Anmerkung der Übersetzung: In diesem Artikel bedeuten „Unkraut“ und „Unkräuter“ stets unerwünschte Nicht-Kulturpflanzen, die im Beet wachsen. Sie bedeuten nie Cannabis.
Ein Versuch aus dem Jahr 2025 in deutschen Folientunneln verglich die Unterflur-Tröpfchenbewässerung mit der oberirdischen Tröpfchenbewässerung an drei CBD-Genotypen. Die Unterflur-Tröpfchenbewässerung verbrauchte 18,6 % weniger Bewässerungswasser, brachte 5 % mehr Blütenstand hervor und steigerte die CBD-Konzentration um 9 %. Außerdem senkte sie die Trockenbiomasse des Unkrauts (unerwünschter Pflanzen) um 93,2 %. Im selben Versuch wurden Silber-, Kupfer- und Eisen-Nanopartikel-Dünger getestet. Sie zeigten keinen statistisch signifikanten Effekt auf Blütenstandsertrag, CBD-Konzentration, CBD-Ertrag oder Unkrautdichte. Die Wasserzahl lässt sich nicht als Wert auf Thailand übertragen. Die Unkrautunterdrückung und das Nullergebnis bei den Nanopartikeln sind hier die nützlicheren Erkenntnisse.
Für wen das gilt. Bei der Unterflur-Tröpfchenbewässerung wird die Tropfleitung im Boden vergraben. Sie eignet sich daher nur für Bodenbeete oder den Feldanbau, vor allem für Hanf-/CBD-Felder sowie Erdbeete im Gewächshaus oder Tunnel. Sie gilt nicht für Töpfe, Grow Bags oder erdlose Substrate, in denen ein Großteil der lizenzierten thailändischen THC-Produktion stattfindet.
1. Der Versuch
Büser, Hartung und Graeff-Hönninger, Journal of Cannabis Research, 2025. Der Versuch fand an einer Forschungsstation der Universität Hohenheim in Deutschland statt.
Der Versuch nutzte drei Folientunnel, die jeweils eine Wiederholung darstellten, sowie drei Genotypen des Chemotyps III (CBD-dominant). Jeder Tunnel enthielt 72 Pflanzen pro Bewässerungsvariante. Gepflanzt wurde am 15. Juli 2024, und der Versuch umfasste eine Saison. Die Unterflurleitung war in 0,35 m Tiefe vergraben. Silber-, Kupfer- und Eisen-Nanopartikel-Dünger wurden als separater Faktor wöchentlich über das Bewässerungswasser ausgebracht.
| Messgröße | Unterflur- vs. oberirdische Tröpfchenbewässerung |
|---|---|
| Ausgebrachtes Bewässerungswasser | 188,19 vs. 231,23 L/m² – 18,6 % weniger |
| Größte Differenz (Tage nach der Pflanzung 36–52) | 51 % weniger |
| Trockenbiomasse des Unkrauts (Nicht-Kulturpflanzen), gemessen an Tag 24 | 93,2 % weniger |
| Blütenstandsertrag | 5 % mehr |
| CBD-Konzentration | 9 % höher |
| Silber-/Kupfer-/Eisen-Nanopartikel | kein signifikanter Effekt auf Ertrag, CBD-Konzentration, CBD-Ertrag oder Unkrautdichte |
Klima am Standort: mittlere Jahrestemperatur 9,1 °C, durchschnittlicher Jahresniederschlag 697 mm. Dies sind langjährige Jahresmittel für den Standort. Es sind nicht die Bedingungen im Tunnel während der Anbausaison von Juli bis Oktober.
2. Warum die Wasserzahl nicht als thailändischer Wert zitiert werden sollte
Die Unterflur-Tröpfchenbewässerung spart Wasser vor allem dadurch, dass die Bodenoberfläche trocken bleibt und so weniger Wasser verdunstet. Wie groß diese Einsparung ist, hängt von Standort, Boden und Jahreszeit ab: Verdunstungsanspruch, Bodentextur, Verlegetiefe und Entwicklungsstadium der Kultur verändern sie alle.
Die jährlichen Klimadaten sagen dazu wenig aus. Die Kultur wuchs im Sommer unter einer Folienabdeckung, sodass Regen die Beete nicht direkt erreichte und der Niederschlagswert für den Vergleich nicht gilt. Aufschlussreicher ist der zeitliche Verlauf. Die Differenz erreichte ihren Höchstwert von 51 % in der Mitte der Saison, von Tag 36 bis Tag 52 nach der Pflanzung. Wir werten dies als Hinweis darauf, dass die Einsparung mit dem Verdunstungsanspruch wächst. Falls das stimmt, könnten heiße Klimazonen größere Einsparungen erzielen, nicht kleinere.
Da jedoch keine Daten aus den Tropen vorliegen, sollten weder 18,6 % noch 51 % als Erwartung für Thailand zitiert werden. Die Richtung des Effekts ist belastbar: Die Unterflur-Tröpfchenbewässerung verbraucht weniger Wasser als die oberirdische. Die Höhe der Einsparung muss am eigenen Standort gemessen werden.
3. Die 93 % Unkrautunterdrückung
Die Trockenbiomasse des Unkrauts (unerwünschter Pflanzen) sank um 93,2 %. Der Mechanismus ist einfach. Wasser, das in 0,35 m Tiefe abgegeben wird, hält den Oberboden trockener, sodass Unkrautsamen in den obersten Zentimetern weniger Feuchtigkeit zum Keimen erhalten. Die Unkrautbiomasse wurde nur einmal gemessen, 24 Tage nach der Pflanzung. Die Zahl beschreibt daher die Unterdrückung zu Saisonbeginn, nicht die gesamte Saison.
Warum es in den feuchten Tropen wichtiger sein könnte. Der Unkrautdruck lässt hier nicht nach: Wärme und Feuchtigkeit bleiben das ganze Jahr über bestehen, es gibt keinen jahreszeitlichen Neustart, und die Samenbank keimt das ganze Jahr hindurch. Unkrautjäten im Tunnel ist harte Arbeit in Hitze und Feuchtigkeit.
Zwei mögliche Nebeneffekte, die wir ableiten, die die Studie aber nicht gemessen hat. Eine trockene Bodenoberfläche sollte die Luft am Fuß des Kronendachs weniger feucht machen, und genau in dieser Zone beginnen Grauschimmel und bodenbürtige Krankheitserreger. Eine trockene Oberfläche sollte außerdem das Aufspritzen von Erde auf untere Blüten verringern, ein Weg für mikrobielle Kontamination, der für alle relevant ist, die Grenzwerte für Gesamthefen und Schimmelpilze einhalten müssen.
Die Einschränkung: Trockener Oberboden ist in den Tropen nicht garantiert. Mehrere Faktoren können die Oberfläche unabhängig von der Bewässerungsmethode feucht halten: Monsunregen auf offenen Feldern, Kondenswasser, das vom Tunneldach tropft, und Feuchtigkeit, die aus nassem Untergrund aufsteigt. Die Unkrautunterdrückung würde entsprechend nachlassen. In einem überdachten Tunnel mit gesteuerten Seitenwänden könnte ein Großteil des Nutzens erhalten bleiben. Auf einem offenen Feld während der Regenzeit wird er deutlich geringer ausfallen. Dies wurde hier nicht getestet.
4. Das Nullergebnis bei den Nanopartikeln
Die Veröffentlichung berichtet keinen statistisch signifikanten Effekt von Silber-, Kupfer- oder Eisen-Nanopartikeln auf Blütenstandsertrag, CBD-Konzentration, CBD-Ertrag oder Unkrautdichte. Sie berichtete jedoch eine genotypspezifische Wechselwirkung mit dem Nanopartikel-Faktor bei der Wassernutzungseffizienz der Bewässerung. „Kein Effekt auf irgendetwas“ wäre also falsch, aber es gab keinen Haupteffekt auf Ertrag oder Qualität.
Dies war ein Versuch von angemessener Größe. Allerdings zählte jeder Tunnel als eine Wiederholung, und die Autoren weisen auf einen Verlust an statistischer Teststärke bei einigen Vergleichen hin. Ein Nullergebnis bedeutet, dass bei dieser Größe kein nachweisbarer Effekt vorlag, nicht dass der Effekt nachweislich null ist. Veröffentlichte negative Ergebnisse sind in der Cannabis-Input-Forschung nach wie vor selten, und sie sind nützlich.
Eine Silizium-Übersichtsarbeit in Agriculture (MDPI) aus dem Jahr 2026 fand Berichten zufolge keine Belege für eine Überlegenheit von Nano-Silizium bei gleicher Dosis. Das ist ein Mangel an stützenden Belegen, kein negativer Versuch. Sie repliziert das Cannabis-Ergebnis nicht, deutet aber in dieselbe Richtung.
Unsere Position, als Meinung formuliert: „Nano“ sollte als Marketing-Vorsilbe und nicht als agronomische Aussage behandelt werden. Das gilt, solange kein kontrollierter Versuch zeigt, dass das Nano-Produkt dasselbe Element in gleicher Dosis in einer konventionellen Formulierung übertrifft. Die Beweislast liegt beim Verkäufer, und bei diesen Produkten haben wir nicht gesehen, dass sie erfüllt wurde.
5. Was nötig wäre, um die Unterflur-Tröpfchenbewässerung hier zu betreiben
Wurzeleinwuchs und verstopfte Tropfer sind die klassischen Ausfallursachen. Vergrabene Tropfer lassen sich nicht mit bloßem Auge kontrollieren, daher zeigt sich eine Verstopfung als kümmernde Pflanze und nicht als sichtbare trockene Stelle. Unterflursysteme benötigen deshalb eine Druck- und Durchflussüberwachung.
Die Wasserqualität entscheidet, wie lange die Tropfer halten. Die thailändische GACP verlangt eine Wasserqualitätsbewertung für Anbaustandorte. Prüfen Sie beim Department of Thai Traditional and Alternative Medicine (DTAM) den aktuellen Standard, welche Tests erforderlich sind und wie oft. Wir haben keine veröffentlichten Daten auf Provinzebene zur Qualität des thailändischen Bewässerungswassers gefunden, etwa zur elektrischen Leitfähigkeit oder Härte. Legen Sie die Filtrationsspezifikation anhand Ihrer eigenen Wasseranalyse fest.
Die Verlegetiefe hängt von Boden und Wurzelarchitektur ab. Die 0,35 m der Studie passten zu ihrem Boden. Zu tief verschwendet Wasser unterhalb der Wurzelzone. Zu flach geht die trockene Oberfläche verloren, die die 93 % bewirkt hat.
Die Nachrüstkosten sind real. Die Zugewinne bei Ertrag und CBD sind bescheiden. Das stärkere Argument ist wahrscheinlich der Arbeitsaufwand für das Jäten, aber wir haben keine thailändischen Kostendaten. Vergleichen Sie die Nachrüstkosten mit dem, was Sie derzeit für das Jäten ausgeben, bevor Sie entscheiden.
6. Grenzen der Evidenz
- Drei CBD-Genotypen, ein Standort, eine Saison, in Deutschland. Wir haben keine Replikation in den Tropen gefunden.
- Folientunnel, kein offenes Feld. Monsunbedingungen auf dem offenen Feld bringen das oben beschriebene Problem der Oberflächenfeuchte hinzu.
- Das Unkraut wurde nur an Tag 24 gemessen.
- Keine Daten zu Krankheiten oder Mikroben. Die Vorteile in Abschnitt 3 sind aus dem Mechanismus abgeleitet, nicht gemessen.
- CBD-Genotypen, nicht THC-dominant. Der CBD-Zugewinn von 9 % ist ein Ergebnis des Chemotyps III.
- Die Zahlen von 5 % und 9 % stammen aus einem einzigen Versuch und sollten als Richtwerte behandelt werden.
7. Was wir aus dieser Veröffentlichung mitnehmen würden
- Die Unkrautunterdrückung ist die wichtigste Erkenntnis für Anbauer mit Bodenkultur. Sie hängt davon ab, den Oberboden trocken zu halten, und das erfordert lokale Tests.
- 18,6 % oder 51 % nicht für Thailand zitieren. Messen Sie die Einsparung am eigenen Standort.
- Nanopartikel-Dünger zeigten hier keinen nachweisbaren Nutzen. Verlangen Sie von Verkäufern kontrollierte Daten bei gleicher Dosis.
- Die Zugewinne bei Ertrag und CBD sind Richtwerte. Wägen Sie die Nachrüstkosten gegen Ihre aktuellen Jätkosten ab.
Betreibt jemand die Unterflur-Tröpfchenbewässerung in Thailand, im Tunnel oder auf dem offenen Feld? Blieb der Oberboden während der Regenzeit trocken genug, um Unkraut zu unterdrücken? Diese Frage entscheidet, ob das hier funktioniert, und Deutschland kann sie nicht beantworten.
Weiterführende Lektüre: der Artikel über die Tröpfchenbewässerung von FloraFlex, Systemdesign und Wartung; die Artikel über den Freilandanbau im tropischen südostasiatischen Klima; der Artikel über Silizium und die Übersichtsarbeit von 2026; der Artikel über Monsunfeuchtigkeit und Cannabinoid-Verlust; der Artikel darüber, was man nach der thailändischen GACP rechtlich spritzen darf.
Dieser Artikel enthält technische gartenbauliche Informationen für Leser, die in ihrer Rechtsordnung legal tätig sind. Die Cannabis-Vorschriften unterscheiden sich in jedem Land. In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut gemäß der Bekanntmachung des Gesundheitsministeriums über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568. Anbau und Verkauf erfordern eine Lizenz, und Blüten dürfen online weder verkauft noch beworben werden. Nichts hier ist Rechtsberatung.
Literaturverzeichnis
- Büser C, Hartung J, Graeff-Hönninger S. Subsurface drip irrigation reduces weed infestation and irrigation water use while increasing inflorescence and cannabinoid yield in an outdoor tunnel Cannabis sativa L. production system. Journal of Cannabis Research 7, 41 (2025). https://doi.org/10.1186/s42238-025-00302-x
- Silicon review, Agriculture (MDPI), 2026, 16(14), 1522. https://www.mdpi.com/2077-0472/16/14/1522