Dieses Thema beantwortet praktische Fragen von Menschen, die nach Thailand reisen, um Cannabis als Medizin zu nutzen. Es geht um vier Punkte:
- wie eine rechtmäßige Konsultation abläuft
- was Ihnen ein Rezept erlaubt
- was Sie nicht mit nach Hause nehmen dürfen
- was sich seit Juni 2025 geändert hat
Die Grundregel, auf der alles aufbaut
Cannabisblüten gelten in Thailand als kontrolliertes Kraut. Das ist eine rechtliche Kategorie nach dem Gesetz zum Schutz der traditionellen Thai-Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999). Bei einem kontrollierten Kraut brauchen Forschung, Export, Verkauf und Verarbeitung jeweils eine eigene Lizenz.
Thailändische Gesetze werden nach der buddhistischen Zeitrechnung (B.E.) datiert. Sie liegt 543 Jahre vor dem westlichen Kalender. B.E. 2568 entspricht also 2025, B.E. 2542 entspricht 1999.
Die Regel stammt aus der Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Ministeriums für öffentliche Gesundheit. Sie wurde am 25. Juni 2025 in der Royal Gazette veröffentlicht, dem amtlichen Verkündungsblatt Thailands für Gesetze. Wie in der Bekanntmachung selbst festgelegt, trat sie am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft, also am 26. Juni 2025.
Für Reisende sind drei Punkte der Bekanntmachung wichtig:
- Sie brauchen ein Rezept. Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept verkauft werden. PT 33 steht für Phor Thor 33 (ภ.ท.33), das amtliche Rezeptformular. Eine zugelassene Fachperson stellt es für ihre eigenen Patientinnen und Patienten aus. Die Bekanntmachung nennt dafür Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Fachleute der traditionellen Thai-Medizin (einschließlich Fachleuten der angewandten traditionellen Thai-Medizin sowie traditioneller Volksheilerinnen und Volksheiler) sowie Fachleute der traditionellen chinesischen Medizin in Thailand.
- Die Höchstmenge reicht für 30 Tage. Ein Rezept deckt höchstens 30 Tage Anwendung ab.
- Werbung und Online-Verkauf sind verboten. Für Cannabisblüten darf nicht geworben werden. Auch der Verkauf über das Internet ist verboten.
Lesen Sie vor jeder Buchung die Zusammenfassung der geltenden Regeln in Thailands Cannabis-Regeln 2022 bis 2026 (Teil 2). Dann wissen Sie, welche Schritte eine rechtmäßig arbeitende Klinik einhalten muss.
Wie eine rechtmäßige Konsultation abläuft
Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel nennt nur das Rezept. Die folgenden Prüfungen sind allgemeine, praktische Schritte. Zu jedem ist angegeben, wozu er dient.
- Rechnen Sie vor jedem Verkauf mit einer echten Konsultation. Die Fachperson sollte nach Ihrer Erkrankung und Ihren Medikamenten fragen, bevor sie ein PT 33 ausstellt. Verkauft jemand ohne Rezept oder mit einem Rezept, das ohne jede Untersuchung ausgestellt wurde, hält er sich nicht an die Bekanntmachung. Zum Vorgehen der Behörden gegen solche Rezepte im Jahr 2026 lesen Sie Das Problem der Blanko-Rezepte.
- Prüfen Sie die Lizenzen. Wer das Rezept ausstellt, braucht eine Berufszulassung. Die Verkaufsstelle braucht eine Lizenz für den Verkauf eines kontrollierten Krauts. Wer ein kontrolliertes Kraut ohne Lizenz verkauft, verstößt gegen § 46 des Gesetzes von 1999.
- Bringen Sie eine schriftliche Liste Ihrer Medikamente und Diagnosen mit. So kann die verschreibende Person Wechselwirkungen prüfen und Erkrankungen erkennen, bei denen Cannabis besondere Vorsicht erfordert. Zur Vorbereitung nutzen Sie Arzneimittelwechselwirkungen: Die Liste für das Gespräch mit Ihrem Arzt und Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen.
- Prüfen Sie die ausgegebene Menge. Sie darf nicht über 30 Tage Anwendung hinausgehen. Gibt man Ihnen mehr, missachtet die Verkaufsstelle die Regel.
Was Sie tun können: Gehen Sie vor Ihrem Termin die Checkliste So bewerten Sie einen Cannabis-Shop in Thailand durch. Haken Sie jeden Punkt ab.
Was ein Rezept erlaubt und was nicht
Mit einem PT 33 dürfen Sie innerhalb Thailands legal Blüten kaufen, und zwar für höchstens 30 Tage Anwendung.
Es erlaubt Ihnen nicht, das Produkt aus Thailand auszuführen. Genau hier irren sich Reisende immer wieder.
Anmerkung der Übersetzung: Bitten Sie die verschreibende Person, die Menge an die Tage anzupassen, die Sie tatsächlich in Thailand sind. Dann ist Ihr Vorrat vor dem Rückflug aufgebraucht. Sie bleiben also nicht auf Blüten sitzen, die Sie nicht legal mit nach Hause nehmen dürfen.
Die Heimreise: zuerst prüfen
Viele Länder in der Region haben sehr strenge Drogengesetze. In Singapur zum Beispiel ist Cannabis nach dem Misuse of Drugs Act eine kontrollierte Droge der Klasse A. Wer dort ein cannabishaltiges Produkt einführt, macht sich strafbar, ganz gleich, wie klein die Menge ist. Prüfen Sie deshalb zuerst die Heimreise, noch bevor Sie eine Konsultation buchen.
Anmerkung der Übersetzung: Auf dem Heimweg gibt es zwei Risiken.
- Auf thailändischer Seite. Wer ein kontrolliertes Kraut ohne Lizenz ausführt, verstößt gegen § 46 des Gesetzes von 1999. Nach § 78 drohen dafür bis zu 1 Jahr Haft, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides. Im Mai 2025 erklärte der thailändische Gesundheitsminister, dass die Ausfuhr von Cannabis ohne Genehmigung der Behörden gegen thailändisches Recht verstößt. Ein PT 33 ist ein Rezept, keine solche Genehmigung.
- Beim Umsteigen und bei der Ankunft. Auf jedem Flughafen Ihrer Reiseroute gilt das dortige Recht, nicht das thailändische. Ein thailändisches Rezept schützt Sie dort nicht.
Was Sie tun können: Schreiben Sie jedes Land auf Ihrer Heimreise auf, auch die Umsteigeorte. Lesen Sie dann die Länderabschnitte in Cannabisgesetze in Asien und wichtigen globalen Märkten 2026 (Teil 1) und Teil 2. Prüfen Sie diese, bevor Sie für eine Konsultation bezahlen. Dann wissen Sie, ob Ihre Heimreise ein Risiko birgt.
Was sich seit Juni 2025 geändert hat
Anmerkung der Übersetzung: Seit der Bekanntmachung haben sich die Regeln mehrmals geändert. In zeitlicher Reihenfolge:
| Datum | Was sich geändert hat |
|---|---|
| 26. Juni 2025 | Die Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 tritt in Kraft. Blüten gibt es nur noch gegen ein PT 33, für höchstens 30 Tage. Werbung und Online-Verkauf sind verboten. |
| 26. April 2026 | Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 tritt in Kraft. Eine Lizenz für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC können nur drei Arten von Stellen erhalten: thailändische juristische Personen (zum Beispiel Unternehmen), die nach dem Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeit (Foreign Business Act) B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten, staatliche Behörden und das Thailändische Rote Kreuz. |
| 30. April 2026 | Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 tritt in Kraft. Sie verschärft die Voraussetzungen für eine Lizenz zum Verkauf von Cannabisblüten. |
| Juni 2026 | Die Behörden gehen gegen Rezepte vor, die ohne ordnungsgemäße Konsultation ausgestellt wurden. Siehe das Thema, das im Abschnitt zur Konsultation verlinkt ist. |
| 22. September 2026 | Das Kabinett billigt den Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) und leitet ihn an das Repräsentantenhaus weiter. Er ist noch kein geltendes Recht. |
Nach § 4 des Gesetzes von 1999 tritt eine Ministerialverordnung oder Bekanntmachung mit ihrer Veröffentlichung in der Royal Gazette in Kraft. Eine Vorschrift kann auch selbst festlegen, ab wann sie gilt: Die Bekanntmachung von 2025 trat am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Einzelheiten finden Sie in Thailands zwei Ministerialverordnungen von B.E. 2569 und Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act).
Was Sie tun können: Prüfen Sie die Regeln im Monat vor Ihrer Reise noch einmal. Achten Sie bei jedem Ratgeber auf das Datum. So verlassen Sie sich nicht auf Regeln, die vor Juni 2025 galten.
Was dieses Forum nicht tut
Dieses Forum empfiehlt keine Kliniken, vermittelt keine Konsultationen und stellt keine Kontakte zu Anbietern her. Das wäre Werbung, und die Bekanntmachung verbietet Werbung.
Aus demselben Grund bitten wir Sie, in Antworten keine Namen von Kliniken, keine Preise und keine Kontaktdaten zu posten. Die Forumsregeln dazu finden Sie in Werbe- und Verkaufsregeln für Cannabis in Thailand.
Was Sie tun können: Stellen Sie Ihre Frage direkt unter diesem Thema. Nennen Sie Ihr Heimatland, Ihre Umsteigeorte und die Dauer Ihres Aufenthalts. Lassen Sie persönliche medizinische Angaben weg, ebenso Namen von Kliniken oder Shops.
Weiterführende Themen im Forum
- Cannabisrecht in Thailand 2026: Was Anbauer jetzt wissen sollten: der rechtliche Hintergrund. Lesen Sie dieses Thema zuerst.
- Cannabisgesetze in Asien und wichtigen globalen Märkten 2026: der regionale Überblick, verlinkt im Abschnitt zur Heimreise.
- Was Touristen wissen müssen: Cannabis-Regeln für Besucher in Thailand: allgemeine Regeln für Besucher.
Quellen
- Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 (2025) des Ministeriums für öffentliche Gesundheit. Royal Gazette, veröffentlicht am 25. Juni 2025, in Kraft seit 26. Juni 2025. Der Text steht auch auf der Website des DTAM: https://www.dtam.moph.go.th/sub-law/42864/
- Gesetz zum Schutz der traditionellen Thai-Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999): §§ 4, 46 und 78.
- Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 (2026), in Kraft seit 26. April 2026.
- Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 (2026), in Kraft seit 30. April 2026.