Lebendige Erde im Freiland: Tröpfchenbewässerung mit Schwerkraft, Entwässerung im Monsun und eine Checkliste nach Jahreszeiten (Teil 2 von 2)

Übersetzt und bearbeitet nach dem Material zum Freilandanbau aus True Living Organics von The Rev (Green Candy Press). Es ist nicht bestätigt, in welcher Auflage dieses Material zum ersten Mal erschien. Prüfen Sie daher die Ausgabe, die Sie besitzen.

Beete mit lebendiger Erde im Freiland brauchen vor allem eine zuverlässige Wasserversorgung und eine gute Entwässerung. Dieser Teil behandelt fünf Themen: die Bewässerung der Beete mit Schwerkraft-Tröpfchenbewässerung, die Anpassungen an ein Monsunklima, den Schutz vor Tieren, den Anbau in Töpfen im Freien und eine vollständige Checkliste nach Jahreszeiten.

Die Methoden stammen von The Rev, dem Autor von True Living Organics. Das Buch behandelt den Anbau von Cannabis in lebendiger Erde. Lebendige Erde ist Erde mit einer aktiven Population von Organismen, die organisches Material zersetzen und so die Pflanze ernähren. Das Buch wurde für das gemäßigte Klima im pazifischen Nordwesten der USA geschrieben. Zahlen mit dem Vermerk „(Zahl aus der Quelle)“ stammen aus dem Buch und wurden nicht unabhängig überprüft.

Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1404


1. Bewässerung: Tröpfchenbewässerung mit Schwerkraft

Bei einem Schwerkraftsystem steht ein Wassertank höher als die Beete. Das Gewicht des Wassers drückt es durch Rohre und dünne Schläuche zu kleinen Tropfern an jeder Pflanze. Die Quelle empfiehlt dieses System für den Freilandanbau und für größere Flächen:

  • Keine Pumpe und kaum oder gar kein verschwendetes Wasser. Das Wasser tropft nur dort, wo die Pflanzen stehen.
  • PVC-Rohre und Tropfschläuche sind die Grundausstattung. Zur Planung und Wartung in heißem Klima siehe Tröpfchenbewässerung in den Tropen.
  • Die Rohre können vergraben werden. Die Quelle vergrub sie, um sie zu verstecken. Auf einem legalen Betrieb hat das Vergraben einen anderen Nutzen: Es schützt die Schläuche vor Sonnenlicht (UV-Strahlung) und vor mechanischen Schäden.
  • Richten Sie Wasserquelle und Rohre ein, bevor Sie mit dem Anbau beginnen. Im Freiland begrenzt das Wasser den Ertrag.

Anmerkung der Übersetzung: Im ländlichen Thailand fällt der Strom häufig aus. Ein Schwerkraftsystem bewässert auch während eines Stromausfalls weiter, solange noch Wasser im Tank ist. Planen Sie die Tankgröße oder das Nachfüllen so, dass der längste Stromausfall abgedeckt ist, den Sie an diesem Standort erlebt haben.

Anmerkung der Übersetzung zum Druck: In der Praxis begrenzt der Druck das System. Ein Tank liefert nur etwa 0,1 bar Druck pro Meter Höhe über den Tropfern. Druckkompensierende Tropfer (PC-Tropfer) geben bei unterschiedlichem Druck die gleiche Menge ab. Viele davon arbeiten aber erst ab etwa 0,7–1 bar (10–14,5 psi) richtig. Dafür müsste der Tank 7–10 m hoch stehen, und das ist selten machbar.

Steht der Tank auf einem niedrigen Gestell, verwenden Sie Niederdruck-Tropfer oder nicht kompensierende Tropfer. Eine weitere Möglichkeit ist Tropfband, ein dünner, flacher Schlauch mit eingebauten Auslässen. Halten Sie die Leitungen kurz und verlegen Sie sie ohne Gefälle. Setzen Sie hinter den Tank einen Feinfilter, so fein, wie es der Hersteller der Tropfer vorschreibt. Rain Bird verlangt zum Beispiel für seine druckkompensierenden Tropfer 100 mesh (etwa 150 Mikrometer). Öffnen und spülen Sie die Leitungsenden regelmäßig. So entfernen Sie Sediment und Schleim, bevor sie die Tropfer verstopfen.

Bevor Sie Tropfer kaufen, messen Sie die Höhe vom niedrigsten Wasserstand im Tank bis hinunter zu den Beeten. Multiplizieren Sie die Meter mit 0,1, dann erhalten Sie den Druck in bar. Vergleichen Sie diesen Wert mit dem Mindestdruck im Datenblatt der Tropfer.

Eine feste Regel: Leiten Sie niemals Tee durch die Tropfanlage. Komposttee ist eine Flüssigkeit, für die Kompost in Wasser eingeweicht wird, oft unter Zufuhr von Luftblasen. Bringen Sie ihn von Hand aus oder bei größeren Pflanzungen mit einer Rückenspritze mit niedrigem Druck. Tee verstopft die Tropfer. Noch schlimmer: Das Innere einer Tropfleitung ist warm, dunkel und mit Nährstoffen belegt. Genau dort bildet sich ein Biofilm, eine schleimige Schicht aus Mikroben an der Innenwand des Schlauchs.

In großen Indoor-Gärten geht die Quelle genauso vor: Wasser läuft durch die Tropfleitung, Tee wird von Hand ausgebracht.

2. Anpassung der Methode an ein Monsunklima

Anmerkung der Übersetzung: Die Quelle wurde für ein gemäßigtes Klima geschrieben. In Thailand und Südostasien sind drei Anpassungen am wichtigsten, dazu kommen zwei kleinere Punkte.

Erst die Entwässerung, dann die Bewässerung. In weiten Teilen Thailands und Vietnams gibt es in der Regenzeit im Freiland zu viel Wasser, nicht zu wenig. Hochbeete sind unverzichtbar. Sie halten die Wurzelzone auch bei Starkregen aerob, also mit Luft versorgt, sodass die Wurzeln atmen können. Zum Vergleich: Eine Übersichtsarbeit von 1999 über den Anbau auf Hochbeeten im halbtrockenen Osten Indonesiens (Van Cooten und Borrell, Australian Journal of Experimental Agriculture, Feldarbeit in Westtimor) beschreibt dauerhafte Hochbeete mit 20 cm Höhe und 1,5 m Breite. Sie wurden angelegt, um Staunässe in der Regenzeit zu vermeiden.

Auf schwerem oder schlecht entwässerndem Boden bauen Sie höher. Lassen Sie dem Wasser immer einen Weg, etwa Furchen oder einen Graben, der von den Beeten wegführt. Heben Sie den Graben vor der Regenzeit aus, solange der Boden noch trocken und leicht zu bearbeiten ist.

Den Haufen in der Trockenzeit anlegen und bei Regen abdecken. Legen Sie den Top-down-Haufen in der Trockenzeit an. Das ist der in Teil 1 beschriebene Komposthaufen direkt auf dem künftigen Pflanzplatz. In weiten Teilen Thailands dauert die Trockenzeit ungefähr von November bis April. Decken Sie den Haufen in der Regenzeit bei Starkregen mit einer Plane, einer Mulchfolie oder einem einfachen Regendach ab. Das begrenzt die Auswaschung, bei der Regen gelöste Nährstoffe aus dem Haufen spült. Außerdem verhindert es, dass der Haufen vernässt und keine Luft mehr bekommt (anaerob wird). Wählen Sie für jeden Haufen, der Regen abbekommt, langsamer wirkende Düngemittel.

Kompostiergeschwindigkeit: den Haufen prüfen statt Tage zählen. Laut Quelle kompostiert es sich bei Hitze schneller. Für eine Charge in voller Sonne nennt sie etwa zwei Wochen (Zahl aus der Quelle). Das ist viel kürzer als übliche Kompostierzeiten. Beurteilen Sie den Haufen nach Temperatur, Geruch und Struktur. Stecken Sie ein Kompostthermometer mit langem Fühler in die Mitte des Haufens, um die Temperatur abzulesen.

Wenn Krankheitserreger abgetötet werden müssen, halten Sie sich an den Standard für die Heißkompostierung: mindestens 55 °C an mindestens 3 Tagen hintereinander. Bei offenen Mieten, die wiederholt umgesetzt werden, gilt eine längere Dauer.

Photoperiode. Die Photoperiode ist die tägliche Zahl der Licht- und Dunkelstunden. Sie zeigt einer photoperiodischen Cannabispflanze, wann sie blühen soll. In Äquatornähe unterscheidet sie sich stark von der Region der Quelle. Lesen Sie Outdoor-Cannabis in Südostasien, bevor Sie die Pflanztermine festlegen.

Schatten und Besprühen. Laut Quelle hilft bei großer Hitze ein feiner Sprühnebel auf den Pflanzen, sie zu kühlen. Das gilt für Pflanzen unter einem Dach oder einer Schattierung. Halten Sie den Nebel vom Stängel fern. Die Quelle berichtet von sichtbar besserem Wachstum. In dieser Region werden viele Kulturen in den heißesten Monaten unter Schattiernetzen angebaut. Für eine Freilandpflanzung lohnt es sich, das in Betracht zu ziehen.

Anmerkung der Übersetzung: Besprühen kühlt am besten bei trockener Luft. In der Regenzeit ist die Luft bereits feucht, daher kühlt das Besprühen weniger. Nasse Blätter und Blüten erhöhen außerdem das Risiko für Schimmel wie Botrytis (Blütenfäule). Sprühen Sie nur in den heißen, trockenen Stunden des Tages, damit die Pflanzen bis zum Abend trocken sind. Besprühen Sie keine Blüten.

3. Was bewusst weggelassen wurde

Die Quelle widmet der Geheimhaltung viel Platz: den Garten verstecken, niemandem davon erzählen und die Bewässerungsleitungen vergraben, damit niemand sie findet. Diese Ratschläge entstanden zu einer Zeit und an einem Ort, wo der Anbau im Freien illegal war und die Anbauer nicht entdeckt werden wollten.

Dieses Material wird hier nicht behandelt. Dieser Artikel richtet sich an Leserinnen und Leser, die legal anbauen. Das umfasst drei Fälle: den Anbau im Rahmen des thailändischen Melde- und Lizenzsystems für kontrollierte Kräuter, eine Produktion nach Guter Agrar- und Sammelpraxis (GACP), dem Qualitätsstandard für den Anbau, oder die Forschung. In diesen Fällen verstecken Sie die Kultur nicht. Sie dokumentieren sie und halten sie für Kontrollen offen.

Ein Teil dieses Materials gilt aber weiterhin: Tiere fernhalten. Die Quelle befasst sich mit Raupen und Hirschen. In dieser Region müssen Sie mit Raupen, Stängelbohrern, Nagetieren und auf dem Land auch mit Nutzvieh rechnen. Verwenden Sie Zäune und andere physische Barrieren. Die meisten Lizenzsysteme verlangen außerdem einen kontrollierten Zugang zur Anbaufläche. Ein Zaun erfüllt also beide Aufgaben.

Anmerkung der Übersetzung: Wenn Sie gegen Raupen spritzen müssen, verwenden Sie nur Mittel, die bei der Landwirtschaftsbehörde (Department of Agriculture, กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und halten Sie sich an das Etikett. Ein Programm für die Blütephase finden Sie unter Bekämpfung von Blütenraupen mit Bacillus thuringiensis.

4. Anbau in Töpfen im Freien

Die Quelle hält Töpfe für große Freilandpflanzungen für wenig sinnvoll. Wenn Sie doch Töpfe verwenden, bewässern Sie sie per Tropfsystem und bringen Sie Tees mit einer Rückenspritze aus.

Bei heißem, trockenem Wetter müssen Stofftöpfe im Freien viel größer sein als drinnen, weil sie schneller austrocknen. Grundlagen zu Stofftöpfen finden Sie unter Grow Bags für Cannabis. Bevor Sie die ganze Reihe bepflanzen, füllen und gießen Sie einen einzelnen Topf. Wiegen oder befühlen Sie ihn über einen heißen Tag hinweg. So wissen Sie, wie oft er Wasser braucht.

5. Checkliste nach Jahreszeiten

Erste Saison:

  1. Schichten Sie Kompostmaterial direkt auf die künftigen Pflanzplätze, oder bauen Sie Hochbeete und füllen Sie sie mit lebendiger Erde. Auf nassem Boden bauen Sie höher. Erledigen Sie das nach Möglichkeit in der Trockenzeit.
  2. Gießen Sie den Haufen und lassen Sie ihn 15 Tage in Ruhe (Zahl aus der Quelle). Prüfen Sie, dass er feucht bleibt und nicht sauer riecht.
  3. Danach setzen Sie einen aufgeschichteten Haufen alle 3–4 Tage um, mindestens aber einmal pro Woche (Zahlen aus der Quelle). Decken Sie ihn bei Starkregen ab.
  4. Richten Sie Wasserquelle, Filter und Schwerkraft-Tropfleitung vor dem Pflanzen ein. Prüfen Sie, ob die Tankhöhe genug Druck für Ihre Tropfer liefert.
  5. Rechen Sie unfertiges Material als Mulch an die Beetränder und pflanzen Sie dann.
  6. Optional können Sie beim Pflanzen die Kernfütterung nutzen. Dabei füllen Sie Löcher mit trockenen Düngemitteln, und zwar im künftigen Traufbereich. Das ist der Ring unter dem Rand des ausgewachsenen Kronendachs.

Bei der Ernte:
7. Graben Sie pro Beet ein oder zwei Probepflanzen aus und prüfen Sie die Wurzeln. Schneiden Sie die übrigen Pflanzen auf Bodenhöhe ab. Lassen Sie die Wurzeln nur im Boden, wenn die Kultur keine Wurzelkrankheiten, Nematoden, Wurzelläuse oder Milben hatte. Andernfalls ziehen Sie die Wurzeln heraus und vernichten sie abseits des Beets.
8. Wenn Ihre Lizenz oder Ihre GACP-Auflagen das Kompostieren vor Ort erlauben, häckseln Sie Stängel und gesunden Verschnitt und legen sie als Haufen für die nächste Saison auf die Oberfläche. Notieren Sie Datum, Material, Menge und Ort.
9. Geben Sie kompostierten oder behandelten Mist, Grünsand und weitere Düngemittel auf den Haufen.

Ab der zweiten Saison:
10. Kleinere Haufen reichen aus.
11. Die neuen Wurzeln folgen den Wurzelkanälen des Vorjahres.
12. Stellen Sie bei der Planung der Infrastruktur Wasserversorgung und Entwässerung an die erste Stelle. Zwischen zwei Cannabiskulturen können Sie eine Brache, eine Bodensolarisation oder eine Zwischenfrucht einplanen.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Antworten unten. Über lebendige Erde im Freiland während einer ganzen Regenzeit fehlen noch Informationen. Die größte Lücke ist die Frage, wie viel der Regen aus einem Top-down-Haufen auswäscht. Wenn Sie Beete schon durch einen Monsun gebracht haben, berichten Sie bitte: Wie hat sich der Haufen auf der Oberfläche gehalten? Haben Sie ihn abgedeckt? Wie hoch waren die Beete, und was haben Sie für die Entwässerung getan? Fragen zu Ihrem eigenen Standort sind unten ebenfalls willkommen.

Weiterführende Lektüre: Lebendige Erde recyceln, die Mischung, mit der die Beete gefüllt werden. Teil 1 dieses Artikels behandelt die Vorbereitung der Beete, die Tropfleitung, den Top-down-Haufen und das Belassen der Wurzeln im Boden.


Dieser Artikel bietet technische Informationen zum Gartenbau für Leserinnen und Leser, die an ihrem Ort legal anbauen. Der Anbau im Freien wird getrennt vom Anbau in Innenräumen geregelt, oft strenger. Die meisten Lizenzsysteme verlangen eine Sicherung des Geländes und eine Zugangskontrolle. In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit betreffend kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Forschung, Export, Verkauf und Verarbeitung von Blüten erfordern eine Lizenz. Blüten, die verkauft oder exportiert werden, müssen aus einer Quelle stammen, die von der Behörde für traditionelle thailändische und alternative Medizin (Department of Thai Traditional and Alternative Medicine) nach guter Anbau- und Erntepraxis (GACP) zertifiziert ist. Das Cannabis-Kontrollgesetz ist noch ein Entwurf: Das Kabinett hat es am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet. Prüfen Sie vor dem Anbau die an Ihrem Ort geltenden Gesetze. Nichts in diesem Artikel ist eine Rechtsberatung.