Autoflower-Cannabis: Düngung, Klima, Erntezeitpunkt, Ernteplanung und Freilandanbau in Thailand (Teil 2 von 2)

Autoflower-Cannabis beginnt in einem festen Alter zu blühen, etwa 3–5 Wochen nach der Aussaat. Die Pflanze wartet nicht darauf, dass die Nächte länger werden. Dieses Merkmal stammt von Cannabis ruderalis, einer Wildpflanze aus Gebieten mit kurzen nördlichen Sommern. Der Zyklus einer Autoflower ist kurz, und Sie können ihn nicht anhalten. Deshalb müssen Düngung, Klima und Erntezeitpunkt in diesen festen Zeitplan passen. Dieser Teil behandelt zuerst die Düngerstärke in jeder Phase und dann Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Temperatur der Wurzelzone. Außerdem geht es um den Erntezeitpunkt, gestaffelte Ernten, den Jahresertrag und den Freilandanbau in Thailand.

Teil 1 erklärt, woher das Merkmal stammt, wie Sie Saatgut auswählen und worin sich Topfgröße, Licht und Training von Photoperioden-Pflanzen unterscheiden. Photoperioden-Pflanzen sind Pflanzen, die zu blühen beginnen, wenn die Nächte länger werden.

Dies ist Teil 2. Teil 1: https://asiannabis.com/t/1326

7. Autoflowers düngen

7.1 Schwächer düngen als bei Photoperioden-Pflanzen

Autoflowers brauchen in der Regel eine schwächere Nährlösung als Photoperioden-Pflanzen ähnlicher Größe. Meist wird das mit ihrer kleineren Wurzelmasse und ihrem schnelleren Lebenszyklus erklärt. Ein sicherer Ausgangspunkt ist ein EC-Wert, der 10–20 % unter einem Düngeplan für Photoperioden-Pflanzen liegt. Der EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) misst in mS/cm, wie viel gelöster Dünger in der Lösung ist (Grundlagen zu pH und EC).

Richtwerte für den EC bei Autoflowers in Kokos oder Hydroponik:

  • Keimling (Tag 1–14): 0,4–0,8 mS/cm
  • Wachstumsphase (Tag 14–28): 0,8–1,2 mS/cm
  • Frühe Blüte (Woche 4–6): 1,2–1,8 mS/cm
  • Mittlere Blüte (Woche 6–9): 1,4–2,0 mS/cm
  • Späte Blüte (Woche 9 bis zur Ernte): 1,0–1,4 mS/cm, Woche für Woche sinkend

Anmerkung der Übersetzung: Messen Sie den EC Ihres eigenen Wassers, bevor Sie Dünger zugeben. Leitungswasser, Brunnenwasser und Regenwasser können sich in Thailand stark unterscheiden (Thema zum Gießwasser). Der EC, den Ihr Wasser schon mitbringt, zählt zum Zielwert dazu. Kaufen Sie nur Dünger, die in Thailand legal verkauft werden (so prüfen Sie das).

7.2 Wie oft gießen und düngen?

In Kokos brauchen ausgewachsene Autoflowers bei heißem Wetter unter Umständen zweimal täglich Wasser. Orientieren Sie sich dabei am EC des Drainagewassers. Drainagewasser ist das Wasser, das unten aus dem Topf abläuft. Steigt sein EC über 2,5 mS/cm, reichern sich Düngesalze um die Wurzeln an. Gießen Sie dann einmal mit reinem Wasser, um die Salze auszuwaschen, und senken Sie danach die Düngerstärke.

7.3 Umstellung von Stickstoff auf Phosphor und Kalium

Autoflowers beginnen früher zu blühen, als viele Grower erwarten. Stellen Sie an Tag 25–28 auf einen Dünger mit weniger Stickstoff (N) und mehr Phosphor und Kalium (PK) um (NPK erklärt). Tun Sie das auch dann, wenn Sie noch keine Blüten sehen. Zu diesem Zeitpunkt hat die hormonelle Umstellung auf die Blüte meist schon begonnen, und die Pflanze verwertet den neuen Dünger gut.

Das können Sie tun: Notieren Sie bei jedem Gießen den EC der Nährlösung und den EC des Drainagewassers. Steigt der EC im Drainagewasser, warnt Sie das vor Salzablagerungen, noch bevor die Blätter Schäden zeigen.

8. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wurzelzone

8.1 Temperatur

Wegen ihrer Ruderalis-Abstammung vertragen Autoflowers Kälte unter Umständen besser als reine Sativa-Sorten. Trotzdem wachsen sie am schnellsten im selben Temperaturbereich wie anderes Cannabis:

  • Optimale Tagestemperatur: 22–28 °C
  • Optimale Nachttemperatur: 18–24 °C
  • Unter 15 °C: Der Stoffwechsel der Pflanze verlangsamt sich stark, und das Wachstum stoppt.
  • Über 30 °C: Es tritt Hitzestress auf. Die Blätter rollen sich nach oben, und die Stomata (winzige Poren im Blatt) schließen sich.

Im Freiland in den Tropen ist in den heißesten Monaten Hitze das Hauptrisiko, nicht Kälte. Ein Schattiernetz, das 30–50 % des Lichts abhält, kann die Temperatur am Kronendach in der Nachmittagshitze um 3–5 °C senken. Spannen Sie es nur nachmittags auf, damit die Pflanze morgens weiterhin volles Licht bekommt.

Anmerkung der Übersetzung: Innenräume ohne Kühlung erreichen in Thailand oft 30–35 °C. Das liegt über der Grenze, ab der Hitzestress auftritt. Um die Zielwerte in diesem Abschnitt und in der Tabelle unten zu erreichen, brauchen Sie in der Regel eine Klimaanlage und einen Luftentfeuchter. Protokollieren Sie vor dem Gerätekauf eine Woche lang die niedrigste und die höchste Temperatur auf Höhe des Kronendachs. Das Protokoll zeigt, wie weit Sie vom Zielwert entfernt sind. Das Forenthema zur Dimensionierung der Kühlung für einen thailändischen Raum hilft Ihnen dann bei der Wahl der Leistung.

8.2 Luftfeuchtigkeit im Lebenslauf einer Autoflower

Das VPD funktioniert bei Autoflowers genauso wie bei Photoperioden-Pflanzen. Das VPD (Dampfdruckdefizit) fasst Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einer Zahl zusammen. Es zeigt, wie stark die Luft den Blättern Wasser entzieht. Autoflowers durchlaufen jede Phase schneller, deshalb ändern sich auch die Zielwerte schneller. In der Tabelle steht rF für relative Luftfeuchtigkeit.

Woche ab Aussaat Phase Ziel-rF Zieltemperatur
1–2 Keimling 70–80 % 23–25 °C
2–4 Frühe Wachstumsphase 60–70 % 24–26 °C
4–6 Späte Wachstumsphase / frühe Blüte 55–65 % 23–25 °C
6–10 Mittlere bis späte Blüte 45–55 % 22–24 °C
10 bis zur Ernte Abschlussreife 40–50 % 20–23 °C

In der späten Blüte ist die Luftfeuchtigkeit bei Autoflowers genauso wichtig wie bei Photoperioden-Pflanzen. Botrytis (Blütenfäule) befällt jede Genetik gleichermaßen. Eine Autoflower mit dichten Buds ist in ihren letzten Wochen bei 70 % rF oder mehr genauso gefährdet wie eine Indica in derselben Luft.

Anmerkung der Übersetzung: In der thailändischen Regenzeit bleibt die Luftfeuchtigkeit im Freien und in Räumen ohne Luftentfeuchter oft weit über 50 % rF. Feuchte Buds erhöhen außerdem das Risiko für Schimmelpilzgifte (Mykotoxine). Hängen Sie ein Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmesser) auf Höhe des Kronendachs auf. Notieren Sie in den letzten drei Wochen jeden Tag den Messwert. Liegt er dauerhaft über den Werten der Tabelle, entfeuchten Sie zusätzlich oder planen Sie eine frühere Ernte.

8.3 Temperatur der Wurzelzone

Die Temperatur der Wurzelzone wird von Growern oft übersehen. Sie beeinflusst stark, wie gut die Wurzeln Nährstoffe aufnehmen und wie aktiv die nützlichen Bodenmikroorganismen sind (Grundlagen zur Wurzelzone). Cannabiswurzeln arbeiten bei 18–22 °C am besten. In warmen Klimazonen kann Hitze im Wurzelbereich die Aufnahme von Stickstoff blockieren. Sie sehen dann Mangelsymptome, obwohl Sie ausreichend düngen. Die Wurzeln können unter Stress stehen, auch wenn die Luft am Kronendach in Ordnung scheint.

Messen Sie die Temperatur der Wurzelzone getrennt von der Lufttemperatur. Stecken Sie dafür ein Einstichthermometer ins Substrat. Halten Sie direkte Sonne von den Töpfen und Behältern fern. Wenn Sie einen Nährlösungstank nutzen, kühlen Sie ihn auf 20 °C oder darunter.

Anmerkung der Übersetzung: Um einen Tank bei thailändischer Hitze auf 20 °C zu halten, müssen Sie meist einen Wasserkühler (Chiller) kaufen und seinen Betrieb bezahlen. Das Thema zu Hydroponik bei 31 °C vergleicht drei Möglichkeiten: einen Kühler, nützliche Mikroorganismen oder ein anderes System. Bei Stromausfall stehen außerdem Kühler und Luftpumpen still. In einem Tiefwassersystem geht den Wurzeln dann schnell der Sauerstoff aus. Eine akkugestützte Notstromversorgung (USV, unterbrechungsfreie Stromversorgung) für die Luftpumpe verringert dieses Risiko. Messen Sie zum Einstieg eine Woche lang die Tanktemperatur zur heißesten Tageszeit.

9. Wann ernten?

9.1 Die Trichome prüfen

Trichome sind die winzigen Harzdrüsen auf den Buds und den Blättern direkt daneben. Das zuverlässigste Reifezeichen ist ihr Aussehen unter einer Juwelierlupe (eine kleine Lupe mit 30–60-facher Vergrößerung) oder einem digitalen Mikroskop (Trichom-Reife erklärt). Verlassen Sie sich eher auf die Trichome als auf die Erntewoche, die der Züchter angibt. Diese Woche ist ein Medianwert unter kontrollierten Bedingungen, und Ihre Bedingungen werden davon abweichen.

Was Ihnen die Trichomköpfe zeigen:

  • Alle klar: zu früh.
  • 60–70 % milchig bzw. trüb, der Rest klar: Der THC-Gehalt nähert sich seinem Höchstwert.
  • 80–90 % milchig mit 5–15 % bernsteinfarbenen Köpfen: THC auf dem Höchststand. Ein Teil des THC beginnt, sich zu CBN (Cannabinol) abzubauen.
  • 20 % oder mehr bernsteinfarben: Die Cannabinoid-Zusammensetzung hat sich verschoben, und die Wirkung ist stärker sedierend.

9.2 Farbe der Stempel

Stempel sind die weißen Härchen auf den Buds (Blütephasen). Sie sind ein zweites, weniger genaues Reifezeichen. Wenn sich 70–90 % orange oder rot verfärbt haben, nähert sich die Pflanze der Reife. Allerdings können auch Bestäubung, Berührung und Umweltstress ihre Farbe verändern. Deshalb sind Stempel weniger zuverlässig als Trichome.

Das können Sie tun: Prüfen Sie einige Buds oben und im unteren Bereich des Kronendachs. Notieren Sie jedes Mal den Anteil klarer, milchiger und bernsteinfarbener Köpfe. Ihre Aufzeichnungen zeigen den Verlauf, sodass Sie den Erntezeitpunkt nach dem festlegen, was Sie sehen, und nicht nach dem Kalender.

10. Mehrere Ernten planen

10.1 Gestaffelte Aussaat für eine Ernte alle 3 Wochen

Autoflowers blühen, ohne dass Sie den Lichtplan ändern müssen. Deshalb können Pflanzen unterschiedlichen Alters im selben Raum unter demselben Licht stehen. Sie können alle 2–3 Wochen eine neue Charge aussäen und fortlaufend ernten.

Ein üblicher Plan sieht so aus: Sie säen alle 3 Wochen 2–4 neue Samen aus, während die früheren Pflanzen blühen. In Woche 10 haben Sie dann Pflanzen in vier Altersstufen:

  • 10 Wochen: erntereif
  • 7 Wochen: mittlere Blüte
  • 4 Wochen: frühe Blüte
  • 1 Woche: Keimling

Nach den ersten 10 Wochen ernten Sie alle 3 Wochen, solange Sie weiter aussäen. Laut dem Originalartikel holen Pflanzen gestaffelten Alters unter einer Lampe das Meiste aus jeder Beleuchtungsphase heraus.

Anmerkung der Übersetzung: Der Originalartikel nennt diesen Plan „Sea of Green“ (SOG). Mit diesem Begriff ist aber meist etwas anderes gemeint: viele kleine Pflanzen, die dicht an dicht stehen und früh in die Blüte geschickt werden, damit sie ein gleichmäßiges Kronendach bilden (SOG und SCROG im Vergleich). Die Aussaat in Chargen für eine stetige Ernte heißt üblicherweise Perpetual Harvest, also Dauerernte (Plan für die Dauerernte). Beide Methoden funktionieren mit Autoflowers.

Anmerkung der Übersetzung: Pflanzen in unterschiedlichen Phasen brauchen unterschiedliche Luftfeuchtigkeit. Keimlinge wollen 70–80 % rF, Pflanzen in der späten Blüte 40–50 % (Abschnitt 8.2). Ein einziger Raum kann nicht beides bieten. Ziehen Sie Keimlinge in den ersten zwei Wochen unter einer durchsichtigen Haube oder in einem kleinen separaten Zelt heran und stellen Sie sie erst dann in den Raum. Kontrollieren Sie jede neue Charge auf Schädlinge, bevor sie in den Raum kommt, denn Schädlinge gehen leicht von älteren auf junge Pflanzen über.

10.2 Anbau rund ums Jahr

Autoflowers lassen sich das ganze Jahr über anbauen, ohne dass Sie den Lichtplan ändern. Das macht sie besonders praktisch für:

  • Klimazonen, in denen sich die Tageslänge kaum steuern lässt;
  • kleine, kontinuierliche Produktion;
  • Standorte ohne getrennte Räume für Wachstums- und Blütephase.

Das können Sie tun: Wenn Sie nur einen Raum haben, beginnen Sie wie oben beschrieben mit 2–4 Samen alle 3 Wochen. Passen Sie nach der ersten Ernte die Chargengröße an den Platz und die Trocknungskapazität an, die Sie tatsächlich haben.

11. Kosten und Ertrag pro Jahr

11.1 Kürzere Zyklen, mehr Ernten

Der wichtigste wirtschaftliche Vorteil von Autoflowers ist die kurze Zeit bis zur Ernte. Es passen mehr Zyklen in ein Jahr, während die festen Betriebskosten gleich bleiben:

Sortentyp Tage von der Aussaat bis zur Ernte Zyklen pro Jahr (direkt hintereinander)
Schnelle Autoflower 60–70 5,2–6,1
Standard-Autoflower 70–90 4,1–5,2
Photoperioden-Indica (6 Wochen Wachstum + 8 Wochen Blüte) etwa 100 3,7
Photoperioden-Sativa (6 Wochen Wachstum + 12 Wochen Blüte) etwa 130 2,8

Für kleine gewerbliche Grower sind Strom und Platz meist die wichtigsten Fixkosten. Mehr Zyklen pro Jahr bedeuten bei gleichen Kosten mehr Gesamtertrag.

11.2 Ertrag pro Quadratmeter und pro Watt

Rechnen Sie mit dem Jahresertrag, also dem Ertrag pro Ernte mal der Zahl der Ernten pro Jahr. So gerechnet können moderne Autoflowers pro Quadratmeter mit Photoperioden-Sorten mithalten. Pro Ernte kann eine große Photoperioden-Pflanze zwar noch immer mehr bringen als eine Autoflower. Dieser Abstand schrumpft aber deutlich, sobald Sie zählen, wie viele Zyklen in ein Jahr passen.

Anmerkung der Übersetzung: Die Tabelle geht davon aus, dass die Zyklen direkt aufeinander folgen, ohne Pause für Reinigung oder Trocknung. In Thailand kann die Kühlung einen großen Teil der Stromrechnung ausmachen. Notieren Sie für jeden Zyklus den Stromverbrauch (kWh) und den Trockenertrag in Gramm. Teilen Sie die Gramm durch die kWh. Das Ergebnis zeigt Ihnen anhand Ihrer eigenen Rechnung, ob Autoflowers oder Photoperioden-Pflanzen mehr Ertrag für den bezahlten Strom liefern.

12. Autoflowers im Freiland in Thailand

12.1 Die Rechtslage

Laut dem Originalartikel werden Autoflowers in Thailand legal im Rahmen des Hanf-Lizenzsystems angebaut, in dem Sorten mit zertifiziert niedrigem THC-Gehalt registriert sind. Wir konnten nicht bestätigen, dass in Thailand überhaupt eine Autoflower-Sorte als Hanf registriert ist. Für die THC-reichen Autoflowers in diesem Artikel gilt diese Aussage nicht.

Anmerkung der Übersetzung: Die THC-reichen Autoflowers in diesem Artikel (20–25 % THC) sind kein Hanf (die THC-Grenzen von 0,2 % und 1,0 %). Cannabisblüten sind ein kontrolliertes Kraut nach der Bekanntmachung über kontrollierte Kräuter (Cannabis) B.E. 2568 des Gesundheitsministeriums. Die Bekanntmachung wurde auf Grundlage des Gesetzes zum Schutz der traditionellen Thai-Medizin B.E. 2542 (Thai Traditional Medicine Protection Act) erlassen und ist seit dem 26. Juni 2025 in Kraft.

Anmerkung der Übersetzung: Blüten dürfen nur auf ein PT-33-Rezept (ภ.ท.33) abgegeben werden, und zwar für höchstens 30 Tage. Werbung für Blüten und ihr Online-Verkauf sind verboten. Die Ministerialverordnung über kontrollierte Kräuter (Nr. 2) B.E. 2569 ist am 30. April 2026 in Kraft getreten. Sie verschärft die Lizenzkriterien für Cannabisblüten (was sich 2026 geändert hat).

Anmerkung der Übersetzung: Abschnitt 78 des Gesetzes von 1999 legt die Strafe für Forschung, Export, Verkauf oder Verarbeitung eines kontrollierten Krauts ohne Lizenz fest. Die Strafe beträgt bis zu 1 Jahr Haft, eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht oder beides. Der Entwurf des Cannabis-Kontrollgesetzes (Cannabis Control Act) ist noch kein geltendes Recht. Das Kabinett hat den Entwurf am 22. September 2026 gebilligt und an das Repräsentantenhaus weitergeleitet (Stand des Entwurfs). Prüfen Sie vor der Aussaat, ob Ihre Lizenz abdeckt, was Sie anbauen wollen (welche Lizenz was abdeckt).

12.2 Wann pflanzen?

Am besten säen Sie im Oktober–November aus und ernten im Dezember–Januar. Die Pflanzen wachsen dann in der kühlen Trockenzeit. Die Tagestemperaturen liegen bei 22–32 °C, und es regnet seltener als in der Monsunzeit.

Anmerkung der Übersetzung: Für die Küste am Golf von Thailand im Süden des Landes passt dieses Zeitfenster nicht. Dort bringt der Nordostmonsun etwa von Oktober bis Dezember den stärksten Regen, und der November ist meist der nasseste Monat. Wenn Sie anderswo in Südostasien anbauen, nutzen Sie die örtlichen Wetterdaten. Wählen Sie die drei Monate mit dem wenigsten Regen und mit Tagestemperaturen, die am nächsten an 22–32 °C liegen.

12.3 Sorten für die Hitze auswählen

Der Originalartikel rät zu zweierlei: Wählen Sie Autoflowers von Züchtern, die ihre Sorten unter tropischen Bedingungen getestet haben. Oder wählen Sie Ruderalis-dominante Linien, die Hitzetoleranz zeigen. Viele kommerzielle Autoflowers wurden für Innenräume in Europa gezüchtet und wachsen über 30 °C schlecht.

Anmerkung der Übersetzung: Ruderalis stammt aus Gebieten mit kurzen, kalten Sommern (Teil 1, Abschnitt 1). Ein hoher Anteil an Ruderalis-Genen ist daher kein Zeichen für Hitzetoleranz. Beurteilen Sie eine Sorte nach Anbauberichten aus heißen Klimazonen und nach Ihrem eigenen Versuch (Genetik für Räume über 30 °C). Säen Sie zum Einstieg in derselben Saison einige Samen jeder infrage kommenden Sorte aus. Vergleichen Sie dann, wie sich jede Sorte in den heißesten Wochen entwickelt.

12.4 Töpfe vom heißen Boden fernhalten

Stofftöpfe auf Ständern halten die Wurzeln vom Boden fern, der Hitze abstrahlt. An einem heißen thailändischen Nachmittag kann die Bodenoberfläche 45–55 °C erreichen, und das tötet Wurzeln ab. Erhöht stehende Töpfe mit einer reflektierenden Isolierung darunter halten die Wurzelzone auf einer sicheren Temperatur.

Das können Sie tun: Stecken Sie an einem heißen Nachmittag ein Einstichthermometer in einen erhöht stehenden Topf und eines in einen Topf, der direkt auf dem Boden steht. Der Unterschied zeigt Ihnen, wie viel die Ständer an Ihrem Standort bringen.

12.5 Schädlinge

Die wichtigsten Schädlinge an Autoflowers im Freiland in Thailand sind:

  • Spinnmilben, in Trockenperioden (November–Februar);
  • Blattlauskolonien an jungen Trieben;
  • Raupen von Nachtfaltern und Schmetterlingen, das ganze Jahr über aktiv.

Der Originalartikel empfiehlt ab Woche 2 eine wöchentliche vorbeugende Rotation aus Niemöl und Bt. Bt (Bacillus thuringiensis) ist ein Mittel auf Bakterienbasis, das Raupen abtötet (ein Bt-Programm für die Blütephase). Laut Original hält diese Rotation Schädlinge in Schach, ohne die chemische Belastung, die der Wechsel zwischen synthetischen Pestiziden mit sich bringt.

Anmerkung der Übersetzung: Verwenden Sie nur Mittel, die bei der thailändischen Landwirtschaftsbehörde (Department of Agriculture, กรมวิชาการเกษตร) registriert sind. Halten Sie sich bei Dosis, Anwendungsabstand und Kultur an das Etikett (was Sie legal sprühen dürfen). Kontrollieren Sie jede Woche die Blattunterseiten mit einer Lupe. So erkennen Sie, wann Milben oder Blattläuse auftauchen, bevor sie Schaden anrichten (integrierter Pflanzenschutz).

12.6 Ernten bei feuchtem Wetter

Bei Autoflowers im Freiland, die im Januar kurz vor der Ernte stehen, kann die Luftfeuchtigkeit plötzlich ansteigen, wenn die Nachttemperaturen fallen. Prüfen Sie ab Woche 9 täglich die Trichome. Sind mehrere Regentage vorhergesagt, ernten Sie beim ersten akzeptablen Reifegrad. Warten Sie nicht auf den Höchststand.

Anmerkung der Übersetzung: Prüfen Sie vor Ihrer Entscheidung die Vorhersage des thailändischen Wetterdienstes (Thai Meteorological Department). Richten Sie den Trocknungsraum ein, bevor Sie schneiden, denn die Luftfeuchtigkeit im Freien ist in Thailand hoch (Trocknung bei 85–95 % Luftfeuchtigkeit).

Zusammenfassung: Was Sie bei Autoflowers tun sollten

Laut dem Originalartikel hat jahrelange Züchtungsarbeit moderne Autoflowers zu einem praxistauglichen Weg gemacht, eine Ernte zu produzieren. Ihre Vorteile sind ein kurzer Zyklus, ein einfaches Lichtmanagement und die Möglichkeit, das ganze Jahr über anzubauen. Dafür bieten sie weniger Spielraum für Training und vertragen kaum Stress. Grower, die Methoden für Photoperioden-Pflanzen auf Autoflowers übertragen, erzielen meist schlechte Ergebnisse. Grower, die ihren Anbau nach dem festen Zeitplan ausrichten, erzielen gute Ergebnisse.

  • Säen Sie direkt in den Endtopf und vermeiden Sie in den ersten vier Wochen jeden vermeidbaren Stress.
  • Düngen Sie 10–20 % schwächer als bei Photoperioden-Pflanzen. Notieren Sie den EC von Nährlösung und Drainagewasser und stellen Sie an Tag 25–28 auf einen Dünger mit weniger Stickstoff und mehr PK um.
  • Protokollieren Sie eine Woche lang Temperatur und Luftfeuchtigkeit am Kronendach sowie die Temperatur der Wurzelzone, bevor Sie Kühlgeräte kaufen.
  • Ernten Sie nach den Trichomen, nicht nach der Woche des Züchters. Ernten Sie früher, wenn mehrere Regentage vorhergesagt sind.
  • Notieren Sie für jeden Zyklus die kWh und das Trockengewicht in Gramm, um zu sehen, was Autoflowers an Ihrem Standort wirklich einbringen.
  • Prüfen Sie vor der Aussaat, ob Ihre Lizenz die Pflanzen abdeckt, die Sie anbauen.

Haben Sie Fragen oder Ergebnisse aus dem Anbau von Autoflowers unter thailändischen oder südostasiatischen Bedingungen? Posten Sie sie als Antwort unter diesem Thema.

Literatur

  • Small, E. (1972). Interfertility and chromosomal uniformity in Cannabis. Canadian Journal of Botany, 50(9), 1947–1949.
  • Russo, E. B. (2007). History of Cannabis and Its Preparations in Saga, Science, and Sobriquet. Chemistry & Biodiversity, 4(8), 1614–1648. https://doi.org/10.1002/cbdv.200790144
  • ElSohly, M. A., et al. (2017). Phytochemistry of Cannabis sativa L. In Phytocannabinoids. Springer.