Geschlecht der Cannabispflanze: Männchen, Weibchen und Zwitter unterscheiden, wie Geschlechtstests funktionieren und wie Sie Zwitter in thailändischen Anbauräumen verhindern

Eine Cannabispflanze ist in der Regel entweder männlich oder weiblich. Nur weibliche Pflanzen bilden die Buds (Blütenstände), die Anbauer ernten. Manche Pflanzen bilden sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Diese Pflanzen nennt man Zwitter.

Dieser Artikel behandelt vier Themen:

  • wie das Geschlecht einer Pflanze festgelegt wird
  • wie Sie das Geschlecht früh erkennen
  • was eine weibliche Pflanze dazu bringt, männliche Blüten zu bilden
  • wie Anbauer Männchen und Zwitter je nach Betriebsgröße aus dem Blüteraum fernhalten

Jeder Abschnitt endet mit einem Schritt, den Sie in Ihrem eigenen Anbau umsetzen können.

1. Männliche, weibliche und zwittrige Pflanzen

Botaniker bezeichnen Cannabis als „zweihäusig“. Das bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten normalerweise auf getrennten Pflanzen wachsen. Zwitter kommen häufig vor und können eine ganze Ernte ruinieren.

  • Weibliche Pflanzen bilden die Buds. Buds haben den höchsten Gehalt an Cannabinoiden. Cannabinoide sind die Wirkstoffe der Pflanze, etwa THC und CBD.
  • Männliche Pflanzen bilden statt Buds Pollensäcke. Eine einzige männliche Pflanze kann einen ganzen Anbauraum bestäuben. In einer Studie von 2021 hatten weibliche Blüten, die bestäubt wurden und Samen ansetzten, einen deutlich niedrigeren Cannabinoidgehalt. Bestäubte weibliche Blüten stecken ihre Energie in die Samenbildung, deshalb fallen die Buds schwächer aus.
  • Zwitter tragen weibliche und männliche Blüten an derselben Pflanze. Ihre männlichen Blüten können die Pflanze selbst und jede weibliche Pflanze in der Nähe bestäuben.

So gehen Sie vor: Kontrollieren Sie ab dem ersten Blütetag jede Pflanze auf Pollensäcke. Entfernen Sie jede Pflanze mit Pollensäcken, bevor die Säcke aufgehen. Ein geschlossener Sack gibt keinen Pollen ab, so bleibt der Rest des Raums frei von Samen.

2. Wie das Geschlecht einer Pflanze festgelegt wird

Geschlechtschromosomen: XX und XY

Cannabis hat dasselbe Muster an Geschlechtschromosomen wie der Mensch. Eine Pflanze mit zwei X-Chromosomen (XX) ist weiblich. Eine Pflanze mit einem X- und einem Y-Chromosom (XY) ist männlich.

2020 fanden Prentout und Kollegen auf dem X-Chromosom einen großen Bereich, der keine DNA mit dem Y-Chromosom austauscht. Fachleute nennen das einen „nicht rekombinierenden“ Bereich. Die Forschenden vermuten, dass Cannabis das älteste Geschlechtschromosomensystem haben könnte, das bisher bei einer Pflanze dokumentiert wurde. 2021 zeigte dieselbe Gruppe, dass Hopfen (Gattung Humulus), ein naher Verwandter von Cannabis, dasselbe Paar Geschlechtschromosomen besitzt.

Für Sie heißt das: Das Geschlecht eines Samens steht bereits fest, bevor Sie ihn pflanzen. Aus regulären Samen wachsen männliche und weibliche Pflanzen gemischt heran. Wenn Sie reguläre Samen pflanzen, säen Sie mehr Samen aus, als Sie Pflanzen brauchen. So ist Ihre Fläche auch nach dem Entfernen der Männchen noch voll belegt.

Die Monoecy1-Region

Manche Cannabissorten sind „einhäusig“ (monözisch). Bei diesen Sorten trägt eine Pflanze normalerweise männliche und weibliche Blüten. Toscani und Kollegen veröffentlichten 2026 eine Studie in der Fachzeitschrift New Phytologist. Eine frühere Vorabversion (Preprint) erschien 2025. Die Forschenden kartierten einen Bereich auf dem X-Chromosom und nannten ihn Monoecy1.

Er enthält drei Kandidatengene auf rund 60.000 DNA-Buchstaben (60 kb): CsREM16, lncREM16 und CsKAN4. Die Forschenden vermuten, dass Veränderungen in diesem Bereich XX-Pflanzen einhäusiger Sorten dazu bringen, männliche Blüten zu bilden. Experimentell belegt ist das noch nicht.

So gehen Sie vor: Betrachten Sie Monoecy1 vorerst als Forschungsthema, nicht als Werkzeug für Ihren Betrieb. Samen werden womöglich als „frei vom Mo1-Gen“ oder „kann nicht zwittern“ verkauft. Verlangen Sie vom Anbieter veröffentlichte Testdaten, bevor Sie solchen Angaben glauben.

Ethylen und der Rezeptor CsETR1

Ethylen ist ein Pflanzenhormon. Ist der Ethylenspiegel hoch, bildet eine Cannabispflanze weibliche Blüten. Die Pflanze nimmt Ethylen über Rezeptorproteine wahr; CsETR1 ist eines davon.

STS (Silberthiosulfat) blockiert die Signalübertragung durch Ethylen. Eine mit STS besprühte weibliche Pflanze reagiert nicht mehr auf ihr eigenes Ethylen und bildet deshalb männliche Blüten. Die Pflanze ist XX, also trägt jedes Pollenkorn, das sie bildet, ein X-Chromosom. Samen aus diesem Pollen sind XX und wachsen zu weiblichen Pflanzen heran. Man nennt sie feminisierte Samen.

Für Sie heißt das: Eine weibliche Pflanze lässt sich dazu bringen, Pollen zu bilden. Stress im Anbauraum kann eine ähnliche Wirkung haben. Lesen Sie Abschnitt 4 auch dann, wenn Sie nur feminisierte Samen anbauen.

3. Das Geschlecht einer Pflanze früh bestimmen

Methode Genauigkeit Frühestes Ergebnis Kosten Am besten geeignet für
Vorblüten mit bloßem Auge prüfen Einige Pflanzen werden falsch eingeschätzt Woche 4–6 der vegetativen Phase Kostenlos Kleine Anbauer
12/12-Beleuchtung ab dem Samen Besser als Vorblüten, weil sich echte Blüten bilden Tag 10–14 Kostenlos, aber Sie verlieren Ertrag Sortieren großer Samenmengen
PCR-Test (DNA) Über 98,5 % in einer großen Studie Tag 5–7 Kostenpflichtiger Labortest Kommerzielle Betriebe und Züchtung

Der PCR-Wert stammt aus einer Studie von 2022 mit mehr als 8.000 Blattproben. Für die beiden anderen Methoden haben wir keine veröffentlichten Genauigkeitswerte gefunden.

Vorblüten mit bloßem Auge prüfen. Vorblüten sind die ersten winzigen Blüten. Sie erscheinen an den Nodien (Knoten), also dort, wo ein Blattstiel am Hauptstamm ansetzt. Eine weibliche Vorblüte sieht aus wie ein kleiner Tropfen mit einem oder zwei weißen Härchen. Eine männliche Vorblüte sieht aus wie eine kleine runde Kugel an einem kurzen Stiel. Frühe Vorblüten sind klein, deshalb werden manche Pflanzen falsch eingeschätzt. Kontrollieren Sie auch dann weiter, wenn Sie die Pflanzen schon auf Blüte umgestellt haben.

12/12-Beleuchtung ab dem Samen. Geben Sie den Sämlingen von Anfang an täglich 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Sie zeigen ihr Geschlecht innerhalb von 10–14 Tagen. Dafür zahlen Sie mit Ertrag, weil die Pflanzen blühen, solange sie noch klein sind. Nutzen Sie diese Methode, wenn Sie viele Samen schnell sortieren müssen, etwa in einem Zuchtprojekt.

PCR-Test. PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist ein Laborverfahren. Es vervielfältigt ein kurzes DNA-Stück, bis genug davon für einen Nachweis vorhanden ist. Ein Geschlechtstest sucht nach DNA, die nur auf dem Y-Chromosom vorkommt. Eine kleine Blattprobe von einem 5–7 Tage alten Sämling genügt. Mit dem Test können Sie Männchen entfernen, bevor sie Platz, Licht, Wasser und Dünger verbrauchen.

Anmerkung der Übersetzung: Wir haben kein thailändisches Labor gefunden, das Geschlechtstests für Cannabis per PCR öffentlich anbietet, daher nennen wir keinen Preis in Baht. Wenn kein Labor in Ihrer Nähe diesen Test anbietet, können Sie stattdessen einen Klon-Test machen:

  1. Nehmen Sie von jedem Sämling einen Steckling.
  2. Geben Sie jedem Steckling dieselbe Nummer wie der Pflanze, von der er stammt.
  3. Stellen Sie die Stecklinge unter 12/12-Beleuchtung.

Jeder Steckling zeigt das Geschlecht der Pflanze, von der er stammt. Die Ausgangspflanze wächst währenddessen unter vegetativem Licht weiter und verliert keinen Ertrag.

Anmerkung der Übersetzung: Stecklinge von einer Mutterpflanze, die nachweislich weiblich ist, sind alle weiblich, Sie müssen ihr Geschlecht also nicht bestimmen. Stecklinge, die Sie von einem anderen Betrieb kaufen, bringen andere Risiken mit. Dazu gehören Schädlinge, das Hopfen-Latent-Viroid (HLVd) und Pflanzen, die nicht der Sorte auf dem Etikett entsprechen. Halten Sie gekaufte Stecklinge von Ihrem Hauptraum fern, bis Sie sie überprüft haben.

So gehen Sie vor: Geben Sie jedem Sämling eine Nummer, bevor Sie ihn testen. Notieren Sie zu jeder Nummer Methode, Datum und Ergebnis. Taucht ein Männchen auf, wissen Sie genau, welche Pflanze Sie entfernen müssen.

4. Zwitter: genetisch bedingt und durch Stress ausgelöst

Genetische Zwitter

Manche Pflanzen werden aufgrund ihrer Genetik zu Zwittern. Das passiert meist bei instabilen Zuchtlinien. Der Originalartikel macht dafür eine „Mo1-Mutation“ verantwortlich. Wie in Abschnitt 2 erklärt, ist die Rolle der Monoecy1-Region nicht bewiesen. Betrachten Sie sie als mögliche Ursache.

Manchmal bildet eine Pflanze männliche Blüten, obwohl Sie keinen Stress finden können. Manchmal tut dieselbe Sorte das in jedem Durchgang. In beiden Fällen behandeln Sie die Pflanze als genetischen Zwitter und entfernen sie sofort. Wenn Sie sie behalten, gibt sie das Merkmal über ihren Pollen und ihre Samen weiter.

Stressauslöser

Der Originalartikel nennt fünf Auslöser:

  • Lichtlecks während der Dunkelphase. Das ist die häufigste Ursache.
  • Temperaturen über 30 °C während der Blüte.
  • Kaliummangel (K).
  • Späte Ernte. Sie führt zu „Nanners“, kleinen bananenförmigen männlichen Blütenteilen, die spät in der Blüte zwischen den Buds erscheinen.
  • pH-Schwankungen von mehr als ±1,0.

Warum Stress männliche Blüten auslöst

Der Originalartikel erklärt das so: Stress senkt den Ethylenspiegel in der Pflanze. Daraufhin steigt Gibberellin, ein weiteres Pflanzenhormon. Diese Verschiebung der Hormone löst männliche Blüten aus. Studien stützen einen Teil davon: Wird Ethylen mit STS blockiert oder Gibberellin zugeführt, bilden weibliche Cannabispflanzen männliche Blüten. Eine Studie, die diese Hormonverschiebung an gestressten Cannabispflanzen gemessen hat, haben wir nicht gefunden. Der Originalartikel bezeichnet das außerdem als Überlebensmechanismus: Eine gestresste weibliche Pflanze kann so trotzdem aus eigener Kraft Samen bilden.

Anmerkung der Übersetzung: Die 30-°C-Schwelle ist in Thailand besonders wichtig, denn die Lufttemperatur erreicht hier tagsüber oft 30–35 °C. Im Freien und im Gewächshaus steigt die Temperatur an vielen Tagen über 30 °C. Ein klimatisierter Raum kann sich bei einem Stromausfall schnell aufheizen.

Anmerkung der Übersetzung: Stromausfälle verursachen noch ein zweites Problem. Eine mechanische Zeitschaltuhr bleibt während des Ausfalls stehen und geht danach nach. Dann kann das Licht mitten in der Dunkelphase angehen. Verwenden Sie eine digitale Zeitschaltuhr mit Pufferbatterie und prüfen Sie nach jedem Ausfall die eingestellte Uhrzeit. In Gewächshäusern und Gärten können außerdem Straßenlaternen, Sicherheitsbeleuchtung und die Lampen der Nachbarn die Dunkelphase unterbrechen.

So gehen Sie vor: Wenn Sie männliche Blüten an einer weiblichen Pflanze finden, suchen Sie zuerst nach dem Stressauslöser. Prüfen Sie die Zeitschaltuhr, die Temperaturaufzeichnung, die pH-Aufzeichnung und den Düngeplan dieser Woche. Beheben Sie die Ursache. Kontrollieren Sie danach diese Pflanze und ihre Nachbarn täglich. Bildet die Pflanze weiterhin männliche Blüten, entfernen Sie sie.

5. Feminisierte Samen herstellen: STS oder kolloidales Silber

Beide Methoden nutzen Silber, um eine weibliche Pflanze zur Pollenbildung zu bringen. Dieser Pollen befruchtet andere weibliche Blüten, und daraus entstehen feminisierte Samen. Kolloidales Silber ist eine Flüssigkeit mit sehr feinen Silberpartikeln.

STS Kolloidales Silber
Sprühen Insgesamt 2–3 Sprühgänge Einmal täglich über 14–21 Tage
Am besten geeignet für Professionelle Züchter Heimanbauer

Eine Übersichtsarbeit von 2024 bezeichnet STS als den wirksamsten Ethylenhemmer zur Herstellung feminisierter Samen. Sie weist auch darauf hin, dass bei den Nachkommen trotzdem männliche Blüten auftreten können. Für den genauen Anteil weiblicher Samen bei den beiden Methoden haben wir keine veröffentlichte Quelle gefunden.

Anmerkung der Übersetzung: STS wird aus Silbernitrat und Natriumthiosulfat angemischt. Fragen Sie vor dem Kauf von Silbernitrat den Lieferanten, ob Sie eine Genehmigung oder andere Dokumente brauchen. Beachten Sie diese Sicherheitsschritte:

  • Silbernitrat verfärbt die Haut und kann die Augen schädigen. Tragen Sie beim Anmischen und Sprühen Handschuhe und Augenschutz.
  • Verwenden Sie besprühte Pflanzen nur für Pollen und Samen. Verwenden Sie ihre Blüten nicht für den Konsum.
  • Gießen Sie übrig gebliebene Silberlösung nicht in Abflüsse, Teiche oder auf Felder.
  • Wenn Sie selbst hergestellte Samen verkaufen wollen, lesen Sie zuerst, was bei Samen in Thailand legal ist.

So gehen Sie vor: Lesen Sie die in Abschnitt 2 verlinkte Schritt-für-Schritt-Anleitung zu STS, bevor Sie irgendetwas anmischen. Probieren Sie die Methode zuerst an einer einzigen Pflanze aus. Notieren Sie das Datum jedes Sprühgangs, damit Sie wiederholen können, was funktioniert hat.

6. Pflanzengeschlecht je nach Betriebsgröße steuern

Größe Samentyp Geschlechtsbestimmung Worauf Sie achten sollten
Privat (1–10 Pflanzen) Feminisiert Vorblüten mit bloßem Auge prüfen In Blütewoche 1 jede Pflanze täglich kontrollieren
Mittel (10–50 Pflanzen) Feminisiert und regulär PCR plus Prüfung mit bloßem Auge PCR bei den regulären Samen einsetzen
Kommerziell (50+ Pflanzen) Feminisiert (mit STS hergestellt) PCR, laut Originalartikel Pflicht Nulltoleranz
Züchtung Regulär PCR plus Phänotypselektion Männchen mindestens 300 m entfernt halten

In einem mittleren Betrieb wird PCR bei regulären Samen eingesetzt, weil nur reguläre Samen Männchen hervorbringen. Feminisierte Pflanzen können mit bloßem Auge geprüft werden.

In einem kommerziellen Betrieb bedeutet „Nulltoleranz“: Eine Pflanze mit männlichen Blüten verlässt den Raum noch am selben Tag, an dem Sie sie finden. In einem großen Raum kann ein einziger Zwitter viele Pflanzen bestäuben, sodass sie Samen ansetzen. Der Originalartikel nennt PCR bei dieser Größe Pflicht. Das ist seine Empfehlung für die Betriebsführung.

Züchter brauchen Männchen, deshalb bauen sie reguläre Samen an. Sie wählen die Elternpflanzen per DNA-Test und nach dem Phänotyp aus, also danach, wie eine Pflanze aussieht und sich entwickelt. Der Originalartikel rät, Männchen mindestens 300 m entfernt zu halten, damit ihr Pollen keine Weibchen erreicht, die nicht bestäubt werden sollen. Betrachten Sie 300 m als absolutes Minimum. In einer Feldstudie von 2003 wurde Hanfpollen noch in 400 m Entfernung von der Quelle aufgefangen.

Anmerkung der Übersetzung: Beim Anbau im Freien in Thailand und Südostasien fliegt Pollen in beide Richtungen. Ihre Männchen können die Pflanzen eines Nachbarn bestäuben. Hanffelder oder die Männchen anderer Anbauer können Ihre Pflanzen bestäuben. Fragen Sie Anbauer in Ihrer Nähe, was sie anbauen und wann es blüht.

Checkliste gegen Zwitter

  1. Vor jedem Durchgang auf Lichtlecks prüfen. Schalten Sie das Licht aus und bleiben Sie im Raum, bis sich Ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Prüfen Sie dann Türen, Lüftungsöffnungen, Wandfugen und die Kontrollleuchten an Geräten. Decken Sie jedes Leck ab, damit die Dunkelphase völlig dunkel bleibt.
  2. Die Temperatur in der Blüte bei 20–26 °C halten, höchstens 28 °C. Bringen Sie auf Höhe des Kronendachs ein Min/Max-Thermometer oder einen Datenlogger an und lesen Sie ihn täglich ab. Ein Logger zeigt Hitzespitzen, die Sie sonst übersehen würden, etwa nachts nach einem Stromausfall. Siehe Klimasteuerung im Anbauraum.
  3. Den pH-Wert stabil halten: innerhalb von ±0,3 in Hydrokultur und ±0,5 in Erde. Messen Sie den pH-Wert jedes Mal, wenn Sie Nährlösung anmischen. Kalibrieren Sie Ihr pH-Messgerät nach einem festen Plan, damit Ihre Messwerte genau bleiben.
  4. Rechtzeitig ernten. Prüfen Sie in den letzten Blütewochen die Trichome mit einer Lupe und legen Sie das Erntedatum im Voraus fest. So verhindern Sie, dass sich durch eine späte Ernte Nanners bilden.
  5. Stabile Genetik wählen. Kaufen Sie bei Anbietern, die Grow-Berichte und das Alter ihres Bestands vorweisen können. Siehe wie Sie einen thailändischen Saatgutanbieter prüfen. Notieren Sie, welche Sorten in Ihren Durchgängen zu Zwittern wurden, und bauen Sie diese nicht mehr an.
  6. In den ersten 2 Blütewochen jede Pflanze täglich kontrollieren. Prüfen Sie die Nodien mit einer Lupe. Notieren Sie männliche Blüten neben der Nummer der Pflanze.

Anmerkung der Übersetzung: Um einen Raum bei thailändischer Hitze auf 20–26 °C zu halten, braucht es meist eine Klimaanlage, die für diesen Raum passend dimensioniert ist. Siehe Dimensionierung der Klimaanlage für einen thailändischen Blüteraum. Wer im Freien oder im Gewächshaus anbaut, kann diesen Bereich in der heißen Jahreszeit nicht halten. Für diese Anbauer sind zwei Schritte realistisch:

  • Wählen Sie Genetik, die unter Hitze getestet wurde. Siehe die Diskussion über hitzetolerante Genetik, deren Shortlist noch vorläufig ist.
  • Kontrollieren Sie die Pflanzen in den heißesten Monaten häufiger.

7. Neue Werkzeuge 2024–2026

Der Originalartikel nennt vier Entwicklungen. Zu jeder erklärt dieser Abschnitt, was Sie davon haben, wie sie zu Thailand und Südostasien passt und wo Sie anfangen können.

Gen-Editierung zur Entfernung von Mo1 (CRISPR). CRISPR ist ein Laborwerkzeug, das ein ausgewähltes Gen herausschneidet oder abschaltet. Ziel sind Sorten, die nicht zu Zwittern werden können. Die Rolle von Monoecy1 ist jedoch experimentell noch nicht belegt, deshalb bleibt das vorerst ein Forschungsziel. Wir haben keinen veröffentlichten Bericht über eine solche Veränderung bei Cannabis gefunden. Zu kaufen gibt es noch nichts. Arbeiten Sie weiter mit der Checkliste oben.

Epigenetische Tests auf Zwitterrisiko. Epigenetische Markierungen sind chemische Anhängsel an der DNA. Sie schalten Gene an oder aus, ohne den DNA-Code zu verändern. Diese Tests sollen vorhersagen, welche Pflanzen wahrscheinlich zu Zwittern werden, noch bevor sie blühen. Sie könnten riskante Mutterpflanzen aussortieren, bevor Sie in sie investieren. Wir konnten nicht bestätigen, dass ein solcher Test im Handel ist. Bis dahin sind Ihre eigenen Aufzeichnungen der beste Ersatz. Notieren Sie, welche Pflanzen zu Zwittern wurden und unter welchem Stress.

LAMP-Schnelltest vor Ort. LAMP (loop-mediated isothermal amplification, schleifenvermittelte isotherme Amplifikation) ist ein DNA-Test, der bei einer gleichbleibenden Temperatur abläuft. Er braucht einfachere Geräte als PCR. In einer Studie von 2022 lief ein LAMP-Test auf einen männlichen DNA-Marker in 30 Minuten bei 65 °C. Die Autoren bezeichneten ihn als vorläufigen Machbarkeitsnachweis, der noch eine Validierung braucht. Wir konnten nicht bestätigen, dass LAMP-Kits zur Geschlechtsbestimmung von Cannabis in Thailand verkauft werden. Wenn Sie ein Kit bekommen, testen Sie zuerst eine kleine Charge. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit Prüfungen mit bloßem Auge oder mit Laborergebnissen, bevor Sie sich darauf verlassen.

Software, die Vorblüten auf Fotos erkennt. Die Software wertet Fotos der Nodien aus. Wir haben keinen veröffentlichten Genauigkeitswert dafür gefunden, gehen Sie also davon aus, dass sie manche Pflanzen falsch einschätzt. Nutzen Sie sie nur als zweite Kontrolle und behalten Sie Ihre tägliche Sichtprüfung bei.

So gehen Sie vor: Wenn Sie eines dieser Werkzeuge ausprobieren, posten Sie Ihre Ergebnisse unter diesem Thema. Ergebnisse aus echten thailändischen Anbauräumen helfen anderen Anbauern bei der Entscheidung.

Rechtlicher Hinweis für Thailand

  • Dieser Artikel dient Bildungs- und Wissenschaftszwecken. Er fördert keinen Freizeitkonsum.
  • Die Cannabisblüte ist ein kontrolliertes Kraut gemäß der Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Die Bekanntmachung wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 erlassen und ist seit dem 26. Juni 2025 in Kraft.
  • Blüten dürfen nur auf ein PT-33-Rezept (ภ.ท. 33) und in einer Menge für höchstens 30 Tage verkauft werden. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.
  • PT 33 ist das Rezeptformular für die Abgabe von Cannabisblüten. Es ist keine Anbaugenehmigung.
  • Gewerblicher Verkauf, Verarbeitung und Export von Cannabisblüten erfordern eine Lizenz. Nach § 78 des Gesetzes von 1999 drohen bei Tätigkeiten ohne Lizenz bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides.
  • Zusätzlich gelten zwei Ministerialverordnungen von B.E. 2569:
    • Die Verordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte. Sie ist seit dem 26. April 2026 in Kraft und beschränkt Lizenzen für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC. Eine solche Lizenz können nur folgende Stellen erhalten: thailändische juristische Personen, die nach dem Gesetz über die Geschäftstätigkeit von Ausländern (Foreign Business Act) B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten, staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz.
    • Die Verordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2). Sie ist seit dem 30. April 2026 in Kraft und verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten.

Fragen und Diskussion

Haben Sie in Thailand das Geschlecht von Pflanzen bestimmt oder herausgefunden, warum eine Pflanze in Ihrem Raum zum Zwitter wurde? Posten Sie Ihre Ergebnisse und Fragen unter diesem Thema.

Quellen

  1. Prentout, D. et al. (2020). An efficient RNA-seq-based segregation analysis identifies the sex chromosomes of Cannabis sativa. Genome Research, 30(2), 164–172.
  2. Prentout, D. et al. (2021). Plant genera Cannabis and Humulus share the same pair of well-differentiated sex chromosomes. New Phytologist, 231(4), 1599–1611.
  3. Toscani, M. et al. (2026). Three closely linked X-chromosomal genes potentially control sex determination in Cannabis sativa. New Phytologist, 251(1). https://doi.org/10.1111/nph.71185
  4. Lipson Feder, C. et al. (2021). Fertilization following pollination predominantly decreases phytocannabinoids accumulation and alters the accumulation of terpenoids in Cannabis inflorescences. Frontiers in Plant Science, 12, 753847.
  5. Torres, A. et al. (2022). High-throughput methods to identify male Cannabis sativa using various genotyping methods. Journal of Cannabis Research, 4, 57.

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