Das Medium, in dem Ihre Wurzeln wachsen, bestimmt, wie Sie während des ganzen Durchgangs gießen und düngen. Dieser Bereich vergleicht gängige Substrate danach, wie sie Wasser und Luft halten, nicht danach, was auf dem Sack steht. Behandelt werden torfbasierte Mischungen, Kokossubstrat, Mineralwolle (Steinwolle) und Perlit. Außerdem geht es um inerte Medien, die selbst fast keine Nährstoffe enthalten. Anbauer nutzen sie in rezirkulierenden Systemen: Hydroponik-Anlagen, in denen die Nährlösung in einen Tank zurückläuft und wieder durch die Wurzeln gepumpt wird.
Wo Sie anfangen sollten
Als dieser Bereich eröffnet wurde, gab es einen Referenzartikel. Lesen Sie ihn zuerst:
Zwei verwandte Themen finden Sie im Bereich Dünger:
- Organische vs. mineralische Nährstoffe, lebendige Erde und Direktsaat: Wie jede Methode die Pflanze ernährt – und wie Sie lebendige Erde in der thailändischen Hitze führen
- pH und EC für Cannabis: Was sie messen und die Zielwerte für jedes Substrat und jede Wachstumsphase (Teil 1 von 2). Der pH-Wert zeigt, wie sauer eine Lösung ist. Der EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) zeigt, wie viel gelöstes Düngesalz sie enthält.
Warum derselbe Düngeplan in zwei Räumen unterschiedliche Ergebnisse bringt
Das Substrat legt drei Dinge fest. Erstens, wie oft Sie gießen müssen. Zweitens, wie stark das Medium puffert, also wie sehr es sich gegen plötzliche Änderungen von pH-Wert und Nährstoffgehalt wehrt.
Drittens legt das Substrat fest, wie viel Schaden ein einzelner Fehler anrichtet. Ein nachsichtiges Medium verkraftet eine ausgelassene Bewässerung oder eine zu stark angesetzte Düngerlösung eine Zeit lang. Ein Medium mit wenig Pufferung gibt den Schaden fast sofort an die Wurzeln weiter.
Deshalb können zwei Anbauer demselben Düngeplan folgen und trotzdem unterschiedliche Pflanzen bekommen, weil ihre Wurzeln in verschiedenen Medien stehen. Lesen Sie diesen Bereich daher vor den meisten Threads im Bereich Dünger, nicht danach.
Was Sie tun sollten: Bevor Sie den Düngeplan eines anderen Anbauers übernehmen, fragen Sie, welches Medium und welche Topfgröße er verwendet hat. Weichen diese von Ihren ab, rechnen Sie damit, den Plan anpassen zu müssen. Messen Sie Ihr Drainwasser (das Wasser, das unten aus dem Topf läuft), um zu sehen, in welche Richtung Sie anpassen müssen.
Wie ein Medium Nährstoffe hält: die Kationenaustauschkapazität (CEC)
Viele Nährstoffe lösen sich in Wasser als positiv geladene Teilchen, sogenannte Kationen. Beispiele sind Calcium, Magnesium, Kalium und Ammonium. Natrium ist ebenfalls ein Kation, aber Pflanzen brauchen es nicht.
Manche Medien haben negativ geladene Oberflächen. Diese Oberflächen halten Kationen fest und geben sie langsam an die Wurzeln ab. Die Kationenaustauschkapazität (CEC) gibt an, wie viele Kationen ein Medium auf diese Weise halten kann.
Ein Medium mit höherer CEC wirkt wie ein kleiner Nährstoffspeicher im Topf. Es gleicht kleine Düngefehler aus und hält den pH-Wert stabiler. Ein Medium fast ohne CEC gibt alles weiter, was Sie hineingießen. Ein Fehler erreicht die Wurzeln dann sofort.
Im Allgemeinen haben Torf und humusreiche Erde die höchste CEC. Kokossubstrat liegt in der Mitte. Perlit, Mineralwolle und Blähton haben fast keine. Deshalb nennt man die letzte Gruppe „inert“.
| Medium | Hält Wasser | Hält Luft | Hält Nährstoffe (CEC) | Spielraum für Fehler |
|---|---|---|---|---|
| Torfbasierte Mischung | Hoch | Mittel, mehr mit Perlit-Zusatz | Hoch | Am größten |
| Kokossubstrat | Hoch | Hoch | Mittel; kommt bereits mit Kalium und Natrium beladen an | Mittel |
| Mineralwolle (Steinwolle) | Hoch | Mittel | Fast keine | Gering |
| Perlit | Niedrig | Hoch | Fast keine | Gering |
| Blähton | Niedrig | Sehr hoch | Fast keine | Am geringsten |
Was Sie tun sollten: Entscheiden Sie, wie viel Pufferung Sie brauchen, bevor Sie ein Medium wählen. Wenn Sie Anfänger sind oder die Pflanzen nicht täglich kontrollieren können, wählen Sie ein Medium mit etwas CEC. Es lässt Ihnen mehr Spielraum für Fehler.
Kokossubstrat: waschen, puffern, dann ab der ersten Bewässerung düngen
Kokossubstrat wird aus Kokosnussschalen hergestellt. Seine Fasern halten schon vor dem Kauf Kalium und Natrium an ihren Austauschplätzen. Ein Teil dieses Salzes stammt aus der Schale selbst, ein Teil aus der Verarbeitung. Daraus entstehen zwei Probleme.
Erstens kann freies Salz in ungewaschenem Kokossubstrat junge Wurzeln verbrennen. Zweitens tauscht ungepuffertes Kokossubstrat sein Kalium und Natrium gegen das Calcium und Magnesium in Ihrer Nährlösung. Sämlinge und Stecklinge zeigen dann in den ersten Wochen Calcium- oder Magnesiummangel, obwohl Ihre Düngerlösung genug davon enthält.
Die vier Schritte unten verhindern beide Probleme.
- Waschen. Damit entfernen Sie freies Salz. Weichen Sie das Kokossubstrat in sauberem Wasser ein, lassen Sie es abtropfen und wiederholen Sie den Vorgang. Messen Sie jedes Mal den EC-Wert des ablaufenden Wassers. Hören Sie auf, wenn er nahe am EC-Wert Ihres Ausgangswassers liegt.
- Puffern. Damit füllen Sie die Austauschplätze mit Calcium und Magnesium, bevor die Pflanze eingesetzt wird. Weichen Sie das gewaschene Kokossubstrat in Wasser mit einem Calcium-Magnesium-Zusatz (oft als „CalMag“ verkauft) in der Konzentration laut Etikett ein. Lassen Sie es dann abtropfen.
- Prüfen. Damit sehen Sie, ob das Kokossubstrat noch Salz abgibt oder den pH-Wert verschiebt. Gießen Sie noch einmal und messen Sie pH- und EC-Wert des Drainwassers.
- Ab der ersten Bewässerung düngen. Verwenden Sie einen Dünger, der Calcium und Magnesium enthält. Das kann ein Dünger speziell für Kokos sein oder Ihr Basisdünger plus CalMag in der Dosierung laut Etikett. Kokossubstrat tauscht weiter Kationen aus. Wenn Sie mit reinem Wasser beginnen, kehrt der Mangel zurück, den Sie gerade verhindert haben.
Messen Sie während des Durchgangs mehrmals pro Woche den EC-Wert des Drainwassers. Steigt er deutlich über den EC-Wert Ihrer Düngerlösung, sammelt sich Salz im Topf. Gießen Sie dann so reichlich, dass mehr Drainwasser abläuft, bis der Wert wieder sinkt.
Manche Säcke tragen die Aufschrift „gepuffert“ oder „vorgewaschen“. Führen Sie Schritt 3 trotzdem an einer Probe durch, denn die Qualität hinter diesen Angaben kann von Charge zu Charge schwanken.
Anmerkung der Übersetzung: Kokossubstrat von lokalen Herstellern in Thailand und Südostasien ist günstig und leicht erhältlich. Die Qualität schwankt jedoch zwischen Herstellern und zwischen Chargen, und manche Säcke enthalten noch viel Natrium und Kalium. Bevor Sie einen ganzen Raum befüllen, weichen Sie eine kleine Probe in sauberem Wasser ein und messen den EC-Wert dieses Wassers. Testen Sie jede neue Charge auf dieselbe Weise. Liegt eine Charge deutlich höher als die anderen, waschen Sie sie länger oder verwenden Sie sie nicht.
Anmerkung der Übersetzung: Leitungs- und Brunnenwasser in der Region kann bereits Calcium und Magnesium enthalten. Messen Sie Ihr eigenes Wasser, bevor Sie entscheiden, wie viel CalMag Sie zugeben. Wie das geht, erklärt Gießwasser für lebendige Erde: Chloramin, hartes Wasser und enthärtetes Wasser. Ob ein Zusatz in Thailand legal verkauft wird, können Sie mit Überprüfung, ob ein Düngemittel in Thailand legal ist prüfen. Wo Sie ihn bekommen, erfahren Sie beim offiziellen Vertriebspartner in Thailand oder im Bereich Dünger.
Torfbasierte Mischungen: die Startdüngung und der pH-Wert
Die meisten abgepackten torfbasierten Mischungen enthalten bereits Startdünger und Kalk. Diese Startdüngung ernährt die Pflanze in den ersten Wochen. Wie lange, hängt vom Produkt und davon ab, wie oft Sie gießen. Wenn Sie zusätzlich ab dem ersten Tag mit voller Stärke düngen, addiert sich Ihre Düngerlösung zur Startdüngung und kann für junge Wurzeln zu stark sein.
Was Sie tun sollten: Prüfen Sie auf dem Sack, ob Dünger zugesetzt ist, etwa anhand von NPK-Angaben oder dem Hinweis „vorgedüngt“. Messen Sie in den ersten zwei Wochen vor jeder Düngung den EC-Wert des Drainwassers. Solange er hoch bleibt, geben Sie reines Wasser mit dem richtigen pH-Wert oder eine schwache Düngerlösung. Starten Sie Ihren vollen Plan, sobald der Wert sinkt.
Den pH-Wert von rohem Torf oder saurer Erde anheben: Kalk oder Dolomit
Rohes Torfmoos ist sauer, ebenso viele tropische Böden. Roher Sphagnum-Torf hat oft einen pH-Wert von etwa 3,5–4,5. Ohne Kalk ist er für Cannabiswurzeln zu sauer. In einer torfbasierten Mischung zielen Anbauer meist auf einen pH-Wert in der Wurzelzone von etwa 5,8–6,2. Angehoben wird der pH-Wert mit gemahlenem Kalkstein. Es gibt zwei Hauptarten:
- Calcitkalk (Calciumcarbonat) hebt den pH-Wert und liefert Calcium.
- Dolomitkalk (Calcium-Magnesium-Carbonat) hebt den pH-Wert und liefert sowohl Calcium als auch Magnesium.
Wählen Sie Dolomit, wenn Ihr Wasser und Ihr Dünger wenig Magnesium liefern. Wählen Sie Calcitkalk, wenn Sie bereits genug Magnesium geben. Beide wirken langsam und brauchen Feuchtigkeit, um zu reagieren; je feiner gemahlen, desto schneller die Reaktion. Halten Sie sich an die Dosierung auf dem Produktetikett, denn die richtige Menge hängt vom Torf und vom gewünschten pH-Wert ab. Mischen Sie den Kalk ein, halten Sie die Mischung einige Tage feucht und machen Sie vor dem Pflanzen einen Slurry-Test.
Den pH-Wert des Substrats testen
Der pH-Wert des Wassers, das Sie gießen, ist nicht der pH-Wert an den Wurzeln. Zwei einfache Tests messen den pH-Wert direkt in der Wurzelzone:
- Slurry-Test: Mischen Sie einen Teil feuchtes Medium mit zwei Teilen destilliertem Wasser (nach Volumen) und lassen Sie es 30 Minuten stehen. Messen Sie dann den pH-Wert des Wassers.
- Pour-Through-Test: Gießen Sie den Topf wie gewohnt und warten Sie 30–60 Minuten. Gießen Sie dann gerade so viel destilliertes Wasser oben auf, dass Sie etwa 50 ml Drainwasser auffangen, und messen Sie den pH-Wert dessen, was herausläuft. Größere Töpfe brauchen mehr Wasser.
Kalibrieren Sie Ihr pH-Messgerät vor jeder Testreihe, denn ein unkalibriertes Gerät liefert falsche Werte. Testen Sie einmal vor dem Pflanzen, um zu bestätigen, dass der Kalk gewirkt hat. Testen Sie danach in regelmäßigen Abständen und notieren Sie jedes Ergebnis, damit Sie sehen, ob der pH-Wert während des Durchgangs abdriftet.
Topfgröße und Struktur bestimmen den Nass-Trocken-Zyklus
Der Nass-Trocken-Zyklus ist der Rhythmus zwischen einer Bewässerung und der nächsten. Direkt nach dem Gießen sind die Poren im Medium mit Wasser gefüllt. Während die Pflanze trinkt und Wasser verdunstet, strömt wieder Luft in die Poren. Wurzeln brauchen sowohl Wasser als auch Luft.
Wie lange ein Zyklus dauert, hängt von zwei Faktoren gemeinsam ab. Das erste ist die Struktur des Mediums: wie grob es ist und wie viel Wasser es hält. Das zweite ist die Topfgröße.
Ein größerer Topf hält mehr Wasser pro Wurzel, und sein unterer Teil bleibt länger nass. Dadurch trocknet dasselbe Medium in einem größeren Topf langsamer und verhält sich wie ein feuchteres Medium. In der Praxis ist eine andere Topfgröße wie ein anderes Medium.
Was Sie tun sollten: Heben Sie jeden Topf direkt nach dem Gießen an und noch einmal, wenn er wieder Wasser zu brauchen scheint. So lernen Sie sein Nass- und sein Trockengewicht kennen. Notieren Sie zwei Wochen lang für jede Topfgröße die Anzahl der Tage zwischen den Bewässerungen. Dann können Sie gießen, wenn die Pflanze es braucht, nicht nach Kalender. Wenn Sie eine Pflanze in einen größeren Topf setzen, lesen Sie Cannabis umtopfen.
Inerte Medien und rezirkulierende Systeme
Mineralwolle, Perlit und Blähton halten fast keine Nährstoffe und puffern den pH-Wert kaum. Die Wurzeln bekommen genau das, was die Lösung ihnen gibt. In einem rezirkulierenden System passiert dieselbe Lösung die Wurzeln immer wieder, sodass sich ihr pH- und EC-Wert mit jedem Durchlauf ändern.
Was Sie tun sollten: Messen Sie täglich pH- und EC-Wert im Tank und schreiben Sie sie auf. Die Veränderungen zeigen, was die Pflanzen aufnehmen, und machen ein Problem oft sichtbar, bevor es die Blätter tun.
Düngung der einzelnen Medien bei heißem, feuchtem Wetter
Anmerkung der Übersetzung: Bei 30–35 °C trinken Pflanzen mehr, und Medien trocknen schneller. Wenn Wasser verdunstet, konzentrieren sich die zurückbleibenden Salze um die Wurzeln. Kleine Töpfe und Medien, die wenig Wasser halten, wie Perlit und Blähton, spüren das zuerst.
Anmerkung der Übersetzung: Die Regenzeit bringt das umgekehrte Problem. Bei feuchter Luft verliert die Pflanze weniger Wasser über die Blätter, sodass das Medium länger nass bleibt. Wurzeln in nassem Medium ohne Luft sind durch Wurzelfäule gefährdet. Torfbasierte Mischungen in großen Töpfen halten das meiste Wasser und tragen daher das höchste Risiko.
Anmerkung der Übersetzung: Nutzen Sie die folgenden Punkte als Ausgangswerte und passen Sie sie nach Ihren eigenen Drainwasser-Messungen an.
- Torfbasierte Mischung: Gießen Sie in heißen, trockenen Phasen, wenn sich der Topf leicht anfühlt, nicht an einem festen Tag. Gießen Sie in der Regenzeit seltener und mischen Sie Perlit unter, damit die Wurzeln mehr Luft bekommen.
- Kokossubstrat: Kokos hält viel Luft und verträgt daher häufiges Gießen. Gießen Sie bei Hitze öfter und geben Sie bei jeder Bewässerung Dünger mit. Lassen Sie es nicht völlig austrocknen, weil sich das zurückbleibende Salz um die Wurzeln konzentriert.
- Inerte Medien und rezirkulierende Systeme: Bei Hitze erwärmt sich der Tank. Warme Lösung hält weniger Sauerstoff für die Wurzeln, wie in Hydroponik bei 31 °C Reservoirtemperatur erklärt. Bei einem Stromausfall stoppt die Pumpe, und Perlit und Blähton trocknen schnell aus. Legen Sie im Voraus fest, wie Sie von Hand gießen, wenn der Strom ausfällt.
Was Sie tun sollten: Führen Sie für jeden Raum in jeder Jahreszeit ein einfaches Protokoll. Notieren Sie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Tage zwischen den Bewässerungen, EC-Wert der Düngerlösung und EC-Wert des Drainwassers. Nach einer heißen Saison und einer Regenzeit haben Sie einen Gieß- und Düngeplan, der zu Ihrem eigenen Medium passt.
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