Cannabis im Glas nachreifen lassen (Curing): Lüften, Feuchtigkeitspacks, Trockenräume für Thailands Klima und das Protokoll Tag für Tag (Teil 2 von 2)

Ihre Blüten sind langsam getrocknet und bestehen den Stängel-Knick-Test. Dann schließt das Nachreifen (Curing) in luftdicht verschlossenen Gläsern die Arbeit ab. Dieser Teil erklärt, was im Glas passiert und wie oft Sie es öffnen sollten. Er zeigt auch, was Feuchtigkeitspacks leisten können und was nicht. Außerdem geht es darum, was Thailands Klima von einem Trockenraum verlangt. Am Ende steht ein Protokoll Tag für Tag, von der Ernte bis zur Lagerung.

Dieser Teil verwendet zwei Begriffe aus Teil 1. Die Wasseraktivität (aw) zeigt, wie viel Wasser in der Blüte frei verfügbar ist und Schimmel ernähren kann. Sie ist eine Zahl von 0 bis 1. Der Industriestandard ASTM D8197-22 legt für getrocknete Blüten einen Zielwert von aw 0,55–0,65 fest. Der Stängel-Knick-Test prüft, ob die Trocknung abgeschlossen ist. Biegen Sie einen kleinen Stängel. Bricht er sauber, statt sich nur zu biegen, ist die Blüte bereit für die Gläser.

Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1363

Was im Glas passiert

Blüten sind bereit für die Gläser, sobald sie aw 0,55–0,65 erreichen und den Stängel-Knick-Test bestehen. In Grower-Communities wird das Curing oft als etwas Geheimnisvolles beschrieben. Tatsächlich ist die Chemie dahinter gut erforscht.

Enzyme arbeiten weiter. Enzyme bleiben aktiv, auch wenn ein Teil des Wassers verdunstet ist. Die Enzyme, die Chlorophyll abbauen, arbeiten weiter. Auch Enzyme aus der lebenden Pflanze bauen die restlichen Zucker langsam weiter ab.

Langsame Bräunungsreaktionen. Gut nachgereifte Blüten verdanken ihr tiefes Aroma zum Teil Reaktionen zwischen Aminosäuren und Zuckern bei niedriger Temperatur. Diese Reaktionen sind mit der Maillard-Reaktion verwandt. Das ist die Bräunung, die geröstetem Brot oder gegrilltem Fleisch Farbe und Geruch gibt. Die vollständige Maillard-Reaktion braucht meist höhere Temperaturen. Im Glas laufen stattdessen verwandte, aber langsamere Reaktionen ab (Kondensations- und Oxidationschemie).

Terpene verteilen sich und werden stabil. Während des Curings wandern die Aromastoffe durch die Blüte und stabilisieren sich. Frisch getrocknete Blüten können scharf, grün oder flach riechen. Dass sie mit der Zeit ein runderes, volleres Aroma entwickeln, liegt vor allem an diesem Vorgang.

Sauerstoff hilft, zu viel davon schadet. Wenn Sie das Glas öffnen („Burping“, also Lüften), entweicht Kohlendioxid, das Mikroben gebildet haben. Gleichzeitig gelangt frischer Sauerstoff für die Enzyme hinein. Zu viel Sauerstoff beschleunigt jedoch die Oxidation der Cannabinoide. Das Gleichgewicht halten Sie, indem Sie das Glas immer nur kurz öffnen.

Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel nennt Glasgefäße als einzig akzeptablen Behälter für das Curing. Ausgenommen ist nur die Lagerung großer Mengen im kommerziellen Betrieb. Einen Grund dafür nennt der Artikel nicht. Wir haben keine veröffentlichte Studie gefunden, die Glas beim Curing mit lebensmittelechtem Kunststoff oder Metall vergleicht. Glas reagiert nicht mit der Blüte, und ein dichter Verschluss ist genauso wichtig wie das Material. Einen klaren praktischen Vorteil hat Glas: Sie sehen Kondenswasser oder Schimmel, ohne das Glas zu öffnen.

Was Sie tun sollten: Verwenden Sie luftdichte Gläser. Beschriften Sie jedes Glas mit dem Erntedatum und dem Datum, an dem Sie es befüllt haben. So können Sie dem Zeitplan unten folgen.

Zeitplan fürs Lüften (Burping)

Die Tage in dieser Tabelle zählen ab dem Tag, an dem Sie die Gläser verschließen.

Curing-Tage Wie oft Wie lange öffnen
1–7 2- bis 3-mal täglich Jeweils 10–15 Minuten
8–14 Einmal täglich 10 Minuten
15–21 Alle 2–3 Tage 5–10 Minuten
22–30 Einmal pro Woche 5 Minuten
Ab Tag 31 Einmal im Monat oder seltener 5 Minuten, dabei auf Fehlgerüche prüfen

Während des Curings sollte die Luft im Glas bei 58–62 % relativer Luftfeuchtigkeit (RH) bleiben.

Anmerkung der Übersetzung: Um die Luftfeuchtigkeit im Glas zu prüfen, legen Sie in ein Glas jeder Charge ein kleines digitales Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser). Lesen Sie den Wert ab, bevor Sie das Glas öffnen. Bei 58–62 % läuft das Curing nach Plan. Über 65 % ist die Blüte noch zu feucht (siehe „Kondenswasser“ unten). Unter 55 % ist die Blüte zu trocken. Lassen Sie das Glas dann geschlossen und überlegen Sie, ein Feuchtigkeitspack einzulegen. Diese Grenzwerte folgen der Faustregel aus Teil 1: Die RH im Glas geteilt durch 100 entspricht ungefähr der aw.

Anmerkung der Übersetzung: Öffnen Sie Ihre Gläser in Thailand im klimatisierten Raum, nicht im Freien und nicht in einer feuchten Küche. Gelangt Luft mit 80–90 % RH ins Glas, bringt das Lüften Wasser hinein, statt es zu entfernen.

Ammoniakgeruch beim Öffnen. Im Glas wachsen Bakterien, die ohne Sauerstoff leben. Die Blüte war beim Verschließen zu feucht. Breiten Sie die Blüten auf einer sauberen Fläche aus. Lassen Sie sie weiter trocknen, bevor Sie sie zurück in die Gläser geben.

Kondenswasser an der Innenseite des Deckels. Die Blüte kam mit einer Wasseraktivität von über 0,65 ins Glas. Öffnen Sie alle Gläser. Lassen Sie die Blüten weitere 24–48 Stunden bei 50–55 % RH trocknen. Verschließen Sie die Gläser danach wieder.

Was Sie tun sollten: Stellen Sie sich Handy-Erinnerungen fürs Lüften. Notieren Sie dabei jedes Mal den Wert des Hygrometers im Glas. An diesen Notizen sehen Sie, ob eine Charge austrocknet oder zu feucht bleibt.

Feuchtigkeitspacks: was sie können und was nicht

Boveda, Integra und ähnliche Produkte sind Zwei-Wege-Feuchtigkeitspacks. Liegt die RH im Glas über ihrem Sollwert, nehmen sie Feuchtigkeit auf. Liegt sie darunter, geben sie Feuchtigkeit ab. Für das Curing und die Lagerung von Cannabis sind Packs mit 58 % und 62 % am gebräuchlichsten.

Die Packs enthalten kalibrierte gesättigte Salzlösungen. Eine gesättigte Salzlösung hält einen konstanten Dampfdruck. Deshalb bleibt die RH der Luft darüber gleich. Diese Physik ist seit über hundert Jahren bekannt, die Technik ist also zuverlässig.

Ein Pack kann keine Blüten retten, die zu feucht ins Glas gekommen sind. Es hält die RH nur in einem engen Bereich. Große Wassermengen aus nassen Blüten kann es nicht entfernen. Trocknen Sie die Blüten also zuerst richtig. Danach hält das Pack sie bei der passenden Feuchtigkeit.

Anmerkung der Übersetzung: Mit einem Pack bleibt die Luftfeuchtigkeit im Glas stabiler. Das hilft, wenn Sie in einem feuchten Klima Gläser öffnen und schließen. Zum Kauf fragen Sie beim offiziellen Vertriebspartner in Thailand nach. Sie können auch nach den Erfahrungen anderer Grower in Ausrüstung und Zubehör fragen. Legen Sie zum Einstieg Packs in einige Gläser einer Charge. Vergleichen Sie dann die Hygrometerwerte dieser Gläser mit denen von Gläsern ohne Pack.

Trocknung im Klima Thailands

Anleitungen zur Trocknung für kühle Klimazonen passen nicht zu den Bedingungen in Thailand. In den meisten Landesteilen liegt die RH im Freien während der Regenzeit (Mai–Oktober) zwischen 65 % und 90 %. Die Temperaturen steigen das ganze Jahr über oft auf mehr als 32 °C.

Was das in der Praxis bedeutet:

Ein Luftentfeuchter ist Pflicht, kein Extra. In der Regenzeit kommen Blüten nicht unter aw 0,75, wenn sie in einem Raum ohne Klimasteuerung an der Luft trocknen. Das liegt deutlich über der Schimmelgrenze von 0,65. Sie brauchen mindestens einen eigens dafür eingerichteten Trockenraum. Darin steht wenigstens ein Luftentfeuchter in Gewerbequalität mit einem ordentlichen Abfluss für das gesammelte Wasser.

Die Klimaanlage steuert die Temperatur. Hält die Klimaanlage den Raum auf 15–21 °C, entzieht sie der Luft zugleich Feuchtigkeit. In Thailand verursacht das erhebliche laufende Kosten. Diese müssen in die Produktionskosten einfließen.

Das Risiko für Grauschimmel ist höher. Botrytis cinerea (Grauschimmel) gedeiht bei 17–23 °C und einer RH über 85 %. Kommen befallene Blüten in den Trockenraum, können sie den Grauschimmel in der ganzen Charge verbreiten. Das gilt auch dann, wenn sie an der Oberfläche trocken sind. Kontrollieren Sie die Blüten bei der Ernte und halten Sie verdächtiges Material vor der Trocknung getrennt.

Die Ausrüstung kostet mehr und amortisiert sich langsamer. Ein Trockenraum muss abgedichtet sein. Er braucht Luftentfeuchter, eine Anlage für Heizung, Belüftung und Klimatisierung (HLK-Anlage, HVAC) und eine Steuerung des Luftstroms. All das kostet in den Tropen mehr als in gemäßigten Klimazonen. Kommerzielle Produzenten in Thailand sollten dafür ein Budget einplanen. Gute Genetik gleicht fehlende Ausrüstung nicht aus.

Anmerkung der Übersetzung: Das Original richtet sich an kommerzielle Trockenräume. Im kleineren Maßstab gilt dieselbe Logik. Sie können zum Beispiel einen Schrank oder ein kleines Growzelt in einem klimatisierten Raum nutzen, dazu einen Luftentfeuchter für den Haushalt. Ergänzen Sie einen kleinen Ventilator, der von den Blüten weg zeigt, und Hygrometer an zwei Stellen. Wählen Sie die Größe der Charge so, dass Ihr Raum sie bei 45–55 % RH trocknen kann. Unter https://asiannabis.com/t/1444 vergleicht das Forum fünf thailändische Setups zur Trocknung bei 85–95 % Luftfeuchtigkeit im Freien und rechnet ihre Kosten durch.

Anmerkung der Übersetzung: Stromausfälle sind ein reales Risiko. Fallen Klimaanlage und Luftentfeuchter aus, nähert sich die Feuchtigkeit im Raum der Außenluft an. Ein Datenlogger zeigt Ihnen, wie lange die RH hoch blieb. Prüfen Sie nach einem Ausfall den Logger und kontrollieren Sie die Blüten in der Mitte der Gestelle. Geben Sie die Blüten nicht überstürzt in Gläser, um sie zu „schützen“. Zu feucht eingeglaste Blüten sind stärker gefährdet. Fällt bei Ihnen häufig der Strom aus, planen Sie eine Notstromversorgung für Luftentfeuchter und Klimaanlage ein.

Anmerkung der Übersetzung: Ihre tatsächlichen Trocknungskosten ermitteln Sie mit einem Energiemessgerät für die Steckdose. Schließen Sie Klimaanlage und Luftentfeuchter für eine Charge daran an. Teilen Sie die verbrauchten kWh durch das Trockengewicht der Charge. Das Ergebnis zeigt Ihnen, was die Trocknung pro Kilogramm kostet.

Was Sie tun sollten: Testen Sie Ihren leeren Trockenraum während der Regenzeit. So sehen Sie die ungünstigsten Bedingungen, die Ihre Ausrüstung bewältigen muss.

Ausrüstung für einen Trockenraum

Farmen mit genug Kapital erzeugen oft deutlich bessere Blüten als knapp finanzierte. Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied im Trockenraum. Im tropischen Klima stellen sich stabile Temperatur, genaue Luftfeuchtigkeit, ausreichender Luftstrom und völlige Dunkelheit nie von selbst ein.

Leistung des Luftentfeuchters

In der kommerziellen Trocknung gilt eine Faustregel: Bemessen Sie den Luftentfeuchter nach dem Frischgewicht (Nassgewicht) der Charge. Er sollte pro Tag mindestens 10 % dieses Gewichts entfernen können, gerechnet in Litern Wasser.

Beispiel: Eine Ernte mit 50 kg Nassgewicht ergibt etwa 12–15 kg getrocknete Blüten. In 7–10 Tagen verliert sie etwa 35–40 kg Wasser, also rund 4–5 Liter pro Tag. Da ständig feuchte Luft in den Raum gelangt, brauchen Sie zusätzliche Kapazität. Für diese Charge braucht es einen Luftentfeuchter mit einer Nennleistung von mindestens 6–8 Litern pro Tag.

Wählen Sie im feuchten Klima Thailands ein Gerät, das mindestens 50 % größer ist als für gemäßigte Klimazonen empfohlen. In sehr feuchter Luft arbeiten Luftentfeuchter stärker und schalten sich häufiger ein.

Anmerkung der Übersetzung: Für das 50-kg-Beispiel oben bedeuten 50 % mehr Kapazität ein Gerät mit einer Nennleistung von etwa 9–12 Litern pro Tag.

Klimaanlage

Die richtige Wahl ist eine eigene Split-Klimaanlage. Das Innengerät hängt im Raum, der Kompressor steht draußen. Ein mobiles Klimagerät ist die falsche Wahl, denn es bläst warme Luft zurück in den Raum, den es kühlen soll. Die kalte Kühlschlange im Innengerät (der Verdampfer) entzieht der Luft außerdem Feuchtigkeit. Damit ergänzt sie die Arbeit des Luftentfeuchters.

Sensoren mit Datenaufzeichnung

Hygrometer für Privatanwender messen auf ±5 % genau. Für eine professionelle Produktion reicht das nicht. Industrielle Datenlogger sind deutlich genauer. Prüfen Sie die angegebene Genauigkeit im Datenblatt. Stellen Sie die Logger so ein, dass sie alle 15 Minuten Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufzeichnen. So haben Sie für jede Charge Messdaten, die Sie später auswerten können. Diese Daten helfen bei der Qualitätskontrolle und beim Nachweis, dass Sie die Vorschriften einhalten.

Anmerkung der Übersetzung: Die Sensoren zeigen Ihnen, wo Ihr Raum zu feucht ist. Außerdem dokumentieren sie jede Charge. Ist Ihre Farm nach Guter Agrar- und Sammelpraxis (GACP) zertifiziert oder strebt sie das an, lesen Sie unter https://asiannabis.com/t/1317 nach, welche Rolle Trocknungsprotokolle dabei spielen. Zum Einstieg testen Sie den leeren Raum mit zwei oder drei Loggern: an der Tür, in der Mitte und in einer Ecke. Vergleichen Sie die Messwerte.

Gestelle und Platz zum Aufhängen

Lassen Sie an Hängestangen oder auf Trockennetzen aus Drahtgeflecht mindestens 15 cm Freiraum zwischen benachbarten Blüten oder Zweigen. Bei Überfüllung sinkt der Luftstrom, und die Luftfeuchtigkeit rund um die Blüten steigt. Die Trocknungszeit wächst dann stärker als die zusätzliche Menge. Ein um 30 % überladenes Gestell braucht unter Umständen 40–50 % mehr Trocknungszeit. Das Schimmelrisiko bleibt die ganze Zeit über erhöht.

Abgedichtete Räume

Teilt ein Trockenraum seine Luft mit dem Nebenraum, kann er seine eigenen Bedingungen nicht zuverlässig steuern. Luft dringt durch Spalten an Türen, gemeinsame Lüftungskanäle oder offene Fenster ein. Erst wenn der Raum abgedichtet ist, können Sie bei jeder Charge dieselben Bedingungen halten. Bringen Sie Bodendichtungen aus Gummi unten an der Tür an. Dichten Sie die Öffnungen rund um die Leuchten ab. Die Kanäle der HLK-Anlage dürfen ihre Luft nicht mit anderen Räumen teilen.

Was Sie tun sollten: Prüfen Sie vor Ihrer nächsten Ernte den Raum auf Spalten. Berechnen Sie, wie viel Platz Ihre Gestelle bei 15 cm Abstand bieten. Vergleichen Sie die Nennleistung Ihres Luftentfeuchters mit der Größe Ihrer Charge.

30 oder 60 Tage Curing?

Viele Grower sagen, dass 60 Tage Curing deutlich bessere Blüten ergeben als 30 Tage. Was in den ersten zwei Wochen des Curings geschieht, ist in veröffentlichten Studien gut beschrieben. Über die Chemie in den Wochen drei bis acht weiß man viel weniger.

Einiges ist wahrscheinlich:

  • Chlorophyll baut sich in den ersten Wochen langsam weiter ab.
  • Die langsamen Bräunungsreaktionen dauern vermutlich Wochen bis Monate, nicht nur Tage. Andere langsame Prozesse bei Lebensmitteln folgen einem ähnlichen Zeitrahmen, etwa die Herstellung von Wein oder gereiftem Käse.
  • In großen, dichten Blüten brauchen Terpene womöglich mehr als 30 Tage, um sich gleichmäßig zu verteilen und stabil zu werden.

Prüfen lässt sich das mit einer blinden sensorischen Bewertung. Dabei wissen die Tester nicht, welche Probe welche ist. Vergleichen Sie 30 Tage und 60 Tage Curing beim selben Kultivar (Sorte), der unter denselben Bedingungen angebaut wurde. Veröffentlichte Daten aus Blindtests unter kontrollierten Bedingungen gibt es kaum. Erfahrene Qualitätsprüfer aus dem kommerziellen Bereich berichten aber übereinstimmend, dass sie den Unterschied erkennen.

Bei kommerziellen Farmen bindet jede gelagerte Blüte Kapital. Deshalb gelten mindestens 30 Tage Curing als praktischer Standard. Kleine Produzenten können eine ganze Charge oft länger nachreifen lassen, ohne in Liquiditätsnot zu geraten. Für sie lohnen sich 60 Tage Curing wegen der besseren Qualität.

Was Sie tun sollten: Teilen Sie Ihre nächste Charge auf zwei Sätze Gläser auf. Öffnen Sie einen Satz an Tag 30 und den anderen an Tag 60. Vergleichen Sie beide blind. So erfahren Sie, ob sich der zusätzliche Monat für Ihren Kultivar lohnt.

Das vollständige Protokoll, Tag für Tag

Anmerkung der Übersetzung: Die Tabellen im Originalartikel zählen die Tage nicht ganz einheitlich. Die Tabelle unten zählt ab dem Erntetag (Tag 0). Sie geht davon aus, dass Sie die Blüten etwa an Tag 10 in die Gläser geben. Die Curing-Tage in Klammern entsprechen dem Zeitplan fürs Lüften oben. Glasen Sie früher oder später ein, richten Sie sich nach den Curing-Tagen.

Tag ab Ernte Phase Was Sie tun Bedingungen Was in der Blüte passiert
0 Ernte Schneiden. Nasstrimmen oder die ganze Pflanze aufhängen — —
0–1 Aufhängen Im Trockenraum aufhängen 20 °C, 50–52 % RH, dunkel —
1–3 Frühe Trocknung Täglich auf Schimmel prüfen Etwa 20 °C und 50 % RH (Bereich 18–20 °C, 47–52 %) Wasser verdunstet schnell von der Oberfläche. Der Abbau von Chlorophyll beginnt
4–10 Späte Trocknung Weiter auf Schimmel prüfen. Ab etwa Tag 7 täglich den Stängel-Knick-Test machen. Einglasen, sobald die Stängel brechen (meist Tag 7–10) Etwa 18 °C, 48–52 % RH Wasser wandert aus dem Inneren nach außen. Die Stängel werden steif. Das Terpenprofil beginnt sich zu stabilisieren
Etwa 10–17 (Curing-Tage 1–7) Frühes Curing 2- bis 3-mal täglich lüften, je 10–15 Min. Gläser bei etwa 20 °C, 58–62 % RH im Glas Die Enzyme beenden ihre Arbeit. Die langsamen Bräunungsreaktionen beginnen
Etwa 17–24 (Curing-Tage 8–14) Frühes Curing Einmal täglich lüften, 10 Min. Wie oben Wie oben
Etwa 24–31 (Curing-Tage 15–21) Mittleres Curing Alle 2–3 Tage lüften, 5–10 Min. Gläser bei 18–20 °C Die Terpene stabilisieren sich. Das Aroma wird komplexer
30 Mindest-Curing aw messen, falls Sie Zugang zu einem Labor haben aw 0,55–0,65 bestätigt Mindeststandard für Qualitätsblüten, für die meisten Zwecke ausreichend
Etwa 31–40 (Curing-Tage 22–30) Mittleres Curing Einmal pro Woche lüften, 5 Min. Gläser bei 18–20 °C Das Aroma entwickelt sich weiter
Etwa 40–60 (nach Curing-Tag 30) Verlängertes Curing Wöchentlich bis monatlich lüften, 5 Min., dabei auf Fehlgerüche prüfen Wie oben Kratzige Noten werden weiter abgerundet
60 Verlängertes Curing abgeschlossen Für Premium-Ware Wie oben Harzreiche Kultivare erreichen ihr bestes Aroma und ihren besten Geschmack
Ab Tag 60 (90+ Tage) Langzeitlagerung In die Lagerung überführen Dunkel, 15–18 °C, verschlossen Ein Curing von 90+ Tagen nützt manchen Blüten, die für die Herstellung von Haschisch gedacht sind. Die meisten Blüten gewinnen dadurch wenig

Was Sie tun sollten: Drucken Sie diese Tabelle aus und hängen Sie sie an die Tür des Trockenraums. Haken Sie bei jeder Charge jeden Schritt ab.

Fünf Regeln für jede Charge

  1. Langsam trocknen. Planen Sie bei den meisten Kultivaren und unter den meisten Bedingungen mindestens sieben Tage vom Schnitt bis ins Glas ein.
  2. Zielen Sie auf aw 0,55–0,65, nicht nur auf einen Prozentwert für den Feuchtigkeitsgehalt.
  3. Steuern Sie die Temperatur so sorgfältig wie die Luftfeuchtigkeit. Über 25 °C gehen bei der Trocknung messbar schneller Terpene verloren.
  4. In Gläsern nachreifen lassen. Andere Behälter akzeptiert der Originalartikel nur für die Lagerung großer Mengen im kommerziellen Betrieb.
  5. Planen Sie in Thailand einen Luftentfeuchter als Teil der Produktionskosten ein. Er ist kein optionales Extra.

Abkürzungen bei der Trocknung sind verlockend. Jeder Tag im Trockenraum verschiebt den Zeitpunkt, an dem Sie die Ernte verkaufen oder nutzen können. Der Abbau von Chlorophyll und die Entwicklung der Terpene finden aber nur in dieser Zeit statt. Was Sie bei der kontrollierten Trocknung an Zeit einsparen, können Sie später nicht nachholen. Jeder Schritt im Protokoll hat einen bestimmten chemischen Zweck. Eine Abkürzung in irgendeiner Phase führt zu Fehlern, die spätere Schritte nicht mehr beheben.

Lassen Sie Blüten in Thailand oder Südostasien nachreifen? Dann posten Sie Ihre Hygrometerwerte aus den Gläsern und Ihren Zeitplan fürs Lüften unter diesem Topic. Fragen zu einer bestimmten Charge sind dort ebenfalls willkommen.

Quellen

  • ASTM International. D8197-22, Standard Specification for Maintaining Acceptable Water Activity (aw) Range (0.55 to 0.65) for Dry Cannabis Flower Intended for Human/Animal Use.