schon in den Griff bekommen haben.
Meist kommen drei Bedingungen zusammen:
- Hohe Luftfeuchtigkeit in der Nacht.
- Schwache Luftbewegung in einem dichten Kronendach (der Schicht aus Blättern und Zweigen an der Oberseite der Pflanzen).
- Ein großer Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur.
Die dritte Bedingung verstärkt die erste. Kühlt die Luft nachts ab, steigt ihre relative Luftfeuchtigkeit, auch wenn kein Wasser hinzukommt. Ein starker Temperaturabfall nach dem Ausschalten der Lampen kann die Luftfeuchtigkeit an den Blättern deshalb deutlich erhöhen.
Was Sie tun können:
- Messen Sie dort, wo die Blätter sind. Hängen Sie ein Thermo-Hygrometer mit Min/Max-Speicher auf Höhe des Kronendachs zwischen die Pflanzen, nicht an die Wand. (Ein Thermo-Hygrometer misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Der Min/Max-Speicher hält den höchsten und den niedrigsten Messwert fest.) Lesen Sie es 2 Wochen lang jeden Morgen ab. So sehen Sie die tatsächliche Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Kronendach während der Nacht. Ein Messgerät an der Wand erfasst diese Werte oft nicht.
- Halten Sie die Luftfeuchtigkeit in der Nacht unter Kontrolle. Halten Sie sie so niedrig und so gleichmäßig, wie Ihre Ausrüstung es zulässt. Lassen Sie Entfeuchter und Ventilatoren während der gesamten Dunkelphase laufen, nicht nur tagsüber. Die Luftfeuchtigkeit ist meist nachts am höchsten. Dann hat der Pilz die besten Chancen.
- Verringern Sie den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht. Halten Sie ihn so klein, wie Ihre Anlage es erlaubt. In einem Innenraum geben die Lampen nach dem Ausschalten keine Wärme mehr ab. Läuft die Klimaanlage mit derselben Einstellung weiter, kühlt der Raum stark ab. Stellen Sie die Solltemperatur der Klimaanlage beim Ausschalten der Lampen höher oder drosseln Sie ihre Leistung. Prüfen Sie am nächsten Morgen am Min/Max-Wert, ob der Unterschied kleiner geworden ist.
- Lichten Sie das Kronendach aus. Entfernen Sie kleine untere Triebe und Blätter, die fast kein Licht bekommen (siehe Entlaubung). Lassen Sie Abstand zwischen den Pflanzen. Richten Sie einen Ventilator so aus, dass sich die Blätter im Inneren des Kronendachs leicht bewegen. Bewegte Luft führt die feuchte Luftschicht ab, die jedes Blatt umgibt.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand und weiten Teilen Südostasiens ist die Außenluft in der Regenzeit sehr feucht. Jedes Mal, wenn Sie die Tür öffnen oder Frischluft hereinlassen, kann die Luftfeuchtigkeit im Raum sprunghaft steigen. Im Freiland und in Gewächshäusern im Norden und Nordosten sind die Tage in der kühlen Jahreszeit oft heiß und die Nächte kühl. Das ergibt genau den großen Tag-Nacht-Unterschied, der oben beschrieben ist. Stromausfälle in der Nacht legen Ventilatoren und Entfeuchter genau dann still, wenn das Risiko am höchsten ist. Prüfen Sie nach jedem Ausfall am Min/Max-Wert, wie hoch die Luftfeuchtigkeit gestiegen ist. Fällt der Strom an Ihrem Standort häufig aus, ziehen Sie eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung, ein Batteriepuffer, der Geräte bei einem Ausfall weiterlaufen lässt) oder einen Generator für Ventilatoren und Entfeuchter in Betracht. Hilfe bei der Dimensionierung der Geräte finden Sie unter Dimensionierung von Entfeuchter und Klimaanlage für einen thailändischen Blüteraum.
Unterscheidung von anderen weißen Flecken
Echter Mehltau wächst als Myzel (die feinen Fäden, aus denen der Pilzkörper besteht). Das Myzel sitzt auf der Blattoberfläche, nicht im Blatt. Deshalb ist es gut zu sehen und lässt sich leicht mit einem Wischtest prüfen.
Dasselbe weiße Aussehen kann drei andere Ursachen haben:
- Rückstände einer Blattspritzung (also von jedem Mittel, das auf die Blätter gesprüht wird).
- Flecken von hartem Wasser, also Wasser mit vielen gelösten Mineralien. Wenn die Tropfen trocknen, bleiben die Mineralien auf dem Blatt zurück.
- Trichome, die winzigen Harzdrüsen auf den Blüten und den kleinen Blättern um sie herum.
Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:
- Wischtest. Reiben Sie den weißen Fleck leicht mit einer sauberen Fingerspitze oder einem Wattestäbchen ab. Echter Mehltau löst sich als lockeres Pulver.
- Kontrolltest. Markieren Sie das abgewischte Blatt mit einem Stück Klebeband am Stiel. Prüfen Sie es nach einigen Tagen erneut. Kommt das Weiß an derselben Stelle zurück, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Echten Mehltau. Spritzrückstände und Wasserflecken kommen nicht wieder, solange Sie das Blatt nicht erneut besprühen oder benetzen.
- Vergleich mit Ihrem Spritzprotokoll. Sind die Flecken direkt nach dem Spritzen aufgetaucht, und nur dort, wo Tropfen gelandet sind? Dann sind Rückstände oder Kalkflecken wahrscheinlicher als der Pilz.
- Lupe verwenden. Sehen Sie mit einer Juwelierlupe oder einem Makroaufsatz für das Handy genau hin. Trichome stehen wie winzige Stiele von der Oberfläche ab und fühlen sich klebrig an. Sie lassen sich nicht als Pulver abwischen.
Diese Prüfungen verhindern, dass Sie eine gesunde Pflanze behandeln. Außerdem helfen sie Ihnen, echte Fälle früh zu erkennen. Waschen Sie sich die Hände oder wechseln Sie die Handschuhe, nachdem Sie ein befallenes Blatt berührt haben. So tragen Sie den Pilz nicht auf andere Pflanzen.
Warum Spritzen kurz vor der Ernte keine Lösung ist
Alles, was Sie auf eine Blüte ausbringen, bleibt auch während der Trocknung darauf. Die Blüte wird anschließend inhaliert und geht womöglich zur Analyse an ein Labor. Eine späte Spritzung ist deshalb nicht nur ein Anbauproblem. Sie kann auch rechtliche Folgen haben und bei der Laboranalyse Probleme machen.
Was Sie tun können:
- Planen Sie vor Beginn der Blüte. Sobald sich Blüten gebildet haben, setzen Sie vor allem auf die Steuerung des Raumklimas. Richten Sie Ihre Maßnahmen für Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Temperatur ein, bevor Sie auf Blüte umstellen.
- Verwenden Sie nur registrierte Mittel, und zwar genau nach Etikett. Verwenden Sie nur Mittel, die beim Department of Agriculture (กรมวิชาการเกษตร, thailändische Landwirtschaftsbehörde) registriert sind. Halten Sie sich bei Dosierung, Kultur und Zeitpunkt an das Etikett. Dazu gehört auch die Wartezeit vor der Ernte (die Mindestzahl an Tagen zwischen letzter Anwendung und Ernte), sofern das Etikett eine angibt. Was das nach thailändischen Standards bedeutet, lesen Sie unter Was Sie unter dem thailändischen GACP-Standard legal sprühen dürfen.
- Tritt Mehltau spät in der Blüte auf, entfernen Sie die befallenen Blätter vorsichtig und geben Sie sie sofort in einen verschließbaren Beutel. So schütteln Sie keine Sporen in die Luft. Korrigieren Sie danach die oben beschriebenen Raumbedingungen.
- Dokumentieren Sie jede Anwendung. Notieren Sie Mittel, Dosierung und Datum. Wirft ein Laborbericht oder eine Inspektion Fragen auf, dienen Ihnen diese Aufzeichnungen als Nachweis. Worauf Labore testen und was sich nachträglich nicht mehr entfernen lässt, lesen Sie unter Pestizidrückstände auf Cannabis.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand sind Cannabisblüten nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 als kontrolliertes Kraut eingestuft. Geht Ihre Blüte an ein Labor, können Rückstände einer späten Spritzung in den Ergebnissen auftauchen. Wie Sie diese Ergebnisse lesen, erfahren Sie unter Wie man ein Cannabis-Analysezertifikat liest.
Wo Sie anfangen sollten
Weiterführend an anderer Stelle im Forum: Integrierter Pflanzenschutz bei Cannabis, im Bereich Krankheiten, Insekten und Milben.
Ihren Fall posten
Wenn Sie Echten Mehltau vermuten, eröffnen Sie ein Thema in dieser Kategorie. Fügen Sie Folgendes bei: ein Nahfoto, die Ergebnisse von Wischtest und Kontrolltest, Ihre Messwerte für Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Nacht, das Wachstumsstadium und alles, was Sie in den letzten Wochen gespritzt haben. Mit diesen Angaben können andere Grower erkennen, ob es der Pilz ist und was in Ihrem Raum die Ursache ist.