Cannabis-Cremes und -Balsame werden gegen Schmerzen, Juckreiz und viele Hautprobleme verkauft. Dieser Artikel prüft diese Versprechen anhand von Studien am Menschen. Er klärt auch drei Fragen: Kann eine Creme berauschen oder einen Drogentest positiv ausfallen lassen? Wie genau sind die Produktetiketten? Welche Inhaltsstoffe lösen Hautallergien aus? Am Ende stehen eine Übersichtstabelle zur Evidenz und fünf Prüfpunkte, bevor Sie ein Produkt kaufen, selbst herstellen oder empfehlen.
Zwei Fakten aus Teil 1 helfen beim Verständnis aller folgenden Abschnitte. Erstens: Die äußere Hautschicht aus abgestorbenen Zellen (die Hornschicht, Stratum corneum) ist eine starke Barriere. Cannabinoide sind so stark fettliebend, dass die meisten von ihnen in dieser toten Schicht bleiben und keine lebenden Zellen erreichen. Zweitens: Ein „topisches“ (äußerlich angewendetes) Produkt soll in oder knapp unter der Haut wirken, und dabei gelangt wenig oder nichts ins Blut. Ein „transdermales“ Produkt soll dagegen in den Blutkreislauf übergehen. Es wird über seine Abgaberate und über Daten zum Blutspiegel definiert.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1310
1. Örtlich begrenzte Schmerzen und Entzündungen
Schmerzlinderung ist der am stärksten beworbene Einsatz von topischen Cannabisprodukten. Gerade hier gehört die Evidenz zu den schwächsten.
Gelenkschmerzen. 2024 erschien in Scientific Reports eine offene Studie (open-label, d. h. die Teilnehmenden wussten, was sie anwendeten). Fünfzehn Personen schlossen sie ab. Sie trugen vier Wochen lang ein transdermales Cannabidiol-Gel (CBD) mit 4 % auf. Der Schmerz sank auf einer Zehn-Punkte-Skala um etwa zwei Punkte, und die Griffkraft verbesserte sich.
Beide Verbesserungen verschwanden in der Auswaschphase, also in der Zeit nach dem Absetzen des Gels. Mit bloßer Erwartung lässt sich dieses Muster schlecht erklären. Die Studienautoren nannten die Grenzen selbst: Es gab keine Placebogruppe, die Stichprobe war klein und alle wussten, was sie anwendeten. Eine randomisierte Studie von 2022 im Journal of Hand Surgery untersuchte die Arthrose des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose). Auch sie berichtete einen Nutzen, allerdings bei nur 18 Teilnehmenden.
Nervenschmerzen. Xu, Cullen, Tang und Fang veröffentlichten 2020 in Current Pharmaceutical Biotechnology eine randomisierte, placebokontrollierte Studie. Sie umfasste 29 Personen mit peripherer Neuropathie (Nervenschädigung) in Beinen und Füßen. Fünfzehn erhielten vier Wochen lang ein topisches Cannabidiol-Öl, 14 ein Placebo. In der Cannabidiol-Gruppe gingen starke und stechende Schmerzen signifikant zurück. Auch Kälte- und Juckempfindungen nahmen ab.
Zusammengenommen weisen die Ergebnisse in eine gute Richtung, und die Nebenwirkungen waren mild. Für eine sichere Aussage sind die Stichproben aber viel zu klein. Zudem senken andere Teile der Anwendung die Schmerzwerte schon für sich allein. Dazu gehören das Trägeröl, die Massage beim Einreiben und Gegenreizmittel (Counterirritants). Das sind Inhaltsstoffe, die ein kühlendes oder wärmendes Gefühl erzeugen.
Anmerkung der Übersetzung: Viele in Thailand verkaufte Balsame enthalten bereits Gegenreizmittel wie Menthol oder Kampfer. Das gilt auch für traditionelle Kräuterbalsame (ยาหม่อง). Enthält ein Cannabis-Balsam ebenfalls solche Stoffe, können Sie nicht erkennen, welcher Inhaltsstoff den Schmerz lindert.
Was Sie tun können: Wenn Sie einen Balsam gegen Gelenk- oder Muskelschmerzen ausprobieren, bewerten Sie Ihren Schmerz zwei Wochen lang täglich auf einer Skala von 0 bis 10. Notieren Sie, ob Sie die Stelle zusätzlich massiert haben. So sehen Sie, ob die Wirkung anhält und ob schon die Massage allein sie erklärt.
2. Juckreiz
Beim Juckreiz ist die wissenschaftliche Begründung am stärksten. Juckreiz wird über C-Fasern geleitet. Das sind dünne Nervenfasern ohne schützende Hülle (unmyelinisiert). Ihre Enden liegen in der oberen Dermis und reichen bis in die Epidermis. Damit sind sie das am oberflächlichsten gelegene Ziel in der Haut. Ein Molekül, das schlecht eindringt, erreicht sie deshalb am ehesten. Auf diesen Fasern sitzen Cannabinoid-Rezeptoren. Man findet sie auch auf den umliegenden Mastzellen und Keratinozyten.
Palmitoylethanolamid ist ein fettartiges Molekül, das der Körper selbst bildet. Es ist mit dem Cannabinoid-System verwandt, aktiviert Cannabinoid-Rezeptoren aber nicht direkt. Zwei frühe, unkontrollierte Studien testeten Cremes mit Palmitoylethanolamid:
- Ständer, Reinhardt und Luger behandelten 22 Patienten mit Prurigo (juckenden Knötchen) oder chronischem Juckreiz und berichteten darüber 2006 in Der Hautarzt. 14 der 22 sprachen auf die Behandlung an. Ihr Juckreiz sank im Durchschnitt um 86,4 %.
- Szepietowski und Kollegen setzten 2005 eine ähnliche Creme bei 21 Hämodialyse-Patienten mit urämischem Pruritus (Juckreiz durch Nierenversagen) ein. Bei 38 % von ihnen verschwand der Juckreiz vollständig.
Danach folgte eine kontrollierte Studie. Viße, Blome, Phan, Augustin und Ständer veröffentlichten sie in Acta Dermato-Venereologica. Sie teilten 100 Menschen mit chronischem Juckreiz durch trockene Haut nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Lotionen zu. Eine Gruppe erhielt eine Lotion mit Palmitoylethanolamid. Die andere erhielt das Vehikel, also dieselbe Lotion ohne Palmitoylethanolamid. In beiden Gruppen besserte sich der Juckreiz stark. Die Wirkstoffgruppe schnitt etwas besser ab (30,1 % gegenüber 24,2 %), der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.
So läuft es in diesem Forschungsfeld meistens. Studien ohne Vergleichsgruppe melden beeindruckende Zahlen. Sobald eine Vehikelgruppe hinzukommt, zeigt sich: Der größte Teil der Wirkung kommt von der Lotionsgrundlage selbst.
Was Sie tun können: Wenn ein Produkt verspricht, Juckreiz zu lindern, suchen Sie nach einer Studie, die es mit derselben Grundlage ohne den Wirkstoff verglichen hat. Gibt es keine solche Studie, gehen Sie davon aus, dass der größte Teil des Nutzens von der Feuchtigkeitspflege kommt.
3. Rausch und Drogentests
Eine gewöhnliche Creme, ein Balsam oder eine Salbe auf intakter Haut berauscht nicht. Eine Studie von 2017 in Forensic Science International fasste ihr Ergebnis schon im Titel zusammen: Topische Produkte mit Tetrahydrocannabinol (THC) können keinen positiven Cannabinoid-Befund in Blut oder Urin verursachen.
Es gibt drei echte Ausnahmen.
- Echte transdermale Produkte gelangen tatsächlich ins Blut. In der Studie zur Handarthrose von 2024 fanden sich Cannabidiol und seine Abbauprodukte im Urin aller Teilnehmenden. Das ist nicht dasselbe wie ein positiver Cannabistest. Standard-Drogentests suchen nach THC-COOH, dem Abbauprodukt von Tetrahydrocannabinol, und nicht nach Cannabidiol. Anders liegt der Fall bei einem transdermalen Produkt, das zusätzlich Tetrahydrocannabinol enthält.
- Schleimhäute haben keine Hornschicht. Wird ein Produkt in Mund, Vagina oder Rektum angewendet, umgeht es die Barriere vollständig.
- Geschädigte Haut hat eine schwache Barriere. Verletzte oder entzündete Haut lässt mehr durch. Wer die größten Flächen behandelt, hat oft geschädigte Haut und nimmt deshalb am meisten Wirkstoff auf.
Anmerkung der Übersetzung: Wenn Ihr Arbeitgeber Urin-Drogentests durchführt oder Sie beruflich fahren oder Maschinen bedienen, betrachten Sie jedes Produkt, das über die Haut aufgenommen wird und Tetrahydrocannabinol enthalten könnte, als Risiko.
Was Sie tun können: Wenn bei Ihnen Drogentests anstehen, verwenden Sie nur Produkte mit einem Laborbericht für genau diese Charge. Er muss Tetrahydrocannabinol unterhalb der Nachweisgrenze ausweisen. Tragen Sie Cannabisprodukte nicht auf verletzte Haut oder Schleimhäute auf. So meiden Sie die drei Wege, auf denen Tetrahydrocannabinol tatsächlich in den Körper gelangt.
4. Was tatsächlich im Tiegel ist
Genauigkeit der Etiketten
Die belastbarsten Daten stammen von Spindle und Kollegen, veröffentlicht 2022 in JAMA Network Open. Ein Forschungsteam unter Leitung der Johns Hopkins University analysierte 105 topische Produkte aus Hanf, die online und in Geschäften gekauft worden waren. Ausgewertet wurden die Produkte, die eine Cannabidiol-Menge angaben:
- 18 % waren überdeklariert: Sie enthielten mehr als 10 % weniger Cannabidiol als beworben.
- 58 % waren unterdeklariert: Sie enthielten mehr Cannabidiol als auf dem Etikett angegeben.
- Nur 24 % waren korrekt, lagen also innerhalb von 10 % der Angabe.
In 35 % aller Produkte wurde Tetrahydrocannabinol gefunden. Von diesen waren 11 % als frei von Tetrahydrocannabinol gekennzeichnet. Weitere 51 % erwähnten Tetrahydrocannabinol überhaupt nicht.
Hanfsamenöl ist kein Cannabidiol
Der häufigste Fehler beim Kauf hat mit der Zutatenliste zu tun. Hanfsamenöl steht auf den Etiketten von Kosmetika als Cannabis sativa seed oil. Es wird aus den Samen gepresst und ist eine gute Feuchtigkeitspflege. Cannabinoide enthält es praktisch keine. Der Grund: Cannabinoide entstehen in den Harzdrüsen (Drüsentrichomen) der Blüte, nicht im Samen. Spuren im Samenöl sind Rückstände aus der Verarbeitung.
Cannabidiol-Extrakt stammt aus den oberirdischen Pflanzenteilen. Er ist ein anderer und teurerer Rohstoff. Ein Tiegel kann Cannabisblätter zeigen und als Cannabis-Creme verkauft werden, obwohl er nur Samenöl enthält.
| Was auf dem Etikett steht | Was es bedeutet | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|---|
| Cannabis sativa seed oil | Eine Feuchtigkeitspflege auf Samenbasis ohne nennenswerte Cannabinoide | Ob ein Cannabinoid separat aufgeführt ist |
| Hanfextrakt, Vollspektrum (full-spectrum) | Ein unscharfer Begriff; das Produkt enthält möglicherweise kein Cannabidiol | Eine Mengenangabe in Milligramm und einen Laborbericht |
| „500 mg“ ohne weitere Angaben | Die Gesamtmenge im ganzen Behälter, keine Konzentration | 500 mg in einem 500-g-Tiegel sind nur 0,1 % |
| „Frei von Tetrahydrocannabinol“ | Eine Behauptung, keine Messung | Die Nachweisgrenze im Laborbericht |
Ein Analysezertifikat lesen
Ein Analysezertifikat ist ein Laborbericht über eine einzelne Produktionscharge. Ein brauchbares Zertifikat erfüllt alle diese Punkte:
- Es nennt ein unabhängiges Labor, nicht die Marke.
- Seine Chargennummer stimmt mit dem Produkt in Ihrer Hand überein.
- Es ist datiert.
- Es enthält ein vollständiges Cannabinoid-Profil mit Messwerten und Nachweisgrenzen.
- Es deckt Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittelrückstände und Mikroorganismen ab.
Manche Berichte haben kein Datum oder keine Chargennummer oder wurden vom Verkäufer selbst ausgestellt. Sie sehen wie Daten aus, beweisen aber nichts.
Anmerkung der Übersetzung: Cannabisblüte ist in Thailand ein kontrolliertes Kraut. Grundlage ist die Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568, in Kraft seit dem 26. Juni 2025. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC dürfen nur drei Arten von Inhabern eine Lizenz erhalten. Das sind thailändische juristische Personen, die nach dem Foreign Business Act B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten, außerdem staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz. Das regelt die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569, in Kraft seit dem 26. April 2026.
Anmerkung der Übersetzung: Bei Hautprodukten, die in Thailand verkauft werden, prüfen Sie, ob das Etikett eine Nummer der Thai FDA (อย.) trägt. Das Thema zur Kennzeichnung in Thailand erklärt, was auf dem Etikett eines Cannabisprodukts stehen muss. Sie suchen ein thailändisches Labor, das eine Creme oder ein Öl testen kann? Dann fragen Sie andere Mitglieder im Bereich B2B-Dienstleistungen: Laboratorien. Fragen Sie jedes Labor, ob seine Methode auch Cremes und Öle abdeckt und nicht nur getrocknete Blüten.
Was Sie tun können: Lesen Sie zuerst die Zutatenliste und erst dann die Vorderseite des Tiegels. Steht dort nur Cannabis sativa seed oil, kaufen Sie eine Feuchtigkeitspflege. Wirbt das Produkt mit Cannabidiol, verlangen Sie ein datiertes Zertifikat eines unabhängigen Labors für genau diese Charge. So wissen Sie, wofür Sie tatsächlich bezahlen.
5. Reizung, Allergie und Epikutantest
In den oben genannten Studien wurden Cannabinoid-Cremes im Allgemeinen gut vertragen. Die meisten Reaktionen gehen auf die übrigen Inhaltsstoffe im Tiegel zurück, vor allem auf Duft-Terpene. In pflanzlichen Produkten und in Material aus Cannabis selbst kommen Limonen und Linalool häufig vor. An der Luft oxidieren beide zu Hydroperoxiden. Diese lösen deutlich leichter Hautallergien aus.
Studien mit Epikutantests (Patch-Tests) zeigen, dass das nicht selten ist. Getestet wurden Menschen mit Verdacht auf Kontaktdermatitis (allergischen Hautausschlag). Je nach Studie reagierten zwischen wenigen Prozent und über 10 % von ihnen auf diese Hydroperoxide. Ein Produkt, das im Neuzustand unproblematisch war, kann deshalb Monate später eine Reaktion auslösen.
Ein neues Hautprodukt für empfindliche Haut testet man üblicherweise zuerst an einer kleinen Stelle. Ein Allergieverdacht wird durch einen formalen Epikutantest bestätigt. Beides gehört in ärztliche Hände, nicht in ein Forum.
Besondere Vorsicht gilt in diesen Fällen:
- verletzte oder nässende Haut;
- bekannte Allergie gegen Duftstoffe oder Pflanzen;
- aktive Hautinfektion;
- Kinder;
- Schwangerschaft und Stillzeit;
- Drogentests am Arbeitsplatz;
- Ekzem oder Psoriasis in ärztlich verordneter Behandlung.
Der letzte Fall birgt das größte Risiko. Wer eine wirksame Behandlung durch eine unbewiesene Creme ersetzt, richtet mehr Schaden an als die Creme selbst.
Anmerkung der Übersetzung: In Räumen in Thailand herrschen oft 30–35 °C. Wärme beschleunigt die Oxidation in der Regel. Bewahren Sie Tiegel fest verschlossen, vor Sonne geschützt und an einem möglichst kühlen Ort auf. Schreiben Sie das Öffnungsdatum auf den Deckel. Wählen Sie eine Packungsgröße, die Sie bald aufbrauchen.
Was Sie tun können: Verwenden Sie ein Produkt nicht weiter, wenn es zu brennen beginnt oder anders riecht als beim Öffnen. Tritt ein Ausschlag auf, zeigen Sie den Tiegel einer Ärztin oder einem Arzt. So wird eine Allergie durch oxidierte Duftstoffe erkannt, bevor sie sich ausbreitet.
6. Die Evidenz auf einen Blick
| Thema | Beste Art der Evidenz | Umfang | Was sie zeigt |
|---|---|---|---|
| Akne, Labor | Kultivierte Talgdrüsenzellen und Haut in der Kulturschale | Oláh 2014 | Nur ein Grund für weitere Tests |
| Akne, am Menschen | Randomisiert, vehikelkontrolliert | 368 Patienten | Hauptziel nicht erreicht |
| Psoriasis, Labor | Kultivierte Keratinozyten | Wilkinson 2007 | Nur ein Grund für weitere Tests |
| Psoriasis, am Menschen | Randomisiert, Halbseitenvergleich (split-body) | 51 | Günstiger Trend |
| Ekzem, Palmitoylethanolamid | Randomisiert, kontrolliert | 72 eingeschlossen | Bescheidener, aber echter Nutzen |
| Ekzem, Cannabidiol | Unkontrollierte Studie | 20 (5 mit Ekzem) | Zu früh für ein Urteil |
| Juckreiz, kontrollierte Studie | Randomisiert, vehikelkontrolliert | 100 | Kein signifikanter Unterschied |
| Gelenk- und Nervenschmerzen | Kleine randomisierte und offene Studien | 15 und 29 | Zu klein für eine sichere Aussage |
7. Fünf Prüfpunkte, bevor Sie ein Produkt kaufen, herstellen oder empfehlen
- Nennt das Etikett die Cannabinoid-Menge in Milligramm und die Größe des Behälters? Sie brauchen beide Zahlen, um die tatsächliche Konzentration zu berechnen.
- Gibt es ein datiertes Analysezertifikat eines unabhängigen Labors für genau diese Charge? Nur damit lässt sich belegen, was im Tiegel ist, einschließlich des Tetrahydrocannabinol-Gehalts.
- Nennt die Zutatenliste ein echtes Cannabinoid oder nur Cannabis sativa seed oil? Daran erkennen Sie, ob es ein Cannabinoid-Produkt oder eine Feuchtigkeitspflege ist.
- Wenn „transdermal“ draufsteht: Gibt es Daten zur Abgaberate oder zum Blutspiegel? Fehlen sie, behandeln Sie das Produkt wie ein gewöhnliches topisches Produkt.
- Haben Sie das Haut- oder Gelenkproblem mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen? Für Standardbehandlungen ist die Evidenz weit stärker, und wer sie absetzt, riskiert den größten Schaden.
Teilen Sie Ihre Erfahrungen
Haben Sie ein Cannabis-Hautprodukt bei einem Haut- oder Gelenkproblem verwendet? Dann schildern Sie Ihre Erfahrung unten und fügen Sie die vollständige Zutatenliste hinzu. Nennen Sie drei Details: Was war tatsächlich enthalten? Gab es ein Analysezertifikat für genau diese Charge? Hielt eine Wirkung länger als zwei Wochen an? Persönliche Erfahrungsberichte sind keine medizinische Evidenz. Ehrliche Berichte sind trotzdem nützlicher als eine weitere Runde Produktversprechen. Das gilt auch für Berichte, in denen nichts passiert ist.
Literatur
- Offene Studie mit einem transdermalen Cannabidiol-Gel mit 4 % bei Handarthrose (15 Personen haben die Studie abgeschlossen). Scientific Reports, 2024.
- Randomisierte Studie zur Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenks). Journal of Hand Surgery, 2022.
- Xu, Cullen, Tang, Fang. Topisches Cannabidiol-Öl bei peripherer Neuropathie der unteren Extremitäten. Current Pharmaceutical Biotechnology, 2020.
- Ständer, Reinhardt, Luger. Palmitoylethanolamid-Creme bei Prurigo und chronischem Pruritus. Der Hautarzt, 2006.
- Szepietowski und Kollegen. Palmitoylethanolamid-Creme bei urämischem Pruritus, 2005.
- Viße, Blome, Phan, Augustin, Ständer. Palmitoylethanolamid-Lotion im Vergleich zum Vehikel bei chronischem Pruritus durch trockene Haut. Acta Dermato-Venereologica, 2017.
- Studie mit dem Ergebnis, dass topische Produkte mit Tetrahydrocannabinol keinen positiven Cannabinoid-Befund in Blut oder Urin verursachen können. Forensic Science International, 2017.
- Spindle und Kollegen. Genauigkeit der Etiketten von 105 topischen Produkten aus Hanf. JAMA Network Open, 2022.
- Konsekutive Epikutantest-Studien zu Limonen- und Linalool-Hydroperoxiden (zum Beispiel eine Serie mit 821 Patienten und eine dänische Serie mit 6.719 Patienten).
- Studien aus der Evidenztabelle, die auch in Teil 1 behandelt werden: Oláh und Kollegen, Journal of Clinical Investigation, 2014; Botanix Pharmaceuticals, Ergebnisse der Phase-2-Studie zu BTX 1503, Oktober 2019; Wilkinson und Williamson, Journal of Dermatological Science, 2007; Puaratanaarunkon, Sittisaksomjai und Kollegen, 2022; Rao, Moussa, Erickson, Briskey, Skin Pharmacology and Physiology, 2024; Palmieri und Kollegen, 2019.
Dieser Artikel gehört zur Bildungsreihe der Asiannabis Community über medizinisches Cannabis. Er enthält allgemeine Informationen und ist keine medizinische Beratung. Entscheidungen über eine Behandlung trifft eine zugelassene medizinische Fachperson. Die Inhalte dienen Bildungszwecken in Rechtsordnungen, in denen medizinisches Cannabis gesetzlich erlaubt ist.