Biologische Bekämpfung heißt: Lebende natürliche Gegenspieler halten Schädlinge unter der Schwelle, ab der sie Schaden anrichten. Diese Gegenspieler sind Raubmilben, räuberische Insekten, insektentötende Nematoden, Pilze und Bakterien. Dieser Teil zeigt, welche Arten Sie einsetzen, in welchen Mengen und bei welchen Temperaturen. Er erklärt auch, wie mikrobielle Präparate wirken. Außerdem geht es darum, was Begleitpflanzen leisten und was nicht. Dazu kommen ein wöchentlicher Kontrollplan, der Wechsel der Spritzmittel und Rückstandsprüfungen. Der Beitrag gehört zu einem Leitfaden zum Integrierten Pflanzenschutz (IPM). Die Reihenfolge lautet: zuerst vorbeugen, dann überwachen, Schädlinge von Hand entfernen und natürliche Gegenspieler freilassen. Chemische Mittel spritzen Sie nur als letzten Ausweg.
Die Quellen sind Beratungsdienste von US-Universitäten, veröffentlichte Studien und internationale Leitlinien. Jede Quelle wird dort vorgestellt, wo sie zum ersten Mal vorkommt, und steht unter „Literatur“. Hinweise zu den Bedingungen in Thailand und Südostasien sind mit „Anmerkung der Übersetzung“ gekennzeichnet.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1301
1. Stufe 4: biologische Bekämpfung
Die folgenden Freilassungsmengen sind Spannen, die Anbieter empfehlen. Feste wissenschaftliche Werte sind es nicht. Nehmen Sie das untere Ende, um einem Ausbruch vorzubeugen. Sind bereits Schädlinge da, nehmen Sie das obere Ende.
Anmerkung der Übersetzung: Biologische Bekämpfung bringt Ihnen drei Vorteile. Sie spritzen seltener, auf den Blüten bleiben keine chemischen Rückstände, und in der Blüte haben Sie weniger Arbeit.
Ob sie in Thailand funktioniert, hängt von zwei Dingen ab. Erstens: Ist die Art hier überhaupt erhältlich? Fragen Sie Anbieter, welche Arten sie in Thailand liefern können und ob dafür eine Einfuhrgenehmigung nötig ist. Zweitens: Passen Temperatur und Luftfeuchtigkeit Ihres Raums zur Art? Das zeigen die Tabellen unten.
Fangen Sie mit einem Zelt oder einem Raum an, für einen Durchgang und mit nur einer Nützlingsart. Führen Sie das Kontrollprotokoll aus Teil 1 dabei weiter.
1.1 Raubmilben
| Art | Zielschädling | Menge pro Freilassung | Bedingungen |
|---|---|---|---|
| Phytoseiulus persimilis | Gemeine Spinnmilbe und andere Tetranychus-Spinnmilben | 2–50 pro m², ein- bis zweimal pro Woche | Optimal 13–27 °C; über 30 °C keine Aktivität; braucht 70 % Luftfeuchtigkeit |
| Neoseiulus (Amblyseius) californicus | Gemeine Spinnmilbe und andere Spinnmilben | 25–125 pro m², 5-mal im Wochenabstand | Optimal 13–32 °C; empfindlich unter 60 % Luftfeuchtigkeit |
| Amblyseius andersoni | Thripslarven, Eier der Weißen Fliege, Spinnmilben ohne Gespinst | 50–250 pro m², 3-mal im Wochenabstand | Über 14 °C, optimal 20–28 °C; braucht 65 % Luftfeuchtigkeit |
| Amblyseius swirskii | Junge Thripslarven, Eier und Larven der Weißen Fliege | 25–300 pro m² | Optimal 20–32 °C; unter 18 °C keine Aktivität; empfindlich unter 60 % Luftfeuchtigkeit |
Phytoseiulus persimilis frisst Spinnmilben und fast nichts anderes. Einen Befallsherd räumt sie schnell ab. Sind die Spinnmilben weg, hat sie kein Futter mehr und verhungert. Kehren die Spinnmilben zurück, müssen Sie P. persimilis deshalb erneut freilassen.
Das Klima setzt dieser Milbe Grenzen. Die University of Connecticut betreibt ein IPM-Programm. Ihre Zahlen zeigen, wie lange die Entwicklung dieser Milbe dauert: etwa 5 Tage bei 30 °C, 9 Tage bei 20 °C und 25 Tage bei 15 °C. Unter etwa 60 % Luftfeuchtigkeit trocknen ihre Eier aus und schrumpfen.
In einem heißen Raum ist Neoseiulus californicus die übliche Wahl. Amblyseius swirskii frisst zusätzlich Pollen. Sie kann sich also schon im Raum ansiedeln, bevor überhaupt ein Schädling auftaucht.
Anmerkung der Übersetzung: Ein thailändischer Growraum hat im April oft 30–35 °C. Das liegt über dem Optimalbereich jeder Milbe in dieser Tabelle. Ein klimatisierter Raum unter 30 °C passt für N. californicus und A. swirskii. P. persimilis braucht einen noch kühleren und feuchten Raum. Ein offenes Gewächshaus mit 33–35 °C passt für keine dieser Arten. Ein Hitzeversuch, der zwei dieser Arten vergleicht, wird in Amblyseius swirskii vs. Phytoseiulus persimilis bei 30–32 °C besprochen.
Was zu tun ist: Lesen Sie aus Ihrem Protokoll die höchste Temperatur und die niedrigste Luftfeuchtigkeit der letzten zwei Wochen ab. Wählen Sie nur Arten, deren Bereich diese Werte abdeckt.
1.2 Natürliche Gegenspieler kaufen, annehmen, lagern und freilassen
Anmerkung der Übersetzung: Die folgenden Schritte sind allgemeine Praxis. Die Angaben des Anbieters auf dem Etikett haben immer Vorrang.
- Vor der Bestellung nennen Sie dem Anbieter die Temperatur und Luftfeuchtigkeit Ihres Raums. Fragen Sie, wie lange die Lieferung dauert und wie die Ware gegen Hitze verpackt ist. Fragen Sie auch, wie lange und bei welcher Temperatur sie gelagert werden kann.
- Lassen Sie ein Paket nie in einem geparkten Fahrzeug oder auf einer sonnigen Türschwelle liegen. Die thailändische Tageshitze liegt dort weit über den Bereichen in den Tabellen.
- Bei Ankunft öffnen Sie die Packung im Schatten. Prüfen Sie mit einer 30-fach-Lupe, ob sich die Milben bewegen. Sind die meisten tot, fotografieren Sie sie und melden Sie sich noch am selben Tag beim Anbieter.
- Lassen Sie die Tiere so bald wie möglich frei, am besten abends oder bei ausgeschaltetem Licht. Bei einem Ausbruch setzen Sie sie direkt auf die befallenen Blätter. Zur Vorbeugung verteilen Sie sie gleichmäßig über das Kronendach.
- Notieren Sie Art, Anzahl, Datum und Zone im Protokoll. Prüfen Sie nach 3 und 7 Tagen erneut. So sehen Sie, ob sich die Tiere angesiedelt haben.
- Spritzen Sie nicht über freigelassene Nützlinge, außer der Anbieter hat bestätigt, dass das Mittel für sie unbedenklich ist (siehe Teil 1).
1.3 Boden und Substrat: die oft vergessene Hälfte des Raums
| Mittel | Zielschädling | Menge | Bedingungen |
|---|---|---|---|
| Stratiolaelaps scimitus (lange als Hypoaspis miles verkauft), eine im Boden lebende Raubmilbe | Eier, Larven und Puppen von Trauermücken (Sciaridae); Thripspuppen | 100–500 pro m², ein- bis zweimal | Mindestens 15 °C; feuchtes, lockeres Substrat |
| Nematoden der Art Steinernema feltiae | Trauermückenlarven, Thripse im Bodenstadium, Minierfliegen | Je nach Produkt: Etikett beachten | Aktiv bei 10–31 °C, optimal 14–26 °C; über 35 °C sterben sie |
Steinernema feltiae dringt in den Körper des Schädlings ein. Dort setzt der Nematode Bakterien frei, die mit ihm zusammenleben, meist Xenorhabdus. Die Bakterien lösen eine Blutvergiftung (Septikämie) aus, die den Schädling innerhalb weniger Tage tötet. Ob Nematoden wirken, entscheiden zwei Regeln:
- Sie werden durch ultraviolettes Licht geschädigt. Bringen Sie sie deshalb abends aus.
- Das Substrat muss nach dem Ausbringen mehrere Tage feucht bleiben. Die Nematoden bewegen sich nämlich im Wasserfilm rund um die Substratteilchen fort.
Anmerkung der Übersetzung: Ein schwarzer Topf in der thailändischen Sonne kann sein Substrat weit über die Lufttemperatur aufheizen. Stecken Sie vor einer Gießbehandlung mit Nematoden ein Einstechthermometer ins Substrat. Zeigt es über 31 °C an, also mehr als die Obergrenze des Aktivitätsbereichs, bringen Sie sie nicht aus.
Was zu tun ist: Legen Sie Gelbtafeln flach in die Nähe des Substrats. Zeigen sie Trauermücken, behandeln Sie das Substrat und nicht die Blätter. Setzen Sie eines der beiden Mittel aus der Tabelle ein. Vergleichen Sie nach zwei Wochen die Fangzahlen auf den Tafeln.
1.4 Räuberische Insekten
| Mittel | Beute | Menge pro Freilassung | Vorsicht |
|---|---|---|---|
| Chrysoperla carnea, Gemeine Florfliege | Vor allem Blattläuse; außerdem Schmierläuse, Thripse, Falter-Eier | 2–20 pro m², in befallene Bereiche, wöchentlich | Nur die Larve jagt. Erwachsene Tiere ernähren sich von Nektar und fliegen meist weg |
| Orius laevigatus, eine Raubwanze | Verschiedene Thripsarten | 0,5–10 pro m², ein- bis zweimal | Optimal über 20 °C; über 30 °C weniger wirksam |
| Hippodamia convergens, Konvergenter Marienkäfer | Blattläuse | Siehe 1.5 | Die meisten wandern sehr bald nach der Freilassung ab |
Laut Anbieterangaben frisst eine Larve von Chrysoperla carnea während ihrer Entwicklung im Schnitt 300 bis 400 Blattläuse. Die genaue Zahl hängt von Beute und Temperatur ab. Am besten wirkt sie bei 20–28 °C.
1.5 Marienkäfer: eine ehrliche Einschätzung
Das IPM-Programm der University of California (UC IPM) beschreibt die Lage nüchtern. Handelsübliche Marienkäfer der Art Hippodamia convergens sind Wildkäfer, die man mit tragbaren Saugmaschinen aus ihren Winteransammlungen einsammelt. Die meisten fliegen innerhalb von ein bis zwei Tagen weg, selbst wenn es reichlich Blattläuse gibt. Laut UC IPM neigen gekaufte Käfer von Natur aus dazu, sich zu zerstreuen.
Autoren der University of California zitieren eine Untersuchung zu diesen Käfern. Danach waren etwa 95 % innerhalb von 48 Stunden abgewandert. Jeder erwachsene Käfer frisst etwa 100 Blattläuse pro Tag, bevor er abwandert. Um Blattläuse an Rosen zu bekämpfen, brauchte man rund 1.500 Käfer pro Strauch, freigelassen alle ein bis zwei Wochen.
Setzen Sie Marienkäfer also nur ein, um Blattläuse einmalig rasch zu verringern, und lassen Sie sie abends frei. Erwarten Sie nicht, dass sie bleiben und eine Population aufbauen.
Cornell Cooperative Extension ist der Beratungsdienst der Cornell University im Bundesstaat New York (USA). Er gab 2022 zu einem Hanf-Feldtag ein Merkblatt heraus. Es behandelt die biologische Bekämpfung in Folientunneln (mit Folie bespannten Bogenhäusern), in denen Cannabis sativa wächst. Laut dem Merkblatt legt die räuberische Gallmücke Aphidoletes aphidimyza bis zu 70 Eier direkt in eine Blattlauskolonie. Es betont außerdem: Biologische Bekämpfung muss vorbeugend eingesetzt werden, also früh im Befall.
Was zu tun ist: Setzen Sie bei Blattläusen Florfliegenlarven oder Gallmücken ein, sobald geflügelte Blattläuse auf den Tafeln auftauchen. Warten Sie nicht, bis sich eine Kolonie gebildet hat.
2. Mikrobielle Präparate
| Organismus | Wie er tötet oder schützt | Muss der Schädling ihn fressen? |
|---|---|---|
| Beauveria bassiana | Sporen haften an der Außenhaut des Insekts (Kutikula), durchbrechen sie mit Enzymen und wachsen dann im Insekt | Nein, Kontakt genügt |
| Bacillus thuringiensis (Bt) | Seine Proteinkristalle lösen sich im alkalischen Darm der Larve auf. Die Enzyme des Insekts selbst aktivieren das Gift, das Löcher in die Darmwand schlägt | Ja, er muss gefressen werden |
| Trichoderma harzianum | Wächst auf Wurzeln und gibt Enzyme ab, die die Zellwände krankheitserregender Pilze auflösen; dann ernährt er sich von ihnen | Trifft nicht zu |
| Bacillus subtilis Stamm QST 713 | Wächst auf Wurzeln, greift Krankheitserreger direkt an und aktiviert die pflanzeneigene Abwehr | Trifft nicht zu |
2.1 Wie insektentötende Pilze wirken: Beauveria bassiana und Metarhizium
Insektentötende Pilze (entomopathogene Pilze) infizieren Schädlinge über die Haut. Eine Spore landet auf dem Insekt und haftet dort. Sie löst die Kutikula auf und wächst im Inneren weiter, bis das Insekt stirbt. Der Schädling muss den Pilz also nicht fressen. Deshalb erreicht er auch Schädlinge, die nicht am Blatt kauen, etwa Blattläuse, Thripse und Weiße Fliegen.
Ein Merkblatt der Cornell University zur biologischen Bekämpfung nennt die wichtigsten Fakten zu Beauveria bassiana:
- Er infiziert über 700 Insektenarten, darunter Blattläuse, Thripse und Weiße Fliegen.
- Er wirkt am besten bei 18–29 °C und hoher Luftfeuchtigkeit.
- Ultraviolettes Licht zerstört die Sporen. Schon nach 15 Minuten UV-B-Strahlung überlebten deutlich weniger Sporen. Bringen Sie ihn daher bei ausgeschaltetem Licht aus.
- Bis eine Wirkung sichtbar wird, dauert es 6 bis 14 Tage.
- Er kann Nützlingen und Honigbienen schaden.
Gehen Sie nicht davon aus, dass er Spinnmilben bekämpft. Prüfen Sie, ob Spinnmilben auf dem Etikett stehen.
Metarhizium ist eine zweite Gruppe insektentötender Pilze. Sie infiziert ebenfalls über die Haut.
Anmerkung der Übersetzung: Thailändische Räume mit 30–35 °C liegen über dem Optimalbereich von Beauveria. Die hohe Luftfeuchtigkeit der Regenzeit hilft dem Pilz. Ein dauerhaft nasses Kronendach fördert aber Blütenschimmel. Fragen Sie den Verkäufer vor dem Kauf nach der Registrierungsnummer des Produkts beim Department of Agriculture.
Was zu tun ist: Testen Sie das Mittel zuerst an einem einzigen Befallsherd. Markieren Sie die Pflanzen und zählen Sie die Schädlinge nach 7 und 14 Tagen. Erst dann behandeln Sie einen ganzen Raum.
2.2 Den richtigen Bacillus thuringiensis wählen
Bei Bt zählt die Unterart mehr als die Marke:
- Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki trägt die Gifte Cry1A und Cry2A und wirkt gegen Raupen.
- Subsp. aizawai bringt zusätzlich Cry1C mit. Sie gilt als giftiger für Spodoptera-Raupen (Heerwürmer).
- Andere Unterarten wirken gegen Zweiflügler (Diptera), zu denen auch die Trauermücken gehören.
Die Larve muss Bt fressen. Benetzen Sie also genau das Pflanzengewebe, an dem sie frisst. Das Fressen kann schon nach 30 Minuten aufhören, der Tod folgt meist nach ein bis drei Tagen. Das UV-Licht der Sonne baut die Proteine ab. Auf den Blättern hält die Wirkung daher nur kurz an.
Was zu tun ist: Bestimmen Sie zuerst die Raupe. Prüfen Sie, ob die Unterart auf dem Etikett zu ihr passt, und spritzen Sie abends.
2.3 Die Organismen der Wurzelzone
Trichoderma harzianum und Bacillus subtilis QST 713 wirken, indem sie Wurzeln und Oberflächen als Erste besiedeln. Krankheitserreger, die später kommen, finden den Platz schon besetzt. Diese Organismen schützen gesunde Wurzeln, heilen aber keine bestehende Infektion. Gegen Botrytis cinerea enttäuschen sie, sobald sich der Pilz festgesetzt hat. Das ist der Grauschimmel, der Blüten faulen lässt (siehe Botrytis (Grauschimmel)). Gegen Botrytis helfen vor allem Luftbewegung und die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit.
Keine der in Thailand gängigen Düngerlinien ist ein Pflanzenschutzmittel. Außerdem kann eine Nährlösung ein lebendes Impfmittel abtöten. Prüfen Sie daher, ob das Präparat Ihre Tankmischung übersteht, statt das einfach anzunehmen.
Was zu tun ist: Fragen Sie den Anbieter des Impfmittels, mit welchen Düngern und Zusätzen es gemischt werden darf. Bringen Sie es von den ersten Wochen an aus, bevor ein Wurzelproblem auftritt.
3. Begleitpflanzen: Was die Datenlage stützt
Begleitpflanzen sind andere Pflanzen, die man in der Nähe der Kultur anbaut, in der Hoffnung, dass sie die Kultur schützen. Das Thema wird in Mischkultur für Outdoor-Cannabis behandelt.
| Behauptung | Datenlage |
|---|---|
| Studentenblumen (Tagetes) halten fliegende Schädlinge von einer benachbarten Kultur fern | Schwach. Versuche mit mehreren Schädlingen aus der Gruppe der Fliegen und Schmetterlinge fanden keine abschreckende Wirkung. Verzeichnisse des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) halten fest, dass mehrere Schädlinge von Studentenblumen angelockt werden |
| Studentenblumen unterdrücken Wurzelgallennematoden (Bodenwürmer, die Wurzeln schädigen) | Real, aber an Bedingungen geknüpft. Studien führen die Wirkung auf natürliche Verbindungen namens Thiophene zurück, darunter Alpha-Terthienyl. Sie wirkt, wenn Studentenblumen als Zwischenfrucht angebaut und Wochen vor der Hauptkultur eingearbeitet werden. Als Pflanze im Nachbartopf wirken sie nicht |
| Basilikum und andere Kräuter vertreiben Milben und Thripse im Innenanbau | Nicht belegt. Im Labor verändern Pflanzendüfte das Verhalten von Insekten. Das ist aber nicht dasselbe, wie eine Nachbarpflanze zu schützen |
| Begleitpflanzen bieten Schädlingen zusätzlichen Lebensraum | Gut belegt, wird aber meist übersehen. Jede Begleitpflanze ist zusätzliches Wirtsgewebe, das niemand kontrolliert |
3.1 Die Variante, die funktioniert: Banker-Pflanzen
Die Methode, für die es veröffentlichte Belege gibt, vertreibt keine Schädlinge. Sie füttert Ihre Nützlinge. Eine Banker-Pflanze liefert Pollen oder andere Beute. So kann sich ein Räuber, der vieles frisst, schon ansiedeln, bevor der Schädling kommt. Eine Studie aus dem Jahr 2012 in der Fachzeitschrift Biological Control hat Zierpaprika als Banker-Pflanze getestet. Sie diente Amblyseius swirskii als Basis gegen mehrere Gewächshausschädlinge.
Anmerkung der Übersetzung: Studentenblumen (ดาวเรือง) wachsen in der ganzen Region problemlos. Haben Sie im Freiland Wurzelgallennematoden, bauen Sie Studentenblumen als Zwischenfrucht an. Arbeiten Sie sie einige Wochen vor der Pflanzung ein. Die Studie von 2012 verwendete Zierpaprika-Sorten. Einen Test gängiger thailändischer Chilisorten als Banker-Pflanze haben wir nicht gefunden. Kontrollieren Sie jede Banker-Pflanze bei der wöchentlichen Kontrolle genauso wie die Kultur.
Was zu tun ist: Testen Sie eine Banker-Pflanze in einem einzigen Raum. Zählen Sie A. swirskii auf den Blättern in ihrer Nähe. Vergleichen Sie das Ergebnis mit einem Raum ohne Banker-Pflanze.
4. Ein wöchentlicher Kontroll- und Behandlungsplan
Bei Raumtemperatur brauchen die meisten Schädlinge länger als eine Woche für eine Generation. Kontrollieren Sie wöchentlich, kann sich eine Schädlingspopulation zwischen zwei Kontrollen nicht zweimal verdoppeln.
| Wann | Kontrolle | Typische Maßnahme |
|---|---|---|
| Jede Woche, am selben Tag | Tafeln wechseln; Blattunterseiten an einer festen Gruppe von Pflanzen prüfen; Substrat prüfen | Zählungen eintragen, auch Nullwerte. Mit Nullzeilen erkennen Sie einen Anstieg leicht |
| Vegetative Phase, Woche 1–2 | Ausgangszählungen | Raubmilben ansiedeln, die vieles fressen; Wurzelmikroben mit der Düngung geben |
| Restliche vegetative Phase | Auf steigende Zahlen achten | Gezielte Nützlingsfreilassungen, wöchentlich wiederholt |
| Frühe Blüte | Letztes sicheres Zeitfenster für Blattspritzungen | Biologische Blattmittel bei ausgeschaltetem Licht; Gießbehandlung mit Nematoden |
| Mittlere bis späte Blüte | Kontrolle; befallene Teile von Hand entfernen | Keine Blattspritzungen. Dichte Blüten halten Rückstände und Feuchtigkeit fest |
| Nach jeder Behandlung | Nach 3 und 7 Tagen erneut prüfen | Wirkung des Mittels beurteilen und Ergebnis notieren |
Anmerkung der Übersetzung: In thailändischer Hitze entwickeln sich Spinnmilben schneller (siehe Teil 1). Kontrollieren Sie bekannte Befallsherde daher zweimal pro Woche. Die vollständige Zählung bleibt wöchentlich.
4.1 Spritzen bei ausgeschaltetem Licht – und der Preis dafür
Blattspritzungen bringt man normalerweise in der Dunkelphase aus. Ultraviolettes Licht baut Sporen von Beauveria bassiana, Bt-Proteine und Nematoden ab. Nasse Blätter unter starkem Licht können zudem durch die Spritzbrühe verbrennen (Phytotoxizität). Die Empfehlungen der University of Connecticut zu insektizider Seife (Kaliseife) raten, Folgendes zu meiden:
- heiße, sonnige Nachmittage;
- Pflanzen unter Hitzestress bei mehr als etwa 32 °C;
- weichen, jungen Neuaustrieb.
Das hat einen ernsten Preis. Bleibt das Kronendach in einem dunklen, kühlen Raum ohne Luftbewegung nass, fördert das Botrytis cinerea. Spritzen Sie daher früh in der Dunkelphase und lassen Sie die Ventilatoren laufen. Sorgen Sie dafür, dass das Kronendach trocken ist, bevor das Licht angeht.
Anmerkung der Übersetzung: Im Freiland und im Gewächshaus ist die „Dunkelphase“ die Nacht. In der thailändischen Heißzeit liegt die Temperatur im Gewächshaus nachmittags oft über 32 °C. Spritzen Sie dann am frühen Abend. In der Regenzeit können die Blätter bis zum Morgen nass bleiben. Spritzen Sie nur, wenn eine trockene Nacht vorhergesagt ist und Luft durch die Pflanzen ziehen kann.
4.2 Mittel nach Wirkmechanismus wechseln
Das Insecticide Resistance Action Committee (IRAC) ist ein internationales Komitee. Es teilt Insektizide und Akarizide (Mittel gegen Milben) in nummerierte Gruppen ein. Grundlage ist der Wirkmechanismus, also die Art, wie das Mittel den Schädling tötet. Mittel mit derselben Gruppennummer greifen im Schädling am selben Ziel an, auch wenn sie unter verschiedenen Markennamen verkauft werden.
Die zentrale Regel des IRAC lautet: Wechseln Sie ausschließlich nach Gruppennummer. Ziel ist, dass jede neue Schädlingsgeneration auf eine andere Gruppe trifft als die Generation davor.
So setzen Sie das um:
- Suchen Sie die IRAC-Gruppe auf dem Etikett. Der Code ist eine Zahl, manchmal mit einem Buchstaben. Fehlt er, schlagen Sie den Wirkstoff in der veröffentlichten IRAC-Klassifizierung nach.
- Ergänzen Sie Ihr Protokoll um eine Spalte „IRAC-Gruppe“.
- Wählen Sie für die nächste Schädlingsgeneration ein Mittel mit einer anderen Gruppennummer.
Zwei Marken mit derselben Gruppennummer setzen den Schädling unter denselben Druck. Ein Wechsel zwischen ihnen sieht zwar nach Rotation aus, bringt aber nichts. Spritzen Sie eine ganze Kultur lang jede Woche dasselbe Kontaktmittel, züchten Sie am schnellsten Resistenzen.
Insektizide Seife wirkt nur bei Kontakt. Ihre Fettsäuren schädigen die Zellmembranen des Schädlings. Ist der Spritzbelag getrocknet, bleibt nichts zurück. Solche Mittel fördern Resistenzen nicht so wie lang wirkende Chemikalien. Sie müssen aber alles vollständig benetzen und treffen auch Nützlinge.
5. Wenn Sie doch beim letzten Ausweg ankommen
Chemische Bekämpfung zu wählen ist eine Entscheidung, kein Versagen. Treffen Sie sie bewusst:
- Bestimmen Sie den Schädling bis zur Art, damit das Mittel zu ihm passt. Hilfe finden Sie in der Pflanzenkrankstation.
- Prüfen Sie vor dem Spritzen, was Ihre Lizenzkategorie erlaubt, nicht erst danach.
- Behandeln Sie den Befallsherd, nicht den ganzen Raum.
- Notieren Sie Mittel, Wirkstoff, Aufwandmenge und Datum, dazu, wer gespritzt hat, und die Wartezeit vor der Ernte. Die Wartezeit ist die Mindestzahl an Tagen zwischen der letzten Spritzung und der Ernte.
Anmerkung der Übersetzung: Verwenden Sie in Thailand nur Pflanzenschutzmittel, die beim Department of Agriculture (กรมวิชาการเกษตร) registriert sind. Setzen Sie sie genau so ein, wie es auf dem Etikett steht. Wird ein mikrobielles Präparat zur Schädlingsbekämpfung verkauft, fragen Sie den Verkäufer nach seiner Registrierungsnummer beim Department of Agriculture. Siehe Was Sie nach thailändischer GACP legal spritzen dürfen.
6. Rückstandsprüfung und die medizinische Lieferkette
Blüten für eine medizinische Lieferkette oder für den Export werden auf Pestizidrückstände geprüft (siehe Pestizidrückstände auf Cannabis). Das Regelwerk der Guten Agrar- und Sammelpraxis (GACP) verlangt zwei Dinge. Erstens müssen die Blüten die Rückstandshöchstgehalte im maßgeblichen Arzneibuch einhalten. Diese Grenzwerte geben an, wie viel von jedem Pestizid höchstens zurückbleiben darf. Das Arzneibuch ist das amtliche Werk mit den Qualitätsstandards für Arzneimittel. Zweitens muss sich jede Charge bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen lassen.
Werden Rückstände über dem Grenzwert gefunden, fällt die gesamte Charge durch. Das zeigt sich erst, wenn alle Anbaukosten schon ausgegeben sind. Ihre Kontrollprotokolle sind die Belege, die ein Auditor liest.
Anmerkung der Übersetzung: Fragen Sie Ihren Abnehmer oder Ihre Lizenzbehörde, welche Rückstandsgrenzwerte für Ihre Charge gelten. Zu Laboren in Thailand siehe Cannabisblüten vor dem Export prüfen, Teil 2.
Was zu tun ist: Prüfen Sie vor der Ernte, ob jedes Mittel, das bei der Charge eingesetzt wurde, mit seiner Wartezeit im Protokoll steht. Bewahren Sie diese Seite zusammen mit dem Prüfergebnis der Charge auf.
Ihre Erfahrungen
Schreiben Sie unter diesem Thema, was in Ihrem Raum tatsächlich funktioniert hat. Besonders nützlich sind Beiträge über Raubmilben unter heißen Bedingungen in Südostasien. Die veröffentlichten Bereiche für Phytoseiulus persimilis passen ganz offensichtlich nicht zu einem thailändischen Growraum im April. Schreiben Sie bitte dazu, welche Arten überlebt haben und mit welchen Freilassungsmengen Sie gearbeitet haben. Nennen Sie auch, was Sie geändert haben, damit die Tiere überleben. Ein gescheitertes Programm ist der wertvollere Beitrag.
Literatur
- Leitlinien des Integrated-Pest-Management-Programms der University of Connecticut (Biologie der Raubmilben, insektizide Seife).
- Material des Integrated-Pest-Management-Programms der University of California zum Konvergenten Marienkäfer.
- Cornell Cooperative Extension, Merkblatt zum Hanf-Feldtag 2022 über biologische Bekämpfung bei Cannabis sativa im Folientunnel.
- Cornell-Merkblatt zur biologischen Bekämpfung mit Beauveria bassiana.
- Xiao Y. et al. (2012). Ornamental pepper as a banker plant for Amblyseius swirskii, Fachzeitschrift Biological Control.
- Nematologische Literatur zu Thiophenen in Studentenblumen; Schädlingsverzeichnisse des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zu Studentenblumen.
- Insecticide Resistance Action Committee, Grundsatz der Rotation nach Wirkmechanismus.
- Europäische Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency), Leitlinie zur Guten Agrar- und Sammelpraxis für Ausgangsstoffe pflanzlichen Ursprungs.
- Freilassungsmengen kommerzieller Anbieter für biologische Bekämpfung.
Dieser Artikel ist Teil der Bildungsreihe der Asiannabis Community zum Schädlings- und Krankheitsmanagement. Die Inhalte dienen der Bildung in Rechtsordnungen, in denen der Anbau von Cannabis gesetzlich erlaubt ist.