Der Generationscode auf einer Samenpackung zeigt Ihnen, wie stark Ihre Pflanzen voneinander abweichen werden. Dieser Teil behandelt die späteren Schritte der Züchtung: die Stabilisierung einer Linie von F3 bis F6, Inzuchtlinien, geselbstete Samen (S1), Rückkreuzungen (BX) und Polyhybride. Danach sehen Sie, wie viele Pflanzen und Generationen ein Zuchtprojekt braucht und wie Sie ein Samenangebot Zeile für Zeile lesen.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1302
Wichtige Begriffe aus Teil 1
- Der Genotyp ist die Gesamtheit der Genvarianten, die eine Pflanze trägt. Der Phänotyp ist das, was Sie sehen und messen: Höhe, Aroma, Harz, Blütezeit. Der Phänotyp ergibt sich aus dem Genotyp und den Anbaubedingungen.
- Jede Pflanze trägt von jedem Gen zwei Kopien, eine von jedem Elternteil. Die Stelle, an der ein Gen liegt, heißt Locus (Mehrzahl: Loci). Die Varianten eines Gens heißen Allele.
- Hat eine Pflanze an einem Locus zwei gleiche Allele, ist sie dort homozygot (reinerbig). Hat sie zwei verschiedene Allele, ist sie heterozygot (mischerbig).
- Heterozygote Eltern geben zufällig das eine oder das andere Allel weiter. Deshalb unterscheiden sich ihre Samen. Diese Aufspaltung heißt Segregation.
- F1 ist die erste Generation aus einer Kreuzung. Eine echte F1 stammt aus zwei verschiedenen Inzuchtlinien und ist einheitlich. F2 sind die Nachkommen zweier F1-Geschwister. Erst hier zeigt sich die Vielfalt.
- Selbsten bedeutet, eine Pflanze mit ihrem eigenen Pollen zu bestäuben.
9. Dritte bis fünfte Generation: Eine Linie Schritt für Schritt stabilisieren
Ab der F2 wählt der Züchter die Pflanzen aus, die dem Zuchtziel am nächsten kommen, und kreuzt sie miteinander. Jede Inzuchtrunde halbiert ungefähr den Anteil der Loci, die noch heterozygot sind.
| Generation | Erwartete Heterozygotie bei Selbstung | Was Sie im Raum sehen |
|---|---|---|
| F1 | 100 % | Einheitlich, aber genetisch gemischt |
| F2 | 50 % | Die sichtbarste Vielfalt |
| F3 | 25 % | Zwei oder drei erkennbare Typen |
| F4 | 12,5 % | Ein Haupttyp mit einigen Ausreißern |
| F5 | 6,25 % | Überwiegend einheitlich |
| F6 und später | Unter 4 % | Einheitlich genug für den kommerziellen Anbau |
Diese Zahlen haben zwei Grenzen. Erstens gelten sie nur für Merkmale, auf die der Züchter selektiert. Wer auf Aroma selektiert und die Wuchskraft ignoriert, kann unterwegs Wuchskraft verlieren. Zweitens heißt halbierte Heterozygotie nicht, dass das Ziel erreicht ist. Eine Pflanze kann nämlich auch für das falsche Allel homozygot werden.
Als Faustregel, nicht als gemessene Konstante, gilt: F4 ist die erste Generation, mit der sich ein Produktionsdurchgang sinnvoll planen lässt. Ab F5 sind die Pflanzen wirklich vorhersagbar.
Was Sie tun können: Wählen Sie für einen Produktionsanbau Samen mit der Angabe F4 oder später, und zwar von einem Züchter, der seine Selektionsaufzeichnungen vorlegen kann. Die Aufzeichnungen zeigen, auf welche Merkmale selektiert wurde. So wissen Sie, welche Merkmale Sie als stabil erwarten können. Wenn Sie F2- oder F3-Samen kaufen, planen Sie Platz und Zeit für die Selektion ein.
10. Inzuchtlinien und was „stabil“ wirklich bedeutet
Eine Inzuchtlinie ist eine Pflanzenfamilie, die so lange untereinander gezüchtet wurde, bis sie sortenecht vererbt. Kreuzen Sie zwei Pflanzen daraus, sehen die Nachkommen aus wie die Eltern. Der Preis dafür: Dieselbe Inzucht, die eine Linie vorhersagbar macht, verringert meist auch die Wuchskraft. Genau deshalb kreuzen Züchter zwei Inzuchtlinien zu einer echten F1. Diese bringt die Wuchskraft zurück und bleibt trotzdem einheitlich.
Eine fertige Linie trägt kaum noch versteckte rezessive Allele. Deshalb eignet sie sich gut als Elternteil für neue Kreuzungen. Ein Polyhybrid (Abschnitt 13) ist in beiden Punkten das Gegenteil. Er verbirgt viele rezessive Allele und bringt unvorhersehbare Nachkommen.
Was Sie tun können: Wenn Sie einen Elternteil für eigene Kreuzungen auswählen, nehmen Sie lieber eine Pflanze aus einer Linie, die in Ihrem eigenen Testdurchgang sortenecht vererbt hat, als einen Steckling eines berühmten Polyhybrids. Ein Elternteil, der bei Ihnen sortenecht vererbt hat, bringt bei den Nachkommen weniger Überraschungen.
11. Geselbstete Samen (S1): Wie sie entstehen und was sie kosten
S1 ist die erste geselbstete Generation: Eine weibliche Pflanze wird mit ihrem eigenen Pollen bestäubt. Dazu behandelt der Züchter einen Teil der Pflanze so, dass er umschlägt und männliche Blüten bildet. Zu den Methoden siehe Herstellung feminisierter Samen. An dieser Kreuzung ist kein Y-Chromosom beteiligt. Deshalb sind alle Samen weiblich.
Ein S1 ist aber kein Klon in Samenform. Die Mutter war an vielen Loci heterozygot. Durch das Selbsten spalten sich diese Loci in ihren Samen auf, ganz ähnlich wie bei einer F2.
| Was Grower von S1-Samen erwarten | Stimmt das? |
|---|---|
| Alle Sämlinge sind weiblich | Ja, solange Stress die Pflanzen später nicht umschlagen lässt |
| Alle Sämlinge gleichen der Mutter | Nein |
| Rezessive Merkmale können auftauchen | Ja, häufig |
| Die genetische Vielfalt bricht in einer Generation ein | Nicht unbedingt |
Im Jahr 2020 veröffentlichten Punja und Holmes eine Studie in Frontiers in Plant Science. Sie untersuchten Samen, die sich an zwittrigen Blütenständen gebildet hatten, also an Blütenständen mit weiblichen und männlichen Blüten. Die Sämlinge aus diesen Samen waren alle genetisch weiblich. Samen aus Fremdbestäubung ergaben ungefähr ein Männchen auf ein Weibchen.
Außerdem fanden sie nach einer Generation keinen messbaren Unterschied in der genetischen Vielfalt zwischen geselbsteten und fremdbestäubten Populationen. Das widerspricht der verbreiteten Behauptung, eine einzige Selbstungsrunde enge eine Linie stark ein.
Das Zwitter-Risiko, genau benannt
Zwittrigkeit ist kein einfach vererbtes Merkmal, und ihre Ursachen im kommerziellen Anbau sind noch wenig verstanden. Dieselbe Arbeit von 2020 berichtet, dass sie unter kommerziellen Bedingungen ohne jede Behandlung bei etwa 5 % bis 10 % der Pflanzen auftritt. Frühere Forschung hat gezeigt, dass Gibberellinsäure (ein Pflanzenhormon), Silberverbindungen und Umweltstress sie alle auslösen können.
Das eigentliche Risiko liegt in der Selektion. Eine Pflanze, die sich unter Behandlung leicht umschlagen lässt, hat eine niedrige Schwelle zum Umschlagen. Durch das Selbsten gibt sie diese niedrige Schwelle an ihre Samen weiter. Züchten Sie deshalb nie mit einer Pflanze, die ohne Behandlung Pollen gebildet hat.
Anmerkung der Übersetzung: Thailändische Hitze, die hohe Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit und Stromausfälle bedeuten zusätzlichen Stress. Daher sehen Sie Pollen ohne Behandlung vielleicht häufiger als Grower in kühleren Ländern. Die Regel gilt trotzdem. Eine Pflanze, die von selbst Pollen gebildet hat, sollte kein Elternteil werden, auch wenn sie sonst Ihre beste Pflanze ist. Entfernen Sie ihre Pollensäcke aus dem Raum, denn ihr Pollen kann weibliche Pflanzen in der Nähe trotzdem besamen.
Was Sie tun können: Führen Sie eine schriftliche Liste aller Pflanzen, die ohne Behandlung Pollen gebildet haben, und lassen Sie diese Pflanzen bei jeder Züchtung außen vor. Wenn Sie S1-Samen anbauen, kontrollieren Sie die Pflanzen während der ganzen Blüte regelmäßig auf Pollensäcke. So bemerken Sie ein Umschlagen, bevor es die Ernte besamt.
12. Rückkreuzung (BX): Aus einer Mutter, die es nur als Steckling gibt, Samen machen
Eine Rückkreuzung löst ein bestimmtes Problem. Sie haben eine außergewöhnliche Pflanze, die es nur als Steckling gibt, und möchten Samen, die diese Pflanze in sich tragen. Zuerst kreuzen Sie sie mit einer anderen Pflanze. Dann kreuzen Sie die Nachkommen immer wieder mit der ursprünglichen Pflanze zurück. Diese heißt rekurrenter Elternteil.
| Schritt | Bezeichnung | Erwarteter Anteil des Genoms vom rekurrenten Elternteil |
|---|---|---|
| Erste Kreuzung | F1 | 50 % |
| Erste Rückkreuzung | BX oder BX1 | 75 % |
| Zweite Rückkreuzung | BX2 | 87,5 % |
| Dritte Rückkreuzung | BX3 | 93,75 % |
| Vierte Rückkreuzung | BX4 | 96,875 % |
Diese Prozentwerte sind Durchschnittswerte über das ganze Genom, keine Garantie für einen einzelnen Sämling. Noch wichtiger: Ein heterozygoter rekurrenter Elternteil lässt sich über Samen nie ganz genau zurückgewinnen. Ein heterozygoter Genotyp spaltet sich immer wieder auf. BX3-Samen eines berühmten Stecklings sind eine Population, die ihm im Durchschnitt sehr ähnelt, aber keine Packung voller Kopien.
Für Grower liefert eine Rückkreuzung Samen, die den Großteil eines wertvollen Stecklings in sich tragen. Samen lassen sich leichter lagern als eine lebende Mutterpflanze. Wenn Sie genau diese Pflanze behalten möchten, halten Sie sie als Mutterpflanze (Mutterpflanzen und Klonen) oder in Gewebekultur. Dabei wird Pflanzengewebe in sterilen Laborbehältern am Leben gehalten.
Anmerkung der Übersetzung: Berühmte Stecklinge wandern in Thailand und Südostasien meist von Farm zu Farm. Wer einen Klon von einer anderen Farm kauft, geht drei Risiken ein: Schädlinge wie Milben, das Hopfen-Latent-Viroid (HLVd) und ein falsches Kultivar (Sorte). Das Hopfen-Latent-Viroid ist ein winziger Krankheitserreger, der das Wachstum von Cannabis hemmt. Halten Sie einen neuen Klon in einem getrennten Bereich, bis Sie ihn überprüft haben. Fragen Sie bei einem Labor nach, ob es den Klon auf das Viroid testen kann.
Was Sie tun können: Beginnen Sie mit einem Steckling, den Sie bereits besitzen und überprüft haben. Machen Sie an einer kleinen Charge eine Kreuzung und eine Rückkreuzung. Ziehen Sie dann einige BX1-Pflanzen neben der Mutter an und vergleichen Sie sie. So sehen Sie, wie nah die Samen an die Mutter herankommen, bevor Sie Zeit in weitere Generationen investieren.
13. Polyhybride: Warum viele Sortennamen wenig aussagen
Ein Polyhybrid ist ein Hybrid, dessen Eltern ebenfalls Hybride waren, und das über mehrere Generationen ohne Inzucht dazwischen. Fast jedes moderne Kultivar mit einem zusammengesetzten Namen ist ein Polyhybrid. Damit sagt der Name nichts mehr voraus. Zwei Züchter können eine Kreuzung mit demselben Namen aus unterschiedlichen Elternpflanzen herstellen. Ihre beiden Samenpopulationen haben dann womöglich fast nichts gemeinsam.
Im Jahr 2021 veröffentlichten Watts und Kollegen eine Studie in Nature Plants. Sie untersuchten Cannabisproben an über 116.000 genetischen Markern. Das sind bekannte Stellen in der DNA, die sich zwischen Pflanzen vergleichen lassen. Zusätzlich führten sie chemische Analysen durch. Insgesamt wurden 297 Proben chemisch analysiert, und für 137 lagen sowohl genetische als auch chemische Daten vor.
Die genomweite genetische Struktur erklärte nur etwa 37 % der Unterschiede bei den Sativa- und Indica-Bezeichnungen, die die Proben trugen. Die Forscher folgerten, dass diese Bezeichnungen nicht zuverlässig widerspiegeln, wie eng Pflanzen miteinander verwandt sind.
Teilweise folgten die Bezeichnungen der Terpen-Chemie, also den Aromastoffen. Myrcen, eine verbreitete Aromaverbindung, hing mit der Bezeichnung Indica zusammen. Es erklärte etwa 21 % der Unterschiede in der Bezeichnung. Das war einer der stärksten Einzelzusammenhänge der Studie. Dieses Muster ging auf Gruppen von Genen zurück, die Terpene bilden (Terpensynthase-Gencluster).
Ein Polyhybrid-Name ist also ein mäßiger Hinweis auf die Abstammung, die der Züchter beabsichtigt hat. Für die Aromafamilie ist er ein schwacher Hinweis. Über die Einheitlichkeit sagt er nichts aus, ebenso wenig darüber, wie nah die Pflanze mit einer anderen Pflanze gleichen Namens verwandt ist.
Was Sie tun können: Beurteilen Sie Samen nach Generationscode und Aufzeichnungen des Züchters, nicht nach dem Namen. Wenn Sie zwei Packungen mit demselben Namen von verschiedenen Züchtern kaufen, bauen Sie sie als getrennte Versuche an und dokumentieren Sie jede für sich. Gehen Sie nicht davon aus, dass es dieselbe Pflanze ist.
14. Wie viele Pflanzen und wie viele Generationen Sie brauchen
Die Populationsgröße entscheidet, ob der gewünschte Genotyp überhaupt in Ihrem Raum steht. Die Zahlen unten sind Wahrscheinlichkeiten, keine Messergebnisse. Sie gehen von unabhängigen Loci aus und von einem Allel, das an jedem Locus einfach dominiert. Das ist der günstigste Fall.
| Unabhängige Loci, die fixiert werden sollen | Wahrscheinlichkeit pro Sämling | Sämlinge für etwa 95 % Chance auf mindestens einen Treffer |
|---|---|---|
| 1 | 1 von 4 | 11 |
| 2 | 1 von 16 | 47 |
| 3 | 1 von 64 | 191 |
| 4 | 1 von 256 | 766 |
Die Anzahl der Generationen entscheidet, ob ein Merkmal in der Linie fixiert bleibt. Garcia-de Heer und Kollegen (2026, Horticulture Research) führten eine Studie zur Einzelkornabstammung durch (Single-Seed-Descent). Dabei wird in jeder Generation pro Pflanze ein Samen aus Selbstung weitergeführt. Sie brauchten im Indoor-Anbau 18 Monate oder länger, um die sechste geselbstete Generation zu erreichen. Im Freien, mit einer Generation pro Saison, würde dasselbe Projekt etwa sechs Jahre dauern.
Als Faustregeln für die Planung, nicht als gemessene Konstanten:
- Um einen Keeper-Steckling (eine Pflanze, die es wert ist, behalten zu werden) zu finden, brauchen Sie 10 bis 30 Pflanzen und eine Generation.
- Um ein einfaches Merkmal zu fixieren, brauchen Sie 50 bis 200 Pflanzen über vier bis sechs Generationen.
- Um einen ganzen Pflanzentyp zu fixieren, brauchen Sie 200 oder mehr Pflanzen über sechs oder mehr Generationen.
Anmerkung der Übersetzung: Die Tageslänge ändert sich in Thailand über das Jahr viel weniger als in Ländern der gemäßigten Zone. Im Freien können photoperiodische Pflanzen in thailändischen Breiten früh in die Blüte gehen. Das kann einen Zuchtplan durcheinanderbringen, der sich nach der Jahreszeit richtet. Indoor steuern Sie das Licht selbst und können Generationen direkt hintereinander laufen lassen. Die Samen müssen an der Pflanze ausreifen, bis sie reif sind. Kontrollieren Sie Samen tragende Pflanzen in der Regenzeit deshalb genau auf Schimmel.
Was Sie tun können: Schreiben Sie vor Projektbeginn vier Dinge auf: die Anzahl der Merkmale, die Sie fixieren wollen, die Sämlinge pro Generation laut Tabelle, die Anzahl der Generationen und ob Ihr Platz für so viele Pflanzen reicht. Wenn nicht, beschränken Sie das Ziel auf ein Merkmal oder teilen Sie die Arbeit mit anderen Mitgliedern.
15. Ein Samenangebot Zeile für Zeile lesen
| Text im Angebot | Was er bedeutet | Was Sie im Raum erwarten können |
|---|---|---|
| „Erste Kreuzung, ungetestet“ | Zwei Eltern einmal gekreuzt | Große Variation, keine Daten |
| „F2, Pheno-Hunt empfohlen“ | Eine ehrliche, aufspaltende Population | Große Streuung; viele Pflanzen anbauen |
| „F5, stabil“ | Mehrere Selektionsrunden | Überwiegend einheitlich; mit Testdurchgang bestätigen |
| „Inzuchtlinie, aus Landrasse abgeleitet“ | Vererbt sortenecht | Vorhersagbar, möglicherweise weniger Wuchskraft |
| „S1 eines benannten Stecklings“ | Geselbstet | Alle weiblich, uneinheitlich; auf Umschlagen achten |
| „BX3 eines benannten Stecklings“ | Drei Rückkreuzungen | Im Durchschnitt nah am Original |
| „Autoflower F1“ | Wahrscheinlich eine erste Kreuzung | Prüfen, ob wirklich jede Pflanze automatisch blüht |
Eine Landrasse ist eine traditionelle lokale Sorte, die Bauern in einer Region über lange Zeit erhalten haben. Zu Landrassen in dieser Region siehe Südostasiatisches Landrassen-Cannabis.
Die letzte Zeile kann jeder selbst testen. Das automatische Blühen (Autoflowering) wird durch ein rezessives Allel an einem einzigen Locus verursacht. Eine korrekt hergestellte Autoflower-Charge sollte deshalb fast nur automatisch blühende Pflanzen liefern. Wartet ein spürbarer Teil der Pflanzen mit der Blüte, bis der Lichtzyklus umgestellt wird, dann spaltete die Charge noch auf und war falsch etikettiert.
Und schließlich: Keimen Sie eine kleine Testcharge, bevor Sie einen ganzen Raum füllen. Sechs Pflanzen sagen Ihnen mehr über die Einheitlichkeit als jede Beschreibung. Der Test kostet einen Anbauzyklus statt eines Jahres.
Anmerkung der Übersetzung: Führen Sie den Autoflower-Test indoor unter Langtag durch, also mit dem Lichtzyklus, den Sie für das vegetative Wachstum verwenden würden. Im Freien können photoperiodische Pflanzen in Thailand unter der natürlichen Tageslänge früh blühen. Sie sehen dann aus wie Autoflower und verdecken eine falsch etikettierte Charge. Machen Sie den Test mit sechs Pflanzen im selben Raum und in derselben Jahreszeit wie den geplanten Anbau, denn ein Kultivar kann sich bei 30–35 °C anders verhalten. Siehe Genetik für Räume über 30 °C und 85 % Luftfeuchtigkeit auswählen.
Was Sie tun können: Übernehmen Sie die Tabelle oben und füllen Sie für jede gekaufte Packung eine Zeile aus. Tragen Sie nach dem Test mit sechs Pflanzen ein, was Sie tatsächlich gesehen haben. Mit der Zeit zeigt Ihnen diese Aufstellung, welchen Angaben welcher Verkäufer Sie vertrauen können.
Teilen Sie Ihre Zahlen
Veröffentlichte Studien decken die Bedingungen nicht ab, unter denen viele Mitglieder anbauen. Dazu gehören tropische Freilandsaisons, Monsunfeuchte und niedrige Breitengrade, in denen sich photoperiodische Pflanzen anders verhalten als in Daten aus gemäßigten Zonen. Ihre Aufzeichnungen schließen diese Lücke.
Wenn Sie eine F2 angebaut und die Phänotypen gezählt haben, posten Sie die Zahlen. Wenn in einer geselbsteten Linie umgeschlagene Pflanzen in zählbarer Häufigkeit aufgetreten sind, teilen Sie diese Quote zusammen mit der Behandlungsmethode und den Raumbedingungen. Posten Sie Ihre Sämlingszahlen, Aufspaltungsverhältnisse, Fehlschläge und Fotos unter diesem Thema oder im Züchterlabor.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand ist die Cannabisblüte (ช่อดอกกัญชา) ein kontrolliertes Kraut gemäß der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568, die seit dem 26. Juni 2025 in Kraft ist. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Teilen Sie Daten und Fotos zum Lernen und bieten Sie in Ihren Beiträgen keine Blüten zum Verkauf an.
Literatur
- Punja und Holmes (2020). Frontiers in Plant Science. Samen aus zwittrigen Blütenständen, Geschlechterverhältnis und genetische Vielfalt nach einer Generation Selbstung.
- Watts und Kollegen (2021). Nature Plants. Genotypisierung an über 116.000 Markern im Vergleich mit Sativa-/Indica-Bezeichnungen und Terpen-Chemie.
- Garcia-de Heer und Kollegen (2026). Horticulture Research. Einzelkornabstammung (Single-Seed-Descent) und F1-Hybride, Machbarkeitsnachweis.
- Toth und Kollegen (2022). Frontiers in Plant Science. Der rezessive Autoflower-Locus Autoflower1.
Dieser Artikel gehört zur Bildungsreihe der Asiannabis Community über Cannabis-Genetik und -Züchtung. Der Inhalt dient ausschließlich der Bildung und gilt nur für Länder und Regionen, in denen der Anbau von Cannabis gesetzlich erlaubt ist.