Die traditionelle Medizin in Indien, China und Thailand nutzte Cannabis in schwachen Zubereitungen aus der ganzen Pflanze, die mit dem Essen eingenommen wurden. Moderne Cannabisprodukte sind viel stärker und werden meist inhaliert. Deshalb lässt sich die alte Sicherheitsbilanz nicht auf sie übertragen. Dieser Teil vergleicht jede traditionelle Behauptung mit der aktuellen Evidenz. Er erklärt außerdem, warum Thailands Liste der Berufsgruppen, die Cannabis verschreiben dürfen, ungewöhnlich ist. Zudem geht es darum, welche Verunreinigungen für Patienten und Anbauer wichtig sind.
Teil 1 hat beschrieben, was jede Tradition tatsächlich festgehalten hat. Kurz gesagt: Indisches Bhang wurde aus Blättern und Samen hergestellt, die chinesische Medizin interessierte sich vor allem für den Samen, und in Thailand wurden die Blätter beim Kochen und in der Medizin verwendet. Bei der modernen Evidenz stützt sich dieser Artikel auf zwei Regierungsbehörden der Vereinigten Staaten. Das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) erforscht komplementäre und traditionelle Medizin. Das National Cancer Institute (NCI) ist die Krebsforschungsbehörde der USA. Wenn eine traditionelle Behauptung ihren Aussagen widerspricht, folgt dieser Artikel den beiden Behörden.
Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1321
1. Schwache Zubereitungen im Essen und starke inhalierte Produkte
Was die traditionellen Zubereitungen gemeinsam hatten
Fast alle traditionellen Zubereitungen hatten drei Merkmale:
- Ganze Pflanze, kein Extrakt.
- Geringe Potenz (wenig Wirkstoff).
- Mit dem Essen eingenommen. Die Wirkung setzt deshalb langsam ein, und der First-Pass-Metabolismus ist stark: Darm und Leber bauen einen großen Teil des Wirkstoffs ab, bevor er ins Blut gelangt.
Bei modernen Produkten ist es in allen drei Punkten umgekehrt. Sorten, die wegen ihrer Wirkung angebaut werden, enthalten etwa 2 % bis über 20 % Tetrahydrocannabinol (THC, der Stoff, der das „High“ verursacht). Industriehanf ist dagegen über eine Grenze von etwa 0,3 % THC definiert. Durch Extraktion werden die Wirkstoffe noch stärker angereichert. Die meisten Menschen inhalieren Cannabis heute oder nutzen Konzentrate.
Anmerkung der Übersetzung: Die thailändischen Regeln für Extrakte ziehen die Grenze bei 0,2 % THC, nicht bei 0,3 % (siehe Thailands THC-Grenzen von 0,2 % und 1,0 %). Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 gilt seit dem 26. April 2026. Danach dürfen nur drei Arten von Antragstellern eine Lizenz für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC erhalten. Das sind thailändische juristische Personen, die nach dem Foreign Business Act B.E. 2542 (Gesetz über die Geschäftstätigkeit von Ausländern) nicht als „ausländisch“ gelten, außerdem staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz.
Warum die alte Sicherheitsbilanz nicht übertragbar ist
Die Sicherheitsbilanz einer Tradition gilt nur für ein bestimmtes Material, das auf eine bestimmte Weise eingenommen wurde. Ist die Potenz etwa zehnmal so hoch und wird das Produkt anders eingenommen, handelt es sich nicht mehr um dieselbe Behandlung.
Bei der Extraktion wird außerdem alles angereichert, was sonst noch auf der Pflanze war. Viele Pestizide sind lipophil, das heißt, sie lösen sich in Fetten und Ölen. Daher lösen sie sich in denselben Lösungsmitteln, mit denen die Cannabinoide herausgelöst werden.
Montoya und Kollegen veröffentlichten 2020 eine Übersichtsarbeit dazu in der Fachzeitschrift Frontiers in Pharmacology. Sie zitiert Untersuchungen, nach denen 69 % der im Anbau verwendeten Pestizide bis in den Rauch gelangen. Außerdem berichtet sie, dass die Lunge Quecksilber etwa zehnmal so gut aufnimmt wie der Darm.
Was Sie tun können: Bevor Sie eine „traditionelle Verwendung“ als Beleg für Sicherheit gelten lassen, vergleichen Sie Ihr Produkt mit dem traditionellen. Prüfen Sie, ob es ein Extrakt ist, wie stark es ist und ob es inhaliert wird. Weicht auch nur eine Antwort ab, sagt die Tradition nichts über die Sicherheit Ihres Produkts aus.
Anmerkung der Übersetzung für Anbauer: Wenn Ihre Blüten in die Extraktion gehen, landen alle Pestizidrückstände darauf in konzentrierter Form im Extrakt. Verwenden Sie nur Pestizide, die bei der Landwirtschaftsbehörde (Department of Agriculture, กรมวิชาการเกษตร) registriert sind, und halten Sie sich genau an das Etikett. Siehe was Sie legal auf Cannabis sprühen dürfen. Notieren Sie jede Spritzung mit Produkt, Datum und Dosis. So können Sie einem Abnehmer oder Auditor zeigen, womit die Kultur behandelt wurde.
2. Traditionelle Behauptungen und moderne Evidenz
Die Tabelle unten nennt einige klassische Quellen. Die Sushruta Samhita ist ein grundlegender medizinischer Text des Ayurveda, etwa aus dem 2.–5. Jahrhundert n. Chr. Der Atharvaveda ist ein alter hinduistischer religiöser Text aus der Zeit um 1500–1000 v. Chr.
Wenn eine Tradition und die beiden US-Behörden sich widersprechen, folgt dieser Artikel der Position der Behörden.
| Traditionelle Behauptung | Tradition | Was die aktuelle Evidenz zeigt |
|---|---|---|
| Steigert den Appetit | Indisch | Teilweise übereinstimmend. Ein synthetisches (im Labor hergestelltes) THC-Arzneimittel ist bei Appetitlosigkeit bei Menschen mit HIV (humanes Immundefizienz-Virus) zugelassen. |
| Lindert Übelkeit und Erbrechen | In den klassischen Texten keine Hauptbehauptung | Am ehesten belegt. Bei chemotherapiebedingter Übelkeit wirkten Cannabinoide besser als Placebo und genauso gut wie andere Arzneimittel. |
| Lindert Schmerzen | Indisch; in Thailand als Muskelrelaxans genutzt | Schwach. Eine Übersichtsarbeit von 2018 fand nur einen kleinen Nutzen: 29 % der Anwender erreichten eine Schmerzminderung um 30 %, gegenüber 26 % unter Placebo (Scheinbehandlung). Siehe chronische Schmerzen. |
| Lindert Angst; fördert den Schlaf | Atharvaveda; in Indien als Schlafmittel genutzt | Dürftig. Wenige Belege deuten darauf hin, dass Cannabinoide Angst lindern könnten. Viele berichten von besserem Schlaf, doch es ist nicht sicher, dass Cannabis die Ursache ist. |
| Behandelt Durchfall und Ruhr | Sushruta Samhita | Widerspruch. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, also langfristigen Entzündungen des Darms, führte Cannabis nicht häufiger zur Remission (einer beschwerdefreien Phase) als Placebo. Beim Reizdarmsyndrom ist die Wirkung unbekannt. Dabei handelt es sich um wiederkehrende Darmschmerzen ohne sichtbare Entzündung. |
| Fieber, Hitzschlag, Schleim, Sprachstörungen, Aphrodisiakum | Indisch | Moderne Evidenz dazu gibt es praktisch nicht. |
| Lindert Wehenschmerzen | Thailändisch | Nicht belegt. Die Anwendung in der Schwangerschaft hat bekannte Risiken, unter anderem ein geringeres Geburtsgewicht, wenn die Mutter raucht. |
| Behandelt oder heilt Krebs | Moderne Volksbehauptung, nicht klassisch | Abgelehnt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat Cannabis weder für Krebs noch für eine andere Erkrankung zugelassen. Ergebnisse, nach denen Cannabis gegen Tumore wirkt, stammen aus Labor- und Tierstudien, nicht aus ausreichenden Studien am Menschen. |
Wo die Evidenz übereinstimmt, widerspricht oder fehlt
Die Übereinstimmung ist gering und betrifft nur Symptome: Übelkeit, Appetit und, mit schwacher Evidenz, Schmerzen. Die am besten belegte moderne Anwendung kommt in den traditionellen Quellen gar nicht vor. Es handelt sich um ein Arzneimittel mit gereinigtem Cannabidiol (CBD). In den USA ist es für Krampfanfälle beim Lennox-Gastaut-Syndrom und beim Dravet-Syndrom zugelassen, zwei schweren Epilepsien im Kindesalter. Außerdem ist es für Krampfanfälle beim Tuberöse-Sklerose-Komplex zugelassen, einer genetischen Erkrankung. Diese Anwendung haben die Traditionen nie entdeckt.
Der deutlichste Widerspruch betrifft den Verdauungstrakt. Manche Menschen, die Cannabis lange und in hohen Dosen konsumieren, entwickeln ein Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom, also wiederholte Phasen mit starkem Erbrechen. Das widerspricht dem Ruf von Cannabis als Pflanze gegen Übelkeit.
Zu den übrigen Behauptungen hat niemand Studien durchgeführt. Eine fehlende Studie widerlegt eine Behauptung nicht. Sie ist aber auch keine Erlaubnis, Cannabis zu diesem Zweck zu verwenden.
Was Sie tun können: Bevor Sie Cannabis gegen eines der Symptome in dieser Tabelle verwenden, lesen Sie das Forumsthema zu dieser Erkrankung. Nehmen Sie danach die Liste der Wechselwirkungen mit zu Ihrem Arzt und gleichen Sie sie mit Ihren anderen Medikamenten ab.
3. Thailand: Vom Verbot zu verschreibenden Fachkräften der traditionellen Medizin
Vom Verbot über die Streichung zum kontrollierten Kraut
Thailand verbot Cannabis mit dem Cannabisgesetz (Cannabis Act) B.E. 2477 (1934–35). Das Betäubungsmittelgesetz (Narcotics Act) B.E. 2522 (1979) verschärfte das Verbot. 2018 legalisierte Thailand als erstes Land in Südostasien medizinisches Cannabis.
Im Juni 2022 wurde die Cannabispflanze von der Betäubungsmittelliste gestrichen. Mehr als 3.000 Menschen, die allein wegen Cannabisdelikten inhaftiert waren, kamen frei. Bis 2025 waren viele Tausend Cannabisläden lizenziert worden.
Danach wurden die Regeln wieder verschärft. Am 26. Juni 2025 trat die Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 in Kraft. Sie wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999) erlassen. Sie machte die Cannabisblüte zu einem kontrollierten Kraut, das nur noch medizinisch verwendet werden darf.
Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept (ภ.ท.33) verkauft werden. Für das Rezept gilt:
- Es muss auf dem offiziellen PT-33-Formular ausgestellt sein.
- Es muss Namen und Lizenznummer einer verschreibenden Fachkraft aus einer der sieben unten genannten Berufsgruppen tragen.
- Es darf höchstens 30 Tage abdecken.
Verkäufer dürfen Blüten nur gegen ein solches Rezept abgeben. Das System wird von der Abteilung für traditionelle thailändische und alternative Medizin (Department of Thai Traditional and Alternative Medicine) beaufsichtigt. Diese Abteilung ist die Stelle im Ministerium für öffentliche Gesundheit, die für die traditionelle thailändische Medizin zuständig ist. 2026 ging das Ministerium gemeinsam mit der Polizei gegen gefälschte PT-33-Formulare vor. Werbung für Cannabisblüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.
Sieben Gruppen von verschreibenden Fachkräften
Sieben Gruppen von Fachkräften dürfen Cannabis verschreiben:
- Ärzte (Humanmedizin);
- Ärzte der traditionellen thailändischen Medizin;
- Ärzte der angewandten traditionellen thailändischen Medizin (ein eigener, gesondert lizenzierter Zweig);
- Volksheiler;
- Praktizierende der chinesischen Medizin;
- Apotheker;
- Zahnärzte.
Warum diese Regelung ungewöhnlich ist
In den meisten Ländern dürfen nur Ärzte der Schulmedizin medizinisches Cannabis verschreiben. Thailand organisiert es über eine Abteilung für traditionelle Medizin, und Volksheiler dürfen legal verschreiben. Genau dieses System war ein Jahrhundert zuvor als Quacksalberei verboten worden.
Das hat zwei Folgen. Erstens hatte Thailand damit sofort lizenzierte Fachkräfte zur Verfügung. Außerdem genießt das System eine Akzeptanz, die ein rein pharmazeutisches System nicht gehabt hätte. Zweitens liegt ein Teil der Verschreibungsbefugnis nun bei Fachkräften, deren Entscheidungen nicht auf Evidenz beruhen. Das ist eine rechtliche Tatsache darüber, wer verschreiben darf, kein Urteil darüber, wer recht hat.
Anmerkung der Übersetzung: 2026 wurden die Regeln für Lizenzinhaber weiter verschärft. Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 legt strengere Kriterien für Lizenzen für Cannabisblüten fest. Sie trat am 30. April 2026 in Kraft, dem Tag ihrer Veröffentlichung in der Royal Gazette (dem königlichen Amtsblatt).
Nach § 78 des Gesetzes von 1999 werden zwei Verstöße mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und/oder einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht bestraft. Der eine Verstoß ist der Verkauf oder die Verarbeitung eines kontrollierten Krauts ohne Lizenz. Der andere ist die Weiterführung des Geschäfts, während eine Lizenz ausgesetzt ist.
Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett billigte den Entwurf am 22. September 2026 und leitete ihn an das Repräsentantenhaus weiter. Einzelheiten finden Sie unter Thailands zwei Verordnungen von 2026 und Lizenzen, Aussetzung und Strafen.
Was Sie tun können: Wenn Sie ein PT-33-Rezept erhalten, prüfen Sie drei Dinge. Es sollte auf dem offiziellen PT-33-Formular ausgestellt sein, Namen und Lizenznummer der verschreibenden Fachkraft zeigen und höchstens 30 Tage abdecken. Bietet Ihnen ein Verkäufer Blüten ohne Rezept oder online an, kaufen Sie nicht, denn beides verstößt gegen die Regeln.
4. Sicherheit in der Praxis
Etiketten stimmen oft nicht mit dem Inhalt überein
Traditionelle Zubereitungen haben keinen festgelegten Wirkstoffgehalt. Bei modernen Produkten ist das oft genauso. In einer Studie von 2017 waren 69 % von 84 CBD-Produkten, die bei 31 Online-Händlern gekauft wurden, falsch etikettiert.
Das NCCIH warnt, dass solche Produkte mehr oder weniger CBD enthalten können, als auf dem Etikett steht. Außerdem können sie Verunreinigungen enthalten, darunter THC.
Pestizide, Schwermetalle und Schimmel
Die Übersichtsarbeit von Montoya und Kollegen aus dem Jahr 2020 belegt drei Arten von Verunreinigung:
- Pestizidrückstände fanden sich in einer Studie aus dem US-Bundesstaat Washington in 84 % der Proben und in einer Studie aus Kalifornien in 49 % der Proben. Siehe Pestizidrückstände auf Cannabis.
- Schwermetalle: Cannabis ist ein Hyperakkumulator für Cadmium, Blei und Quecksilber. Das heißt, die Pflanze nimmt weit mehr davon auf als die meisten anderen Pflanzen und speichert sie. Deshalb wurde sie als Mittel zur Reinigung belasteter Böden untersucht. Siehe Sanierung schadstoffbelasteter Böden.
- Pilze und Bakterien, darunter Arten von Aspergillus und Fusarium. Sie sind vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich, also gerade für diejenigen, die am ehesten ein medizinisches Produkt suchen.
Dieses Problem betrifft nicht nur Cannabis. Eine Studie von 2008 ergab, dass etwa 20 % der untersuchten ayurvedischen Heilmittel Blei, Quecksilber oder Arsen enthielten.
Anmerkung der Übersetzung für Anbauer in Thailand und Südostasien:
- Schimmel: In der Regenzeit begünstigen die hohe Luftfeuchtigkeit im Freien und Trocknungsräume mit 30–35 °C Schimmelpilze wie Aspergillus auf trocknenden Blüten. Siehe Mykotoxine und das Risiko in der Regenzeit.
- Stromausfälle: Bei einem Stromausfall stehen Ventilatoren und Luftentfeuchter still. Stellen Sie ein Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmesser) in den Trocknungsraum und notieren Sie die Werte morgens und abends. So bemerken Sie einen Ausfall, bevor sich Schimmel bildet. Siehe Trocknung von Cannabis bei 85–95 % Umgebungsluftfeuchtigkeit.
- Schwermetalle: Cannabis zieht Cadmium, Blei und Quecksilber aus dem Boden. Lassen Sie Boden und Bewässerungswasser testen, bevor Sie auf einer neuen Fläche eine medizinische Kultur anbauen. Am Ergebnis erkennen Sie, ob auf dieser Fläche Blüten wachsen können, die einen Schwermetalltest bestehen.
- Prüfung jeder Charge: Bevor Sie eine Klinik oder einen lizenzierten Laden beliefern, lassen Sie die Charge auf Pestizide, Schwermetalle und Mikroben testen und bewahren Sie das Analysezertifikat auf. Ein Labor finden Sie, indem Sie andere Mitglieder im Bereich B2B-Dienstleistungen fragen.
Wechselwirkungen und Risiken für verschiedene Gruppen
Für CBD wurden Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln beschrieben. Das NCCIH nennt außerdem diese Risiken:
- ein höheres Risiko für Verkehrsunfälle;
- ein geringeres Geburtsgewicht, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Cannabis geraucht hat;
- ein höheres Risiko für Schizophrenie und andere Psychosen bei häufigem Konsum;
- Cannabiskonsumstörung, also ein Konsum, den die Person trotz Schäden nicht kontrollieren kann. Bei Jugendlichen ist die Wahrscheinlichkeit dafür vier- bis siebenmal so hoch wie bei Erwachsenen.
In traditionellen Heilmitteln wurden außerdem heimlich beigemischte, nicht deklarierte Arzneistoffe gefunden. Viele sogenannte natürliche Heilmittel wirken nur deshalb, weil sie versteckte Arzneimittel der Schulmedizin enthalten.
Was Sie tun können: Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre behandelnde Fachkraft über alle Arzneimittel, Kräuter und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen. So lassen sich Wechselwirkungen prüfen. Fahren Sie nach dem Cannabiskonsum kein Fahrzeug. Wenn Sie schwanger oder im Teenageralter sind, lesen Sie das Thema zu Kontraindikationen und sprechen Sie vor jeder Anwendung mit einem Arzt.
5. Wie Sie eine traditionelle Behauptung verantwortungsvoll lesen
Fragen Sie, was der Text tatsächlich sagt, wann er geschrieben wurde und ob Datum oder Verfasser umstritten sind. Achten Sie darauf, ob eine Behauptung nur auf einem einzigen Lexikoneintrag beruht. Achten Sie auch darauf, ob ein Begriff aus dem Sanskrit, Chinesischen oder Thailändischen nur ungenau übersetzt wurde.
Traditionelle Systeme liefern Ideen, die eine Prüfung wert sind, und klinische Studien prüfen sie. Wenn beide sich widersprechen, ist die Gesundheitsbehörde der verlässlichere Wegweiser dafür, was in Ihrem Körper passieren wird. Das auszusprechen ist keine Missachtung der Tradition.
Was Sie tun können:
- Arbeiten Sie mit einer lizenzierten Fachkraft. In Thailand kann das nach den Regeln von 2025 legal auch eine Fachkraft der traditionellen Medizin sein. Die Lizenz zeigt, dass die Fachkraft verschreiben darf.
- Sagen Sie der Fachkraft alles, was Sie einnehmen, damit Wechselwirkungen geprüft werden können.
- Wählen Sie geprüftes, zertifiziertes Material und verlassen Sie sich nicht allein auf das Etikett. Lassen Sie sich das Analysezertifikat zeigen, damit Sie sehen, was das Produkt tatsächlich enthält.
- Werten Sie jede Behauptung, Cannabis behandle oder heile eine Krankheit, als Warnsignal, dass die Quelle unzuverlässig ist. Keine Behörde hat Cannabis zur Heilung einer Krankheit zugelassen.
Diskutieren Sie mit
Berichten Sie unter diesem Thema von Ihren Erfahrungen:
- In Thailand: Hat Ihnen ein Arzt der traditionellen thailändischen Medizin oder ein Volksheiler nach den Regeln von 2025 Cannabis verschrieben? Wie lief die Beratung ab?
- Anbauer: Welche Tests oder Aufzeichnungen verlangen Kliniken und lizenzierte Läden von Ihnen, bevor sie eine Charge annehmen?
- In Indien: Gilt Bhang als Medizin, als Festbrauch oder als beides? Beruft sich noch jemand auf die klassischen Texte?
- Praktizierende der chinesischen Medizin, in China oder Thailand: Verwenden die Praktizierenden, die Sie kennen, den Samen?
- Benannte traditionelle Rezepturen: Wenn Sie eine benannte traditionelle Rezeptur belegen können, die in diesem Artikel fehlt, posten Sie sie mit Quellenangabe. Eine Korrektur mit Quelle ist besser als wiederholte Volksweisheit.
Dieser Artikel gehört zur Bildungsreihe der Asiannabis Community über medizinisches Cannabis. Er enthält allgemeine Informationen und ist keine medizinische Beratung. Entscheidungen über eine Behandlung gehören in die Hände einer lizenzierten Fachkraft. Der Inhalt dient der Bildung an Orten, an denen medizinisches Cannabis legal erlaubt ist.
Quellen
- National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH). „Cannabis (Marijuana) and Cannabinoids: What You Need To Know“. Zuletzt aktualisiert im November 2019.
- National Cancer Institute (NCI). „Cannabis and Cannabinoids (PDQ®)–Patient Version“. Zuletzt aktualisiert am 15. August 2023.
- Montoya Z, Conroy M, Vanden Heuvel BD, Pauli CS, Park S-H. Cannabis Contaminants Limit Pharmacological Use of Cannabidiol. Frontiers in Pharmacology 2020;11:571832. doi:10.3389/fphar.2020.571832.
- Stockings E, et al. Cannabis and cannabinoids for the treatment of people with chronic non-cancer pain conditions: a systematic review and meta-analysis of controlled and observational studies. Pain 2018;159(10):1932–1954.
- Bonn-Miller MO, et al. Labeling Accuracy of Cannabidiol Extracts Sold Online. JAMA 2017;318(17):1708–1709.
- Saper RB, et al. Lead, mercury, and arsenic in US- and Indian-manufactured Ayurvedic medicines sold via the Internet. JAMA 2008;300(8):915–923.
- Einträge der englischsprachigen Wikipedia „Cannabis in India“, „Cannabis in China“ und „Cannabis in Thailand“ (allgemeine Überblicke, für die Geschichte verwendet). Die Zahlen der thailändischen Zeitleiste wurden mit Nachrichtenberichten abgeglichen.
- Bekanntmachung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 (2025); Gesetz zum Schutz der traditionellen thailändischen Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542 (1999).
- Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 (2026); Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 (2026).