Die lokalen Cannabis-Populationen in Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha verschwinden. Die meisten werden nicht ausgerottet. Sie gehen durch Kreuzung mit importierten Pflanzen verloren. Dieser Teil beschreibt, welche Merkmale diese Populationen haben sollen und wie sie verloren gehen. Außerdem zeigt er, was echte Erhaltung erfordert.
Eine Landrasse ist eine Pflanzenpopulation, die Bauern in einer bestimmten Gegend über viele Generationen halten und immer wieder aussäen. Ihre Pflanzen unterscheiden sich voneinander, und niemand hat formale Zuchtaufzeichnungen geführt. Sie ist eine Population, keine einzelne Sorte. Jede Aussage unten trägt eine von drei Kennzeichnungen. Belegt heißt: Die Aussage lässt sich auf eine Fachpublikation, ein Buch oder ein amtliches Dokument zurückführen. Häufig berichtet heißt: Grower wiederholen sie, aber es gibt keine Aufzeichnung aus erster Hand. Angabe einer Samenbank heißt: Sie stammt aus einer Samenbeschreibung und lässt sich nicht überprüfen.
In Vietnam, Laos und Kambodscha ist der Anbau von Cannabis eine Straftat, und in Thailand ist die Cannabisblüte streng reguliert. Dieser Artikel ist keine Anbauanleitung und nennt keine Verkäufer. Erhaltungsarbeit wird hier nur als Aufgabe von Institutionen und lizenzierten Betrieben behandelt, und nur dort, wo diese Arbeit legal ist.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1305
7. Merkmale, die südostasiatischen Sativa-Populationen zugeschrieben werden
Alles in diesem Abschnitt beschreibt, was diese Sativa-Populationen angeblich tun. Fast nichts davon wurde an dokumentierten Pflanzen in ihrer Herkunftsregion gemessen.
7.1 Blütezeit und Tageslänge
Viele Cannabispflanzen beginnen erst zu blühen, wenn der Tag kürzer als eine bestimmte Länge wird. Diese Länge nennt man die kritische Photoperiode der Pflanze. In Äquatornähe ändert sich die Tageslänge im Lauf des Jahres kaum. Eine Pflanze, die auf deutlich kurze Tage wartet, kann dort deshalb sehr lange warten.
Zhang und Kollegen haben dies 2021 in Frontiers in Plant Science belegt. Bei den untersuchten Hanf-Kultivaren (Sorten) lag die kritische Photoperiode zwischen etwa 13 Stunden 45 Minuten und mehr als 15 Stunden 30 Minuten. Einige Faser-Kultivare zeigten keine klare Grenze. Faser- und Körner-Kultivare aus südlicheren Regionen blühten später als solche aus dem Norden. Bei empfindlichen Typen verschob schon eine Änderung der Tageslänge um fünfzehn Minuten den Blühbeginn.
Für südostasiatische Populationen werden Blütezeiten von vierzehn bis zwanzig Wochen häufig berichtet. Diese Zahlen stammen von Growern und wurden nicht gemessen.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand ändert sich die Tageslänge im Jahresverlauf nur wenig. In Chiang Rai liegt sie zwischen etwa 10 Stunden 55 Minuten und 13 Stunden 20 Minuten, in Hat Yai zwischen etwa 11 Stunden 40 Minuten und 12 Stunden 30 Minuten. Bei empfindlichen Pflanzen können schon fünfzehn Minuten die Blüte verändern. Eine Sicherheitslampe oder Straßenlaterne in der Nähe eines lizenzierten Freiland- oder Gewächshausbestands kann den Tag der Pflanzen also verlängern. Eine Blütezeit von 14–20 Wochen bedeutet außerdem, dass die Blüte in einen großen Teil der Regenzeit fällt. Wie sich Pflanzen aus gemäßigten Breiten in Thailand verhalten, lesen Sie in Warum photoperiodische Pflanzen in Südthailand nach sechs Wochen blühen.
Was Sie tun können: Wenn Sie einen lizenzierten Versuch mit einem lang blühenden lokalen Typ durchführen, notieren Sie für jede Pflanze drei Daten: den Blühbeginn, die ersten sichtbaren Narbenfäden (Pistille) und die Ernte. So werden aus Schätzungen der Grower echte Messdaten.
7.2 Wuchsform, Stretch und Blütendichte
Diese Merkmale gelten als häufig berichtet und tauchen in voneinander unabhängigen Quellen auf:
- sehr starker Stretch nach dem Blühbeginn: Die Internodien (die Stängelabschnitte zwischen zwei Blattansätzen) werden sehr lang;
- ein hoher, offener Wuchs;
- lockere Blüten in langen, luftigen Ständen statt dichter Buds;
- schmale Fiederblättchen;
- späte und ungleichmäßige Reife: Verschiedene Teile derselben Pflanze sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten erntereif.
Was Sie tun können: Messen Sie in einem lizenzierten Versuch die Pflanzenhöhe zu Blühbeginn und noch einmal, wenn der Stretch endet. Prüfen Sie mit diesen Zahlen vor dem nächsten Durchgang, ob Ihr Raum oder Gewächshaus hoch genug ist.
7.3 Luftfeuchtigkeit und Schimmel
Im Monsun bleibt die Luftfeuchtigkeit monatelang hoch, während die Pflanzen blühen. Genau dann richtet Botrytis cinerea den größten Schaden an. Dieser Pilz verursacht Grauschimmel bzw. Blütenfäule.
Vor allem die Gruppe des Pflanzenpathologen Zamir Punja an der Simon Fraser University in Kanada hat Cannabis im Gewächshaus untersucht. Diese Forschung nennt zwei Hauptursachen: hohe Luftfeuchtigkeit und eine dichte Blütenstruktur. Eine lockere, luftige Blüte trocknet nach Regen schnell ab. Eine dichte Blüte hält das Wasser.
Dass regionale Populationen Schimmel besser vertragen, ist deshalb plausibel. Echte genetische Resistenz bei namentlich genannten Populationen ist jedoch nur häufig berichtet. Außerdem ist es ein anderes Merkmal, wenn eine Pflanze dem Schimmel nur durch ihre Blütenform entgeht („strukturelles Ausweichen“). Beim Ausweichen trocknet die Blüte einfach, bevor der Pilz wachsen kann. Bei Resistenz wehrt die Pflanze den Pilz selbst ab.
Anmerkung der Übersetzung: In einem vollen Raum mit schwacher Luftbewegung verliert auch eine luftige Pflanze diesen Vorteil. Unter den Bedingungen der thailändischen Regenzeit sind gute Luftzirkulation und genügend Pflanzabstand bei jedem Kultivar wichtig. Schimmel auf Blüten kann zudem Giftstoffe hinterlassen, siehe Mykotoxine auf Cannabisblüten. Wenn Sie ein Fungizid brauchen, verwenden Sie nur Produkte, die bei der thailändischen Landwirtschaftsbehörde (Department of Agriculture, กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und halten Sie sich an das Etikett.
Was Sie tun können: Kontrollieren Sie in einem lizenzierten Versuch nach jeder nassen Woche jede Pflanze auf Blütenfäule und notieren Sie das Ergebnis. Vergleichen Sie luftige und dichte Pflanzen aus derselben Samencharge. So sehen Sie, ob wenig Schimmel an der Blütenform liegt oder an etwas anderem.
7.4 Aromachemie
Das thailändische Blattprofil von Watanakul und Kollegen (2024) wurde von Ocimen, Limonen und Terpinolen dominiert, daneben war auch Caryophyllen vorhanden. Das unterscheidet sich von den Myrcen-dominierten Profilen, die für kommerzielle Kultivare typisch sind. Hintergrundwissen zu diesen Aromastoffen finden Sie in Terpene: Was sie bewirken und was übertrieben wird.
Es handelt sich jedoch um eine einzige Messung an Blättern eines einzigen thailändischen Typs. Sie ist kein Fingerabdruck für die ganze Region. Linalool, Pinen und Humulen tauchen in Beschreibungen regionaler Pflanzen auf, aber für sie gibt es keine veröffentlichte Messung.
Was Sie tun können: Wenn Sie ein Laborzertifikat für Material lesen, das als thailändisch verkauft wird, prüfen Sie, ob die Terpene an Blüten oder an Blättern gemessen wurden. Akzeptieren Sie ein einzelnes Aromaprofil nicht als Herkunftsnachweis.
7.5 Warum diese Pflanzen fern der Tropen Probleme haben
In nördlichen Breiten stoßen diese Pflanzen auf fünf Probleme:
- Lange Sommertage verzögern die Blüte oder verhindern sie ganz.
- Der Herbst kommt, bevor die Blüten reif sind. Frost und Regen treffen die Pflanzen mitten in der Blüte.
- Eine sechzehnwöchige Blütezeit passt nicht in eine kurze frostfreie Saison.
- Durch den Stretch werden die Pflanzen für die meisten Indoor-Räume zu hoch.
- Kühle, feuchte Nächte verlangsamen die Reife, und genau diese Bedingungen begünstigen Schimmel am stärksten.
Das heißt nicht, dass diese Pflanzen schwach sind. Sie sind an ein Jahr mit Tagen von etwa zwölf Stunden und an einen Monsun angepasst. Wenn eine solche Pflanze im Oktober in Polen nicht ausreift, verhält sie sich völlig normal.
Anmerkung der Übersetzung: Grower in Thailand haben dasselbe Problem in umgekehrter Richtung. Kultivare, die für gemäßigte Länder gezüchtet wurden, blühen in Thailand oft früh, und ihre dichten Buds sind der Feuchtigkeit der Regenzeit ausgesetzt. Keine der beiden Pflanzengruppen ist „schlecht“. Jede passt zu einem anderen Klima.
Was Sie tun können: Vergleichen Sie als lizenzierter Grower vor der Wahl eines Kultivars, wo er gezüchtet wurde und wo er wachsen soll. Dazu gehören Tageslänge, Luftfeuchtigkeit und Saison. Beginnen Sie dann mit einer kleinen Versuchscharge. Passt der Kultivar nicht, verlieren Sie nur ein paar Pflanzen statt einer ganzen Ernte.
8. Warum diese Genetik für die moderne Züchtung wichtig ist
| Mitgebrachtes Merkmal | Warum es anderswo selten ist | Wer es braucht |
|---|---|---|
| Verträgt fast gleichbleibende Zwölf-Stunden-Tage | Züchtung in gemäßigten Breiten musste nie darauf selektieren | lizenzierte Grower in den Tropen |
| Entgeht in der Regenzeit der Blütenfäule | Kultivare mit dichten Blüten wurden in Räumen mit Luftentfeuchtern gezüchtet | Gewächshaus- und Freilandkulturen in feuchtem Klima |
| Aroma mit Terpinolen und Ocimen im Vordergrund | Der kommerzielle Genpool hat sich auf Myrcen und Limonen verengt | Züchter, die etwas anderes als das Standardprofil wollen |
Cannabis ist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten wachsen an getrennten Pflanzen (siehe Cannabis-Geschlechtsbestimmung). Der Pollen wird vom Wind getragen. Eine Landrasse kreuzt sich deshalb mit jedem Cannabis, das in der Nähe blüht. Kein Zertifizierungssystem und kein Sortenregister schützt sie. Schon eine einzige Saison mit fremdem Pollen genügt, damit eine Population durchkreuzt ist.
Was Sie tun können: Wenn Sie lizenzierter Züchter sind und diese Merkmale nutzen wollen, suchen Sie zuerst Material mit schriftlichem Herkunftsnachweis (wie man das prüft, erklärt Teil 1). Selektion dauert Jahre. Prüfen Sie das Ausgangsmaterial deshalb, bevor Sie anfangen.
9. Genetische Erosion: Wie eine Landrasse verschwindet
Die meisten Landrassen gehen durch Verdünnung verloren, nicht durch Ausrottung. Importierte Kultivare kommen in ein Dorf. Sie blühen schnell und bilden dichte Buds. Viele stammen von OG Kush, Blue Dream, Girl Scout Cookies und Gorilla Glue ab. Ihr Pollen erreicht alle lokalen Pflanzen, die in der Nähe blühen.
Die Hybridpflanzen werden früher reif und bilden dichtere Blüten. Deshalb behalten die Grower deren Samen. Nach wenigen Zyklen ist die lokale Population ein Hybridschwarm: Fast jede Pflanze ist eine Mischung aus lokalen und importierten Eltern, in unterschiedlichen Anteilen. Die ursprüngliche Population existiert nicht mehr als eigene Gruppe.
Die zweite Ursache ist, dass niemand mehr Saatgut aufbewahrt. Der Anbau wird zur Straftat, und junge Menschen verlassen die Landwirtschaft. Gekauftes Saatgut ist billiger als eigenes. Mündlich weitergegebenes Wissen stirbt mit den Menschen, die es hatten.
2024 fanden Halpin-McCormick und Kollegen in modernen Kultivaren eine größere genetische Vielfalt als in den Landrassen-Proben, die ihnen zur Verfügung standen. Dieses Ergebnis sagt ebenso viel darüber aus, wie wenige Landrassen in Sammlungen liegen, wie über die Pflanzen selbst.
Welling und Kollegen erklärten 2016 in Frontiers in Plant Science, warum das so ist. Internationale Betäubungsmittelabkommen haben Sammlungen von genetischem Cannabis-Material eingeschränkt. Deshalb hat ostasiatisches Material zwar Priorität, ist aber kaum vertreten. Das Verbot (Prohibition) hat nicht nur den Anbau beendet, sondern auch das Sammeln und Lagern von Proben.
Anmerkung der Übersetzung: Seit 2022 haben sich importierte Kultivare in Thailand stark verbreitet. Ein lizenzierter Betrieb, der eine lokale Population hält, kann fremden Pollen von jeder blühenden Pflanze in Pollenreichweite bekommen. Dazu gehören Pflanzen auf Nachbarbetrieben und jede männliche Pflanze oder jeder Zwitter in den eigenen Beständen.
Was Sie tun können: Wenn Sie eine lokale Population mit Lizenz halten, listen Sie alle anderen Cannabisbestände auf, die in der Nähe blühen, auch Ihre eigenen. Halten Sie die lokalen Pflanzen in einer geschlossenen Anlage, oder planen Sie ihre Blüte zu einem anderen Zeitpunkt. So gelangt kein fremder Pollen in das Saatgut, das Sie gewinnen.
10. Was Erhaltung wirklich erfordert
Die Methode ist dieselbe wie bei jeder fremdbefruchtenden Kulturpflanze, also einer Kultur, deren Pflanzen durch Pollen anderer Pflanzen befruchtet werden. Sie ist in den Genebank Standards for Plant Genetic Resources der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) festgelegt. Eine Genbank ist eine Einrichtung, die Samen oder Pflanzenmaterial lagert, damit es später wieder angebaut werden kann.
Isolierte Saatgutvermehrung. Cannabis ist windbestäubt und zweihäusig. Wenn Sie eine Samencharge ohne Isolierung anbauen, um mehr Saatgut zu gewinnen, erzeugen Sie eine Kreuzung. Isolierung bedeutet Abstand, eine geschlossene Anlage oder Bestäubung von Zweigen in Beuteln.
Eine ausreichend große Population. Der Wert einer Landrasse liegt in der Vielfalt zwischen ihren Pflanzen. Wenn Sie neues Saatgut nur aus zwei oder drei Pflanzen gewinnen, entsteht eine Linie mit genetischem Engpass: Der größte Teil der Vielfalt geht verloren, und das Saatgut steht nicht mehr für die Ausgangspopulation. Die FAO-Standards verlangen eine Population, die groß genug ist, um ihre genetische Integrität zu bewahren. Für Cannabis nennen sie aber keine Zahl. Jede genaue Zahl, die als „offiziell“ zitiert wird, ist erfunden.
Herkunftsaufzeichnungen. Notieren Sie den Fundort (wenn möglich mit Koordinaten), die Höhenlage, das Datum und den Namen der sammelnden Person. Ergänzen Sie den lokalen Namen und die lokale Verwendung, die Zahl der Elternpflanzen und die Zahl der Generationen seit der Sammlung. Für das in Teil 1 beschriebene Material aus Đà Lạt gibt es keine dieser Aufzeichnungen.
Rechtlich ist diese Arbeit Sache von vier Gruppen:
- regionale Forschungsinstitute und Universitäten, die als Einzige Proben im Feld nehmen dürfen;
- lizenzierte Grower, dort, wo der Anbau legal ist;
- öffentliche Genbanken;
- Herbarien (Sammlungen gepresster, getrockneter Pflanzenbelege) mit rechtmäßig gesammelten Belegen.
Mitglieder der Community können mündliche Überlieferung und Fotos beitragen, aber nichts, was mit Saatgut zu tun hat. Der informelle Transport von Saatgut über Grenzen steht nicht auf dieser Liste. Er ist in den meisten Ländern der Region eine Straftat. Außerdem zerstört er die Provenienz, also den Nachweis, woher das Saatgut stammt.
Kurz gefasst: So schützen Sie eine Landrasse vor Einkreuzung
- Lassen Sie sie nur dort blühen, wo kein anderer Cannabis-Pollen sie erreichen kann.
- Gewinnen Sie jede neue Samengeneration aus vielen Elternpflanzen und notieren Sie, wie viele es waren.
- Schreiben Sie auf, woher sie stammt, wer sie gesammelt hat und wie viele Generationen sie seitdem angebaut wurde.
- Überlassen Sie die Arbeit mit den Pflanzen rechtlich befugten Institutionen und lizenzierten Betrieben. Alle anderen können Geschichte, Namen und Fotos festhalten.
Anmerkung der Übersetzung: In Thailand verstoßen Forschung, Export, Verkauf oder Verarbeitung einer kontrollierten Heilpflanze (สมุนไพรควบคุม) ohne Lizenz gegen § 46 des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin B.E. 2542 (Thai Traditional Medicine Protection Act). Nach § 78 drohen bis zu 1 Jahr Haft, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides. Ein lizenzierter Betrieb, der Arbeiten zur Saatguterhaltung plant, sollte zuerst klären, welche Lizenz das abdeckt, siehe Lizenzen und Compliance in Thailand. Hitze ist ein praktisches Problem für gelagertes Saatgut. Bei 30–35 °C Raumtemperatur oder in einem Kühlschrank, der bei einem Stromausfall ausfällt, kann Saatgut früher seine Keimfähigkeit verlieren. Was die Lebensdauer von Saatgut bestimmt, lesen Sie in Lagerung von Samen und Pollen.
Was Sie tun können: Wenn Sie eine Institution oder ein lizenzierter Betrieb sind, erstellen Sie Ihr Herkunftsformular, bevor Sie etwas aussäen. Verwenden Sie die oben genannten Angaben als Spalten. Für eine Samencharge ohne diese Aufzeichnungen lässt sich später nicht nachweisen, dass sie eine Landrasse ist.
10.1 Ethik und rechtliche Realität
- Die Gemeinschaft, aus der die Pflanzen stammen, besitzt sowohl das Wissen als auch das Material. Nach nationalem Recht und dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (einem Vertrag der Vereinten Nationen) muss der Nutzen mit dieser Gemeinschaft geteilt werden. Das ist keine freiwillige Leistung.
- Ein lokaler Name ist keine Marke. Wer einen Ortsnamen auf ein Produkt ohne Sammlungsnachweis schreibt, führt Käufer in die Irre. Das ist die größte Quelle falscher Informationen zu diesem Thema.
- Sammeln Sie von vielen Pflanzen und notieren Sie, wie viele es waren. Bitten Sie niemals jemanden, für Sie das Recht seines eigenen Landes zu brechen.
| Land | Anbau | Transport von Saatgut |
|---|---|---|
| Thailand | Blüte ist als kontrollierte Heilpflanze eingestuft; Verkauf seit Juni 2025 nur mit Rezept PT 33 | Lizenz- und Pflanzenimportvorschriften gelten |
| Laos | illegal; schwere Strafen nach Drogenrecht | Straftat |
| Vietnam | illegal | Straftat |
| Kambodscha | illegal; Durchsetzung schwankt | Straftat |
Geduldet heißt nicht legal. Ein Gesetz, das nicht durchgesetzt wird, ist trotzdem ein Gesetz, und die Prioritäten der Behörden können sich ohne Vorwarnung ändern. In dieser Region ist es ein Drogendelikt, Cannabis-Samen über eine Grenze zu bringen, egal mit welcher Absicht. Die Berufung darauf, eine Landrasse zu erhalten, schützt nicht vor Strafe.
Anmerkung der Übersetzung: Die aktuellen thailändischen Regeln zu Saatgut finden Sie in Cannabis-Samen in Thailand kaufen 2026.
Was Sie tun können: Prüfen Sie vor jedem Schritt mit Saatgut das Recht jedes Landes, durch das das Saatgut gelangen würde. Wenn auch nur eines davon es verbietet, transportieren Sie das Saatgut nicht.
Teilen Sie Ihr Wissen
Familien, die Cannabis für Fasern, zum Kochen oder für ein Hausmittel der Großmutter angebaut haben, besitzen Belege aus erster Hand. Nur sehr wenig davon ist aufgeschrieben. Das gilt für Familien in Isan, in den Bergen Nordthailands, in Lào Cai oder Lai Châu, im laotischen Hochland oder in einem Khmer-Dorf. Wenn das auf Ihre Familie zutrifft, schreiben Sie unter diesem Thema und nennen Sie:
- den lokalen Namen und seine Bedeutung;
- wofür die Pflanze verwendet wurde und welcher Teil;
- wie hoch sie wuchs und wie lange sie bis zur Reife brauchte;
- wer das Saatgut aufbewahrt hat.
Wenn Sie alte Fotos haben, posten Sie sie mit ungefährem Ort und Datum. Sie können auch Fotos von Pflanzen posten, die heute in Ihrer Nähe wachsen, aber nur Fotos: Sammeln oder transportieren Sie nichts. Korrekturen sind besonders willkommen. Wenn etwas in diesem Artikel falsch ist, antworten Sie und erklären Sie, woher Sie das wissen.
Literatur
- Zeven (1998). Übersicht über Definitionen von Landrassen. Euphytica.
- Camacho Villa und Kollegen (2005). Plant Genetic Resources.
- Zhang und Kollegen (2021). Kritische Photoperiode bei Cannabis. Frontiers in Plant Science.
- Pflanzenpathologische Arbeiten der Forschungsgruppe um Punja zu Gewächshaus-Cannabis, Simon Fraser University (im Originalartikel wird keine einzelne Publikation genannt).
- Watanakul und Kollegen (2024). Blatt-Terpenoide des thailändischen Typs ‘Hang Krarok’. Journal of Pharmacy.
- Halpin-McCormick und Kollegen (2024). Vergleich von neun Cannabis-Sammlungen. Genetic Resources and Crop Evolution.
- Welling und Kollegen (2016). Sammlungen genetischer Ressourcen von Cannabis. Frontiers in Plant Science.
- Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Genebank Standards for Plant Genetic Resources.
- Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity).
- Gesetz zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin B.E. 2542 (Thai Traditional Medicine Protection Act), §§ 46 und 78.
Dieser Artikel gehört zur Bildungsreihe der Asiannabis Community über Genetik und Erbe von Cannabis. Er dient ausschließlich der Bildung, und zwar dort, wo der Anbau von Cannabis gesetzlich erlaubt ist.