Anbieter von Systemen für Crop Steering (Wachstumssteuerung) nennen genaue Zielwerte. Ein Beispiel ist eine festgelegte Substrat-EC zusammen mit einem nächtlichen Dryback von 10 %. Veröffentlichte Studien an Cannabis stützen die Grundidee hinter Crop Steering. Keine dieser Studien bestätigt jedoch diese Zahlen. Nur ein einziger Firmenversuch hat den Dryback getestet. Größere Drybacks brachten dort in drei von vier Vergleichen keinen höheren Ertrag. Dieser Teil erklärt, warum sich diese Zahlen kaum unverändert auf Thailand übertragen lassen. Er erklärt auch, warum ein feuchter Raum in der Regenzeit womöglich kaum zurücktrocknet. Außerdem zeigt er, wie Sie den Dryback messen und Zielwerte aus Ihrem eigenen Bestand ableiten.
Die Begriffe in diesem Artikel:
- Crop Steering: Sie steuern, wie viel Wasser und Düngersalz im Substrat bleibt. So lenken Sie die Pflanze in Richtung Blattwachstum („vegetativ“) oder in Richtung Blüten und Harz („generativ“).
- Dryback: wie stark das Substrat zwischen der letzten Bewässerung eines Tages und der ersten Bewässerung am nächsten Tag austrocknet.
- VWC (volumetric water content, volumetrischer Wassergehalt): der Anteil des Substratvolumens, der aus Wasser besteht.
- Substrat-EC: wie viel gelöstes Düngersalz sich im Substrat befindet.
- Shots: die kleinen, abgemessenen Wassergaben, mit denen Crop Steering arbeitet.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1454
Was dieser Artikel nicht behauptet
Die Belege aus Teil 1 lassen sich leicht als „Crop Steering funktioniert nicht“ missverstehen. Das ist aber nicht die Aussage.
Substratsensoren sind nützlich. Es ist eindeutig besser, Wassergehalt und EC Ihres Substrats in Echtzeit zu kennen, als sie nicht zu kennen. Das Messen selbst stellt niemand infrage.
Die pflanzenwissenschaftliche Grundlage ist solide. Im Gartenbau ist gut belegt, dass Wasser- und Salzstress die Ressourcen der Pflanze in Richtung Fortpflanzung verschieben. Bei Cannabis fanden Caplan und Kollegen nach kontrollierter Trockenheit mehr Cannabinoide (Teil 1).
Die Anbieter lügen nicht. Sie können durchaus recht haben. Kommerzielle Grower, die diese Abläufe nutzen, berichten von guten Ergebnissen. Ein Unternehmen mit Sensoren in Tausenden von Anbauräumen verfügt über echte Daten.
Die eigentliche Aussage ist enger gefasst. Keine unabhängige Stelle hat die konkreten Zahlen bestätigt. Trotzdem werden sie als gesicherte Tatsache gelehrt und weitergegeben. Angenommen, Sie übernehmen eine viel zitierte Zahl und erzielen ein schlechtes Ergebnis. Dann können Sie nicht erkennen, ob die Zahl grundsätzlich falsch war oder nur für Ihren Kultivar (Ihre Sorte) bzw. nur für Ihr Substrat. Es gibt nämlich keine veröffentlichte Arbeit, mit der Sie sie abgleichen könnten.
Was Sie tun können: Wenn Sie eine zitierte Zahl übernehmen, notieren Sie im Protokoll daneben Kultivar, Substrat und Raumbedingungen. Fällt das Ergebnis schlecht aus, können Sie anhand dieser Angaben nach der Ursache suchen.
Warum in dieser Region Vorsicht geboten ist
Die Studien zeigen bereits, dass die Reaktion der Pflanzen von der Genetik abhängt:
- Im Allred-Versuch reagierten die beiden Kultivare unterschiedlich auf dieselbe EC-Behandlung.
- Im Versuch von Grodan/Royal Queen Seeds ergab sich unter regulärer Pflege des Kronendachs (Schnitt- und Pflegearbeiten) bei den beiden Sorten eine genau umgekehrte Rangfolge der Dryback-Einstellungen.
Die Schwellenwerte beim Crop Steering hängen daher wahrscheinlich vom Kultivar und vom Substrat ab. Das ist eine begründete Schlussfolgerung, kein Versuchsergebnis. Die Zahlen stammen überwiegend aus kommerziellen Anbauräumen in Nordamerika, die mit Steinwolle arbeiten. Von allen Ratschlägen zum Crop Steering ist gerade bei diesen Zahlen am wenigsten zu erwarten, dass sie sich unverändert auf Thailand und Südostasien übertragen lassen.
Anmerkung der Übersetzung: Die Zahlen der Anbieter stammen überwiegend aus dem Anbau in Steinwolle. Wenn Sie in Kokossubstrat, Erde oder einer Living-Soil-Mischung (lebendige Erde) anbauen, ist der Unterschied wahrscheinlich noch größer. Testen Sie jede Zahl getrennt für jeden Kultivar und jedes Substrat, das Sie verwenden.
Feuchte Räume in der Regenzeit: wenn das Substrat kaum zurücktrocknet
Dieser Abschnitt betrifft Räume ohne Klimasteuerung, Gewächshäuser und Netzhäuser in der Regenzeit. Für gut abgedichtete Innenräume gilt er nicht.
Warum die Luftfeuchtigkeit den Dryback bestimmt
Der Dryback ist die gesamte Wassermenge, die das Substrat zwischen zwei Bewässerungen verliert. Den größten Teil davon macht die Transpiration aus, also das Wasser, das die Pflanze über ihre Blätter abgibt. Hinzu kommen das Wasser, das nach dem letzten Shot abläuft, und die Verdunstung von der Substratoberfläche.
Die Transpiration hängt stark vom VPD (Dampfdruckdefizit) ab. Die Verdunstung hängt in geringerem Maß davon ab. Der VPD gibt an, wie viel Feuchtigkeit die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur noch aufnehmen kann. Ein niedriger VPD bedeutet feuchte Luft, die den Blättern wenig Wasser entzieht.
In der thailändischen Regenzeit kann der VPD in einem Raum oder Gewächshaus ohne aktive Entfeuchtung weit unter dem Wert liegen, der für blühendes Cannabis üblicherweise empfohlen wird. Die Pflanze transpiriert dann langsam. Deshalb trocknet auch das Substrat nur langsam zurück.
Ein Beispiel: Bei 30 °C und 90 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der VPD bei etwa 0,42 kPa (die Formel steht im Kasten weiter unten). Unter diesen Bedingungen ist ein hoher Zielwert für den nächtlichen Dryback womöglich nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Das ergibt sich aus der Pflanzenphysiologie, wurde aber noch in keinem Versuch gemessen. Die Ursache wäre dann keine falsche Bewässerungsstrategie. Die Pflanze setzt schlicht sehr wenig Wasser um.
Anders ist es in einem abgedichteten Innenraum mit Klimaanlage und einem ausreichend dimensionierten Entfeuchter. Dort lässt sich der VPD das ganze Jahr über nahe am Zielwert halten. In einem solchen Raum sollte sich der Dryback weitgehend so verhalten, wie es die Unterlagen der Anbieter annehmen.
Zwei Folgen für Räume ohne Klimasteuerung
Beide Punkte sind Schlussfolgerungen, keine Messergebnisse.
- Eine Steuerung kann zu lange mit dem Gießen warten. Eine Bewässerungssteuerung ist das Gerät, das Pumpen oder Ventile nach Zeitplan oder nach einem Sensorwert schaltet. Angenommen, sie soll einen Dryback erreichen, der unter diesen Bedingungen nicht erreichbar ist. Dann wartet sie womöglich länger mit der Bewässerung, als Sie beabsichtigt haben. Ob das passiert, hängt davon ab, wie ihre Logik programmiert ist. Prüfen Sie, was Ihre Steuerung tut, wenn ein Zielwert nicht erreicht wird.
- Der Dryback ist dann keine Größe mehr, die Sie direkt einstellen. Er hängt teilweise davon ab, wie gut Sie die Luftfeuchtigkeit regeln.
Einige Unterlagen der Anbieter behandeln den VPD zusammen mit der Bewässerung. Manche Grower können den VPD einen Teil des Jahres nicht in der Nähe der Zielwerte für gemäßigtes Klima halten. Für sie fanden sich jedoch keine Empfehlungen. Die meisten Beispiele gehen von einem Gewächshaus oder einem abgedichteten Raum mit geregeltem Klima aus.
Anmerkung der Übersetzung: Zwei Bedingungen in Thailand wirken sich auf Ihr Protokoll aus.
- Stromausfälle: Fallen Steuerung, Sensoren oder Entfeuchter nachts aus, spiegelt der Dryback dieser Nacht den Stromausfall wider und nicht Ihren Plan. Vermerken Sie jeden Ausfall im Protokoll. Prüfen Sie nach einem Ausfall, ob die Steuerung ihr Programm fortsetzt oder auf einen Standardzeitplan zurückfällt.
- Jahreszeitenwechsel: In den heißen, trockeneren Monaten steigt der VPD. Derselbe Raum kann in einer Jahreszeit schnell und in einer anderen langsam zurücktrocknen. Führen Sie für jede Jahreszeit getrennte Aufzeichnungen.
Was Sie tun können: Erfassen Sie eine Woche lang den nächtlichen VPD und den Dryback, ohne etwas zu verändern. Wenn sich der Dryback in feuchten Nächten kaum bewegt, bringen Sie zuerst die Luftfeuchtigkeit in den Griff. Wenn das nicht möglich ist, akzeptieren Sie in diesen Monaten einen kleineren Dryback.
Was Sie stattdessen tun können
Die folgenden Empfehlungen sind Ratschläge dieses Artikels, keine Versuchsergebnisse.
Messen Sie selbst und betrachten Sie die Zahlen als Ihre eigenen. Installieren Sie Sensoren, wenn Sie sie sich leisten können. Protokollieren Sie Substrat-EC, VWC und Dryback. Legen Sie dann anhand Ihres eigenen Bestands eigene Zielwerte fest, statt die Werte anderer zu übernehmen.
Protokollieren Sie den VPD immer neben dem Dryback. In diesem Klima hängen beide Werte zusammen. Ein Dryback-Wert ohne den zugehörigen VPD-Wert ist schwer zu deuten.
Ändern Sie immer nur eine Sache und testen Sie sie über mehrere Durchgänge. Behalten Sie dabei eine Vergleichsgruppe. Eine Gruppe von Pflanzen bleibt bei Ihrem bisherigen Ablauf. Bei der anderen Gruppe nehmen Sie die Änderung vor. Das dauert lange, aber nur so erfahren Sie, wie Ihr eigener Bestand tatsächlich reagiert.
Anmerkung der Übersetzung: Ein fairer Vergleich braucht Pflanzen mit derselben Genetik. Die sicherste Quelle sind Stecklinge (Klone) von einer Ihrer eigenen Mutterpflanzen. Stecklinge von einem anderen Betrieb können Schädlinge oder das Hop Latent Viroid (HLVd) einschleppen oder sich als falsche Sorte herausstellen. Jedes dieser Probleme kann den Vergleich unbrauchbar machen. Schädlinge und HLVd können sich außerdem in Ihren Räumen ausbreiten.
Gehen Sie von Ihrem bisherigen Ablauf aus. Es gibt keinen unabhängig bestätigten Ausgangsbereich, der sich empfehlen ließe. Protokollieren Sie Ihren aktuellen Bewässerungsablauf einen ganzen Durchgang lang als Vergleichsbasis. Ändern Sie dann von dort aus in kleinen Schritten.
Betrachten Sie „generatives“ und „vegetatives“ Steering als Ideen, die Sie an Ihrer Genetik testen, und nicht als feste Einstellungen.
Substratsensoren: was sie messen und wo sie hingehören
Ein VWC-Sensor zeigt in Prozent an, welcher Anteil des Substratvolumens aus Wasser besteht. Ein Substrat-EC-Wert gibt den Salzgehalt im Substrat an. Viele Geräte messen beides.
Ein Substrat-EC-Wert ist nicht dasselbe wie die EC in Ihrem Nährlösungstank. Die EC-Zielwerte der Anbieter für das Steering beziehen sich auf die Substrat-EC. Im Allred-Versuch wurde dagegen die EC der Nährlösung eingestellt. Vergleichen Sie also nur Werte derselben Art miteinander.
So platzieren Sie einen Sensor und lesen ihn ab:
- Setzen Sie ihn in einen Block oder Topf, der typisch für den Anbautisch ist, und nicht an den Rand des Tisches.
- Lassen Sie ihn den gesamten Durchgang über an derselben Stelle.
- Lesen Sie den täglichen Höchstwert erst ab, wenn kein Wasser mehr abläuft. Lesen Sie ihn jeden Tag zum gleichen Zeitpunkt ab.
Anmerkung der Übersetzung zur Ausrüstung in Thailand: Für diesen Artikel ließ sich nicht klären, ob die hier genannten Marken (AROYA, Growlink, TSRgrow und ähnliche) offizielle Vertriebspartner in Thailand haben. Auch die Preise vor Ort sind nicht bekannt. Fragen Sie den Verkäufer vor dem Kauf nach vier Punkten: Support vor Ort, Ersatzteile, Kalibrierung und ob die Datenaufzeichnung auch ohne stabile Internetverbindung funktioniert. Sie können auch im Forumsbereich „Ausrüstung und Zubehör“ nach den Erfahrungen anderer Grower fragen. Wenn Sensoren nicht erhältlich oder zu teuer sind, liefert Ihnen das unten beschriebene Wiegen der Töpfe den Großteil derselben Informationen.
Kasten: Dryback und Luftfeuchtigkeit messen
Mit einem Substratsensor (VWC):
- Dryback = höchster VWC-Wert nach dem letzten Shot des Tages − VWC-Wert unmittelbar vor dem ersten Shot am nächsten Tag.
- Beispiel: Ein Höchstwert von 60 % VWC und ein Morgenwert von 51 % VWC ergeben einen Dryback von 9 Prozentpunkten.
- Manche Steuerungen geben den Dryback stattdessen als Anteil am Höchstwert an (9 ÷ 60 = 15 %). Prüfen Sie, welche Methode Ihre Software verwendet, bevor Sie Ihre Werte mit denen anderer vergleichen.
- Lesen Sie den Höchstwert ab, sobald kein Wasser mehr abläuft, und zwar jeden Tag zum gleichen Zeitpunkt. Sonst lässt das ablaufende Wasser Ihren Wert größer erscheinen, als er ist.
- Setzen Sie den Sensor in einen typischen Block oder Topf, nicht an den Rand des Tisches, und lassen Sie ihn den ganzen Durchgang über dort.
Protokollieren Sie den VPD daneben:
- Erfassen Sie Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit (rF) auf Höhe des Kronendachs. Messen Sie im selben Abstand wie bei Ihren VWC-Messungen und nachts mindestens einmal pro Stunde.
- VPD (kPa) ≈ 0,6108 × e^(17,27 × T ÷ (T + 237,3)) × (1 − rF ÷ 100), mit T in °C und rF in %.
- Rechenbeispiel: Bei 30 °C und 90 % rF ergibt 0,6108 × e^(1,938) ≈ 4,24 kPa. Danach gilt 4,24 × (1 − 0,90) ≈ 0,42 kPa.
- Die Formel verwendet die Lufttemperatur. Mit der Blatttemperatur erhalten Sie ein genaueres Ergebnis, wenn Sie ein Infrarotthermometer haben.
- Notieren Sie jeden Tag den durchschnittlichen VPD der Nacht neben dem Dryback derselben Nacht.
Ohne Sensoren (die meisten Heim- und Klein-Grower):
- Töpfe wiegen. Markieren Sie einen Topf. Wiegen Sie ihn direkt nach der letzten Bewässerung, sobald kein Wasser mehr abläuft, auf einer günstigen Hänge- oder Plattformwaage. Wiegen Sie ihn am nächsten Morgen kurz vor der ersten Bewässerung erneut.
- Nächtlicher Verlust in % = (Abendgewicht − Morgengewicht) ÷ (Abendgewicht − Trockengewicht des Topfes) × 100.
- Das Trockengewicht ist das Gewicht des Topfes mit trockenem Substrat ohne Wasser. Wiegen Sie ihn einmal, bevor Sie ihn zum ersten Mal gießen.
- Rechenbeispiel mit ausgedachten Werten: abends 10,0 kg, morgens 9,2 kg, Trockengewicht 4,0 kg. Der Verlust beträgt 0,8 ÷ 6,0 × 100 ≈ 13 %.
- Die Pflanze wird beim Wachsen schwerer. Achten Sie deshalb auf den Verlauf über mehrere Tage und nicht auf einen einzelnen Wert.
- Mit dem Gewicht den Gießzeitpunkt bestimmen: Nach einigen Wochen zeigt Ihr Protokoll, wie viel Wasser der Topf pro Nacht bei einem bestimmten VPD verliert. Sie können dann gießen, sobald der Topf ein Gewicht erreicht, das sich für Ihre Pflanzen bewährt hat. So müssen Sie nicht nach der Uhr oder nach einer Zahl aus dem Internet gießen.
- Drain-EC. Messen Sie jeden Tag die EC Ihrer Nährlösung und die EC des Wassers, das unten abläuft (Drain). Steigt die Drain-EC immer weiter über die EC der Nährlösung, reichern sich Salze in der Wurzelzone an. Bleibt die Drain-EC nahe an der EC der Nährlösung, ist das nicht der Fall.
- Notizbuch. Notieren Sie jeden Tag das Datum, die EC der Nährlösung, die Drain-EC sowie Abend- und Morgengewicht. Notieren Sie außerdem Tiefst- und Höchstwerte von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ein einziger protokollierter Durchgang ist mehr wert als jede Zahl, die im Internet kursiert.
Seien Sie skeptisch gegenüber jeder Zahl, hinter der kein Versuch steht. Das gilt auch für die Zahlen in diesem Artikel. Die Quellen für die obigen Werte finden Sie im Literaturverzeichnis. Wo dieser Artikel eigene Schlüsse zieht, statt Ergebnisse wiederzugeben, weist er ausdrücklich darauf hin.
Was Sie tun können: Wählen Sie diese Woche einen Topf oder eine Sensorposition aus. Erfassen Sie ab dann jeden Tag bis zur Ernte den Dryback und den nächtlichen VPD nebeneinander.
Was die Frage klären würde
Es ist genau bekannt, welche Belege fehlen, und irgendwann wird sie jemand liefern. Gebraucht wird ein begutachteter (peer-reviewed) faktorieller Versuch an Cannabis, der Substrat-EC und Dryback in Kombination prüft und den Test mit mehreren Kultivaren wiederholt. Er müsste den Dryback in Zahlen angeben und die Ergebnisse zu Cannabinoiden und Terpenen als gemessene Mengen ausweisen. Außerdem müsste er genügend Pflanzen umfassen. Ein solcher Versuch wurde nicht gefunden. Solange es ihn nicht gibt, stützt sich Crop Steering auf eine schlüssige Begründung, aber auf ungeprüfte Zahlen.
Für diese Region ist eine engere Frage wichtiger, und sie ist leichter zu beantworten. Viele Räume und Gewächshäuser haben keine Entfeuchtung. Funktioniert Steering über den Dryback dort beim VPD der Monsunzeit überhaupt? Oder lässt sich die Methode einen Teil des Jahres einfach nicht nutzen?
Teilen Sie Ihre Daten unter diesem Thema. Wenn Sie in Thailand Substratsensoren einsetzen, posten Sie den Dryback, den Sie in der Regenzeit tatsächlich erreichen. Geben Sie an, ob Sie einen nächtlichen Dryback von 10 % erreichen, wenn der VPD unter 0,5 kPa liegt. Geben Sie auch an, ob Ihr Raum abgedichtet ist und mit Klimaanlage und Entfeuchter arbeitet oder ob er offen ist. Auf diese Frage gibt es eine eindeutige Antwort, die offenbar noch niemand veröffentlicht hat. Von dieser Antwort hängt ab, ob Crop Steering hier ein halbes Jahr lang anwendbar ist. Ein einziger protokollierter Durchgang in der Regenzeit mit VWC und VPD nebeneinander würde die Frage beantworten.
Literatur
- Caplan D, Dixon M, Zheng Y (2019). Increasing inflorescence dry weight and cannabinoid content in medical cannabis using controlled drought stress. HortScience 54(5): 964–969. https://doi.org/10.21273/HORTSCI13510-18
- Allred J, Fatzinger B, Bugbee B (2025). Crop steering through osmotic stress can reduce height but reduced yield in medical Cannabis. Journal of Cannabis Research 7: 92. https://doi.org/10.1186/s42238-025-00351-2
- Saloner A, Bernstein N (2021). Nitrogen supply affects cannabinoid and terpenoid profile in medical cannabis (Cannabis sativa L.). Industrial Crops and Products 167: 113516.
- RQS Editorial Team (Royal Queen Seeds) (2026, 10. Juli). Plant Maintenance and Overnight Dryback: Effects on Cannabis Yield, THC and Terpenes (Firmenblog; Versuch durchgeführt von Grodan bei CRIC Labs, Québec, gemeinsam mit Royal Queen Seeds; nicht peer-reviewed). https://www.royalqueenseeds.com/blog-plant-maintenance-vs-overnight-dryback-effects-on-cannabis-yield-thc-and-terpenes-n1831
- Beispiele für Schulungsmaterial von Anbietern: AROYA, Mastering dry backs: The key to optimizing yields and plant quality, https://aroya.io/education-guides/drybacks-101; TSRgrow, Crop Steering with Irrigation: Dry Backs, Shots, EC, and more, https://blog.tsrgrow.com/crop-steering-with-irrigation-dry-backs-shots-ec-and-more
Dieser Artikel enthält technische Informationen zum Gartenbau für Leserinnen und Leser, die an ihrem Wohnort im Rahmen der Gesetze handeln. Jedes Land regelt den Cannabisanbau anders. In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Die Bekanntmachung wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin B.E. 2542 erlassen und ist seit dem 26. Juni 2025 in Kraft. Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept verkauft werden, das höchstens 30 Tage abdeckt. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Forschung, Export, Verkauf und Verarbeitung von Cannabisblüten erfordern eine Lizenz. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.