Wenn Sie eine Cannabis-Pflanze finden, die es wert ist, behalten zu werden, bekommen Sie genau diese Pflanze aus ihren Samen nicht wieder. Eine solche Pflanze hat vielleicht einen guten Cannabinoid-Gehalt, ein klares Aroma, einen soliden Ertrag und wenig Krankheitsprobleme. Jeder Samen trägt eine neue Mischung der Gene beider Elternpflanzen. Um die Merkmale einer einzelnen Pflanze zu erhalten, halten Grower sie deshalb als Mutterpflanze und schneiden Stecklinge von ihr.
Eine Mutterpflanze bleibt dauerhaft im vegetativen Wachstum. Sie bildet also nur Blätter und Stängel und blüht nie. Ein Steckling, auch Klon genannt, ist ein kurzes Stück ihres Stängels, das eigene Wurzeln bildet. Jeder Klon hat genau dieselben Gene wie die Mutterpflanze. Eine einzige gute Auswahl kann deshalb Hunderte oder Tausende identischer Pflanzen liefern.
Dieser Teil behandelt Samen im Vergleich zu Klonen, die Auswahl einer Mutterpflanze, Licht, Erde und Düngung, die Beschneidung, die kompakte „Bonsai-Mutter“-Methode und die Hygiene. Teil 2 behandelt das Schneiden von Stecklingen, die Bedingungen für die Bewurzelung, Bewurzelungshormone, andere Bewurzelungsmethoden, die Fehlersuche und einen Beispiel-Zeitplan.
Anmerkung der Übersetzung: Dieser Artikel behandelt nur die Anbautechnik. In Thailand ist die Cannabisblüte (ช่อดอกกัญชา) ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis), B.E. 2568, die seit dem 26. Juni 2025 gilt. Blüten dürfen nur gegen ein Rezept nach Formular PT 33 (ภ.ท.33) abgegeben werden, und zwar für höchstens 30 Tage. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Bevor Sie Pflanzen anbauen, transportieren oder weitergeben, prüfen Sie, was Ihre Lizenz abdeckt: Cannabis-Gesetze in Thailand 2026 und Lizenzen und Compliance in Thailand.
Warum eine Mutterpflanze halten
Eine Mutterpflanze bekommt jeden Tag 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit, kurz 18/6. Durch die langen Tage bleibt sie vegetativ und beginnt nie zu blühen. Ihre einzige Aufgabe ist es, Stecklinge mit den Merkmalen zu liefern, für die Sie sie ausgewählt haben.
Ohne Mutterpflanze starten Sie jeden Durchgang mit Samen. Selbst Samen derselben zwei Elternpflanzen wachsen zu unterschiedlichen Phänotypen heran. Das sind Pflanzen derselben Sorte, die sich in Cannabinoid-Gehalt, Wuchsform und Krankheitsresistenz unterscheiden. Eine Mutterpflanze beseitigt diese Unterschiede, denn jeder Klon ist eine Kopie derselben Pflanze.
Mit der unten beschriebenen Pflege kann eine gut gehaltene Mutterpflanze jahrelang gute Stecklinge liefern.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand liegt die natürliche Tageslänge das ganze Jahr über bei etwa 11 bis 13 Stunden. Das ist kurz genug, um die meisten photoperiodischen Pflanzen zum Blühen zu bringen. Photoperiodische Pflanzen sind Pflanzen, die zu blühen beginnen, sobald die Nächte lang werden. Siehe warum photoperiodische Pflanzen in Südthailand früh blühen. Eine Mutterpflanze im Freien oder am Fenster wird zu blühen beginnen. Halten Sie sie deshalb drinnen unter Lampen mit Zeitschaltuhr.
Was Sie tun sollten: Sobald Sie sich entschieden haben, eine Pflanze zu behalten, stellen Sie sie oder einen Steckling von ihr unter Lampen mit 18/6-Zeitschaltuhr, bevor sie blüht. So bleiben ihre Gene für Ihren nächsten Durchgang erhalten.
Samen oder Klone: Was beides bringt und was schiefgehen kann
Start mit Samen
- Vorteil: Samen schleppen keine Spinnmilben, Thripse oder Echten Mehltau in Ihren Raum ein, wie es eine lebende Pflanze kann.
- Vorteil: Eine Packung regulärer Samen liefert viele verschiedene Pflanzen, aus denen Sie wählen können.
- Risiko: Jede Pflanze ist anders, und das Ergebnis sehen Sie erst nach der Blüte.
- Risiko: Eine Packung kann gefälscht, falsch beschriftet oder alt sein. Prüfen Sie den Verkäufer vorher: So prüfen Sie einen thailändischen Saatgutanbieter.
- Risiko: Das Hop Latent Viroid (HLVd) kann auch über Samen übertragen werden. Ein Viroid ist ein infektiöses Partikel, kleiner als ein Virus. HLVd kann das Wachstum von Cannabis hemmen und die Blütenqualität senken. Siehe Hopfen-Latent-Viroid.
Start mit Klonen
- Vorteil: Alle Klone sind weiblich und identisch mit der Mutterpflanze. Sie sparen sich die Keimung und das Warten, bis sich das Geschlecht jeder Pflanze zeigt, und der Bestand wächst gleichmäßig.
- Risiko: Schädlinge und Krankheiten reisen mit der Pflanze. Ein einziger befallener Klon kann Milben oder Thripse in einen sauberen Raum bringen.
- Risiko: HLVd verbreitet sich über Stecklinge und Werkzeuge. Jeder Klon einer infizierten Mutterpflanze ist ebenfalls infiziert.
- Risiko: Die Sorte kann falsch sein. Den Namen können Sie erst bestätigen, wenn der Klon blüht.
Anmerkung der Übersetzung: Wenn Sie Klone von einem anderen Betrieb beziehen, halten Sie sie von Ihren eigenen Mutterpflanzen fern. Kontrollieren Sie alle paar Tage die Blattunterseiten mit einer Lupe, und halten Sie die Klone getrennt, bis mehrere Kontrollen hintereinander nichts ergeben. So entdecken Sie Schädlinge, bevor sie Ihre Mutterpflanzen erreichen. Fragen Sie den Verkäufer, ob die Mutterpflanze auf HLVd getestet wurde. Bevor Sie lebende Pflanzen kaufen, verkaufen oder zwischen Standorten transportieren, prüfen Sie, was Ihre Lizenz erlaubt (siehe die oben verlinkten Themen zur Lizenzierung). Eine weitere Bezugsquelle sind Labore für Gewebekultur. Sie ziehen Pflanzen unter sterilen Bedingungen aus kleinen Gewebeproben heran, sodass die Pflanzen frei von Milben und Thripsen ankommen. Fragen Sie andere Grower, ob ein solches Labor in Ihrer Region Pflanzen liefert.
Was Sie tun sollten: Wählen Sie Ihre Mutterpflanze wenn möglich selbst aus Samen aus, wie im nächsten Abschnitt beschrieben. Dann kennen Sie ihre gesamte Vorgeschichte. Wenn Sie Klone kaufen, halten Sie sie getrennt und lassen Sie einen davon blühen, bevor Sie einen als Mutterpflanze behalten. Die Blüte dieses einen Klons bestätigt die Sorte.
Die Auswahl der Mutterpflanze: eine Selektion über vier Monate
Verwenden Sie reguläre Samen, aus denen männliche und weibliche Pflanzen wachsen. Verwenden Sie keine Autoflower-Sorten. Sie blühen ab einem festen Alter, unabhängig von der Tageslänge, und lassen sich daher nicht im vegetativen Wachstum halten. Vermeiden Sie nach Möglichkeit auch feminisierte Samen. Pflanzen aus feminisierten Samen werden unter Stress eher zu Zwittern, das heißt, eine Pflanze bildet männliche und weibliche Blüten.
Schritt für Schritt:
- Keimen Sie die Samen und ziehen Sie die Sämlinge 4–6 Wochen unter 18/6 heran. So lange brauchen sie, um Triebe zu bilden, die groß genug zum Schneiden sind.
- Schneiden Sie von jedem Sämling 3 Stecklinge und beschriften Sie sie mit der Nummer dieses Sämlings. Das sind Sicherungskopien, denn den Sämling selbst lassen Sie blühen.
- Stellen Sie die ursprünglichen Sämlinge auf 12/12 um (12 Stunden Licht, 12 Stunden Dunkelheit). Sie beginnen zu blühen und zeigen ihr Geschlecht und ihre Qualität.
- Entfernen Sie die männlichen Pflanzen, sobald sie sich zeigen, und entsorgen Sie auch ihre beschrifteten Klone. Männliche Pflanzen liefern keine verwertbaren Blüten, und ihr Pollen würde Ihre weiblichen Pflanzen bestäuben, sodass diese Samen bilden.
- Lassen Sie die weiblichen Pflanzen vollständig ausblühen, ernten Sie sie und durchlaufen Sie Trocknung und Curing (Nachreifen).
- Vergleichen Sie alle weiblichen Pflanzen nach Cannabinoid-Gehalt, Aroma, Geschmack, Ertrag, Krankheitsresistenz und Wuchsform.
- Behalten Sie den Klon der besten weiblichen Pflanze als dauerhafte Mutterpflanze.
Der ganze Ablauf dauert vom Samen bis zur endgültigen Wahl etwa 4 Monate. Das ist langsam, aber Sie entscheiden anhand gemessener Ergebnisse statt nach Vermutungen.
Anmerkung der Übersetzung: Beurteilen Sie den Cannabinoid-Gehalt mit einem Labortest, nicht nach Augenmaß oder Gefühl. Siehe Wie man ein Cannabis-Analysezertifikat liest. Fällt Ihre Selektion in die Regenzeit, notieren Sie zusätzlich, welche weiblichen Pflanzen frei von Blütenfäule (Bud Rot) blieben. Daran sehen Sie, welche Pflanzen mit der thailändischen Luftfeuchtigkeit zurechtkommen. Die geernteten Blüten sind ein kontrolliertes Kraut. Dokumentieren und behandeln Sie sie daher so, wie Ihre Lizenz es verlangt.
Was Sie tun sollten: Legen Sie vor der Aussaat eine Tabelle an. Sie braucht Spalten für die Nummer des Sämlings, die Beschriftungen seiner 3 Klone, das Geschlecht und eine Bewertung für jedes Merkmal. Füllen Sie die Tabelle laufend aus, damit Ihre endgültige Wahl auf Ihren Notizen beruht.
Licht und Platz für eine Mutterpflanze
Eine Mutterpflanze braucht kein starkes Licht. Ziel ist gleichmäßiges vegetatives Wachstum, nicht schnelles Wachstum. Das Minimum liegt bei etwa 2.500 Lumen pro Pflanze. Lumen geben an, wie viel Licht eine Lampe abgibt.
| Lichtart | Eignung | Hinweise |
|---|---|---|
| Leuchtstoffröhren (T5 und T8 bezeichnen Röhrengrößen) | Ausgezeichnet | Wenig Wärme, günstig, ideal für kleine Räume |
| CFL (Kompaktleuchtstofflampe) | Gut | Gut geeignet für 1–3 Mutterpflanzen |
| Kleine Metallhalogenidlampe (MH) oder Natriumdampf-Hochdrucklampe (HPS), 150–250 W | Gut | Mehr Licht, aber auch mehr Wärme, die abgeführt werden muss |
| LED-Panels | Ausgezeichnet | Moderne Wahl, effizient, wenig Wärme |
Eine Mutterpflanze kann in einem kleinen Schrank mit zwei Leuchtstoffröhren und einem kleinen Computerlüfter für die Luftbewegung stehen. Am wichtigsten ist Beständigkeit: Halten Sie den 18/6-Rhythmus ohne Unterbrechung ein. Jede ungeplante Dunkelphase, die lang genug ist, um Blühhormone auszulösen, kann Probleme verursachen.
Laut Originalartikel gilt in der Praxis 2025–2026 ein konstanter Tag von 18 Stunden oder mehr bei mäßiger Lichtintensität als Standard.
Anmerkung der Übersetzung: In einem Raum mit 30–35 °C geben Metallhalogenid- und Natriumdampflampen zusätzliche Wärme ab, die Sie dann wieder abführen müssen. Leuchtstoffröhren und LED-Panels lassen sich leichter kühl halten. Das andere Risiko sind Stromausfälle. Eine mechanische Zeitschaltuhr bleibt bei einem Ausfall stehen, und danach schaltet das Licht zu den falschen Zeiten ein und aus. Eine digitale Zeitschaltuhr mit Pufferbatterie lässt ihre Uhr weiterlaufen. Auch eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) kann Zeitschaltuhr und Lüfter weiter betreiben. Das ist ein Akkugerät, das bei kurzen Stromausfällen Strom liefert.
Was Sie tun sollten: Prüfen Sie nach jedem Stromausfall die Uhrzeit der Zeitschaltuhr und tragen Sie den Ausfall in ein Protokoll ein. Zeigt eine Mutterpflanze später Blüten, sehen Sie im Protokoll, ob Unterbrechungen des Lichts die Ursache waren.
Substrat und Düngung
Substrat. Erde ist die häufigste Wahl für Mutterpflanzen. Verwenden Sie eine stickstoffreiche Pflanzerde auf Torfbasis, zum Beispiel eine mit Hortiflor-Torfmoos aus Lettland. Sie können auch eine eigene Mischung auf Kompostbasis herstellen und Perlit untermischen. Perlit sind die weißen, aufgeblähten Vulkangesteinskörner, die den Wasserabfluss verbessern.
Überdüngung ist der häufigste Fehler bei Mutterpflanzen. Überschüssige Nährstoffe führen zu einer Salzansammlung an den Wurzeln. Über die Monate schadet das einer Mutterpflanze mehr als jedes andere Problem. Halten Sie die Düngung deshalb bewusst sparsam:
- Geben Sie Nährstoffe nur zweimal im Monat.
- Gießen Sie bei allen anderen Wassergaben mit klarem Wasser.
- Achten Sie auf eine weiße Salzkruste auf der Erdoberfläche. Sie zeigt, dass sich Salze ansammeln.
Warum mehr Stickstoff schlechtere Stecklinge bringt. Zu viel Stickstoff sorgt für schnelles, üppiges Wachstum. Die Triebe sind aber weich und schwach und speichern wenig Kohlenhydrate (Zucker und Stärke). Stecklinge von einer überdüngten Mutterpflanze bewurzeln sich deutlich seltener, weil ihnen die gespeicherte Energie für die Wurzelbildung fehlt.
Laut Originalartikel kostet es die Pflanze Energie, Stickstoff aufzunehmen und zu speichern. Zusätzlicher Stickstoff verbraucht daher Energie, die die Pflanze sonst als Kohlenhydrate speichern würde.
Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen gespeichertem Kohlenstoff (Zucker) und Stickstoff in den Trieben, das sogenannte Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis. Sie können es mit den Fingern prüfen: Die Triebe sollten fest und gesund sein, nicht schwammig und überwuchert.
| Nährstoff | Funktion | Hinweise |
|---|---|---|
| Stickstoff (N) | Treibt das Wachstum an | Mäßig halten; zu viel schwächt die Stecklinge |
| Calcium (Ca) | Baut feste Zellwände auf | Wichtig für Krankheitsresistenz und Stresstoleranz |
| Algenextrakt | Natürliche Quelle von Cytokinin-Hormonen | Fördert Zellteilung und Verzweigung |
Calcium. Die Wurzeln nehmen Calcium auf, und die Pflanze verbaut es direkt in neue Zellwände. Stärkere Zellwände ergeben festeres Gewebe und eine bessere Krankheitsresistenz.
Algenextrakt. Produkte wie Nitrozime enthalten natürliche Cytokinine. Das sind Pflanzenhormone, die die Zellteilung antreiben. Sie fördern mehr Seitentriebe, und damit haben Sie mehr Stellen, an denen Sie Stecklinge schneiden können. Geben Sie Algenextrakt etwa eine Woche, bevor Sie Stecklinge schneiden wollen. Verwenden Sie ihn als Gießdünger oder als Spray, je nachdem, was das Produktetikett angibt. Algenextrakt ist eine Form von Biostimulanz.
Dünger für Mutterpflanzen. Einige Produkte sind für diese sparsame, ausgewogene Düngung entwickelt, etwa Mother Plant von Hydrodynamics. Laut Originalartikel wurden 2026 Produkte mit Mykorrhiza und Algenextrakten beliebt. Mykorrhiza sind Pilze, die an den Wurzeln leben und ihnen helfen, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Diese Produkte sollen Mutterpflanzen und Klonen kräftigere Wurzeln verschaffen.
Anmerkung der Übersetzung: Prüfen Sie, ob ein Produkt in Thailand erhältlich ist, bevor Sie fest damit planen. Fragen Sie im örtlichen Fachhandel oder fragen Sie andere Grower im Bereich Allgemeine Nährstoffe. Prüfen Sie, ob jeder Dünger, den Sie kaufen, registriert ist; siehe Überprüfung, ob ein Düngemittel in Thailand legal ist. In der Regenzeit trocknet die Erde langsam. Gießen Sie daher nur, wenn sich der Topf leicht anfühlt. Sie können auch den EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit, ein Maß für gelöste Salze) des ablaufenden Wassers messen. Ein steigender EC-Wert zeigt eine Salzansammlung an, noch bevor eine Kruste sichtbar wird.
Was Sie tun sollten: Markieren Sie zwei Düngetage pro Monat im Kalender und gießen Sie an allen anderen Tagen mit klarem Wasser. Notieren Sie bei jeder Düngung den EC-Wert des Ablaufwassers, damit Sie sehen, ob die Salze ansteigen.
Die Beschneidung der Mutterpflanze
Die Beschneidung hält die Mutterpflanze kompakt und buschig, mit vielen Trieben in Stecklingsgröße auf einer Höhe, die Sie gut erreichen.
- Halten Sie die Haupttriebe so niedrig wie möglich, damit das Schneiden der Stecklinge einfach ist.
- Entfernen Sie regelmäßig alte, verholzte Triebe im oberen Bereich der Pflanze. Verholzte Triebe bewurzeln sich schlecht.
- Wenn Sie einen Trieb für einen Klon abschneiden, lassen Sie mindestens einen Blattknoten an der Mutterpflanze. Ein Blattknoten (Nodium) ist die Stelle, an der ein Blatt und eine Seitenknospe aus dem Stängel wachsen. Die dort verbliebene Knospe wächst zu einem neuen Trieb heran.
- Entfernen Sie pro Durchgang nie mehr als 20 % der gesunden Blätter. Die Mutterpflanze braucht ihre Blätter, um weiterzuwachsen.
- Entfernen Sie gelbe, braune oder abgestorbene Blätter sofort, denn dort setzen sich Schädlinge und Krankheiten fest.
Nach jedem Schnittdurchgang sollte die Mutterpflanze mehr gesunde Triebe in Stecklingsgröße für die nächste Runde haben.
Was Sie tun sollten: Zählen Sie bei jedem Schnittdurchgang die gesunden Blätter, die Sie entfernen, und hören Sie bei etwa einem von fünf auf.
Die Bonsai-Mutter: viele Stecklinge auf kleinem Raum
Eine Bonsai-Mutter wird in einem kleinen Topf klein gehalten, indem man regelmäßig Triebe und Wurzeln zurückschneidet. Jede braucht nur 20 × 20 cm Platz. Unter Natriumdampf- oder Metallhalogenidlampen kann sie alle 2 Wochen 10–30 Stecklinge liefern, unter Leuchtstoffröhren alle 20 Tage.
Der Originalartikel nennt eine theoretische Zahl, um die Größenordnung zu zeigen. Achtzehn Bonsai-Mütter unter Leuchtstoffröhren auf 1,2 × 0,6 m könnten theoretisch bis zu etwa 9.500 Stecklinge pro Jahr liefern: 18 Mutterpflanzen × bis zu 30 Stecklinge alle 20 Tage. Die tatsächlichen Zahlen liegen niedriger, weil sich nicht jeder Steckling bewurzelt.
So legen Sie eine Bonsai-Mutter an:
- Beginnen Sie mit Ihrem besten Klon in einem kleinen Topf von 6 × 6 cm.
- Ziehen Sie ihn unter 18/6 heran, bis er etwa 12 cm hoch ist, und kappen Sie ihn dann. Kappen bedeutet, die Triebspitze abzuschneiden, damit sich die Pflanze verzweigt.
- Lassen Sie 6–8 kräftige Triebe auf 10–15 cm Länge wachsen.
- Kappen Sie auch die Seitentriebe, damit sich die Pflanze weiter nach außen verzweigt.
- Setzen Sie sie in einen Topf von 8 × 8 cm um, sobald die Wurzeln den ersten Topf ausfüllen.
Der Wurzelschnitt ist es, was eine Bonsai-Mutter über Jahre am Leben hält. Führen Sie ihn zweimal im Jahr durch:
- Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf.
- Schneiden Sie mit einem scharfen, sterilisierten Werkzeug an allen fünf Seiten ein Drittel des Wurzelvolumens ab: an den vier Seiten und am Boden.
- Setzen Sie die Pflanze mit frischer Erde wieder in denselben Topf.
- Rechnen Sie in den folgenden Tagen mit einigen gelben Blättern. Das ist ein kurzfristiger Stickstoffmangel. Er endet, sobald neue Wurzeln in die frische Erde wachsen.
Laut Originalartikel ist dieser Wurzelschnitt der Grund, warum Mutterpflanzen jahrelang produktiv bleiben. Ohne ihn werden die Wurzeln wurzelgebunden und seneszent, das heißt, die alten Wurzeln nehmen weniger Wasser und Nährstoffe auf. Die Pflanze lässt nach, und die Stecklinge werden schlechter. Nach aktueller Praxis (2025–2026, laut Originalartikel) altern die Wurzeln außerdem schneller, wenn sehr häufig geschnitten wird. Stimmen Sie Ihren Schnittplan und den Wurzelschnitt deshalb aufeinander ab.
Anmerkung der Übersetzung: Bei 30–35 °C trocknen kleine Töpfe schnell aus. Kontrollieren Sie Bonsai-Mütter daher jeden Tag. Kleine, dichte Pflanzen bekommen in der feuchten Luft der Regenzeit außerdem leicht Echten Mehltau. Lassen Sie einen Ventilator Luft durch das Blattwerk blasen, damit die Blattoberflächen abtrocknen.
Was Sie tun sollten: Tragen Sie für jede Bonsai-Mutter zwei Termine für den Wurzelschnitt im Abstand von sechs Monaten in den Kalender ein. Notieren Sie außerdem, wie viele Stecklinge Sie jeden Monat von ihr schneiden. Wird sie schwächer, sehen Sie dann, ob starkes Schneiden die Ursache ist.
Sieben Regeln für eine gesunde Mutterpflanze
- Entfernen Sie abgestorbene Blätter sofort. Gelbe, braune oder absterbende Blätter ziehen Schädlinge an.
- Düngen Sie sparsam. Geben Sie zweimal im Monat Nährstoffe und sonst klares Wasser, um eine Salzansammlung zu vermeiden.
- Verwenden Sie einen Dünger für Mutterpflanzen, wenn Sie einen bekommen. Entscheidend ist die sparsame, ausgewogene Düngung, nicht eine bestimmte Marke.
- Passen Sie die Topfgröße an die Zahl der benötigten Stecklinge an. Verwenden Sie größere Töpfe, wenn Sie pro Durchgang viele Stecklinge schneiden.
- Gießen Sie nach einem festen Rhythmus. Eine Tröpfchenbewässerung oder ein Hydroponik-System gleicht die Schwankungen von Tag zu Tag aus.
- Halten Sie die 20-%-Grenze ein. Entfernen Sie nie mehr als 20 % der gesunden Blätter auf einmal.
- Kontrollieren Sie früh auf Schädlinge und Krankheiten. Alles, was die Mutterpflanze hat, geht auf jeden Klon über. Siehe Integrierter Pflanzenschutz bei Cannabis.
Halten Sie auch Ihre Werkzeuge und Ihren Arbeitsplatz sauber. Der Originalartikel nennt drei Gewohnheiten, die 2026 in professionellen Betrieben Standard waren:
- Sterilisieren Sie Werkzeuge zwischen den Pflanzen, damit eine Krankheit nicht von einer Pflanze auf die nächste übertragen wird.
- Richten Sie getrennte Bereiche ein. Stellen Sie Mutterpflanzen und Klone auf getrennte Tische oder in getrennte Bereiche, damit Probleme neuer Klone die Mutterpflanzen nicht erreichen.
- Ersetzen Sie Mutterpflanzen nach Plan. Tauschen Sie alte Mutterpflanzen gegen junge aus, die aus ihren eigenen Klonen herangezogen wurden, damit sich über die Jahre keine Krankheiten anhäufen.
Anmerkung der Übersetzung: Wenn Sie sprühen müssen, verwenden Sie nur Pflanzenschutzmittel, die beim Department of Agriculture (กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und wenden Sie sie genau nach Etikett an. Siehe Was Sie unter dem thailändischen GACP-Standard legal sprühen dürfen. Einige gängige Desinfektionsmittel töten HLVd an Werkzeugen nicht ab. Lesen Sie das oben verlinkte Thema zu HLVd, bevor Sie eines auswählen.
Was Sie tun sollten: Richten Sie eine Station zum Reinigen der Werkzeuge und zwei getrennte Bereiche ein, einen für Mutterpflanzen und einen für neue Klone. Ein Problem, das in einem Bereich beginnt, gelangt dann schwerer in den anderen.
Wenn Sie in Thailand oder anderswo in Südostasien Mutterpflanzen halten, stellen Sie Ihr Setup unter diesem Thema vor. Nennen Sie Ihre Raumtemperatur, Beleuchtung, Düngung und wie lange Ihre älteste Mutterpflanze schon durchhält. Fragen sind ebenfalls willkommen.
Weiter in Teil 2: Mutterpflanzen und Klonen: Stecklinge schneiden, Bewurzelungshormone und Bewurzelungsmethoden (Teil 2 von 2)