Dies ist Teil 2. Teil 1: Cannabis in Asia: Origins, Fibre and Medicine in China, the Steppe and India (Part 1 of 2)
Teil 1 behandelte die Herkunft von Cannabis und seine frühe Geschichte in China, in der zentralasiatischen Steppe und in Indien. Dieser Teil behandelt Thailand, Japan und Korea. Danach wird erklärt, wie die internationalen Drogenverträge zu Verboten in ganz Asien führten und was sich seit 2018 geändert hat.
Es gelten dieselben Kennzeichnungen wie in Teil 1. „Belegt“ bedeutet: Es gibt einen datierten Text, ein Gesetz oder einen Bericht. „Berichtet“ bedeutet: Die Aussage stützt sich auf eine einzige Erwähnung in einer Übersichtsquelle, die hier nicht überprüft wurde. „Umstritten“ bedeutet, dass Fachleute uneins sind, und „Legende“ bedeutet, dass nichts Überprüfbares die Aussage stützt. Wenn Cannabis an Ihrem Wohnort illegal ist, lesen Sie diesen Text ausschließlich als Geschichte.
1. Thailand: Küche, Volksheilmittel, Strafrecht
In Südostasien wurde Cannabis früher als Kochzutat und Küchengewürz verwendet. Quellen verzeichnen außerdem eine traditionelle Verwendung zur Linderung von Geburtsschmerzen und als Mittel zur Muskelentspannung für körperlich arbeitende Menschen.
Kulinarik-Autoren schreiben oft, Cannabisblätter seien eine Standardzutat in der Brühe von Bootsnudeln und in manchen Currys gewesen. Die lebensmittelgeschichtliche Quelle dafür konnte nicht eingesehen werden. Die Aussage gilt daher als „berichtet“, nicht als überprüft. Mehr zum Thema finden Sie unter Kochen mit Cannabis in der thailändischen Küche.
Später verbot Thailand mit dem Cannabis-Gesetz B.E. 2477 (Cannabis Act) Besitz, Anbau, Verkauf und Konsum. B.E. steht für Buddhist Era, die buddhistische Zeitrechnung des thailändischen Kalenders. Damals begann das thailändische Jahr am 1. April, daher lief B.E. 2477 von April 1934 bis März 1935. Englischsprachige Quellen datieren das Gesetz entweder auf 1934 oder auf 1935. Das genaue Datum der Veröffentlichung in der Royal Gazette (dem thailändischen Gesetzblatt) wurde hier nicht bestätigt.
Das Betäubungsmittelgesetz B.E. 2522 (Narcotics Act, 1979) verschärfte das Verbot. Eine Pflanze, die als Gewürz und Volksheilmittel gedient hatte, war per Gesetz zu einer verbotenen Substanz geworden. Das Gesetz von 1979 hielt daran fest.
Was Sie tun können: Wenn sich ältere Verwandte an Cannabis beim Kochen oder in der Volksmedizin erinnern, stellen Sie ihnen drei Fragen. Um welches Gericht oder Heilmittel ging es? Welcher Teil der Pflanze wurde verwendet? In welchem Jahrzehnt war das? Posten Sie die Antworten unter diesem Thema. Genau diese Belege fehlen den schriftlichen Quellen.
2. Japan: Hanf als heiliges Material
Vorgeschichte, Ritual und Alltagsstoff
Cannabis ist tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Schon in der Jomon-Zeit, der prähistorischen Epoche der Jäger und Sammler in Japan, wurde es angebaut. In der darauffolgenden Yayoi-Zeit taucht Hanfgewebe an der Fundstätte Yoshinogari auf der Insel Kyushu auf. Der Yamato-Hof, der frühe Herrscherhof Japans, besteuerte Hanf bereits im Jahr 645.
In Japan wird Hanffaser auf eine Weise mit Reinheit verbunden, für die es anderswo in Asien kaum eine Entsprechung gibt. Shinto-Priester verwendeten sie zur rituellen Reinigung und zur Vertreibung böser Geister, und sie tun es bis heute. Hanf findet sich außerdem in:
- Shimenawa, den heiligen Seilen, die an Schreinen aufgehängt werden;
- Noren, den Stoffvorhängen in Türeingängen;
- dem Seilgürtel des Yokozuna, des höchsten Rangs im Sumo-Ringen;
- den kaiserlichen Insignien und der Zeremonie, mit der ein neuer Kaiser den Thron besteigt;
- Talismanen des Ise-Schreins (Ise Grand Shrine), eines bedeutenden Shinto-Schreins.
Im Alltag lieferte Hanf Seile, Bogensehnen, Fischernetze und traditionelles Papier. Einfache Leute trugen Hanf, Wohlhabende trugen Seide.
Der Bruch nach dem Krieg
Japan verabschiedete sein Cannabis-Kontrollgesetz (Taima Torishimari Ho) im Juli 1948, als das Land nach dem Zweiten Weltkrieg besetzt war. Das Gesetz verbot Einfuhr, Ausfuhr, Anbau, Verkauf, Kauf und Forschung mit Cannabisblüten und -blättern.
Einige Historiker vermuten, dass amerikanische Petrochemie-Unternehmen die japanische Hanffaser zurückdrängen wollten. Nach dieser Darstellung sollte so der Markt für Polyester und Nylon geöffnet werden. Die Quelle dieser These bezeichnet sie ausdrücklich als Spekulation.
Lizenzierte Hanfanbaubetriebe für industrielle Zwecke durften weitermachen, doch ihre Zahl sank stark. 1950 gab es etwa 25.000, bis 2016 nur noch 37. Rund 90 % davon lagen in der Präfektur Tochigi.
Im Dezember 2023 verabschiedete das Haus der Räte (House of Councillors), das Oberhaus des japanischen Parlaments, neue Gesetze. Sie legalisierten medizinisches Cannabis, stellten die nicht-medizinische Verwendung unter Strafe und führten Lizenzen für Anbauer ein.
Was Sie tun können: Wenn Sie die Petrochemie-Geschichte online teilen, kennzeichnen Sie sie als „Spekulation von Historikern“. So wissen andere Mitglieder, dass es sich nicht um eine gesicherte Tatsache handelt.
3. Korea: Stoff, Trauer und strenges Recht
Die Textiltradition
Cannabis war im alten Korea eine wichtige Kulturpflanze. Hanfgewebe wird dort bereits auf 3000 v. u. Z. datiert. Sambe, ein elfenbeinfarbener Hanfstoff, ist das bekannteste Erzeugnis dieser Tradition. Er wurde traditionell für Trauerkleidung verwendet, sowohl für die Verstorbenen als auch für die Trauernden.
Noch in den 1930er-Jahren wurde Hanf in Provinzen in ganz Korea angebaut. Ende der 1950er-Jahre umfasste die Anbaufläche etwa 9.000 Hektar. Lizenzierter Anbau besteht weiterhin rund um Andong in Gyeongbuk (Provinz Nord-Gyeongsang). Die Region ist seit 2020 eine Sonderregulierungszone für Industriehanf.
Vom Teilverbot zum vollständigen Verbot
Ein Betäubungsmittelgesetz (Narcotics Act) von 1957 führte „indisches Marihuana“ zusammen mit Opium und Kokain auf. Es verbot jedoch nur die in Indien angebaute Pflanze. Der koreanische Hanfanbau ging deshalb weiter.
In den 1960er-Jahren breitete sich der Cannabiskonsum von den Stützpunkten der US-Armee aus. 1976 führte Präsident Park Chung-hee das koreanische Cannabis-Kontrollgesetz (Cannabis Control Act) ein, ein vollständiges Verbot. Vorausgegangen war ein hartes Durchgreifen im Winter 1975, bei dem mehr als fünfzig bekannte Unterhaltungskünstler festgenommen wurden. Unter ihnen war der Rockmusiker Shin Jung-hyeon.
Südkorea gehört nach wie vor zu den strengsten Ländern der Region. Für Verstöße im Zusammenhang mit Freizeitkonsum drohen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 50 Millionen Won. Die Behörden haben ihre Bürger wiederholt gewarnt, dass das koreanische Strafrecht auch im Ausland für sie gilt, selbst dort, wo Cannabis vor Ort legal ist.
Anmerkung der Übersetzung: Diese Warnung gilt auch in Thailand. Wenn Ihre Farm, Ihr Shop oder Ihre Klinik koreanische Gäste empfängt oder koreanische Staatsangehörige beschäftigt, sorgen Sie dafür, dass diese Bescheid wissen: Die thailändischen Regeln schützen sie nicht vor dem koreanischen Recht. Ein Gast, der hier Cannabis konsumiert, kann in seiner Heimat trotzdem strafrechtlich verfolgt werden. Siehe auch das Thema zu Cannabis-Regeln für Besucher in Thailand.
Was Sie tun können: Wenn Sie Gruppen aus Korea empfangen, nehmen Sie einen Satz zum koreanischen Recht in Ihre Besucherinformation auf. Das schützt Ihre Gäste und Ihren Ruf.
4. Die Welle der Verbote und wie sie funktionierte
Die Jahreszahlen
Die Verbote kamen in dieser Reihenfolge: Thailand B.E. 2477 (1934–35), Japan 1948, Korea und Nepal 1976, Indien 1985. Das waren keine voneinander unabhängigen nationalen Bewegungen, die zufällig zustande kamen. Jedes Verbot war das lokale Ergebnis eines internationalen Systems der Drogenkontrolle.
Der Vertrag von 1961
Das Einheitsübereinkommen über Suchtstoffe von 1961 (Single Convention on Narcotic Drugs) ist der wichtigste Vertrag der Vereinten Nationen über Suchtstoffe. Es ersetzte frühere Verträge, darunter das Haager Opiumabkommen von 1912 und die Genfer Abkommen von 1925 und 1931. Thailands Gesetz B.E. 2477 entstand vor dem Vertrag von 1961, als noch diese früheren Verträge galten.
Der Vertrag ordnet Drogen in Listen ein, die als Schedules bezeichnet werden. Cannabis und Cannabisharz kamen in Liste I, die eine strenge Kontrolle vorschreibt. Zusätzlich kamen sie in Liste IV. Sie umfasst Stoffe, die als besonders missbrauchsanfällig gelten und keinen medizinischen Nutzen haben, der den Schaden aufwiegen würde.
Diese Einstufung bestand bis zum 2. Dezember 2020. An diesem Tag nahm die Suchtstoffkommission (Commission on Narcotic Drugs), das UN-Gremium, das über die Listen entscheidet, den Beschluss 63/17 an. Mit dem Beschluss wurden Cannabis und Cannabisharz aus Liste IV gestrichen. Er folgte Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2019.
Zwei Artikel, die für Asien wichtig waren
Artikel 28 verpflichtet Regierungen, den Cannabisanbau für medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu kontrollieren. Er stellt jedoch klar, dass der Vertrag nicht für Anbau gilt, der ausschließlich industriellen Zwecken dient, also der Gewinnung von Fasern und Samen, oder dem Gartenbau. Deshalb blieb Hanf in Japan, Korea und China während der Jahrzehnte des Verbots (Prohibition) legal.
Artikel 49 erlaubte Ländern, traditionelle Praktiken wie den Cannabiskonsum nur für begrenzte Zeit beizubehalten. Sie mussten diese innerhalb fester Fristen nach Inkrafttreten des Vertrags beenden. Die Tradition bekam ein Ablaufdatum, keinen dauerhaften Platz.
Außerdem schließt die Cannabis-Definition des Vertrags die Blätter aus. Durch diese Lücke überlebte die Bhang-Kultur in Indien. Indiens Gesetz von 1985 übernahm denselben Ausschluss.
Anmerkung der Übersetzung: Die Ausnahme in Artikel 28 ist Teil eines internationalen Vertrags. Sie ersetzt nicht das thailändische Recht. Wenn Sie in Thailand Hanf anbauen wollen, prüfen Sie vor der Aussaat die aktuellen thailändischen Regeln. Was Thailand legal als Hanf verlassen darf, lesen Sie in diesem Thema.
Wie das System funktionierte, Schritt für Schritt
- Sich auf das Problem einigen. Staaten mit sehr unterschiedlichen Interessen mussten sich auf eine Definition einigen. Die Verhandlungsprotokolle zeigen eine Spaltung. Industriestaaten, die Arzneimittel herstellten, darunter die Vereinigten Staaten, drängten auf eine strenge Kontrolle des pflanzlichen Rohmaterials. Erzeugerstaaten mit langer kultureller Nutzung, darunter Indien, die Türkei, Pakistan und Burma (heute Myanmar), wollten schwächere Kontrollen und eine Entschädigung für die Kosten der Umsetzung.
- Ratifizieren. Mit der Ratifizierung des Vertrags verpflichtete sich ein Land, entsprechende nationale Gesetze zu erlassen.
- Druck Land für Land ausüben. Druck zwischen einzelnen Regierungen schloss die verbleibenden Lücken. Quellen stellen ausdrücklich fest, dass Indien 1985 auf Druck der Vereinigten Staaten Charas verbot. Sie berichten außerdem, dass Nepal 1973 auf Druck der Vereinigten Staaten und anderer Länder alle Cannabislizenzen widerrief und Cannabis 1976 gesetzlich verbot.
- Direkte Kontrolle. Japans Gesetz von 1948 entstand, während das Land besetzt war. Das war eine direktere Form desselben Prozesses.
Was Sie tun können: Wenn jemand online behauptet, ein Land habe ein Verbot „erzwungen“, prüfen Sie, welchen dieser vier Schritte er meint. Nennen Sie dann das Datum des nationalen Gesetzes und den Vertrag, auf dem es beruht.
5. Die Umkehr, ohne Übertreibung
Thailand öffnete sich und schränkte dann wieder ein
Thailand legalisierte 2018 medizinisches Cannabis. Es wird oft als erstes asiatisches Land bezeichnet, das diesen Schritt ging. Allerdings wird auch Südkorea, im November desselben Jahres, als erstes Land in Ostasien beschrieben. Die Aussage, Thailand sei „das erste“ Land gewesen, ist also nicht eindeutig.
Am 8. Mai 2022 kündigte die Regierung an, ab dem 9. Juni 2022 eine Million Pflanzen kostenlos zu verteilen. Im Juni 2022 wurde die Cannabisblüte von der nationalen Betäubungsmittelliste gestrichen. Dieser Schritt wird mit Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul von der Bhumjaithai-Partei in Verbindung gebracht. Rund 4.200 Häftlinge wurden freigelassen.
Danach verkauften Abgabestellen (Dispensaries) Blüten ohne Rezept, – nach Darstellung der Quellen in einer rechtlichen Grauzone. Die öffentliche Debatte führte zu einer Korrektur, nicht zu einer weiteren Öffnung. Unter Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin wurde die Cannabisblüte am 26. Juni 2025 zum kontrollierten Heilkraut. Der Verkauf war damit auf die medizinische Verwendung mit Rezept beschränkt. Insgesamt hat Thailand sich geöffnet, eine Regulierungslücke gelassen und ist dann teilweise zurückgerudert. Den vollständigen Ablauf finden Sie im Überblick über die thailändischen Cannabis-Regeln von 2022 bis 2026.
Anmerkung der Übersetzung: Das bedeuten die aktuellen Regeln für Sie, wenn Sie in Thailand anbauen oder verkaufen.
- Seit dem 26. Juni 2025 ist die Cannabisblüte ein kontrolliertes Heilkraut. Rechtsgrundlage ist die Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Gesundheitsministeriums. Sie wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der thailändischen traditionellen Medizin B.E. 2542 (Thai Traditional Medicine Protection Act) erlassen.
- Blüten dürfen nur gegen ein Rezept nach PT 33 (ภ.ท.33) verkauft werden, und zwar höchstens für den Bedarf von 30 Tagen.
- Werbung für Blüten ist verboten, ebenso der Online-Verkauf. Das gilt auch für Beiträge in diesem Forum. Siehe die Werberegeln auf Asiannabis.
- Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 ist seit dem 30. April 2026 in Kraft. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Blüten.
- Die Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569 ist seit dem 26. April 2026 in Kraft. Sie schränkt ein, wer eine Lizenz für Extrakte mit mehr als 0,2 % THC (Tetrahydrocannabinol, der wichtigste berauschende Wirkstoff) erhalten kann. Nur drei Arten von Lizenzinhabern kommen infrage: thailändische juristische Personen, die nach dem Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeit B.E. 2542 (Foreign Business Act) nicht als „ausländisch“ gelten, staatliche Stellen und das Thailändische Rote Kreuz.
- Nach § 78 des Gesetzes von 1999 drohen bis zu ein Jahr Haft, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides.
- Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein Gesetz. Das Kabinett billigte den Entwurf am 22. September 2026 und leitete ihn an das Repräsentantenhaus weiter.
Was Sie tun können: Vergleichen Sie vor Ihrer nächsten Lizenzverlängerung Ihre Lizenz und Ihre Verkaufsunterlagen mit den Kriterien von 2569. So finden Sie mögliche Lücken, bevor ein Kontrolleur sie findet. Stützen Sie Ihre Farmplanung nicht auf den Gesetzentwurf, solange er nicht in Kraft ist.
Der Rest der Region
Im übrigen Asien ist die Lage von Vorsicht geprägt und von Land zu Land unterschiedlich. Die aktuellen Regeln Land für Land finden Sie unter Cannabis-Gesetze in Asien.
- Südkorea erlaubt drei namentlich festgelegte Arzneimittel über ein enges Einzelfallverfahren. Die Pflanze selbst und ihre natürlichen Derivate bleiben nicht zugelassen.
- Japan hat medizinisches Cannabis legalisiert und zugleich die nicht-medizinische Verwendung erstmals unter Strafe gestellt. Seit Dezember 2024 begrenzt Japan außerdem THC in CBD-Produkten (Cannabidiol, ein nicht berauschender Wirkstoff) auf Spurenmengen. Branchenverbände warnten, dass die meisten damals erhältlichen Produkte die Grenzwerte nicht einhalten würden.
- China hat den Anbau von Industriehanf nie landesweit verboten. Cannabis wird in der Provinz Yunnan verbreitet angebaut, besonders rund um Dali. Das Rauchen von Cannabis gilt als Verstoß gegen die öffentliche Sicherheit. Es wird in der Regel mit zehn bis fünfzehn Tagen Verwaltungshaft geahndet, zusätzlich kann eine Geldstrafe verhängt werden.
- Indien hält an der rechtlichen Unterscheidung zwischen den Pflanzenteilen fest. Uttarakhand ging im November 2015 dazu über, Industriehanf zu erlauben. Gujarat strich Bhang im Februar 2017 von seiner Liste berauschender Drogen. Im August 2022 entschied der High Court von Karnataka, dass Bhang nach dem Gesetz von 1985 nicht verboten ist.
Kein Land in Asien sollte Thailand als Vorbild zum Nachahmen betrachten. Wenn Cannabis an Ihrem Wohnort illegal ist, lesen Sie diesen Artikel als Geschichte und nichts weiter.
6. Zeitleiste: Was die Quellenlage stützt
v. u. Z. bedeutet „vor unserer Zeitrechnung“ (entspricht v. Chr.), u. Z. bedeutet „unserer Zeitrechnung“ (entspricht n. Chr.).
| Ungefähres Datum | Ort | Ereignis | Stärke der Belege |
|---|---|---|---|
| 8000 v. u. Z. | Oki-Inseln, Japan | Cannabis-Achänen (samenartige Früchte) an einer Fundstätte | Eine Erwähnung, berichtet |
| Fünftes Jahrtausend v. u. Z. | China, Yangshao-Kultur | Abdrücke von Hanffasern auf Keramik | Mehrfach bestätigt |
| 3000 v. u. Z. | Korea | Proben von Hanfgewebe | Mehrfach bestätigt |
| ca. 1200–1000 v. u. Z. | Indien | Entstehung des Atharvaveda | Identität der Pflanze umstritten |
| ca. 200–250 u. Z. | China | Zusammenstellung des Shennong Bencaojing | Zuschreibung ist Legende |
| 456–536 | China | Tao Hongjing schreibt über Hanfsamen | Belegt |
| 645 | Japan | Yamato-Hof besteuert Hanf | Berichtet |
| ca. 1123 | Ägypten unter der Fatimiden-Dynastie | Wort „Haschisch“ erstmals schriftlich festgehalten | Belegt |
| 1798 | Britisch-Indien | Steuer auf Bhang, Ganja und Charas | Belegt |
| 1893–1894 | Britisch-Indien | Indian Hemp Drugs Commission tagt und legt Bericht vor | Belegt |
| 1934–35 (B.E. 2477) | Thailand | Cannabis-Gesetz (Cannabis Act) | Belegt; genaues Datum nicht bestätigt |
| 1948 | Japan | Cannabis-Kontrollgesetz | Belegt |
| 1961 | International | Einheitsübereinkommen listet Cannabis | Belegt |
| 1976 | Südkorea und Nepal | Vollständige Verbote | Belegt |
| 1985 | Indien | Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act | Belegt |
| 2018 | Thailand und Südkorea | Medizinisches Cannabis legalisiert | Belegt |
| 2. Dezember 2020 | International | Cannabis aus Liste IV gestrichen | Belegt |
| 26. Juni 2025 | Thailand | Blüte wird kontrolliertes Heilkraut | Belegt |
7. Was die Quellen zeigen – im Vergleich zu verbreiteten Behauptungen
| Behauptung, die Ihnen begegnen wird | Was die Quellenlage stützt |
|---|---|
| Shen Nung verzeichnete Cannabis im Jahr 2737 v. u. Z. | Legende. Er ist eine mythische Figur ohne belegte Regierungszeit. Der ihm zugeschriebene Text wurde um 200–250 u. Z. zusammengestellt |
| Der Atharvaveda nennt Cannabis unter fünf heiligen Pflanzen | Berichtet. Ob „bhanga“ Cannabis bedeutet, ist weiterhin umstritten |
| Cannabis war das Soma des Rigveda | Eine offene Hypothese, kein Befund |
| Cannabis wurde in Zentralasien domestiziert | Die ältere Standardauffassung, die derzeit revidiert wird |
| Es wurde vor etwa 12.000 Jahren in Ostasien domestiziert | Gestützt durch eine DNA-Studie von 2021 (Ren und Kollegen, Science Advances), als Schätzung mit großer Unsicherheitsspanne. Die ostasiatische Archäologie ist schon für sich genommen aussagekräftig |
| Cannabisblätter waren Standard in thailändischen Bootsnudeln und Currys | In kulinarischen Texten berichtet, hier nicht überprüft. Die Verwendung als Küchengewürz in Südostasien ist gestützt |
| Japans Verbot von 1948 wurde von amerikanischen Petrochemie-Unternehmen eingefädelt | Die Quelle selbst nennt dies eine Spekulation von Historikern |
| Der Vertrag von 1961 verbot den Hanfanbau | Falsch. Artikel 28 nimmt den Anbau ausschließlich für Fasern, Samen oder Gartenbau aus |
| Bhang ist in ganz Indien illegal | Das Gesetz von 1985 verbietet Charas und Ganja und klammert Blätter und Samen aus. Die Regeln der Bundesstaaten unterscheiden sich stark |
| Asien liberalisiert sich | Übertrieben. Ein Land hat sich geöffnet und dann wieder eingeschränkt, und der Großteil der Region bleibt restriktiv |
Was Sie tun können: Halten Sie diese Tabelle griffbereit. Wenn eine dieser Behauptungen in einem Thread auftaucht, antworten Sie mit der passenden Zeile und einer Quelle.
8. Warum diese Geschichte für Sie wichtig ist
Eine Community, die ein falsches Datum wie 2737 v. u. Z. wiederholt, verliert an Glaubwürdigkeit, wenn sie eine wirklich wichtige Aussage treffen muss. Die korrekte Version ist zudem interessanter. Sie umfasst:
- eine sehr alte Faser- und Nahrungspflanze in Ostasien;
- drei unterschiedliche Zubereitungen in Südasien, die bis heute Teil gelebter religiöser Praxis sind;
- ein rituelles Material in Japan mit ununterbrochener Geschichte;
- ein Verbot im 20. Jahrhundert, das über ein Vertragssystem kam, mit einer Ausnahme für Fasern und einer Frist für die traditionelle Verwendung.
Nichts hier beschreibt, was Cannabis im Körper bewirkt. Die historische medizinische Verwendung wird ausschließlich als Geschichte dargestellt.
Die nächste Ebene können schriftliche Quellen nicht liefern, die Mitglieder aber schon. Viele von Ihnen stammen aus Familien, die Hanf angebaut, gewebt oder damit gekocht haben oder sich noch an die Zeit erinnern, als sich das Gesetz änderte. Haben Ihre Großeltern Hanfstoff für die Trauer aufbewahrt? Stand vor 1979 eine Pflanze hinter dem Haus im Isan (Nordosten Thailands)? Hat Ihre Familie ein Bhang-Rezept, das älter ist als jeder heute Lebende? Baut ein Schrein in Ihrer Nähe seine rituelle Faser noch selbst an? Bitte posten Sie Ihre Antworten unter diesem Thema. Erinnerungen aus Familien und Orten sind genau das, was in der schriftlichen Überlieferung fehlt, und diese Community kann sie beisteuern. Korrekturen sind ebenso willkommen, idealerweise mit Quellenangabe.
Quellen zu Teil 2
- Einheitsübereinkommen über Suchtstoffe (Single Convention on Narcotic Drugs), 1961, einschließlich der Artikel 28 und 49, mit den Verhandlungsprotokollen.
- Suchtstoffkommission (Commission on Narcotic Drugs), Beschluss 63/17, 2. Dezember 2020, nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation von 2019.
- Thailand: Cannabis Act B.E. 2477; Narcotics Act B.E. 2522; Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Gesundheitsministeriums; Ministerialverordnung über Cannabis- oder Hanfextrakte B.E. 2569; Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569; Thai Traditional Medicine Protection Act B.E. 2542, § 78.
- Japan: Cannabis-Kontrollgesetz (Taima Torishimari Ho), Juli 1948; vom Haus der Räte (House of Councillors) verabschiedete Gesetzgebung, Dezember 2023.
- Südkorea: Narcotics Act, 1957; Cannabis Control Act, 1976.
- Indien: Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act, 1985; Urteil des High Court von Karnataka zu Bhang, August 2022.
- Ren G, Zhang X, Li Y, et al. Large-scale whole-genome resequencing unravels the domestication history of Cannabis sativa. Science Advances, 2021; 7(29): eabg2286.
Dieser Artikel ist Teil der Bildungsreihe der Asiannabis Community zu Geschichte und Kultur von Cannabis. Er dient der Bildung in Rechtsordnungen, in denen Cannabis gesetzlich erlaubt ist.