Getrocknete Cannabisblüten lagern: Behälter, Feuchtigkeitspacks, Kühllagerung, Großbestände, Tests und die thailändischen Regeln (Teil 2 von 2)

Nach dem Curing entscheidet die Lagerung, wie lange Ihre Blüten Wirkstoffgehalt und Aroma behalten. Dieser Teil behandelt Behälter, Feuchtigkeitspacks und Trockenmittel, Kühllagerung, Trim, Großbestände, Lagerrotation, einen Testplan und die thailändischen Regeln. Am Ende steht ein Lagerplan für jede Betriebsgröße, vom Heimgrower bis zur großen Farm.

Kurz zusammengefasst, warum die Lagerung so wichtig ist: Licht, Sauerstoff, Wärme und eine falsche Feuchtigkeit schädigen getrocknete Blüten jeweils für sich. THC wandelt sich langsam in Cannabinol (CBN) um. Das ist das wichtigste chemische Zeichen der Alterung. Die Aromastoffe (Terpene) verdunsten.

Der sichere Feuchtigkeitsbereich liegt bei einer Wasseraktivität (aw) von 0,55–0,65. Die Wasseraktivität wird auf einer Skala von 0 bis 1 angegeben. Sie zeigt, wie viel des Wassers in der Blüte Schimmelpilze nutzen können. Bei fertig gecurten Blüten entspricht eine relative Luftfeuchtigkeit (RH) von 58–62 % im Glas ungefähr diesem Bereich. Das Curing selbst wird in Trocknung und Curing erklärt.

Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1376


Behälter: Glas, Kunststoff und Vakuumbeutel

Glas ist der Standard. Es reagiert nicht mit den Blüten, ist gasdicht und gibt keine Weichmacher ab. Weichmacher sind Chemikalien, die vielen Kunststoffen zugesetzt werden, damit sie weich bleiben. Gewöhnliche Einmachgläser (Mason Jars) bestehen aus Kalk-Natron-Glas, dem ganz normalen Alltagsglas, und eignen sich bestens. Am praktischsten sind Gläser mit weiter Öffnung und dicht schließendem Deckel.

Kunststoff lässt langsam Sauerstoff durch. Das gilt auch für Polyethylen und Polypropylen, aus denen die meisten Beutel und Lebensmitteldosen bestehen. Außerdem können Weichmacher in harzhaltiges Material übergehen. Für ein paar Tage ist Kunststoff in Ordnung. Für alles, was länger als etwa zwei Wochen gelagert wird, sollten Sie Glas verwenden.

Vakuumbeutel entfernen den größten Teil des Sauerstoffs. Sie pressen die Blüten aber zusammen, was die Trichome beschädigen kann. Trichome sind die Harzdrüsen, in denen der Großteil der Cannabinoide und Terpene sitzt. Zudem dringt weiterhin langsam Sauerstoff durch den Beutel. Eine Möglichkeit: die Blüten vakuumieren und den Beutel in einem Glas oder einer lichtundurchlässigen Box aufbewahren.

Was Sie tun können: Prüfen Sie die Dichtung jedes Glases, bevor Sie sich darauf verlassen. Verschließen Sie dazu ein Hygrometer für einige Tage zusammen mit Blüten im Glas. Bewegt sich der Messwert in Richtung der Raumfeuchte, ist der Deckel undicht und sollte ersetzt werden.


Stickstoffspülung: den Sauerstoff ersetzen

Bei der Stickstoffspülung wird die Luft aus einem Behälter verdrängt und durch Stickstoff ersetzt. Stickstoff ist ein Inertgas, reagiert also nicht mit Cannabinoiden oder Terpenen. Ohne Sauerstoff verlangsamt sich die Umwandlung von THC in CBN, und die Terpene oxidieren langsamer. Bei leicht oxidierenden Lebensmitteln ist die Spülung Standard, und bei Cannabis wirkt sie genauso.

Sie lohnt sich in zwei Fällen:

  • Bestände, die länger als etwa sechs Monate gelagert werden. Hier kommen Stickstoffspülung oder Tiefkühllagerung infrage.
  • Großgebinde (Bulk-Beutel), die länger als etwa 60 Tage gelagert werden. Hier ist die Stickstoffspülung dem Vakuumieren vorzuziehen.

In größerem Maßstab ist die Spülung praktikabel und kostengünstig. Es gibt auch kleine Spülsets, doch wie gut sie abdichten, ist unterschiedlich.

Anmerkung der Übersetzung: Bei der Hitze in Thailand liegt der Nutzen in einer langsameren Alterung bei langer Lagerung. Beginnen Sie mit einem kleinen Versuch. Spülen und verschließen Sie einige Beutel aus einer Partie und lagern Sie daneben einige ungespülte Beutel. Testen Sie beide nach 90 und 180 Tagen (siehe Testplan unten), bevor Sie Ihren gesamten Ablauf umstellen. Verlangen Sie beim Kauf des Gases vom Lieferanten Stickstoff in Lebensmittelqualität.


Zwei-Wege-Feuchtigkeitspacks

Zwei-Wege-Feuchtigkeitspacks für Blüten gibt es mit festen Feuchtestufen. Boveda wird meist mit 58 % oder 62 % verwendet, Integra Boost gibt es mit 55 % oder 62 %. Die Packs halten einen dicht verschlossenen Behälter nahe an diesem RH-Wert, indem sie Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben. In jedem Pack steckt eine firmeneigene Salzmischung hinter einer halbdurchlässigen Membran. Die Membran lässt Wasserdampf durch, aber kein flüssiges Wasser.

Ihre Grenzen:

  • Sie können nur begrenzt Feuchtigkeit aufnehmen. Zu wenig getrocknete oder zu nasse Blüten retten sie nicht. Die Blüten müssen richtig getrocknet und gecurt sein, bevor Sie sie mit einem Pack verschließen. In einem Glas mit zu nassen Blüten ist das Pack schnell gesättigt, und das Glas bleibt über dem Zielwert.
  • Sie regeln nur die Feuchtigkeit. Gegen Sauerstoff, Licht oder Temperatur tun sie nichts.
  • Sie gleichen keine schlechte Dichtung aus. In der thailändischen Regenzeit liegt die Luftfeuchtigkeit oft bei 75–90 % RH. Ein schlecht schließender Behälter lässt ständig Feuchtigkeit herein. Prüfen Sie, ob die Dichtungen dicht sind, statt es einfach anzunehmen.

Anmerkung der Übersetzung: Wenn Sie Packs kaufen möchten, fragen Sie den offiziellen Vertriebspartner der gewünschten Marke in Thailand oder fragen Sie andere Mitglieder in Ausrüstung und Zubehör.

Was Sie tun können: Nutzen Sie ein Pack, um richtig gecurte Blüten stabil zu halten, nicht um nasse Blüten zu retten. Zeigt ein Glas mit Pack nach ein bis zwei Tagen noch über 62 % RH, wurden die Blüten zu feucht verschlossen oder der Deckel ist undicht. Nehmen Sie die Blüten heraus und trocknen Sie sie weiter.


Kieselgel und dichte Boxen in der Regenzeit

Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel behandelt Kieselgel nicht. Die folgenden Hinweise sind allgemeine Praxis für die Lagerung von Blüten im Klima Thailands und Südostasiens.

Kieselgel (Silicagel) und ähnliche Trockenmittel nehmen nur Feuchtigkeit auf und geben nie welche ab. Anders als ein Zwei-Wege-Pack hören sie nicht bei einer festen Feuchte auf. Liegt Kieselgel zusammen mit Blüten in einem verschlossenen Glas, kann es die Blüten unter aw 0,55 austrocknen. Unterhalb dieses Werts werden Blüten brüchig und verlieren Aroma.

Sicherer ist in der Regenzeit ein Aufbau mit zwei Barrieren:

  1. Verschließen Sie die Blüten in Gläsern. Wenn Sie Zwei-Wege-Packs verwenden, legen Sie in jedes Glas eines.
  2. Stellen Sie die Gläser in eine größere luftdichte Box, zum Beispiel eine Vorratsdose mit Klappverschlüssen.
  3. Legen Sie Kieselgel in die Box, außerhalb der Gläser, zusammen mit einem kleinen Hygrometer.

Das Gel hält die Luft rund um die Gläser trocken. Ist ein Glas leicht undicht, zieht es trockene Luft aus der Box statt feuchter Raumluft. Steigt der Wert am Hygrometer in der Box, ist das Gel gesättigt. Ersetzen Sie es oder trocknen Sie es nach Herstellerangaben wieder.


Kühl- und Tiefkühllagerung

Nach der Q10-Regel aus Teil 1 verdoppelt sich die Reaktionsgeschwindigkeit ungefähr mit jedem Temperaturanstieg um 10 °C. Demnach bauen Blüten bei 15 °C etwa halb so schnell ab wie bei 25 °C. Für Bestände, die ein Jahr oder länger lagern, ist ein Weinkühlschrank oder ein eigener gekühlter Schrank eine lohnende Investition.

Einfrieren verlangsamt chemische Reaktionen stark, auch solche, die von den pflanzeneigenen Enzymen angetrieben werden. Ganz stoppt es sie aber nicht. Der Nachteil: Die Stiele der Trichome werden im gefrorenen Zustand starr. Durch Anfassen, Schütteln oder das Zusammenziehen des Materials beim Abkühlen können die Trichomköpfe abbrechen.

So frieren Sie Blüten sicher ein:

  • Frieren Sie nur Blüten ein, die bereits bei aw 0,55–0,65 liegen.
  • Verwenden Sie luftdichte Behälter, am besten aus Glas, mit wenig Kopfraum (Luftraum über dem Inhalt).
  • Fassen Sie die Blüten so wenig wie möglich an, bis sie wieder aufgewärmt sind.

Die Eiswasser-Extraktion nutzt diese Brüchigkeit gezielt, um Trichome vom Pflanzenmaterial abzuschlagen. Bei der Lagerung wollen Sie genau das Gegenteil. Gewerblich wird vakuumierte Tiefkühllagerung für Blüten eingesetzt, die später weiterverarbeitet werden.


Kalte Behälter öffnen, ohne die Blüten nass zu machen

Wenn Sie einen kalten Behälter in warmer, feuchter Luft öffnen, kondensiert Wasser auf den Blüten. Es ist dasselbe, was Sie bei thailändischem Wetter an einer kalten Getränkedose auf dem Tisch sehen. Das Wasser stammt aus der Luft, nicht aus dem Glas.

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der sich Feuchtigkeit aus der Luft als flüssiges Wasser auf einer Oberfläche niederschlägt. Bei 30 °C und 85 % RH liegt der Taupunkt bei etwa 27 °C. Jede kühlere Oberfläche beschlägt. Ein Glas direkt aus einem Kühlschrank mit 5 °C liegt weit unter dem Taupunkt. Das Wasser auf den Blüten kann deren Oberflächen-aw über 0,65 treiben, also in den Bereich, in dem Schimmel wachsen kann.

So gehen Sie bei gekühlten oder tiefgekühlten Beständen vor:

  1. Bringen Sie die verschlossenen Behälter aus dem Kühllager mindestens zwei Stunden lang in einen Raum mit 15–20 °C.
  2. Öffnen Sie sie erst, wenn die Außenseite des Behälters Raumtemperatur erreicht hat. Sie sollte sich warm anfühlen, nicht kalt.
  3. Liegt die Luftfeuchtigkeit über etwa 80 % RH, öffnen Sie die Behälter in einem klimatisierten Raum oder warten Sie auf eine trockenere Tageszeit.

Das funktioniert, weil sich die Blüten aufwärmen, solange sie noch verschlossen sind. Fühlt sich der Behälter nicht mehr kalt an, ist auch der Inhalt nicht mehr kalt genug, dass sich Wasser darauf niederschlägt.


Trim vor der Extraktion lagern

Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel geht nicht auf Trim (Blatt- und Schnittreste vom Trimmen) ein. Die folgenden Punkte übertragen seine Lagerregeln auf Trim. Fragen zu anderen Fällen können Sie unter diesem Thema stellen.

  • Schimmel. Es gilt dieselbe Grenze von aw 0,65. Ein feuchter Haufen Trim in einem Beutel ist in der heißen Regenzeit stark gefährdet. Trocknen Sie Trim auf aw 0,55–0,65, bevor Sie ihn abpacken, oder lagern Sie ihn kalt.
  • Kopfraum. Trim ist locker und blättrig, deshalb enthält ein Beutel damit viel Luft. Wie in Teil 1 erklärt, verliert lockeres Material schneller Aroma. Füllen Sie die Behälter gut und verschließen Sie sie dicht.
  • Licht, Wärme und Sauerstoff. Lagern Sie Trim dunkel, kühl und verschlossen, genau wie Blüten. Vakuumierte Tiefkühllagerung entspricht der gewerblichen Praxis für Material, das später verarbeitet wird. Fragen Sie den künftigen Extraktionsbetrieb, in welchem Zustand er den Trim braucht.
  • Rotation. Beschriften Sie jeden Beutel mit Partie-ID und Datum und verarbeiten Sie das Älteste zuerst.

Seit dem 26. April 2026 gilt die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569. Lizenzen für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC erhalten nur thailändische juristische Personen, die nach dem Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeit (Foreign Business Act) B.E. 2542 nicht als „ausländisch“ gelten, sowie staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz. Klären Sie, bevor Sie Trim für die Extraktion lagern, wer die Extraktionslizenz halten wird.


Gewerbliche Lagerung großer Mengen

Erreichen die Bestände Hunderte Kilogramm, sind einzelne Gläser nicht mehr praktikabel. Großbestände werden auf drei Arten gelagert:

  • Mylar-Beutel in Lebensmittelqualität mit je etwa 250 g–1 kg, mit Stickstoff gespült, heißversiegelt und in Kartons verpackt. Mylar ist eine metallisierte Kunststofffolie, die Licht abhält und nur sehr wenig Sauerstoff durchlässt. Solche Beutel sind im Handel mit getrockneten Kräutern und Gewürzen Standard.
  • Vakuumierte Beutel in Lebensmittelqualität für kürzere Lagerung vor der Verarbeitung. Bei Lagerung über etwa 60 Tage ist die Stickstoffspülung vorzuziehen.
  • Klimatisierte Lagerräume mit etwa 15 °C und 55–62 % RH, ohne UV-Quellen. Sie werden wie Kühlräume für Arzneimittel und Lebensmittel gebaut, mit fortlaufender Aufzeichnung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit und mit Notstromversorgung.

Geben Sie jeder Partie eine Chargen-ID, die sich auf ihre Ernte und ihren Trocknungsdurchgang zurückführen lässt. Halten Sie Erntedatum, Datum des Curing-Abschlusses und Lagerbedingungen fest. Legen Sie für jede Partie anhand Ihrer eigenen Testergebnisse einen internen Termin für die Qualitätsprüfung fest.

Anmerkung der Übersetzung: Lizenzierte Betriebe in Thailand müssen bereits bestimmte Aufzeichnungen führen (siehe Pflichten von Lizenzinhabern in Thailand). Führen Sie Ihre Lageraufzeichnungen zusammen mit diesen, sodass eine einzige Chargen-ID Ernte, Bestandsunterlagen und Testergebnisse verbindet.


Bestände rotieren: das Älteste zuerst raus

Arbeiten Sie nach dem Prinzip First in, first out (FIFO): Was zuerst eingelagert wurde, geht zuerst raus. Ältere Ware, die hinter neuerer landet, wird immer zuletzt verbraucht und baut deshalb am stärksten ab. Mehrere Maßnahmen verhindern das:

  • Behälter mit aufgestempeltem Datum.
  • Klare Regeln, wer Ware entnimmt und von wo.
  • Eine schriftliche SOP (Standardarbeitsanweisung) für Wareneingang, Tests, Beschriftung und Rotation. Eine SOP ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die das Personal jedes Mal befolgt.

Was Sie tun können: Schreiben Sie diesen Monat eine einseitige SOP für Ihren Lagerbereich und schulen Sie jede Person, die Ware entnimmt. So stellen Sie sicher, dass keine Partie vergessen hinten im Regal liegt, während ihr THC zu CBN wird.


Testplan: prüfen, ob die Lagerung funktioniert

Die folgenden Tests nutzen Standardmethoden im Labor. Die HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) misst Cannabinoide, ohne die Probe zu erhitzen. Deshalb weist sie THCA und THC getrennt aus. Die GC-MS (Gaschromatographie mit Massenspektrometrie) trennt und identifiziert flüchtige Stoffe wie Terpene. Ein mikrobiologisches Screening erfolgt entweder per Kultur (Mikroorganismen aus der Probe werden angezüchtet) oder per PCR, einem DNA-basierten Test, der bestimmte Mikroorganismen nachweist. Die Ergebnisse stehen auf einem Analysezertifikat.

  • Wenn das Curing abgeschlossen ist (Tag 30–60): vollständiges Cannabinoidprofil (HPLC), Gesamtterpene (GC-MS), Wasseraktivität und mikrobiologisches Screening (Kultur oder PCR). Diese Ergebnisse sind Ihr Ausgangswert.
  • Nach 90 Tagen: THC, CBD und CBN, eine Stichprobe der Terpene auf Verlust von Monoterpenen und eine Sichtprüfung auf Schimmel.
  • Nach 180 Tagen: Wiederholen Sie das vollständige Ausgangsprofil. Vergleichen Sie CBN mit dem Ausgangswert. Ein steigender CBN-Anteil ist das deutlichste chemische Zeichen für Oxidation.
  • Nach 12 Monaten: vollständiges Profil plus sensorische Bewertung, also eine strukturierte Prüfung von Geruch und Aussehen. Legen Sie Ihre eigene interne Grenze für Terpenverlust fest. Sie könnten zum Beispiel Partien markieren, die mehr als etwa 30 % ihrer Ausgangsterpene verloren haben. Dieser Wert ist nur ein Beispiel, kein Branchenstandard.

So legt ein gewerblicher Grower die Haltbarkeit fest. Der Ausgangswert zeigt, wo die Partie gestartet ist. Jeder weitere Test zeigt, wie schnell sie sich unter Ihren Lagerbedingungen verändert.

Anmerkung der Übersetzung: Nicht jedes Labor in Thailand bietet alle Tests dieses Plans an. Fragen Sie vor dem Einsenden, ob das Labor Terpene, Wasseraktivität und ein mikrobiologisches Screening messen kann. Der Forumsleitfaden zu Tests in thailändischen Laboren ist ein guter Ausgangspunkt. Sie können auch andere Mitglieder in B2B-Dienstleistungen fragen. Heimgrower brauchen keine Labortests. Ein Hygrometer im Glas, ein Etikett mit Datum und eine Notiz zum Geruch bei jedem Öffnen ergeben eine grobe Version derselben Kontrolle.


Thailändische Regeln für die Lagerung von Blüten

In Thailand ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Kraut. Dieser Status beruht auf der Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Ministeriums für öffentliche Gesundheit, erlassen auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der thailändischen traditionellen Medizin (Thai Traditional Medicine Protection Act) B.E. 2542. Sie gilt seit dem 26. Juni 2025. Zuständig ist die Abteilung für thailändische traditionelle und alternative Medizin (Department of Thai Traditional and Alternative Medicine, DTAM) im Ministerium für öffentliche Gesundheit. Für Blüten gilt:

  • Blüten dürfen nur gegen ein PT-33-Rezept (ภ.ท.33) einer befugten Fachkraft abgegeben werden, für höchstens 30 Tage.
  • Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten.

2026 haben zwei Ministerialverordnungen von B.E. 2569 die Lizenzvergabe verschärft. Die Verordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte trat am 26. April 2026 in Kraft. Die Verordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) trat am 30. April 2026 in Kraft und verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten. Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet.

Ein Betrieb, der Blüten verkauft oder verarbeitet, braucht in jeder der hier beschriebenen Größenordnungen eine Lizenz für diese Tätigkeit. Prüfen Sie die aktuellen Anforderungen an Kennzeichnung und Aufzeichnungen bei DTAM und beim Ministerium für öffentliche Gesundheit.

Anmerkung der Übersetzung: Nach Abschnitt 78 des Gesetzes von 1999 wird der Verkauf oder die Verarbeitung eines kontrollierten Krauts ohne Lizenz mit bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe und/oder einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht geahndet. Bevor Sie Blüten oder Trim in gewerblichen Mengen lagern, prüfen Sie in Lizenzen und Compliance in Thailand, welche Lizenz Ihre Tätigkeit abdeckt.

Dieser Leitfaden dient ausschließlich der Bildung. Er ist keine Empfehlung, Cannabisblüten zu kaufen oder zu verkaufen. Wer in Thailand zu Hause anbaut, sollte die aktuellen Regeln bei DTAM prüfen.


Lagerplan im Überblick

Faktor Zielwert
Temperatur 15–18 °C. Einen Kühlschrank nur nutzen, wenn Sie die Schritte zum Öffnen kalter Behälter befolgen
Wasseraktivität / RH aw 0,55–0,65; RH im Glas 58–62 %
Licht Völlige Dunkelheit
Sauerstoff Wenig Kopfraum; Stickstoffspülung oder Vakuum bei langer Lagerung
Behälter Dicht verschlossenes Glas, dunkel aufbewahrt, oder lichtundurchlässige, mit Stickstoff gespülte Beutel
  1. Prüfen Sie vor dem Verschließen, dass aw bei 0,55–0,65 liegt. Bei kleinen Chargen ist der RH-Wert in einem verschlossenen Glas ein brauchbarer Ersatz.
  2. Verwenden Sie Gläser aus Braunglas mit dicht schließendem Deckel. Legen Sie bei Bedarf ein Zwei-Wege-Feuchtigkeitspack dazu.
  3. Lagern Sie die Gläser dunkel bei 15–18 °C.
  4. Öffnen Sie die Behälter so selten wie möglich, denn mit jedem Öffnen kommt Raumluft hinein.
  5. Für eine Lagerung über etwa sechs Monate sollten Sie Stickstoffspülung oder Tiefkühllagerung in Betracht ziehen und die Schritte zum Öffnen kalter Behälter befolgen.
  6. Beschriften Sie jeden Behälter mit Kultivar (Sorte), Partie-ID, Erntedatum und Datum des Curing-Abschlusses, und verbrauchen Sie die ältesten Bestände zuerst.

Nach Betriebsgröße:

  • Heimgrower (Gramm bis Hunderte Gramm): Gläser aus Braunglas mit einem Zwei-Wege-Pack mit 62 %, im kühlsten dunklen Schrank. Meiden Sie den Kühlschrank, es sei denn, Sie befolgen die Schritte zum Öffnen kalter Behälter. Rechnen Sie mit etwa sechs Monaten guter Qualität.
  • Kleiner gewerblicher Betrieb (Kilogramm): ein eigener Raum mit Split-Klimagerät (Wandgerät) bei etwa 18 °C. Ergänzen Sie ein Hygrometer mit Datenlogger, das die Messwerte über die Zeit aufzeichnet. Testen Sie aw, bevor Sie Blüten für die Langzeitlagerung verschließen.
  • Mittlerer Betrieb (Dutzende Kilogramm): ein Kühlraum mit 15 °C und 58–62 % RH. Verwenden Sie für alles, was länger als 60 Tage lagert, lichtundurchlässige, mit Stickstoff gespülte Beutel. Führen Sie den vollständigen Testplan durch und rotieren Sie die Bestände strikt, das Älteste zuerst.
  • Großbetrieb (Hunderte Kilogramm): doppelt ausgelegte Systeme für Temperatur- und Feuchteregelung, damit eines übernehmen kann, wenn das andere ausfällt. Dazu fortlaufende Aufzeichnung, formelle SOPs und Stickstoffspülung in großem Maßstab.

Teilen Sie Ihr Setup

Beschreiben Sie Ihr Lagersystem unter diesem Thema. Nennen Sie, wo Sie die Blüten aufbewahren, welche Temperatur und RH Sie messen und wie lange das Aroma erhalten blieb. Grower im gleichen Klima können so Ergebnisse vergleichen und Probleme früh erkennen.


Literatur

  • ASTM D8197-22: Wasseraktivitätsbereich von 0,55–0,65 für gelagerte getrocknete Cannabisblüten.
  • Die in diesem Leitfaden zitierten Lagerstudien (Zamengo et al. 2019; Taschwer & Schmid 2015; Lindholst 2010; Jaidee et al. 2022; Bini et al. 2024) sind mit vollständigen Quellenangaben und DOIs in Teil 1 aufgeführt: https://asiannabis.com/t/1376