Sphagnum-Torfmoos für Cannabis: Kalken, Mischen, Einweichen und Düngen bei thailändischer Hitze, am Beispiel der 70-L- und 250-L-Säcke von Hortiflor

Dieser Artikel erklärt, wie Sie Sphagnum-Torfmoos als Grundlage einer Anbaumischung für Cannabis verwenden. Als Beispiel dient Hortiflor Sphagnum Peat Moss. Hortiflor verkauft Torf aus Lettland, einem Land in Nordeuropa, in Säcken mit 70 L und 250 L. Aus den Produktangaben geht nicht hervor, ob es sich um das lose oder um das gepresste Volumen handelt. Prüfen Sie deshalb den Sack, bevor Sie Ihre Mischung planen.

Was Sphagnum-Torfmoos ist

Sphagnum-Torfmoos ist Moos, das in nassen Mooren gewachsen ist und sich über sehr lange Zeit teilweise zersetzt hat. Es wird abgebaut, getrocknet und als Substrat in Säcke abgefüllt. Ein Substrat ist das Material, in dem die Wurzeln wachsen. Es ersetzt die Gartenerde.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand wird kein Sphagnum-Torfmoos abgebaut, die hier verkauften Säcke sind also importiert. Vergleichen Sie vor der Entscheidung für Torf den Preis pro Liter mit lokal hergestellten Substraten wie Kokossubstrat. So wissen Sie, was Sie das importierte Material pro Topf kostet.

Fünf Eigenschaften und was jede davon für Ihren Topf bedeutet

Eigenschaft von Sphagnum-Torf Was das für Sie bedeutet Was Sie tun sollten
Von Natur aus niedriger pH-Wert, etwa 3,5–4,5 Roher Torf ist für Cannabis-Wurzeln viel zu sauer. Weil der Ausgangswert so niedrig ist, können Sie den End-pH selbst einstellen. Heben Sie den pH-Wert vor dem Pflanzen mit Dolomitkalk an (siehe unten).
Hohes Wasserhaltevermögen: hält ein Vielfaches seines Trockengewichts an Wasser Sie müssen seltener gießen, aber die Mischung kann zu lange nass bleiben. Mischen Sie Perlit unter, damit mehr Luft hineinkommt (siehe Mischungen unten).
Langfaserige Struktur Zwischen den langen Fasern bleiben Lücken, und in diesen Lücken sitzt Luft für die Wurzeln. Drücken Sie die Mischung beim Befüllen der Töpfe nicht fest an.
Wird als frei von Krankheitserregern und Unkraut verkauft Torf in Säcken wird oft als frei von Krankheitserregern und Unkrautsamen angeboten, meist ohne Prüfergebnisse. Öffnen Sie den Sack und prüfen Sie ihn auf Schimmel, sauren Geruch oder Samen. Bepflanzen Sie zunächst ein paar Testtöpfe, bevor Sie einen ganzen Raum befüllen.
Langsame Zersetzung Der Torf behält seine Struktur über einen Anbauzyklus. Die Mischung fällt während der Blüte nicht zusammen und presst keine Luft heraus. Sie können mit einem vollen Zyklus vom Sämling bis zur Ernte in derselben Mischung planen.

„Gute Drainage“ und „hält viel Wasser“ klingen nach einem Widerspruch, doch beides kann zugleich stimmen. Das Wasser haftet in und an den Fasern. Die größeren Lücken zwischen den Fasern laufen leer und füllen sich mit Luft. Ist der Torf fest zusammengepresst oder zu feinem Staub zerfallen, werden diese Luftlücken kleiner. Deshalb geben die meisten Anbauer Perlit dazu, statt Torf pur zu verwenden.

Anmerkung der Übersetzung: In Thailand machen Temperaturen in der Wurzelzone von 30–35 °C Staunässe gefährlicher. Warme Wurzeln verbrauchen mehr Sauerstoff, und warmes Wasser enthält weniger gelösten Sauerstoff. Bleibt eine Torfmischung tagelang durchnässt, kann den Wurzeln die Luft ausgehen. Unter genau diesen Bedingungen beginnt Wurzelfäule wie Pythium. In der Regenzeit nehmen Töpfe im Freien zusätzlich Regenwasser auf und trocknen in der feuchten Luft langsamer ab. Heben Sie jeden Topf vor dem Gießen an und gießen Sie erst, wenn er sich deutlich leichter anfühlt. So erkennen Sie, ob die Wurzeln tatsächlich Wasser brauchen.

Torf pur oder in einer Mischung verwenden

Sie können Sphagnum-Torf als Hauptbestandteil Ihres Substrats verwenden. Sie können ihn auch mit anderen Materialien mischen, um zu verändern, wie viel Wasser und Luft er hält:

  • Perlit: weißes Granulat aus erhitztem, aufgeblähtem Vulkangestein. Es schafft Lufttaschen und lässt Wasser besser ablaufen.
  • Vermiculit: erhitzte, aufgeblähte Mineralplättchen. Sie speichern zusätzlich Wasser und Nährstoffe. (Beide werden in Perlit, Vermiculit oder Bimsstein verglichen.)
  • Kokossubstrat: zerkleinerte Fasern aus Kokosnussschalen. Damit lassen sich Wasserhaltevermögen und Luftanteil ebenfalls anpassen (Substrate im Vergleich).

Zwei gängige Ausgangsmischungen:

Mischung Torfmoos Perlit Vermiculit Einsatz
Allzweck 60 % 30 % 10 % Normale Töpfe drinnen und draußen
Starke Drainage 50 % 50 % — Wenn die Mischung schneller abtrocknen soll

Heben Sie bei beiden Mischungen den pH-Wert nach Bedarf mit Dolomitkalk an.

Anmerkung der Übersetzung: Die 50/50-Mischung mit starker Drainage ist der sicherere Einstieg für Töpfe im Freien während der Regenzeit. Sie ist auch sicherer für Räume, die dauerhaft sehr feucht sind, und für Anbauer, die zum Übergießen neigen. Die Allzweckmischung hält mehr Wasser. Sie passt daher zu Töpfen in der Trockenzeit oder zu Anbauern an sehr heißen, trockenen Standorten. Mischen Sie zuerst eine kleine Probecharge von etwa 10 L an. Gießen Sie sie einmal und notieren Sie, nach wie vielen Tagen sich der Topf wieder leicht anfühlt. So sehen Sie, welche Mischung zu Ihrem Gießrhythmus passt, bevor Sie größere Mengen kaufen.

Anmerkung der Übersetzung: Kokossubstrat wird aus Kokosnussschalen hergestellt, einem heimischen Erzeugnis in Thailand. Sein pH-Wert liegt meist schon nahe am Neutralpunkt, daher braucht es keinen Kalk. Es muss aber auf eigene Weise vorbereitet werden, etwa durch Spülen und Puffern mit Calcium. Das wird im oben verlinkten Thema zu Substraten erklärt. Wenn Sie unsicher sind, stellen Sie einen Torftopf und einen Kokostopf mit derselben Pflanze nebeneinander. Vergleichen Sie über einige Wochen, wie oft Sie gießen müssen und wie sich der pH-Wert entwickelt.

Den pH-Wert mit Dolomitkalk anheben

Dolomitkalk ist gemahlenes Gestein aus Calcium- und Magnesiumcarbonat. Er hebt den pH-Wert der Mischung langsam an und liefert zusätzlich etwas Calcium und Magnesium. Sie brauchen ihn, weil roher Torf mit pH 3,5–4,5 zu sauer ist. Bei diesem Wert können Cannabis-Wurzeln die Nährstoffe nicht richtig aufnehmen. Warum der pH-Wert so wichtig ist, lesen Sie in pH und EC: die Grundlage der Nährstoffversorgung.

Eine feste Kalkmenge gibt es nicht. Ermitteln Sie Ihre eigene Menge stattdessen an einer kleinen Probecharge:

  1. Messen Sie 10 L Ihrer fertigen Mischung ab (Torf plus Perlit und die übrigen Bestandteile).
  2. Geben Sie eine abgewogene Menge Dolomitkalk dazu. In einer Studie einer US-Universität zu Torf- und Torf-Perlit-Mischungen (Owen und Kollegen, HortTechnology, 2020) wurden etwa 5–9 g pro Liter Mischung benötigt.
  3. Befeuchten Sie die Charge, mischen Sie sie gut durch und lassen Sie sie abgedeckt stehen. Dolomit wirkt langsam, der pH-Wert verändert sich also noch eine Weile. Messen Sie nach etwa einer Woche und eine Woche später noch einmal. Verwenden Sie das Ergebnis erst, wenn zwei Messungen ungefähr gleich sind.
  4. Messen Sie den pH-Wert. Anmerkung der Übersetzung: Eine einfache Methode: 1 Teil Mischung in 2 Teile destilliertes Wasser einrühren, warten und dann das Wasser mit einem pH-Messgerät messen.
  5. Ist der pH-Wert noch zu niedrig, geben Sie etwas mehr Kalk dazu, warten und messen erneut. Ein übliches Ziel für Kulturen in torfbasierten Mischungen liegt bei etwa pH 5,8–6,2.

Sobald Sie wissen, wie viele Gramm für 10 L gepasst haben, rechnen Sie auf das Volumen hoch, das Sie tatsächlich haben. Ein 70-L-Sack lose Mischung braucht die siebenfache Testmenge. Ist Ihr Sack gepresst und dehnt sich der Inhalt beim Öffnen aus, nehmen Sie das lose Volumen nach dem Auflockern, nicht die Zahl auf dem Sack. Notieren Sie die Gramm pro Liter und den erreichten pH-Wert, damit Sie das nächste Mal genauso vorgehen können.

Anmerkung der Übersetzung: Wenn der Dolomit oder das Cal-Mag, das Sie kaufen, als Düngemittel verkauft wird, prüfen Sie, ob es in Thailand registriert ist. Wie Sie eine Registrierung prüfen, wird in Überprüfung, ob ein Düngemittel in Thailand legal ist erklärt.

Vor dem Pflanzen: Einweichen und Lagern

Weichen Sie den Torf vor der Verwendung ein. Ziel ist, dass der Torf das Wasser gleichmäßig bis ins Innere aufnimmt. Trockener Torf weist Wasser zunächst ab. Das Wasser läuft dann am Topfrand hinunter und lässt trockene Stellen rund um die Wurzeln zurück.

Anmerkung der Übersetzung: Zur schnellen Kontrolle drücken Sie nach dem Einweichen eine Handvoll zusammen. Es sollten ein paar Tropfen austreten, und das Innere sollte dunkel und gleichmäßig feucht sein, ohne trockene, hellbraune Stellen.

Lagern Sie die Säcke trocken und vor direkter Sonne geschützt. So bleibt der Torf in dem Zustand, in dem er geliefert wurde.

Anmerkung der Übersetzung: Stellen Sie die Säcke in der Regenzeit nicht direkt auf den Boden und lagern Sie sie unter einem Dach. Verschließen Sie geöffnete Säcke fest, damit der Torf keine feuchte Luft aufnimmt und nicht schimmelt. Prüfen Sie einen geöffneten Sack auf Schimmel, bevor Sie ihn für eine neue Charge verwenden.

Pflanzen in einer Torfmischung düngen

Torf enthält selbst nur wenige Mineralstoffe. Deshalb gelten zwei Regeln:

  • Verwenden Sie ein Calcium-Magnesium-Ergänzungsmittel (Cal-Mag). Es ersetzt das Calcium und Magnesium, das dem Torf fehlt. Halten Sie sich an die Dosierung auf dem Etikett. Lernen Sie die Mangelsymptome in Blätter richtig lesen kennen, damit Sie beurteilen können, ob die Dosis ausreicht.
  • Überwachen und korrigieren Sie den pH-Wert Ihrer Nährlösung. Die Nährlösung ist das Wasser mit dem eingemischten Dünger. Wenn Sie sie jedes Mal prüfen, bleibt die Wurzelzone in dem Bereich, den Sie mit dem Kalk eingestellt haben.

Anmerkung der Übersetzung: Messen Sie außerdem etwa einmal pro Woche den pH-Wert des Ablaufwassers (das Wasser, das unten aus dem Topf läuft) und notieren Sie ihn. Sinkt der pH-Wert des Ablaufwassers immer weiter, wird die Mischung wieder saurer. Das ist Ihr Signal, den pH-Wert Ihrer Nährlösung zu korrigieren, bevor die Blätter Mangelsymptome zeigen.

Bezugsquellen

Für Hortiflor-Torf oder ähnliche Produkte fragen Sie beim offiziellen Vertriebspartner in Thailand nach. Sie können auch andere Anbauer im Bereich Ausrüstung und Zubehör nach ihren Erfahrungen fragen.

Checkliste vor dem Pflanzen

  • Sack auf Schimmel, Geruch und Samen prüfen und klären, ob der Inhalt gepresst ist.
  • Probecharge von 10 L anmischen: 60/30/10 für den Allzweckeinsatz oder 50/50 Torf und Perlit für starke Drainage.
  • Dolomitmenge an der Probecharge ermitteln, Gramm pro Liter und pH-Wert notieren, dann hochrechnen.
  • Einweichen, bis aus einer zusammengedrückten Handvoll ein paar Tropfen austreten.
  • Säcke trocken, schattig und nicht direkt auf dem Boden lagern.
  • Cal-Mag laut Etikett zugeben, den pH-Wert der Nährlösung jedes Mal und den des Ablaufwassers wöchentlich prüfen.
  • Bei heißem oder regnerischem Wetter nach dem Topfgewicht gießen, nicht nach dem Kalender.

Wenn Sie Sphagnum-Torf unter thailändischen Bedingungen verwendet haben, posten Sie Ihr Mischungsverhältnis, Ihre Kalkmenge und Ihre Ergebnisse unter diesem Thema. Auch Fragen sind hier willkommen.